Wo sind denn die Elefanten?

Reisebericht 100 Antworten · 20,9k Aufrufe · gestartet 25. Jan. 2015 von Papa Kenia
Themenstarter540 Beiträge · seit 201225. Jan. 2015 · #1
Kenia ist ja nicht unbedingt das Lieblingsreiseland der Forumsleser.

Daher habe ich diesen Bericht hauptsächlich für die Ostafrikafraktion verfasst. Alle anderen dürfen selbstverständlich mitlesen. Ich bin ja auch stiller Mitleser der vielen anderen Reiseberichte. Vielleicht kann ich dem ein oder anderen die Masai Mara schmackhaft zu machen. Obwohl ich bei den Tiersichtungen, zumindest was Elefanten angeht, schon mal mehr Glück hatte. Vielleicht beim nächsten Mal!

Denn die Masai Mara ruft schon jetzt wieder nach mir.
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Planungsphase

Meine Planung fing kurz nach der WM an. Götze hatte Deutschland soeben zum Titel verholfen und kurz danach wurde mir bewusst: BALD IST WEIHNACHTEN! Unternimm etwas! Ich hatte mich bis dato noch gar nicht um meinen Winterurlaub gekümmert!

Dann wollte ich schnell etwas unternehmen. Aber ich hab’s auch genauso schnell aufgegeben. Aufgegeben, in meinem Bekanntenkreis herumzufragen: Wer kommt über Weihnachten mit nach Afrika? - Kenia? Tansania? Namibia?

Ich kenne die Antworten:

„Afrika? – Was willst du denn da?“
„Wohin willst Du? Afrika?!?!“
„Da wird doch auch alles geklaut!“
„Die haben da doch Malaria und Ebola und alles und so.“
„Weihnachten ist doch zu Haus am Schönsten!“ – Jawohl!

Seit 2009 flüchte ich über Weihnachten nach Kenia. Aber dieses Jahr nicht!! Wenn schon Afrika, dann dieses Mal nach Namibia! Vielleicht auch Tansania! Oder Botswana? Oder alles? In Form einer Rundreise?

Selbstfahrer? Ganz allein durch Namibia? – Nun, ich bin jemand, der gut mit sich selbst klar kommt. Ich unterhalte mich zeitweise aber auch mal ganz gerne. Und ich fotografiere leidenschaftlich gern. Stundenlang ganz alleine fahren, Linksverkehr, auf die Straßen achten, Fotomotive suchen und dann noch fotografieren? Ne, das ist dann doch nicht das Richtige für einen älteren Herrn. Also war dieses Thema schnell durch die Tür!

Kataloge gewälzt, Internet ausgesaugt! Ich kam einfach auf keinen Nenner. Gruppenreise? Ja, warum nicht? Warum soll das nicht klappen? Von den diversen Berichten hier im Forum lasse ich mich nicht abschrecken.

Aber es passte terminlich von vorne bis hinten nicht. Die meisten Gruppenreisen starteten entweder im Januar oder endeten bereits vor Weihnachten. Oder die Touren waren so sündhaft teuer, dass ich die Finger davon ließ.

Also: Mal wieder das übliche Programm!

Wieder Kenia. Wieder Baden und Safari. Es gibt Schlimmeres!

Nachdem ich letztes Jahr eine Kombisafari gemacht habe (Bus und Flug), wollte ich dieses Mal wieder ganz entspannt in die Masai Mara! - Man gönnt sich ja sonst nichts!

Die Safari vom letzten Jahr war toll. Gar keine Frage. Aber im Nachhinein muss ich sagen, es war zu viel Fahrerei. Ich hätte zwei Nächte im Ndololo Camp und zwei Nächte in der Rhino Valley Lodge bleiben sollen. Den Amboseli hätte ich mir am besten ‚geklemmt‘ - und Taita Hills? War nett und auch schön mal gesehen zu haben. Aber alles in allem war die Tour zu stressig. Hinterher ist man immer schlauer. Ich kann da aber niemandem einen Vorwurf machen. Die Tour hatte ich mir so wie sie war selbst zusammengestellt.

2014 soll’s nun aber Masai Mara in Vollendung werden. Den Aufenthalt dort wollte ich wie bereits vor zwei Jahren splitten. Eben nicht die ganze Zeit in nur einem Camp verbringen, sondern in zwei oder drei Camps oder Lodges.

Per Mail nahm ich mit Jonathan Kontakt auf. Ihn kenne ich mittlerweile vier oder fünf Jahre. Er vertritt WT & Safari.

Ich konfrontierte Jonathan also mit den von mir ausgesuchten Camps. Sechs Camps bzw. Lodges hatte ich in die engere Wahl gezogen. Das waren das Ashnil Mara Camp, Basecamp, Mara Eden Camp, Tipilikwani Camp, Little Governors Camp, Olumara Camp. Jonathan sollte hierfür mal Preise rechnen und seine Meinung zu den Unterkünften abgeben. Er schickte mir einige Angebote. Nachdem wir über zwei bis drei Wochen Für und Wider abgewogen und mit den Camps und Preisen jongliert hatten stand die Tour!

Neun Tage/acht Nächte Flugsafari in die Mara! Wie geil ist das denn?

Die auserwählten Camps waren das Ashnil Mara Camp und das Little Governors Camp. Hier wollte ich also jeweils vier Nächte verbringen. Die Camps, die übrig geblieben sind, sind ja vielleicht eine Option für später!

Warum habe ich ausgerechnet das Ashnil Mara Camp mit in meine Überlegungen einbezogen? Das Camp ist sehr groß. Total touristisch. Hoffentlich nicht überlaufen. Und dann noch eingezäunt. Tierbegegnungen im Camp sind also ausgeschlossen. Eigentlich ist das Camp genau so, wie ich es nicht mag.

Ich habe es trotzdem gewählt, weil das Ashnil in einer Gegend liegt, wo ich vorher überhaupt noch nicht war. Das Camp liegt im Westen der Mara und relativ nahe an der Grenze nach Tansania.

Das war der eine Grund. Der zweite: Ashnil (erschwinglich) und Little Governors (sehr teuer) mischen, damit sich für den Geldbeutel eine erträgliche Mischkalkulation ergibt.

Und das Little Governors? Gemäß meinen Internetrecherchen ist es das genaue Gegenteil vom Ashnil Mara Camp. Eines der ältesten Camps in der Masai Mara. Eben absolut authentisch. Und mit einer Top-Lage an einem Sumpf und Blick auf Steppe und Oloololo-Gebirgszug. Ansonsten stellte ich mir die Ausstattung der Zelte und den Service so vor, wie ich sie im letzten Jahr im Governors-Main-Camp vorgefunden hatte.
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Liebe Grüße

Papa Kenia

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Reisebericht 2013 – Papa mal wieder in Kenia
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/281459-papa-mal-wieder-in-kenia.html

Reisebericht: 2012 – Ich bin dann mal in der Masai Mara
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/266081-ich-bin-dann-mal-in-der-masai-mara.html

Reisebericht: 2011 – Kurzer Reisebericht Masai Mara
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/240575-kurzer-reisebericht-masai-mara-2011.html

Reisebericht: 2010 – Noch mal Kenia
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/250572-noch-mal-kenia.html
zuletzt bearbeitet 26. Jan. 2015
8'672 Beiträge · seit 201025. Jan. 2015 · #2
Yes - ein Reisebericht von Papa Kenia (und ich bin Erste 🤪 )! Ich liege (und das tatsächlich, nämlich mit Fieber und Husten) die ganze Zeit schon auf der Lauer (respektive auf der Couch) und hoffe auf etwas Nettes im Forum - in meinem Zustand hab ich grad so gar keine Lust auf dieses dauernde Gestreite hier..... 🙄 !

Aus dir bekannten Gründen kannst du dir ja sicher denken, dass mich dein Bericht sehr interessiert 😎 - also leg bitte gleich los - ich warte 😗 !

Übrigens: ich hab tatsächlich erst vor Kurzem überlegt, dass du irgendwie "überfällig" bist.... 😄 !

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
zuletzt bearbeitet 25. Jan. 2015
1'523 Beiträge · seit 201125. Jan. 2015 · #3
@ P.Kenya

...........Little Governors ist für uns sicher eine der besten Optionen, und die südlich des Mara River gelegenen

Gebiete sind auch abgedeckt, das heisst, der Fahrer fährt falls gewünscht alleine via Mara Bridge auf die

Südseite zum Little G. und nimmt Dich dort auf, oder er nimmt eines der Fahrzeuge des Ballon-Teams

(ist noch eleganter 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 ).............die Überfahrt mit dem Kleinstboot über den Mara zum

"Little" ist schon sehr romantisch und speziell........aber,........das Ganze hat seinen Preis...............

Essen/ Service und Ambiente sind fast ähnlich wie das Main G, nur viel ruhiger und

gediegener..........wirst Du ja selbst unterdessen festgestellt haben.... 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂

mit Grüssen,

BMW
3'883 Beiträge · seit 201125. Jan. 2015 · #4
Hallo Papa Kenia,

dein Schreibstil macht mich neugierig auf mehr, er ist herrlich! Mach weiter so! Danke!

LG freshy

@Champagner:
Oh, tust du mir leid! Fühl dich virtuell umärmelt und gestreichelt! Vor allem aber "Gute Besserung!" Ich bin zur Zeit ebenfalls nur selten im Forum unterwegs, weil mir das Hick-Hack auf die Nerven geht. Ich muss aber zugeben, dass ich bei der gegenwärtigen Wetterlage, die sich gefühlt seit Monaten hinzieht, besonders empfindlich bin.
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
Themenstarter540 Beiträge · seit 201225. Jan. 2015 · #5
@Bele
Hallo Bele,
ich war überfällig? Kennst mich anscheinend ja schon gut!
Ich freue mich, dass Du wieder mitliest! Nachher stelle ich noch ein paar Zeilen ein!
Ansonsten wünsche ich Dir gute Besserung. Sieh zu, dass Du bald wieder auf die Beine kommst!

@BMW
Das Little Governors hat was! Wow!
Es hatte für mich allerdings auch einen großen Nachteil (mehr davon aber im Bericht!). Die Region nördlich des LGC habe ich in 2012 und 2011, als ich im Mara Timbo war, befahren. Dieses Jahr war ausschließlich der südlich Teil dran. Das heißt, jeden Tag ‚Boot fahren‘.

@freshy
Vielen Dank für die netten Worte! Das motiviert!

Liebe Grüße und einen schönen Restsonntag!
Papa Kenia
Themenstarter540 Beiträge · seit 201225. Jan. 2015 · #6
Es geht los

Und dann kam endlich der Tag des Abflugs. In Essen stieg ich in den ICE und war nach 1:45 Stunden in Frankfurt am Flughafen. Und zwar so rechtzeitig, dass ich genügend Zeit hatte die Flughafenatmosphäre zu genießen.

Dann folgte der Check-in und ein Flug wie in den vergangenen Jahren. Die Kapazität der Maschine war mit rund 250 Passagieren angegeben. Geschätzt waren keine 200 Reisende an Bord. So kam es, dass ich zwei Sitze für mich allein beanspruchen konnte. Trotzdem - ich kann im Flieger absolut nicht schlafen. Das ist mir noch nie gelungen. Mal für eine halbe Stunde ‚wegsacken‘, das klappt. Mehr aber auch nicht.

Wenn man dann so gaaaanz laaangsaaam weggesackt ist dröhnt es kurz danach durch die Lautsprecher: WIR SERVIREN GLEICH EIN ABENDESSEN!!!!!

In der gleichen Lautstärke wird dann noch mitgeteilt, dass man die Visaanträge ausfüllen darf. Dass man zollfrei einkaufen kann. Kopfhörer kann man auch kaufen. Und, und, und.

An alles – nur nicht an Schlaf ist zu denken. Jedenfalls nicht bei mir.

Es geht aber auch anders. Vor zwei oder drei Jahren hatte ich einen Sitznachbarn, der konnte schlafen. Ich hatte den Fensterplatz; er den Platz zum Gang. Der mittlere Platz blieb frei. Mein Gegenüber stellte sich kurz vor. Erzählte, von wo nach wo er wollte und teilte mir mit, dass, falls ich nachts mal raus wollte, ihn nicht wecken brauchte. Einfach irgendwie über ihn hinwegklettern. Er würde sowieso nichts merken. Er würde jetzt die Augen zumachen und in Mombasa wieder wach werden. Sprach’s und schlief. Und schlief. Und schlief. Und wachte in Mombasa wieder auf. SO ETWAS GEHÖRT DOCH VERBOTEN!

Und ich?? Spätestens nach dem letzten Spätfilm denke ich jedes Mal: ‚Das ist deine Chance! Versuch‘ noch mal die Augen zu zumachen.‘ Aber die Rechnung habe ich bisher immer ohne die Crew gemacht: „WIR SERVIEREN JETZT EIN FRÜHSTÜCK. WENN SIE DIE UHREN NOCH NICHT UMGESTELLT HABEN - WIR HABEN GLEICH FÜNF UHR. IN EINER GUTEN STUNDE BEGINNEN WIR MIT DEM LANDEANFLUG.“

Das war es dann mit der Nacht.

Landung um 6.50 Uhr auf dem Kilimanjaro-Airport in Tansania. Anschließend Weiterflug nach Mombasa.

Nach über 10 Stunden Flug und besagtem Zwischenstopp in Arusha setzte die Condor gegen 8.45 Uhr in Mombasa auf dem Rollfeld auf. Die Türen wurden geöffnet und todmüde fiel ich die Gangway hinunter. Unten auf dem Rollfeld stand wieder dieser unsichtbare Mann und knallte mir die Hitzekeule ins Genick. DONG!!! Meine Poren öffneten sich und ich begann zu transpirieren.

Quatsch! ICH HAB‘ GESCHWITZT WIE SAU!!! Und das morgens um neun!

Kenia, ich bin wieder da!!! Aber ich hatte vergessen, wie heiß du sein kannst!

Die Einreise ging trotz der zusätzlichen Kontrollen mit den Fiebermessgeräten und dem Vorzeigen des Ebolafragebogens relativ zügig vonstatten. Nach der Zollkontrolle habe ich noch schnell Geld gewechselt und bin anschließend zum Bus gestiefelt. Der Transfer vom Flughafen zum Hotel klappte gut. An der Fähre hatten wir höchstens 20 Minuten Wartezeit! Wir waren mit insgesamt sieben Leuten im Minibus. Ich wurde als erster am Diani Beach abgesetzt.

Liebe Grüße

Papa Kenia
zuletzt bearbeitet 25. Jan. 2015
Themenstarter540 Beiträge · seit 201226. Jan. 2015 · #7
Strandhotel

Ich hatte mal wieder mein Lieblingshotel Southern Palms Beach Ressorts gebucht (ich kenne aber auch nur dieses eine).

Hallo? War das mittlerweile ein Geisterhotel? In der Lobby - niemand! Hinter der Rezeption - eine Angestellte. Nach dem üblichen Prozedere beim Einchecken rief die Frau nach hinten: „Haraka! Haraka!“ – „Beeilt euch.“ Dann kamen ein Flötenspieler, ein Trommler und vier Kenianerinnen, die mich auf eine Sänfte setzten und durch die Anlage trugen. Dabei sangen sie: „Seeheet heeerr! Wir haahaben wiehieeder einen Gaaast!“

Das ist natürlich alles völliger Blödsinn; kommt der Realität aber sehr nahe. In der Lobby tummeln sich wegen des guten Wifi Empfanges stets mehrere Leute. Heute war hier kein Mensch. Hinter der Rezeption sind eigentlich immer drei bis vier Angestellte anzutreffen. Heute eine Person! Hier herrschte Totenstille!

Auf dem Weg zum Zimmer kam ich am hinteren Pool vorbei. Normalerweise sind hier immer rund 10 - 20 Liegen belegt. Heute lag hier ein Ehepaar aus Deutschland, die ich aus den beiden letzten Urlauben her kannte: „Was ist denn hier los?“ rief ich ihnen zu. – „Wir sind fast alleine im Hotel“ kam als Antwort.

Und so war es die ersten drei bis vier Tage auch. Mit zirka 60 Leuten in einem 600 Betten Hotel! - Und dieses Hotel war noch gut frequentiert. Die Buschtrommel sagte, dass vier oder fünf Hotels weiter in dem Hotel ‚Soundso‘ nur eine einzige Engländerin sei. Und noch mal zwei Hotels weiter auch nur sieben Gäste!

Armes Kenia! Hoffentlich geht es mir dir bald wieder bergauf!

Nach sieben Tagen totalen Nichtstuns (in dieser Hotelanlage gibt es magnetische Liegen. Wenn man mal liegt, kommt man nicht mehr hoch!) hatte ich mir eine gewisse Grundbräune erarbeitet. Die Sonne hatte meine inneren Akkus geladen und so war ich für den morgigen Tag bereit!

Guten Start in die neue Woche!

Papa Kenia
zuletzt bearbeitet 26. Jan. 2015
233 Beiträge · seit 201026. Jan. 2015 · #8
Hallo Papa Kenia

Ich quetsch mich auch noch rein in dein Reisebericht.
Dein Schreibstil gefällt mir, sehr unterhaltsam und amüsant. 🙂
Freue mich auf die Fortsetzung (und Bilder)

Gruss
Sven
Reisebericht: Staubig, Trocken, Heiss – Botswana/Namibia 2011 Reisebericht: 2x Big-Five in Kenia und Tansania 2013 Reisebericht: Spuren im Sand - Sambia 2014 - Vom Rand des Höllenlochs ins Inselparadies - Tansania 2016
3'883 Beiträge · seit 201126. Jan. 2015 · #9
Papa Kenia schrieb:
Es geht aber auch anders. Vor zwei oder drei Jahren hatte ich einen Sitznachbarn, der konnte schlafen. Ich hatte den Fensterplatz; er den Platz zum Gang. Der mittlere Platz blieb frei. Mein Gegenüber stellte sich kurz vor. Erzählte, von wo nach wo er wollte und teilte mir mit, dass, falls ich nachts mal raus wollte, ihn nicht wecken brauchte. Einfach irgendwie über ihn hinwegklettern. Er würde sowieso nichts merken. Er würde jetzt die Augen zumachen und in Mombasa wieder wach werden. Sprach’s und schlief. Und schlief. Und schlief. Und wachte in Mombasa wieder auf. SO ETWAS GEHÖRT DOCH VERBOTEN!

( ...)

Nach über 10 Stunden Flug und besagtem Zwischenstopp in Arusha setzte die Condor gegen 8.45 Uhr in Mombasa auf dem Rollfeld auf. Die Türen wurden geöffnet und todmüde fiel ich die Gangway hinunter. Unten auf dem Rollfeld stand wieder dieser unsichtbare Mann und knallte mir die Hitzekeule ins Genick. DONG!!! Meine Poren öffneten sich und ich begann zu transpirieren.

Quatsch! ICH HAB‘ GESCHWITZT WIE SAU!!! Und das morgens um neun!

Kenia, ich bin wieder da!!! Aber ich hatte vergessen, wie heiß du sein kannst!
Hab' ich gelacht! Du machst meinen Tag!
Wenn du jetzt noch ein paar Fotos hättest, wäre dein Reisebericht vermutlich nicht zu toppen. 🙂

Aufmunternde Grüße
freshy
Reiseberichte und Videos Video:Bootsafari auf dem Kwando 2018 Forum(2016): Südafrika & KTP Forum(2013): Zwei Gruftys in Botswana Forum(2013): Fünf Tage in Johannesburg Web:Namibia & Botswana 2017 Video:Sani Pass 2015 Web:Südafrika & Lesotho 2015 Web:Auf Pad im südl. Afrika 2014 Video:Elefanten im Senyati Safari Camp 2013 Web:Namibia 2011
126 Beiträge · seit 200626. Jan. 2015 · #10
Hallo Papa Kenia,

da ich im Februar in die Mara fahre bin ich beunruhigt, was die Elefanten betrifft. Ich möchte ja Deinem Bericht nicht vorgreifen, wäre aber neugierig, ob Du denn wirklich keine Eles gesehen hast?? Oder nicht so viele, wie du dir gewünscht hättest?( was ich leider feststellen mußte gegenüber vergangener Jahre)
Ebenso würde mich interessieenr, ob du mit dem lodge-Fahrzeug oder privat unterwegs warst.
Gerne per PN , falls du deinem geplanten Bericht nicht vorgreifen willst

Beste Grüße
Ursula.
1'415 Beiträge · seit 201426. Jan. 2015 · #11
Hallo Papa Kenia, komme auch mit. werde zwar im Rest meines Lebens nicht mehr dort hinkommen 😕 so aber wenigstens eine spannende Lektüre haben, denn dein Prolog hat mich sehr neugierig gemacht.
Grüessli von der Gromi Reisebericht 2015: ZA, BW, NA, ZA Reisebericht 2018: NA, BW, NA
Themenstarter540 Beiträge · seit 201226. Jan. 2015 · #12
Hach,watt is dat schön, dat hier doch'n pa Loite mitlesen!

@Sven
Vielen Dank für die netten Worte. Dann mal willkommen an Bord.

@freshy
Auch Dir vielen Dank für das Feedback. Aber Du übertreibst. Hier gibt es jede Menge fantastischer Reiseberichte.
Heute Abend ist sowieso Schluss mit Lustig. Da kommt dann Tag 1 der Safari! Mit Bildern!

@Ursula
Gemessen an der langen Zeit, die ich in der Mara war, habe ich tatsächlich so wenig Elis gesehen wie noch nie. Mach' Dich aber nicht verrückt!. Wahrscheinlich war ich immer zur falschen Zeit am falschen Ort. Dafür hatte ich andere Highlights!
Es kann passieren, wenn Du im Februar dort bis, dass Euch die Elefanten umlaufen! Also bleib' cool!
Ich war in beiden Camps mit den Campfahrzeugen unterwegs! Ist meiner Meinung nach ein Riesenvorteil, denn die Fahrer wissen, wo sich die Tiere aufhalten.

In welche Gegend oder in welches Camp gehst Du denn? - Ich wünsche Dir auf jeden Fall schon mal einen tollen Urlaub und viele Elis!
@
Gromi hat sich gerade auch noch eingeklinkt! Mensch, das baut auf! Auch Dir vielen Dank, Gromi! Ich hoffe, dass die Lektüre für Euch alle bis zum Schluss interessant bleibt!

Liebe Grüße
Papa Kenia

Dann bis heute Abend. - Safaritag 1 !
zuletzt bearbeitet 26. Jan. 2015
5'049 Beiträge · seit 201426. Jan. 2015 · #13
Hallo Papa Kenia,

ich hoffe du hast auch noch ein Plätzchen für mich. Was gibt es schöneres, als bei so einem Wetter Reiseberichte zu lesen und dabei in Erinnerungen zu schwelgen. Wir waren 2006 im Governers Camp und haben es sehr genossen.

Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!

LG Konni
Link zu Reiseberichten: http://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/286619-reiseberichte-linksammlung-daxiang.html
1'249 Beiträge · seit 201226. Jan. 2015 · #14
Hallo Papa Kenia,
schön, dass Du wieder einen Bericht schreibst! Kenia steht gaaaanz oben auf meiner Wunschliste, nicht zuletzt auch aufgrund Deiner bisherigen Berichte. Ich bin sehr gespannt, was Du dieses mal alles erlebt hast und freue mich schon auf mehr 🤩
Liebe Grüße, Alexa
Meine Reiseberichte: Südafrika 2011 Südafrika 2012 Botswana/Südafrika 2013 Südafrika 2014 Südafrika/Botswana 2014 Südafrika 2015 FACEBOOK
Themenstarter540 Beiträge · seit 201226. Jan. 2015 · #15
@Konni
Vielen Dank für’s Mitlesen! Im Governors war ich letztes Jahr auch für drei Nächte. Der Ausblick vom Zelt auf die Steppe war richtig krass! Das ist schon ein feines Camp!

@Alexa
Auch Dir vielen Dank! Schön, dass Du mitliest! Spektakuläres hat sich eigentlich nicht ereignet. Oder doch? Ich weiß es selbst nicht. Für mich waren es auf jeden Fall ganz tolle Tage.

Ich hoffe, dass das Einfügen der Bilder gleich klappt!

Liebe Grüße
Papa Kenia
Themenstarter540 Beiträge · seit 201226. Jan. 2015 · #16
Safari
Tag 1

Es war endlich soweit. Die Safari konnte beginnen. Abends vorher hatte ich an der Rezeption noch um Weckdienst für heute Morgen gebeten. Ich war aber bereits wach als der Weckdienst anklopfte. Es blieb noch Zeit zum Frühstücken. Dann begab ich mich mit meinem Handgepäck sowie der Fototasche vors Hotel. Nicht alle Safariunternehmen dürfen ins Hotel bis vor die Lobby vorfahren. Das ist nur den Unternehmen gestattet, die im Auftrag der großen Reiseveranstalter fahren. Und dann gibt es noch ein oder zwei andere die dieses Privileg haben.

Dafür hatte ich die besseren Safaripreise. Da kann man schon mal vor dem Hotel warten. Warten brauchte ich aber sowieso nicht. Bereits zehn Minuten vor dem vereinbarten Abholtermin stand Christine mit einem Kollegen schon parat. Christine ist ebenfalls WT & Safari Mitarbeiterin. Bei ihr hatte ich einige Tage zuvor die Restzahlung geleistet.

Nun ging es schnurstracks zum kleinen Flughafen nach Ukunda. Und hier ging alles ganz fix vonstatten. Bereits um 7.50 Uhr hob die kleine Maschine ab. Es war Platz für 12 Personen, wir waren jedoch nur mit fünf Mann an Bord. Ein Pärchen und drei allein reisende Kerle.

Nach rund der Hälfte der Strecke tauchte der Kilimanjaro linkerhand auf. So klar und deutlich wie heute Morgen hatte ich ihn noch nie gesehen.


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Insgesamt war es ein ganz ruhiger Flug. Gegen zehn Uhr setzten wir auf dem Musiara Airstrip auf. Das Pärchen und einer der Männer verließen den Flieger. Dann ging es noch mal kurz in die Luft und knappe zehn Minuten später landeten wir auf der Olkiombo-Piste. Dass wir zwei übrig gebliebenen Passagiere ins selbe Camp wollten hatten wir im Flieger geklärt. Tom und ich stellten uns einander vor. Tom blieb zwei Nächte in Ashnil.

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Wir wurden von zwei Angestellten des Camps abgeholt. Der Transfer zum Camp wurde bereits zur ersten Pirschfahrt. Wir waren gut 90 Minuten unterwegs und kamen gegen kurz nach 12 Uhr im Camp an.

Die ersten Tiere die uns begegneten waren Wasserböcke, Giraffen, Zebras, Büffel, ein Sekretär, die ersten drei Elefanten viel mehr sollten es im Laufe der nächsten Tage aber auch nicht werden!), Impala und Topis.

Unterwegs erzählte uns der Fahrer, dass das Ashnil rund 11 km von Tansania entfernt ist. Die Grenze sei auch oft eine Grenze für Regen. Regnet es in Tansania, bleibt Kenia oft verschont und umgekehrt. Und die Fahrer der Lodges in Tansania würden bei Regen gerne mal nach Kenia rüberkommen. Umgekehrt sei das ebenso der Fall. Es sei zwar verboten, machen würden sie es aber trotzdem.

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Dann erreichten wir das Ashnil Mara Camp. Auch hier: Sehr freundliche Begrüßung, die üblichen Formalitäten beim Einchecken, Begrüßungsdrink, und dann wurde ich zu meinem Zelt geleitet.

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Das Ashnil-Mara Camp ist ein relativ neues Camp (2010 ?) und auch ganz schön groß und weitläufig. Mir wurde Zelt 2 zugeteilt.
Das Zelt erwies sich als geräumig, gemütlich und sehr gut ausgestattet. Selbst ein Fön und ein Safe waren vorhanden. Die sanitären Anlagen waren schon der Hammer!


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Zum Mara Fluss runter grenzte an mein Zelt eine gemütliche Terrasse mit Tisch, Stühlen und Hundekörbchen für Menschen. Die Aussicht von der Terrasse ging ins Grüne. Der Fluss war von der Terrasse aus allerdings nicht zu sehen. Es gibt Schlimmeres. Tagsüber war ich sowieso kaum hier.

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Als Tischsteward wurde mir Moses für die nächsten Tage zugeteilt. Das Mittagessen wurde als Self-Service angeboten. Die Auswahl war reichlich und das Essen schmeckte sehr gut.
Um16 Uhr war es dann endlich soweit. Die nächste Pirschfahrt stand an.

Mein Begleiter Tom und ich teilten uns ein Fahrzeug. So hatte jeder von uns reichlich Platz. Unser Fahrer für die nächsten Tage war Francis. Spektakuläres ereignete sich am ersten Tag nicht. Aber ich sog dieses Landschaftsbild auf.

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Und Tom bekam vor lauter Staunen und Verzückung den Mund nicht mehr zu. Für ihn war es der erste Nationalparkbesuch in Afrika überhaupt. Und völlig aus dem Häuschen war er, als wir kurz vor Ende unseres ersten Drives Löwen beim Verzehren ihrer Beute sahen.

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Toms letzter Spruch bei der Pirschfahrt . "Ein Nashorn wäre nicht schlecht."
Abendessen stand ab 19.30 Uhr auf dem Programm. Nach dem Mahl trafen sich einige der Gäste noch am Lagerfeuer auf einen Absacker. Es ging dann aber doch rechtzeitig ins Bett.

-Fortsetzung folgt -

Liebe Grüße
Papa Kenia
zuletzt bearbeitet 26. Jan. 2015
1'523 Beiträge · seit 201126. Jan. 2015 · #17
@ P.Kenya......

.....jep............... die dritte Foto vom Mara River ist ein Aerial vom Governors Main Camp........zeigt die

Zelte ca Nr. 29 bis 37 vorne, und man kann direkt an den Mara River sehen und auch gehen (tagsüber 🙂 🙂 🙂 🙂

....einfach zum Vergleich mit dem Ashnil........bin mir nicht sicher, ob Du es eventuell übersehen hast......

da Du nicht darauf eingegangen bist........ist immer noch das erste Camp in der westlichen Mara

(Start ca 1972 !!!!!!!!)

mit freundlichen Grüssen,

BMW
Themenstarter540 Beiträge · seit 201226. Jan. 2015 · #18
Hallo BWM,

das Bild, das Du meinst, ist absolut durch Zufall entstanden. Ich habe es erst beim Sichten meiner Bilder gemerkt. Das Zelt, in dem ich letztes Jahr übernachtet habe, ist auch auf dem Foto.

Ich meine aber doch, dass ich darauf eingegangen wäre, dass das Governors das älteste Camp ist. Wenn nicht, sorry! Aber dieses Mal war ich im Little Governors. Aber das ist vermutlich später errichtet worden? Oder? Der Ausstattung nach zu urteilen ist es aber eins der ältesten mit!

Liebe Grüße
Papa Kenia
1'523 Beiträge · seit 201126. Jan. 2015 · #19
@ P.Kenya

.....da liegst Du absolut richtig..... 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂 🙂

BMW
376 Beiträge · seit 201427. Jan. 2015 · #20
Hallo Papa Kenia!

Vielen Dank das du uns mit nimmst auf deine "Weihnachtsflucht"! 😎

Ich habe als Kind einmal eine Reportage über die Mara gesehen und träume seitdem selbst einmal dorthin zu reisen, aber mir fehlt etwas der Mut dazu 😕 !
Naja daher bin ich froh, dass ich nun mit deinem Reisebericht mitreisen kann!
Vielen Dank schon einmal im Voraus und deine Bilder machen Lust auf mehr 😉 !

Liebe Grüße

Kloppo
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