UDUDiThemenstarter443 Beiträge · seit 201427. Juni 2022 · #1@ Kenia - Spezialisten
Wir werden Ende des Jahres nach Kenia fliegen. Weiß jemand, wie die aktuelle Situation bezogen auf den Gelbfieberausbruch, den es im März im Isiolo County gegeben hat, aussieht? Unsere mitreisenden Freunde sind nicht geimpft und fürchten als ü 70 die möglichen schweren Nebenwirkungen, würden sich also lieber nicht impfen lassen. 😕
LG aus Aachen
Ute
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200627. Juni 2022 · #2Also hier stehen die nüchternen Infos dazu:
https://www.who.int/emergencies/disease-outbreak-news/item/2022-DON361Klingt für mich als Laie nicht wirklich zu gefährlich für Reisende...
Viele Grüße
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
waterlike873 Beiträge · seit 201427. Juni 2022 · #3Also so wirklich harmlos ist die Impfung nun wirklich nicht...
Besondere ärztliche Vorsicht ist geboten bei Personen über 60 Jahren. Diese scheinen ein besonderes Risiko für eine Nervenschädigung durch die Impfung zu haben. Die Anzeichen können sein: Fieber, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Kopfschmerz und Blutdruckabfall. Folgendende Krankheitsbilder können sich daraus weiterentwickeln: Übersäuerung des Körpers (metabolische Azidose) Auflösung von Muskel- und Lebergewebe, Veränderungen des Blutbildes, Nierenversagen und Atemstillstand. Daher sollte der Impfstoff nur Personen verabreicht werden, für die ein beträchtliches Risiko besteht, an Gelbfieber zu erkranken.
Die Impfung kann bei Personen mit gestörter Blutgerinnung bei Gabe in den Muskel zu schweren Blutergüssen führen. Daher sollte sie bei Blutern, Mangel an Blutplättchen oder gleichzeitiger Behandlung mit Antikoagulanzien ausschließlich unter die Haut gegeben
Sabine261'394 Beiträge · seit 200927. Juni 2022 · #4waterlike schrieb:Also so wirklich harmlos ist die Impfung nun wirklich nicht...
Besondere ärztliche Vorsicht ist geboten bei Personen über 60 Jahren. Diese scheinen ein besonderes Risiko für eine Nervenschädigung durch die Impfung zu haben. Die Anzeichen können sein: Fieber, Abgeschlagenheit, Muskelschmerzen, Kopfschmerz und Blutdruckabfall. Folgendende Krankheitsbilder können sich daraus weiterentwickeln: Übersäuerung des Körpers (metabolische Azidose) Auflösung von Muskel- und Lebergewebe, Veränderungen des Blutbildes, Nierenversagen und Atemstillstand. Daher sollte der Impfstoff nur Personen verabreicht werden, für die ein beträchtliches Risiko besteht, an Gelbfieber zu erkranken.
Die Impfung kann bei Personen mit gestörter Blutgerinnung bei Gabe in den Muskel zu schweren Blutergüssen führen. Daher sollte sie bei Blutern, Mangel an Blutplättchen oder gleichzeitiger Behandlung mit Antikoagulanzien ausschließlich unter die Haut gegeben
Was ist die Quelle hierzu?
waterlike873 Beiträge · seit 201427. Juni 2022 · #5HAHans-Wolf272 Beiträge · seit 201928. Juni 2022 · #6Mir fällt es schwer zu verstehen, wieso die Angst vor den Nebenwirkungen einer Impfung größer ist als die Angst vor einer tödlichen Krankheit. Eine vernunftgesteuerte Risikoabwägung kommt in der Regel zu einem anderen Ergebnis.
Aber ich habe auch gelernt, dass die die Menschen sind nun einmal so sind, wie sie sind, d.h. eher durch Emotionen als durch Vernunft gesteuert.
Wer dann dennoch in fortgeschrittenem Alter ohne Impfung in ein Gelbfiebergebiet reisen möchte, der muss sich a) einen Unverträglichkeitsstempel ins Impfbuch geben lassen (wird in der Regel akzeptiert) und sollte b) Gebiete mit virulenten Gelbfieberausbrüchen meiden. Ein Restrisiko bleibt.
waterlike873 Beiträge · seit 201428. Juni 2022 · #7@ Hans Wolf
das sehe ich natürlich genau so und bekomme am 15.7 meine Gelbfieberimpfung für Kenya/Uganda.
Aber die Abwägung muss jeder für sich selbst entscheiden. Was ich oben erwähnt habe ist einfach Fakt. Keine Wertung.
Mir persönlich wäre das Risiko ohne Impfung zu hoch.
Liebe Grüße,
Frieder
Strelitzie2'845 Beiträge · seit 201128. Juni 2022 · #8Moin,
hallo Ute,
bei
Fit for Travel steht die kürzere Variante der WHO - in Deutsch.
Gelbfieber
Eine Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden, die älter sind als 1 Jahr und aus Gelbfieber-Infektionsgebieten (Endemiegebieten) kommen.
Kenia gilt als Land mit Gelbfieber-Infektionsgebieten. Daher empfiehlt die WHO nachdrücklich die Impfung für alle Reisenden über dem 9. Lebensmonat in Gelbfieber-Infektionsgebiete.
Die WHO betont, dass für folgende Regionen keine Gelbfieber-Impfung empfohlen ist:
North Eastern Province, die Staaten Kilifi, Kwale, Lamu, Malindi und Tanariver in der Küstenregion, sowie die Städte Mombasa und Nairobi.Viele Grüße
Christina
CuF4'382 Beiträge · seit 201528. Juni 2022 · #9Liebe Ute, habe Dir eine PN geschrieben!
Gruß
Friederike
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200628. Juni 2022 · #10Wer dann dennoch in fortgeschrittenem Alter ohne Impfung in ein Gelbfiebergebiet reisen möchte
Ich glaube dies ist genau die Frage. Es gab im März in Kenia laut WHO die ersten Fälle seit mehr als zehn Jahren! Also erscheint mir eine Risikoabwegung schon etwas komplizierter. Ich persönlich würde (bin ich auch) eine Impfung gegen Gelfbieber machen. Aber das ist eben sehr subjektiv 😉
Viele Grüße
Christian
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Daktari79 Beiträge · seit 201028. Juni 2022 · #11Hallo Ute und alle anderen Interessierten an dieser Thematik,
mit sehr allgemein gehaltenen Informationen ist es schwierig in einem Forum Empfehlungen zu geben.
Das Alter - ab 60 Jahren - ist per se keine Kontraindikation für eine Gelbfieberimpfung!
Insgesamt sind bei weltweit über 600 Millionen Geimpften ca. 300 Fälle mit seltenen, schweren Impfkomplikationen und vereinzelt auch Todesfälle registriert worden, d.h. ca. 1:2 Millionen). Das Risiko für diese Impfkomplikationen wird bei Personen über 60 Jahre als erhöht beschrieben (laut Studien: 1.6 - 4 auf 100.000 Impfungen) – „erhöht“ ist natürlich relativ und hier ist das Risiko immer noch sehr gering. Ich rate davon ab, solche Medien wie „Onmeda.de“ (Tochterfirma der Funke Mediengruppe) als Quelle zu nehmen, da wird einem leicht suggeriert, dass das Risiko unangemessen hoch sei, was definitiv nicht der Tatsache entspricht!
Nichtsdestotrotz sollte bei den über 60-jährigen eine sorgfältige Nutzen-Risiko-Analyse betrieben werden; dazu gehören neben dem Gesundheitszustand mit individuellen Risikofaktoren u.a. auch die Art und Weise des Reisens, die genauen Reiseziele im Risikoland und auch die Länge des Aufenthaltes. Ich würde einen 70-jährigen, der für 2 Tage an die Iguazú-Wasserfälle reist, nicht zwingend gegen Gelbfieber impfen; einen 70-jährigen der für 6 Wochen nach West-Afrika reist dagegen schon!
Mein alter Professor führte immer gerne den folgenden Vergleich aus einer Studie in der Fachzeitschrift „Vaccine“ aus dem Jahre 2009 vor:
Risk of Yellow Fever per 2 week stay:
a) Afrika
Epidemiological areas: 1:200
InterEpidem areas: 1:2.000 – 1:10.000
b) South America: 1:20.000
Risk of SEA = severe adverse effect after Yellow Fever vaccination according to age groups
<60: 1:160.000
60-69: 1:80.000
>70: 1:40.000
Demzufolge ist das Risiko eines „severe adverse effects“ nach Impfung auch für über 70-jährige deutlich geringer, als sich in „low-risk areas“ wie Südamerika mit Gelbfieber zu infizieren! (Brasilien würde ich bei den „low risk areas `mal herausnehmen, nach den vermehrten Ausbrüchen in jüngerer Vergangenheit).
Vorgeschrieben ist die Impfung bei Einreise aus Europa nach Kenia nicht, insofern brauchen deine Freunde auch kein "exemption certificate", sofern ihr das Land nicht verlasst.
Für eine ca. 2-wöchige "typische Safari" durch Kenia ist das Risiko sicherlich überschaubar, wie Christian schon schreibt, gab es in den letzten 10 Jahren - abgesehen von wenigen eingeschleppten Fällen (u.a. aus Angola und Uganda) und dem Auftreten von Gelbfieberfällen im Isiolo County vor wenigen Monaten - keine großen Ausbrüche in Kenia.
Essenziell ist es, stets auf guten Mückenschutz zu achten - die Gelbfiebermücke, „Aedes aegypti“, ist im Gegensatz zu den Malaria-übertragenen Anopheles-Mücken tagaktiv und nicht nur der Hauptüberträger von Gelbfieber, sondern auch von Dengue, Zika und Chikungunya!
Mit besten Grüßen,
Uwe
UDUDiThemenstarter443 Beiträge · seit 201429. Juni 2022 · #12Liebe Fomis,
ein gaaanz herzliches Danke für eure Hinweise und kompetenten Ratschläge. Ich freue mich sehr, dass ihr euch die Zeit genommen habt, so ausführlich auf mein Anliegen zu antworten. Unsere Freunde können sich jetzt damit auseinandersetzen und das Für und Wider für sich abwägen. Dieter und ich haben uns schon vor 9 Jahren impfen lassen und können also entspannt der Reise entgegenfiebern 😉 .
Liebe Grüße
Ute