THEMA: 3 Wochen NAM im Juni 21 - genau zur richtigen Zeit
13 Aug 2021 21:28 #623107
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  • Enilorac65 am 13 Aug 2021 21:28
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Wunderschöne Fotos! Danke! Bin gespannt auf die Auflösung vom Quiz…
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
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19 Aug 2021 15:30 #623569
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8. Juni – Mavunje Camp
Vorab: Es scheint, als ob niemand unsere Quizfrage beantworten kann bzw. keiner mitliest, der es vielleicht wüsste… Wir wissen es auch nicht zu 100 %, haben aber in Onguma nachgefragt. Der Ehemann einer Servicemitarbeiterin arbeitet als Guide im Onguma Reserve und folgendes ließ er uns ausrichten: Einzelne Gnus schließen sich hin und wieder einer Zebraherde an, weil sie
(a) als Jungbullen aus der eigenen Herde ausgeschlossen wurden und erst eine neue Herde finden müssen.
(b) als ältere Bullen von Jüngeren herausgefordert, den Kampf verloren haben und somit verdrängt wurden.
Instinktiv wissen diese Gnus, dass sie allein in größerer Gefahr vor Raubtieren sind und diese Gefahr verringern können, indem sie sich für eine gewisse Zeit einer Zebraherde anschließen…solange bis sie
(a) als Jungbulle bereit sind, den ältesten Bullen einer neuen Herde herauszufordern.
(b) als alter Bulle wieder genug Kraft getankt haben, um den Jüngeren vielleicht wieder als „Platzhirsch“ abzulösen.


Bevor wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel machten, statteten wir der Mahango Core Area im Bwabwata NP noch einen Besuch ab.

Im Park begegneten wir nur 1 oder 2 anderen Fahrzeugen. Tiere findet man hier nicht ganz so leicht wie im Etosha NP; jedoch waren Springböcke, Zebras und Pumbas (vereinzelt auch Kudus, Giraffen, Strauße und Affen) auf den Plains zahlreich vertreten.






Wasser gab es reichlich in den Flussläufen, wobei es abseits davon jedoch mehr oder weniger trocken und teilweise sehr verbrannt war.



Wir sahen in der Mahango Core Area nur einmal 3 Elefanten (im schlechtesten Licht) und nahmen an, dass sie sich aufgrund der derzeitigen Fülle an Wasser tiefer im Park bzw. im angrenzenden Botswana befanden.

Dieser, von Elefanten bearbeitete, Baobab wird es wohl nicht mehr allzu lang überleben.


Ein einzelner, weit entfernter, Büffel sollte unsere einzige Sichtung dieser Spezies während unseres gesamten Urlaubs sein.

Eine Vielfalt an größeren und kleineren Vögelchen fühlte sich in der Mahango Core Area augenscheinlich wohl.
Gabelracke


Bist du ein Zwergspint?

Obwohl Warzenschweine Pflanzenfresser sind, sahen wir sie hier das erste Mal überhaupt an Zebraknochen nagen. Holen sie sich so ihre nötige Portion Kalzium? Wir sind uns nicht sicher…


Ohne Elefanten auf der Straße ging es am Nachmittag auf der B8 durch den Bwabwata NP zu Dan im Mavunje Camp. Die letzten Meter Anfahrt durch diverse Tiefsandpassagen war etwas abenteuerlich, aber machbar und wir ließen den Tag ruhig ausklingen. Die nächsten 3 Nächte waren wir (leider nur) die einzigen Gäste.
Letzte Änderung: 19 Aug 2021 15:40 von Ndlovu.
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24 Aug 2021 14:47 #624010
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Eulenmuckel schrieb:
vielen Dank für deinen schönen Bericht. Gerade selbst frisch aus Namibia zurück haben mich heute Morgen eure Erlebnisse auf einen Rutsch erfreut. Oft habe ich mich wiedergefunden und viele Dinge ähnlich empfunden.

Liebe Ruth, ich freue mich, dass dir unser Reisebericht gefällt und ihr fleißig an eurem Bericht schreibt. Ich bin schon sehr gespannt auf euren Etosha-Reiseabschnitt und neugierig, was ihr dort alles erlebt habt. Wahnsinn, wie unterschiedlich die Sichtungen aber eben doch sein können. Obwohl ich zugeben muss, dass die meisten Geparden von anderen Reisenden gespottet wurden und wir wirklich einfach nur das Glück hatten zu richtigen Zeit dazuzukommen. "Nur" die Sichtung mit der Mama und dem Kleinen auf dem Termitenhügel geht auf unsere Kappe, weil wir uns für die richtige Fahrtrichtung entschieden hatten.

Ich glaube aber schon, dass es Leoparden im Etosha gibt. Das Pärchen, welches wir im Caprivi wiedergetroffen hatten, erzählte uns, dass sie abends (schon etwas in Hetze wegen der Zeit) auf dem Weg nach Halali wohl einen aus dem Augenwinkel, aber sehr weit weg, gesehen haben. Ein weiterer Selbstfahrer erzählte uns am Tag unserer Gepardensichtungen, dass ihm ein Leopard quasi vor das Auto gelaufen wäre. Aber so schnell, dass er nicht mal mehr die Kamera zücken konnte für ein Beweisfoto. Sie müssen also tatsächlich existieren im Etosha.
Im hohen Gras gehen uns aber mit Sicherheit sehr viele Tiere "durch die Lappen", weil man sie einfach nicht sehen kann und wenn sie sich nicht selbst gerade aufrichten und die Gegend scannen, sieht man sie eben auch nicht.
Liebe Grüße, Nora
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25 Aug 2021 14:26 #624120
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9. Juni – Mavunje Camp
Wie bereits erwähnt, waren wir die einzigen Gäste. Sehr schade für Dan! Für uns eine himmlische Ruhe; obwohl ich nicht glaube, dass man hier Camp-Nachbarn gehört hätte. Die wenigen Stellplätze waren weit voneinander entfernt errichtet worden.

Dan musste dieser Tage dringend ein paar Dinge in Katima Mulilo erledigen, weshalb wir nur in den Genuss einer Bootstour kamen, die für den morgigen Tag angedacht war. Seine Angestellten waren aber jederzeit erreichbar und hätten sofort zur Stelle gestanden, wenn wir sie gebraucht hätten.

Der heutige Plan war folgendermaßen: Ausschlafen, gemütlich frühstücken (auch hier mit frechen Yellow-bellied Greenbuls) und gegen Mittag zu einer ausgedehnten Rundfahrt in den Mudumu NP fahren.
Unser offenes Esszimmer mit Blick Richtung Flusslauf

Im Voraus hatten wir ein bisschen Bammel bezüglich der Fahrerei im Mudumu NP. Ich hatte gelesen, dass es viele Tiefsandpassagen geben soll. Dan lächelte ziemlich amüsiert über unsere Bedenken und riet uns, den Nationalpark auf jeden Fall zu besuchen. Wortwörtlich meinte er: „Fahrt langsam! Lasst im Tiefsand einfach das Lenkrad los und das Auto wird seinen Weg finden.“ :S Wir schüttelten ungläubig den Kopf, fuhren aber dennoch mutig los. Und natürlich gab es jede Menge Tiefsand und fast permanent so zugewachsene enge Fahrwege, dass es nur so kratzte am Lack. :whistle:

Nachdem wir anfangs noch fast panisch versuchten, das Auto in den engen Tiefsandpassagen in der Spur zu halten und teilweise gegenlenkten, ließen wir uns irgendwann einfach auf Dan’s Tipp ein und das Lenkrad los. Und zu unserem größten Erstaunen funktionierte das auch! Wir waren wieder einmal total von den Socken! Im 1. bzw. 2. Gang fahrend blieb das Auto tatsächlich in der Spurrinne und so schaukelten wir fröhlich voran. :woohoo:

In solchem Dickicht sahen wir kaum größeres Wild, aber die ersten Vögel ließen nicht lange auf sich warten und endlich hielt auch mal ein Gelbschnabeltoko zumindest so lange still, das ich ein Foto knipsen konnte.

Erbitte Hilfe bei der Bestimmung von diesem Vögelchen… Waffenkiebitz Senegalkiebitz

Die Aussicht an den Flussläufen jedoch war grandios und zumindest auf die Hippos war trotz Mittagshitze Verlass.



Am überdachten Aussichtspunkt trafen wir die einzigen anderen Touristen an diesem Tag. Sie fuhren aber bald weiter und meinten, es wäre nichts los hier. Wir machten es uns mit Snacks und Hängematte gemütlich und erfreuten uns einfach an der wunderschönen Natur.


Und wer ein bisschen Zeit und Geduld hat, wird auch im Mudumu NP nicht enttäuscht. Natürlich nicht zu vergleichen mit Etosha, aber dafür war es umso schöner, als wir auch hier noch ein paar Hippos zu Gesicht bekamen (Sie waren die ganze Zeit da, das konnten wir hören, nur eben hauptsächlich im hohen Schilf oder Wasser versteckt.) Außerdem kam noch eine Kuduherde mit ca. 15 Tieren, von ganz klein bis ganz groß, zu Besuch an das Flussufer.




Im weiteren Verlauf unserer Rundfahrt sahen wir hier und da ein paar Pumbas, Springböcke sowie eine Pferdeantilope.


Ein schönes Wasserloch im besten Licht, aber ohne jegliche Tiere.

Zum Sonnenuntergang waren wir wieder im Camp, genossen eine heiße Dusche und aßen zur Abwechslung mal Spagetti ohne Fleisch.

Die Angestellten heizen jeden Abend den Warmwasser-Donkey an und diese sind so gut isoliert, dass das Wasser auch am nächsten Morgen noch sehr warm ist. Welch ein Paradies für uns Früh-Duscher!
Letzte Änderung: 27 Aug 2021 20:50 von Ndlovu.
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25 Aug 2021 15:30 #624122
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Vielen Dank bis hierher! Spannender Bericht, schöne Bilder!
Wir wollen Ende September auch bei Dan einkehren, daher habe ich diesen Teil mit besonderer Spannung gelesen.

Herzliche Grüße
Martin
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27 Aug 2021 10:19 #624243
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10. Juni – Mavunje Camp
Den Vormittag nutzten wir, um unsere fahrbare Unterkunft mal wieder etwas aufzuräumen und in Kongola unseren Bier- und Savannavorrat aufzustocken.
Am Nachmittag unternahmen wir die heißersehnte Bootstour entlang der unendlichen Flussarme des Kwando Rivers.


Den Hippos kamen wir so noch einmal ein ganzes Stückchen näher…


Das Alphamännchen sticht durch seine enorme Größe heraus, auch wenn nur die Köpfe aus dem Wasser lugen.

Vögelchen sahen wir wieder reichlich…Zwergspinte, Weißstirnspinte und viele weitere, die wir nicht alle bestimmen konnten.




Wir sahen in diesem Gebiet unendlich viele Letschwe Antilopen. Sie sind an Sümpfe und Schwemmebenen gebunden und halten sich vorrangig auf den von Wasser umgebenen Inseln aus.



Sobald man ihnen jedoch versehentlich zu nahe kommt, nehmen sie Reißaus. Sie sind sehr scheu und flüchten schnell.


Wenn sie dann mitunter in Richtung „Festland“ fliehen, also weg von ihren Inseln, rennen sie wild durcheinander und fühlen sich sichtlich unwohl. Dan erklärte es uns damit, dass die Inseln eben ihr vorrangiger Lebensraum sind und sie dort instinktiv wissen, sicherer vor Raubtieren zu sein. Also schnell wieder zurück auf die Insel…

Zwischendurch sahen wir eine einzelne Rappenantilope, die uns neugierig hinterher schaute.

Auch einen Wasserwaran erspähten wir. Er verzog sich jedoch lieber schnell in seine Erdhöhle.

Insgeheim hatte ich im Vorfeld unseres Urlaubs gehofft, Sitatunga Antilopen zu sehen. Ich wusste aber, dass sie noch viel scheuer als die Letschwe sind und man sie sehr sehr selten sieht. Im Gegensatz zu den Letschwe, die in erster Linie auf festem Boden leben, verbringen die Sitatungas die meiste Zeit quasi im Wasser. Mit ihren langen, spreizbaren Hufen sind sie hervorragend an sumpfigen Untergrund angepasst. Mein Wunsch sollte in Erfüllung gehen…gut versteckt hinter hohem Schilf, aber im Bruchteil von wenigen Sekunden verschwunden, sahen wir einen ausgewachsenen Bock. Toll! :woohoo:

Nach einer weiteren Herde Letschwe war es eigentlich langsam an der Zeit zurück zum Camp zu fahren.


Allerdings sahen wir gleich darauf von weitem Hunderte Geier, die sich versammelt hatten und wir alle wissen doch, was das heißt und dass man dem definitiv auf den Grund gehen sollte…. B)

Mann, was waren wir jetzt gespannt! Was würden wir finden? Würden wir überhaupt etwas finden? Direkt am Ufer eröffnete sich dann dieses Spektakel: Eine außerordentliche, auch für Dan nicht alltägliche Sichtung, die Augen, Ohren und Nase :sick: gleichermaßen beanspruchte:

Ein rießiger, alter Kudubulle hatte sich wahrscheinlich zum Sterben ans Flussufer gelegt und nun verschiedene Assfresser angezogen.
Neben immens vielen Geiern auf den umliegenden Bäumen stritten sich die ersten schon am Kadaver.


Eine Hyäne hoffte an Land auf Ihre Chance.

Im Wasser wartete ein Krokodil.

Und auch ein Marabu wollte einen Happen erhaschen.

Die Geier waren in der Überzahl und so verzog sich die Hyäne irgendwann ins Dickicht, dankenswerterweise nicht bevor wir sie wenigstens einmal im schönsten Abendlicht bewundern durften.

Auch der Marabu war sich anscheinend unsicher, ob er sich ins Getümmel stürzen sollte oder nicht.






Irgendwann mussten wir jedoch wirklich die Heimfahrt antreten, denn im Dunkeln auf einem kleinen Bötchen ist nicht gut Kirschen essen mit den Hippos. Mit einem mulmigen Gefühl brausten wir durch die wunderschöne Abenddämmerung und hofften, keinem Flusspferd zu nahe zu kommen.


Letzte Änderung: 27 Aug 2021 10:37 von Ndlovu.
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