THEMA: 5 Tage Etosha im Dezember 2020
18 Dez 2020 23:07 #601682
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@Gabi
Ja die Reise war nicht gerade die Längste. Der Wille länger zu bleiben wäre gewesen, die Anzahl der freien Urlaubstage hingegen waren sehr begrenzt.

@Mabe
Danke für das Lob. Nein Matto Barfuss muss man nicht unbedingt kennen.

@Kaeptn Haddock
Beim Fotografieren der Kobra war ich eher konzentriert und habe darauf geachtet den Abstand nicht zu klein werden lassen. Hinterher kam dann doch ein Adrenalinschub.
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18 Dez 2020 23:15 #601683
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4. Tag

Wir verlassen heute Okaukuejo und wollen zum Mushara Camp im Osten von Etosha. Pünktlich zur Gateöffnung stehe an der Rezeption und will den Schlüssel abgeben und unsere Kaution abholen. Natürlich ist noch niemand da. Die Gates werden geöffnet und die Männer verschwinden nach draußen. Im Osten sehe ich Wolkenbänke und es entsteht ein schönes Morgenrot. Ich schnappe mir meine Kamera und schreite durch das Tor (stand noch fast im Torrahmen) um ungehindert ein Foto zu machen.




Anschließend kehre ich zur Rezeption zurück. In der Zwischenzeit war meine Frau im Restaurant und organisierte uns unsere Frühstücksbeutel.

Eine Office-Angestellte erscheint und läuft einfach zum Tor weiter, wo sich mittlerweile eine Gruppe von Männern versammelt hat. Aufgeregtes Gerede, was sich nicht nach dem üblichen Morgentratsch anhört. Also gehe ich hin und frage was los sei. Offenbar war gerade 200m links ein Löwe in den offenen, ich nenn es mal, Bauhof eingedrungen. Die Office-Angestellte öffnet endlich die Rezeption und telefoniert wegen dem Löwen. Ich gebe den Schlüssel ab und bekommen meine Kaution zurück und wir können aufbrechen.

Wir haben den ganzen Tag für die Durchquerung des Parks eingeplant und so fahren wir mit gemütlichen 30km/h durch die Gegend und sondieren die Umgebung. Große Tierherden sind nicht zu sehen, aber einzelne Tiere sind immer zu entdecken
















Am Wasserloch Homob halten wir an und frühstücken im Auto. In der Ferne treiben sich zwei Hyänen rum und vor uns taucht ab und zumal ein Zebra auf. Ansonsten ist es ruhig und ich gönne ausnahmsweise meiner Kamera etwas Ruhe.

Unsere Mittagspause machen wir in Halali. Okaukuejo war bereits sehr wenig frequentiert. Halali war die reinste Geisterstadt. Kein Tourist, nur im Schattenbereich sah man Angestellte sitzen. Echt erschreckend. Wir laufen zum Wasserloch. Ein paar Kudus und Schwarznasenimpala sind beim Trinken. Da weckt das Rumgekuschel der Borstenhörnchen direkt neben uns mehr mein Interesse.




Nach einer viertel Stunde zieht es mich zum Restaurant, wo wir uns ein Rockshandy gönnen. Gestärkt nehmen wir die nächste Etappe zum Namutoni-Fort, wo wir den Parkeintritt der nächsten Tage zahlen müssen. In Okaukuejo konnten wir angeblich nicht für die vollen 5 Tage bezahlen.

Unterwegs kommen wir bei den Doppelwasserlöchern Sproingbokfontain und Batia vorbei. Hier wird es aufeinmal grün und viele Tierherden sind anzutreffen. Leider sind wir zur größten Mittagshitze da und das Hitzeflimmern führt in den meisten Fällen zu unscharfen Fotos








Wir erreichen am frühen Nachmittag Namutoni und bezahlen den Eintritt für die nächsten Tage. Nach einem Abstecher in den Shop um kalte Getränke zu kaufen, fahren wir zum Wasserloch Klein-Namutoni. 6 Geier erfrischen sich gerade.




Als ich den Motor ausmachen, fliegen die ersten drei sofort davon. So schnell konnte ich die Kamera nicht in Stellung bringen. Die anderen verlassen nach und nach das Wasserloch und beim Letzten schaffe ich es endlich, vorzeigebare Bilder eines fliegenden Geiers zu bekommen.




Aus dem Gebüsch taucht auf einmal eine Herde von Elefanten auf. Der gelassene Gang dieser Tiere endete, als sie das Wasser erreichten und sie mit sichtlicher Freude ins Wasser rennen.








Es macht Spaß den Tieren beim Trinken uns Spielen zuzuschauen. Nach einer Weile kommt von hinten eine zweite Herde von Elefanten. Mittlerweile muss ich das Weitwinkel nutzen, um alle auf das Bild zu bekommen.






Die dramatischen Wolken im Hintergrund sind eine willkommene fotografische Abwechslung zum ewig blauen Himmel.

Der Giraffe bleibt nichts anderes übrig als vom Rand aus zuzuschauen.




Es wird Zeit den Park zu verlassen und im Mushara Bush Camp einzuchecken. Am Von Lindequist Gate gibt es Unklarheiten wegen dem ausgefüllten Zettel und den bezahlten Permits. Nach einigen Hin und Her kapieren die Damen es dann, dass wir für drei weitere Tage bezahlt haben und wir außerhalb des Parks übernachten.

Wir erreichen das Bush Camp und bekommen ein cooles Wohnzelt.






Beim Abendessen ist noch ein Männerduo aus Südafrika am Nachbartisch, ansonsten gibt es keine weiteren Gäste. Die Südafrikaner gehen mit der Angestellten recht unfreundlich um. Manches scheint sich nicht ändern zu wollen.

Den Abend lassen wir am Lagerfeuer ausklingen. Das ist Afrikafeeling pur für mich. Die Gewitterwolken, die wir tagsüber beobachtet haben, lassen ihr Ladung weiter östlich ab, so dass wir keinen Regen abbekommen.
Anhang:
Letzte Änderung: 19 Dez 2020 00:25 von Bonebreaker.
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18 Dez 2020 23:32 #601685
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5. Tag

Heute ist mein Geburtstag. Die Welt ist doch irgendwie verrückt. Feiern mit Freunden ist nicht erlaubt, aber Urlaub in Namibia zu machen schon. Am Morgen wurde ich liebevoll von meiner Frau beglückwünscht (Das hört sich jetzt zweideutiger an, als es gemeint ist :) ).

Wie die letzten Tage wollten wir bei Sonnenaufgang im Park sein. Anstatt Frühstück hatten wir ein Paket zum Mitnehmen gestern Abend bestellt. Das Paket entpuppt sich als ein ausgewachsener Korb, in dem Mengen geladen waren, damit hätte man eine 4-köpfige Familie satt bekommen.


(leider unscharf)


Nachdem wir durch das Gate durch waren, war der erste Stopp Klein-Namutoni. Wie zu erwarten, waren die Lichtverhältnisse um diese Zeit aufgrund von Gegenlicht schwierig. Wir fahren weiter und wollen die Fisher´s-Pan Runde fahren.







Bei Twee Palms treffen wir auf eine Herde Gnus, die zum Wasserloch wollen. Wir halten dort und packen das Frühstück aus. Beim Essen im Auto sehen wir den Gnus zu.






Wir fahren weiter und sehen vereinzelt Tiere.






Dann, ich würde sagen, es war mein Geburtstagsgeschenk des Etosha-Parks, sehen wir rechter Hand eine Löffelhundfamilie mit Jungen. Das hohe Gras macht Fotografieren schwer und gute Bilder unmöglich, aber es war einfach genial diese Tiere beobachten zu können.








Wir fahren die Wasserlöcher Klein- und Groß Okevi sowie Tsumcor ab. Eigentlich unfair, aber eine Löffelhundsichtung können diese Wasserlöcher nicht toppen.












Wir kehren um und fahren wieder bei Klein-Namutoni vorbei und entschließen den Dick-dick-Trail zu fahren. Die Namensgeber konnten wir nicht finden, aber eine Giraffe mit merkwürdigen Verhalten. Sie hatte etwas im Mund, das sie mit ihrer Zunge im Mund vor und zurück schob und dabei sabberte wie Huutsch aus dem Film mit Tom Hanks.




Es sah verdammt nach einem Knochen aus, aber von einer fleischliebenden Giraffe hatte ich noch nichts gehört. Am nächsten Tag bekam ich die Antwort, von unserem Guide. Giraffen kauen wohl auch Knochen, um darüber bestimmte Mineralien aufnehmen zu können. Ich glaube Veganer werden dies sicherlich nicht als B12-Bezugsquelle adaptieren wollen :) . Das will ja nicht mal ich.

Auf dem Rückweg zu Klein-Namutoni tauchte auf der Straße der gewaltige Hintern eines Elefanten-bullen auf.




In sicherem Abstand zuckelten wir hinter ihm her. Als er rechts zum Wasserloch und unsere Straße links abbiegt, war ich der Meinung mit ausreichend Abstand vorbeifahren zu können. Sah er natürlich anders. Meine Güte, was für ein Morgenmuffel. Sein Unmut bekundete er mit wildem Kopfschütteln. Also ein Flugzeugträger hätte jetzt nicht zwischen uns reingepasst, aber der Abstand war mehr als ausreichend.

Wir hielten am Wasserloch an und durften beobachten, wie die Giraffen sich von dem Bullen am Wasserloch vertreiben ließen.






Zum Schluss waren es sogar 24 Giraffe auf einen Schlag.




Um der größten Hitze zu entgehen, fuhren wir wieder ins Camp und legten uns an den Pool. Hatte ich bisher auch noch nicht, dass ich an meinem Geburtstag bei 35°C am Pool liege. Sind meist eher so regnerischen 4° und dann eher ohne Pool. Mir ging es richtig gut.

Gegen 16 Uhr ging es wieder in den Park. Vor uns fuhren zwei Safari-Autos. Als ob ich es geahnt hätte, entschied ich mich mal hinter den herzufahren. Auf der Straße zum Wasserloch Koinachas sahen wir plötzlich 4 Autos am Rand stehen. Grund: ein einzelner männlicher Löwe. Läuft!!




Die nächsten Ziele waren Kalkheuwel und Chudob, mit überschaubarem Erfolg.








Also wieder zu meinem aktuellen Lieblingswasserloch Klein-Namutoni. Und tataa: Mal wieder Hyänen, die sich auch im Wasser abkühlen.







(Man kann es ja mal probieren, aber die Perlhühner waren zu vorsichtig)


Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit wurde es Zeit den Park zu verlassen. Im Bush Camp waren wir diesen Abend die einzigen Gäste. Nach einem 3 Gänge-Menü setzten wir uns ans Lagerfeuer mit einem Gin-Tonic und ich genoss zusätzlich meine Geburtstagszigarre. Das Leben kann echt schön sein.
Letzte Änderung: 18 Dez 2020 23:40 von Bonebreaker.
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18 Dez 2020 23:55 #601686
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6. Tag

Um 6 Uhr gingen wir zum Frühstück. Wir hatten für den Morgen ein Gamedrive gebucht. Eigentlich ist ja das Schöne am Etosha, dass man alleine rumfahren kann. Die Gamedrives machen letztendlich auch nichts anderes, als über die ausgewiesenen Straßen zum Wasserloch zu fahren. Die Gründe, warum wir dennoch einen Drive gebucht haben, waren einfach. Ich fand die Vorstellung, mal nicht fahren zu müssen und mich auf nur auf das Ausschauhalten nach Tieren konzentrieren zu können, sehr angenehm. Zum Zweiten ging mir das Prozedere und die Diskussionen am Gateeingang etwas auf den Keks. Die Damen waren zwar alle freundlich, dennoch nervt es dreimal am Tag die gleiche Story erzählen zu müssen, das Ewige aufmachen des Wagens und diesen durchsuchen zu lassen. Der Gamedrivewagen war in einer Minute durch, wo ich sonst 5 bis 10min gebraucht habe. Und zu guter Letzt, wir wussten, da wir die einzigen Gästen an dem Tag waren, wir wären nur zu zweit in dem Wagen.

Punkt 6:30 kam ein Hilux mit dem klassischen Gamedrive-Aufbau angefahren. Unser Guide war kompetent und es wurden drei sehr angenehme Stunden mit ihm, bei denen wir kreuz und quer um Namutoni herumkreuzten.












Als wir in Richtung Twee Palms fuhren, kam ein Landcruiser, hielt an und meinte 500m weiter wären Leopard mit Jungen. Das war wirklich sehr nett von ihm, daher verkneife ich mir jetzt auch jeden sarkastischen Kommentar (was mir verdammt schwerfällt), denn es waren keine Leoparden. Es war das Tier, das auf meiner persönlichen Liste „Tiere, die ich noch nie in freier Wildbahn gesehen habe, aber unbedingt dort sehen möchte“ seit Jahren unangefochten auf Platz Nr.1 stand. Der Gepard!!! Yeapy!!! Endlich!!! Und dann auch noch mit Jungen.




Anfangs lief die Gruppe noch nah an der Straße. Nur eine Katze ist in der Lage, so zu tun, als ob wir nicht da wären, aber gleichzeitig einem im Auge zu behalten. Die Kleinen hingegen war doch sehr neugierig und schauten immer wieder zu uns.




Die Mutter bog in Richtung Büsche ab und legte sich in den Schatten.








Die Kleinen rannten immer wieder neugierig in der Gegend rum. Als eine Riesentrappe auftauchte, wurde die Mutter kurz nervös. Von unserem Guide erfuhren wir, dass Trappen frisch geborene Geparden als Snack nicht ablehnen.


(Zwar nicht die Blue Angels, aber dafür die Blue cranes : :) )






Zum Schluss fuhr unser Guide noch zum Wasserloch Chudop. Und dort hatte ein Kampfadler seinen großen Auftritt.


(Anflug im Tiefflug)


(Bremsklappen voll ausfahren)


(So tun, als ob er gleich was schnappt)


(Und dann einfach nur landen)


Gegen 10 Uhr waren wir wieder zurück im Camp, duschten noch mal, packten unser Sachen und checkten aus. Es war Zeit dem Etosha den Rücken zu kehren und uns auf den Rückweg nach Windhoek zu machen. Das nächste Etappenziel war die Frans Indongo Lodge bei Otjiwarongo.

Autofahren in Namibia macht mir immer viel Spaß. Es ist völlig entspanntes Cruisen auf den Straßen, ab und zu kommt dir mal ein Auto entgegen. Daher war ich dermaßen perplex und gegen Ende auch gestresst, als ich auf die B1 in Richtung Süden abbog und mir ein konstanter Strom an Fahrzeugen entgegenkam. Habe ich was verpasst, war die nächste Völkerwanderung ausgebrochen? Zumal eine Unmenge an Matratzen, Kühlschränken und Baumaterial auf Pickups, Anhängern oder direkt auf dem Dach transportiert wurden. Aber auch in meine Richtung war viel los.

Jetzt bin ich als Deutscher eigentlich schnelles und dichtes Fahren gewöhnt. Man könnte sagen, gemäß der Ricola-Werbung: „Wer hat’s erfunden? – Die Deutschen!“

Von daher habe ich erstmal kein Problem damit, wenn alle anderen schneller als die 120 Sachen fahren. Ich bin Gast hier, ich halte mich halt dran. Wenn einer es schneller braucht, juckt mich nicht. Ich finde es auch noch nicht so schlimm, wenn man dicht auffährt, ist für mich ein Zeichen, dass man überhohlen möchte. Ein Problem habe ich aber, wenn jemand, trotz Überhohlmöglichkeiten, 10min lang dermaßen dicht auffährt, dass er ohne Probleme eine proktologische Untersuchung an meinem Wagen durchführen könnte - ohne dabei auszusteigen. Und endgültig bekomme ich dann die Krise, wenn man dann endlich überholt wird, und ich stark bremsend nach links in den Graben fahren muss, um zu verhindern, dass er mir den gesamten rechten Kotflügel abfährt, nur weil er zu doof ist zu kapieren, dass hinter seinem Sitz noch 3m Auto kommt, und man nicht gleich wieder nach links ziehen sollte. Und das ist nicht nur einmal passiert.

Auf einen der Rastplätze rausfahren um die Drängler vorbeifahren zulassen, war auch keine Lösung, weil das Ergebnis ein Hupkonzert inkl. Beinahauffahrunfall war. Wie lange vorher muss ich noch blinken und langsamer werden, damit man kapiert, dass ich abbiegen will? Irgendwann kam die Abzweigung zur Frans Indongo Lodge, natürlich gerade als wieder so ein Proktologen-Liebhaber mir im Heck hing. Der Ranger hat eine erstaunliche sichere Kurvenlage :) .

In der Lodge angekommen, bekam ich meine Antwort. Am nächsten Tag war Feiertag. „Tag der namibischen Frauen“ und halb Namibia war unterwegs. Lapidarer Satz des Lodge-Managers. „Da gibt es heute wieder ein paar Tote“. Ich stell mir gerade Hr Dobrindt vor, wie er das sagt und die Reaktion in Deutschland darauf :)
Die Frans Indongo Lodge ist ein richtiges Juwel in der kargen Kalahari.






Natürlich nur durch künstliche Bewässerung möglich. Wir bezogen unsere Lodge und mussten recht schnell wegen der fortgeschrittenen Zeit entscheiden, was wir machen wollten. Wir entschlossen uns den hauseigenen Rhinodrive zu machen und für den nächsten Tag den Cheetah-Run in der naheliegenden Conservation. Die Alternative am Nachmittag wäre eine Wanderung gewesen. Ähm, bei 35°C- Nein Danke.

Um 17 Uhr brachen wir mit einem weiteren Pärchen zum Rhinodrive auf. Die meisten Tiere, die wir sahen, waren im Vergleich zum Etosha sehr scheu, und die Rhinos ließen sich nicht blicken. Der Rhino-Drive wird auch erst seit September angeboten. Zwei Farmangestellte haben die Aufgabe die Tiere im Blick zu behalten. Die laufen bereits zwei Stunden vor Tourbeginn los, um die Tiere zu finden. Über Funk dirigieren sie dann die Fahrer. Diesmal dauerte es fast 1,5h dann fanden wir ein Breitmaulnashorn. Wir stiegen aus den Wagen und gingen in Richtung Rhino. Das Gelände war Busch Savanne, entsprechend stachliges Gestrüpp war im Weg und hat meine Beine mehr oder weniger liebevoll akupunktiert. Das Rhino bemerkte uns.




Anfänglich etwas scheu, bekam es Lust zu überprüfen, was für komische Zweibeiner gerade in seinem Revier unterwegs sind. Denn auf einmal lief dieses Tonnen-Koloss leichtfüßig durch die Büsche auf uns zu und checkte uns ab, dann ein kleiner Schwenk und es tauchte an einer anderen Stelle wieder auf, um uns zu inspizieren.




(Es ist reiner Zufall, dass meine Frau vor mir steht :) )

Ich muss sagen es war ein einmaliges Erlebnis. Es waren vielleicht 5min, aber wenn ein 2to Tier auf dich so nahe zukommt, mit einem Kopf in der Größe eines Baggerschaufel, und dicht neugierig aber friedlich mustert, dann ist das ein Mensch-Tier-Erlebnis, das dir unter die Haut geht.

Vor zwei Jahren haben wir den Rhino-Drive am Waterberg gemacht. 40 Leute werden hin kutschiert und stehen als Rudel um die Rhinos rum, die das bereits gewöhnt sind und ein Gentleman Agreement abgeschlossen haben. „Wir bekommen Wasser, Futter und Schutz. Dafür akzeptieren wir einmal am Tag angegafft zu werden und bleiben ganz lieb“. Es ist am Waterberg nicht schlecht, aber der Rhinodrive hier ist ganz was anderes. Wenn ich die Wahl habe, dann würde ich immer den bei der Frans Indongo Lodge vorziehen.

Verspätet kamen wir zum Abendessen in die Lodge. Beim Essen erfuhren wir, dass der morgige Ausflug zur Cheetah Conservation geplatzt war. Die hatten einen positiven Coronafall und mussten für 5 Tage schließen. Mist. Richtig viel Lust was anderes zu machen, hatte ich keinen. Also entschlossen wir einfach mal auszuschlafen, noch etwas in der Lodge rumzuhängen und dann gemütlich zur Voigtland Guesthouse bei Windhoek, unsere letzte Station vor dem Heimflug, zu fahren.
Letzte Änderung: 19 Dez 2020 00:42 von Bonebreaker.
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19 Dez 2020 00:09 #601687
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7. Tag

Ausschlafen hatte sich gestern Abend echt gut angehört. Meine innere Uhr hatte da aber eine ganz andere Meinung. Zum Frühstück hatten wir uns auf 8 Uhr angemeldet, aber die Zeit konnte ich mit Lesen und Packen überbrücken. Nach dem Frühstück bin ich auf einen Abstecher auf den Wasserturm hoch, dann saßen wir bis 10 Uhr vor unsere Unterkunft und beobachten Vögel. Dann beluden wir unseren Wagen und fuhren los. Der Verkehr war glücklicherweise jetzt wieder entspannter. Eine Geschwindigkeitskontrolle und eine Verkehrskontrolle hatten wir unterwegs. Bei der letzten waren die Polizisten sehr freundliche und winkten uns nach einem kurzen Blick auf den Führerschein durch.

Gegen halb drei erreichten wir nach einer ereignislosen Fahrt das Gästehause Voigtland.




Wir wurden herzlich von Gaby begrüßt und rumgeführt. Man merkt, sie ist mit Herz, Leib und Seele dabei. Und in der Unterkunft steckt viel Liebe zum Detail. Wir beide bekamen den Honeymoon-Room, inkl. Dachoberlicht um nachts die Sterne zu beobachten.




Ich konnte, als ich um 3 Uhr aufwachte, 11 Sterne zählen :)

Den Nachmittag verbrachten wir mit Lesen, Hunde, Katzen, Esel und Pferde streicheln, sowie mit Giraffen füttern. Letzteres ist mal echt sau cool. Die Zunge von Mike Jagger ist ein Witz dagegen :)




Wir räumten unseren Wagen aus, packten alles wieder in unsere Koffer und gingen zum Abendessen, dass sich als sehr leckeres 4 Gänge-menü entpuppt. Den Kreis schließend gab es als Hauptspeise Elend und Oryx, welches einfach fantastisch war.



8. Tag

Ausgestattet mit einem Frühstückpaket ging es um Halb 7 zum Flughafen. Ich tanke noch schnell bei der Puma voll.
Als wir bei Europcar ankommen, ist kein Mensch da. Wir gehen ins Flughafengebäude zu Europcar, auch dort war niemand anwesend. Wir geben das Gepäck auf und checken ein. Danach gehe ich nochmal zum Parkplatz, es ist immer noch niemand da. Ich schmeiß den Schlüssel in die Schlüsselabgabebox und bewege mich in den Abflugbereich.

Der Abflugbereich ist entweder wegen Corona gesperrt oder/und wird gerade saniert. Alle Geschäfte sind hinter Holzwänden verrammelt. Wir warten auf den Aufruf und steigen in das Flugzeug ein. Auch auf diesem Flug hatte ich eigentlich mehr Beinfreiheit gebucht, am Check-Inschalter hieß es man könne mir den Sitz nicht geben. Im Flugzeug stellt sich heraus, dass bei diesem Sitz die Stewardess mir gegenübersitzen würde und das ist zurzeit wegen Corona nicht erlaubt. Warum der Platz über das System buchbar war, bleibt ein Rätsel. Ich komme glücklicherweise mit der normalen Beinfreiheit zurecht, da habe ich schon Schlimmeres erlebt.

Den Tagflug verbringe ich mit Filme schauen, lesen und kleinen Schläfchen und pünktlich gegen 19:30 landen wir im verregneten Frankfurt. Kurze Panik im Flugzeug, als die Durchsage kam, wir müssten uns bei www.einreiseanmeldung.de anmelden und auch die Zettel noch ausgeteilt werden. Eine der Stewardessen stand gerade neben mir uns meinte „Was ist das für ein Blödsinn, Namibia ist kein Risikogebiet“. Als wir gelandet sind und zur Parkposition rollen, check ich schnell über das Handy den Stand. Alles wie gehabt, wir müssen nichts machen. Nach der Einreisestelle kommt die Überprüfung und die winkten uns geradewegs durch, weil kein Risikogebiet.

Fazit

Man kann geteilter Meinung sein, ob es sinnvoll oder angebracht ist in der jetzigen Zeit zu vereisen. Trotz der kurzen Zeit habe ich gemerkt, wie die Anspannung und der Ärger der letzten Monate in dieser Woche verraucht ist, und meine Gelassenheitsakkus wieder voll aufgeladen wurden. Trotz Lock-down bin ich jetzt erstmal ziemlich entspannt. Von daher war es für meine Psyche genau das Richtige.

Den Etosha so Menschen leer zu erleben, war schon fast ein Privileg. Und er hat, zu mindestens uns, mit tollen Sichtungen und Erlebnissen belohnt. Im Forum kommt immer wieder die Frage, ob Etosha sich lohnt. Meine Meinung bleibt: ja. Aber er ist ein Park, der es einem nicht einfach macht, und Besucher, die nur auf die Big 5 aus sind und wenig Geduld haben, nicht in dem Maß befriedigt, wie das z.B. Krüger oder Chobe machen (zumal es eh keine Büffel im Etosha gibt).

Die indirekten Folgen des weltweiten Lockdowns und der eingeschränkten Reisemöglichkeiten sind überall in dem Land zu sehen und zu spüren. Und Namibia ist nur ein Land von vielen, das entsprechend betroffen ist.

Das Beispiel auf dem Rückflug hinsichtlich Anmeldung bei der Einreise, zeigt, dass auch die Fluggesellschaften nicht immer genaustens Bescheid wissen. Von daher kann ich nur empfehlen sich, soweit es geht, rückversichern.

Ich wünsche allen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch in 2021!
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19 Dez 2020 01:36 #601688
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Danke dir! Es war wirklich ein Genuss den Etosha durch deine Linse zu sehen. Mir gefallen die Weitwinkel Elefanten am Klein Namutoni Wasserloch sehr, sowie natürlich die Cheetah mit den Jungen. War ja schon etwas waghalsig sich während Corona nach Namibia zu begeben, aber ihr habt das sehr gut gemacht. Wenn wir etwas näher wären, würde ich es auch wagen. Das mit der Kobra... na ja... ist noch mal gut gelaufen und du hast sie auf Augenhöhe gut erwischt und sie dich nicht! :woohoo:
Grüsse aus dem kühlen Florida, Katrin
If life is a journey be sure to take the scenic route

Meine RBs
Expedition Antarktis:
www.namibia-forum.ch...s-und-s-georgia.html

Island In Herbstfarben
www.namibia-forum.ch...-september-2018.html


Nordamerikanische Safari und Landschaften May Till October 2019

www.namibia-forum.ch...landschaft-2019.html

Zweite Selbst Fahrer Tour in Tansania. Same same but different.
Juni 2018
www.namibia-forum.ch...e-but-different.html

Trip reports in English:

Namibia and KTP 2016
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Botswana 2016:
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Tanzania 2015:
safaritalk.net/topic...s-and-lions-in-camp/

Nam-SA-Bots 2014:
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