THEMA: Ethisch-moralische Frage zu Mosambik
29 Mär 2021 15:11 #611197
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  • HeiVi am 29 Mär 2021 15:11
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Hallo liebe Fomis,

eigentlich hatten wir vor, im Laufe unserer Tour (nach dem Krüger und vor Simbabwe) auch nach Mosambik zu reisen und dort im Süden des Landes ein paar entspannte Schwimm- und Schnorchel-Tage zu verbringen.
Nun häufen sich die Meldungen über den Norden des Landes, die uns die Haare zu Berge stehen lassen, wie etwa diese hier: Terroristen erschießen Dutzende Zivilisten
Es scheint, dass weder die Regierung von Mosambik noch die von Tansania etwas gegen die IS-Terroristen tun (wollen), immer mehr unschuldige Menschen werden von der Terror-Miliz umgebracht, und die ganze Welt schaut zu.
Da regt sich die innere Stimme mit der Frage: "Ist es ethisch/moralisch vertretbar, in einem Land Urlaub zu machen, das zulässt, dass in einem anderen Landesteil immer mehr Terroristen Jagd auf Kinder, Frauen, Ausländer, Ungläubige etc machen?"
Wie seht Ihr das oder wie geht Ihr damit um?
Einfach ignorieren und weiter dort Urlaub machen kann es ja irgendwie auch nicht sein, oder?
Ratlose Grüße,
HeiVi
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29 Mär 2021 16:17 #611205
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  • travelNAMIBIA am 29 Mär 2021 16:17
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Hallo HeiVi,

zunächst einmal würde ich das in einem der mittlerweile durchaus zahlreichen Threads zum Thema diskutieren, z. B. aktuell www.namibia-forum.ch...ungen-im-norden.html
Es scheint, dass weder die Regierung von Mosambik noch die von Tansania etwas gegen die IS-Terroristen tun (wollen), immer mehr unschuldige Menschen werden von der Terror-Miliz umgebracht, und die ganze Welt schaut zu.
wie gesagt, lies die Threads zum Thema und die Presse. Die USA haben schon Spezialeinheiten zur Ausbildung nach Mosambik geschickt, Südafrika (in welcher offiziellen oder inoffiziellen Form auch immer..;-)) und die mosambikanische Armee sind vor Ort. Es wird sich schon dem Problem angenommen. Also Mosambik lässt, so wie vermutlich kein land der Erde, auch nicht Terrorismus tatenlos zu. Es ist und bleibt aber eines der ärmsten Länder der Erde und da sind die Mittel vielleicht auch begrenzt?!

Wenn Du ethisch-moralisch reisen willst, dann fällt jedes Land der Erde schonmal weg wo der Staat selber (das ist nicht in Mosambik der Fall, da machen Terroristen Terror, nicht der Staat) Gräueltaten verübt. Ich war 2019 in Mosambiks Norden zum Strandurlaub, direkt nach dem verheerenden Zyklon und in einem Gebiet wo es (ich meine 2017) auch schon "Unruhen" gab. Ich hatte keine moralischen Bedenken, denn ich habe etwas Geld ins Land gebracht und jeder Cent hilft. Vor das moralische würde ich schlichtweg die Sicherheitsfrage stellen. Aktuell würde ich das Ziel von 2019 nicht mehr aufsuchen.

Viele Grüße
Christian
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29 Mär 2021 16:47 #611206
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Hallo HeiVi,
ich persönlich finde schon, das gerade wir ,die sich solche Reisen leisten, auch eine Verantwortung haben. Da muss man kein großen Gedöns drum machen, die Entscheidung kann jeder für sich treffen. Die Politik ,aus Angst vor wirtschaftlichen Folgen macht das nur gegen Länder, wo es „ einfach“ ist, Sanktionen zu verhängen. Bei China, Qatar zB wird einfach nur weggesehen oder ein leises „Du Du“ wie jetzt mal bei den Uliguren. Klar ist es für die Bevölkerung was ganz anderes, wenn der Tourismus ausbleibt und die Armut noch größer wird, das ist immer die Kehrseite und nicht einfach . Ich werde nicht in die Türkei fliegen, solange Erdogan an der Macht ist, obwohl ich die Menschen so mag und das Land sehr schön ist. Auch werde ich mich durchringen, den Fernseher aus zu lassen, wenn in China die Olympischen Spiele laufen, auch wenn es keinen interessiert.
Deine Frage ist es jedenfalls wert gestellt und beantwortet zu werden .
Sonnige Grüße Martina
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29 Mär 2021 17:05 #611209
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travelNAMIBIA schrieb:
Hallo HeiVi,

zunächst einmal würde ich das in einem der mittlerweile durchaus zahlreichen Threads zum Thema diskutieren, z. B. aktuell www.namibia-forum.ch...ungen-im-norden.html
Es scheint, dass weder die Regierung von Mosambik noch die von Tansania etwas gegen die IS-Terroristen tun (wollen), immer mehr unschuldige Menschen werden von der Terror-Miliz umgebracht, und die ganze Welt schaut zu.
wie gesagt, lies die Threads zum Thema und die Presse. Die USA haben schon Spezialeinheiten zur Ausbildung nach Mosambik geschickt, Südafrika (in welcher offiziellen oder inoffiziellen Form auch immer..;-)) und die mosambikanische Armee sind vor Ort. Es wird sich schon dem Problem angenommen. Also Mosambik lässt, so wie vermutlich kein land der Erde, auch nicht Terrorismus tatenlos zu. Es ist und bleibt aber eines der ärmsten Länder der Erde und da sind die Mittel vielleicht auch begrenzt?!

Wenn Du ethisch-moralisch reisen willst, dann fällt jedes Land der Erde schonmal weg wo der Staat selber (das ist nicht in Mosambik der Fall, da machen Terroristen Terror, nicht der Staat) Gräueltaten verübt. Ich war 2019 in Mosambiks Norden zum Strandurlaub, direkt nach dem verheerenden Zyklon und in einem Gebiet wo es (ich meine 2017) auch schon "Unruhen" gab. Ich hatte keine moralischen Bedenken, denn ich habe etwas Geld ins Land gebracht und jeder Cent hilft. Vor das moralische würde ich schlichtweg die Sicherheitsfrage stellen. Aktuell würde ich das Ziel von 2019 nicht mehr aufsuchen.

Viele Grüße
Christian


Naja, Christian, da gehe ich nicht mit Dir konform, da zu einfach gestrickt gedacht.
Vom rein ethischen Grundsatz her macht es keinerlei Unterschied, ob Terror gegen Menschen vom Staat oder von Terrormilizen (ob von innen oder außen) vorgenommen werden.
Die Frage in wie fern dann eine Reise in ein Land, das (ggf. auch nur teils) von Terror überzogen ist, ethisch zu vertreten ist, hängt dann von den individuellen Parametereinstellungen eines jeden Einzelenen ab.
Ich kenne genug Menschen, die in den 70ern und 80ern aufgrund der damaligen Apartheid weder nach Südafrika noch nach Namibia gereist sind. Auch und gerade weil die Sichtweise, ein jeder ins Land gebrachte Pfennig kann helfen, nicht unbedingt als der Weisheit letzter Schluß erachtet wurde.
Ferner stellt sich m. E. im Gesamttext auch die Ethikfrage, wie wird white collar crime (u. a. in Form von Korruption, etc.) in einem einzelnen Land betrachtet.
Ich denke, da werden wir alle mit uns ins Gericht gehen müssen.

LG vom Alm
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29 Mär 2021 17:19 #611213
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Vom rein ethischen Grundsatz her macht es keinerlei Unterschied, ob Terror gegen Menschen vom Staat oder von Terrormilizen (ob von innen oder außen) vorgenommen werden.
Vielleicht missverstehst Du mich. Man reist nicht in ein Land weil man dort nicht etwas unterstützen will, was unethisch ist. Man will mit seiner Nicht-Reise also jemandem Schaden zufügen. Dies ist aber faktisch nur möglich, wenn der Staat unethisch handelt, denn den Terrormilizen ist es egal ob Du kommst oder nicht, da sie nichts von Deinem Besuch haben. Der Staat hingegen als "Täter" hätte sehr wohl was von Deinem Besuch, nämlich Abgaben, Steuereinnahmen usw.

Das erklärst Du ja an Deinem Beispiel auch ebenso. Man wollte durch Nicht-Reisen dem Apartheids-Staat schaden. Deshalb reist "man" nicht nach Syrien, Nordkorea usw, sehr wohl aber nach Tansania, Kenia und in die DRC. Wenn der Staat aber, wovon HeiVi in Bezug auf Mosambik auszugehen scheint, durch Nichtstun zum Mittäter wird, sind wir wieder bei meiner Erklärung und dann würde MOsambik mit Syrien und Nordkorea auf einer Stufe stehen, nicht aber mit Kenia und der DRC.

Simbabwe ist ja seit Jahren/Jahrzehnten eher so ein klassischer Fall für die aktuelle Frage,

Viele Grüße
Christian
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Letzte Änderung: 29 Mär 2021 17:24 von travelNAMIBIA.
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29 Mär 2021 17:31 #611214
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  • KarstenB am 29 Mär 2021 17:31
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HeiVi schrieb:
Es scheint, dass weder die Regierung von Mosambik noch die von Tansania etwas gegen die IS-Terroristen tun (wollen),
Hallo,
wie kommst Du zu dieser Annahme? In dem von Dir verlinkten Artikel heißt es: "Nach einer Reihe von Militärinterventionen hatte sich die Lage in den vergangenen Monaten beruhigt." Und was die Regierung von TZ mit der Sache zu tun, erschließt sich mir auch nicht. Vielleicht könntest Du mir da auf die Sprünge helfen?
LG aus Puerto,
Karsten
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