Sonntag, 23.02.2020Nach einer sehr erholsamen Nacht wachten wir morgens bei strahlendem Sonnenschein auf. Es war leicht windig, was wir aber als sehr angenehm empfunden haben. Beim Frühstück auf der Terrasse mit dem traumhaften Ausblick wurden wir noch zu Vorsicht gewarnt: Die südafrikanische Sonne sei gnadenlos. Ist ja nicht so, als wüssten wir das nicht, oder? 😕
Vormittags brachen wir auf Richtung Kap der Guten Hoffnung. Zunächst ging es über den Chapman’s Peak Drive nach Süden, eine traumhafte Küstenstraße, die viele Haltebuchten mit Ausblick zu bieten hat, einer schöner als der andere. Zunächst hat man einen herrlichen Blick auf die Bucht von Hout Bay, später auf die Straße an sich, die teilweise in die Felsen geschlagen wurde, was wirklich beeindruckend aussieht.
Wir bogen ab ins Landesinnere und auf Landstraßen gen Süden bis ans Kap der Guten Hoffnung.
Das Kap der Guten Hoffnung ist ein Nationalpark, kostet somit Eintritt. Am Gate gab es drei Reihen für Autos, eine für Busse und Camper. Als wir ankamen, waren ca. 8 Fahrzeuge vor uns in der Schlange, nichtsdestotrotz brauchten wir eine gute halbe Stunde, bis wir endlich durch waren. Wir hatten wirklich keine Ahnung, warum das so lange dauerte, wir hatten in unter einer Minute bezahlt und unsere Tickets erhalten. Am schnellsten war entgegen aller Erwartungen tatsächlich die Busspur, weil hier nur die Reiseleiter ausstiegen und vorab schon am Kassenhäuschen bezahlten.
An der Gabelung Cape Point/ Cape of Good Hope entschieden wir uns, zunächst zum Cape of Good Hope zu fahren. Am Straßenrand entdeckten wir Paviane, unter anderem eine Mama, welche in aller Ruhe ihr Baby gelaust hat.
Als wir am Aussichtspunkt ankamen, war schon relativ viel los, viele kommen aber nur in Reisebussen, stellen sich an der Schlange vor dem berühmten Schild an und fahren dann wieder. Wir dagegen zogen uns die Turnschuhe an und liefen die dahinterliegende Klippe hoch.
Theoretisch kann man oben auf den Klippen entlang bis zum Cape Point laufen, wir spazieren jedoch über den kleinen Trampelpfad, der teilweise mit Holzstegen präpariert ist, nur bis zum Diaz Beach. Dort waren wir fast alleine, saßen schön in der Sonne und picknickten. Während des ganzen Tages war es herrlich sonnig und ein teils stürmischer Wind blies – schnell war es mir in meiner Windjacke aber zu warm und ich genoss die Sonne im kurzärmeligen T-Shirt. Das sollte mit später noch zum Verhängnis werden…
Wir liefen den gleichen Weg zurück und waren nach ca. 2,5 Stunden wieder am Parkplatz. Dort hatte sich mittlerweile direkt am Strand eine Herde Strauße versammelt, eigentlich ein tolles Fotomotiv – wenn da nicht der eine Herr mit seinem Teleobjektiv gewesen wäre, der nicht hinter der Absperrung bleiben wollte, sondern direkt zwischen den Straußen stand und wahrscheinlich deren Wimpern fotografiert hat. Es war tatsächlich nicht möglich, ein Bild zu machen, ohne dass er irgendwie mit drauf war 😵
Na gut, weiter ging es zum Cape Point, wo noch viel mehr los war. Wir fuhren mit dem Flying Dutchman, einer alten Standseilbahn, nach oben, waren ja heute schon genug gelaufen. Neben dem neuen Leuchtturm, der über Treppen recht leicht zugänglich ist, gibt es noch einen Weg zum alten Leuchtturm (ausgeschildert mit 1,5 Stunden, wir brauchten hin und zurück aber nur 45 Min.), der um die Klippe herum ganz nach vorne führt. An dieser exponierten Stelle ist es extrem windig, aber auch hier ist kaum mehr was los.
Fazit: Oftmals wird ja bemängelt, dass diese Ecke sehr touristisch und überlaufen ist – wenn man aber auch nur Sehenswürdigkeiten „abhaken“ möchte und sich nicht ausreichend Zeit nimmt, um auch mal die Umgebung zu erkunden, können einem leicht viele Highlights entgehen.
Unser nächster Halt war Simon’s Town, wir wollten den Pinguinen in False Bay noch einen Besuch abstatten. Vor Ort stellten wir erschwerte Fotobedingungen aufgrund von starkem Wind fest, innerhalb kürzester Zeit fühlte man sich wie sandgestrahlt. Es gibt zwei Wege, einen am Meer entlang, einen oberhalb durch den Busch, wo man aber gute Chancen hat, auf Klippschliefer zu treffen. Wir nahmen uns viel Zeit für die süßen Pinguine und beobachteten, wie sie aus dem Wasser watschelten oder sich in die Fluten stürzten, ihre Eier ausbrüteten oder die Produktion selbiger in Angriff nahmen. Allgemein wirkten die Pinguine an einem Sandstrand mit türkisblauem Wasser im Hintergrund total surreal, da man sich Pinguine ja eigentlich viel eher irgendwo in eisiger Umgebung vorstellt. Wem das lieber ist, der könnte sich auch einfach eine Eintrittskarte für den Boulders Beach nebenan holen und dort Baden, denn auch dort sitzen ein paar einzelne Pinguine auf den Felsen, allerdings viel weniger als in der benachbarten False Bay.
Im Anschluss ging es zurück nach Kapstadt über Constantia, welches sich im goldenen Abendlicht, mit seinen Weinbergen und Alleen mit alten knorrigen Bäumen sehr ansehnlich präsentierte. Nach einer dringend notwendigen Dusche, um uns des Sandes von Simon’s Town zu entledigen, fuhren wir zu Massimo’s in Hout Bay – laut eigener Aussage und der des Reiseführers sollte es hier die beste Pizza in ganz Südafrika geben. Und die war wirklich nicht schlecht! Massimo’s ist ein netter Italiener mit großem Holzofen im Zentrum des Restaurants und sehr freundlichem Service. Wir teilten uns zwei knusprige Pizzen mit Feigen, Mascarpone, Parmaschinken und Honig sowie Feta, Bacon und Avocado. Als Nachspeise gab es einen Schoko-Brownie mit Vanilleeis, dann waren wir pappsatt und äußerst zufrieden. Zurück im Gästehaus beschlossen wir den Tag mit Lesen, dann fielen wir müde in die Federn. Kurz vor dem Einschlafen bemerkte ich, dass meine Haut leicht spannte und mir allgemein recht warm war...