THEMA: Staub & Schlamm (Reisebericht Kenia 2021/2022)
03 Jun 2022 16:54 #644587
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Wir fliegen heute für 3 Wochen zum Klettern nach Südafrika. Deshalb ist hier jetzt erst einmal Sommerpause. Danach geht es weiter. Versprochen!
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03 Jun 2022 17:14 #644589
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Dann wünsche ich Euch viel Spaß in Südafrika!

LG

Gabi
03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute von Kapstadt zum Addo Elephant Park
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29 Jun 2022 10:25 #646144
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16.Tag (So. 02.01.2022)
Hunters Lodge – Meru National Park
423km


Heute geht es auf eine lange Etappe in den Norden.



Auf der Nairobi-Mombasa Road kommen wir gut voran. Das setzt allerdings die Bereitschaft voraus, alle 1-2 Minuten einen LKW zu überholen.

Auf die Durchquerung Nairobis haben wir keine Lust, weshalb wir via C97, A3, B7 und B6 nach Meru fahren. Vor allem westlich von Machakos und weiter entlang der Hänge des Mount Kenia fahren wir durch saftig grünes Bergland, welches in weiten Bereichen intensiv landwirtschaftlich genutzt wird.



Anfangs kommen wir sehr gut voran, doch ab Embu ändert sich das. Es kommt ein Dorf nach dem anderen. In jedem Dorf jede Menge Bumps. Der Verkehr ist dicht und man weiß nie, was einen bei den anderen Verkehrsteilnehmern erwartet. Manche legen einen lebensverachtenden Fahrstil an den Tag und gegenüber so mach anderem fährt meine Mutter wie eine Rennfahrerin.

An den Straßen gibt es jede menge Obst- und Gemüsestände, an denen wir uns für die Tage im Meru National Park eindecken.
In allen Beschreibungen wird der Meru National Park als einsam und abgelegen beschrieben. Entsprechend hatte ich die Erwartungshaltung ab Meru durch dünn besiedeltes Gebiet zum Nationalpark zu fahren. Weit gefehlt! Die Region ist sehr dicht besiedelt und wird intensiv landwirtschaftlich genutzt. Mit der Beschreibung der Lage ist anscheinend nur gemeint, dass sich der Meru National park abseits der üblichen touristischen Routen befindet.

Es ist Sonntag und in vielen Dörfern ist Party. Häufig mit lauter Musik und Tanz auf den Marktplätzen. Menschenmassen befinden sich auf der Straße. Entsprechend umsichtig muss ich fahren.

Da wir aufgrund der landen Strecke eine späte Ankunft im Park bereits erwartet hatten und die Campsite sich tief im Park befindet, übernachten wir heute im am Parkgate gelegenen Ikweta Safari Camp. Sehr schöne Safari Tents im dichten Busch. Da Camp hält viele scheue Katzen, die dafür sorgen, dass die Schlangen wegbleiben.



Nach dem Abendessen sitzen wir noch bis spät in den Abend auf der Veranda unseres Zelts. Es hat hier viele Fledermäuse, die auch immer mal wieder durch die Veranda fliegen.

Katrins Wunde am Kinn sieht schon etwas besser aus, suppt aber immer noch ein wenig.
Letzte Änderung: 29 Jun 2022 10:30 von Topobär.
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06 Jul 2022 14:01 #646711
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17. Tag (Mo. 03.01.2022)
Meru National Park
63km


Nach dem anstrengenden gestrigen Tag lassen wir es heute bewusst ruhig angehen. Wir schlafen aus, frühstücken in aller Ruhe und verbringen den Rest des Vormittags lesend auf der Veranda unseres Zeltes. Dann holen wir unsere Lunchpakete, zahlen und machen uns auf den Weg zum nur 2km entfernten Gate.



Die Formalitäten an den Gates der kenianischen Nationalparks sind immer schnell erledigt. Das geht deutlich fixer als in anderen Ländern Afrikas. Bezahlung ist auch hier mit Visa möglich.

Vom Gate fahren wir auf entlang der Bwatherongi Swamps auf ziemlich direktem Weg zur Bwatherongi Campsite. Wir sehen unsere ersten Netzgiraffen. Für mich sind sie mit dem klar abgegrenzten Fellmuster die schönste Giraffenart.







Auf der Bwatherongi Campsite werden wir für die Tage im Park unser Quartier aufschlagen. Es gefällt uns gleich auf den ersten Blick sehr gut. Man hat hier im Gegensatz zu den meisten kenianischen Campsites einen eigenen Stellplatz. In unserem Fall eine frisch gemähte Wiese unter großen Schattenbäumen. Zum Stellplatz gehört auch ein eigener Wasseranschluss. Das Waschhaus ist auch nicht weit entfernt und in gutem Zustand. Das ist mindestens botswanischer Standard. Der für die Campsite zuständige Warden ist sehr nett und hilfsbereit. Für 1.000KSH gibt es einen riesigen Berg Feuerholz.

Der Park ist sehr grün. Auch hier scheint es in letzter Zeit reichlich Niederschlag gegeben zu haben. Er ist größer als Amboseli, aber kleiner als die Tsawos. Dafür scheint es lt. Karte ein relativ dichtes Wegenetz zu geben. Dieses wollen wir in den nächsten Tagen möglichst flächendeckend erkunden. Mit spektakulären Sichtungen rechne ich aufgrund der dichten Vegetation aber nicht.

Den Nachmittag verbringen wir auf der Campsite. Ein großer Schwarm Glanzstare sorgt dabei für Unterhaltung. Die Vögel sind sehr neugierig und überhaupt nicht scheu. Unsere Ausrüstung wird von ihnen gründlich untersucht.



Zum Abendgamedrive erkunden wir die Wege um den Leopard Swamp und fahren den Murera Circuit entlang des gleichnamigen Flusses. Dieser Weg ist total zugewachsen und für einen Gamedrive absolut nicht zu empfehlen. Hier sollte nur fahren, wer das Abenteuer am Steuer seines 4x4 sucht.





Das Fazit dieses Gamedrives sind eine abziehende Gruppe Elefantenbullen, die uns leider nur noch ihre Hinterteile präsentieren und eine riesige Büffelherde, welche jedoch überwiegend im dichten Busch steht.



Dazu immer mal wieder Giraffen und kleinere Antilopen, wie Impalas, Dik-Dik’s, Hörnchen und Gerenuks.



Darüber hinaus sehen wir auch jede Menge Vögel.

Bei Sonnenuntergang sind wir zurück auf der Campsite. Am Eingang zur Campsite stehen einige Büffelbullen. Wir hoffen, dass sie dort bleiben und uns nicht im Laufe des Abends besuchen kommen.

Mit Einbruch der Nacht beginnen die Löwen zu brüllen. Erst weit entfernt, dann aber immer näher kommend.

Ich entzünde das Lagerfeuer und koche einen orientalischen Eintopf mit Kartoffeln, Möhren und roten Linsen.
Letzte Änderung: 06 Jul 2022 14:10 von Topobär.
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07 Jul 2022 22:46 #646796
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Hallo Thomas,

vielen Dank, dass Du uns in den Meru Nationalpark mitnimmst. :) Ich hatte auch gelesen, dass dieser Park ein Geheimtipp sein soll und abseits der gängigen Routen. Und sowas interessiert mich immer ganz besonders. Vor allem, da man gefühlt recht wenig bisher hier im Forum darüber lesen konnte.

Also, bin gespannt, wie es weitergeht und was Ihr noch erlebt und gesehen habt!

Liebe Grüße
Tina
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13 Jul 2022 14:40 #647197
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18.Tag (Di. 04.01.2022)
Meru National Park
98km


Innerhalb des Nationalparks gibt es noch einen separat umzäunten Bereich, der als Rhino Sanctuary dient. Dieser Bereich ist unser Ziel für den morgendlichen Gamedrive. Die Orientierung in diesem Teil des Parks ist sehr schwierig. Die Wegweiser sind alle abgebaut und die Wege passen in weiten Teilen weder zur Nationalpark-Karte noch zu Maps.me. Es ist nicht so, dass man sich verirrt, aber man weiß nie genau, wie man von einem Punkt zum anderen kommt. Die Fahrerei verläuft mehr nach dem Motto Trial and Error. Dazu kommt, dass auch hier viele Wege zugewachsen und nur schwer passierbar sind.

Auf den ersten Blick nicht zu erkennen, aber das ist ein Weg.




Der Busch im Rhino Sanctuary ist sehr dicht. Die namensgebenden Dickhäuter finden wir nicht und auch ansonsten nur wenige Tiere. Einzig die Giraffen sind auch im dichtesten Busch immer gut zu sehen.

Dieser Giraffenbulle hat bei einem seiner Kämpfe ordentlich was auf die Ohren bekommen.




Entlang des Rojewero Rivers fahren wir zum gleichnamigen Hippopool. Selbst auf den besseren Wegen muss man immer wieder mit Hindernissen rechnen, die es zu umfahren gilt.








Der Meru National Park wird von einer Vielzahl kleinerer und größerer Bäche durchflossen, welche alle in den Tana River münden, der die Südgrenze des Parks bildet. Entlang der Bäche ziehen sich dichte Galeriewälder. Landschaftlich sehr schön, aber Tiere sieht man selten. Meist nur auf den wenigen Lichtungen.









Am Rojewero Hippopool angekommen, finden wir dort eine zehnköpfige Hippofamilie, die fröhlich vor sich hin grunzt.







Vom Hippopool geht es zurück zur nahe gelegenen Campsite, wo wir eine lange Mittagspause verbringen. Beim decken des Tischs muss ich feststellen, dass unsere Automaus einen Tetrapack Milch angenagt hat, welcher daraufhin komplett ausgelaufen ist. Entsprechend große ist die Sauerei. Der Industrieteppich, mit welchem der Aufbau ausgekleidet ist, hat sich komplett mit Milch vollgesaugt. Da ist erst einmal Putzstunde angesagt; das Mittagessen muss warten. Mit vielen Litern Wasser verdünne ich die Milch im Teppich und versuche sie dann mit Bürste und Schwamm so gut wie möglich rauszureiben. Bei der Aktion bin ich dankbar für den Wasseranschluss auf unserer Campsite. Trotzdem wird der Aufbau die nächsten Tage immer leicht säuerlich riechen. Wo ich schon am Putzen bin, mache ich auch gleich noch die Fahrerkabine und den Kühlschrank sauber. Das war nach 2 Wochen im Busch auch mal nötig. Dann gibt’s endlich Futter.

Am Nachmittag fahren wir zunächst in Richtung Süden. Auch hier wieder sehr dichte Vegetation und nix zu sehen. Wir fahren dann lieber in Richtung Elsas Kopje und finden dort erstmals größere freie Flächen und sehen reichlich Tiere. Besonders gut gefällt es uns in den Mughwango Swamps. Dafür ist hier mal wieder die Wegfindung ein Problem Es gibt zahlreiche Tracks, aber alle enden als Sackgasse.







In einer Herde Steppenzebras entdecken wir auch 2 Grevy Zebras. Hätte nicht damit gerechnet, dass es die hier auch gibt. Im direkten Vergleich sieht man erst, dass die Grevy Zebras erheblich größer als die Steppenzebras sind.



Wir hatten den ganzen Tag überwiegend wolkenlosen Himmel und auch der Sundowner wird nur von ein paar Schleierwolken verschönert. Wir finden einen schönen Sundownerplatz und sehen der Sonne zu, wie sie hinter dem Mount Kenia untergeht.



Der Park ist nur schwach besucht. Über den ganzen Tag hinweg haben wir nur 2 Safarifahrzeuge gesehen. Die zweite Nacht in Folge sind wir ganz allein auf der Campsite.

Nach Einbruch der Nacht sitzen wir wieder am Lagerfeuer und genießen eine klasse Geräuschkulisse. Westlich von uns brüllen wieder die Löwen, werden aber von den Elefanten in den Schatten gestellt, die östlich von uns gehörig Radau machen. Da scheint der Haussegen in der Herde ordentlich schief zu hängen.

Währenddessen koche ich Nudeln mit Auberginen-Bolognese.
Letzte Änderung: 13 Jul 2022 14:54 von Topobär.
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