Bitte weiterschreiben. Ich würde sehr gerne über die weiteren Etappen lesen.
Zu den Fotos: Wenn diese die Realität zeigen sollten, dann müsstest Du noch etwas üben. Aber warum sollte das so sein? Wenn man nicht gerade ein Dokumentar-Filmer / Fotograf ist, ist im Rahmen der künstlerischen Entfaltung beinahe alles erlaubt. Sogar so "exotische" Dinge wie Schwarz/Weiss Fotos oder solche wie hier im Thread, die durch ihren übertriebenen Kontrast und der dick aufgetragenen Farbsättigung eine recht deutliche grafische Sprache sprechen. Oder was würden die negativ-Kritiker sagen, wenn der Fotograf kein Fotofgraf wäre, sondern ein Maler mit Kohle und Blei?
In Kurz: Mir gefallen sie. Will ich die Realität sehen, finde ich genug auf gängen Imaging Platformen.
Auch von mir die Bitte weiter zu schreiben. Ich schreibe zur Zeit auch einen Reisebericht und weiß wieviel Zeit und Überlegung das erfordert. Und wenn nur Profifotos hier erlaubt sind, dann kann ich gleich einpacken. Ich bin bekennende Knippserin und Fotonichtbearbeiterin, darf ich jetzt deshalb nicht meine Urlaubseindrücke hier mitteilen? Ich finde das wirklich ganz ungemein Unhöflich und vor allem Respektlos und ganz ehrlich ich habe den Eindruck, dass da auch eine Portion Missgunst mitspielt. Mir gefallen Deine Fotos sehr, egal ob dunkel oder wie auch immer bearbeitet. Auf meinem Lappi sehen die Bilder übrigens gar nicht zu dunkel aus. Und das Beispielfoto des Profis sieht für mich vollkommen künstlich aus. Mir gefällt das unbearbeitete Foto viel besser, auch wenn der Kontrast nicht stark ist und die Farben nicht so satt. Geschmack ist nun mal Gott sei Dank sehr unterschiedlich. Also noch mal die Bitte: Schreib bald weiter!!!!!
HeydeThemenstarter248 Beiträge · seit 201523. Feb. 2017 ·
😊 😉 05:50 Uhr und ich wache mit dem beginnenden Tag auf. Wie mittlerweile fast üblich, Kaffee, schöneren Aussichtsplatz suchen und entspannt den Tag beginnen lassen. Titus der Verwalter wollte gegen acht Uhr vorbeikommen, da ich am Vortag noch nicht bezahlen brauchte könnte ich es dann tun. Gegen acht vorbeikommen, also rechne ich mal es wird so gegen neun werden, was auch nicht schlimm ist, da Zeit in Namibia oder auch allgemein in Afrika eine andere Rolle spielt als im schnellen Deutschland (meine Erfahrungen). Noch ein Grund, warum ich mir hier meine Auszeit nehme. Bin, was Zeit betrifft, hier auf ganzer Linie mit dem Rest. Gegen fünf nach neun höre ich dann ein Auto kommen. Passt, war auch erst gerade mit Spülen, etwas aufräumen usw. (ihr kennt das ja) fertig. Haben und dann auch noch ca. eine halbe Stunde unterhalten, eilig hatte es keiner von uns. Also Camp Venus war echt ein Highlight von meiner Sicht aus. Will es auch gar nicht weiter loben, da sonst viele von euch hinfahren und es schwer wird das Camp zu buchen. Allerdings, der Preis schlägt schon um einiges aus der Reihe. Habe auch nicht vorher nachgefragt, aber zur Campside wird dann noch die Person berechnet und, da es ein Natur Reservat ist kommt noch eine relativ hohe Permitgebühr (ca. 250,-)dazu, plus Tax. Habe gesamt knapp über 500,- bezahlt. War das teuerste Camp was ich je hatte. Aber, die Lage, die Ausstattung, der Ausblick hat einfach gepasst und ich habe es sehr genossen. Kleiner emotionaler Ausrutscher…. Hatte abends am Lagerfeuer mit einem Millionensternenhimmel über dem Kopf, und inmitten der Dünen mal kurz das Gefühl, der einzige Überlebende Mensch auf unserem Planeten zu sein….. (Nein, am Wein lag es nicht )
Das nächste Camp sollte Namtib sein, an der schönen D707. War schon in Koiimasis und auch in Gunsbewys bei Frau Gräbner (sehr schön und speziell), aber wenn schon im Süden, dann auch die 707 und der Kontrast Tirasberge auf der einen Seite und die Namib auf der anderen gefällt mit und der mittlere Teil mit einer langen Sandpiste war immer schön zu fahren, man gleitet einfach so darüber weg.
Sind auch nur knappe 170km, also eine Kurzstrecke für eine Namibiatagesroute. Da ich schon am Mittag ankommen würde, hatte ich überlegt ein paar Kulturstunden einzuschieben. Nördlich von Betta, an dem ich wieder vorbeifahren muss, liegt Duwisib Castle. Nicht spektakulär, aber bin auch schon einfach mal dran vorbeigefahren auf dem Weg in den Süden, ohne anzuhalten. Von dort, als kleiner Umweg dann etwas weiter hoch und über ein kleines Platoo über die D831 auf die C14, die runter zur 707 geht. Komme dann allerdings auf der anderen Seite dort an. Habe aber auch Lust zu fahren. Schöner Pad zum Castle (Foto ist der Blick zurück Richtung Betta)
Duwisib Castle, nicht imposant, aber ein ungewöhnliches Gebäude inmitten dieser Landschaft.
Ich war der einzige Tourist, so habe ich mich auch gefühlt, als richtiger Tourist. 70.- Eintritt, etwas smal-talk und schäkern mit den zwei Museumsdamen dort, die glaube ich froh waren mal ein anderes Gesicht an dem Tag zu sehen, etwas durch die Räume gewandert, Bilder der Schutztruppe angeschaut und nach ca. einer halben Stunde mich langsam verabschiedet. Wurde stolz mit einem ,,Auf Wiedersehen,, verabschiedet. Also wenn man eh vorbeifährt, kann man auch mal reinschauen. Es ist aber auch noch Hotel mit Restaurant und einem schönen Innenhof. Habe die Zimmer mit Himmelbett usw. gesehen. Vielleich was für romantische Flitterwöchler auf Tour, als kleine Abwechslung zum Dachzelt.
Es geht etwas Berg auf und rüber Richtung C14. Oben auf der Ebene war noch das Ergebnis des Regens vom Vortag zu sehen und zu spüren. Abwechselnd Sand und Schotterpiste mit kleinen Pfützen und sich steigernd Pfützen von knapp 100 Metern über die ganze Breite. Schwer zu schätzen wie tief und matschig. Ein Vorgänger hat es zum Teil vorgezogen ganz außen um die Pfützen zu fahren und an den Spuren konnte man sehen, dass er zum Teil schwer zu kämpfen hatte. Augen zu und vorsichtig durch, war die Devise. Gib bestimmt schöneres, als in der Mitte einer 100m Pfütze im Schlamm stecken zu bleiben. War aber nicht so schlimm wie es aussah. Nur der Hilux hatte danach seine Farbe von Weiß zu Schlammbraunrot zur Hälfte gewechselt. Berg wieder herunter und die relativ viel befahrende C14, von Betta bis hier kein Fahrzeug, war erreicht. Es geht an schroffen und kahlen Bergen, die wohl schon ein paar Jahre auf dem Buckel haben vorbei über den Remhoogte Pass Richtung Helmeringhausen.
Passt gut, werde gegen Mittag in Helmeringhausen sein. Bin dort vor zwei Jahren mal gestrandet, nachdem ich von Brukkaros Krater kommend durch ein Teilstück der D 554 etwa 3 Stunden Verspätung hatte (40 Minuten für 4 km , dann umkehren weil mehr Steine, nein eher schon Felsen als Straße und ein böser Stein, der meinte, das Innenleben meines Vorderreifens sich ansehen zu müssen). Bin dort damals also unfreiwillig gestrandet, und habe einen schönen Abend mit gutem Essen, gutem Wein, gute Geschichten und den Leuten vom ,,Hotel Helmeringhausen,, verbracht. Haben auch eine Campside, die ich dann genutzt hatte. (keine Werbung!)
Helmeringhausen, eine Asphaltstraße, man fährt rein und ist auch schon wieder draußen. Tankstelle, die meinen Reifen geflickt hat, kleiner Shop, 3-4 Häuser auf jeder Seite und…… Ich glaube das war`s auch schon. Also Kaffeepause dort auf der Gartenterrasse und weiter Richtung Namtib auf der jetzt C13. Schöne Strecke von dort bis zur Abzweigung zur D707.
D707 erreicht, erst Gravel, dann kommt der Sand und die Dünen der Namib erscheinen.
Gegen 15:30 erreiche ich das Gate zu Namtib.
Von dort sind es noch geschätzte 10 km durch die Ebene Richtung Tirasberge zur Farm. (Wie bei Koiimasis, während Gunsbewys auf der anderen Seite vor den Dünen der Namib liegt. Dort kann man auch mit 4x4 allerdings, etwas hoch in die Dünen fahren.)
Erreiche die Farm, sage hallo, (hatte ein paar Tage zuvor angerufen und gefragt ob etwas frei ist) Angerufen?! Hatte ich schon gesagt? Altes Mobiltelefon mit dabei, 75,- Telefonkarte am Flughafen kaufen und man kann locker bis 30 Minuten damit nach Deutschland telefonieren, SMS schicken, oder eben auch hier in Namibia anrufen. (Für die, die zum ersten Mal fahren werden) Alles war frei, hatten auch bis 2 Tage zuvor geschlossen. Campside ca. 2.3km von der Farm weg. Großer Platz mit ca. 6 Campsides, alle ca. 100-200m auseinander. Ja, etwas eng, aber wenn es leer ist , ok. Häuschen mit Toilette und Dusche, Abwaschmöglichkeit (für alle zusammen). Wähle einen Platz in der ersten Reihe sozusagen
Im Rücken die Tirasberge, direkt hinten dran, nach vorne schaut man in eine Ebene, bis rüber zur Namib. Baum und, ich bin kein Grillfreak oder so, aber ein gemauerter Braai Platz, der auch in diese Richtung zeigt. Man steht also am ,,Grill,, und schaut dabei in die Ferne Richtung Namib und Sonnenuntergang. Ich werde ihn mit Freude nutzen, zumal ich auf der Farm Orixschaschlik kaufen konnte.
Nein, der ist es nicht…..
Nach dem Essen einen Sonnenuntergang zum Verdauen.
Noch eine Anmerkung von einem ehemaligen Profi. Lass dich nicht verrückt machen mit "zu dunkel" usw.
Deine Bilder erinnern mich an die gute alte Zeit des Diafilms. Echt guter Retro Style. Und Magazine wie GEO haben früher für Landschaftsbilder immer die dunkelste Variante gewählt, weil die Farben dann satter waren und die Schatten Tiefschwarz, wie dein Bild der Düne 45. Das gleiche Bild mit Details im Schatten würde lange nicht so wuchtig und imposant wirken.
Schwarz ist ein wichtiges Gestaltungsmerkmal in der Fotografie. Heute regiert der RAW / Bildbearbeitungswahn. Wenn du dir die Tutorials dieses von Adobe Photoshop / Lightroom bezahlten BlaBla Typen ansiehst, wird dir der Eindruck vermittelt, dass du kein gutes Bild mehr machen kannst ohne Details aus den Schatten zu arbeiten. lg Andreas
HeydeThemenstarter248 Beiträge · seit 201523. Feb. 2017 ·
@M, danke, you made my day, nach diesen Lob werde ich das Seil vom Balken knüpfen, den Hocker zur Seite stellen mir nun nicht das Leben nehmen und ab jetzt und für den Rest meines Lebens Bilder im mainstream-style machen. 😉
Maputo schrieb:Noch eine Anmerkung von einem ehemaligen Profi. Lass dich nicht verrückt machen mit "zu dunkel" usw. Deine Bilder erinnern mich an die gute alte Zeit des Diafilms.
Lass mich raten: Auch Du warst Velvia Anwender? Ich auch 🙂
Blende18.21'172 Beiträge · seit 201723. Feb. 2017 ·
Es geht weiter. NICE 🙂
Schade, dass ich gerade beim letzten Umzug vor einem Jahr meine alten Handys entsorgt habe. Wobei mein "aktuelles" IPhone 4s dürfte man wohl schon in die Kategorie alter Knochen zählen?!
Nach der viele Kritik (habe es nicht wirklich mitverfolgt) möchte ich mich auch für den Bericht und die tollen Fotos bedanken. Dein Spruch ist sehr treffend. Ich freue mich schon darauf, wenn es weiter geht.
dein Reisebericht ............ toll zu lesen und mit wunderschönen Fotos gespickt 😮 😮 der Tipp mit dem "alten" Handy = sehr gut !! Danke für die Eindrücke der D707, ich freu mich drauf 🙂 Deine Signatur könnte passender nicht sein 🙂 🙂
Ein weiteres Beispiel für den leider immer häufiger zu beobachtenden Trend im Forum: eine sachlich geführte Diskussion, hier über Bildgestaltung, kippt irgendwann um und wird beleidigend. Hier im Beispiel: Kritiker werden unter Beifall anderer als Dummköpfe abgestempelt. Ich bin der Meinung, wer einen Beitrag in die Öffentlichkeit bringt, sollte bereit sein, nicht nur Dank und Lob zu ernten, sondern sich auch sachlicher Kritik zu stellen, und meine Betonung liegt auf sachlich. Viele Grüße Dieter
Pleuro schrieb:Ein weiteres Beispiel für den leider immer häufiger zu beobachtenden Trend im Forum: eine sachlich geführte Diskussion, hier über Bildgestaltung, kippt irgendwann um und wird beleidigend. Hier im Beispiel: Kritiker werden unter Beifall anderer als Dummköpfe abgestempelt. Ich bin der Meinung, wer einen Beitrag in die Öffentlichkeit bringt, sollte bereit sein, nicht nur Dank und Lob zu ernten, sondern sich auch sachlicher Kritik zu stellen, und meine Betonung liegt auf sachlich. Viele Grüße Dieter
Maputo schrieb:Noch eine Anmerkung von einem ehemaligen Profi. Lass dich nicht verrückt machen mit "zu dunkel" usw. Deine Bilder erinnern mich an die gute alte Zeit des Diafilms.
Lass mich raten: Auch Du warst Velvia Anwender? Ich auch 🙂
...ich war absoluter Kodachrome 64 Anhänger, kein anderer Film hat Haut und Rottöne nur annähernd so gut gebracht...ich musste mich aber irgendwann dem Diktat der Redaktionen beugen, weil die Tendenz zu immer mehr bunten Farben ging und da war dann der Fujichrome Velvia angesagt. Steve Mc Curry, der legendäre Magnum und National Geographic Fotograf hat bis zum bitteren Ende mit Kodachrome fotografiert und durfte die letzte Rolle zerknipsen...
HeydeThemenstarter248 Beiträge · seit 201524. Feb. 2017 ·
Hallo Leute, lasst es doch jetzt gut sein, ich bin/ war nicht beleidigt und kann auch Kritik annehmen. (Wenn sie sachlich geführt wird und in einem angemessenen Ton) Es ist aber auch so, dass Bilder auf jedem Bildschirm anders aussehen, mal etwas heller, dunkler, kräftiger usw. Das sehe ich an meinem Notebookbilschirm und meinem Bürobildschirm. Ich,wie jeder andere auch, habe nun mal meinen Stil und bin ein Kontrastfreund und eher etwas dunkler als heller. (http://portfolio.fotocommunity.de/karmapics/ auch mit Bildern von der 2015er Reise)
Ich schreibe weiter und werde Bilder einstellen. Ein paar etwas heller bearbeitet, ein paar vielleicht für den Einen oder Anderen etwas zu dunkel. Für jeden etwas dabei und meinem Stil etwas treu. Also bitte, oder ich eröffne eine neue Kategorie, der dann ,,Reisefotokritikerdisskussionsundstreitforum,, heißt 😉
HeydeThemenstarter248 Beiträge · seit 201524. Feb. 2017 ·
Heute wollte ich Lüderitz einen Besuch abstatten, weil ich es nicht kenne, ich dort eine Tankstelle, einen Supermarkt und einen Bankautomaten besuchen möchte ( kann man aber auch in Aus, wobei der Supermarkt dort recht klein ausfällt) und meinen Augen eine kurze Abwechslung gönnen möchte, indem sie nicht auf ein Sandmeer, sondern auf ein Wassermeer schauen können. Ein Erstbesuch in Kolmannskuppe ist auf dem Rückweg geplant.
Verabschiede mich auf der Farm von meinen deutschen Gastgebern und der Hilux bekommt wieder die D707 unter seinen vier Rädern zu spüren. Fahre an Gunsbewys vorbei und langsam geht es wieder von Sand auf Gravel über. Ich persönlich fahre die 707 gerne, ein letzter Blick zurück und bald geht es wieder auf die C13 Richtung Aus und von dort mal wieder auf Asphalt nach Lüderitz.
Ca. 120 km Asphalt und das fast immer geradeaus geht die Straße von Aus nach Lüderitz. Die Wildpferde, die man vielleicht, am Aussichtspunkt in Garub, ca. 30km nach Aus sehen kann, besuche ich diesmal nicht. Wieder mal auf Asphalt zu fahren ist etwas ungewohnt da man schneller fahren kann und ist langweilig, da man sich nicht so sehr auf die Straße konzentrieren muss wie bei Gravel oder Sand. Jede Abwechslung am Straßenrand ist mir da willkommen, sei es eine schöne Immobilie
oder auch die Raststätten, von denen es glaube ich 2-3 auf der Strecke gibt.
Kurz vor Lüderitz bewirft ein starker Wind die Straße mit Sand, eine Spur ist zum Teil fast zugeweht und hinter einer Kurve versucht ein einsamer kleiner Bagger mit einer noch kleineren Schaufel den Sand in die Wüste zurückzuwerfen. Wünsche ihm in Gedanken viel Erfolg bei diesem verzweifelten Kampf.
Passiere Kolmannskuppe, was ich mir wie gesagt für den Rückweg am anderen Morgen aufhebe. Wäre auch Sinnlos, ich musste kurz vorher halten um einen Gurt an der Zeltplane wieder zu befestigen und hatte nach 30 Sekunden ein komplettes Körperpeeling durch Wind und Sand oder das Gefühl, jemand reibt mich mit feinem Schmiergelpapier ab.
Ankunft, Tanken, Bankautomat, Einkauf. Wobei der Superspar kurz vor meiner Ankunft geschlossen hatte. Es war Samstag 13:05 Uhr und er sollte erst wieder am Sonntagmorgen öffnen. Nach kurzer Suche habe ich aber einen kleinen Laden gefunden, der auch das Nötigste in seinem Sortiment hatte, was ich benötigte. Es gibt einen Campingplatz im Norden der Stadt, glaube an/ auf Halifax Island (korrigiert mich bitte wenn es nicht stimmt). Einen weiteren gab es auch am Diaz Point. Dieser wurde aber geschlossen, sagte man mir auf Namtib. Diaz Point und die Große Bucht, beides ca. 15-20km außerhalb im Süden wollte ich mir aber so oder so anschauen. Fahre raus Richtung Diaz Point. Gravel und Mondlandschaft. Nach einer Weile vor mir ein Hilux, ca. 40-50 km/h schnell und mit etwas unsicherer Fahrweise. Überhole und halte ein paar Kilometer weiter an einer Kreuzung um den Weg zu sondieren. To make a long storry short…… Junge Dame aus Österreich am Steuer, Freund liegt etwas krank in einem Appartement in Lüderitz und sie fährt das erste Mal, dazu noch alleine auf Gravel. Sie wollte sich die Gegend etwas anschauen. Sie fragt ob sie mir zu Diaz Point hinterherfahren kann. Natürlich, passe mich ihrem Tempo auch etwas an.
Diaz Point und Große Bucht, sehr windig und frisch, nein, verdammt windig und verdammt frisch, aber blauer Himmel, Sonne und das Meer. Denke, es kann eine sehr stürmische Nacht im Zelt werden, wenn es den Böen denn standhält und überlege schon mir ein Backpackers für die Nacht zu nehmen, das es in Lüderitz gibt.
Wir kommen ins Gespräch dort und die Dame erzählt, dass sie aufgrund der Krankheit ihres Freundes kurz nach Ankunft in WDH mit einem Stopp direkt nach Lüderitz gefahren sind. Nur Asphalt. Dazu kommt, bei der Übergabe des Hilux haben sie eine ca. 3 Stündige Erklärung bekommen, wobei wohl fast 2,5 Stunden davon ihnen erklärt wurde, was sie auf keinen Fall machen dürfen und wo sie auch auf keinen Fall entlang fahren sollten. Gut, der Hilux war fast neu, ca.11000 km weg und nagelneues Model. Aber dann soll er doch lieber in einer Garage in WDH stehen bleiben, wenn der Vermieter Angst hat, dass er vielleicht schmutzig wird. Jedenfalls waren beide sehr verunsichert, was sich später herausstellte. Denn als das Gespräch auf meine Unterkunft kam, bot sie mir an, in ihrem Appartement zu übernachten, da es noch ein weiteres freies Zimmer mit 2 Betten hat. Als Gegenleistung wären ein paar Tipps bezüglich Routen und Campsides zu ,,bezahlen,, da sie ihre drei Wochen Richtung Norden noch vor sich hätten. Ich zögerte erst und war unsicher, aber nachdem sie mir versicherte, dass es absolut ok wäre war ich fast überzeugt. Den Rest erledigte eine Windböe, die mich fast umriss.
Also auf ihrer Karte hatte der Vermieter z.B. die D 707 als ‘‘no go‘‘ gestrichen. Viel zu gefährlich. Eigentlich sollten sie nur auf B und C Straßen fahren war der gutgemeinte Rat.
Findet ihr das Richtig, die ,,Ersttäter,, wie ihr sie im Forum nennt so zu verunsichern. Bei Asco, wo ich diesmal den Wagen her hatte, wurden alle, die zum ersten Mal hier Fahren in einen Raum gesetzt und sie schauten sich einen Lehrfilm an, wie man auf Gravel und Sandpisten fahren soll. Dazu gab es wohl auch noch ein paar mündliche Tipps.
Es war ein unterhaltsamer Abend, wir waren noch im Lüderitz Coffee Shop, gleich neben dem Appartement essen. Zwei sehr nette einheimische Damen schmeißen den Laden, nett und einfach, aber mit ein paar schönen Ideen eingerichtet, gutes Essen wie Fleisch und Fisch zu guten Preisen. Sicherlich eine Alternative zu den Restaurants unten am Pier die ich dort gesehen habe, da auch mehr Einheimische als Reisende.
Die Nacht in einem Raum und Bett war ok, aber irgendwie habe ich mich am anderen Morgen wieder auf das Schlafen draußen und im Zelt gefreut. Verabschiede mich von meinen netten Gastgebern und fahre gegen halb acht auf den leeren Straßen aus Lüderitz raus Richtung Kolmannskuppe. Es ist Sonntag und darum auch alles leer um diese Zeit.
Um acht Uhr wird dort geöffnet, habe ich gelesen. Um kurz nach acht erreiche ich Kolmannskuppe. Es ist gerade geöffnet worden, ich bin der Erste und Einzige und….. es ist windstill! Ich glaube ich habe 85,- an Eintritt bezahlt. Ich habe gehört, dass wenn man den ganzen Tag oder zum Sonnenuntergang bleibt, muss man noch für das Fotografieren extra zahlen. Ist das wahr?
Werde nun also alleine, als einziger Besucher durch Kolmannskuppe marschieren und ein paar Bilder machen. (und hoffentlich nicht zu dunkle 😉 , hey ist nett von mir gemeint, wirklich!)
Nach ca. 2 Stunden habe ich genug Sand gesehen und gehe somit auch rechtzeitig zum Hilux zurück, denn die ersten Kleinbusse kommen auf den Parkplatz und die ersten Besucherkleingruppen gehen auch auf Expedition. Grüße von Wagen zu Wagen noch meine österreichischen Gastgeber aus Lüderitz, die auch gerade ankommen und mache mich auf den Weg. Heute habe ich, ausnahmsweise, mal eine lange Strecke vor mir und reiße Kilometer runter. Es geht nach Ai-Ais zum Fish River Canyon, allerdings über Rosh Pinah unten im Süden, entlang am Oranje River, der die Grenze zu Südafrika ist. Knappe 450 km liegen vor mir. Sollen aber gut zu schaffen sein, wie man es mir hier im Forum auf Nachfrage gesagt hatte. (Danke)
BikeAfrica7'316 Beiträge · seit 200625. Feb. 2017 ·
Hallo Oliver,
mir gefallen Deine Fotos vor allem wegen der Bildgestaltung. Die Bearbeitung gefällt mir mal sehr und mal weniger gut, aber die Fotos heben sich auf jeden Fall positiv vom "Durchschnitt" ab. Danke dafür, dass Du nach ziemlicher Kritik weiterschreibst.
Gruß Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...