Reisebericht

Wo sind denn die Elefanten?

von Papa Kenia · begonnen 25. Jan. 2015 · 15 Teile

Teil 125. Jan. 2015
Kenia ist ja nicht unbedingt das Lieblingsreiseland der Forumsleser.

Daher habe ich diesen Bericht hauptsächlich für die Ostafrikafraktion verfasst. Alle anderen dürfen selbstverständlich mitlesen. Ich bin ja auch stiller Mitleser der vielen anderen Reiseberichte. Vielleicht kann ich dem ein oder anderen die Masai Mara schmackhaft zu machen. Obwohl ich bei den Tiersichtungen, zumindest was Elefanten angeht, schon mal mehr Glück hatte. Vielleicht beim nächsten Mal!

Denn die Masai Mara ruft schon jetzt wieder nach mir.
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Planungsphase

Meine Planung fing kurz nach der WM an. Götze hatte Deutschland soeben zum Titel verholfen und kurz danach wurde mir bewusst: BALD IST WEIHNACHTEN! Unternimm etwas! Ich hatte mich bis dato noch gar nicht um meinen Winterurlaub gekümmert!

Dann wollte ich schnell etwas unternehmen. Aber ich hab’s auch genauso schnell aufgegeben. Aufgegeben, in meinem Bekanntenkreis herumzufragen: Wer kommt über Weihnachten mit nach Afrika? - Kenia? Tansania? Namibia?

Ich kenne die Antworten:

„Afrika? – Was willst du denn da?“
„Wohin willst Du? Afrika?!?!“
„Da wird doch auch alles geklaut!“
„Die haben da doch Malaria und Ebola und alles und so.“
„Weihnachten ist doch zu Haus am Schönsten!“ – Jawohl!

Seit 2009 flüchte ich über Weihnachten nach Kenia. Aber dieses Jahr nicht!! Wenn schon Afrika, dann dieses Mal nach Namibia! Vielleicht auch Tansania! Oder Botswana? Oder alles? In Form einer Rundreise?

Selbstfahrer? Ganz allein durch Namibia? – Nun, ich bin jemand, der gut mit sich selbst klar kommt. Ich unterhalte mich zeitweise aber auch mal ganz gerne. Und ich fotografiere leidenschaftlich gern. Stundenlang ganz alleine fahren, Linksverkehr, auf die Straßen achten, Fotomotive suchen und dann noch fotografieren? Ne, das ist dann doch nicht das Richtige für einen älteren Herrn. Also war dieses Thema schnell durch die Tür!

Kataloge gewälzt, Internet ausgesaugt! Ich kam einfach auf keinen Nenner. Gruppenreise? Ja, warum nicht? Warum soll das nicht klappen? Von den diversen Berichten hier im Forum lasse ich mich nicht abschrecken.

Aber es passte terminlich von vorne bis hinten nicht. Die meisten Gruppenreisen starteten entweder im Januar oder endeten bereits vor Weihnachten. Oder die Touren waren so sündhaft teuer, dass ich die Finger davon ließ.

Also: Mal wieder das übliche Programm!

Wieder Kenia. Wieder Baden und Safari. Es gibt Schlimmeres!

Nachdem ich letztes Jahr eine Kombisafari gemacht habe (Bus und Flug), wollte ich dieses Mal wieder ganz entspannt in die Masai Mara! - Man gönnt sich ja sonst nichts!

Die Safari vom letzten Jahr war toll. Gar keine Frage. Aber im Nachhinein muss ich sagen, es war zu viel Fahrerei. Ich hätte zwei Nächte im Ndololo Camp und zwei Nächte in der Rhino Valley Lodge bleiben sollen. Den Amboseli hätte ich mir am besten ‚geklemmt‘ - und Taita Hills? War nett und auch schön mal gesehen zu haben. Aber alles in allem war die Tour zu stressig. Hinterher ist man immer schlauer. Ich kann da aber niemandem einen Vorwurf machen. Die Tour hatte ich mir so wie sie war selbst zusammengestellt.

2014 soll’s nun aber Masai Mara in Vollendung werden. Den Aufenthalt dort wollte ich wie bereits vor zwei Jahren splitten. Eben nicht die ganze Zeit in nur einem Camp verbringen, sondern in zwei oder drei Camps oder Lodges.

Per Mail nahm ich mit Jonathan Kontakt auf. Ihn kenne ich mittlerweile vier oder fünf Jahre. Er vertritt WT & Safari.

Ich konfrontierte Jonathan also mit den von mir ausgesuchten Camps. Sechs Camps bzw. Lodges hatte ich in die engere Wahl gezogen. Das waren das Ashnil Mara Camp, Basecamp, Mara Eden Camp, Tipilikwani Camp, Little Governors Camp, Olumara Camp. Jonathan sollte hierfür mal Preise rechnen und seine Meinung zu den Unterkünften abgeben. Er schickte mir einige Angebote. Nachdem wir über zwei bis drei Wochen Für und Wider abgewogen und mit den Camps und Preisen jongliert hatten stand die Tour!

Neun Tage/acht Nächte Flugsafari in die Mara! Wie geil ist das denn?

Die auserwählten Camps waren das Ashnil Mara Camp und das Little Governors Camp. Hier wollte ich also jeweils vier Nächte verbringen. Die Camps, die übrig geblieben sind, sind ja vielleicht eine Option für später!

Warum habe ich ausgerechnet das Ashnil Mara Camp mit in meine Überlegungen einbezogen? Das Camp ist sehr groß. Total touristisch. Hoffentlich nicht überlaufen. Und dann noch eingezäunt. Tierbegegnungen im Camp sind also ausgeschlossen. Eigentlich ist das Camp genau so, wie ich es nicht mag.

Ich habe es trotzdem gewählt, weil das Ashnil in einer Gegend liegt, wo ich vorher überhaupt noch nicht war. Das Camp liegt im Westen der Mara und relativ nahe an der Grenze nach Tansania.

Das war der eine Grund. Der zweite: Ashnil (erschwinglich) und Little Governors (sehr teuer) mischen, damit sich für den Geldbeutel eine erträgliche Mischkalkulation ergibt.

Und das Little Governors? Gemäß meinen Internetrecherchen ist es das genaue Gegenteil vom Ashnil Mara Camp. Eines der ältesten Camps in der Masai Mara. Eben absolut authentisch. Und mit einer Top-Lage an einem Sumpf und Blick auf Steppe und Oloololo-Gebirgszug. Ansonsten stellte ich mir die Ausstattung der Zelte und den Service so vor, wie ich sie im letzten Jahr im Governors-Main-Camp vorgefunden hatte.
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Liebe Grüße

Papa Kenia

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Reisebericht 2013 – Papa mal wieder in Kenia
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/281459-papa-mal-wieder-in-kenia.html

Reisebericht: 2012 – Ich bin dann mal in der Masai Mara
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/266081-ich-bin-dann-mal-in-der-masai-mara.html

Reisebericht: 2011 – Kurzer Reisebericht Masai Mara
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/240575-kurzer-reisebericht-masai-mara-2011.html

Reisebericht: 2010 – Noch mal Kenia
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/250572-noch-mal-kenia.html
Teil 225. Jan. 2015
Es geht los

Und dann kam endlich der Tag des Abflugs. In Essen stieg ich in den ICE und war nach 1:45 Stunden in Frankfurt am Flughafen. Und zwar so rechtzeitig, dass ich genügend Zeit hatte die Flughafenatmosphäre zu genießen.

Dann folgte der Check-in und ein Flug wie in den vergangenen Jahren. Die Kapazität der Maschine war mit rund 250 Passagieren angegeben. Geschätzt waren keine 200 Reisende an Bord. So kam es, dass ich zwei Sitze für mich allein beanspruchen konnte. Trotzdem - ich kann im Flieger absolut nicht schlafen. Das ist mir noch nie gelungen. Mal für eine halbe Stunde ‚wegsacken‘, das klappt. Mehr aber auch nicht.

Wenn man dann so gaaaanz laaangsaaam weggesackt ist dröhnt es kurz danach durch die Lautsprecher: WIR SERVIREN GLEICH EIN ABENDESSEN!!!!!

In der gleichen Lautstärke wird dann noch mitgeteilt, dass man die Visaanträge ausfüllen darf. Dass man zollfrei einkaufen kann. Kopfhörer kann man auch kaufen. Und, und, und.

An alles – nur nicht an Schlaf ist zu denken. Jedenfalls nicht bei mir.

Es geht aber auch anders. Vor zwei oder drei Jahren hatte ich einen Sitznachbarn, der konnte schlafen. Ich hatte den Fensterplatz; er den Platz zum Gang. Der mittlere Platz blieb frei. Mein Gegenüber stellte sich kurz vor. Erzählte, von wo nach wo er wollte und teilte mir mit, dass, falls ich nachts mal raus wollte, ihn nicht wecken brauchte. Einfach irgendwie über ihn hinwegklettern. Er würde sowieso nichts merken. Er würde jetzt die Augen zumachen und in Mombasa wieder wach werden. Sprach’s und schlief. Und schlief. Und schlief. Und wachte in Mombasa wieder auf. SO ETWAS GEHÖRT DOCH VERBOTEN!

Und ich?? Spätestens nach dem letzten Spätfilm denke ich jedes Mal: ‚Das ist deine Chance! Versuch‘ noch mal die Augen zu zumachen.‘ Aber die Rechnung habe ich bisher immer ohne die Crew gemacht: „WIR SERVIEREN JETZT EIN FRÜHSTÜCK. WENN SIE DIE UHREN NOCH NICHT UMGESTELLT HABEN - WIR HABEN GLEICH FÜNF UHR. IN EINER GUTEN STUNDE BEGINNEN WIR MIT DEM LANDEANFLUG.“

Das war es dann mit der Nacht.

Landung um 6.50 Uhr auf dem Kilimanjaro-Airport in Tansania. Anschließend Weiterflug nach Mombasa.

Nach über 10 Stunden Flug und besagtem Zwischenstopp in Arusha setzte die Condor gegen 8.45 Uhr in Mombasa auf dem Rollfeld auf. Die Türen wurden geöffnet und todmüde fiel ich die Gangway hinunter. Unten auf dem Rollfeld stand wieder dieser unsichtbare Mann und knallte mir die Hitzekeule ins Genick. DONG!!! Meine Poren öffneten sich und ich begann zu transpirieren.

Quatsch! ICH HAB‘ GESCHWITZT WIE SAU!!! Und das morgens um neun!

Kenia, ich bin wieder da!!! Aber ich hatte vergessen, wie heiß du sein kannst!

Die Einreise ging trotz der zusätzlichen Kontrollen mit den Fiebermessgeräten und dem Vorzeigen des Ebolafragebogens relativ zügig vonstatten. Nach der Zollkontrolle habe ich noch schnell Geld gewechselt und bin anschließend zum Bus gestiefelt. Der Transfer vom Flughafen zum Hotel klappte gut. An der Fähre hatten wir höchstens 20 Minuten Wartezeit! Wir waren mit insgesamt sieben Leuten im Minibus. Ich wurde als erster am Diani Beach abgesetzt.

Liebe Grüße

Papa Kenia
Teil 326. Jan. 2015
Strandhotel

Ich hatte mal wieder mein Lieblingshotel Southern Palms Beach Ressorts gebucht (ich kenne aber auch nur dieses eine).

Hallo? War das mittlerweile ein Geisterhotel? In der Lobby - niemand! Hinter der Rezeption - eine Angestellte. Nach dem üblichen Prozedere beim Einchecken rief die Frau nach hinten: „Haraka! Haraka!“ – „Beeilt euch.“ Dann kamen ein Flötenspieler, ein Trommler und vier Kenianerinnen, die mich auf eine Sänfte setzten und durch die Anlage trugen. Dabei sangen sie: „Seeheet heeerr! Wir haahaben wiehieeder einen Gaaast!“

Das ist natürlich alles völliger Blödsinn; kommt der Realität aber sehr nahe. In der Lobby tummeln sich wegen des guten Wifi Empfanges stets mehrere Leute. Heute war hier kein Mensch. Hinter der Rezeption sind eigentlich immer drei bis vier Angestellte anzutreffen. Heute eine Person! Hier herrschte Totenstille!

Auf dem Weg zum Zimmer kam ich am hinteren Pool vorbei. Normalerweise sind hier immer rund 10 - 20 Liegen belegt. Heute lag hier ein Ehepaar aus Deutschland, die ich aus den beiden letzten Urlauben her kannte: „Was ist denn hier los?“ rief ich ihnen zu. – „Wir sind fast alleine im Hotel“ kam als Antwort.

Und so war es die ersten drei bis vier Tage auch. Mit zirka 60 Leuten in einem 600 Betten Hotel! - Und dieses Hotel war noch gut frequentiert. Die Buschtrommel sagte, dass vier oder fünf Hotels weiter in dem Hotel ‚Soundso‘ nur eine einzige Engländerin sei. Und noch mal zwei Hotels weiter auch nur sieben Gäste!

Armes Kenia! Hoffentlich geht es mir dir bald wieder bergauf!

Nach sieben Tagen totalen Nichtstuns (in dieser Hotelanlage gibt es magnetische Liegen. Wenn man mal liegt, kommt man nicht mehr hoch!) hatte ich mir eine gewisse Grundbräune erarbeitet. Die Sonne hatte meine inneren Akkus geladen und so war ich für den morgigen Tag bereit!

Guten Start in die neue Woche!

Papa Kenia
Teil 426. Jan. 2015
Safari
Tag 1

Es war endlich soweit. Die Safari konnte beginnen. Abends vorher hatte ich an der Rezeption noch um Weckdienst für heute Morgen gebeten. Ich war aber bereits wach als der Weckdienst anklopfte. Es blieb noch Zeit zum Frühstücken. Dann begab ich mich mit meinem Handgepäck sowie der Fototasche vors Hotel. Nicht alle Safariunternehmen dürfen ins Hotel bis vor die Lobby vorfahren. Das ist nur den Unternehmen gestattet, die im Auftrag der großen Reiseveranstalter fahren. Und dann gibt es noch ein oder zwei andere die dieses Privileg haben.

Dafür hatte ich die besseren Safaripreise. Da kann man schon mal vor dem Hotel warten. Warten brauchte ich aber sowieso nicht. Bereits zehn Minuten vor dem vereinbarten Abholtermin stand Christine mit einem Kollegen schon parat. Christine ist ebenfalls WT & Safari Mitarbeiterin. Bei ihr hatte ich einige Tage zuvor die Restzahlung geleistet.

Nun ging es schnurstracks zum kleinen Flughafen nach Ukunda. Und hier ging alles ganz fix vonstatten. Bereits um 7.50 Uhr hob die kleine Maschine ab. Es war Platz für 12 Personen, wir waren jedoch nur mit fünf Mann an Bord. Ein Pärchen und drei allein reisende Kerle.

Nach rund der Hälfte der Strecke tauchte der Kilimanjaro linkerhand auf. So klar und deutlich wie heute Morgen hatte ich ihn noch nie gesehen.


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Insgesamt war es ein ganz ruhiger Flug. Gegen zehn Uhr setzten wir auf dem Musiara Airstrip auf. Das Pärchen und einer der Männer verließen den Flieger. Dann ging es noch mal kurz in die Luft und knappe zehn Minuten später landeten wir auf der Olkiombo-Piste. Dass wir zwei übrig gebliebenen Passagiere ins selbe Camp wollten hatten wir im Flieger geklärt. Tom und ich stellten uns einander vor. Tom blieb zwei Nächte in Ashnil.

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Wir wurden von zwei Angestellten des Camps abgeholt. Der Transfer zum Camp wurde bereits zur ersten Pirschfahrt. Wir waren gut 90 Minuten unterwegs und kamen gegen kurz nach 12 Uhr im Camp an.

Die ersten Tiere die uns begegneten waren Wasserböcke, Giraffen, Zebras, Büffel, ein Sekretär, die ersten drei Elefanten viel mehr sollten es im Laufe der nächsten Tage aber auch nicht werden!), Impala und Topis.

Unterwegs erzählte uns der Fahrer, dass das Ashnil rund 11 km von Tansania entfernt ist. Die Grenze sei auch oft eine Grenze für Regen. Regnet es in Tansania, bleibt Kenia oft verschont und umgekehrt. Und die Fahrer der Lodges in Tansania würden bei Regen gerne mal nach Kenia rüberkommen. Umgekehrt sei das ebenso der Fall. Es sei zwar verboten, machen würden sie es aber trotzdem.

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Dann erreichten wir das Ashnil Mara Camp. Auch hier: Sehr freundliche Begrüßung, die üblichen Formalitäten beim Einchecken, Begrüßungsdrink, und dann wurde ich zu meinem Zelt geleitet.

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Das Ashnil-Mara Camp ist ein relativ neues Camp (2010 ?) und auch ganz schön groß und weitläufig. Mir wurde Zelt 2 zugeteilt.
Das Zelt erwies sich als geräumig, gemütlich und sehr gut ausgestattet. Selbst ein Fön und ein Safe waren vorhanden. Die sanitären Anlagen waren schon der Hammer!


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Zum Mara Fluss runter grenzte an mein Zelt eine gemütliche Terrasse mit Tisch, Stühlen und Hundekörbchen für Menschen. Die Aussicht von der Terrasse ging ins Grüne. Der Fluss war von der Terrasse aus allerdings nicht zu sehen. Es gibt Schlimmeres. Tagsüber war ich sowieso kaum hier.

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Als Tischsteward wurde mir Moses für die nächsten Tage zugeteilt. Das Mittagessen wurde als Self-Service angeboten. Die Auswahl war reichlich und das Essen schmeckte sehr gut.
Um16 Uhr war es dann endlich soweit. Die nächste Pirschfahrt stand an.

Mein Begleiter Tom und ich teilten uns ein Fahrzeug. So hatte jeder von uns reichlich Platz. Unser Fahrer für die nächsten Tage war Francis. Spektakuläres ereignete sich am ersten Tag nicht. Aber ich sog dieses Landschaftsbild auf.

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Und Tom bekam vor lauter Staunen und Verzückung den Mund nicht mehr zu. Für ihn war es der erste Nationalparkbesuch in Afrika überhaupt. Und völlig aus dem Häuschen war er, als wir kurz vor Ende unseres ersten Drives Löwen beim Verzehren ihrer Beute sahen.

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Toms letzter Spruch bei der Pirschfahrt . "Ein Nashorn wäre nicht schlecht."
Abendessen stand ab 19.30 Uhr auf dem Programm. Nach dem Mahl trafen sich einige der Gäste noch am Lagerfeuer auf einen Absacker. Es ging dann aber doch rechtzeitig ins Bett.

-Fortsetzung folgt -

Liebe Grüße
Papa Kenia
Teil 527. Jan. 2015
Tag 2

Den Weckservice des Camps nahm ich nicht in Anspruch. Ich ließ mich von meinem Handy wecken. Kurz nach sechs stand ich startklar in der Lobby, wo es Plätzchen, Tee oder Kaffee gab.
Kurz vor halb sieben ging es dann zum Parkplatz, wo diverse Fahrzeuge mit ihren Fahrern auf uns warteten.

Das Ashnil Mara ist ein großes Camp und kann wahrscheinlich so rund 100 Gäste pro Nacht beherbergen. Aber der Touristenschwund machte sich auch hier bemerkbar. Es war hier zwar ein Kommen und Gehen, aber mehr als maximal 20 Personen waren nie anwesend. Dementsprechend angenehm waren auch die Atmosphäre und die Geräuschkulisse.

Die ersten Highlights des Tages waren Zebras und Löwen mit ihren Kleinen beim Frühstück. Dann tauchten auch eine Handvoll Elefanten auf.

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Achtung: Jetzt wird es ‚löwig‘. Ich wusste aber nicht, welches Foto ich weglassen soll. Dabei habe ich wahrscheinlich schon zig Bilder aussortiert! Wer keine Löwenfotos sehen möchte – einfach überspringen!


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Nach diesen Aufnahmen sind wir weitergefahren. Gute zehn oder fünfzehn Minuten entfernt lagen dann – Löwen mit Nachwuchs!


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Nachdem Tom und ich hier zig Fotos durchgeballert hatten, fuhren wir weiter. Das Frühstück hatte Francis mitgenommen. Wir hatten uns gestern Abend darauf geeinigt, nicht zum Frühstück zum Camp zurückzufahren, sondern die Verpflegung mitzunehmen, um unterwegs dann irgendwo zu frühstücken.
Kurz nach zehn machten wir am Mara River an einem Hippopool halt um das Frühstück einzunehmen. Als wir vorfuhren, wachte wohl eine Horde Hippos auf, die vermutlich bis dahin gedöst hatten. Sie rannten in Panik ins Wasser.

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Zum Mittagessen waren wir wieder im Camp. Nach einem leckeren Mittagessen und zwei Tusker hatte ich die nötige Bettschwere und wollte mal mein Hunde(Menschen)körbchen testen. Ich glaube, ich lag da noch keine fünf Minuten, da war ich im Reich der Träume. Schlagartig schreckte ich irgendwann hoch. Ein Blick auf die Uhr. Fünf vor Vier. Ich schnappte meine Fototasche und hechelte zum Parkplatz. Francis und Tom warteten bereits.

Unterwegs dann die üblichen Verdächtigen. Plötzlich gab Francis Gas. „Ein Nashorn wäre jetzt nicht schlecht“, meinte Tom. Aber wir bekamen kein Nashorn, sondern einen Leoparden geliefert. Allerdings hing der so versteckt im Baum, dass wir trotz längeren Wartens nur Schwanz und die beiden Hinterläufe zu sehen bekamen. Fototechnisch war da nichts herauszuholen. Und so war ich ganz knallhart gegen mich selbst und meinte „Der zählt nicht“.

Frisch geduscht trafen wir uns zum Abendessen. Es war wie immer sehr lecker! Anschließend unterhielten wir uns noch ein wenig mit anderen Gästen am Lagerfeuer. Unterm Strich ging es aber erneut recht zeitig ins Bett.

- Fortsetzung folgt -

Liebe Grüße
Papa Kenia
Teil 628. Jan. 2015
Tag 3

Ich war an diesem Morgen der erste Gast in der Lobby. Plätzchen und Kaffee standen bereit. Von der Terrasse hat man einen tollen Blick auf den Mara. Hier tummelten sich auch einige Flusspferde, die die ganze Nacht für Unterhaltung gesorgt hatten.

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Tom hatte verpennt und so kamen wir erst gegen 6.40 Uhr zur Pirschfahrt raus. „Ein Nashorn wäre heute nicht schlecht“, meinte Tom.

Stattdessen sahen wir eine kleine Elefantenfamilie, Strauße, Warzenschweine, Zebras, Elandantilopen. Und Impala sowieso.

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Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde Tom von Francis zum Airstrip gebracht

Ich nutzte die freie Zeit, um das ganze Areal zu erkunden und einige Fotos zu machen. Es ist eine weitläufige Anlage. Aber alles sehr sauber und gepflegt. Die letzten Zelte liegen gefühlt so rund 400 vom Haupthaus entfernt.

Und dann entschloss ich mich den Pool zu benutzen. Ich war hier ganz allein und fühlte mich irgendwie wie ausgesetzt und von der Umwelt vergessen. Ich genoss diese Totenstille und relaxte noch bis zur nächsten Pirschfahrt.

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Nachmittags hatte ich das ganze Fahrzeug für mich allein. Der Drive stand ganz im Zeichen von Regen. Dicke, fiese, fette, dunkle Wolken begleiteten unser Fahrzeug die ganze Zeit. Wir waren noch keine Stunde unterwegs, da fing es an wie aus Eimern zu gießen. Wir beschlossen, den Drive zu canceln und kehrten gegen kurz nach fünf zum Camp zurück.

Nach einer erfrischenden Dusche ging ich dann Richtung Theke um mir mal ein Bierchen zu gönnen. Hier waren bereits einige Leute anwesend, die genau wie wir den Drive gecancelt hatten. Mit denen kam ich schnell ins Gespräch.

Nach einem leckeren Abendessen ließ ich dann am Lagerfeuer den Abend ausklingen.

- Fortsetzung folgt -

Liebe Grüße
Papa Kenia
Teil 729. Jan. 2015
Tag 4

Wie gehabt. Aufstehen, frühstücken, Gamedrive. Die Wolken hatten sich fast verzogen und die Sonne gab bestes Fotolicht her. Ich hatte das Fahrzeug immer noch allein für mich! Wir blieben zunächst bei einigen Giraffen stehen.

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Nach einer knappen halben Stunde konnten wir uns von den Langbeinen losreißen und fuhren weiter. Und dann meinte Francis: „Da hinten steht ein Nashorn.“
– Armer Tom! –

Ich wollte der Aussage von Francis aber nicht so recht glauben und starrte in die Ferne. Soweit ich auch schauen konnte, ich sah nur kleine schwarze Punkte, die sich dann beim Näherkommen in Zebras, Impala oder Gnus auflösten. Aber irgendwo zwischen diesen vielen kleinen schwarzen Punkte stand tatsächlich ein Rhinozeros. Und was für eins!

Bei diesem Nashornbullen soll es sich um Karanja handeln. Karanja ist mittlerweile 40 Jahre alt und das älteste in der Masai Mara lebende Nashorn. Das Tier war rappeldürr! Wahrscheinlich lag es am Alter. An Futtermangel kann es meiner Meinung nach eigentlich nicht gelegen haben. Gras war ausreichend vorhanden. Wenn das stimmt, was Francis sagte, dann leben in der Mara nur noch 10 Spitzmaulnashörner. Demnach war Karanja also ein Volltreffer!


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Ich genoss den Anblick und konnte eine Menge Fotos machen. Francis fuhr den Wagen noch mal in eine andere Position, sodass wir bis auf rund 3 Meter vor dem Tier standen. Das Nashorn schien nichts zu stören. Es fraß und schaute hin und wieder zu uns hoch. Irgendwann drehte es uns dann sein Hinterteil zu und trottete von dannen.

Wir waren völlig alleine. Außer uns kein anderes Fahrzeug. Hier in der Mara spiegelte sich das gleiche Bild wie in den Hotels am Stand wider.

Gegen 12 Uhr waren wir im Camp zurück. Nach dem Mittagessen merkte ich erst mal wie kaputt ich war. Kaputt vom Nichtstun! Ich leistete mir noch ein Bierchen und ging zum Zelt, wo ich es mir auf der Terrasse gemütlich machte und schon mal einige Fotos aus meiner Kamera aufs Tablett überspielte. Datensicherung!

Und dann kam schon der letzte Nachmittagsdrive. Mein Gott, wie schnell vergehen denn vier Tage?!
Die morgendliche Begegnung mit dem Nashorn konnte sowieso nichts mehr toppen. Daher war der Nachmittagsdrive auch wenig spektakulär. Außer den üblichen Verdächtigen tat sich nicht viel.

Wir sahen noch Strauße. Strauße ohne Ende. Francis meinte, so eine Ansammlung von Straußen hätte er auch noch nie gesehen. Es waren zwei ‚Papa‘ und zirka 40 ‚Mama‘. „Glückliche Papas“, meinte Francis nur.

Und dann zog zur Abwechslung mal wieder Regen auf. Wir waren schon auf dem Heimweg als sich eine fast schwarze Wand vor uns auftat. Hierauf hielten wir genau zu. Aber das Fotolicht war geil.

Francis machte frühzeitig das Fahrzeug wasserdicht. Und dann kamen unvorstellbare Wassermengen vom Himmel gestürzt. Und zwar so heftig, dass Francis es für besser hielt den Wagen zu stoppen und gute fünf Minuten bis zur Weiterfahrt zu warten.


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Gegen 17.45 waren wir wieder im Camp. Da es Morgen keinen Gamedrive mehr geben würde verabschiedete ich mich von Francis und bedankte mich für die vier tollen Tage (natürlich auch mit einem Trinkgeld).

Und abends beim Abendessen wurde mir völlig anders.

Moses wusste, dass ich abends immer relativ zeitig ‚verschwunden‘ war. Er kam an meinen Tisch und meinte, ich solle doch bitte noch zehn Minuten sitzen bleiben. Die Mannschaft möchte sich gerne bei mir bedanken.

Bedanken??? Wofür???

Ja, und dann ertönte das ‚Jambo Bwana‘ aus 12 aus oder 13 Kehlen. Die Tür der Küche wurde aufgestoßen, voran ging ein Fackelträger. Und dahinter kamen zwei oder drei Leute mit Kochmütze, Moses, der Manager, zwei weitere Kellner, eine Rezeptionistin und noch drei oder vier weitere Angestellte. Alles, was irgendwie Geräusche erzeugt, wurde als Musikinstrument umfunktioniert.

Einer schlug mit einem Löffel auf eine leere Tusker-Flasche. Ein weiterer hatte einen Kochlöffel und einen Kochtopf. Der Rest klatschte im Rhythmus. Singend schlängelten sie sich durch den ganzen Speisesaal. Und zwar so, als wäre jeder Tisch ihr Endziel. Doch dann zogen sie wieder weiter bis sie schließlich jeden Tisch umrundet hatten und sich dann um meinen Tisch gruppierten. Einer der Köche überreichte mir eine Torte, die mit folgenden Worten verziert war: ‚Kwaheri, Karibu sema tena‘. Was wohl frei übersetzt so viel heißt wie ‚Auf Wiedersehen, komm‘ bitte noch mal wieder‘. (Man möge mich berichtigen wenn es nicht stimmt!) Und die Frau von der Rezeption bedankte sich noch mal im Namen aller, dass ich hier vier Nächte verbracht hatte.

Und das hat mir einen Kloß in den Hals gedrückt. Vor lauter Rührung konnte ich nur noch ein bisschen vor mich hin stammeln. Sie haben sich trotzdem über meine Worte gefreut. Sie haben gelacht und geklatscht.

Die Torte teilte ich dann anschließend unter den anwesenden Gästen auf, zu denen ich in den letzten zwei Tagen auch Kontakt hatte. Die Torte war übrigens sehr lecker!

- Fortsetzung folgt -

Liebe Grüße
Papa Kenia
Teil 830. Jan. 2015
Tag 5

Heute konnte ich ein wenig ausschlafen. Heute gab es keinen Drive, denn mir stand ein Campwechsel bevor.

Nach einem guten Frühstück und der Verabschiedung von allen Mitarbeitern holten mich gegen 9.30 Uhr zwei Mitarbeiter vom Little Governors Camp ab.

Die Fahrt zum Camp war dann doch wohl so etwas wie ein verspäteter Drive. Die beiden Governors-Mitarbeiter waren sehr gesprächig und wollten mir alles genauestens erklären und auch noch mal zu allen Tieren Informationen jeglicher Art abgeben. Wir bleiben zwar nicht bei jedem Zebra stehen, aber wir ließen es recht ruhig angehen!

Die beiden Camps liegen ungefähr 20 km auseinander und so kamen wir nach rund 90 Minuten Fahrt am Governors Parkplatz am Mara Fluss an.

Meine beiden Fahrer verabschiedeten sich. Ein weiterer Campmitarbeiter kam auf mich zu und stellte sich vor. Er schnappte sich meine Safaritasche und stiefelte voran. Es ging rund 40 Stufen hinunter zum Mara River. Dann schipperten wir per Boot ans andere Ufer. Das war aber nicht so spektakulär wie es sich anhört. Selbst mit Fotostopp auf halber Strecke dauerte die ‚Überfahrt‘ zirka 30 Sekunden!

Und dann kam mein Untergang. Ich sah die 40 bis 50 Stufen die ich wieder hinauf musste. Da ich Lungenprobleme habe, habe ich die Stufen nur mit zwei Zwischenstopps und Schnappatmung bewältigen können. Ich war froh, als ich oben ankam. Erschwerend hinzu kamen einerseits die schwere Fototasche und andererseits die dünne Luft. Und die Hitze tat auch ihr übriges. Ich bin nun mal ein Flachlandtiroler und dünne Luft überhaupt nicht gewöhnt! Für Fußkranke oder Leute mit Atemproblemen ist dieses Camp definitiv nichts.


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Es wurde mir Zelt 3 zugewiesen. Die Ausstattung war wie im Main-Camp, wo ich letztes Jahr war. Nur war das jetzige Zelt ein wenig kleiner. Aber für mich bzw. für zwei Personen absolut ausreichend. Und dann die Lage! Die Aussicht war der Hammer! Ich nahm auf meiner Terrasse Platz und konnte Zebras, Giraffen, Impala und Warzenschweine beobachten.

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Auf dem Weg zum Mittagessen begrüße mich der Manager George. Dann bat er mich zu Tisch und geleitete mich zum Hauptzelt. Bei einem der Mitarbeiter sah ich ein Namensschild ‚Tony‘ und schaute mir das Gesicht dazu an. Jawohl, das war der Tony aus dem Main-Camp vom letzten Jahr. Wir sprachen kurz miteinander.

Die Vorspeisen wurden an den Tisch gebracht; alles andere gab es in Buffetform. Es war lecker und reichhaltig.

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Anschließend genoss ich wieder von meiner Terrasse den Ausblick auf die Landschaft und Tiere.
Und während ich so saß und schaute, machte ich mir doch Gedanken über die Stufen, über die ich gleich wieder runter und und am anderen Ufer rauf musste. Aber ich bin ja hellwach! Und so schulterte ich bereits 10 Minuten vor dem Nachmittagsdrive meine Fototasche. Ein Askari begleitete mich zum Fluss. Am anderen Ufer konnte ich so viele Zwischenstopps einlegen wie ich wollte. Keiner hat’s gesehen und keiner musste auf mich warten!

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Einer der Fahrer, die am anderen Ufer warteten, kam auf mich zu und stellte sich als ‚Julius‘ vor. Mit ihm würde ich die nächsten Tage das Vergnügen haben.

Nach ein paar Minuten stießen noch zwei Deutsche zu uns. Wir teilten uns für die nächsten beiden Tage das Fahrzeug. Die beiden, Vater und Tochter, waren von Mombasa gekommen und kurz vor dem Mittag auf dem Governors-Airstrip gelandet.

Spektakuläres gab es nicht zu sehen und so kehrten wir gegen 18.30 Uhr wieder zum Camp zurück.
Nach einem leckeren Abendessen versammelten sich einige Gäste noch auf einen Absacker um das Lagerfeuer.

- Fortsetzung folgt -

Liebe Grüße
Papa Kenia
Teil 931. Jan. 2015
Tag 6

Am Abend vorher wurde jeder Gast gefragt, wann er denn geweckt werden möchte. Room-Steward ‚Charles‘ machte sich um zehn vor sechs bemerkbar: „Good morning. Here comes coffee“.

Er kam ins Zelt und stellte mir ein Tablett mit Kaffee und Plätzchen auf den Schreibtisch.
Viertel nach sechs machte ich mich vor dem Zelt bemerkbar und ließ mich von einem der Askari zum Fluss begleiten um wieder vor den anderen am Fahrzeug zu sein.

Pünktlich stießen meine beiden Mitfahrer zu uns und auf ging’s zum ersten Morgendrive.
So gegen halb acht hielt Julius vor drei Löwenbabys. Die nach einiger Zeit aber im Gestrüpp verschwanden. Verstreut in der Gegend lagen hier noch drei Löwen, die sich wohl in den ersten Sonnenstrahlen wärmten.

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Teil 1031. Jan. 2015
Gegen acht Uhr ließ uns Julius am Mara Fluss aussteigen. Hier tummelten sich einige Flusspferde.

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Gemeinsam bereiteten wir vier das Frühstück auf der Motorhaube des Landcruisers vor und ließen uns das mitgebrachte Breakfast schmecken!

Auf dieser Tour sahen wir noch Giraffen, Büffel, Hyänen, Topis, Eland, Impala und jede Menge Gnus.

Nach dem Mittagessen im Camp machte ich mich mit der Kamera in der Hand auf den Weg um mal einige Fotos vom Camp und der Gegend auf die Speicherkarte zu bannen. Sofort hatte ich einen der Askari im Nacken. Man macht hier wirklich keinen Schritt ohne Begleitung zu haben. Was aber jetzt nicht negativ gemeint ist!

Dieser junge Askari erzählte mir einiges zum Camp. Es sagte, dass der Sumpf einen Durchmesser von rund 200 Metern hat und dass genau in der Mitte ‚King Henry‘ wohnt. ‚King Henry‘ ist ein Hippo, welches auch früh abends vor Anbruch der Dunkelheit schon mal seinen Tümpel verlässt und auch nachts um die Zelte schnaubt.
Teil 1131. Jan. 2015
Der Askari erzählte mir auch einiges über Pflanzen im Allgemeinen und Blumen im Besonderen. Fehlerfrei sprach er das Wort ‚Schmetterling‘ aus, von denen hier jede Menge verschiedene herumschwirrten. Ich gratulierte ihm zu der korrekten Aussprache. Er war geschmeichelt. Dann sagte ich ihm, dass ich dafür ‚bia baridi‘ (kühles Bier) fehlerfrei aussprechen kann. Er grinste über beide Ohren.

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Die Tierdichte hier in der Governorsgegend war enorm. Die Hyänen scheinen sich explosionsartig vermehrt zu haben. Ich sah noch nie vorher so viele Hyänen! Gefühlt hielten sich hier 12.000 Gnus auf. 8000 Topis und 6000 Zebras. Und 2 ½ Elefanten. Elefanten? Ja, was ist eigentlich mit denen los in diesem Jahr? In den gesamten neun Tagen in der Mara habe ich keine 20 Elefanten gesehen. Bei meinen früheren Aufenthalten hatte ich an einem einzigen Tag schon vor dem Frühstück mehr gesehen! Mara – was ist mit dir los?
Teil 1231. Jan. 2015
Der Nachmittagsdrive wurde mal wieder zum Löwen Nachmittag. Wir bekamen ein Rudel von insgesamt 15 Tieren vor die Linse. Aber nur acht oder neun ließen sich fotografieren. Die anderen lagen verteilt in den Büschen.

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- Fortsetzung folgt -

Liebe Grüße
Papa Kenia
Teil 1301. Feb. 2015
Tag 7

Das muss wohl der langweiligste Tag gewesen sein. Beim Sichten meiner Fotos merkte ich erst, wie wenig ich an diesem Tag geknipst habe.

Charles brachte wieder um kurz vor sechs das Frühstück. Anschließend wollte ich wieder Richtung Boot. Ich hatte den Reißverschluss meines Zeltes noch nicht ganz unten, da stand wieder ein Askari neben mir. Der Begleitservice hier im Camp funktioniert hervorragend. Halb sieben waren alle am anderen Ufer und abmarschbereit. In der Ferne ging so langsam die Sonne auf.

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Das erste, was wir an diesem Morgen sahen, waren Hyänen. Nach ein paar Minuten machte uns Julius auf einen Löwen und seine Madels aufmerksam. Zum Fotografieren war es fast noch zu dunkel.

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Dann standen wir plötzlich vor einem Gepard.

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200 m weiter lag ein Löwe vor einem Busch und döste vor sich hin.

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Gegen halb zehn machten wir Rast und verzehrten unser Frühstück.

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Und dann fand ich endlich mal wieder ein Baummotiv. Irgendwie habe ich einen Tick, was Bäume anbelangt. Es müssen nicht immer nur Tiere sein. Auch ein alleinstehender Baum kann ein gutes Motiv hergeben! Ich liebe solche Motive!

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Rechtzeitig zum Mittag waren wir wieder im Camp.

Wir waren heute Vormittag immer noch zu dritt im Wagen. Nach dem Mittagessen checkten Vater und Tochter aus und wurden zum Flieger gebracht.

Ich verbrachte die Zeit bis zum nächsten Drive mit Dösen und Sichten meiner Fotos auf der Terrasse vor meinem Zelt.

Nachmittags hatte ich den Wagen für mich allein. Julius fuhr in eine Gegend, wo angeblich ein Leopard sein Revier hat. Irgendwie war heute wohl Leopardentag angesagt, denn so viele Fahrzeuge hatte ich in den ganzen Tagen vorher nicht gesehen! Julius wollte mir unbedingt einen Leoparden präsentieren. Aber es blieb beim Vorsatz. Zig mal haben wir einen Hügel vorwärts und rückwärts umrundet. Es war nichts zu sehen. Auch die Fahrer der anderen Fahrzeuge signalisierten uns: ‚Fehlanzeige!‘

Dann machten wir uns wieder auf den Rückweg. Kurz vor dem Camp lief uns noch eine Mamagiraffe mit ihrem Nachwuchs über den Weg.

Nachdem ich dann frisch geduscht Richtung Abendessen wollte, öffnete Petrus wieder seine Schleusen. Jetzt war mir auch klar, wofür der Regenschirm gut war, der hier im Zelt zur Grundausstattung gehörte!

Es goss den ganzen Abend wie aus Eimern. Selbst die Lagerfeuerromantik fiel aus. So schnappte ich mir noch ein Bierchen, ging zum Zelt, und ließ den Regen Regen sein.

- Fortsetzung folgt -

Liebe Grüße
Papa Kenia
Teil 1402. Feb. 2015
Tag 8

Charles machte sich kurz vor sechs wieder bemerkbar: „Good morning, Sir. Your coffee! No rain today!“

Es war immer noch bewölkt, aber trocken. Es muss heute Nacht lange geregnet haben. Überall standen Pfützen. Aber von alledem hatte ich nichts mitbekommen. Ich hatte geschlafen wie ein Stein. Ich stand noch nicht ganz vor dem Zelt, da kam ein Askari auf mich zu. Er fasste mich am Arm und sagte, ich solle stehenbleiben. Dann zeigte rund 30 Meter weiter neben ein Gebüsch. Daneben graste ganz friedlich ‚Sir Henry‘. Vorsichtig brachte mich der Askari wieder zum Fluss.

Im Fahrzeug zog es wie Hechtsuppe. Der Fahrtwind war kalt und klamm.

Die ersten Tiere heute Morgen waren Zebras, Warzenschweine, und ein Elefant. Dieser Elefant kommt lt. Julius eigentlich relativ häufig ins Camp und hält sich dann auch schon mal direkt zwischen den Zelten oder am Speisezelt auf. Das Bild hätte ich auch gerne gesehen, war mir während meines Aufenthaltes aber nicht gegönnt.

Anschließend stolperten Julius und ich über Löwen, die wie reglos am Boden lagen. Sie ließen sich aber auch durch gar nichts stören. Wenn die nicht die Augen ein wenig geöffnet hätten, hätte man meinen können, dass es sich um Plüschtiere handelt.

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Ich machte meine Fotos und wir fuhren weiter. Unterwegs konnten wir noch folgende Tiere beobachten: Schakale, Büffel, einen Kronenkranich, Zebras und ausnahmsweise mal wieder E-LE-FAN-TEN!!! Aber nur 1 1/2!!!

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Auf dem Weg zum Camp begegnete uns noch ein Hippo. Julius war sich nicht sicher, ob das 'Sir Henry' war.

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Zur nächsten Pirschfahrt am Nachmittag gesellte sich eine junge Deutsche zu uns. Sie machte auch am Diani Beach Urlaub und war um die Mittagszeit im Camp angekommen. Die gute Frau war auch ganz aus dem Häuschen als sie ihre ersten Löwen zu Gesicht bekam. Für sie war es genau wie für Tom der allererste Nationalparkbesuch überhaupt. Und sie war total verwundert, dass man so nah an die Tiere herankommt!

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Gut eine Stunde blieb es trocken, dann begann es wieder zu nieseln. Frust machte sich in mir breit. Dann lief uns aber noch ein Gepard über den Weg und meine Laune besserte sich für wenige Minuten. Einen nassen Geparden hat auch noch nicht jeder fotografiert!

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Abends im Camp wurde mir erst mal so richtig bewusst, dass meine Zeit morgen abgelaufen war. Nur noch einen halben Tag Pirschfahrt! Und dann soll es das schon gewesen sein? Ein bisschen wehmütig gönnte ich mir abends am Lagerfeuer ein Bierchen mehr!

- Letzter Teil folgt -

Liebe Grüße
Papa Kenia
Teil 1503. Feb. 2015
Tag 9

Der letzte Tag! Aber dieser Tag brachte noch mal ein paar Highlights und ich konnte heute noch einige tolle Aufnahmen machen!

Endlich mal wieder Sonne! Den Wagen teilte ich mir heute Morgen wieder mit der jungen Frau die ich gestern kennengelernt hatte. ‚Die hat’s gut‘, dachte ich so. ‚Sie darf noch drei Nächte bleiben‘. Meine letzten Stunden hingegen liefen.

Wir waren noch keine 500 m gefahren, da hatte ich ein typisches Afrikakitschpostkartenmotiv vor der Linse. Auf einem umgestürzten Baum balancierte ein Löwe. Julius brachte unser Fahrzeug noch in die richtige Position und so entstand dieses Löwenfoto im schönsten Gegenlicht!

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Die Sonne gab alles um sich für die diversen Regenschauer der letzten Tage zu entschuldigen. Die erste Wärme tat gut. Die Landschaft war in weiches Licht gehüllt. Die Löwen wurden von der Sonne gestreichelt. Ein Ballon zog am Himmel vorbei.

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Und Julius nahm noch mal Kurs auf die Gegend, wo angeblich ein Leopard zu Hause ist.

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Wir hatten dieses Gebiet vorgestern schon mal ohne Erfolg abgegrast. Heute hatten wir mehr Glück. Den Leo fand Julius zwar und man konnte auch einen Teil des Körpers sehen. Aber er lag ziemlich versteckt hinter einem Busch, sodass da leider mit Fotos wieder nicht viel zu machen war.

Na ja, zwei halbe Leo kann man dann doch als einen ganzen gelten lassen. Mit Leoparden habe ich es eben nicht so. Vielleicht läuft es mit den Leos beim nächsten Besuch besser. Dafür habe ich bei jedem Parkbesuch unheimliches Löwenglück gehabt!

Ich habe im Hotel ein Ehepaar gesprochen, die haben in 3 Tagen Masai Mara nicht einen Löwen gesehen. Eigentlich unvorstellbar!

Gegen halb zehn gab es für mich ein letztes Frühstück in freier Natur.

Anschließend stießen wir auf eine Gepardenmama mit ihrem Nachwuchs. Die vier Kleinen waren aber nicht mehr ganz so klein. Schnuckelig anzusehen waren sie alle Male. Julius war in Eile: „Macht bitte eure Fotos. Wir sind hier offroad. Wenn mich die Ranger erwischen wird es teuer.“ Angeblich kostet offroad fahren 120 Dollar?!

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Bei der Weiterfahrt kamen wir an einem Impala vorbei. Es lag mitten auf dem Weg. Julius meinte, es sei wohl soeben eines natürlichen Todes gestorben. Hitzschlag oder Herzinfarkt oder so. Es wies keinerlei Verletzung auf. Und dann kamen die Geier im Formationsflug.

Ich hatte in den vergangenen Tagen jede Menge Fotos gemacht. Aber das folgende ist mein absolutes Lieblingsfoto!

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Es ist schon irre, wie diese Vögel ohne einen Flügelschlag ganz elegant gleiten und zur Landung ansetzen. Und dann ging das Gehacke los. Um jeden Bissen wurde gekämpft. Es gesellten sich noch eine Hyäne und ein Schakal hinzu und alle wollten etwas abhaben. Allzu appetitlich war das aber nicht anzusehen. Deshalb habe ich auf Detailaufnahmen auch verzichtet.

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Wir waren schon auf dem Rückweg, als uns noch mal 4 Löwinnen über den Weg liefen.

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Dann gab es für mich ein letztes Mittagessen im Camp. Ich zückte meine Kreditkarte, bezahlte meine Rechnung und verabschiedete mich von allen.

Julius fuhr mich zum Airstrip. Zusammen warteten wir auf den Flieger. Neben uns parkte ein Fahrzeug aus dem Governors Camp. Und in diesem Fahrzeug saß ein Österreicher, den ich seit zwei Jahren kenne und der jedes Jahr auch im Southern Palms absteigt. Wir hatten uns viel zu erzählen und so verging auch der Rückflug relativ schnell.

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Gegen 16 Uhr landete unser Flieger in Ukunda. Zwei Mitarbeiter von WT & Safari warteten bereits auf mich und brachten mich anschließend wieder zum Hotel, wo ich dann noch einige Tage totales Relaxen genoss.

Schlusswort: Das schreit nach Wiederholung!!!

Und jetzt danke ich allen Lesern, Schreibern und Buttondrückern! Vielleicht gibt es dann irgendwann noch mal einen neuen Bericht!
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Liebe Grüße

Papa Kenia

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Reisebericht 2013 – Papa mal wieder in Kenia
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/281459-papa-mal-wieder-in-kenia.html

Reisebericht: 2012 – Ich bin dann mal in der Masai Mara
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/266081-ich-bin-dann-mal-in-der-masai-mara.html

Reisebericht: 2011 – Kurzer Reisebericht Masai Mara
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/240575-kurzer-reisebericht-masai-mara-2011.html

Reisebericht: 2010 – Noch mal Kenia
http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/250572-noch-mal-kenia.html
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