THEMA: H. Badgers gesammelte Safari-Werke 2008 bis 2014
15 Jun 2020 16:43 #590410
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Liebe Forengemeinde,
mal schauen, wann wir wieder gen südliches Afrika werden reisen können...
Bis dahin heißt es wohl oder übel, von den eigenen Erinnerungen zu zehren und dankbar dafür zu sein, dass wir bereits so viele Male für uns unvergessliche Momente auf Safari erleben durften.
Und diese möchte ich gern mit euch an dieser Stelle teilen – schon allein, weil die Idee, die ich im Rahmen des Exkurs-Reiseberichts zu Sri Lanka geäußert hatte, recht großen Zuspruch erfahren hat. Außerdem möchte ich – so wie bereits einige andere Retro-Schreibende vor mir - gern einen Beitrag dazu leisten, dass der Reiseberichtsektor des Forums in diesem Zeiten nicht gänzlich „versandet“ – denn durch die vielen schön bebilderten und geschriebenen Berichte, denen dieses Forum seit Jahren eine Plattform bietet, bin ich erst hier hängengeblieben und habe dadurch wirklich viele äußerst nette Menschen kennen lernen dürfen und unzählige wertvolle Anregungen und Informationen erhalten. Dieser "Bericht" soll noch einmal Danke für all dies sagen.

Dies wird kein Reisebericht im herkömmlichen Sinne werden, sondern eher eine locker chronologisch geordnete Sammlung von schönen Momenten und Anekdoten aus unseren vergangenen Reisen auf den afrikanischen Kontinent. Dabei wird es – getreu unseres Interessenschwerpunktes – primär um Tierbeobachtungen gehen. Es steht also nicht die praktisch verwertbare Information im Vordergrund, sondern das gemeinsame Träumen von der Schönheit der afrikanischen Natur. Dabei ist lange nicht alles außergewöhnlich oder gar spektakulär – aber trotzdem für uns überaus wertvoll.

Beginnend mit dem Jahr 2016 habe ich über jede unserer Afrikareisen hier berichtet und viel Spaß dabei gehabt. Davor waren wir seit 2008 fast jedes Jahr einmal in Afrika südlich der Sahara unterwegs – zuerst zu zweit, dann schließlich zu dritt und schließlich zu viert mit unseren Töchtern. Diese Reisen vor allem nach Namibia und Südafrika, aber auch nach Botswana, Kenia und Uganda gilt es hier schlaglichtartig zu beleuchten.
Ich freue mich, wenn ihr mich dabei begleitet und bin gespannt auf eure Kommentare und einen regen Austausch - das Salz in der Suppe des Berichteschreibens. :)

Ganz liebe Grüße
Sascha

Als kleiner Vorgeschmack ein Paar unkommentierte Impressionen aus dem Jahr 2010.











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17 Jun 2020 19:58 #590527
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2008 – unser erster Elefant

Vor 12 Jahren sind wir (beinahe zufällig) zum ersten Mal nach Namibia gereist – im Rahmen einer Selbstfahrerrundreise von der Stange, wie sie von den großen Reiseunternehmen landauf und landab angeboten werden. In vierzehn Tagen (!) haben wir damals weite Teile Namibias im wahrsten Sinne des Wortes erfahren – die Ersttäter-Standardroute inklusive Fishriver-Canyon und Lüderitz. Dabei waren wir naturgemäß meist nur eine Nacht am selben Ort und verbrachten viel Zeit hinter dem Steuer unseres Corollas auf sandigen Pisten. Und trotzdem: Als Stress haben wir die Reise damals nicht empfunden – wir waren noch jung und voller Energie – sondern als ein wunderbares Abenteuer, das uns so viele neue Eindrücke beschert hat und rückblickend der Beginn einer langanhaltenden Leidenschaft war.

Natürlich führte uns der Weg gegen Ende der Tour auch in den Etosha Nationalpark. Aus dem Erongo kommend verbrachten wir die erste Nacht in der Region – so sah es der Tourplan aus unerfindlichen (wohl aber doch preislich motivierten) Gründen vor – in Outjo. Und da wir bereits am Mittag dort ankamen und Stadt und Herberge uns nicht so sehr zum tatenlosen Bleiben animierten, entschlossen wir uns für einen ersten Gamedrive (dieses Wort war uns zu diesem Zeitpunkt aber noch gar nicht geläufig) in den Park zu fahren – es waren ja nur ca. 100 Kilometer pro Richtung. Und an lange Fahrten waren wir ja gewohnt. :silly:

Gern berichte ich an anderer Stelle noch über unsere ersten Pirschfahrten im Etosha. Hier aber soll es um einen ganz besonderen Moment für uns gehen.
Am späten Nachmittag – die Sonne tauchte die staubig weiße Landschaft bereits in einen Anflug des goldenen Lichtes, das ich so sehr liebe – erreichten wir das Wasserloch Gemsbokvlakte.
Zuerst tranken hier zwei Giraffen – und allein darüber freuten wir uns damals sehr.
Und dann trat er aus dem dichten Busch, der die weite Ebene um das kostbare Nass in eine Richtung begrenzt: Ein einzelner Elefantenbulle. Aus heutiger Sicht sicherlich keine allzu spektakuläre Sichtung, aber damals für uns ein Anblick, der den Puls schneller schlagen ließ. Große Freude und Begeisterung breitet sich im Corolla aus: Unser erster Elefant in freier Wildbahn am ersten Nachmittag in Etosha. Wir wussten nicht, was uns hier im Nationalpark erwarten würde. Natürlich hatten wir uns nach diversen Aufenthalten in amerikanischen Nationalparks auf Tierbegegnungen eingestellt und auch sehr darauf gefreut – aber dieser Anblick machte uns einfach nur glücklich.
Der Elefant – seines Status als Platzhirsch unbedingt bewusst – vertrieb als erste Amtshandlung die Giraffen vom Wasser, um dann entspannt selbst seinen Durst zu stillen.





Wir verfolgten jede seiner ruhigen Bewegungen mit größter Aufmerksamkeit und Ehrfurcht. Jedes Ohrenwackeln wurde von einem Lächeln unsererseits begleitet. In meiner Erinnerung waren wir in diesem Moment am Wasserloch ganz allein mit dem Elefanten – ob das wirklich so war, weiß ich nicht mehr, denn es gibt keine Aufzeichnungen darüber – die Beobachtung war aber gefühlt ein ganz persönlicher Moment, der retrospektiv vielleicht noch einiges an Pathos-Patina angesetzt haben mag. :whistle:



So viele Elefanten haben wir in den zurückliegenden Jahren beobachten dürfen – und doch hat dieser einsame Bulle seinen festen Platz in meiner Erinnerung. Vielleicht hat das Afrika-Virus mich in diesem Moment endgültig erfasst.
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Am Wegesrand

„Die Erinnerung ist das einzige Paradies, aus dem wir nicht vertrieben werden können.“ (Jean Paul)
Gell, Friederike?

Wie im letzten Kapitel geschrieben, haben wir im Rahmen unserer ersten Namibia-Tour sehr viele Kilometer in recht überschaubarer Zeit zurückgelegt und entsprechend viel Zeit in trauter Zweisamkeit im Auto verbracht. Da ist es doch schön, dass die Fahrten durch das Land in schöner Regelmäßigkeit durch sehr sehenswerte Landschaften führen und – wenn diese nach einer Weile doch eintönig zu werden drohen – immer mal wieder tierische Bewohner entlang der Straßen zu entdecken sind. :)
Rückblickend sind wir sehr froh, auf unserer Reise zuerst den Süden gesehen zu haben und gegen Ende erst Etosha, denn so haben wir uns stets über jeden Springbock, Strauß und Oryx am Wegesrand oder in weiterer Ferne gefreut – war der Anblick doch für uns als Safari-Neulinge etwas Besonderes.



Neben diesen „üblichen Verdächtigen“, die wir tagsüber so gern entdeckt und abends so gern verspeist haben (wir nannten sie bald unsere „Gaumenfreunde“), hielten die langen Fahrstrecken jedoch zwei Sichtungen für uns bereit, die auch im Rückblick nach vielen Afrika-Reisen noch immer besonders für uns sind. Es sind zwar keine tollen Fotos entstanden – 300mm waren alles, was wir damals hatten – und die Begegnungen waren von einer großen Flüchtigkeit, aber das Erlebnis war trotzdem schön.

Die erste dieser Begegnungen fand auf dem Weg durch den Namib-Naukluft Park statt, als wir uns im Rahmen einer langen Etappe gen Swakopmund bewegten. Im goldenen Grasmeer, das die Pad umgab, bewegte sich plötzlich etwas. Als wir bremsten, tauchte das Tier schnell im hohen Gras ab und entfernte sich schnell – auch wenn es schon zu Beginn nicht gerade neben der Straße gestanden hatte. Es warf uns aber vor dem letztendlichen Verschwinden noch einen neugierigen Blick zu. So trafen wir völlig unverhofft auf ein Tier, das wir über Jahre für unsere erste Braune Hyäne hielten, das tatsächlich aber unser erster Erdwolf war (Danke Bele und Laura für die Aufklärung!) – ein Tier, von dessen Existenz wir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht wussten und natürlich auch nicht ahnen konnten, dass es mir erst 2019 wieder über den Weg laufen würde.



Wenige Tage später fuhren wir dann von Swakopmund aus über Cape Cross gen AiAiba Lodge im Erongo. Auf dieser Fahrt kam es zur zweiten besonderen Begegnung am Wegesrand.
Wir fuhren schon eine geraume Zeit und ließen immer wieder unsere Blicke über die schöne Landschaft gleiten, bis mein Blick sich schließlich an einem Bild festsetzte, das klischeehafter kaum sein konnte: Unweit der Pad stand ein Gepard wachsam auf einem kleinen Termitenhügel – ein Standbild absoluter Eleganz. Ein weiterer saß ganz in der Nähe im Gras. „Geparden!“ erschall es im Corolla – nur waren wir leider in voller Fahrt unterwegs und die Kamera war (Anfängerfehler! ;) ) natürlich nicht einsatzbereit.
Gesagt, gebremst, gekramt. Natürlich ergreifen die beiden Raubkatzen schleunigst die Flucht, als sich unser Wagen plötzlich verlangsamt. Außerhalb von viel besuchten Schutzgebieten haben Tiere einfach eine ganz andere natürliche Fluchtdistanz… Das haben wir für die Zukunft gelernt. :whistle:
Als die Kamera dann bereit ist, sind die Katzen schon recht weit entfernt von uns (ich sage nur 300mm Maximalbrennweite… :S ) und lange nicht mehr so fotogen, wie sie es zum Zeitpunkt der Entdeckung waren. Zum Glück verharren die Tiere nochmal kurz, und beäugen uns neugierig, bevor sie sich ganz zurückziehen. So können wir wenigsten einige Beweisfotos von dieser Begegnung mitnehmen.





Dies war das bisher einzige Mal, dass wir Raubkatzen außerhalb ausgewiesener Schutzgebiete entdecken konnten – so sehr wir auf eine Wiederholung dieses Erlebnisses im Rahmen der kommenden Reisen durch Namibia auch gehofft haben. Daher hat diese erste Gepardensichtung einen bleibenden Platz in unseren Erinnerungen an Afrika. :)

Ein schönes Wochenende wünscht euch
Sascha
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22 Jun 2020 21:09 #590763
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Wildnis bei Flutlicht

Unsere erste Namibiareise sah eigentlich keine Übernachtung innerhalb Etoshas vor – zwei Mal sollte in der Mokuti Lodge im Osten genächtigt werden. Da wir aber im Vorfeld so viel (auch hier im Forum… :) ) über die abends beleuchteten Wasserstellen der Rastlager gelesen hatten, wollten wir das natürlich unbedingt auch erleben und haben kurzerhand eine Nacht in Mokuti zugunsten einer Übernachtung in einem Waterhole-Chalet in Okaukuejo sausen lassen. Vor 12 Jahren war diese Buchung noch wesentlich spontaner möglich als heute und außerdem auch deutlich bezahlbarer… :silly:
Und so erreichten wir nach einem ersten vollen Gamedrive-Tag das Rastlager kurz vor Einbruch der Dunkelheit und nahmen gespannt auf einer der Bänke diesseits der Absperrung Platz. Damals wie heute hat uns der Charakter der Örtlichkeit nicht gestört – anders als in einem Zoo sind es schließlich wir, die hier eingezäunt in die Wildnis sehen (auch wenn ganz Etosha natürlich von einem Zaun umgeben ist…). Und damals hat hier den ganzen Abend über eine konzentrierte Atmosphäre geherrscht – was wir in späteren Jahren durchaus auch mal anders erleben mussten (Stichwort: abendliches Rollkoffer-Ziehen über die Schotterflächen… :evil:).
In unserem Reisetagebuch heißt es zu dem Abend:
„Es ist wenig los. Mal ein Springbock und zwei unermüdliche Schakale. Das bleibt für knapp zwei Stunden unverändert. Enttäuschung und Dunkelheit machen sich breit. Doch dann schälen sich aus dem Dunkel eine Elefantenherde mit Jungtieren und gleichzeitig eine S.N.-Kuh mit Kalb heraus. Wow! Von da ab beginnt eine wahre Tiershow. Nacheinander treten auf: Weitere (ca. 10) S.N., Zebras, Oryx, Giraffen (deren Nachwuchs, als sie davonziehen, erstaunlich lange am Wasserloch verharrt und ein Guide bereits mutmaßt, dass das nicht gut ausgehen wird – was es aber (jedenfalls im Kegel des Lichtes) zum Glück tut. Auch ein Löwe schleicht in einiger Entfernung fast unsichtbar herum, kommt aber leider nicht zum Trinken ans Wasser. Nach sechs Stunden spektakulärer Beobachtung gehen wir begeistert ins Bett. Im Camp laufen Schakale herum.“

Dieser erste Abend in Okaukuejo hat uns dazu veranlasst, in den folgenden Jahren immer wieder die Camps innerhalb des Parks zu buchen und den schlechteren Standard und die im Vergleich hohen Preise zu akzeptieren. Und wir wurden bisher nie enttäuscht. Einen Aufenthalt in Etosha ohne Abende an den Wasserlöchern in Okaukuejo (und in Halali – aber das haben wir erst 2013 für uns entdeckt) kommt für uns einfach nicht in Frage.

An diesem Abend entstehen die typischen Okaukuejo-Fotos, von denen wir über die Jahre eine ganze Menge angehäuft haben. Hier eine kleine Auswahl von diesem Abend.













Außerdem entsteht in dieser Nacht ein S.N.-Foto, das bis heute zu unseren liebsten Safari-Nachtfotos zählt und generell einer unserer S.N.-Fotofavoriten ist. :)

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Schwein gehabt!

Im Jahr 2009 besuchten wir Etosha zum zweiten Mal und durften ein schönes Willkommensgeschenk erleben. Als wir gegen 10 Uhr das Andersson Gate durchfuhren und wenig dahinter nach links gen Ombika abbogen, bot sich uns an der Wasserstelle der Anblick einer Löwin, die gerade vom Trinken aus der Vertiefung des Wasserlochs trat. Wir waren hoch erfreut: Gleich am ersten Wasserloch eine Löwensichtung. Das fing ja gut an! :)



Der Durst der Löwin war gestillt, jedoch schien sie noch Hunger zu haben – denn sie legte sich sogleich in der Deckung kleinen Felsens auf die Lauer und verharrte minutenlang in dieser angespannten kauernden Position. Wir beschlossen natürlich vor Ort zu bleiben und mit ihr der Tiere zu harren, die da kommen werden.



Bald darauf spazierte dann auch eine Warzenschweinfamilie aus dem Busch und näherte sich der Wasserstelle – die regungslose Löwin nahmen sie nicht wahr. Die Spannung stieg...



Die Schweine kamen näher, die Muskeln der Löwin zuckten – die Anspannung war mit den Händen zu greifen.
Die Löwin lässt die Warzenschweine an sich vorbeiziehen und wir glaubten bereits, dass sie kein Interesse an der potenziellen Beute hat.



Dann ging aber alles ganz schnell. Die Raubkatze legte einen plötzlichen Spurt hin und griff von hinten an. Die Schweine stoben wild quiekend in alle Himmelsrichtungen auseinander.





Die Löwin musste sich nun schnell entscheiden: Welches Tier sollte sie weiter verfolgen? Sie heftete sich an die Fersen eines Jungschweins, das wilde Haken schlagend seiner Verfolgerin entkommen wollte. Die Löwin hinterher.







Das kleine Schwein erwies sich dabei als extrem wendig und die Löwin hatte letztendlich das Nachsehen und gab nach einigem Hin und Her auf. Erschöpft setzte sie sich in den Schatten eines nahen Busches. Die Warzenschweinfamilie war mit dem Schrecken davongekommen. Der Hunger der Löwin musste noch etwas bleiben.



Als sie sich bald flach auf den Boden legte, um die anbrechende Mittagszeit zu verdösen, verabschiedeten wir uns in Richtung Okaukuejo. Das war sie also – unsere erste Löwenjagd. Dass sie nicht mit einem Kill endete, fanden wir damals überhaupt nicht schlimm. Im Gegenteil.
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07 Jul 2020 14:07 #591668
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Ein schöner Rücken…

Einen Leoparden in freier Wildbahn zu beobachten, gehört für mich noch immer zu den ganz besonderen Momenten einer Safari.
Im Jahr 2009 – einer Zeit, als man sich in Etosha noch grüßte, wenn man sich im Park begegnete :whistle: – standen wir zwei Tage nach der erfolglosen Löwenjagd aus dem letzten Kapitel am Wasserloch Chudop und beobachteten das Kommen und Gehen der üblichen Verdächtigen. Neben uns parkte ein Safarifahrzeug der Mushara Lodge, das plötzlich einen Funkspruch erhielt. Im Wagen wurde getuschelt, wir schauten neugierig herüber und spitzten die Ohren. Der Guide lächelte uns an: „Wanna see a leopard?“ :woohoo: Ungläubige Blicke unsererseits, dann fröhliches Bejahen. „Then follow me!“
Gesagt, getan. Mit sich steigerndem Herzklopfen fuhren wir hinter dem Gamedrive-Fahrzeug her bis kurz vor Klein Okevi – laut Tagebuch war es bereits 11.22 Uhr. Und hier saß er unweit der Straße im dichten Gestrüpp eines Busches und war damit nur schwer zu erkennen: Unser erster Leopard in freier Wildbahn. :) Er blieb aber nicht lange in seinem Versteck. Bald schritt er hinaus auf die offene Ebene, prüfte kurz die Umgebung und schritt stolz von dannen. Dabei wandte er uns nur für einen kleinen Moment sein Gesicht zu, ansonsten mussten wir uns mit seinem überaus eleganten Rücken begnügen.





Wir waren so selig, tatsächlich einen Leoparden gesehen zu haben. Im Tagebuch steht an dieser Stelle einfach ein großes „YIPPIEH!!!“

Die Begegnung hat gar nicht lange gedauert, es wird kaum mehr als eine Minute gewesen sein, aber trotzdem haben wir diesen Moment in lebendiger Erinnerung behalten – und sind dem Mushara-Guide noch immer ganz dankbar, denn ohne ihn säßen wir noch immer bei Chudop. 2019 zeigte sich die Freundlichkeit der Mushara-Leute erneut, als ein anderer Guide der Lodge mich auf meinen bisherigen Lieblings-Leoparden in Etosha aufmerksam gemacht hat: namibia-forum.ch/for...-2019.html?start=114
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