BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201631. Juli 2025 ·
16.1.: Über alle Berge
Ich weiß nicht, ob es der Widerwille dagegen war, dass ich ihn nun wohl unweigerlich zum Arzt schleppen würde, oder ob schlichtweg Zeit und Ruhe ihre Wirkung getan hatten. Jedenfalls ging es Thomas am Morgen spür- und sichtbar sehr viel besser. Er war über den Berg. Und ich erleichtert.
Thomas sprang aus dem Bett, kochte Kaffee und drehte eine Runde ums Haus, alles in allem gingen wir den Tag gemütlich an, genossen noch einmal die friedliche Morgenstimmung und die tolle Aussicht.
Nach dem Frühstück packten wir zusammen und waren startklar, als Jaco uns wie vereinbart um 9 Uhr einsammelte. Er musterte Thomas zufrieden: "You look much better, man."
Wir wuchteten unser Gepäck hinten auf die Ladefläche und ich kletterte wieder dazu. Ein letzter Blick aufs Haus - dies war wirklich ein besonderer Ort und ein erschwinglicher dazu.
Auf dem wenigen Metern zur Abfahrt vom Hausberg ging uns das Benzin aus. Jaco schob erst an und ließ dann einfach laufen, wir rasten hügelabwärts und in die Kurve, kamen direkt vor unserem Auto zum Stehen. Uff! Ein kleiner, aber wilder Ritt.
Wir verabschiedeten uns am Tor zum Fonteinskop-Gelände, wo Jaco auf einen Mitarbeiter wartete, der ihm Sprit bringen sollte. Unterwegs kam er uns auf einem Roller entgegen. Wir besorgten noch im hübschen Farmshop ein paar Kleinigkeiten und zahlten die Rechnung vom Vortag, als ich mein Portemonnaie vergessen hatte. Dann verließen wir das stille Weltevrede Valley am gefühlten Ende der Welt und fuhren über die lange Gravelroad zurück in Richtung Prince Albert.
Von dort war es nicht weit bis zur Abzweigung auf die R328, die erst durch eine enge Schlucht und dann durch die zum Unesco-Weltnaturerbe zählenden Swartberge nach Süden führt.
Die Gebirgskette trennt die Große von der Kleinen Karoo und verbindet Prince Albert mit Oudtshoorn - unser Ziel an diesem Tag.
Wir waren den berühmten Swartberg Pass zwei Jahre zuvor erstmals gefahren und hatten die relativ einsame Strecke so gemocht, wie es etliche Fotos und Reiseberichte prognostiziert hatten. In Serpentinen und vielen Schleifen windet sich die 27 Kilometer lange Schotterpiste spektakulär durch die Berge und eine herrliche Landschaft.
Wir hatten alle Zeit der Welt und genossen die tollen Ausblicke. Von den unterschiedlichen Aussichtspunkten hat man eine herrliche Rundumsicht.
Zwischenstopp am Teeberg mit 360°-Blick auf die Strecke und die umliegende Landschaft.
Der Straße eilt auch der Ruf voraus, eine fahrerische Herausforderung oder gar gefährlich zu sein. Auch diesmal empfanden wir das nicht so, es sind nur wenige Stellen, wo der Puls etwas stieg.
Glücklicherweise waren auch diesmal nur wenige Autos unterwegs, und wenn es Gegenverkehr gab, konnten wir ihn schon allein anhand der Staubwolke von Weitem kommen sehen und ggf. an einer passenden Stelle warten.
Die schmalen Passagen, an denen keine zwei Autos nebeneinanderpassen, sind wenige und kurz, die meisten Kurven von weit einsehbar. Hinter den alten steinernen Begrenzungen (Erbaut 1883 bis 1888) geht es zwar manchmal steil abwärts, doch wir mussten praktisch nie wirklich bis an den Abgrund heranfahren. Aufgrund des geringen Verkehrs konnten wir sogar mitten auf der Straße anhalten, wenn wir das wollten.
Schließlich erreichten wir die Passhöhe auf 1.585 m.
Schon kurz danach legten wir den nächsten Stopp ein. Zwei Jahre zuvor hatte auf diesem Plateau nach einem Buschbrand schwarze Ödnis geherrscht. Nun blühten hier noch jede Menge Proteen. Damit hatten wir überhaupt nicht gerechnet, dachten wir doch, die Blütezeit sei längst vorbei.
Wir stellten den Wagen an der Abzweigung zur wohl etwas wilden Piste ins Gamkaskloof-Tal ab, in das wir vom Haus Fonteinskop hinuntergeblickt hatten.
Begeistert liefen wir zwischen den Büschen und den Blüten umher, die auch Cape Sugarbirds (=Kaphonigvogel) magisch anzogen.
Ich stieg den hübschen Vögeln mit den auffällig langen Schwanzfedern hinterher, während sich Thomas wieder ins Auto setzte. Er war noch nicht wieder bei Kräften und weit von seiner Bestform entfernt.
Schließlich fuhren wir weiter und auf der anderen Seite der Berge wieder hinunter. Der deutlich unspektakulärere Teil des Passes, für den wir letztlich nach viel Bummelei insgesamt gut eineinhalb Stunden gebraucht hatten.
Am Fuß der Berge wechselt der Straßenbelag wieder zu Asphalt. Nun war es nur noch Formsache, bis wir unser Ziel in Oudtshoorn erreicht hatten.
Wie schon 2023 waren wir vor allem aus einem Grund gekommen: wegen der Erdmännchen. Die sind auf einem riesigen, unangetasteten Grundstück der De Zeekoe Guest Farm Zuhause und können im Rahmen einer geführten Tour aus nächster Nähe beobachtet werden.
Weil man dort auch sehr schön etwas außerhalb von Oudtshoorn wohnen kann und uns die Stadt selbst überhaupt nicht reizt, hatten wir uns erneut dort eingemietet. Diesmal sogar für zwei Nächte.
Wir kamen deutlich vor dem Check-in an und setzten uns im üppig grünen Garten in den Schatten. Die vielen Vögel um uns herum vertrieben uns die Zeit.
Thomas schaute sehnsüchtig zum großen Swimmingpool, auf den er sich sehr gefreut hatte, nachdem er vor zwei Jahren begeistert seine Bahnen darin gezogen hatte. Daraus würde allerdings diesmal nichts werden. Er war leider noch zu angeschlagen.
Nach dem Mittagessen bezogen wir unser großzügiges, kühles Zimmer im Nebentrakt und parkten das Auto direkt vor unserer Haustür. Sehr praktisch, wie auch die Tee- und Kaffeestation auf dem Sideboard, wenn man wie wir am nächsten Morgen in aller Herrgottsfrühe los muss.
Wir richteten uns ein und Thomas verzog sich ins Bett. Sein Bedarf an Aktivitäten war erst einmal gedeckt. Ich schnappte mir beim Restaurant erst ein Stück des noch warmen Kuchens, der täglich für die Gäste kostenfrei bereitsteht, und dann das Auto, um das weitläufige Farmgelände zu erkunden. An der Rezeption hatte ich eine Karte bekommen.
Auf den Feldern tummelten sich Störche und Reiher, die in großen Schwärmen über mich hinwegflogen. Die Piste führte weiter bis zu einem See. Hier gab es Wasservögel, die aber allesamt auf Distanz blieben, sowie einige Selbstversorger-Unterkünfte. Schön gelegen, aber nicht so schön wie das, was wir schon auf dieser Reise gesehen und erlebt hatten.
Abends begleitete mich Thomas zum Essen, ich freute mich, dass er dafür wieder fit genug war. Wir beschlossen den Tag auf der Terrasse, von dort hatten wir einen tollen Blick ins Grüne und in die Berge.
Wir versuchten früh zu schlafen, was Thomas wie immer bestens und mir leidlich gelang. Die Nacht war kurz. Schon um 4.45 Uhr klingelte der Wecker.
Hallo Beatnick, vielen herzlichen Dank für deinen Reisebericht und ganz besonders für die wunderbaren Fotos der Protea – sie sind wirklich beeindruckend! Bei diesem trüben Wetter sind sie ein wahrer Lichtblick und erhellen die Stimmung. Viele Grüße, Sabine
nun habe ich hier mal wieder aufgeholt und bin wie immer begeistert von Deinen Berichten und den wunderbaren Fotos. Die Übernachtung im Freien in Kagga Kamma wäre auch genau meins gewesen. So eine Aussicht beim Aufwachen ist einfach ein Geschenk. Genial! Danke für die guten Übernachtungstipps in dieser Region. Zum Glück geht es Thomas nun auch wieder besser und so könnt Ihr den Rest der Reise hoffentlich ohne weitere gesundheitliche Ausfälle genießen. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201601. Aug. 2025 ·
Hallo ihr Lieben,
Makalani schrieb:vielen herzlichen Dank für deinen Reisebericht und ganz besonders für die wunderbaren Fotos der Protea – sie sind wirklich beeindruckend!
Vielen Dank für das Danke, Sabine! Ich möchte gern mal hin, wenn wirklich die Fynbos-Blütezeit ist. Das muss toll sein. Mal sehen, wann wir das schaffen. Und dann auch noch mal Kirstenbosch in der Zeit.
tina76 schrieb:nun habe ich hier mal wieder aufgeholt und bin wie immer begeistert von Deinen Berichten und den wunderbaren Fotos.
🤪 😘
tina76 schrieb:Die Übernachtung im Freien in Kagga Kamma wäre auch genau meins gewesen. So eine Aussicht beim Aufwachen ist einfach ein Geschenk.
Das stimmt, das war wirklich wunderbar. Unvergesslich!
Liebe Betti, auch ich bin mit ein paar Tagen Verzögerungen immer wieder dabei und genieße jedes Wort und Bild in deinem gewohnt fantastischen Bericht - wirklich super nett, dass du die Zeit investierst und dir soviel Mühe machst!
Letztes Jahr habe ich mich zwischen Kagga Kamma und der Bushmanskloof Wilderness entscheiden müssen - letztere hat aufgrund eines Specials (Preis) "gewonnen" - insofern interessant nun zu sehen, was wir verpasst haben. In Fonteinskop/Weltevrede waren wir auch schon - bei einer möglichen Wiederholung kann ich nur empfehlen zur Feigenernte dort zu sein - so saftige Feigen, auch Granatapfel, haben wir noch nie gegessen. Es stand eine riesige Schüssel in der Unterkunft und auf Nachfrage haben wir noch mehr bekommen. (Die Folgen 😮 waren uns egal 😄 )
Ach ja, Südafrika geht irgendwie immer und wird nie langweilig... Ich danke dir und beste Grüße aus dem Süden, Nette
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201605. Aug. 2025 ·
Hallo ihr Lieben,
vielen Dank für eure Post! Das motiviert sehr. Leider komme ich im Moment kaum einmal zum Schreiben, aber ich denke, heute Abend kann es weitergehen.
speed66 schrieb:auch ich bin mit ein paar Tagen Verzögerungen immer wieder dabei und genieße jedes Wort und Bild in deinem gewohnt fantastischen Bericht - wirklich super nett, dass du die Zeit investierst und dir soviel Mühe machst!
Hi Nette, 1000 Dank für das schöne Kompliment! Man macht es ja u.a. auch für sich selbst, ich lese manchmal mit großem zeitlichen Abstand bestimmte RB im Forum noch einmal. Auch unsere eigenen. Es sind einfach schöne Erinnerungen...
speed66 schrieb:Letztes Jahr habe ich mich zwischen Kagga Kamma und der Bushmanskloof Wilderness entscheiden müssen - letztere hat aufgrund eines Specials (Preis) "gewonnen".
Das sieht aber auch fantastisch aus, ist glaube ich nochmal eine ganze Umdrehung Komfort und "Luxus" mehr?! Es würde mich sehr interessieren, wie es euch dort gefallen hat, Freunde waren extrem begeistert. Wir kehren bestimmt zurück in die Gegend.
speed66 schrieb:so saftige Feigen, auch Granatapfel... Es stand eine riesige Schüssel in der Unterkunft und auf Nachfrage haben wir noch mehr bekommen. (Die Folgen 😮 waren uns egal)
Hmhmhm, was meinst du nur? 😉 😄
speed66 schrieb:Ach ja, Südafrika geht irgendwie immer und wird nie langweilig...
Das bringt mein späteres Fazit so ziemlich in einem Satz auf den Punkt.
casimodo schrieb:DAS ist mal wieder so ein "Betti-Satz" bei dem ich sofort Fernweh bekomme!
😊 😘
casimodo schrieb:Schön, dass es Euch auf der Figfarm auch so gut gefallen hat!
Ja, einfach extrem entspannt. Ich würde da wirklich auch gerne mal im Nachbartal wandern gehen.
casimodo schrieb:Soooooo schade, dass es Thomas so gebeutelt hat
Das ist leider so. Gesund wäre noch mehr drin gewesen an Aktivitäten und Erlebnissen auf dieser Reise. So haben wir (auch ich) uns quasi "zwangserholt". In der Rückschau ist mir aufgefallen, dass doch häufiger in unserer Hauptreisezeit Januar mindestens einer von uns angeschlagen in den Flieger steigt. Ist dann natürlich auch so die Jahreszeit dafür. 🙁
Bis hoffentlich später, eine schöne Woche und ein dickes Danke für die Dankies! Betti
Liebe Betti, ein ganz dickes Danke zwischendurch. Ich bin weiter begeistert dabei und mein Fernweh kann eigentlich nicht mehr schlimmer werden. Aber bei uns heißt es momentan noch viel Geduld üben auch wenn die letzte große Reise schon wieder fast 5 Monate zurück liegt. Aber Südtirol als kurze Auszeiten über lange Wochenenden ist ja auch immer wieder schön 🙂 .
@Nette mich würde ja brennend interessieren, wie Du das Special gefunden hast, denn die Landschaft ist dort ein Traum und das Essen war zumindest super super lecker und so träume ich schon lange von einer Wiederholung.
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201605. Aug. 2025 ·
17.1.: Besuch bei den Erdmännchen, Tag I
Nach einer Katzenwäsche und Tee und Kaffee im Zimmer griffen wir unsere Rucksäcke, die wir schon am Vorabend gepackt hatten, setzten uns ins Auto und machten uns noch im Dunkeln auf den Weg zum Gelände der "Five Shy Meerkats" - ein etwas irreführender Name, denn es sind natürlich viele, viele mehr als nur fünf.
Wir kannten den Weg noch von vor zwei Jahren. Auf guter Pad fuhren wir quer über das Farmgelände, vorbei an Straußengehegen und Feldern und dann noch ein paar Meter auf der Straße, bevor wir dem Wegweiser in Form eines Erdmännchens zum Ziel folgten. Nach einer knappen Viertelstunde Fahrt waren wir gegen halb Sechs da.
Wir nahmen uns Tee und Kaffee und warteten ab, bis auch die restlichen Besucher eingetrudelt waren. Firmengründer Devey Glinister war auch so früh am Morgen schon wieder in Fahrt war und klopfte fleißig Sprüche. Er ist ein sympathischer und redseliger Typ, der sich im Laufe seines Lebens nicht nur intensiv mit Erdmännchen auseinandergesetzt, sondern auch ein florierendes Geschäft daraus entwickelt hat.
Eine klassische Win-win-Situation: Hätte er das nicht getan, wäre das wilde und natürliche Habitat der Erdmännchen, das sich auf privatem Grund befindet, wohl von der Landkarte verschwunden. Und damit auch die Tiere.
2023 hatte Devey zumindest bei unserem Besuch noch alles selbst organisiert und durchgeführt. Nun hatte er expandiert und Assistenten ausgebildet, die seine Rolle als Guide übernahmen. Die relativ große Gruppe wurde aufgeteilt, die eine Hälfte blieb an Ort und Stelle.
Wir dagegen stiegen etwas überrascht wieder ins Auto und folgten unserem Guide zu einem anderen Bereich des riesigen Geländes - das Reich einer weiteren Erdmännchen-Familie, von denen es in der Little Karoo etliche gibt. Unterwegs hatten wir bereits schöne Begegnungen mit anderen Bewohnern dieser kargen Landschaft.
Schließlich parkten wir die Autos am Ende eines Feldweges, nahmen jeder einen Anglerstuhl und hockten uns nach einem kleinen Fußmarsch mit der Sonne im Rücken im Halbkreis mitten in die nur scheinbar verwaiste Landschaft.
Die Guides wissen, an welcher Stelle die Erdmännchen am Morgen auftauchen, weil sie am Abend zuvor beobachten, in welchem der vielen Gänge zum jeweiligen Bau sie zum Schlafen verschwinden. Dort starten sie dann auch wieder in den Tag.
Die Sonne war schon aufgegangen, aber noch rührte sich nichts. Der Guide überbrückte die Zeit mit vielen Erklärungen und Scherzen, das hatte er sicher von Devey gelernt. Vieles ist interessant und auch lustig, doch ich selbst mag es in der Natur stiller. Immerhin kann ich das ausblenden und die Ohren ziemlich gut auf Durchzug stellen.
So wie die Erdmännchen, die sich am Klang menschlicher Stimmen nicht stören. Und auch nicht an deren Anwesenheit. Sehr wohl aber zum Beispiel an scharrenden Geräuschen auf dem Boden, daher auch die Stühle für die Gäste (die nebenbei auch ziemlich bequem sind, vor allem beim Fotografieren).
Die Tiere leben vollkommen wild, sind aber habituiert, also den Anblick von Menschen gewohnt - wir sind Luft für sie. Zu seltener Verwirrung kommt es nur dann, wenn ein Erdmännchen von außen in den Familienverbund aufgenommen wird. Wachsam, wie Erdmännchen eben sind, meldet dieses Tier dann erst einmal einige Tage lang Alarm - was seine neuen Mitbewohner erst in Aufregung und dann in tiefes Erstaunen versetzt, weil sie den Grund dafür beim besten Willen nicht erkennen können.
Und dann ging es los: Das erste Erdmännchen steckte seinen Kopf aus dem Bau und checkte die Gegend.
Als die Luft rein war, krabbelten in einigen Metern Entfernung immer mehr Tiere an die Oberfläche.
Aufmerksam hielten sie Ausschau nach Feinden. Zumindest einige von ihnen. Andere waren noch nicht richtig wach und pennten immer wieder ein. Wackelig sackten sie in sich zusammen und kamen erst wieder zu sich, sobald sie umzukippen drohten.
Den Besuchern spielt allerdings nicht die anfängliche Schläfrigkeit der Meerkats in die Karten. Sie bleiben aus einem anderen Grund eine ganze Weile in der Nähe ihres Baus, bevor sie ihr Tagwerk beginnen. Was letztlich aus nichts anderem als fressen besteht. Morgens strecken sie daher zunächst ihre Bäuche der wärmenden Sonne entgegen, damit der Verdauungsapparat in die Gänge kommt.
Zwei Jahre zuvor war es bei unserem ersten Besuch kalt und der Himmel bedeckt gewesen. Die Erdmännchen hatten einen "Heatball" geformt, um auf Temperatur zu kommen.
Diesmal war die Sonne zur Stelle und die Eindrücke waren ganz andere. Die Tiere liefen umher und bildeten immer neue Formationen.
Ich war in meinem Element und fand, das Kommen hatte sich wieder sehr gelohnt. Ich hatte jedes Zeitgefühl verloren und hätte den Erdmännchen stundenlang zuschauen können. Das war unterhaltsamer als jeder Kinofilm.
Schließlich kamen die Tiere sogar näher, um den besten Platz an der Sonne zu ergattern.
Nach gut 75 Minuten war das Morgenritual beendet und die quirlige Familie verschwand in den Weiten der Karoo.
Glücklich klappten wir die Stühle zusammen und gingen zurück zu den Autos. Als wir erzählten, dass wir am nächsten Morgen wiederkommen würden, war der Guide begeistert. Er wollte dafür sorgen, dass wir dann der Abwechslung halber die andere Erdmännchen-Familie beobachten könnten.
Gegen halb Neun waren wir zurück bei der Farm und gingen gemeinsam ausgiebig frühstücken.
Den restlichen Tag verbrachte ich im weitläufigen Garten, las, schwamm im Pool und beobachtete Vögel. Ich genoss die Ruhe und war froh, dass es Thomas immer besser ging. Er kam zwischendurch dazu, erholte sich aber noch weiter und blieb größtenteils im Zimmer.
Abends gingen wir ins Restaurant und Thomas bestellte stilecht Straußensteak. Danach setzten wir uns wieder auf dem Balkon und freuten uns über die schönen Dinge, die wir schon wieder erlebt hatten. Und natürlich auf die, die noch kommen würden.
Geografisch waren wir am östlichsten Punkt unserer Reise angelangt. Ab dem nächsten Tag würde es - glücklicherweise mit einigen Zwischenstationen - langsam wieder in Richtung Kapstadt gehen.
Old Women1'543 Beiträge · seit 201306. Aug. 2025 ·
Hallo Betti, da wäre ich auch sehr glücklich gewesen 🙂 . Was für ein schönes Erlebnis, und da es in der Ecke ja sonst auch nicht so viel zu sehen gibt, habt ihr gut daran getan, euch auszuruhen. Das nennt man wohl einen perfekten Urlaubstag. Mann, Mann, deinen Thomas hatte es aber gut erwischt. 😮 . Das Ganze zieht sich ja nun schon gut 1 Woche hin, und wirklich fit war er ja wohl immer noch nicht wenn er schon freiwillig das Zimmer den Rest des Tages nicht mehr verlässt 😮 !
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201608. Aug. 2025 ·
Moin moin Beate,
Old Women schrieb:Was für ein schönes Erlebnis, und da es in der Ecke ja sonst auch nicht so viel zu sehen gibt, habt ihr gut daran getan, euch auszuruhen.
Das stimmt, ich finde Oudtshoorn abgesehen von den Erdmännchen auch nicht so prickelnd.
Old Women schrieb:Mann, Mann, deinen Thomas hatte es aber gut erwischt. Das Ganze zieht sich ja nun schon gut 1 Woche hin
Allerdings, so war es mir davor im Dezember auch gegangen. Letztlich hatte er länger Fieber als ich, war aber ein paar Tage schneller wieder auf den Beinen. Vielleicht hat seine Grippeimpfung geholfen, vielleicht hatte er auch was ganz anderes. Aber nach einer Woche ging es dann schon wieder deutlich bergauf und dann konnten wir auch wieder alles machen, was wir uns vorgenommen hatten. Wenn auch vielleicht erst einmal nicht ganz so intensiv und in gewohntem Tempo 🙂.
Liebe Betty, ich lieeeebe deine Fotos – sie sind einfach beeindruckend! Besonders schön finde ich, dass wir viele der Orte, die ihr besucht habt, im Februar auch sehen werden. Die Erdmännchen-Tour steht bei uns ebenfalls auf dem Plan, und ich freue mich jetzt schon riesig darauf. Die Fotos sind unglaublich ansprechend und lassen mich dahinschmelzen. Dein Bericht ist für mich wie eine leckere Vorspeise und macht Lust auf mehr 😄 Liebe Grüße, Silvia
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201615. Aug. 2025 ·
Hallo Silvia,
Nacho schrieb:ich lieeeebe deine Fotos – sie sind einfach beeindruckend! Besonders schön finde ich, dass wir viele der Orte, die ihr besucht habt, im Februar auch sehen werden. Die Erdmännchen-Tour steht bei uns ebenfalls auf dem Plan, und ich freue mich jetzt schon riesig darauf.
vielen lieben Dank für deine tollen Komplimente und deine ansteckende Begeisterung! Ich freue mich sehr, dass wir deine Vorfreude schüren können, und ich finde, ihr könnt euch tatsächlich auf was freuen. Es ist einfach wunderschön dort.
Hier geht es dann auch bald endlich mal weiter (ich komm grad zu nix irgendwie), erst einmal mit mehr Erdmännchen. 🙂
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201617. Aug. 2025 ·
18.1.: Besuch bei den Erdmännchen, Tag II
Als wir am nächsten Morgen um 5.30 Uhr erneut bei den "Five Shy Meerkats" auf der Matte standen, begrüßten uns Firmeninhaber Devey und sein Team wie alte Bekannte. "Da seid ihr ja wieder."
Wir blieben wie vereinbart an Ort und Stelle, um eine andere Erdmännchen-Familie beobachten als am Vortag zu können. Wir nahmen wie die anderen Frühaufsteher einen Stuhl aus dem Container und liefen ein kurzes Stück tiefer in die Landschaft hinein. Als wir stoppten, erinnerte ich mich an die Stelle - ungefähr hier waren wir zwei Jahre zuvor bei unserem ersten Besuch schon einmal gewesen.
Es war wieder auch so früh am Morgen schon angenehm warm und meine Vorfreude ungebrochen.
Der junge Guide signalisierte uns, noch zu warten, platzierte die andern Gäste, nahm uns beiden dann die Stühle aus der Hand und stellte sie so in die Mitte der Reihe, dass wir die Sonne exakt im Rücken hatten. Es war perfekt. Wahrscheinlich hatten wir mittlerweile so etwas wie einen Stammkunden-Status.
Nun hieß es wieder gespannt warten, wenn auch nicht allzu lange, denn schon raschelte es im Gras. Es waren aber nur andere kleine Bewohner der Karoo.
Als dann schließlich der erste wackere Kundschafter seine Nase aus dem Bau steckte, fiel ich fast vom Hocker. Er war vielleicht eineinhalb Meter von mir entfernt. Ich hätte mich beinahe nach vorne lehnen und ihn anfassen können - zumindest theoretisch.
Die Party kam nun in die Gänge, immer mehr Familienmitglieder tauchten an der Oberfläche auf und reckten ihre Bäuche in die Sonne.
Unterm Strich wuselten rund 15 Tiere direkt vor unseren Augen herum.
Manch einer brauchte wohl noch seinen Morgenkaffee, um in die Gänge zu kommen.
Bei den jüngeren Semestern war dagegen schon Action angesagt. Kuscheln, raufen - und manchmal auch beides gleichzeitig.
Wie die Zinnsoldaten bauten sich die Meerkats vor uns auf, immer auf der Hut, wenn irgendwo ein verdächtiges Geräusch zu hören war oder ein Greifvogel in Sicht.
Wenn Erdmännchen stehen, dann nicht auf zwei Beinen. Zumindest nicht nur. Der Schwanz ist die wesentliche Stütze.
Wie am Vortag war die tolle Show nach gut einer Stunde vorbei.
Ein Tier machte den Anfang und lief mit aufgestelltem Schwanz voraus - für die anderen das Zeichen: nix wie hinterher!
Wir klemmten die Stühle unter die Arme und gingen zurück. Devey fragte, welcher Besuch der beste gewesen sei. Wir konnten es beim besten Willen nicht beantworten. Sie waren vollkommen unterschiedlich und jeder auf seine Art besonders gewesen.
Die "Heatballs" bei kühlen Temperaturen vor zwei Jahren, die Formationen am Vortag und die Nähe an diesem Morgen - alles hatte seinen speziellen Reiz gehabt.
Zurück am Auto gab es noch einmal ein unverhofftes Wiedersehen. Die Meerkats waren noch nicht weit gekommen und suchten in der niedrigen Vegetation eifrig nach Nahrung - bis auf den Wachtposten.
Der hatte die Zweige eines Gebüschs erklommen und hielt pflichtschuldig Ausschau nach möglichen Feinden.
Ein letzter Blick, dann fuhren wir zurück zur Farm, frühstückten in aller Ruhe und rollten schließlich um kurz nach Neun vom Hof. Nächster Halt: De Hoop.
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201618. Aug. 2025 ·
Immer noch 18.1.: Wiedersehen mit De Hoop
Das De Hoop Nature Reserve war eine Wiederholung für uns, und wir hatten gar nicht lange überlegen müssen - es war klar, dass wir dort auch diesmal wieder Station machen würden. Vor allem die Dünenlandschaft ist unvergleichlich schön, dazu üppiger Fynbos und tolle Wohnmöglichkeiten mit Tieren direkt vor der Haustür, kurzum: Wir sind Fans.
Beim ersten Besuch waren wir gleich drei Nächte geblieben und hatten in den Tagen längst nicht alles geschafft, was das Gebiet so hergibt. Nun hatten wir zwei Nächte gebucht. Besonders eine Küstenwanderung stand auf der Wunschliste, und glücklicherweise war Thomas - wenn auch noch leicht an- bzw. abgeschlagen - auch wieder in der Verfassung dafür.
Als wir die letzten 50 Kilometer auf der guten Schotterpiste unter die Räder nahmen, die zum Gate führt, stieg die Vorfreude. Kurz hinter dem Schlagbaum blickten wir hinunter auf die Landschaft und die Straße, die mitten hindurch und zum Meer führt.
Wir rollten hinunter und bogen auf ungefähr halber Strecke nach rechts zur Opstal Area ab, dem Hauptcamp in De Hoop. Wir sahen gleich, dass es weniger Niederschläge gegeben haben musste als zwei Jahre zuvor. Das Gras rund um De Hoop Collection, einer Ansammlung unterschiedlicher Unterkünfte, die fast ein winziges Dorf mit Cottages, Suiten, Campingsites, Restaurants und zwei Swimmingpools bilden, war braun und verbrannt. Das Empfangskomitee bestand so aus viel weniger Tieren als beim letzten Mal.
Strauße, ein paar versprengte Antilopen, aber keine Mountainzebras, die ich so mochte und die 2023 Stammgäste auf den Grasflächen rund ums Camp gewesen waren. Ich hatte es damals fast für selbstverständlich genommen. Aber auch hier folgen die Tiere eben den Regeln der Natur.
Wir waren auf den rund 280 Kilometern von Oudtshoorn wunderbar durchgekommen und etwas vor der Check-in-Zeit da. Dennoch konnten wir schon ins Zimmer. Bei unserem ersten Besuch waren wir für die drei Tage zumindest zum Teil Selbstversorger gewesen und hatten ein sehr stilvolles kleines Cottage mit Küche und zweitem Schlaf-/Kinderzimmer bewohnt.
Nun bezogen wir eine der Suiten, die letztlich großzügige Zimmer mit Bad sind. Der Stil gefiel uns gut und es gab sogar einen Kamin - zumindest in dieser Jahreszeit überflüssig, aber ein hübsches Dekor. Es roch angenehm nach Holzfeuer.
Nur der Kronleuchter und ich standen von Beginn an auf Kriegsfuß, und nachdem ich mit meinen 1,82 m zum dritten Mal mit dem Kopf dagegen gelaufen war, band der findige Thomas eine Leine daran fest. Fortan war ich gewarnt und lief brav und unfallfrei um die Strippe und ihren Träger drumherum.
Als wir uns eingerichtet hatten, machte ich einen kleinen Rundgang über die weitläufige Anlage. Sie hat viel Charme mit dem alten Hauptgebäude im kapholländischen Stil und den riesigen Bäumen.
Ich folgte einem hämmernden Geräusch und fand einen Specht, der entweder sehr ausdauernd mit sich selbst flirtete oder ebenso ausdauernd sein Spiegelbild attackierte. Vielleicht waren aber auch die Fensterrahmen besonders reizvoll, auf die er leidenschaftlich und ohne erkennbaren Grund einhackte.
Dann sammelte ich Thomas ein, der sich etwas ausgeruht hatte, und gemeinsam fuhren wir am späteren Nachmittag in Richtung der Dünen.
Das Wegenetz ist denkbar einfach und wir waren ja gefühlt gerade erst da gewesen, und dennoch standen wir plötzlich vor einem Hindernis, das zwei Jahre zuvor noch nicht existiert hatte.
Der Weg, der rechts ums Vlei herum in eine Sackgasse geführt hatte, war - offenkundig dauerhaft - überschwemmt. Man konnte nun also nicht mehr ein Stück um die Lagune herumfahren. Das war überraschend, aber auch nicht zu ändern, wir hatten den Ausblick von dort zwei Jahre zuvor gemocht. Immerhin sammelten sich an dieser neuen Wasserstelle ziemlich viele Tiere. Die hübschen Kudus und Rehantilopen waren von Zecken geplagt - die Ärmsten.
Über eine kleine Umfahrung gelangten wir auf den Hauptweg entlang der Dünen und waren knapp 20 Minuten später am Parkplatz von Koppie Alleen. Von dort liefen wir zunächst hinunter zu einem einsamen Häuschen, in dem sich ein nettes Café befindet.
Dort beginnt auch ein Wanderweg über bewachsene Dünen und entlang der felsigen, zerklüfteten Küste von Bucht zu Bucht, den wir uns für den nächsten Tag vorgenommen hatten. Er ist Teil des mehrtägigen "De Hoop Whale Trail" (knapp 54 Kilometer) - von Mai bis November lassen sich von den Dünen Wale beobachten.
Das Café hatte gerade geschlossen. Wir gingen also zurück und dann über einen Holzsteg und einen sandigen Weg in die Dünen hinein, die auf dieser Seite kaum bewachsen und strahlend weiß sind.
Obwohl ich schon wusste, was und erwartete, raubte mir der Anblick einmal mehr den Atem.
Wir liefen los, Düne rauf, Düne runter. Eine herrliche, aber auch anstrengende Angelegenheit, denn der Sand sieht nicht nur aus wie Puderzucker, sondern ist auch ebenso fein. Zwei Schritte vor, einen zurück erklommen wir einige der bis zu 20 Meter hohen weißen Hügel, die teilweise direkt ins Meer stürzen.
Weit und breit waren wir die einzigen Menschen, das war schon vor zwei Jahren morgens und abends so gewesen und wunderte mich erneut, denn das Camp war zwar nicht rappelvoll, aber auch alles andere als schlecht gebucht. Wo waren die Menschen nur, wenn nicht um diese Uhrzeit hier?
Leider hatten wir einen kleinen taktischen Fehler gemacht und uns für 20.15 Uhr zum Abendessen im Restaurant angemeldet - der letzte mögliche Slot. Das Timing passte allerdings nicht, wir mussten schon vor Sonnenuntergang los, um das zeitlich zu schaffen. Die zwölf Kilometer vom Parkplatz bei Koppie Alleen bis zu unserer Unterkunft hatten wir schon beim letzten Mal mehrfach unterschätzt.
Die Vernunft siegte, und so sahen wir nur von unterwegs, wie die sinkende Sonne die Dünen in ein rotes Licht tauchten. Am nächsten Tag wollten wir das besser planen.
Wir kamen rechtzeitig im Fig Tree Restaurant an, wo die meisten Gäste ihre Teller schon blankgeputzt hatten. Wir genossen das leckere Essen und den sympathischen Service und kippten schließlich ausgepowert, aber glücklich ins Bett. Erdmännchen zum Sonnenaufgang und Dünenspaziergänge im Abendlicht - das schafft wohl nur Südafrika.
Neben dem, dass ich auch ein De Hoop Fan bin (waren schon 3x dort) muss ich aber als Erstes mein Lob zu den Erdmännchen Fotos "da lassen" Betti, Thomas - das ist der Wahnsinn 🤩 eure Fotos sind so was von toll und auch bei der Menge, wo "man" normal weiterblättert - ihr hättet keines weglassen dürfen! Absolut fantastisch, witzig und jedes für sich excellent. Danke für den Augenschmaus! Freu mich auf mehr (eilt aber nicht, Frankreich ruft), LG Nette
Um noch auf deine und Elisabeths Frage einzugehen
@Nette mich würde ja brennend interessieren, wie Du das Special gefunden hast,
Wir waren vor einem Jahr dort, im August 24 (Wildblumenzeit) und es gab ein Winterspecial mit 3=2, sowohl auf deren Homepage, ich hatte zum gleichen Preis dann über Meiers Weltreisen gebucht. Die große Unterkunft war toll, direkt am See gelegen, das Essen war sehr gut (Frühstück, High Tea, 3 Gang Dinner mit Auswahl). Morgens ging es mit dem Ranger zu ganz tollen Rockarts (manchmal sehr abenteuerlich mit über Flüsse springen) und abends gabs den Sundowner nach einem Gamedrive (Elands, Strauße, Zebras etc. - "nett"). Das Highlight waren die Felszeichnungen in der tollen Landschaft (wir mögen die Cederberge sehr). Würde eine 9 von 10 vergeben. Der Preis für 2 Personen war für die 3 N 1.140 € (FBB) - also kein wirkliches Schnäppchen...
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201624. Aug. 2025 ·
Hallo liebe Nette,
speed66 schrieb:Neben dem, dass ich auch ein De Hoop Fan bin (waren schon 3x dort)
Wow! Würde ich auch jederzeit wiederholen...
speed66 schrieb:mein Lob zu den Erdmännchen Fotos "da lassen". Betti, Thomas - das ist der Wahnsinn und auch bei der Menge, wo "man" normal weiterblättert - ihr hättet keines weglassen dürfen!
Es sind schon sehr viele, zugegeben - und es gibt noch viel mehr. 😎 Aber letztlich ist es auch für uns eine schöne Erinnerung und so haben wir hier und da Fünf gerade sein und ein paar Fotos mehr dringelassen. Schön, dass es dir gefällt. 😘
speed66 schrieb:Wir waren vor einem Jahr dort, im August 24 (Wildblumenzeit) und es gab ein Winterspecial mit 3=2, sowohl auf deren Homepage, ich hatte zum gleichen Preis dann über Meiers Weltreisen gebucht...
Vielen lieben Dank für den Tipp! Ich werde das mal im Hinterköpfchen behalten...
BeatnickThemenstarter1'718 Beiträge · seit 201625. Aug. 2025 ·
19.1.: Weiße und bunte Dünen in De Hoop
Am Morgen weckte mich ein besonders schöner und markanter Ruf. Später fanden wir den Verursacher bei uns oben auf dem Dach.
Mitteilsamer Bokmakiri
Ohnehin war ziemlich was los rund ums Haus. Eine große Straußenfamilie hatte Hof und Garten mit Beschlag belegt und als wir aus der Tür traten, hatten wir gehörigen Respekt vor den erwachsenen Tieren, die mit ihren langen Hälsen um die Ecke lugten. Wir blieben auf Distanz und gingen unserer Wege, und dasselbe taten sie auch. Die vielen kleinen Strauße waren sehr niedlich mit ihren Köpfchen wie gehäkelt und dem Unterbau, der aussieht wie ein großes Ei auf Stelzen.
Wir waren etwas zu früh dran und die Pforten des Restaurants noch geschlossen. Weiter unten bei einem riesigen Baum entdeckten wir einen Southern Boubou, der einen großen Käfer (Maikäfer?) nach allen Regeln der Kunst sezierte. Brrrr...
Erstaunlicherweise hatte ich trotzdem Hunger, als das Fig Tree Restaurant kurz darauf öffnete.
Alles andere wäre auch schade gewesen, denn das Frühstück war üppig und lecker. Um halb Neun setzten wir uns ins Auto und fuhren ein weiteres Mal in Richtung der Dünen.
Unterwegs beobachteten wir ein übermütiges Zebrafohlen, das uns mal neugierig studierte und dann wieder lustige Bocksprünge fabrizierte. Sehr süß.
Bei Koppie Alleen unternahmen wir erst einmal wieder den schon bekannten Abstecher nach rechts in das scheinbar endlose Dünenmeer.
Der weiße Sand und der blaue Ozean strahlten in Sonnenlicht.
Der Plan war aber eigentlich ein ganz anderer, und so marschierten wir so zügig wie im tiefen Sand möglich in Richtung des Bites Beach Café, das inmitten der Dünenlandschaft liegt.
Von dort führt eine lange Holztreppe hinunter an den Strand und dann ein Küstenwanderweg von Bucht zu Bucht sowie über Klippen und bewachsene Dünen.
Wir waren zwei Jahre zuvor nicht gerade bequem gewesen, doch diesen Weg hatten wir zeitlich nicht auch noch geschafft. Nun genossen wir die am Morgen noch klare Luft und die tollen Ausblicke über die Küste und das Meer.
Man kann gefühlt endlos laufen. Wir hatten uns aber keine bestimmte Distanz vorgenommen, sondern wollten uns treiben lassen und vor allem schauen, wie weit Thomas nach seinem mittlerweile weitgehend ausgestandenen Infekt kam.
Die Wanderung ist glücklicherweise nicht sehr fordernd, aber wunderbar abwechslungsreich. Wir genossen die Bewegung, die Einsamkeit und die herrliche Natur. Weit über uns zog ein Osprey seine Kreise.
Nach knapp eineinhalb Stunden kehrten wir um und gingen langsam zum rustikalen, aber geschmackvoll und im Stile einer Strandbude eingerichteten Café zurück. Wir tranken Tee und Kaffee und streckten die müden Beine aus.
Zurück im Zimmer haute sich Thomas aufs Ohr, er brauchte weiterhin Ruhepausen und Erholung. Ich machte einen Spaziergang übers Gelände und besuchte den Specht, der seinen Wirkungskreis nicht unbedingt vergrößert hatte.
Er flog zwischen einem Baum und dem Fenster hin und her, dessen Rahmen er wieder voller Inbrunst beackerte.
Es war mittlerweile nicht nur windig, sondern sogar stürmisch geworden. Der Staub flog mir nur so um die Ohren und in die Augen. Die Sunbirds drehten sich stromlinienförmig in den Wind und wehten trotzdem fast vom Baum. Ich floh ins Zimmer und hoffte, dass meine Abendpläne durch den Sturm nicht ins Wanken gerieten.
Wir gingen es diesmal anders an als am Vortag und schon gegen 18 Uhr essen. Lecker war es sowieso und hungrig waren wir auch, das Frühstück war schon lange her. Vor allem aber wollte ich mir einen großen Wunsch erfüllen und bei Sonnenuntergang in den Dünen sein.
Zwei Jahre zuvor hatte das aus unterschiedlichen Gründen nicht so richtig geklappt, und am Vortag hatten wir frühzeitig zum (späten) Abendessen zurückfahren müssen. Nun, so hoffte ich, würde es was werden.
Immerhin: Der Sturm hatte sich gelegt. Mehr als nur eine Randnotiz, denn ich hatte schon erlebt, wie sehr peitschender Sand auf der Haut schmerzen kann. Und Kameras und Sand vertragen sich sowieso nicht. Ich schaute auf die Uhr. Auch das Timing war perfekt.
Wir hatten keine Eile und rollten langsam durch die schöne Fynbos-Landschaft zum Parkplatz bei Koppie Alleen, wo wir erneut das einzige Auto waren.
Wieder stiefelten wir durch die Dünen und ich war happy. Wir sogen die friedliche Stimmung in uns auf, die traumhafte Kulisse blieb, das Licht wechselte ständig.
Wir liefen von Hügel zu Hügel, die mal gelb, mal orange und schließlich rosa gefärbt waren.
Schließlich setzte ich mich in den Sand und beobachtete zufrieden, wie die Sonne zusehends hinter den Dünen verschwand.
Noch bevor sich die Sonne ganz verabschiedet hatte, machten wir uns auf den Rückweg: Man darf die Opstal Area nach Sonnenuntergang nicht mehr verlassen.
Im letzten Fitzel Tageslicht bogen wir in die Zufahrt ein. Über der Lagune flogen die Flamingos zu ihren Schlafplätzen.
jetzt isses aber gut! 😣 😉 😘 Ich hänge hier mit einer Erkältung am Grill herum und Euer Bericht tut schon wieder körperlich fast weh 😊 In De Hoop haben wir in 2006 unsere allererste Nacht in Südafrika verbracht, damals im lange abgebrannten Buchu Bushcamp. Es wird für uns immer ein Platz der Sehnsucht bleiben!