THEMA: 3 Wochen NAM im Juni 21 - genau zur richtigen Zeit
29 Jul 2021 09:14 #621934
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4. Juni – Etosha NP – Onguma Leadwood campsite
Uns war ja klar, dass die Nächte im afrikanischen Winter kalt werden können, wir waren (eigentlich) vorbereitet und sind auch einiges gewohnt. Um 23 Uhr war es schon ziemlich frisch, aber es wurde noch richtig kalt. Und mit kalt meine ich ar***kalt! Ich kann es nicht anders beschreiben. Zusätzlich zu Leggings, Skisocken, diversen Kurz- und Langarmshirts, Schal und (bei meinem Mann sogar Mütze) mussten neben der 3. Decke als weitere Zudecke außerdem noch die Fleecejacken herhalten. Mann oh Mann! :unsure: Glücklicherweise sollten die vergangene und die kommende Nacht die beiden einzigen sehr kalten Nächte auf unserer Reise bleiben. Die Wärmflaschen waren jedoch ab sofort jeden Abend im Einsatz und somit gab es wenigstens keine kalten Füße mehr.
Neben der Kälte, die uns immer wieder wach werden ließ, wurden wir in der vergangenen Nacht auch kurz von lautem Löwengebrüll geweckt. Wären wir doch bloß mal aufgestanden und hätten am Wasserloch geschaut…ein anderer Camper erzählte uns am heutigen Morgen, dass zwischen 2 und 3 Uhr zwei Löwen hier ihren Durst stillten.

Am Okaukuejo Wasserloch war es ruhig kurz vor Sonnenaufgang

Pünktlich zur Toröffnung waren wieder fahrbereit und ich sagte zu meinem Mann: „Heute ist Löwen-Tag. Das nächtliche Gebrüll muss ein gutes Omen gewesen sein!“ Meine bessere Hälfte lachte nur skeptisch. „Wirst schon sehen.“ entgegnete ich ihm.
Bevor wir heute bis nach Onguma durchfahren mussten, wollten wir in der Früh noch in Richtung Adamax Pan fahren. Irgendwo noch vor Wolfnes trafen wir ein erstes Auto, dessen Insassen angestrengt mit Fernglas in eine Richtung schauten. Hier musste was sein! Wir hielten an und fragten nach. (Tatsächlich können wir es nur empfehlen, mit so vielen Leuten wie möglich auf Pad zu schnacken. Es ergeben sich mitunter die interessantesten Gespräche, Tipps zu aktuellen Sichtungen und vielleicht sogar die Erkenntnis, dass man die nächsten Tage in die gleiche Richtung fährt und sich auf ein Bierchen auf dem ein oder anderen Campingplatz verabreden kann. Natürlich begegnet man auch im Etosha den typischen „Stinkern“ :whistle: , die es in jeder Lebenssituation gibt und die lieber ihr Ding allein machen und stur weiterfahren bzw. ihr Fenster lieber nicht öffnen wollen. Auch in Ordnung für uns, aber wir können uns beim besten Willen nicht vorstellen, dass sie auch all die Tiere sehen, die wir (und unsere Gesprächspartner) gesehen haben.)
Jedenfalls bekamen wir von den anderen Reisenden die Auskunft, dass ganz hinten am Horizont zwei Löwinnen lägen. „Siehst du!“ rief ich aufgeregt zu meinem Mann und schnappte mir unser Fernglas. Und tatsächlich, ganz weit weg, an Ihren Ohren gerade noch so erkennbar, lagen sie. Das ging doch gut los an unserem Löwen-Tag! Mein Mann hat aber wohl nicht so gute Augen wie ich, denn er konnte partout nix sehen. :laugh:

Sonst war auf dieser Strecke kaum was los und auch Okondeka war leer.

Ich fragte meine bessere Hälfte schon, ob wir umkehren sollten, auch weil ich unsere lange Fahrstrecke im Hinterkopf hatte. „Nein“ war die Antwort und es sollte sich auszahlen. Keine 500 m weiter, ich konzentrierte mich gerade auf die Ebene zu unserer linken Seite, schrie er mich quasi an: „Guck, guck, ein LÖWE!“ Das gibt’s doch nicht! :woohoo: Direkt rechts neben der Pad lag er und er war nicht allein. Weiter hinten konnten wir einen zweiten, jüngeren Löwe ausmachen. Wir hielten in Poleposition und harrten der Dinge, die da kommen.


Nach einer Weile stand der Löwe in der Ferne auf und lief in Richtung des Löwen vor uns. Ich bin ein absoluter Katzennarr und konnte mir denken, was gleich in typischer Katzenmanier passieren würde. Meine Kamera auf Anschlag für Fotos „befahl“ ich meiner besseren Hälfte das Handy fürs Video bereit zu halten. Und hier muss ich euch leider ein wenig enttäuschen: Meine Aufregung war so groß und mein fotografisches Können so klitzeklein, dass ich von der nachfolgenden atemberaubenden Begegnung ganz viele verwackelte und nur wenig tolle Fotos habe. Trotzdem möchte ich euch ein paar zeigen. (Gut, dass wir das Ganze halbwegs ordentlich auf Video haben.) :whistle:




Die beiden waren furchtbar müde. Nicht mal die Springböcke, die hin und wieder vorbeizogen, interessierten sie. Mehr als Gähnen und in der Sonne räkeln war nicht drin. Aber wir waren happy und verbrachten eine gute Stunde bei ihnen, zwischendurch mit nur noch einem(!) weiterem Fahrzeug, sonst ganz allein.




Auf dem Rückweg am Okondeka Wasserloch erlebten wir eine dieser Situationen, aus der wir unsere Schlussfolgerungen bezüglich „Begegnungen und Gespräche im Etosha“ ziehen: Zwei Autos standen hier. Das Erste, besetzt mit einem grimmig dreinblickenden älteren Paar, ignorierte unser Bemühen mit ihnen zu reden und sie fuhren in die falsche Richtung davon. Der Fahrer im zweiten Fahrzeug war überglücklich über unseren Löwen-Tipp und machte sich sogleich auf den Weg zu ihnen.

Es war mittlerweile ca. 10 Uhr und wir mussten uns nun langsam etwas beeilen und fuhren auf direkten Weg Richtung Osten. Erst am Wasserloch Rietfontain wollten wir wieder länger halten. Hier war die Hölle los. Rietfontain schien DER Treffpunkt für jegliche (Huf)tiere im Etosha zu sein. Der absolute Wahnsinn!


Wir sahen, dass es hier außerdem eine Ansammlung vieler Pickups gab.

Ich sollte noch einmal Recht behalten mit meiner Vorahnung heute Morgen. Etwas entfernt, aber leider schlecht sichtbar, lagen einige Löwen im hohen Gras. Wir zählten 4 bis 5. Tatsächlich müssen es insgesamt ca. 8 bis 9 Löwen gewesen sein, wie uns am nächsten Tag wieder einmal ein anderer Tourist erzählte. Er hatte mehr Zeit als wir und konnte am späten Nachmittag beobachten, wie sich die Löwen auf die nächtliche Pirsch machten. Der heutige Tag war der einzige Tag im Etosha, an dem wir Löwen sahen. Wir waren trotzdem mehr als zufrieden damit.

Auf dem Weg zum Von Lindequist Gate sahen wir unter anderem eine kleine Elefantenherde, ein paar Kuhantilopen, natürlich wieder ganz viele Zebras mit ihrem fluffigen Nachwuchs und endlich auch ein paar Impalas.




Wie bereits in einer vorherigen Antwort an Christian/chrischris und Nette geschrieben, warten wir immer noch auf unsere erste Leopardensichtung und wie gern hätten wir einen gesehen. Wir überprüften wirklich jeden Baum, der nur annähernd groß genug war für einen Leoparden, aber wie man eben so sagt: „Wer einen Leoparden sucht, sieht nur Vögel.“ Auch nicht übel, so entging und wenigstens nicht dieser Adler. Frage an die Vogelkenner: Ist das ein Kampfadler?

Zwar im schlechtesten Gegenlicht, aber dennoch bemerkenswert. Er hatte sich gerade ein Perlhuhn gefangen und seine Krallen fest um dessen Hals geschlungen. Ich weiß, so ist das Leben in der Natur, aber mir tat das kleinere Vögelchen trotzdem leid, vor allem weil es noch am Zappeln war. :unsure:

Bevor wir uns für heute vom Etosha verabschiedeten, checkten wir noch schnell das Sichtungsbuch in Namutoni, um uns anhand der aktuellen Sichtungen für morgen unsere Runde zu überlegen.

Bei Onguma checkten wir auf dem Leadwood campsite ein. Ein ganz toller Campingplatz und in unseren Augen jeden Cent wert. Die Regendusche im eigenen Badehäuschen war einfach phänomenal. Heute (und auch am nächsten Abend) gönnten wir uns zur Abwechslung mal ein 3-Gänge-Abendessen in der Onguma Bush Lodge und lernten wieder sehr nette Leute (Gäste als auch Personal der Lodge) kennen. Das Abendessen fand draußen auf der Terrasse statt. Alle Tische standen mit großem Abstand zueinander und alle Angestellten trugen vorbildlich ihre Masken.

Hier möchte ich außerdem noch erwähnen, dass auch überall im Etosha die Angestellten ihre Masken trugen, soweit wir das beurteilen können. Auch in den Rezeptionen der NWR-Camps wurde bei den Gästen peinlichst darauf geachtet und auf vorhandene Desinfektionssprays hingewiesen.
Letzte Änderung: 29 Jul 2021 12:49 von Ndlovu.
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29 Jul 2021 09:40 #621936
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Ndlovu schrieb:
wenigstens nicht dieser Adler. Frage an die Vogelkenner: Ist das ein Kampfadler?

Ja, das ist einer! Ein Marshall Igel :silly: (Martial Eagle)

Die Löwenfotos mit dem schönen Gras machen gute Laune :) - vielen Dank dafür (und für's Berichten).

LG Bele
Letzte Änderung: 29 Jul 2021 09:42 von Champagner.
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Champagner schrieb:
Ndlovu schrieb:
wenigstens nicht dieser Adler. Frage an die Vogelkenner: Ist das ein Kampfadler?

Ja, das ist einer! Ein Marshall Igel :silly: (Martial Eagle)

Die Löwenfotos mit dem schönen Gras machen gute Laune :) - vielen Dank dafür (und für's Berichten).

LG Bele

Löwe müsste man sein, stimmts? ;)

Ich gebe zu, den Adler habe ich erst googlen müssen. Kenne mich wenig aus...aber insbesonders durch Deine und die Berichte von den Eulenmuckels + Fotomatte/Matthias habe ich schon einiges dazugelernt. Danke Dir/Euch dafür. Ihr schreibt ganz tolle Reiseberichte!
Für unseren nächsten Tag im Etosha brauche ich bestimmt wieder Bestimmungshilfe für das ein oder andere Vögelchen...

Viele Grüße, Nora
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31 Jul 2021 22:18 #622196
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Was für ein toller Tag! Mir gefällt das Foto mit dem Löwen im Gras auch besonders gut.
Im Etosha war ich noch nie, aber er steht ziemlich weit oben auf meiner Wunschliste. Hoffentlich kann man bald wieder unbeschwerter reisen…
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
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04 Aug 2021 14:07 #622423
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5. Juni – Etosha NP
Das Sichtungsbuch in Namutoni verriet uns, wo in den letzten Tagen Geparden gesehen wurden. Ich wollte unser Glück noch einmal direkt herausfordern und betitelte den heutigen Tag mit „Gepardentag“. Hat doch schließlich gestern auch geklappt mit den Löwen! :whistle:
Wir fuhren den Fischer’s Pan Drive in Richtung Twee Palms. Weit kamen wir nicht, denn alle Gäste auf einem offenen Geländewagen vor uns schauten fokussiert in eine bestimmte Richtung. Die Rangerin verriet uns, wo sich ein Gepard gerade die Morgensonne auf den Bauch scheinen ließ. Wir suchten und suchten, fanden ihn jedoch nicht…viel zu weit weg. Aber ok, es fing doch schon mal genauso gut an wie gestern...
Wir fuhren weiter und tatsächlich hatten wir Glück! 2 Geparde gingen nicht allzu weit entfernt ihrer Katzenwäsche nach. Mithilfe des Fernglas konnten wir erkennen, dass einer der beiden frisches Blut an einer Pfote und rund um’s Maul hatte. Sie mussten bei der Jagd erfolgreich gewesen sein. Nach einer Weile machten sie sich auf den Weg, beschnupperten und markierten hier und da ihr Revier, ruhten wieder aus, scannten die Gegend und verschwanden irgendwann im hohen Gras der Ebene.








Ein uns unbekannter Vogel genoss die Aussicht. Wer kann mir bitte mit der Bestimmung helfen?


Keine 10 Minuten später trafen wir auf eine kleine Ansammlung an Fahrzeugen: Schon wieder eine Katze! Dieses Mal eine Gepardenmama mit ihrem Nachwuchs! :woohoo:


Diese Sichtung muss sich wahnsinnig schnell herum gesprochen haben, binnen kurzer Zeit waren hier fast 10 Fahrzeuge. Jeder wollte den besten Platz und das beste Foto. Es überholte jeder jeden auf sehr respektlose Art und wir waren davon ziemlich geschockt. Unglaublich, wie rücksichtslos (gegenüber Mensch UND Tier) sich hier verhalten wird! Das hatten wir so noch nicht erlebt; passiert aber bestimmt leider öfters, wenn zu „normalen Zeiten“ viel mehr Touristen im Etosha unterwegs sind, oder?
Nach einer ganzen Weile hatte der Fahrer eines sehr großen Trucks wohl die Nase voll und stellte sich ganz vorn auf der Pad quer. Jetzt fingen manche Leute auch noch an mit Hupen! Und das im Park! Wir waren sprachlos! :angry: Jedenfalls kreuzten die Geparde nun die Straße und verschwanden schnell im Gebüsch. Zwischen einigen Touristen entbrannten derweil heftige Diskussionen. Wir konnten nur abwarten bis nach einer Weile fast alle davonfuhren und die Straße wieder frei war. Zusammen mit dem Truck waren wir schlussendlich die letzten verbliebenen Fahrzeuge vor Ort. Auf unsere Nachfrage berichtete das Paar im Truck, dass sie gesehen hatten, wie die Gepardenmama immer nervöser wurde, weil sie wieder und wieder versuchte die Straße zu queren und sich jedes Mal wieder ein Auto in den Weg stellte. Es entwickelte sich ein sehr interessantes Gespräch zwischen uns und erst nach ca. einer viertel Stunde fuhr das Pärchen in Richtung Namutoni davon. Wir erfuhren unter anderem, dass die Gepardenmama 3 Junge gebar und nur eins überlebt hatte, welches jetzt ca. 3 Monate alt war.

Ursprünglich war unser Plan die komplette Runde zu fahren, aber da wir schon viel Zeit „verloren hatten“ und die Geparde offensichtlich im Gebüsch verschwunden waren, fragte ich meine bessere Hälfte wiedermal, ob wir nicht lieber umkehren sollten. Wenn ihr unseren gestrigen Tag verfolgt habt, könnt ihr euch seine Antwort vielleicht denken. Wir fuhren also weiter und scheinbar muss mein Mann einen siebten Sinn haben. Keine 500 m weiter erlebten wir unsere beste Sichtung überhaupt … wieder exklusiv nur für uns: Direkt neben der Pad hielt die Gepardenmama auf einem Termitenhügel Ausschau während ihr Kleines im Schatten saß. :woohoo:


Wir waren hin und weg! Die Beiden schienen mittlerweile wieder zur Ruhe gekommen zu sein und liefen parallel der Straße, jedoch im Dickicht, davon. Wir wollten sie nicht erneut stressen und so schlug ich vor, ein ganzes Stück weiter an die nächste Wegbiegung zu fahren und zu hoffen, dass sie sich noch einmal sehen ließen. Was sie auch taten und zwar ohne uns direkt eines Blickes zu würdigen:




Völlig geflasht fuhren wir später weiter. Twee Palms hielt eine Menge Pelikane für uns bereit.

In dieser Gegend war reichlich Wasser vorhanden und lockte sehr viele (größere) Vögel an.

Die Marabu’s und Flamingos waren leider sehr weit entfernt.


Was ist das für einer?



Vorbei an diversen Springbok-, Gnu- und Giraffenherden ging es zur Nachmittagssiesta zurück auf den Campingplatz.

Letzte Änderung: 04 Aug 2021 16:13 von Ndlovu.
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04 Aug 2021 14:26 #622428
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  • Pascalinah am 04 Aug 2021 14:26
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Hallo ndlovu,
das erste ist ein Goshawk (Singhabicht) und der Storch ist ein Yellow-billed Stork.
Gruß Pascalinah
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