Kapitel 18: Der Geisterwald im Geisterpark!
Wie praktisch doch so eine volle Blase sein kann, wenn sie einen 5 Minuten vor dem Wecker aus dem Land der Träume holt. Aber zum Schlafen war ich sowieso nicht hier. Die Nacht hatte trotz des doch etwas beengten Gefühls auf der platztechnisch optimal ausgenutzten Campsite gutgetan und ich war voller Tatendrang heute mehr zu sehen. Die große Frage war nur wo!
Zuerst mussten wir allerdings unser Dachzelt abbauen. Dies gelang meinem Reisebegleiter dank seiner Größe und seiner Übung an diesem Morgen schon so schnell, so dass wir, mit Morgentoilette und Katzenwäsche, schon nach 40 Minuten fahrbereit waren. Da es aber erst 6:20 Uhr war, machten wir noch einen kurzen Abstecher am "Okaukuejo-Camp" Wasserloch. Dort waren aber nur in einiger Entfernung ein paar Zebras zu sehen.

Also nichts wie zurück zum Auto und vor dem Tor in die sich füllende Schlange der Warteten eingereiht.
Nun mussten wir uns entscheiden, wo es heute hingehen sollte. Alle bisherigen Löwensichtungen von uns oder anderen Parkbesuchern waren im Osten gewesen. Also genau dort, wo wir die letzten vier Tage schon gesucht hatten.
Auf der anderen Seite aber sollte dieser Tag dem Westteil des Etoshaparks gewidmet sein. So war jedenfalls die vor Monaten geplante Idee. Ich war ja zuerst dafür wieder in die Gegend um "Halali" zu fahren, lies mich dann aber von dem Argument überzeugen, dass es im Westen ja auch Löwen geben musste, welche einfach nur noch nicht entdeckt worden sind (eben weil ja alle nach Osten fahren).
Von daher entschied sich mein Privatchauffeur für den Westteil des Etoshaparks, nur um erstmal im Staub der vorausfahrenden Fahrzeuge die Abzweigung zu verpassen und am Ende doch wieder bei "Gemsbokvlakte" zu landen. =^.^=
Dort war an diesem Morgen aber nichts los, weswegen wir dann von dort wieder umgekehrt sind und uns auf den Weg nach "Leeubron" gemacht haben.
Was soll ich erzählen? Ab "Okaukuejo" war der Etoshapark gespenstisch leer. Sehnsüchtig blickten wir in die weite Savanne, doch die Anzahl der Tiere, welche wir von "Okaukuejo" über "Leeubron" und "Grunewald" bis zum "Charl Marais Dam" sahen, konnte sogar ich an meinen 4 Pfoten abzählen. Wo waren nur all die Tiere hin, welche mein Reisebegleiter hier noch vor 10 Jahren gesehen hatte? Ich glaube das fragte sich auch dieser Steppenadler hoch oben auf einem Baum.

Und wie erwartet waren hier in diesem Teil auch nur vereinzelt Touristen unterwegs, welche entweder auf dem Weg nach "Dolomite" oder "Olifantsrus" waren. Dabei gab es jede Menge kleinwüchsiges Gras und auch überraschend viel Wasser in den Wasserlöchern und auch in den Ebenen. Hier mal ein Foto von einem schönen Örtchen bei "Grunewald".

Mit der Gewissheit, dass es nur noch besser werden konnte, überquerten wir den Charl Marais Damm und steuerten das "Ozonjuitjs m'Bari" Wasserloch an (kurz nur noch "m'Bari" genannt). Dort gab es immerhin wieder einige Springböcke, Strauße und sogar zwei Elefanten in der Entfernung zu sehen. Mit ausgeschaltetem Motor stellten wir uns an den Wegrand und beobachteten, mit einem kühlen Getränk in Reichweite, dem überschaubaren Treiben zu. Leicht löwenverträumt schaute ich zu, wie ein paar Zebras sich von Süden her dem Wasserloch näherten. Und während ich so vor mich hinträumte, wurde der Strom der nachfolgenden schwarz-weiss-gesteiften Pferdeimitate immer länger und länger, so dass am Wasserloch plötzlich ein munteres treiben herrschte. Ich schätze es waren an die 150-200 Zebras, welche letztendlich dort tranken, zankten, spielten und verweilten.




Als ich dann definitiv mal eine Zebrapause brauchte, sind wir noch ein Stückchen weiter nach Westen gefahren. Auf dem Weg nach "Sonderkop" ("Arendsnes" gibt es leider nicht mehr) sahen wir in der Ferne auf der Straße einen Stock liegen. Zumindest war dies mein erster Gedanke, bis der vermeintliche Stock anfing sich plötzlich zu bewegen!
Hatten wir doch tatsächlich einen..., ja was genau ist das eigentlich? Ein Waran?

Das Auffälligste am Wasserloch "Sonderkop" war zunächst der riesige Elefantenschädel. Aber euch hier verweilten nur wenige Tiere, wie z.B. diese Springböcke.

Und die Gnus schienen hier ihre jährlichen 400m-Rennen abzuhalten.

Da es laut der Etosha-Karte auf den nächsten 40km in Richtung Westen keine weiteren aktiven Wasserlöcher gab, sind wir wieder zurück nach "m'Bari" gefahren. Zum Glück kamen wir dort noch gerade so durch die Zebra-Straßensperre durch, so dass wir unsere Reise zurück zügig fortsetzen konnten.

Wie auf der Hinfahrt, so sahen wir auf den folgenden 35km zurück ins Okaukuejo-Gebiet so gut wie keine Tiere. Wir machten sogar noch der Vollständigkeit halber die Schleife über "Natco" und "Adamax" nach "Okondeka". Erst kurz vor "Okondeka" machten wir unseren nächsten Sichtungsstopp, als wir eine Gruppe Mahaliweber bei ihrem Nestbautreiben zusahen.

Video_mit_sehr_viel_Vogelgezwitscher
Über "Wolfnes" ging es zurück nach "Okaukuejo" und irgendwie dann wieder nach "Gemsbokvlakte". Dort sahen wir zumindest mal wieder einen kleinen Räuber. Einen Schakal.

Und da wir etwas weiter ein paar Autos auf der Straße sahen, sind wir natürlich auch gleich als nächstes dorthin gedüst. Dort sahen wir ein Nashorn, welches verzweifelt versuchte die Straße zu überqueren. Aufgrund seiner Popularität unter den Touristen gelang ihm dies jedoch nicht, da es den dort wartenden Fahrzeugen nicht zu nahe kommen wollte. Aber auch wir waren froh, um etwas "Sicherheitsabstand".

Da uns wirklich jeder, mit dem wir über Sichtungen reden konnten, begeistert von den Elefanten in "Olifantsbad" erzählt hat, sind wir auch noch dorthin gefahren. Aber ich glaube mein Bedarf an Elefanten war einfach schon viel zu übersättigt.

Zurück bei "Gemsbokvlakte" hatte es das Nashorn dann doch noch über die Straße zum Wasserloch geschafft und positionierte sich schön fotogen in der Abendsonne.

Hey! Schau gefälligst, wohin du fliegst!

Wir verweilten noch eine gute Weile am Wasserloch, bevor auch wir dann in Richtung der untergehenden Sonne zum "Okaukuejo-Camp" fuhren. Dort stellten wir dann auch nur kurz unseren Camper ab und machten uns noch schnell auf dem Weg zum Wasserloch für den Sonnenuntergang. Auf dem kurzen Weg dorthin begegneten wir einer Familie aus Frankreich, welche uns netter Weise einen Löwentipp bei "Halali" gaben. Aber leider lag Halali so ganz und gar nicht auf dem Weg unserer morgigen Tour...
Am Wasserloch angekommen, legte ich mich wieder auf die Brüstungsmauer und spendete all den armen Touristen, welche in diesen Tagen noch keinen Löwen gesehen hatten, etwas Trost.

Und während wir die Elefantenherde beobachteten, welche nach Sonnenuntergang zum Trinken ans Wasserloch kam, fragte ich mich im Stillen: "Und wer tröstet mich?!?" *heul*

Morgen hatten wir noch einen halben Tag im Etosha. Nur noch einen halben Tag!
Wie praktisch doch so eine volle Blase sein kann, wenn sie einen 5 Minuten vor dem Wecker aus dem Land der Träume holt. Aber zum Schlafen war ich sowieso nicht hier. Die Nacht hatte trotz des doch etwas beengten Gefühls auf der platztechnisch optimal ausgenutzten Campsite gutgetan und ich war voller Tatendrang heute mehr zu sehen. Die große Frage war nur wo!
Zuerst mussten wir allerdings unser Dachzelt abbauen. Dies gelang meinem Reisebegleiter dank seiner Größe und seiner Übung an diesem Morgen schon so schnell, so dass wir, mit Morgentoilette und Katzenwäsche, schon nach 40 Minuten fahrbereit waren. Da es aber erst 6:20 Uhr war, machten wir noch einen kurzen Abstecher am "Okaukuejo-Camp" Wasserloch. Dort waren aber nur in einiger Entfernung ein paar Zebras zu sehen.
Also nichts wie zurück zum Auto und vor dem Tor in die sich füllende Schlange der Warteten eingereiht.
Nun mussten wir uns entscheiden, wo es heute hingehen sollte. Alle bisherigen Löwensichtungen von uns oder anderen Parkbesuchern waren im Osten gewesen. Also genau dort, wo wir die letzten vier Tage schon gesucht hatten.
Auf der anderen Seite aber sollte dieser Tag dem Westteil des Etoshaparks gewidmet sein. So war jedenfalls die vor Monaten geplante Idee. Ich war ja zuerst dafür wieder in die Gegend um "Halali" zu fahren, lies mich dann aber von dem Argument überzeugen, dass es im Westen ja auch Löwen geben musste, welche einfach nur noch nicht entdeckt worden sind (eben weil ja alle nach Osten fahren).
Von daher entschied sich mein Privatchauffeur für den Westteil des Etoshaparks, nur um erstmal im Staub der vorausfahrenden Fahrzeuge die Abzweigung zu verpassen und am Ende doch wieder bei "Gemsbokvlakte" zu landen. =^.^=
Dort war an diesem Morgen aber nichts los, weswegen wir dann von dort wieder umgekehrt sind und uns auf den Weg nach "Leeubron" gemacht haben.
Was soll ich erzählen? Ab "Okaukuejo" war der Etoshapark gespenstisch leer. Sehnsüchtig blickten wir in die weite Savanne, doch die Anzahl der Tiere, welche wir von "Okaukuejo" über "Leeubron" und "Grunewald" bis zum "Charl Marais Dam" sahen, konnte sogar ich an meinen 4 Pfoten abzählen. Wo waren nur all die Tiere hin, welche mein Reisebegleiter hier noch vor 10 Jahren gesehen hatte? Ich glaube das fragte sich auch dieser Steppenadler hoch oben auf einem Baum.
Und wie erwartet waren hier in diesem Teil auch nur vereinzelt Touristen unterwegs, welche entweder auf dem Weg nach "Dolomite" oder "Olifantsrus" waren. Dabei gab es jede Menge kleinwüchsiges Gras und auch überraschend viel Wasser in den Wasserlöchern und auch in den Ebenen. Hier mal ein Foto von einem schönen Örtchen bei "Grunewald".
Mit der Gewissheit, dass es nur noch besser werden konnte, überquerten wir den Charl Marais Damm und steuerten das "Ozonjuitjs m'Bari" Wasserloch an (kurz nur noch "m'Bari" genannt). Dort gab es immerhin wieder einige Springböcke, Strauße und sogar zwei Elefanten in der Entfernung zu sehen. Mit ausgeschaltetem Motor stellten wir uns an den Wegrand und beobachteten, mit einem kühlen Getränk in Reichweite, dem überschaubaren Treiben zu. Leicht löwenverträumt schaute ich zu, wie ein paar Zebras sich von Süden her dem Wasserloch näherten. Und während ich so vor mich hinträumte, wurde der Strom der nachfolgenden schwarz-weiss-gesteiften Pferdeimitate immer länger und länger, so dass am Wasserloch plötzlich ein munteres treiben herrschte. Ich schätze es waren an die 150-200 Zebras, welche letztendlich dort tranken, zankten, spielten und verweilten.
Als ich dann definitiv mal eine Zebrapause brauchte, sind wir noch ein Stückchen weiter nach Westen gefahren. Auf dem Weg nach "Sonderkop" ("Arendsnes" gibt es leider nicht mehr) sahen wir in der Ferne auf der Straße einen Stock liegen. Zumindest war dies mein erster Gedanke, bis der vermeintliche Stock anfing sich plötzlich zu bewegen!
Hatten wir doch tatsächlich einen..., ja was genau ist das eigentlich? Ein Waran?
Das Auffälligste am Wasserloch "Sonderkop" war zunächst der riesige Elefantenschädel. Aber euch hier verweilten nur wenige Tiere, wie z.B. diese Springböcke.
Und die Gnus schienen hier ihre jährlichen 400m-Rennen abzuhalten.
Da es laut der Etosha-Karte auf den nächsten 40km in Richtung Westen keine weiteren aktiven Wasserlöcher gab, sind wir wieder zurück nach "m'Bari" gefahren. Zum Glück kamen wir dort noch gerade so durch die Zebra-Straßensperre durch, so dass wir unsere Reise zurück zügig fortsetzen konnten.
Wie auf der Hinfahrt, so sahen wir auf den folgenden 35km zurück ins Okaukuejo-Gebiet so gut wie keine Tiere. Wir machten sogar noch der Vollständigkeit halber die Schleife über "Natco" und "Adamax" nach "Okondeka". Erst kurz vor "Okondeka" machten wir unseren nächsten Sichtungsstopp, als wir eine Gruppe Mahaliweber bei ihrem Nestbautreiben zusahen.
Video_mit_sehr_viel_Vogelgezwitscher
Über "Wolfnes" ging es zurück nach "Okaukuejo" und irgendwie dann wieder nach "Gemsbokvlakte". Dort sahen wir zumindest mal wieder einen kleinen Räuber. Einen Schakal.
Und da wir etwas weiter ein paar Autos auf der Straße sahen, sind wir natürlich auch gleich als nächstes dorthin gedüst. Dort sahen wir ein Nashorn, welches verzweifelt versuchte die Straße zu überqueren. Aufgrund seiner Popularität unter den Touristen gelang ihm dies jedoch nicht, da es den dort wartenden Fahrzeugen nicht zu nahe kommen wollte. Aber auch wir waren froh, um etwas "Sicherheitsabstand".
Da uns wirklich jeder, mit dem wir über Sichtungen reden konnten, begeistert von den Elefanten in "Olifantsbad" erzählt hat, sind wir auch noch dorthin gefahren. Aber ich glaube mein Bedarf an Elefanten war einfach schon viel zu übersättigt.
Zurück bei "Gemsbokvlakte" hatte es das Nashorn dann doch noch über die Straße zum Wasserloch geschafft und positionierte sich schön fotogen in der Abendsonne.
Hey! Schau gefälligst, wohin du fliegst!
Wir verweilten noch eine gute Weile am Wasserloch, bevor auch wir dann in Richtung der untergehenden Sonne zum "Okaukuejo-Camp" fuhren. Dort stellten wir dann auch nur kurz unseren Camper ab und machten uns noch schnell auf dem Weg zum Wasserloch für den Sonnenuntergang. Auf dem kurzen Weg dorthin begegneten wir einer Familie aus Frankreich, welche uns netter Weise einen Löwentipp bei "Halali" gaben. Aber leider lag Halali so ganz und gar nicht auf dem Weg unserer morgigen Tour...
Am Wasserloch angekommen, legte ich mich wieder auf die Brüstungsmauer und spendete all den armen Touristen, welche in diesen Tagen noch keinen Löwen gesehen hatten, etwas Trost.
Und während wir die Elefantenherde beobachteten, welche nach Sonnenuntergang zum Trinken ans Wasserloch kam, fragte ich mich im Stillen: "Und wer tröstet mich?!?" *heul*
Morgen hatten wir noch einen halben Tag im Etosha. Nur noch einen halben Tag!
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