TopobärThemenstarter5'480 Beiträge · seit 200902. Feb. 2015 · #24
2.Tag (So. 21.12.2014) Bloemhofdam – Mokala National Park 308km
Ich habe geschlafen wie ein Toter. Von den Generatoren und den üblichen Geräuschen einer vollen Campsite habe ich rein gar nichts mitbekommen. Geweckt werden wir von einem traumhaften Sonnenaufgang über dem See, den wir aus unserem Zelt erleben. Dazu mussten wir nur das Fliegengitter hochrollen.
Beim Frühstück am See sind die Temperaturen noch angenehm, so dass wir ohne Sonnenschutz auskommen. Es deutet sich aber schon an, dass der Tag wieder heiß wird.
Kurz vor Kimberley kommt man auf der N12 an einem See vorbei. Hier sind hunderttausende an Schwalben unterwegs. Die Stromleitungen sind über Kilometer mit Schwalben besetzt, die dicht gedrängt, Körper an Körper auf den Leitungen sitzen. Gleichzeitig ist die Luft erfüllt mit unzähligen dieser Vögel. Ein beeindruckendes Naturphänomen von dem ich für diese Gegend bislang noch nicht gehört habe.
In Kimberley besuchen wir das Big Hole mit angeschlossenem Museum. Beeindruckender Blick auf den ehemaligen Tagebau und eine sehr gute Ausstellung zum Diamantenbergbau. Sehr gut hat uns vor allem der 20 minütige Film gefallen, der in eindrücklichen Spielszenen die Anfänge des Diamantenbergbaus und die Gründung von De Beers Ende des 19.Jahrhunderts auferstehen lässt. Im angeschlossenen Museumsdorf, in dem das historische Kimberley erhalten wurde, gibt es einige Restaurants, so dass wir die Gelegenheit zum Lunch ergreifen.
Noch kurz die Dinge eingekauft, die wir gestern vergessen haben und dann brechen wir auf zum Ziel unseres heutigen Tages, dem Mokala National Park. Inzwischen mussten wir auch feststellen, dass der geflickte Ersatzreifen einen schleichenden Platten hat, darum müssen wir uns dann morgen kümmern.
Im Mokala National Park erhalten wir anstelle unseres ursprünglich gebuchten Stellplatzes auf der Motswiri Campsite einen Bungalow in der Mosu Lodge. Da das ohne Aufpreis geschieht, haben wir keine Einwände. Keine Ahnung, was die Hintergründe dieser Umbuchung waren. Wir erhalten einen Bungalow am Rand der Anlage mit weitem Blick. Wir sind zufrieden mit der Lage und das Häuschen macht auch einen sehr guten Eindruck.
Es hat inzwischen wieder 35°C und es haben sich recht große Wolken gebildet, deren Regen aber nicht den Boden erreicht.
Um kurz nach 16:00Uhr starten wir auf einen Gamedrive. Wir haben keinerlei Erwartungshaltung an diesen relativ unbekannten Nationalpark und werden positiv überrascht.
Bevor aber die spektakuläreren Tiere kommen, entdecken wir eine recht große Schildkröte auf dem Weg. So eine Schildkröte ist doch mal genau das richtige Tier, um in Ruhe Nahaufnahmen von ihm zu machen, denke ich, und werde davon überrascht, dass es sich anscheinend um eine Rennschildkröte handelt. Das Viech hält einfach nicht still und rennt ständig aus dem Bild. Aus dem erhofften Portrait wird‘s deshalb nix.
Interessant ist dann ein dunkler Springbock, der sich deutlich von seinen Artgenossen unterscheidet, allem Anschein nach aber voll in der Herde integriert ist. Daran sollten sich die Menschen mal ein Beispiel nehmen.
Auf dem Kameeldoring Loop entdeckt Kathrin dann die Hauptattraktion des Nationalparks: Breitmaulnashörner. Eine Gruppe mit insgesamt 4 Tieren. Die Tiere zeigen keine Scheu vor uns, sind gleichzeitig aber sehr ausgeregt und hektisch. Keine Ahnung, was da los war, aber so viel Action hatten wir bei Nashörnern noch nie.
Obwohl der Mokala National Park zu den Desert Parks gezählt wird, findet sich überwiegend Buschland in hügeligem Gelände. Selbstverständlich finden sich auch überall die für diese Landschaft typischen Webervogel-Siedlungen.
Auf dem Matopi Loop kommen wir dann endlich einmal an Elands vorbei, die nicht ängstlich sind und sofort davon laufen, wenn man sich Ihnen nähert. Die Bullen sind echte Muskelprotze.
Für Kathrin endet der Tag dann perfekt, als wir zum Abschluss noch Giraffen an einem Wasserloch entdecken.
Da man bis 19:00Uhr zurück in der Lodge sein muss, fällt der Sundowner in der Wildnis aus. In der Mosu Lodge kann man nicht mit den Autos an die Bungalows fahren. Wir haben keine Lust die ganzen Lebensmittel hin und her zu schleppen und so entscheiden wir uns dafür, im Restaurant zu Abend zu essen. Eine Entscheidung, die wir nicht bereuen. Ich Esse einem leckeren Bobotie und Kathrin wählt Fisch. Auf dem Rückweg sehen wir noch eine Eule beim Aufbruch zur nächtlichen Jagd und nach einem Absacker auf der Terrasse verschwinden wir recht bald in der Koje.
Halo Topobär, wir hatten auch schon Begegnungen mit der gemeinen Renn-Schildkröte. Wenn die mal Fahrt aufnehmen, dann sind die kaum zu stoppen 😉 und echt schwierig zu fotografieren. Freut uns, dass euch Mokala auch so gut gefällt. Wir fahren jetzt zum zweiten Mal hin und freuen uns schon sehr. Grad richtig zum ankommen und einstimmen. Und die Venison pie aus dem Restaurant haben wir noch in sehr guter Erinnerung, leckerst. Warten gespannt auf die Fortsetzung. Lg Uwe
Susi651'127 Beiträge · seit 201103. Feb. 2015 · #28
Hallo Topobär,
das sind wunderschöne Bilder aus dem Mokala, da werden Erinnerungen wach 😎 . Wir waren schon zweimal dort, und ich finde den Park einfach klasse, zumal wir bei den Gamerdrivers kaum auf andere Gäsrte getroffen sind.
Champagner8'705 Beiträge · seit 201004. Feb. 2015 · #31
Hallo Topobär,
ich bin auch schon seit Beginn mit an Bord - hab aber bisher ganz gegen meine Gewohnheit die Klappe gehalten! 😉
Topobär schrieb: So eine Schildkröte ist doch mal genau das richtige Tier, um in Ruhe Nahaufnahmen von ihm zu machen, denke ich, und werde davon überrascht, dass es sich anscheinend um eine Rennschildkröte handelt. Das Viech hält einfach nicht still und rennt ständig aus dem Bild.
📎 h1f205f0.jpg
Ich finde das Foto klasse - und mir kam spontan dies hier in den Sinn:
Warte ich will auch noch mit! Das scheint sehr interessant bei dir zu werden! 🤩
Liebe Grüße
Kloppo
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TopobärThemenstarter5'480 Beiträge · seit 200904. Feb. 2015 · #33
Champagner schrieb:
📎 h1f205f0.jpg
Ich finde das Foto klasse - und mir kam spontan dies hier in den Sinn:
franzicke2'085 Beiträge · seit 201204. Feb. 2015 · #34
Hallo Topobär, bei euch fahr ich auch ne kleine Weile mit - allerdings muss ich spätestens am Samstag wieder aus- und dafür in einen SAA-Flieger einsteigen. Der Anfang gefällt mir schon mal ausgesprochen gut und jetzt bin ich doch sehr gespannt, wie weit wir in den nächsten drei Tagen kommen 😉 Viele Grüße Franzicke
tiggi1'558 Beiträge · seit 201104. Feb. 2015 · #35
Hallo Topobär, so eine Reise kann ich mir nicht entgehen lassen. 😉 Als ich einmal versuchte so eine Schildkröte anzuheben, hat sie sich vor Schreck entleert. Man glaubt gar nicht, wie viel da drinnen ist. 🤢 🤪
TopobärThemenstarter5'480 Beiträge · seit 200906. Feb. 2015 · #36
3.Tag (Mo. 22.12.2014) Mokala National Park – Riemvasmaak Hotsprings 591km
Die Nacht war die Hölle. Der Bungalow hatte sich extrem aufgeheizt und es wimmelte nur so vor Mücken. Bereits kurz nach Mitternacht lag ich wach. Alles juckte und ich hörte beständig das feine Nerv tötende Sirren der Mücken. Glücklicherweise erinnerte ich mich, dass es lt. Reiseführer keinerlei gefährliche Raubtiere im Mokala National Park gibt. Also schnappte ich mir die Matratze des dritten Bettes und meinen Schlafsack und richtete mir ein Biwak auf der Terrasse ein. Hier war es deutlich frischer und von Mücken war auch nichts zu bemerken. Kurz bevor ich wieder einschlief hörte ich ein Rascheln. Mit der Taschenlampe sorgte ich für Licht und es zeigte sich, dass ich mich Auge in Auge mit einem Stachelschwein befand, welches soeben in Begriff stand, auf die Terrasse zu kommen. Leider erschrak das arme Tierchen so sehr, dass es schnellstmöglich zurück in den Busch flüchtete. Der Rest der Nacht verlief ruhig und erholsam.
Einigermaßen entsetzt bin ich von dem Umstand, dass meine liebe Frau weder in der Nacht, noch morgens beim Aufstehen bemerkte, dass neben Ihr etwas fehlte. Erst als sie auf der Terrasse fast über mich stolperte, wurde sie darauf aufmerksam.
Für den heutigen Tag stand eine reine Überführungs-Etappe auf dem Programm. Da kommt man bei einer so langen Reise hin und wieder nicht drum herum. Da müsst Ihr mit durch.
Die Strecke bis Upington war dann auch wirklich ausgesprochen öde. Da muss ich dann schon gegen das Einschlafen am Steuer ankämpfen.
In Upington lasse ich dann erst einmal den schleichenden Platten flicken. Ich hatte ja gleich bei der Fahrzeugübernahme meine Bedenken hinsichtlich des geflickten alten Reservereifens geäußert und vorsichtshalber auch diesen bei der ersten Panne montiert, um ihn zu testen. Wie vermutet hielt der Stopfen nicht dicht, aber die Vermieter wissen es ja immer besser, als die europäischen Greenhorns.
Sowohl das Navi, als auch ich waren der Überzeugung, dass die kürzeste und schnellste Strecke von Norden von der N10 zu den Riemvasmaak Hotsprings führt. Das wäre sicherlich auch so gewesen, wären nicht einige der Gravelroads inzwischen für den allgemeinen Verkehr gesperrt, so dass wir einen weiten Umweg mit viel Wellblech bis an den Oranje fahren mussten, um von dort zu unserem Ziel zu gelangen.
Die Hotsprings und die direkt daneben befindliche Campsite befinden sich am Grund eine beeindruckenden Schlucht. Die Zufahrt ist nicht ohne. Erstmals auf dieser Reise müssen wir Allrad einschalten.
Obwohl wir erst gegen Abend ankommen, ist es uns viel zu heiß für die Hotsprings. Es ist wolkenlos und hatte heute bis zu 37°C. Da ziehen wir die erfrischende Dusche den heißen Quellen auf jeden Fall vor.
Es hat hier auch einiges an Kleingetier. Wir sehen Paviane, Dassies und Mangunsten. Während ich unter der Dusche stehe besucht sogar ein Genet unsere Campsite. So ein Ärger, dass ich das verpasst habe.
Das Grillen klappt heute sehr gut. Das Feuerholz ist sehr trocken und verwandelt sich innerhalb kürzester Zeit in perfekte Glut, auf der wir eine ordentliche Portion Lammfleisch grillen. Dazu gibt es ein Gemüse-Curry.
fotomatte2'519 Beiträge · seit 200906. Feb. 2015 · #37
Hi Topobär,
auch bei dir habe ich jetzt nachgearbeitet und bin auf dem Laufenden.
Zu deiner Schildkröte kann ich nur sagen, dass das ein ziemlicher Methusalem sein muss, wenn ich die abgewetzten Schilde und die nicht mehr erkennbare Zeichnung des Panzers richtig interpretiere.
Nach der nicht sehr erholsamen vorherigen Nacht habe ich diese Nacht wieder hervorragend geschlafen.
Beim Frühstück fliegen immer wieder riesige Schwärme Webervögel über unsere Köpfe hinweg durch die Schlucht. Man hört jedes Mal ein kräftiges Rauschen, wenn so ein Schwarm über einen hinweg fliegt.
Nach der Ausfahrt aus dem Tal kommt man an einem Aussichtspunkt vorbei, der einen schönen Blick auf das Areal erlaubt.
Hinten, direkt unter der Felswand, befindet sich die Campsite.
Auch aus der geplanten Weiterfahrt Richtung Südwest wird es nix. Die bei T4A eingezeichnete Piste, auf welche uns auch unser Navi schicken will, ist in der Praxis nicht zu finden. Wir müssen zurück bis Kakamas, wo wir auf die N14 stoßen, die uns dann nach Westen führt. Danach erst einmal hunderte Kilometer Überführungs-Etappe. Teilweise öde Landschaften, aber zwischendrin immer mal wieder interessante Abschnitte.
In Springbok ist die Hölle los. Das gesamte Namaqua-Land scheint hier gerade die letzten Weihnachtseinkäufe zu tätigen. Wir stürzen uns ins Getümmel, denn wir brauchen für eine Woche Lebensmittel und sogar für 2 Wochen Alkohol, denn die nächste Einkaufsmöglichkeit werden wir ausgerechnet an einem Sonntag erreichen. Kathrin findet in Springbok auch endlich einen kompetenten Handyfachmann, der unsere lokale SIM-Karte zum laufen bringt.
Wir haben uns für die Anreise zum Richtersfeld National Park gegen die Standard-Route über Port Nolloth entschieden. Stattdessen fahren wir zum Grenzübergang Vioolsdrift, von wo aus es dann parallel zum Oranje zur Richterfeld Conservancy geht.
Waren es bislang angenehme Temperaturen, steigt das Thermometer hier am Fluss rapide an und erreicht 34°C.
Bei der Strecke weg vom Oranje, nach Ecksteenfontein handelt es sich dann um einen etwas anspruchsvolleren Track. Alles erinnert mich hier stark ans Damaraland. Man kommt vorbei an Felsen, mit Felsmalereien der San, die leider von modernen Kritzeleien verschandelt wurden.
In der trockenen Landschaft wächst nicht viel. Nur Steinmänner scheinen prächtig zu gedeihen.
Ab Ecksteenfontein sind wir dann wieder auf geschobener Gravelroad unterwegs, deren Qualität zwischen glatt gebügelt und heftigen Wellblech hin und her schwankt. Die karge Gebirgslandschaft ist im rötlichen Licht des späten Nachmittags ein Traum
Das Mountain Valley Guesthouse macht einen geschlossenen Eindruck. Es sieht jedenfalls so aus, als wäre schon lange niemand mehr hier gewesen. Da es schon spät ist, beschließen wir trotzdem auf dem Gelände zu übernachten. Ein Farmer kommt mit seinen Enkelkindern vorbei und bestätigt uns, dass es hier sicher sei und wir problemlos übernachten können.
So ganz problemlos ist es dann aber doch nicht, denn es herrscht ein Sturm, wie ich ihn bislang noch nicht in Afrika erlebt habe. Nur zu zweit schaffen wir es mit Mühe und Not das Zelt aufzubauen. Stühle, Teller, Becher – alles wird weggeweht, wenn es nicht gefüllt ist. Dazu ist noch reichlich Sand in der Luft. Es ist so ungemütlich, dass wir gleich nach dem Abendessen im Zelt verschwinden.
LLLa Leona2'780 Beiträge · seit 200709. Feb. 2015 · #40
hallo topobär Nashörner im Mokala zu sehen ist eine Ausnahme, Ihr hattet grosses Glück! Der Park macht keine oder wenig Werbung für die Tiere, auf der Liste der ansässigen Tiere werden sie nicht genannt, auch nicht auf der Karte eingezeichnet. Man sagte uns dies sei absichtlich so wegen den Wilderern.
Nun ab dem 4. Tag wird es für mich interessant, bin gespannt wie es Euch im Hochsommer im Richtersveld ergangen ist. Und so einen heftigen Windsturm kenne ich auch da, sehr unangenehm, aber zum Glück kann es von einem Tag auf den anderen total ändern.