BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201617. März 2020 ·
Zaungäste
Ziemlich groggy, aber glücklich ...
... kommen wir im Onguma Bush Camp an. Schon zum dritten Mal haben wir uns hier einquartiert, die Lage direkt am Von Lindequist Gate ist günstig und die Anlage schön. Es gibt diverse Unterkünfte auf dem großen Gelände, dessen dazugehöriges Game Reserve 34.000 Hektar umfasst und an die "Fisher Pan" grenzt. Wir haben allerdings noch keine andere ausprobiert und waren immer happy.
Bild von 2012, der Stil der Zimmer ist unverändert
Klamotten ins Zimmer, Wasser ins Gesicht und eine kurze Kaffeepause, dann fahren wir später als gewöhnlich noch einmal in den Park hinein.
Die Wasserlöcher liegen in diesem Teil, den ich eigentlich sehr mag, ziemlich nah beieinander. Was ein ausgesprochenes Glück ist, denn dazwischen herrscht wegen der Dürre Ödnis. Kein Grashalm weit und breit. Die Tiere suchen die Nähe des Wassers, das macht das Beobachten leicht, doch die schöne Landschaft, das fehlt diesmal.
Bei Klein Namutoni steht ein Dikdik wie im Winter-Wonderland, und weil an dieser Stelle eine Senke ist, wird die Mini-Antilope jedes Mal frisch eingepudert, wenn ein Auto vorbeirauscht (anscheinend sind Dikdiks für ziemlich viele nicht von Interesse, was mich wirklich wundert...).
Es scheint sie nicht zu stören, was beinahe unglaublich ist, und wir beobachten sie eine Weile, wie sie ihren Gatten beobachtet. Wahrscheinlich rätselt sie genau wie wir, was er eigentlich an diesem Gestrüpp findet...
Eine Hyäne hat etwas mehr zwischen die Zähne bekommen, ...
... und immer wieder biegen wir bei Koinachas ein. Dreimal waren wir im Etosha, dreimal haben wir keinen Leoparden gesehen. Doch auch an dem für unverhoffte Katzenbegegnungen bekannten Wasserloch bleibt diese Rechnung offen.
Der Nachmittagsdrive fällt nach der späten Abfahrt kurz, die Bilanz des Tages dennoch hervorragend aus. Es dämmert, direkt hinter dem Gate biegen wir ab und schalten den Safarimodus aus.
Gedankenverloren rollen wir die wenigen Kilometer am Zaun entlang, die Onguma und den Nationalpark voneinander trennen. Ich sehe etwas aus dem Augenwinkel und bin irritiert, mein Hirn ist ausgeknipst, die Wahrnehmung verspätet. Eher instinktiv halte ich an.
"Äh, Thomas." "Hmhm." "Leopard." "Hm ... hä?!" "Leopard!" "Hä?!" "Da liegt ein Leopard." (Nun ganz wach) "Wo?" "Na da links." "OH ...!"
Hektische Betriebsamkeit auf der Rückbank und nicht druckreifes Fluchen, denn der Zaun ist im Weg. Wir sind in Onguma, der Leo im Etosha, aber: Er ist unser erster in diesem Park - geht doch! Der Bann ist gebrochen.
wie besonders gerne lese ich diesmal Deinen Bericht. Der Blick des Leos sieht irgendwie unwirklich aus. Absolut faszinierend !
Die aktuelle Situation lässt einen Deinen Bericht noch intensiver erleben. Wir haben unsere Mai Reise ja bekanntlich storniert und sind wegen des abgesagten Urlaubes seltsam gefasst.
Ich habe gerade auch nochmal in den Mowani Teil reingelesen. Und das tat gut !
Ganz liebe Grüße und Danke für die schöne Abwechslung 😘 Carsten
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201618. März 2020 ·
casimodo schrieb:Der Blick des Leos sieht irgendwie unwirklich aus. Absolut faszinierend!
Er war irgendwie irritiert von uns 😎 Was stehen die da so in der Landschaft rum...
casimodo schrieb:Die aktuelle Situation lässt einen Deinen Bericht noch intensiver erleben. Ich habe gerade auch nochmal in den Mowani Teil reingelesen. Und das tat gut ! Danke für die schöne Abwechslung 😘
Es freut mich extrem, wenn der RB zur Stimmungsaufhellung hilft, 1000 Dank für dein Feedback! Ich kann für meinen Teil als Verfasserin sagen, dass es mir ebenso geht wie dir: Es lenkt ab und lässt schöne Erlebnisse Revue passieren, und es wird ja auch irgendwann wieder besser werden. Und dann freuen wir uns doppelt und dreifach - I hope 🙂
casimodo schrieb:Wir haben unsere Mai Reise ja bekanntlich storniert und sind wegen des abgesagten Urlaubes seltsam gefasst.
Ich hinke in der Hinsicht noch hinterher. Ich bin nicht gefasst, ich fasse es nicht. Mein Kopf kann nicht folgen, im Job geht es drunter und drüber, um all die aktuellen Entwicklungen überhaupt noch vernünftig abzubilden. Wie im Zentrum eines Orkans. Aber der zieht wenigstens schnell vorbei...
Fühlt euch beide gedrückt (virtuell geht das ja 🙂 ) und haltet die Öhrchen steif. 😘 Liebe Grüße, Betti
von mir an dieser Stelle ein dicker Zwischendank für deinen sehnsuchtsfördernden Bericht, der in Zeiten wie diesen als schöner Eskapismusanlass dienen kann. Unsere Kgalagadi-Reise im April findet natürlich nicht statt - daher ist das Verfolgen der RBs im Forum eine bittersüße Angelegenheit. 😵 Glückwunsch zu den vielen Löwen, den N.H.s (darunter ist ja sogar ein im Etosha rares Breitmaul!) und zu eurem ersten Etosha-Leoparden! 😁
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201620. März 2020 ·
H.Badger schrieb:von mir an dieser Stelle ein dicker Zwischendank für deinen sehnsuchtsfördernden Bericht, der in Zeiten wie diesen als schöner Eskapismusanlass dienen kann.
Eskapismussanlass - wieder was gelernt. 🙂 Und recht hast du, so geht's mir selbst auch, Sascha!
H.Badger schrieb:Unsere Kgalagadi-Reise im April findet natürlich nicht statt - daher ist das Verfolgen der RBs im Forum eine bittersüße Angelegenheit. 😵
Und auch damit geht es mir leider ebenso wie dir 🙁
H.Badger schrieb:Glückwunsch zu den vielen Löwen, den N.H.s (darunter ist ja sogar ein im Etosha rares Breitmaul!) und zu eurem ersten Etosha-Leoparden! 😁
Danke, Sascha! (Waren sogar 3 BNH, ich war auch überrascht, aber die anderen beiden eher unfotogen weit weg und halb verdeckt bei Springbokfontein)
Ich entfliehe gleich mal wieder und mache mich ans nächste Kapitel, Vielen Dank für die Ermunterung, ist im Moment in vielerlei Hinsicht nicht immer leicht.
Liebe Bettina, Jetzt melde ich mich schnell bei dir wieder zurück. Wir sind gestern von einer dreiwöchigen Kuba Reise planmäßig zurück gekommen. Gerade habe ich die vielen Etosha Erlebnisse nachgelesen. Soo wunderbare Bilder, Filme und Eindrücke. Danke dafür. Das lenkt von der derzeitigen Situation hier sehnsuchtsvoll ab. Ganz liebe Grüße in den Norden der Republik Martina
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201621. März 2020 ·
Martina56 schrieb:Wir sind gestern von einer dreiwöchigen Kuba Reise planmäßig zurück gekommen. Gerade habe ich die vielen Etosha Erlebnisse nachgelesen. Soo wunderbare Bilder, Filme und Eindrücke. Danke dafür. Das lenkt von der derzeitigen Situation hier sehnsuchtsvoll ab.
Welcome back, liebe Martina! Schön zu hören, dass in diesen merkwürdigen Zeiten noch etwas planmäßig geht - und dass du weiter mitliest. Auch das ist gerade nicht selbstverständlich, umso mehr freue ich mich! Ich hoffe, Kuba hat gefallen, ist sehr lange her, dass wir dort waren und es dürfte sich einiges verändert haben.
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201621. März 2020 ·
Entzugserscheinungen
Safaris sind eine spezielle Sache. Viele unserer Freunde können kaum bis gar nicht verstehen, was genau wir eigentlich daran finden. "Ihr habt doch jetzt schon alles gesehen. Wird das denn nicht langweilig?" Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe ausgesprochene Zweifel daran, dass ich eine vernünftige Erklärung liefern könnte. Also versuche ich es meist erst gar nicht, und hier muss ich das zum Glück auch nicht. Denn wir ticken wohl alle ähnlich.
Wir jedenfalls kriegen den Hals nicht voll. Es ist eine Sucht. Harmlos, doch sie will gefüttert werden. Außer natürlich, es herrschen besondere Umstände. Wie ein scheußliches Virus zum Beispiel. Dann muss sich die Sucht gedulden. Schlummern sozusagen. Doch weg ist sie nicht. Wird sie nie sein. Das weiß ich genau.
Als unser letzter voller Tag im Etosha anbricht, bin ich halb wehmütig, halb voller Vorfreude auf den Caprivi, wohin wir am nächsten Morgen weiterreisen. Auf dem Parkplatz des Onguma Bush Camp treffe ich den Guide einer Birdergruppe, deren Wege sich seit einiger Zeit immer wieder mit den unseren kreuzen. Sie fahren schon an diesem Tag nach Nordosten und haben unter anderem die Beeater-Kolonie in Katima Mulilo auf dem Zettel. Die Brutzeit der Vögel neigt sich dem Ende zu und so frage ich ein wenig bange, ob er glaubt, dass wir die Kolonie noch antreffen könnten. Er ist sich sogar sicher. Das sind sehr gute Nachrichten, und so ist es ein ziemlich guter Start in den noch jungen Tag.
Der Himmel hängt bleischwer über der ausgedörrten Landschaft und kündigt einmal mehr Regen an; Fake-News wohl, wie immer zuletzt, Chudop zeugt auf drastische Weise davon. Das schöne Wasserloch ist kaum mehr als ein Krater und wir müssen einen langen Hals machen, um überhaupt bis unten hineinschauen zu können. Das lohnt sich allerdings, denn neben der kümmerlichen Lache lagern vier Junglöwen und verteidigen die Pfütze in der lässig-ungehobelten Manier einer Horde Halbstarker gegen eine scheinbare Übermacht von Hyänen. Die machen zwar lautstark Front gegen die lästigen Katzen, können sie aber auch nicht vertreiben.
Die Teenies tun noch ein bisschen überlegen und cool, am Ende einigen sich die Streithähne jedoch friedlich-schiedlich und die Hyänen trinken am hinteren Ende, während die Löwen mehr oder minder gemütlich im Modder herumfläzen.
Dann ist mit den Flegeleien schlagartig Schluss. Ein echter Prachtkerl betritt die Bühne, die Halbwüchsigen sind ist wie ausgewechselt und nehmen brav Aufstellung.
Auf unsichtbares Geheiß hin folgen sie dem Chef schließlich ins dichte Gebüsch, nicht allerdings ohne den Zebras, die sich dem spärlichen Wasser hoffnungsvoll genähert hatten, einen Denkzettel zu verpassen. Wohl einfach, weil sie es können.
Wir cruisen von Wasserloch zu Wasserloch, die Fahrten dazwischen bleiben in diesem Teil des Parks in Ermangelung an Weidefläche wie schon zuvor relativ ereignislos. So schaffen wir es wieder locker bis Kalkheuwel.
Viele Zebras, wie schon am Vortag, und obwohl diesmal keine Elefanten das Wasser blockieren, gibt es wieder jede Menge Streit.
Gegen Mittag streifen wir auf dem Rückweg Klein Namutoni, instinktiv erwarten wir, die Elefanten vom Vortag anzutreffen - was natürlich nicht der Fall ist. Es ist relativ ruhig, und wer das Wasserloch jetzt sieht, kann sich kaum vorstellen, was am Tag zuvor zur selben Zeit dort los war. Was nicht heißt, dass es nichts zu entdecken gäbe.
Wie diese Giraffe zum Beispiel, die ruhelos am Wasser hin- und hergeht und immer wieder an exakt derselben Stelle stoppt. Es ist wohl ihre bevorzugte Stelle zum Trinken, doch ausgerechnet dort hat sich ein furchtloser Bateleur niedergelassen, der keinerlei Anstalten macht, seine Pole Position zu räumen. Weder schiere Körpergröße noch böse Blicke helfen - der Adler bleibt stur und der Sieger in diesem zumindest optisch ungleichen Ringen.
Die Pause in Onguma tut gut, zurück im Park mache ich die Probe aufs Exempel, stoppe per Handzeichen einen Game-Drive-Wagen und frage nach besonderen Vorkommnissen. Bei früheren Safaris sind wir häufiger so verfahren, hatten aber diesmal das Gefühl, nicht immer auf Gegenliebe zu stoßen. Auch die schöne Sitte, entgegenkommende Autos per Handzeichen zu grüßen, scheint aus der Mode zu sein. Vielleicht sind es aber auch einfach zu viele Autos geworden in den vergangenen Jahren. Dieser Fahrer aber ist sehr nett und berichtet von einem Löwenrudel, das ganz in der Nähe hinter den Okevi-Wasserlöchern am Pfannenrand einen Riss gemacht hat.
Wir müssen nicht lange suchen, denn die Löwin, die für die Bewachung des Kadavers zuständig ist, liegt mitten auf dem Weg.
Der Rest der Bande lungert vollgefressen in soviel Schatten, wie eben unter diesen schwierigen Umständen zu finden ist, und rührt sich kein Stück. Schade eigentlich, der Riss liegt günstig zur Straße und ist wohl noch keinen Tag alt. Hätten wir uns früher überwunden und um Rat gefragt, hätten wir möglicherweise einen Festschmaus erlebt. Ziemlich viel Konjunktiv zugegeben, unterm Strich können und wollen wir uns nach der bisherigen Ausbeute keinesfalls beschweren.
Action steht hier in nächster Zeit nicht zu erwarten, und so verlassen wir die trägen Katzen bald. Wir sind noch nicht weit gekommen, da krabbelt uns mitten auf dem Weg eine kleine Schildkröte entgegen. Sie macht keinerlei Anstalten, in absehbarer Zeit abzubiegen und ich würde sie gerne von der Straße wegsetzen, doch die Löwen sind direkt hinter der Kurve und vielleicht doch nicht so im Fresskoma, wie es den Anschein hat. 😮 Zum Glück nimmt sich der Guide eines entgegenkommenden Jeeps ein Herz, steigt aus und bringt das Tierchen in Sicherheit.
Wir fahren nach Tsumcor, das weiter nördlich liegt und für häufige Elefantenbesuche bekannt ist, und tatsächlich eilt uns dort schon nach kurzer Wartezeit eine Gruppe direkt entgegen.
Beinahe beängstigend, wie die Tiere so zielstrebig auf uns zumarschieren, nur mühsam widerstehe ich dem Drang, aufs Gas zu drücken und zu fliehen. Aber natürlich haben es die Giganten nicht auf uns abgesehen, sondern auf das Wasser dazwischen.
Auf dem Rückweg zieht sich der Himmel im Eiltempo zu, diesmal keine leere Drohung, die ersten Tropfen fallen. Es blitzt und donnert heftig in Richtung Caprivi, unserem nächsten Ziel. Oha, wie das wohl wird. Wir kennen Regen in Namibia als kurze, heftige Gewitterschauer, doch es regnet und donnert die ganze Nacht hindurch. Eine Wohltat für das Land und die Tiere. Wie lange das wohl so weitergeht?
Didi on Tour87 Beiträge · seit 201621. März 2020 ·
Hi Bettina,
Auch wenn ich mich wiederhole, einfach nur beeindruckende sagenhaft tolle Fotos und Eindrücke! Ein kleiner Lichtblick in der aktuellen ungewissen Lage, ob wir euren Erlebnissen in diesem Jahr überhaupt erleben dürfen - aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Vielen Dank für den herrlichen Bericht!
LG
Didi
Old Women1’545 Beiträge · seit 201321. März 2020 ·
Hallo Bettina,
du hast folgendes geschrieben:
Safaris sind eine spezielle Sache. Viele unserer Freunde können kaum bis gar nicht verstehen, was genau wir eigentlich daran finden. "Ihr habt doch jetzt schon alles gesehen. Wird das denn nicht langweilig?" Nein. Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe ausgesprochene Zweifel daran, dass ich eine vernünftige Erklärung liefern könnte. Also versuche ich es meist erst gar nicht, und hier muss ich das zum Glück auch nicht. Denn wir ticken wohl alle ähnlich.
Was, du bezweifelst, dass du eine vernünftige Erklärung für deine Liebe zu Safaris geben könntest 😐 . Verstehe ich ganz und gar nicht 😕 , denn dieses Kapitel beschreibt doch eindrücklich, warum jede Safari so spannend ist: man weiß nicht was kommt, irgendetwas sieht man immer, mal mehr, mal weniger, und manchmal hat man eben sehr viel Glück, so wie ihr an diesem Tag, denn das Erlebnis mit den halbstarken Löwen und den Hyänen am Wasserloch ist doch Entertainment pur, wie kann das langweilig sein, mir völlig unerklärlich. Wunderschöne Eindrücke aus dem Etosha-Nationalpark. Macht viel Spaß, Bettina 😘 !
ich lese jetzt schon viele Wochen hier im Forum mit, habe mich aber erst gestern angemeldet und mein erster Beitrag muss ein Dank an dich sein! Deine/eure Fotos sind ein absoluter Traum und durch deinen so wunderbaren Schreibstil ist man gleich voll und ganz mitten im Reisegeschehen dabei! Besser geht nicht - ganz herzlichen Dank! Ich freue mich schon auf die weiteren Reisetage! Da ich gerade mitten in der Reiseplanung für nächstes Jahr bin, habe ich mir auch schon so manche Ideen holen können. In Kürze werde ich meine Routenplanung posten, vielleicht gibt es ja dann noch ein paar neue Ideen oder Verbesserungsvorschläge?
franzicke2’085 Beiträge · seit 201222. März 2020 ·
So, liebe Betti, jetzt also mal wieder zu den wirklich erfreulichen Dingen hier im Forum - was für ein toller Bericht! Eure Ausbeute war ja schon enorm und die Löwen-Lümmel ganzganz herrlich! Wenn ich so die Überschrift deines letzten Kapitels lese, dann überkommen mich ganz massive Entzugserscheinungen Ob wir wohl im Herbst dieses Jahres auf euren Spuren wandeln? Auf jeden Fall freu ich mich total auf die Fortsetzung in den Caprivi - da waren wir ja tatsächlich noch nicht und so wird es wohl auch noch eine ganze Weile bleiben. Einen ganz besonders herzlichen Gruß Ingrid & Helmut
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201623. März 2020 ·
Guten Morgen ihr Lieben,
Didi on Tour schrieb:Auch wenn ich mich wiederhole, einfach nur beeindruckende sagenhaft tolle Fotos und Eindrücke!
1000 Dank, Didi, so ein Lob freut uns natürlich immer wieder aufs Neue, drum: Wiederhole dich gern! 😉
Didi on Tour schrieb:Ein kleiner Lichtblick in der aktuellen ungewissen Lage, ob wir euren Erlebnissen in diesem Jahr überhaupt erleben dürfen - aber die Hoffnung stirbt zuletzt.
Ja, leider weiß keiner auch nur noch irgendwas, ich drücke euch und uns allen die Daumen, dass der Spuk nicht ewig anhält. 🙁
Old Women schrieb:denn dieses Kapitel beschreibt doch eindrücklich, warum jede Safari so spannend ist: man weiß nicht was kommt, irgendetwas sieht man immer, mal mehr, mal weniger, und manchmal hat man eben sehr viel Glück
So isses 🙂
Old Women schrieb:Wunderschöne Eindrücke aus dem Etosha-Nationalpark. Macht viel Spaß, Bettina 😘 !
😘
chrischris schrieb:ich lese jetzt schon viele Wochen hier im Forum mit, habe mich aber erst gestern angemeldet
Herzlich willkommen im Forum, Christian!
chrischris schrieb:und mein erster Beitrag muss ein Dank an dich sein! Deine/eure Fotos sind ein absoluter Traum und durch deinen so wunderbaren Schreibstil ist man gleich voll und ganz mitten im Reisegeschehen dabei! Besser geht nicht - ganz herzlichen Dank!
Wow, was für ein Wahnsinnskompliment! Vielen vielen Dank, wir freuen uns sehr darüber!
chrischris schrieb:Da ich gerade mitten in der Reiseplanung für nächstes Jahr bin, habe ich mir auch schon so manche Ideen holen können. In Kürze werde ich meine Routenplanung posten, vielleicht gibt es ja dann noch ein paar neue Ideen oder Verbesserungsvorschläge?
Ich schaue mir das gerne an, habe den Thread auch schon gesehen. Ich glaube, dass andere noch deutlich Namibia-erfahrener sind und mehr dazu sagen können, aber wenn ich helfen kann, tue ich das natürlich sehr gerne! Ich schau später mal drauf und schreibe ggf. was in deinem Post dazu 🙂
sphinx schrieb:ganz, ganz lieben Dank fürs Weiterschreiben 😘
Sehr gerne, Elisabeth, mich lenkt es auch ab. Mal sehen, wie lange das zur Überbrückung ausreicht....
franzicke schrieb:Wenn ich so die Überschrift deines letzten Kapitels lese, dann überkommen mich ganz massive Entzugserscheinungen Ob wir wohl im Herbst dieses Jahres auf euren Spuren wandeln?
I hope... Ich fühl mich schon regelrecht eingesperrt langsam mal 🙄
franzicke schrieb:Auf jeden Fall freu ich mich total auf die Fortsetzung in den Caprivi - da waren wir ja tatsächlich noch nicht und so wird es wohl auch noch eine ganze Weile bleiben.
Yo, jetzt geht's mal langsam raus aus Etosha, Tapetenwechsel. Kann ich auch ganz gut haben und wird auch nochmal ganz anders jetzt. 😘 an euch beiden!
Ich denke, morgen kann es weitergehen. Passt auf euch auf, Bettina
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201624. März 2020 ·
Fahrende Musikanten
Sollen wir oder sollen wir nicht - noch einmal in den Etosha fahren? Das ist hier die Frage. 430 Kilometer nach Rundu liegen an diesem Tag vor uns. Kein Pappenstiel, aber gut machbar, denn die Strecke ist durchgängig asphaltiert. Wir stehen an der Weggabelung bei Onguma: Links geht es nach Grootfontein, rechts liegt das Von Lindequist Gate. Ihr ahnt es schon, eine rhetorische Frage letztlich. Ich biege ab. Nach rechts. Die Safari-Sucht, ihr wisst schon. Wir sind wohl ganz schön bekloppt...
Die manchmal herben, aber immer lustigen Damen an der Schranke kennen uns schon und freuen sich, dass wir noch einmal schwach geworden sind. Eher nebenbei bemerke ich, dass über Nacht die Zeiten angepasst worden sind und wir bereits vor einer halben Stunde hätten hineinfahren können. Das ist schade, aber nun mal nicht zu ändern, ebenso wie das Wetter, das mäßig ist. Noch immer tröpfelt es von Zeit zu Zeit vom grauen Himmel.
Thomas ist mit dem Umbau der Kameras befasst, dann also doch wieder Tele. Weiter vor mir kreuzt eine Katze den Weg, ich kann sie nicht zuordnen, ihre Statur ist mittelgroß und mir gänzlich unbekannt, dann folgt eine zweite mit Puscheln an den Ohren - Karakale!
Ich bin von den Socken, die haben wir noch nie gesehen. Scheu sind sie und geradewegs im Dickicht verschwunden, nur mit Mühe können wir sie entdecken. Thomas - mit dem Umbau nicht fertig - muss sich mit dem Weitwinkel begnügen und wurschtelt sich einen ab, aber unverhofft kommt eben oft.
Wir haben in diesem Bild zwei Karakale versteckt. Wer kann sie entdecken? 😎
Am Pfannenrand bei Okevi lungern noch die Löwen vom Vortag herum. Vom Kadaver ist fast nichts mehr übrig, die Bäuche sind prall gefüllt.
Die Gnus bleiben trotzdem auch ganz ohne Corona vorsorglich auf Abstand.
Etwas weiter oben am Wasserloch tummelt sich der Rest des Rudels; die Plauzen so dick und rund, dass sie nur auf dem Rücken liegen können.
Noch einmal geht's bis Twee Palms und wieder zurück, dort soll eine Löwin mit ihren beiden Babys eingezogen sein. Am Vortag wurden sie gesichtet, wir finden leider keine Spur. Bei Klein Namutoni tanken wir, bezahlen den zusätzlichen Tag und decken uns mit Gesundfutter für die Fahrt ein, Kartoffelchips und Cola zum Brunch, warum auch nicht, wir haben ja Urlaub.
Unterwegs schalten wir das Autoradio ein, erst Nachrichten, getragen vorgetragen, inhaltlich dreht sich fast alles um die Dürre und manchmal auch Chinesen. Andere Station, andere Prioritäten, deutsche Schlager rauf und runter, nicht unbedingt mein Genre, aber - ein bisschen Spaß muss sein!
"Fahrende Musikanten, das sind wir Immer auf Achse, das sind wir"
Zu Nina & Mike anno 1974 düsen wir erst bis Grootfontein und dann schnurstracks rauf nach Rundu, unbeschwert und frei. Der Song bleibt mir im Ohr, bis heute, und hat dabei eine trübe Färbung bekommen, denn mit dem "immer auf Achse" ist keine fünf Monate später ebenso unerwartet wie unvermittelt bis auf Weiteres Schluss.
Die Gegend ist einsam, rechts und links Drahtzäune, hinter denen privates Farmland liegt, doch je näher wir Rundu kommen, desto mehr ändert sich das Bild. Rinderherden am Straßenrand, jede Menge Trubel, einfache Hütten, Obststände und Holzschnitzereien, wir sind in der Region der Kavango und des Kunsthandwerks. Hier, so habe ich einmal gelesen, beginnt das wahre Afrika, und ich kann nachvollziehen, was gemeint ist.
Wir kommen gut voran, nur auf den letzten Kilometern wird es rumplig. Wir denken zuerst, wir haben uns verfahren, doch die Schilder weisen den Weg, vorbei an Ziegenherden und Kids, die mit einfachsten Mitteln auf Fischfang sind.
Am frühen Nachmittag sind wir da. Ein warmer Empfang und kalte Getränke versüßen uns auf Anhieb die Hakusembe River Lodge, die direkt am Ufer des Kavango liegt.
Dessen Wasser ist wegen der Trockenheit so seicht, dass die Menschen zwischen Namibia und Angola hin- und herwaten, ohne dass auch nur die Knie nass werden. Wir hatten es ohnehin nicht vor, doch Bootstouren finden hier seit Monaten nicht statt.
Die Idylle am Fluss begeistert uns dennoch, ebenso der schöne, riesige Garten, der sich als echtes Vogelparadies entpuppt.
Unser riedgedecktes Chalet liegt praktischerweise direkt am Pool, an dem ich den Rest des Tages faulenze, verströmt allerdings einen etwas muffigen Geruch, der noch tagelang an meinen Klamotten haftet. Der einzige Abzug in der B-Note, ansonsten Daumen hoch für Hakusembe als Zwischenstopp.
Das Abendessen ist eine besondere Erwähnung wert, ein Wahnsinnsbuffet mit riesiger Auswahl und ausgesprochen lecker. Zum ersten Mal koste ich eine Monkey Orange mit ihrem intensiven, gar nicht an Orangen erinnernden Geschmack - für mich eine der Entdeckungen des Urlaubs. Pappsatt und müde sinke ich in die Kissen und bin doch voller Tatendrang: Caprivi, wir kommen!
Lustig, wir waren auch schon richtig Safari süchtig und sind auch bevor wir nach Okonjima weiter fuhren noch mal in den Etosha abgebogen. Dort sind wir noch mal die nahen Wasserlöcher abgefahren.
Den deutschen Radiosender fanden wir auch sehr amüsant und unterhaltsam.
Perfekt! Die Abzweigung in den Etosha hat sich doch sehr gelohnt! Gerade zwei Caracal! Mein Mann hat so einen Spruch: if I don’t have a picture, I didn’t see it! Ganz doof, aber ihr habt ein Bild davon, ergo habt ihr sie gesehen! By the way, da es ein neuer Tag war, musstet ihr extra bezahlen, oder galt dieser Besuch noch vom Vortag?
Den deutschen Radiosender fanden wir auch sehr amüsant und unterhaltsam.
LG yvy
😄 😄 wir auch und bei Viva Colonia (kein Scherz) fühlten wir uns einen Moment wie zu Hause 😉 .
Guten Morgen liebe Bettina, was hattet ihr für einen grandiosen Etosha-Aufenthalt. Löwen ohne Ende und dann noch 2 Karakale, viel mehr geht wohl nicht 🤩 🤩 Jetzt bin ich mega gespannt auf die Erlebnisse im Caprivi, möchte ein wenig in Erinnerungen schwelgen und deinen wunderbaren Schilderungen weiter folgen. Es macht mega Spaß bei euch im Auto zu sitzen. Alsoooooo ............... 😉 😘