THEMA: Kurzreise Äthiopien und Djibouti
09 Mär 2019 15:32 #550668
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  • fotomatte am 09 Mär 2019 15:32
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Hallo Elisabeth,

vielen Dank fürs Berichten über ein Land, von dem ich so überhaupt keine Vorstellung habe.

Liebe Grüße,
Matthias
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10 Mär 2019 12:42 #550736
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  • sphinx am 10 Mär 2019 12:42
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Hallo Matthias
ich freue mich sehr, wenn Du hier mitliest. Übrigens kann man auch in Äthiopien prima birden und falls wir irgendwann mal wieder im Mai Urlaub nehmen können, wird es eine Birdingtour in Äthiopien geben.
Liebe Grüße
Elisabeth
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10 Mär 2019 18:27 #550769
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Fahrt nach Semera:
Bis zum Afderasee



mit vielen Schmutzgeiern



fahren wir gemeinsam, dann verabschiedet sich die Campingcrew von uns. In der Dorfkneipe/-restaurant mit Fernseher bekommen wir die Reisüberreste der letzten Tage und da es in Äthiopien üblich ist zu teilen, dürfen wir auch bei den Injeras, die Nati bestellt hat, mitessen. Es ist leider das letzte Mal, das wir Injeras in diesem Urlaub essen. Ein wenig mussten wir uns an den sauren Teig gewöhnen, aber die Saucen sind lecker und man isst mit den Fingern, was ich liebe, weil das Essen viel besser schmeckt.
Auf der Fahrt nach Semera gibt es Strecken mit goldenen Sand und schwarzen bizarren Lavasteinen dazwischen und km lange Regionen mit „Pflastersteinen“ aus vermutlich Dolorit mit Wüstenlack. Die Gegend ist stark geprägt durch junge vulkanische Aktivität. Von Semera sehen wir nur das Hotel, dass Zimmer ist o.k. Aus dem Wasserhahn am Waschbecken kommt gerade mal ein Rinnsal, aber die Dusche funktioniert. Die Klimaanlage tropft und spritzt, was wir glücklicherweise rechtszeitig merken und in der Lobby mit WLAN, gibt es unzählige Mücken, die sich sofort auf mich stürzen. So vergeht es mir im Restaurant zu Abend zu essen und wenn ich das Frühstück am nächsten Tag bedenke, was es wohl die richtige Entscheidung. Zum Glück haben wir für solche Fälle immer etwas Essbares dabei.
Das war unser Ausflug nach Äthiopien. Ich habe nicht viel von diesem Land verstanden, vermutlich ist es das war mich so anzieht.

Auf geht’s nach Djibouti
Unser ursprünglich geplanter Guide ist erkrank und wir werden nun mit Plan B unterwegs sein. Plan B gehört zur Kategorie „ wir haben uns etwas Besseren gewünscht“, aber „ manchmal hat man Glück, manchmal hat man halt Pech“.
Auf dem Weg zur Grenze (Galafi) sehen wir Mantelpaviane.



Nati erreicht unseren neuen Guide und den Fahrer nicht per Handy. Wir müssen fast 2 Stunden warten. Da die Zwei an diesem Tag jede Menge frisches Khat an diverse Polizisten, Dorfangehörige etc verkauften, will ich gar nicht wissen, wo sie sich an diesem Morgen herumgetrieben haben.
Wir bekommen einen gehörigen Schrecken, als sich bei der Ausreise die laminierte Seite in Christians Pass selbstständig macht. Bei Einreise nach Djibouti ist diese noch an einer Ecke verbunden, dann allerdings ist sie komplett lose. (Unsere eVisa für Äthiopien werden bei der Ausreise kontrolliert.)
Da die Straße auf der Seite von Djibouti hauptsächlich aus Löchern besteht, fahren wir die meiste Zeit off-road. So können wir für sehr große Warzenschweine, Adler und Geier halten.







Schließlich biegen wir von der Hauptstraße ab, entdecken sehr scheue Gerenuks und Dorka-Gazellen,



sehen ein 1 Tag altes Kamelbaby



und nach weiteren 2 Stunden von weitem, die Kamine des Lake Abbes.















Mein Wunsch zum Sonnenuntergang zu den Kaminen zu fahren, die ein Stückchen von der Unterkunft entfernt liegen, löst beim Fahrer keine Begeisterung aus, um ehrlich zu sein, sieht er sehr schlecht gelaunt aus. Der Guide versucht uns zu überreden im Camp zu bleiben, aber ich setze mich zum Glück durch.
Es ist bereits spät und so fehlt die Zeit eine schöne Stelle zu finden, ans Aufstellen des Stativs ist überhaupt nicht zu denken. Wildes knipsen und die blaue Stunde fällt aus, da sich zuviel Staub in der Luft befindet.













Vor dem Abendessen, geniessen wir den Luxus einer Dusche und es gibt hier Toiletten mit Wasserspülung. Die Jurten mit zwei Bettgestellen sind einfach. Alles ist sauber.
Letzte Änderung: 24 Mai 2019 09:19 von sphinx.
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12 Mär 2019 19:00 #551024
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In der Nacht kommen die Mücken und da die Mosquitonetze bzw. die Betten viel zu klein für uns sind, werden wir ziemlich oft gestochen. Irgendein Körperteil berührt immer das Netz. Erst als es abkühlt und wir uns Jacken und Hosen anziehen, sind die Mücken nicht mehr erfolgreich. In den letzten Wochen vorher hat es hier Malariafälle gegeben.
Verspätet starten wir unsere Tour zu den Kalkkaminen.











Unser Guide hat nicht nur verschlafen, sondern erklärt uns bereits nach einer Stunde, es wäre so weit zum Assalsee, dass wir keine Zeit mehr hätten herumzulaufen. Was soll´s, wir mussten es ihm glauben. Natürlich stimmt es nicht und spätestens als wir bereits um halb drei am Salzsee sind, ist dies auch nicht mehr weg zu diskutieren. Ich werde so stinksauer, dass unser Fahrer fragt, was geschehen ist und als er von unserem morgendlichen Desaster erfährt, hat er eine heftige Unterredung mit dem Guide. Allerdings hilft uns das auch nicht mehr. Wir stehen am tiefsten Punkt Afrikas und irgendwie passend dazu an einem emotionalen Tiefpunkt. Danach kann es ja nur noch aufwärts gehen. Da unser Guide keine Ahnung von guten Fotospots hat, versuche ich mein Glück entlang der Straße,









bevor wir zum Ghoubet-el-Kharab



zurückfahren, um dort in einfachen Jurten zu übernachten.





Nicht ohne vorher in eine Polizeikontrolle zu geraten. Erst einmal helle Aufregung, weil die Zwei ja in Äthiopien waren, jetzt irgendwelche Papiere fehlen und zudem angenommen wird, dass wir zu Viert über die Grenze gekommen sind und deshalb Zollgebühren für das Auto zu bezahlen hätten. Christian darf sein Schulfranzösisch auspacken und nach längerer Diskussion können wir weiter. Wir verlieren fast noch Christians laminierte Passseite. Abends klebe ich diese mit dem Klebestreifen von der Verpackung unserer Desinfektionstücher in den Pass. Vielseitig verwendbar so ein Teil. Es ist übrigens unsere allererste Reise, in der wir Desinfektionstücher ausgiebig verwendeten.
Das Camp ist sehr einfach. Aber irgendwann hat man sich daran gewöhnt, sich irgendwo zum Schlafen hinzuringeln und denkt nicht mehr darüber nach. Die Duschen funktionieren hier schon lange nicht mehr oder haben noch nie funktioniert. Und die Toiletten? Vier Wände geben Sicht- und Windschutz. Was braucht es mehr?

Alfred Wegener lässt grüßen
Am Morgen laufen wir zum Ardoukôba Vulkan



und blicken noch einmal auf den Assalsee.



In diesem Gebiet driften drei Kontinentalplatten auseinander.



Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber hier herumzulaufen ist für mich großartig.

Je näher wir Djibouti City kommen, desto mehr Militärfahrzeuge, Amerikaner, Italiener, Japaner. Wir fahren vorbei am französischen Basiscamp und der, von Chinesen erbauten Freihandelszone. Die chinesische Marinebasis ist eine eigene Stadt für sich. Mich beschleicht ein komisches Gefühl. Es ist doch etwas ganz anderes so etwas in der Zeitung zu lesen oder diese Militärpräsenz in diesem Miniland mit eigenen Augen zu sehen. Die eigene Bevölkerung muss sich erdrückt fühlen.
Als wir in das Hotel kommen, stürzen wir uns zuerst unter die Dusche. Danach erkunden wir noch die Straßen rund um das Hotel. Es gibt eine Straße mit Khat-Verkäufern, in der nächsten sitzen die Geldwechseldamen mit dicken Bündeln, dann gibt es noch die Straße zum Schminke kaufen.
Am nächsten Tag gehen wir noch einmal mit der Kamera los und wir erleben, dass sich die Einheimischen nicht einmal von der Ferne fotografieren lassen wollen. Ein Polizist, der gerade an einem Khat-Stand steht, erklärt Christian, man bräuchte fürs Fotografieren ein Permit. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Wir fragen im Hotel nach, natürlich stimmt das nicht. Da immer einer aufs Gepäck aufpasst, mache ich mich nochmal alleine mit der Kamera auf. Ich darf nicht einmal einen Marktstand ohne Leute aufnehmen. Ich verstehe ja, wenn Menschen sich nicht ständig fotografieren lassen wollen, aber das selbst Gegenstände wie Kleidung und Schminke ein Problem sind, finde ich seltsam und schade. Eine von einem Einheimischen geführte Touristengruppe kann allerdings von allem und jeden Fotos aufnehmen. Ich muss gestehen, ich mische mich für kurze Zeit unter diese Gruppe.
Kurz vor Abreise entdecke ich noch ein Geschäft mit Andenken und ich bin ganz happy hier etwas für unsere Souvenirwand erstehen zu können. Dann heißt es Abschied nehmen.

Danke für Eure Begleitung, Eure Kommentare und Euer Drücken des Dankebuttons.
Ich würde mich freuen, wenn jemand von Euch Lust auf eine Reise in diese Länder bekommen hat. Ich kann mich nur wiederholen, trotz einiger Widrigkeiten, waren Christian und ich sehr begeistert. Ich hoffe, dies kam im Bericht auch rüber.

Mit dieser Senegalracke, für uns eine Erstsichtung,



wünsche ich Euch freudiges Planen, sorgenloses Reisen und wundervolle Urlaubstage.
Elisabeth
Letzte Änderung: 17 Mär 2019 10:20 von sphinx.
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12 Mär 2019 21:03 #551041
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  • Gabi-Muc am 12 Mär 2019 21:03
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Hallo Elisabeth,

danke für Deinen Bericht. Deine Berichte gefallen mir immer sehr gut, auch wenn Äthiopien jetzt kein Land für mich wäre. Aber trotzdem ist es sehr faszinierend zu sehen, wie es dort ist.

LG

Gabi
01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute von Kapstadt zum Addo Elephant Park
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12 Mär 2019 22:42 #551058
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  • Fortuna77 am 12 Mär 2019 22:42
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sphinx schrieb:
Vielleicht nicht jedermanns Sache, aber hier herumzulaufen ist für mich großartig.

Liebe Elisabeth,

dieser Satz ist mir ins Auge gestochen... Und ja, mir erging es während des Lesens des Öfteren so, dass ich zwischen Faszination und Kopfschütteln schwankte. :silly: Vielen herzlichen Dank für Deinen Bericht über diese Ecke!

Viele liebe Grüße,
Nadja
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