Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201922. Feb. 2023 · #1
Liebe Fomis,
wir waren im Herbst 2022 in Kenia als Selbstfahrer in festen Unterkünften unterwegs und haben es leider erst jetzt geschafft, eine kurze Reisezusammenfassung zu schreiben.
Diverse Reiseberichte hier im Forum und auch Eure Antworten auf unsere Fragen im Vorfeld haben uns sehr geholfen, diese Reise zu planen, nochmals vielen Dank dafür.
Zeitraum: 19.09. - 22.10.22 Internationaler Flug: Selbst gebucht Direktflug LH Frankfurt – Nairobi, Ankunft gegen 22:00 Uhr mit 1,5 Std. Verspätung Agentur: Sunworld/Let's Go Africa (Auto, Transfers, Unterkünfte, Inlandsflüge) Auto: Safari-Landcruiser mit Pop-Up-Roof, 6-Sitzer, 5-Gang-Schaltgetriebe, ohne Campingausstattung, mit Kühlschrank Gefahrene Km: ca. 3600 Unterkünfte: Lodges/Camps mid-range Visum: nur noch vorab als E-Visa für 50 USD möglich (in unserem Fall Single-entry) Reiseführer: Rough Guides Kenya & Straßenkarte von Reise Know-How Sim-Karte: wir haben uns am Airport draußen kurz vor den Parkplätzen in einem kleinen unscheinbaren Laden eine Sim-Karte von Safaricom gekauft, 25 GB und etwas Telefonguthaben für 3300 KES, also ca. 25 €. Hat der sehr nette Mitarbeiter uns innerhalb von ca. 10 Minuten freigeschaltet. Beim nächsten Mal würden wir nur die Karte mit etwas Volumen kaufen und bei Bedarf aufladen. Das geht im ganzen Land überall problemlos. Netzabdeckung war sehr gut. Nur in der Masai Mara hatten wir größtenteils keinen oder kaum Empfang, sonst so gut wie überall.
Geldabhebung: mit unserer Barclays-Visa-Card konnten wir an den ATMs der NCBA ohne Gebühren Geld abheben. Ich glaube, bei ABSA und bei Netbank waren Gebühren fällig. Kann bei anderen Kreditkarten aber bestimmt variieren.
Zahlungen: Grundsätzlich überall ist alles mit Kreditkarte möglich, außer im Samburu NR und im Solio Game Reserve, dort nur Cash in USD oder KES. Oder M-Pesa. In einigen Parks ist bargeldlose Zahlung nicht möglich, nur Kreditkarte oder M-Pesa. M-Pesa ist im Übrigen eine coole Geschichte, das hat tatsächlich so gut wie jeder in Kenia. Sei es Privatpersonen, Händler, selbst die Straßenverkäufer, jeder. Innerhalb von kürzester Zeit kann man mittels Handy-Nr. alles bei jedem bezahlen. Da es sich um eine Safaricom-Tochter handelt, kann man sich (auch als Tourist) im Safaricom-Shop dafür freischalten lassen und so auch z. B. über die Safaricom-App Guthaben auf die Sim-Karte aufladen. Dann kann man von überall aus sein Guthaben aufladen und muss keinen Shop mehr suchen. Und man braucht so gut wie kein Bargeld mehr. Ein Sunworld-Mitarbeiter hatte uns vom Hotel abgeholt und zur Sunworld-Filiale gebracht. An der Ampel wollte ihm ein Straßenverkäufer ein Buch verkaufen. Da wurde kein Geld getauscht, sondern Käufer fragt Verkäufer nach seiner Handy-Nr., diese wird in die App eingetippt samt Betragt und innerhalb von 1 Ampelphase ist die Transaktion abgeschlossen. Also ähnlich wie Paypal, nur dass es dort wirklich jeder hat. Fand ich toll und würde ich mir beim nächsten längeren Kenia-Besuch auch einrichten lassen.
Strom: man benötigt einen Adapter, welchen man sich in den meisten Unterkünften ausleihen kann. Wir haben schon seit Langem immer 1 oder 2 „Strom-Würfel“ mit diversen Steckern und Adaptern dabei, klappt in den meisten Ländern wunderbar. Nur in SA und Namibia brauchen wir einen extra Stecker (den wir natürlich jedes Mal zu Hause vergessen und jeweils vor Ort einen neuen kaufen, wir überlegen sogar schon, einen SA/NAM-Adapter-Shop zu eröffnen 🙂
Reiseroute: 19.09.22 Flug Hannover – Frankfurt - Nairobi 19.-21.09.22 Nairobi – Tamarind Tree Hotel – 2 N (Autoübernahme 20.09.22) 21.-24.09.22 Amboseli NP – Kibo Safari Camp – 3 N 24.-26.09.22 Tsavo West NP – Kilaguni Serena Lodge – 2 N 26.-29.09.22 Lumo Conservancy – Leopards Lair Cottages – 3 N 29.09.-01.10.22 Tsavo East NP – Ashnil Aruba Lodge – 2 N 01.-02.10.22 Nairobi – Tamarind Tree Hotel – 1 N 02.-04.10.22 Nyeri – Rhino Watch Safari Lodge – 2 N 04.-07.10.22 Meru NP – Ikweta Safari Lodge – 3 N 07.-10.10.22 Samburu NR – Samburu Sopa Lodge – 3 N 10.-12.10.22 Ol Pejeta – Sweetwaters Serena Camp – 2 N 12.-14.10.22 Lake Naivasha – Naivasha Sopa Lodge – 2 N 14.-15.10.22 Nairobi – Tamarind Tree Hotel – 1 N (Autoabgabe) 15.-21.10.22 Flug Masai Mara NR – Mara Bush Camp – 6 N 21.-22.10.22 Nairobi – Tamarind Tree Hotel – 1 N 22.10.22. Flug Nairobi - Kapstadt
Erstmal das Wichtigste: es hat uns richtig, richtig gut gefallen! Die meisten Unterkünfte waren gut bis sehr gut, die Straßen soweit alle zu befahren und mit etwas Hilfe von GoogleMaps und maps.me war auch das Navigieren problemlos möglich. Wir hatten zwar auch eine Straßenkarte von Reise KnowHow dabei, haben wir aber so gut wie nicht genutzt. Da wir außer 1 Tag in Ol Pejeta keinen Regen hatten, kann ich nur die Straßenverhältnisse im trockenen Zustand beurteilen. Diese waren mit unserem Auto ohne Probleme zu bewältigen. Abseits der Haupt-Teerstraßen gab es natürlich auch reichlich Rumpel- und Staubpisten, vor allem in den Nationalparks und auf den Zufahrtsstraßen zu den Unterkünften. Auch Schlaglöcher und überall reichlich Speedhumps haben die Fahrten abwechslungs- und adrenalinreich gestaltet 🙂
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es in der Regenzeit bei den nicht geteerten Straßen zu Schwierigkeiten aufgrund von Black Cotton Soil und Schlamm kommen kann. In Ol Pejeta hatten wir nach einem etwas stärkeren Regenguss einen kleinen Eindruck davon bekommen und sind schon etwas ins Schlittern geraten.
Vor dem Verkehr auf dem Mombasa-Nairobi-Highway hatte ich ziemlich großen Respekt, aber auch diese Strecke war nicht so schlimm wie erwartet. Ja, es war viel LKW-Verkehr, man muss oft überholen und viele fahren ziemlich rücksichtslos, aber in meiner Vorstellung hatte es sich schon zu einem Monster entwickelt. In Tansania sind wir diesen fürchterlichen Highway nach Daressalem gefahren, hab diesen viel schlimmer in Erinnerung als den Nairobi-Highway, aber vielleicht empfindet man das manchmal auch einfach anders je nach Tagesform, Erwartung, Erfahrung oder Tagesverhältnissen.
Besonders gefallen haben uns die durchweg sehr freundlichen und offenen Menschen, die Landschaften und natürlich die unfassbar vielen Tiere. Im Gegensatz zu Tansania sind wir auch nicht ein einziges Mal von der Polizei gegängelt worden, ganz im Gegenteil, wir sind nur 2 Mal angehalten worden und dann immer freundlich und hilfsbereit, das war richtig entspannt. Ich hatte extra etwas Swahili gelernt, um im Notfall beim Polizisten schleimen zu können, war aber überhaupt nicht nötig :-)) Nichts desto trotz haben sich die Einheimischen unheimlich darüber gefreut, dass wir ein paar Brocken Swahili sprechen konnten, das hat das Eis überall sofort zum Schmelzen gebracht.
Unser Auto: Safari-Landcruiser mit Pop-Up-Roof: wollten wir nicht mehr hergeben 🙂 Das perfekte Auto für Safaris, ganz toll. Wir waren bei einigen Strecken wirklich froh, dass wir uns hierfür entschieden haben. Keine Reifenpanne, keinerlei Probleme selbst bei schwierigeren Strecken. Und das Hubdach haben wir ganz oft benutzt, das war zur Tierbeobachtung wirklich prima. Und auch ganz unproblematisch zum Öffnen und Schließen. Es gibt zusätzlich auch über der Fahrerkabine noch eine „Ausguck“-Klappe, das geht noch schneller und auch der Fahrer hat dann eine Rundumsicht. Für 2 Personen ist das Auto natürlich etwas überdimensioniert, aber wir würden es immer wieder nehmen. Für 4 Personen ist das Auto perfekt und dann relativiert sich auch der Preis wieder. Es ist reichlich Platz vorhanden, auch fürs Gepäck und besonders hinten hat man genügend Beinfreiheit. Und man kann bei geöffnetem Dach im Fahrtwind stehen und eine 360 Grad-Sicht auf die Tierwelt genießen, ganz wunderbar. Und auch für Minis wie mich ist es toll, sich einfach auf die Hintersitze stellen und nichts verpassen.
Aufgrund der extremen Staubbildung ist ein Kehrblech und ein Eimer/Lappen empfehlenswert. Das Auto und alles, was sich darin befand, war nach kurzer Zeit stark eingestaubt. So kann man zumindest abends mal die Sitze und den Innenraum abstauben und halt die Koffer/Taschen, bevor man diese aus dem Auto zieht.
Agentur Sunworld/Let's Go Africa: haben wir aufgrund von Empfehlungen aus dem Forum gewählt und hier kann ich nur zustimmen. Alles hat wunderbar geklappt, sehr kompetent, eigene Werkstatt, daher Auto in Top-Zustand, super Betreuung auch während der Reise und immer erreichbar! Auch wenn es vlt. etwas teurer ist, wir würden auch unsere nächste Selbstfahrertour über Sunworld buchen. Im Übrigen kann man wohl auch mit den Fahrzeugen in Tansania und Uganda fahren bzw. gibt es in Tansania wohl eine Schwester-Agentur (ich hoffe, ich habe es richtig verstanden und erzähle keinen Mist).
Fortsetzung folgt...
Bis dahin liebe Grüße, Dani & Bernie
Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201922. Feb. 2023 · #2
Fortsetzung... Ich schreibe übrigens zu den einzelnen Stationen jeweils separat, nachdem ich nun mehrfach von vorne anfangen musste, wenn ich zu viele Fotos auf einmal hochladen wollte. Wenn man auf das Sonnensymbol klickt, dann kann man ohne Kommentare den Reisebericht lesen.
Strecken, Nationalparks und Unterkünfte:
Nairobi: 20.09.22 Transfer zu Sunworld, ca. 45 Minuten durch die Stadt, danach in die Galleria Mall, Einkauf Carrefour & Geldabhebung Tamarind Tree Hotel: Großes Businesshotel nah am lokalen Wilson Airport & Nairobi NP, mehrere Restaurants, Essen in Ordnung, Preise gefühlt etwas zu hoch, 10 % Service Charge on top, Zimmer sind in Ordnung. Für einen Zwischenaufenthalt empfehlenswert.
21.09.22 Fahrt von Nairobi nach Amboseli: Abfahrt 08:00 Uhr, Verkehr Nairobi nicht sehr stark, Express Highway leer. Route über Athi River und Kajado ca. 3,5 Std Fahrt, Straßen gut bis auf die letzten ca. 60 km, dort sehr rumpelig. Einfahrt über Meshanani Gate, Bezahlung nur mittels Kreditkarte möglich. Parkgebühren: 70 USD pP/24 Std. + 1030 KES fürs Auto 6-Sitzer/24 Std. Man kann übrigens innerhalb von 24 Std. mehrfach in den Park fahren, zumindest mehr als 1 Mal. Ob das überall möglich ist, weiß ich aber nicht. Im Amboseli ging es auf jeden Fall. Eine Parkkarte ist nicht im Preis enthalten, zusätzlich teure 2500 KES, haben wir nicht gekauft. Viele Massai-Frauen mit Verkaufswut direkt vor dem Gate. Fahrt durch Park ca. 40 km bis Kimana Gate. Nach ca. 2 km über unfassbar rumpelige und staubige Piste zur Lodge. Amboseli NP: Traumhaft schöner Park mit tollem Kili-Blick. Sehr staubig und leider sehr viele tote Tiere aufgrund der Trockenheit, das tat im Herzen weh. Ansonsten aber trotzdem sehr viele Huftiere und Vögel gesehen. Sogar eine Löwenpaarung vor dem Kilimandscharo und tolle Hyänenfamilien-Sichtungen. Wir hatten sehr viel Glück mit dem Wetter, die meiste Zeit konnten wir den Kili wolkenlos bewundern. Nur am letzten Tag war es bewölkt und extrem windig und somit auch superstaubig. Etwas negativ: Streckenweise viele Massai mit Rinder- und Ziegenherden, das hemmt natürlich das Nature-Feeling. Uns hat es aber trotzdem sehr gut gefallen.
Kibo Camp: fantastisch! Superfreundliches und hilfsbereites Personal, schöne Zelte, gutes Essen, würden wir wieder buchen! 3 Nächte waren für uns genau richtig. Wir hatten Zelt Nr. 22 in 1. Reihe mit dem Kili im Blick. Reetgedeckt, nett eingerichtet, keine AC, aber Ventilator, Dusche funktionierte, schöne Terrasse mit Sitzmöbeln, Wasserspender vorhanden, Moskitonetz über Bett, kein Repellent da, leider keine Kaffeestation im Zimmer. Durchgängig sehr nettes und aufmerksames Personal, sehr angenehme und relaxte Atmosphäre, Wifi nur an Rezeption halbwegs ok, aber schwankend, Pool vorhanden. Ausnahmslos alle Angestellten waren sehr lieb, wirklich keine einzige Schnarchnase dabei. Lunch war in Ordnung, Dinner gut, beides Buffet, abends gibt es zusätzlich Pizza vom Steinofen, sehr lecker. Frühstück kann man als Box to go bestellen, man kann aus einer Liste auswählen.
Sorry, das Bild kann ich leider nicht drehen 😊
Fortsetzung folgt...
Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201922. Feb. 2023 · #3
Tsavo West NP: Park landschaftlich sehr schön und abwechslungsreich, teilweise buschig, superschönes Shetani Lavafeld, interessante Mzima-Springs, hat uns gut gefallen, sogar einen Leo im Baum schlafend gefunden, 2 Nächte waren für uns genau richtig
Kilaguni Serena Lodge: Größere Lodge mit perfektem Blick aufs Wasserloch von Restaurant und Zimmer, stetiger Tierbesuch, oft größere Eli-Herden, Essen gut, Personal freundlich, Restaurant recht groß, Dinner gut (Buffet), Zimmer absolut in Ordnung, Dusche perfekt, Wifi selbst im Zimmer sehr gut, Kaffeestation im Zimmer, Moskitonetzvorhang, Balkon mit super Blick, tolle Landschaft Breakfastbox to Go auf Vorbestellung möglich
26.09. Fahrt Lumo Conservancy, Ausfahrt Tsavo West über Maktau Gate. Auf der Strecke innerhalb von Tsavo West nicht viele Tiere gesehen Parkgebühren: 37 USD/pP 24 Std. + 600 KES 6-Sitzer-Auto/24 Std.
Lumo Conservancy: Schöne Landschaft, gutes Wegenetz und viele Tiersichtungen, vor allem Cokes Haartebeest, Zebra, Büffel, Strauß, Elis, haben 1 Cheetah gesehen sowie am Lions Rock Löwen mit Youngsters. In der Nähe von Leopards Lair haben wir am letzten Tag noch eine Löwin mit 3 kleinen Cubs gesehen, ganz toll! Sogar mit Hyänen hatten wir Glück, diese werden wohl in Lumo nicht so oft gesehen. Fahrt am Damm/River war bei uns sehr ergiebig, viele Tiere gesehen. Anscheinend ist September/Oktober eine gute Zeit. Negativ: Viele Rinder und Schafe innerhalb des Parks, keine Straßenkarte verfügbar. Wir waren 3 Nächte hier, uns hätten 2 gereicht. Das Taita Hills Reserve (auf dem die berühmte Salt Lick Lodge steht) kann man übrigens ohne weitere Parkgebühren und Borderpost befahren, man merkt praktisch gar nicht, dass man nicht mehr in Lumo unterwegs ist.
Leopards Lair Cottages: Personal sehr freundlich, Essen gut, Cottage klein, aber funktional, 1 Doppel- und 1 Einzelbett, jeweils mit Moskitonetz, wenig Ablageplatz, Dusche einwandfrei, Außenküche mit Kühlschrank, Herdplatten, schöne Terrasse mit tollem Blick, wir haben Vollpension gebucht, daher Küche nicht getestet. Die Anfahrt ist etwas holprig, Parkplätze sind nicht direkt an den Cottages, sondern etwas entfernt und steil, bei Selbtversorgung nicht ganz ideal. Häuschen stehen nah bei aneinander, die Terrassen sind vom Nachbar einsehbar, Heißwasser jeweils von 6-9 am/pm oder auf Anfrage, Wifi einwandfrei, abends gibts Wärmeflaschen ins Bett
Wir haben uns auch die zugehörige Lions Bluff oberhalb von Leopards Lair angeschaut. Sieht sehr edel und schick aus mit tollem Ausblick, sehr nette und patente Managerin Micaela, schöner Pool, ein paar Nummern schicker als Leopards Lair (aber natürlich auch teurer).
Fortsetzung folgt...
KarstenB2'396 Beiträge · seit 201122. Feb. 2023 · #4
Hallo Dani, wie schön, ein RB über Kenia, und dann noch eine Selbstfahrerreise! Und eine lange! Ich freue mich und bin natürlich dabei! LG aus Puerto de la Cruz Karsten
Oh wie schön Kenya als Selbstfahrer mit Lodges. Wir sind (noch) Camper, aber vielleicht nicht mehr so lange. Deshalb interessiert mich euer Bericht besonders. Ich kenne jedenfalls einige der Stationen und freue mich auf die Route und die Fortsetzung. Liebe Grüsse von Katrin
Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201923. Feb. 2023 · #7
Hey Karsten, freut mich sehr, dass du dabei bist. LG nach Teneriffa
@Picco: Ganz lieben Dank für die Rückmeldung und fürs Verlinken 😘
@Katrin: Danke für dein Feedback. Reiseberichte schreiben macht doch mehr Spaß, wenn es Interessierte gibt 🙂
Wir sind eigentlich ja keine Camper, obwohl wir durch Australien mit Dachzelt gefahren sind und auch in Namibia mehrfach mit einem Bushcamper unterwegs waren. Hat auch jedesmal Spaß gemacht und im Nachhinein bleiben mir diese Urlaube irgendwie intensiver im Gedächtnis als Lodge-Urlaube. Und auch für Kenia hatten wir darüber nachgedacht, aber haben uns dann doch dagegen entschieden. Ich war unsicher, wie das Wetter wird und ich bin doch so eine Frostbeule. Wenn Camping, dann muss es zumindest immer warm und lange hell sein.
Nachdem Camping rausfiel, wollten wir feste Unterkünfte mit Self-Catering. Ich war mir aber irgendwie unsicher, ob es genügend halbwegs vernünftige passende Unterkünfte gibt und ob die Lebensmittelversorgung reibungslos funktioniert. Und dann hat die Faulheit gesiegt und wir haben uns doch für Lodges mit Verpflegung entschieden. Nach ca. 1 Woche hing uns das Buffet-Essen dann natürlich zum Halse raus und mich nervt es auch, wenn man die Essenszeiten nicht selber bestimmen kann, daher hätten wir gerne zumindest zwischendurch wieder selber gekocht.
Also für nächstes Mal Kenia würden wir Self-Catering in festen Unterkünften machen.
Für nächsten Herbst allerdings haben wir Sambia ins Auge gefasst, da wollen wir es nochmal mit Camping versuchen. Mal schauen 😄
Liebe Grüße, Dani
Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201923. Feb. 2023 · #8
Fortsetzung...
29.09. Fahrt Tsavo East über Voi, dort getankt und Getränke gekauft. 2 Schrauben an der Motorhaube hatten sich gelöst, also ab zur Werkstatt an der Tankstelle, nach 30 Minuten erledigt, dann weiter zum Voi-Gate Tsavo East. Hier musste man erst zu einem anderen Gebäude gegenüber, eine Safaricard kaufen, dann wieder zurück zum eigentlichen Gate und dort bezahlen. Etwas umständlich. Parkgebühren: 60 USD/pP 24 Std. + 1030 KES 6-Sitzer-Auto/24 Std.
Tsavo East NP: Schöner Park mit roter Erde, am Kanderi Swamps Loop viele Tiere inkl. Elis und großem Löwenrudel gesehen Aruba-Damm ausgetrocknet Lugard Falls, ca. 40 km/1 Std. von Ashnil über fiese Wellblechpiste, wenig Wasser in den Falls und im Galana River, dort kaum Tiere, 1 einzigen Eli gesehen, eher enttäuschend zu dieser Jahreszeit. Vielleicht hatten wir auch an dem Tag auch einfach nur Pech. 2 Nächte waren auf jeden Fall ausreichend
Ashnil Aruba Lodge: Große, umzäunte Anlage, Zimmer moderner als gedacht, Doppelbett (etwas kurz und hart) mit Moskitonetz, Ventilator, Kaffeestation, Blick seitlich aufs Wasserloch, kleine Terrasse mit 2 Stühlen, Wifi halbwegs in Ordnung, Lunch eher unter Durchschnittlich, ungewürzt und zäh, Dinner etwas besser. Für 2 Nächte hält man es hier schon aus, aber es ist auch kein Highlight.
Fortsetzung folgt...
Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201923. Feb. 2023 · #9
Fortsetzung...
01.10. Fahrt Nairobi, mittelmäßiger Verkehr, ca. 5 Std. ab Gate gebraucht, nicht so schlimm wie erwartet, 1 ÜN Tamarind Tree Hotel
02.10. Fahrt Richtung Nyeri, Straßenverkehr relativ ruhig, selbst in Nairobi, da Sonntag.
Rhino Watch Safari Lodge: Sehr schönes Gelände mit tollen Pflanzen und Vögeln, sogar ein Jackson-Chamäleon gesehen. Es gibt Zelte und Chalets. Wir waren in Tent Nr. 3 untergebracht, es war sauber und ganz nett eingerichtet, etwas klein, aber ausreichend. Wifi ganz ok. Personal zurückhaltend und unbeholfen, teilweise etwas träge und unmotiviert. Dusche war sehr gut, Waschbecken nur Kaltwasser, abends bekommt man eine Wärmflasche ins Bett, nachts waren es ca. 10-14 Grad. Negativ: Die Hauptstraße ist relativ nah und ziemlich laut, auch abends/nachts zu hören. Zusätzlich die ganze Nacht Hundegebell vom Nachbarn, richtiges Safari-Feeling kam hier nicht auf. Pool und Pool-Restaurant sind über eine Schotterstraße zu erreichen, ca. 700 m entfernt. Essen maximal Durchschnitt. Breakfast-Box für 6 Uhr bestellt, 40 Minuten später erhalten, und das auch nur mit Druck. Wir waren 2 Nächte hier und würden hier nicht wieder buchen.
Solio Game Ranch: Ca. 5 Fahrminuten von Rhino Lodge entfernt. Keine Kartenzahlung möglich, nur Mpesa und Cash Parkgebühren: 80 USD pP+ 500 KES Auto. Für die Größe des Parks überteuert. Parkkarte müsste man extra zahlen 1500 KES. Idemnity Form muss ausgefüllt werden, Pässe werden kopiert, keine Erklärung zum Park oder Route oder sonst irgendein Hinweis. Im Park kaum andere Touristen, sehr schöne Landschaft, keine Ausschilderung, viele Impalas, Waterbucks, sehr viele WR. Einige Giraffen, Oryx, Zebras gesehen. Am Fluss entlang auch viele Vögel, leider keine Katzen gefunden.
picco6'369 Beiträge · seit 201123. Feb. 2023 · #10
Hoi Dani
Dani O. schrieb:...sehr viele WR...
😵 Sehr viele Wechselrichter? Oder Wildrinder? Oder Weiderinder? Oder Weltrekorde? Oder Winterreifen? Oder Wirtschaftsredakteure? Oder sonst was? 🙄 😊
Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201923. Feb. 2023 · #12
Hoi Dani Dani O. schrieb: ...sehr viele WR... 😵 Sehr viele Wechselrichter? Oder Wildrinder? Oder Weiderinder? Oder Weltrekorde? Oder Winterreifen? Oder Wirtschaftsredakteure? Oder sonst was? 🙄 😊
😄 😄 😄 Wechselrichter in Kenia, ganz heikles Thema 😄
Es geht um diese hübschen Tierchen mit Keratinüberschuss, gibt es als black oder white
picco6'369 Beiträge · seit 201124. Feb. 2023 · #13
Guätä Morgä zämä
Ich sags ja immer wieder, nach der Arbeit ist mein Hirn ausgelaugt... 🙄 🤩 😵
KarstenB schrieb:Du darfst noch 3x mal raten. Kleiner Tipp: es gibt auch noch die BR.
Danke, nun bin ich ausgeschlafen genug um zu merken das Du nicht von Breitreifen schreibst,,, 😉
Dani O. schrieb: 😄 😄 😄 Wechselrichter in Kenia, ganz heikles Thema 😄
Genau, ich kann mich nicht erinnern dass das hier im Forum schon mal ein ernsthaft betrachtetes Thema war! 😎
Dani O. schrieb:Es geht um diese hübschen Tierchen mit Keratinüberschuss, gibt es als black oder white
Ach so, das 'Wide R....' mit dem Übersetzungsfehler, alles klar, nun sogar mir... 😗 Aber fremdsprachliche Abkürzungen zu verwenden ist ja auch so was von fies...tststs.... 😛
Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201924. Feb. 2023 · #14
picco schrieb:Guätä Morgä zämä
Aber fremdsprachliche Abkürzungen zu verwenden ist ja auch so was von fies...tststs.... 😛
Jawoll, ich bin ne janz fiese Möpp 🤩
Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201924. Feb. 2023 · #15
Fortsetzung...
04.10. Fahrt Richtung Meru, in Nanyuki über Äquator. Am Äquatorschild befinden sich auch einige Souvenir-Shops. Strecke hat sich länger gezogen als gedacht, ca. 4 Std. Check-In Ikweta Safari Camp. Nachmittags Game Drive im Meru NP. Parkgebühren: 60 USD/pP 24 Std. + 1030 KES 6-Sitzer-Auto/24 Std.
Meru NP: landschaftlich traumhaft schön, kaum andere Besucher, einsam und ursprünglich, vielfältiges Wegenetz, Palmen, goldenes Gras, Flüsse, Riesenherde Buffalos, viele Waterbucks, Thommys, Giraffen, etc. Tiere waren zwar tatsächlich relativ scheu, und die Tiersichtungen sind im Allgemeinen nicht so gut wie in einigen anderen Parks, aber es hat uns trotzdem gut gefallen, vor allem, weil wir fast alleine waren. 2 Mal haben wir auch Löwen gesehen (1 Löwin am Kill und Löwen bei Wegpunkt 34, da sollen öfters Löwen sein). Wir waren 3 Nächte hier, 2 hätten aber auch gereicht.
Ikweta Safari Camp: Zelte geräumig und nett eingerichtet, Bett könnte etwas breiter und länger sein, gemütliche Terrasse. Lage ist sehr gut, ein paar Fahrminuten vom Gate entfernt. Trinkwasser in Thermoskanne im Zimmer. Kein Ventilator. Pool vorhanden, aber viele Blätter und Katzen auf den Liegen. Sauberkeit im Zelt war allerdings verbesserungswürdig: in den Ecken und vor allem im Badezimmer war es wirklich nicht lecker. Duschkopf stark verkalkt, Abfluss superdreckig, Heißwasser nur auf Anforderung, Wasserdruck so gut wie nicht vorhanden, Waschbecken-Mischbatterie defekt und tropfte (Eimer unterm Waschbecken), Wasser kam nur tröpfchenweise. Dies haben wir auch dem Hausmeister gemeldet, getan hat sich nicht viel.
Auf dem ganzen Gelände laufen bestimmt 50 Katzen herum und sind überall, auf den Poolliegen, Stühlen, Tische, Terrasse. Ich liebe Tiere und auch Katzen, aber das war etwas zu viel des Guten. Das Argument, dass Katzen Schlangen und andere unliebsame Tierchen fern halten, verstehe ich, aber so viele Schlangen und Echsen kann es gar nicht geben. Personal lümmelte im Aufenthaltsraum rum und schaute TV, Gäste eher nebensächlich, obwohl nicht viele Gäste vorhanden. Das Essen war das Schlechteste von allen Unterkünften - geschmacklos, einfallslos, lieblos. Nachdem wir 2 Tage abends Reis mit Spinat und etwas knorpeligem Fleisch bekommen haben, baten wir für mittags um etwas anderes, z. B. ein Nudelgericht. Ergebnis: Nudeln mit ein paar rohen Zwiebelwürfelchen und 2 rohen kleinen Tomaten und als Soße etwas Nudelwasser. Kein Salz, kein Pfeffer, keine Gewürze. An allen 3 Abenden gab es als Beilage ungewürzten Spinat. Das war noch nicht mal NWR-Niveau. Das Personal ebenso, es wird beim Bestellung aufnehmen/Bedienen/Abräumen nur leise gemurmelt, kein „Guten Appetit“, kein „Wie hat’s geschmeckt?“, keine Kommunikation (obwohl wir beide Gute-Laune-Bärchen sind und grundsätzlich versuchen, eine fröhliche Atmosphäre zu schaffen).
Hier würden wir nicht wieder buchen. Ich war aufgrund der vielen positiven Bewertungen etwas irritiert und hatte es ganz anders erwartet, aber ich konnte es mir auch nicht schön reden. Vielleicht war es früher besser und/oder sie hatten anderes Personal? Ich kann es mir nicht erklären.
Sadie1'835 Beiträge · seit 201524. Feb. 2023 · #16
“Jawoll, ich bin ne janz fiese Möpp “
Dem würde ich jetzt zustimmen. Wie kann man von Löwen an einem Kill schreiben und dann keine zeigen…..wirklich brutal. 😉
PS was ist eigentlich ein Möpp? Ist das Ostschweizerisch?
Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201924. Feb. 2023 · #17
Sadie schrieb:“Jawoll, ich bin ne janz fiese Möpp “
Dem würde ich jetzt zustimmen. Wie kann man von Löwen an einem Kill schreiben und dann keine zeigen…..wirklich brutal. 😉
PS was ist eigentlich ein Möpp? Ist das Ostschweizerisch?
Die Bilder beim Löwenkill waren wirklich grottenschlecht, haben wir gelöscht. Aber es kommen auf jeden Fall noch Bilder zu dem Thema, nur woanders 😘
Dä fiese Möpp kommt aus dem Rheinland, also Köln und Umgebung, und bedeutet linker Hund, gemeiner Typ. Also solche Leute, die von Löwenkill schreiben, aber keine entsprechenden Bilder hochladen 😄
Dani O.Themenstarter91 Beiträge · seit 201925. Feb. 2023 · #18
Fortsetzung...
07.10. Fahrt Richtung Samburu. Sehr rumpelige Staubpiste im Wechsel mit Pothole-Teerstraße, ca. 3 Std. bis Archers Post Gate. Parkgebühren: 70 USD/pP 24 Std. + 1000 KES 6-Sitzer-Auto/24 Std. Keine Kartenzahlung möglich, nur M-Pesa oder Cash Anscheinend kann man jetzt nur noch im „eigenen“ Park bleiben. Bei Besuch von Shaba oder Buffalo Springs werden jeweils nochmal 40 USD pP fällig.
Samburu NR: Ganz tolle Landschaft, sehr viele Tiere gesehen, auch viele Katzen, hat uns super gefallen. Der Riverloop ist toll, dort haben wir mehrfach Löwen gesehen. Auf der Freifläche konnten wir an 2 Tagen eine Cheetah-Mama mit 4 Cubs sehen, einmal sogar erfolgreich jagend.
Im Flussbett saß eine Giraffe und wir haben beobachtet, wie sie von 1 Löwen attackiert wurde, ein anderer Löwe war in der Nähe, hat aber keine Anstalten gemacht, zu helfen. Der eine sprang auf ihren Rücken und versuchte, sich dort und an ihrem Hals zu schaffen zu machen, allerdings ohne Auswirkungen. Die Giraffe versuchte mehrmals erfolglos aufzustehen und als ich mir schon die Augen zuhielt, weil ich dachte, das war's für sie, hat sie es zum Glück doch noch geschafft, auf die Beine zu kommen und wegzurennen. Ich hab die Szene auch teilweise filmen können, nur das Aufstehen hab ich verpasst, da war sie schon im Galopp. Danach konnten wir die 3 noch eine ganz Weile beobachten, es sah fast so aus, als würden sie gemeinsam friedlich spazieren gehen 🙂
Ganz toll fanden wir auch die Gerenuks, die hübschen Grevy-Zebras und diese traumhaft schönen Netzgiraffen. In die Geierperlhühner habe ich mich sofort verliebt, hab ich vorher noch nie gesehen. Die sind ja noch hektischer und chaotischer als die „normalen“ Guinea Fowls :-))
Die Haupt-Piste ist teilweise richtig nervige Wellblechpiste, diese haben wir versucht, so gut wie möglich zu meiden. Die meisten Game Drive Fahrzeuge fahren am Fluss sowie im östlichen Teil unterwegs, es war aber nie voll. Wir haben aus Neugierde auch die Hauptroute in Richtung Westgate ausprobiert, lohnt sich aber nicht sonderlich. Haben kaum Tiere gesehen, es gibt sehr wenige Wege zum Fluss hin, alles zugewachsen. In dieser Gegend haben wir am Fluss auch einige Rinderherden samt Besitzer gesehen, im anderen Teil Samburus gar nicht. Ich bin mal gespannt, ob und wann die Brücke zum Buffalo Springs wieder funktionsfähig ist. Diese Ecke würden wir gerne beim nächsten Mal erkunden.
Samburu Sopa Lodge: Größere Anlage mit 60 Zimmern (jeweils gemauerte Doppelhäuser), sehr netter Empfang, sehr nettes Personal überall, Essen als Buffet in Ordnung. Zimmer ok, 2 Queen-Betten mit Moskitonetzen, kein Ventilator, keine Kaffeestation, Terrasse mit 2 Stühlen, Dusche mit Vorhang, Strom nur von 05:00 - 09:00 und 17:30 - 22:30 Uhr. Wifi im Restaurantbereich einwandfrei. Im Restaurant mehrfach Besuch von einer Ginsterkatze. Es gibt auch ein Wasserloch, dieses war aber zu unserer Zeit nicht sonderlich frequentiert. Grundsätzlich hat uns die Sopa Lodge trotz der Größe ganz gut gefallen, einzig die längere Anfahrt auf den Berg war lästig. Das nächste Mal würden wir wahrscheinlich eine Unterkunft in Flussnähe buchen, sofern möglich. Aufgrund des Hochwasser sind ja leider einige Lodges zerstört worden.
picco6'369 Beiträge · seit 201125. Feb. 2023 · #19
Sadie schrieb:PS was ist eigentlich ein Möpp? Ist das Ostschweizerisch?