Die kleinen und großen Wunder der Natur

18 Antworten · 5'631 Aufrufe · gestartet 26. Aug. 2020 von Bhekisisa
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Themenstarter468 Beiträge · seit 200726. Aug. 2020 · #1
Liebe Afrikafans und Naturinteressierte,

neulich hatte ich eine sehr nette Online-Unterhaltung mit einem Südafrikaner reiferen Alters, der jetzt, da er sein Berufsleben hinter sich gelassen hat, endlich Zeit für das hat, was ihn schon Zeit seines Daseins interessiert – Natur und Fotografie. Ganz besonders aber haben es ihm die Ameisenwespen angetan, und da fiel mir ein, dass ich mich vor vielen Jahren auch schon mal eingehender mit den kleinen Tierchen befasst hatte und sie ebenfalls wahnsinnig interessant fand. Überhaupt, es gibt so viel in der Natur, was wenig Beachtung findet, aber immens ausgeklügelt und genial ist. Und da kam mir die Idee, eine Sammlung auf meiner Website einzurichten, die sich genau mit solchen Geniestreichen der Schöpfung beschäftigt. Gerade jetzt, da wir Menschen, die wir uns ja gerne mal für die Krone der Schöpfung halten, von der Natur eine Breitseite nach der anderen reingewürgt bekommen und nicht damit fertig werden – und leider auch nicht wirklich klüger …

Und da so viele von euch auch an der Natur interessiert sind und sich gut damit auskennen, dachte ich, wir könnten doch hier einen Thread eröffnen, in dem wir solche Wunder der Natur sammeln. Sicher habt ihr auch schon tierische oder pflanzliche Phänomene auf euren Reisen erlebt, die euch total verblüfft haben – da wäre es doch toll, wenn wir alle daran teilhaben könnten. Was meint ihr?

Ich fände es auf jeden Fall richtig spannend und würde mit zwei der „Wundertiere“, die mir mal in Afrika über den Weg gelaufen bzw. geschwommen sind, den Anfang machen.

Mutillidae.jpg

Ameisenwespen

Gyrinidae.jpg

Taumelkäfer


Auf ein gespanntes Wundern, mit lieben Grüßen,
Barbara
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Themenstarter468 Beiträge · seit 200706. Sept. 2020 · #2
Ach herrje, mit so wenig Resonanz hätte ich jetzt auch nicht gerechnet... Was ist nur los? Habt ihr echt nix, was euch an Wundersamem in der afrikanischen Natur begegnet ist??? Das kann ich ja fast nicht glauben! Na ja, vielleicht fällt euch ja doch noch was ein, ich würde mich wirklich sehr freuen und viele andere wohl auch. Danke jedenfalls denen, die meine Wunderberichte gelesen haben und ein herzliches Danke auch den Dankesagern! Und bis sich hoffentlich doch noch die Berichte mehren, ergießen ich mich derweil mal wieder. Mit einem Thema, das mich schon seit Jahren fasziniert und das euch, so wünschte ich zumindest, genau so in seinen Bann zieht.


Aizoaceae.png

Wundersame Regungen bei den Mittagsblumen

Viel Vergnügen an einem regnerischen Sonntag wünscht euch Barbara
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751 Beiträge · seit 201106. Sept. 2020 · #3
Hallo Barbara,

Wahnsinn, was für ein Wissen du in dem Bereich hast - hast du nicht schon überlegt selbst ein Buch herauszubringen? Die Vorarbeit hast du ja schon gemacht und an tollen Fotos mangelt es euch ja auch nicht.
Toll, wie du dein Fachwissen auch für Laien auf so unterhaltsame Weise präsentierst. Mein voller Respekt!
Beste Grüße,
Nette
7'296 Beiträge · seit 200606. Sept. 2020 · #4
Bhekisisa schrieb:Habt ihr echt nix, was euch an Wundersamem in der afrikanischen Natur begegnet ist???

… da gibt es so viel - von Lithops über Welwitschia, Feenkreise, Baobab, Eisenholzbäume ...
Bei den Tieren dann Termiten, Chameleons, Schaumfrösche/Ruderfrösche, Landkrabben, Schlammspringer, Krokodile (die letzten landlebenden Vertreter der Archosaurier aus der Kreidezeit vor 70 Millionen Jahren), Fledermäuse mit ihrem Ortungssystem, den Schuhschnabel ...

Ich finde auch Chilipflanzen sehr interessant. Die Früchte enthalten so viel Capsaicin, dass sogar Elefanten ihnen aus dem Weg gehen und Menschen bewusstlos werden können, wenn sie zu viel davon essen (Zuviel bedeutet je nach Sorte, dass es nicht mal eine sein muss). Vögel hingegen spüren das Capsaicin nicht einmal und können die Früchte problemlos fressen.

Das ist nur mal das, was mir recht spontan einfällt.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
zuletzt bearbeitet 06. Sept. 2020
1'942 Beiträge · seit 201106. Sept. 2020 · #5
Hallo Barbara,
schöne Idee und sehr schöne Bilder.
Ich schließe mich gerne an, auch wenn ich bei Weitem nicht so gute Fotos habe wie du.
Ich achte auch bei meinen Wanderungen immer auf die Kleinen, Unscheinbaren, die oft übersehen werden. Oder auch besonders schöne pflanzliche "Zeichen".

IMG_4706.JPG

Gottesanbeterin

IMG_4464.JPG


Liebe Grüße
Solitaire
www.margit-noehrer.com FB und Insta: reisende.autorin Buch: Der glühende Atem der Wüste Meine Solo-Reise von der Namib in die Kalahari
zuletzt bearbeitet 06. Sept. 2020
Themenstarter468 Beiträge · seit 200709. Sept. 2020 · #6
Jippie, es kommt Bewegung rein, das gefällt mir total!
@Nette: was mir natürlich auch sehr gefällt, sind deine Komplimente! Vielen lieben Dank dafür, auch wenn ich sie vielleicht nicht wirklich verdient habe. Ich les mir das Wissen ja nur an und erkläre es mir quasi selbst, weil mir das wissenschaftliche Geschwalle auch oft nicht auf Anhieb ins Hirn reinwill... Tja, und das mit dem Buch ist so ne Sache. Ich komm ja schon mit meinen Urlaubsberichten nicht hinterher, weil ich ständig an was anderem rumfuhrwerke. Mit der neuen Homepage hab ich zum Beispiel nur angefangen, weil ich das Gefühl hatte, im Job total zu verblöden. Und dann kam Corona und es wurde noch heftiger mit den runtergefahrenen Ansprüchen. Und dann hab ich angefangen, auch nach der Unterhaltung mit dem Südafrikaner, in die "Wissenschaft" einzusteigen. Aber ich freue mich total, dass du es unterhaltsam und verständlich findest, was ich da als Quintessenz aus den ganzen Dissertationen und Artikeln rausziehe. So hatte ich es mir gewünscht - Kompliziertes zugänglich und interessant wiedergeben und andere dafür erwärmen und aufmerksam machen. Danke, dass du meinst, das wäre mir gelungen!

Und mit dem Buch wird es dann vielleicht auch irgendwann was, denn es kamen echt interessante Denkansätze zur Sprache, gell, @Wolfgang! Das mit den Feenkreisen ist ja noch immer nicht letztendlich geklärt, aber warum Eisenholz schwerer als Wasser ist, wird sicher Gründe haben. Und optische Interferenz als Grund für Farbwechsel bei Chamäleons ist bestimmt im Detail sehr interessant, wie auch das fledermaussche Ortungssystem und die Wirkweise von Capsaicin. Weißt du Näheres drüber und magst berichten, oder hast du es nur so in den Ring geworfen? Egal, interessant ist das allemal!!! Danke für neue Denkanstöße!

@Solitaire, menno, stell doch dein Licht nicht so unter den Scheffel! Das sind doch super Fotos. Und was ich besonders toll finde, ist das zweite Bild. Dass du so was überhaupt siehst und auch noch fotografierst, ist geil! Und es hat meinen Tag gerettet, denn ich habe ne ziemliche Weile gerätselt, was das ist. Ein Ameisenlöwe bei Baubeginn, eine Termite, die was unter den Sand zieht? Nö, eine Pflanze, die vom Wind rumgewirbelt wird und dabei Kreise in den Sand zirkelt. Und dass das Ganze auch noch einen Namen hat und es wissenschaftliche Abhandlungen darüber gibt, entzückt mich besonders! Vielen Dank, Solitaire, dafür - ich hab wieder was Neues gelernt: das ist ein so genannter Scharrkreis - und solche Dinger gibt es sogar in petrifizierter Form. Noch nie vorher davon gehört, noch nie Gedanken drüber gemacht, aber jetzt weiß ich es. Dank dir! Toll, so hatte ich mir das vorgestellt!

Ach, bitte, macht weiter so, wenn ihr solche Gedanken, Fotos oder Anregungen habt. Das ist total interessant, oder?!!!?

Liebe und sehr gespannte Grüße von Barbara
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1'942 Beiträge · seit 201109. Sept. 2020 · #7
Liebe Barbara,
ein paar schöne Bilder gelingen mir immer wieder mal, aber eher so nach dem Motto - auch ein blindes Huhn ... 😎
Die Kreise sah ich bei meinen Morgenspaziergängen in den Dünen immer wieder und habe auch lange gerätselt, wodurch sie verursacht werden. Oft sind die Halme nämlich so dünn und unscheinbar, dass man sie kaum sieht. Man muss erst (vor der Natur - um es prosaisch auszudrücken) in die Knie gehen, um des Rätsels Lösung zu finden.
Nachdem ich das oft mache und nach den "Kleinen" suche, krabbelt mir auch immer was Nettes vor die Linse.
Hier eine Ameise ohne Wespe 😉 .

IMG_8067.JPG



Liebe Grüße
Solitaire
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7'296 Beiträge · seit 200609. Sept. 2020 · #8
Hallo Barbara,

zum Capsaicin weiß ich nur, dass die Schärfe im Mund gar nicht über die Geschmacksnerven wahrgenommen wird, sondern über Schmerzrezeptoren, die normalerweise auf Hitze reagieren.
Der weitverbreitete Glaube, dass man sich langfristig den Geschmackssinn kaputt macht, wenn man ständig sehr scharf ist, ist also unbegründet.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter468 Beiträge · seit 200716. Nov. 2020 · #9
Guten Morgen, ihr lieben Interessierten!

Es ist was Neues online! Heute geht es um das Prinzip Nachtspeicherheizung, im grundsätzlichen Sinn. Es hat auch tatsächlich mit großer Hitze zu tun, aber eben nicht, sie zu erzeugen, sondern bestmöglich ihren Folgen zu entgehen und trotzdem zu tun, was sein muss. Süditalien, 12 Uhr mittags, Fensterläden dicht - oder CAM (Crassulacean Acid Metabolism) mit einem Extra-Fenster...

Viel Vergnügen beim Lesen wünscht euch
Barbara
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Themenstarter468 Beiträge · seit 200710. Jan. 2021 · #10
Liebe Naturinteressierte,
jetzt wurde erst mal genug gebastelt, es wird wieder Zeit für ein weiteres Wunder der Natur - leuchtende Lebewesen, speziell Glühwürmchen. Es ist wirklich hochinteressant, was sich da tut! Ihr braucht allerdings keine Angst haben, den Artikel zu lesen, würde den Zauber der kleinen leuchtenden Käfer zerstören. Im Gegenteil, finde ich.
Viel Vergnügen beim Lesen wünscht euch wie immer
Barbara
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Themenstarter468 Beiträge · seit 200717. Jan. 2021 · #11
Liebe Wunder-Fans!
Ein thematischer Ausreißer, aber nichtsdestotrotz faszinierend und ganz neu für mich: wenn Wäsche nach dem Waschen schmutziger ist als vorher. Aktuell hatte ich genau diesen Fall. Und natürlich wollte ich wissen, was daran schuld ist. Das Ergebnis der Recherche ist erstaunlich – nicht die Maschine ist schuld, was übrigens viele Waschmaschinensachverständige als Ursache vermuten, nein, es ist ein Schmutzmagnet aus der Chemieküche. Auf den Übeltäter bin ich letztendlich nur gekommen, weil ich nach einem Besuch der Zentralkalahari mein T-Shirt mit Duschgel gewaschen hatte, es danach immer schmutziger aus der heimischen Waschmaschine kam und ich so Parallelen zum aktuellen Vorfall ziehen konnte.
Folgenschweres Gruseln beim Lesen wünscht euch diesmal
Barbara
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zuletzt bearbeitet 17. Jan. 2021
4'382 Beiträge · seit 201517. Jan. 2021 · #12
Danke, Barbara, für die Aufklärung dieses Rätsels!
In Zukunft muss ich wohl eine Lupe zum Einkauf mitnehmen, um all die kleingedruckten Schweinereien lesen zu können!
Schöne Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
Themenstarter468 Beiträge · seit 200721. Jan. 2021 · #13
Liebe Wissbegierige!
Wolfgang hat am Anfang ein Thema in den Raum geworfen und das habe ich jetzt aufgegriffen: Capsaicin. Ein hochinteressanter Stoff aus der Gruppe der Alkaloide, die ja so einiges zu bieten hat: von Strychnin und Solanin über Coffein und Cocain bis hin zu Nicotin und Atropin - und eben Capsaicin. Bei der Verwandtschaft sollte man schon einiges erwarten dürfen, oder? Ja, darf man! Und, wie Wolfgang ja schon andeutete: sogar die Elefanten nehmen die Beine unter den Arm und suchen ihr Heil in der Flucht.
Viel Vergnügen bei scharfem Lesestoff wünscht euch auch diesmal
Barbara
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zuletzt bearbeitet 21. Jan. 2021
16,9k Beiträge · seit 201221. Jan. 2021 · #14
Bhekisisa schrieb:und eben Capsicain.
Ist im Pferdesport beispielsweise verboten 😎

LG
Logi
Themenstarter468 Beiträge · seit 200721. Jan. 2021 · #15
Ja, ich hab’s gelesen, wie die armen Pferde traktiert werden... Der Mensch ist halt einfach in vielen Beziehungen ein A...loch! Und da ist es auch keine Entschuldigung, dass der Stoff 100% Natur ist.
Liebe Grüße von Barbara
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Themenstarter468 Beiträge · seit 200718. Apr. 2021 · #16
Liebe Wissbegierige,

nach all den entspannenden Bastelarbeiten habe ich mal wieder was für den Kopf. Diesmal dreht sich alles um Farbe: Gelb vor Neid - Farbwechsel bei Tieren. Die Natur ist einfach faszinierend!
Genießt diese Faszination mit mir und viel Spaß beim Lesen
wünscht euch Barbara
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zuletzt bearbeitet 18. Apr. 2021
6 Beiträge · seit 202116. Mai 2021 · #17
Das ist zwar jetzt kein großes Wunder (wobei das natürlich sehr subjektiv ist) aber ich setze mich seit ein paar Tagen mit Grünem Tee auseinander und wie er weltweit sowohl konsumiert, als auch erstellt wird anhand verschiedener Pflanzen (finde ich total interessant!)

Dabei bin ich auf folgenden Artikel gestoßen:
https://www.fitforbeach.de/gruener-tee-abnehmen/

Nun wollte ich den Tee nicht prinzipiell zum abnehmen nutzen, stellte aber fest, dass der Hoodia Tee der Hoodia-Pflanze aus der Wüste Südafrikas / Namibia stammt. Die Kaktusart finde ich persönlich total schön und wollte fragen ob hier jemand schonmal in der Wüste war und Kakteen mal in ihrem natürlichen Gebiet sehen durfte und nicht nur in nach Süden gerichteten Zimmern? 🙂

Ich freue mich auf den Austausch!
LG
Hoodia Tee / Hoodia Pflanze
Ein Glück, das wir nicht haben wollen, ist keines.
7'296 Beiträge · seit 200616. Mai 2021 · #18
Reisebienexx schrieb:
Nun wollte ich den Tee nicht prinzipiell zum abnehmen nutzen, stellte aber fest, dass der Hoodia Tee der Hoodia-Pflanze aus der Wüste Südafrikas / Namibia stammt. Die Kaktusart finde ich persönlich total schön und wollte fragen ob hier jemand schonmal in der Wüste war und Kakteen mal in ihrem natürlichen Gebiet sehen durfte und nicht nur in nach Süden gerichteten Zimmern? 🙂

Hoodia ist kein Kaktus.
In Afrika gibt es keine Kakteen mit Ausnahme ausgepflanzter Arten.

Gruß
Wolfgang
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Themenstarter468 Beiträge · seit 200716. Mai 2021 · #19
Hallo Reisebiene!
Das Thema, das du hier anschneidest, habe ich auch schon als Beitrag geplant. Und zwar aus verschiedenen Gründen: erstens ist es fantastisch, was die Natur an Wirkstoffen bereithält, und das ist es sicher wert, anhand von einzelnen Beispielen aufgezeigt zu werden. Zweitens, und das ist mir besonders wichtig, um zu informieren, wie der Hunger der westlichen Welt nach Gesundheit und Schönheit zur Ausbeutung der Natur beiträgt.
Da ist die Hoodia ein sehr schönes Beispiel dafür. Wie Wolfgang schon richtig erwähnt hat, ist diese Pflanze übrigens kein Kaktus, auch wenn sie Ähnlichkeit damit haben mag. Vielmehr gehört sie zu den Hundsgiftgewächsen (Apocynaceae), derselben Familie wie hierzulande zum Beispiel das wohlbekannte Immergrün. Noch genauer gesagt, ist die Hoodia eine Angehörige der Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoidae). Ein bekannter Vertreter aus unseren Regionen ist beispielsweise die Schwalbenwurz.
Den San ist diese Pflanze schon lange als Unterdrücker von Hunger und Durst bekannt, Popularität erlangte sie allerdings erst in den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts, als südafrikanische Soldaten, die in Nordnamibia zur Bekämpfung der SWAPO eingesetzt wurden, die wundersame Wirkung der Hoodia kennenlernten, nutzten und publik machten.
Die Hoodia geriet in den Fokus der Pharmaindustrie und seither nehmen die Bestände stetig ab, da die Nachfrage nach diesem diätetischen "Wundermittel" rasant anstieg. Zwar wurden auch schon Versuche unternommen, die Hoodia auf Plantagen zu züchten, doch man stellte fest, dass ihr Wirkstoffgehalt bei weitem unter dem natürlich gewachsener Pflanzen liegt. Also werden nach wie vor Hoodias an ihren natürlichen Standorten geplündert und das führte zu einer ernsthaften Bedrohung der Art.
Nachfrage und Wirkstoffknappheit führten außerdem dazu, dass oft Produkte für teuer Geld verkauft werden, auf denen zwar Hoodia drauf steht, aber nicht oder nur in geringen Mengen enthalten ist. Deshalb meine Bitte: Finger weg von solchen Erzeugnissen!
Auf dass man Exemplare der Hoodia wie dieses an einem natürlichen Standort noch oft und lange sehen können wird:

IMG_9026_sanabozi_2017.jpg

Prachtvolle Hoodia gordonii im Grenzgebiet zwischen Südafrika und Namibia.

Liebe Grüße von Barbara
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