THEMA: H. Badgers gesammelte Safari-Werke 2008 bis 2014
20 Jun 2020 18:54 #590690
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Hallo lieber Sascha,

ich muss Bele ebenfalls zustimmen, das ist definitiv ein Erdwolf :woohoo: Ich erkenne die Burschen mittlerweile ja recht gut :whistle: Auf jeden Fall habe ich zuerst das Bild gesehen und dann den Text gelesen und hatte schon direkt "Erdwolf" im Kopf.

Und die Geparden sind ja wohl der Oberknaller!

Liebe Grüße
Laura
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22 Jun 2020 09:43 #590723
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Hallo miteinander,
schön, dass ihr uns auf der Erinnerungsreise begleitet!

@ Bele:
Danke für deine Korrektur. Ich war beim Betrachten des Fotos über die Jahre auch immer wieder hin und hergerissen, ob es eine Braune Hyäne oder ein Erdwolf war, den wir da gesehen haben - auf dem Foto ist die Größe des Tieres so schwer einzuschätzen. Und in der Live-Situation hatten wir damals zu wenig Erfahrung für eine sichere Bestimmung. Letztendlich habe ich mich irgendwann für die Braune H. entschieden und lag wohl falsch...

@ Carsten
Schön, dass du dabei bist!
Elefanten ganz nah am Game-Drive-Fahrzeug sorgen für uns auch heute noch für Schnappatmung und wir achten immer sehr auf Distanz, wenn uns das möglich ist. Nicht zuletzt dadurch, dass wir 2017 auf der Omaruru Game Lodge einmal sehr von den dort angefütterten Exemplaren bedrängt wurden. Die Muskelkraft eines Rüssels zu spüren war schon ein sehr eindrückliches Erlebnis, das ich nicht wiederholen muss.

@ Simone
Schön, dass auch du dabei bist.
Die "Glücksdose" ist zur Zeit für mich überaus wichtig - die Erinnerungen darin halten aber das Fernweh kaum noch in Schach - gerade weil unser Oktober-Trip gen Kruger wohl auch nicht stattfinden wird. Und dann heißt es mindestens noch ein Jahr warten bis Afrika... Das wird die Erinnerung ein bittersüßes Paradies.

@ Laura
Danke für die Bestätigung des Erdwolfs. Meine Frau hat übrigens frohlockt, denn sie kann jetzt auch von sich sagen, unverhofft einen Erdwolf auf ihrer Sichtungsliste zu haben - denn den einzig bewussten Erdwolf habe ich 2019 ja leider allein gesehen.

Ganz liebe Grüße und ein Dank fürs Danke-Drücken
Sascha
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22 Jun 2020 21:09 #590763
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Wildnis bei Flutlicht

Unsere erste Namibiareise sah eigentlich keine Übernachtung innerhalb Etoshas vor – zwei Mal sollte in der Mokuti Lodge im Osten genächtigt werden. Da wir aber im Vorfeld so viel (auch hier im Forum… :) ) über die abends beleuchteten Wasserstellen der Rastlager gelesen hatten, wollten wir das natürlich unbedingt auch erleben und haben kurzerhand eine Nacht in Mokuti zugunsten einer Übernachtung in einem Waterhole-Chalet in Okaukuejo sausen lassen. Vor 12 Jahren war diese Buchung noch wesentlich spontaner möglich als heute und außerdem auch deutlich bezahlbarer… :silly:
Und so erreichten wir nach einem ersten vollen Gamedrive-Tag das Rastlager kurz vor Einbruch der Dunkelheit und nahmen gespannt auf einer der Bänke diesseits der Absperrung Platz. Damals wie heute hat uns der Charakter der Örtlichkeit nicht gestört – anders als in einem Zoo sind es schließlich wir, die hier eingezäunt in die Wildnis sehen (auch wenn ganz Etosha natürlich von einem Zaun umgeben ist…). Und damals hat hier den ganzen Abend über eine konzentrierte Atmosphäre geherrscht – was wir in späteren Jahren durchaus auch mal anders erleben mussten (Stichwort: abendliches Rollkoffer-Ziehen über die Schotterflächen… :evil:).
In unserem Reisetagebuch heißt es zu dem Abend:
„Es ist wenig los. Mal ein Springbock und zwei unermüdliche Schakale. Das bleibt für knapp zwei Stunden unverändert. Enttäuschung und Dunkelheit machen sich breit. Doch dann schälen sich aus dem Dunkel eine Elefantenherde mit Jungtieren und gleichzeitig eine S.N.-Kuh mit Kalb heraus. Wow! Von da ab beginnt eine wahre Tiershow. Nacheinander treten auf: Weitere (ca. 10) S.N., Zebras, Oryx, Giraffen (deren Nachwuchs, als sie davonziehen, erstaunlich lange am Wasserloch verharrt und ein Guide bereits mutmaßt, dass das nicht gut ausgehen wird – was es aber (jedenfalls im Kegel des Lichtes) zum Glück tut. Auch ein Löwe schleicht in einiger Entfernung fast unsichtbar herum, kommt aber leider nicht zum Trinken ans Wasser. Nach sechs Stunden spektakulärer Beobachtung gehen wir begeistert ins Bett. Im Camp laufen Schakale herum.“

Dieser erste Abend in Okaukuejo hat uns dazu veranlasst, in den folgenden Jahren immer wieder die Camps innerhalb des Parks zu buchen und den schlechteren Standard und die im Vergleich hohen Preise zu akzeptieren. Und wir wurden bisher nie enttäuscht. Einen Aufenthalt in Etosha ohne Abende an den Wasserlöchern in Okaukuejo (und in Halali – aber das haben wir erst 2013 für uns entdeckt) kommt für uns einfach nicht in Frage.

An diesem Abend entstehen die typischen Okaukuejo-Fotos, von denen wir über die Jahre eine ganze Menge angehäuft haben. Hier eine kleine Auswahl von diesem Abend.













Außerdem entsteht in dieser Nacht ein S.N.-Foto, das bis heute zu unseren liebsten Safari-Nachtfotos zählt und generell einer unserer S.N.-Fotofavoriten ist. :)

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05 Jul 2020 11:32 #591531
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Schwein gehabt!

Im Jahr 2009 besuchten wir Etosha zum zweiten Mal und durften ein schönes Willkommensgeschenk erleben. Als wir gegen 10 Uhr das Andersson Gate durchfuhren und wenig dahinter nach links gen Ombika abbogen, bot sich uns an der Wasserstelle der Anblick einer Löwin, die gerade vom Trinken aus der Vertiefung des Wasserlochs trat. Wir waren hoch erfreut: Gleich am ersten Wasserloch eine Löwensichtung. Das fing ja gut an! :)



Der Durst der Löwin war gestillt, jedoch schien sie noch Hunger zu haben – denn sie legte sich sogleich in der Deckung kleinen Felsens auf die Lauer und verharrte minutenlang in dieser angespannten kauernden Position. Wir beschlossen natürlich vor Ort zu bleiben und mit ihr der Tiere zu harren, die da kommen werden.



Bald darauf spazierte dann auch eine Warzenschweinfamilie aus dem Busch und näherte sich der Wasserstelle – die regungslose Löwin nahmen sie nicht wahr. Die Spannung stieg...



Die Schweine kamen näher, die Muskeln der Löwin zuckten – die Anspannung war mit den Händen zu greifen.
Die Löwin lässt die Warzenschweine an sich vorbeiziehen und wir glaubten bereits, dass sie kein Interesse an der potenziellen Beute hat.



Dann ging aber alles ganz schnell. Die Raubkatze legte einen plötzlichen Spurt hin und griff von hinten an. Die Schweine stoben wild quiekend in alle Himmelsrichtungen auseinander.





Die Löwin musste sich nun schnell entscheiden: Welches Tier sollte sie weiter verfolgen? Sie heftete sich an die Fersen eines Jungschweins, das wilde Haken schlagend seiner Verfolgerin entkommen wollte. Die Löwin hinterher.







Das kleine Schwein erwies sich dabei als extrem wendig und die Löwin hatte letztendlich das Nachsehen und gab nach einigem Hin und Her auf. Erschöpft setzte sie sich in den Schatten eines nahen Busches. Die Warzenschweinfamilie war mit dem Schrecken davongekommen. Der Hunger der Löwin musste noch etwas bleiben.



Als sie sich bald flach auf den Boden legte, um die anbrechende Mittagszeit zu verdösen, verabschiedeten wir uns in Richtung Okaukuejo. Das war sie also – unsere erste Löwenjagd. Dass sie nicht mit einem Kill endete, fanden wir damals überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil.
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Ein schöner Rücken…

Einen Leoparden in freier Wildbahn zu beobachten, gehört für mich noch immer zu den ganz besonderen Momenten einer Safari.
Im Jahr 2009 – einer Zeit, als man sich in Etosha noch grüßte, wenn man sich im Park begegnete :whistle: – standen wir zwei Tage nach der erfolglosen Löwenjagd aus dem letzten Kapitel am Wasserloch Chudop und beobachteten das Kommen und Gehen der üblichen Verdächtigen. Neben uns parkte ein Safarifahrzeug der Mushara Lodge, das plötzlich einen Funkspruch erhielt. Im Wagen wurde getuschelt, wir schauten neugierig herüber und spitzten die Ohren. Der Guide lächelte uns an: „Wanna see a leopard?“ :woohoo: Ungläubige Blicke unsererseits, dann fröhliches Bejahen. „Then follow me!“
Gesagt, getan. Mit sich steigerndem Herzklopfen fuhren wir hinter dem Gamedrive-Fahrzeug her bis kurz vor Klein Okevi – laut Tagebuch war es bereits 11.22 Uhr. Und hier saß er unweit der Straße im dichten Gestrüpp eines Busches und war damit nur schwer zu erkennen: Unser erster Leopard in freier Wildbahn. :) Er blieb aber nicht lange in seinem Versteck. Bald schritt er hinaus auf die offene Ebene, prüfte kurz die Umgebung und schritt stolz von dannen. Dabei wandte er uns nur für einen kleinen Moment sein Gesicht zu, ansonsten mussten wir uns mit seinem überaus eleganten Rücken begnügen.





Wir waren so selig, tatsächlich einen Leoparden gesehen zu haben. Im Tagebuch steht an dieser Stelle einfach ein großes „YIPPIEH!!!“

Die Begegnung hat gar nicht lange gedauert, es wird kaum mehr als eine Minute gewesen sein, aber trotzdem haben wir diesen Moment in lebendiger Erinnerung behalten – und sind dem Mushara-Guide noch immer ganz dankbar, denn ohne ihn säßen wir noch immer bei Chudop. 2019 zeigte sich die Freundlichkeit der Mushara-Leute erneut, als ein anderer Guide der Lodge mich auf meinen bisherigen Lieblings-Leoparden in Etosha aufmerksam gemacht hat: namibia-forum.ch/for...-2019.html?start=114
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Lieber Sascha,

eine tolle erste Leo Sichtung :woohoo: ...wir hatten 2014 nur ein Bein weit weg im Baum bei Onguma. Und euer Lieblingsleo ist sowieso nicht zu toppen!

LG
Laura
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