Flash20101'425 Beiträge · seit 201515. Sept. 2019 · #41
Lieber Peter,
jetzt muss ich mich nach bisher stillem Mitlesen hier auch mal äußern. Du zeigst einfach fantastische Bilder, die auch ins Detail gehen. Ein Genuss fürs Auge, ich bin begeistert! Die Höhlenweihe war ja auch ein voller Glückstreffer 🤩
Champagner8'672 Beiträge · seit 201015. Sept. 2019 · #42
🤩 Auch wenn die letzten Lodge-Fotos noch nicht drin sind (ich hab mich jetzt echt lange geduldet 😛 ) muss ich hier mal wieder meinen Senf dazu geben!
Zunächst zum letzten Kapitel: die Höhlenweihe neide ich dir schon sehr 🤢 - die hab ich in meiner Vor-Hobbybirder-Zeit wohl mal im Etosha gesehen, es gibt ein gruseliges Foto davon. Seitdem warte ich darauf, sie mal endlich wieder vor die Linse zu bekommen! Und die Regenpfeifer-Fotos: einfach großartig!
Jetzt zum aktuellen Kapitel: auch hier beneide ich dich! Zum Hoarusib habe ich ja durch unsere Begegnungen 2017 und jetzt 2019 ein recht inniges Verhältnis und ich würde zu gerne mal sehen, wo dieser mündet. Noch lieber natürlich würde ich es sehen, wenn er gerade abkommt 😉 .
Deine Begeisterung für die Skelettküste kann ich sehr gut nachvollziehen - wir sind sie dieses Jahr zwar nur ein Stück, von Nord nach Süd ab der Stelle, wo man von Spingbokwasser reinkommt, gefahren, aber schon das fand ich genial. Deine Fotos davon sind super, vielen Dank! Ein Genuss!
Dann noch zur Shipwreck-Lodge: dafür, dass sie eine Lodge und weder Zelt noch Bushcamper ist 😎 finde ich sie schon sehr cool! Leider auch sehr teuer 🙁 . Aber wenn ich alt (noch älter) und klapprig bin und die Leiter im Bushcamper nicht mehr hochkomme oder ins Bodenzelt nicht mehr reinkrabbeln kann (das soll jetzt keinen Bezug zu dir haben, oweia 😄 ), gönne ich mir vielleicht mal 2 Nächte dort, wer weiß 🤨 . Kann man das Personal heimschicken und sich selber versorgen? Oder nur den Koch da lassen? Und vielleicht den Guide? 😉
Egal wie - vielen Dank für die vielen schönen Bilder 😘 !
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201915. Sept. 2019 · #43
Einen wunderschönen Abend! @ Laura: vielen Dank für deine positive Rückmeldung - ich gebe das Lob zurück, ich folge dir und deinem Reisebericht auch still und heimlich, und bin begeistert - natürlich ist bei einigen Fotomotiven viel Glück dabei, das wissen wir alle, die wir schon öfter im südlichen Afrika unterwegs waren. Es gibt Reisen, da passt es - dann gibt's leider auch wieder welche, wo die Glücksfee gerade in einem anderen Auto mitfährt... So solls sein, denn dann ist es nicht berechenbar!
@ Bele: Wie ich oben bereits bei Laura ausgeführt habe: Die Glücksfee ist nicht immer gleich gnädig zu uns... Ich kann rückblickend sagen, dass sie diesmal nicht auf der Rückbank unseres Autos saß, sondern vermutlich den Wagen gelenkt hat... Es wird im Laufe des Berichts noch einige Dinge zu sehen geben, ich trotz meiner zahlreichen Reisen nach Namibia nie zuvor auch nur annähernd so gesehen habe. Gerade für uns Birder - und ich zähle mich da inzwischen durchaus dazu - ist es auch noch ein riesiger Unterschied, wie wir etwas zu sehen bekommen - oft sind die kleinen Tierchen zwar sichtbar, aber ungeeignet, um sie abzulichten. Gerade die Höhlenweihe ist natürlich voll ein Glückstreffer gewesen... Ich habe deine tollen Reiseberichte seit Jahren verfolgt - immer still, heimlich, habe davon enorm profitiert - danke dafür!!! Durch dich oder Uwe (und natürlich auch andere) habe ich die Skelettküste überhaupt erst auf meinen Radar bekommen. Zur Shipwreck Lodge: Ich gebe dir in allen Punkten recht, viiiieeel zu teuer! Der Preis ist eigentlich ein Wahnsinn... Auf der anderen Seite bin ich viele Jahre die Leitern zum Dachzelt rauf und runter, wir haben meist sehr günstige Varianten gewählt; diesmal war es für uns die 25. Reise ins Südliche Afrika, ein Jubiläum und da ich unbedingt in diesen Teil der Skelettküste wollte, habe ich in den sauren Apfel gebissen. Wir haben die Zeit dort genossen - ich bin aber auch im Nachhinein unschlüssig, wenn es um die Beurteilung geht, ob der Preis der Lodge gerechtfertigt ist... Ich hoffe, du reist weiter mit uns mit - beste Grüße
Alles Liebe, Peter
tigris766 Beiträge · seit 200716. Sept. 2019 · #44
Hallo Peter,
nachdem bereits Dein Testphoto sehr viel versprechend war, hast Du mich nun mit den Aufnahmen des letzten Kapitels voll und ganz am Haken 🤩 Mir gefallen die Tour und deine bisherigen Schilderungen ungemein, aber am meisten gefallen mir die morbiden Detailfotos des Strandguts. Die sind echt der Hammer. Und erst die Shipwreck-Lodge, geniale Aufnahmen, phantastische Lage, tolle Location - puh!! Da könnt ich es gut und gerne auch für 2-3 Nächte aushalten, wenn es da nicht eine winzige Kleinigkeit gäbe 🤨 Der aufgerufene N$ Betrag ... Schluck! Da muss ich mal anfangen zu sparen 😉 Um so mehr genieße ich deine Tour als blinde Passagierin und erfreue mich an Fotos und Begegnungen mit der lenkenden Sichtungsfee. Bis zum nächsten Kapitel - liebe Grüße Simone
Historie meiner 16 bisherigen Reisen ins südliche/östliche Afrika => 11/2001: NAM die Erste * 12/2003 - 01/2004: NAMIBIA Südtour * 03/2005: NAMIBIA ein runder Geburtstag in Windhoek/Tour mit Witti + Landy * 12/2007 -01/2008: NAMIBIA Südtour zum 2. mit Familie * 10-11/2008: Kurztrip nach NAM/wieder ein runder Geburtstag * 03/2011: NAMIBIA ~ Hochzeit der Schwägerin in Windhoek und kleine Tour * 09-10/2013: TANZANIA ~ 4 Wochen Familienbesuch * 12/2014 - 01/2015: NAM zum ersten Mal mit Dachzelt unterwegs * 07-08/2016: SÜDAFRIKA ~ 4 Wochen Kap und Gardenroute/Familienbesuch * 05/2018: KTP und mal wieder der Süden von NAMIBIA * 01-02/2020: NAMIBIAS Norden, Caprivi und ein bißchen BOTSWANA * 08-09/2021: BOTSWANA ~ Private Campingtour mit Bushways * 09/2O22: 3 Wochen SÜDAFRIKA mit Fokus auf Familie und Drakensbergen * 08-09/2023: BOTSWANA ~ 2. Private Campingtour mit Bushways * 02-03/2024: NAMIBIA ~ KTP und Südtour * 01-02/2026: 3. Private Campingtour mit Bushways
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201916. Sept. 2019 · #45
Guten Morgen, liebe Simone! Auch dir ein herzliches Dankeschön, dass du mit uns mitfährst. Natürlich freut es mich, wenn dir meine Bilder gefallen - Details abzulichten ist speziell dann, wenn das Licht für das Große / Ganze nicht optimal ist, immer eine schöne Möglichkeit. Ich habe ja eigentlich schon ein bisschen gelitten, dass die Sonne die Nebelschicht einfach nicht wegbrennen konnte... Zur Shipwreck-Lodge habe ich ja auch so meine Zweifel, ich bin gespannt, wie lange die in der Lage so überleben wird - der Wind wirkt wie ein Sandstrahlgebläse und setzt dem Holz jetzt schon arg zu - mal schauen. Andererseits sind die Angestellten extrem nett und bemüht, die Exklusivität ist natürlich der exponierten Lage geschuldet, es bedeutet einen enormen Aufwand, alles hierher zu karren.... Würde mich freuen, wenn du uns weiter folgen würdest
glG Peter
TinuHH898 Beiträge · seit 201616. Sept. 2019 · #46
Moin Peter,
toller Bericht, tolle Bilder! Herzlichen Dank dafür! Ich freue mich auf die Fortsetzung!
Topobär5'479 Beiträge · seit 200916. Sept. 2019 · #47
Hallo Peter,
interessanter Bericht mit sehr schönen Fotos.
Wenn man die Shipwreck Lodge auch als Selbstfahrer ansteuern könnte und sie als Station für die Strecke von der Küste ins Kaokoveld (Puros) nutzen könnte, wäre ich sogar bereit, den Übernachtungspreis zu zahlen.
Hallo Peter, ich bin, wie meine Vorschreiber auch, total begeistert von den Skelettenküsten-Fotos. Sie bringen diese lebensfeindliche und doch faszinierende Landschaft und Atmosphäre sehr gut rüber. Wir waren im April d.J. dort, allerdings nur bis Terrace Bay, ein Blick auf die Preisliste der Shipwreck Lodge hat um sehr zusammenzucken lassen. Wir hatten aber eh keine Chance,denn in dem Zeitraum, in dem wir hätten dort sein können, war alles "fully booked". Über die Höhlenweihe hänge ich jetzt mal den Mantel der christlichen Nächstenliebe, nachdem ich die wabernden gelben Neidnebel verscheuchen konnte. Zur 25. Reise gönne ich Euch das großzügig 😗 Ich freue mich auf die Fortsetzung! Viele Grüße Friederike
Martina56573 Beiträge · seit 201416. Sept. 2019 · #49
Hallo Peter, Auch von mir ein herzliches Dankeschön für diesen interessanten Reisebericht garniert mit den super Fotos. Bzgl. der Lodge, Feste muss man feiern, wie sie fallen. Und die 25. Reise ist doch ein Fest. GLG Martina
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201917. Sept. 2019 · #50
Einen wunderschönen guten Abend in die Runde! @ Martin: Vielen Dank, dass auch du uns begleitest und dass dich die Bilder ansprechen. Ich hoffe, du bist auch weiterhin mit dabei!
@ Thomas: Du hast völlig recht, es wäre großartig, wenn man als Selbstfahrer zur Shipwreck-Lodge gelangen könnte. Fahrtechnisch sollte das überhaupt kein Problem sein und es wäre hervorragend, so das Mündungsdelta des Hoarusib kennenlernen zu dürfen. Uns hat dieser Bereich extrem gut gefallen, ich bin mir aber ziemlich sicher, dass wir auch nicht mehr in die Shipwreck-Lodge zurückkehren werden. Es würde sich anbieten, eine Nacht auf der Durchfahrt dort zu verbringen - momentan ist es aber sinnlos, nur für eine Nacht zu bleiben, denn dann sieht man von der Umgebung nichts - das ist auch den strikten Transferzeiten geschuldet (11:00 Uhr und 15:00 Uhr). Vielleicht ändert sich da irgendwann einmal etwas, ich sehe diesbezüglich aber kaum Licht am Ende des Tunnels...
@ Friederike: Super, dass du noch nicht ausgestiegen bist - du bist ja seit Beginn an mit dabei. April oder überhaupt der Südsommer wäre sicher wettertechnisch die bessere Zeit um an die Skelettküste zu fahren. In unserem Sommer kann es doch kalt, stürmisch und vor allem nebelig sein. Ich hatte anfangs schon etwas zu kämpfen mit dem Licht, habe aber hoffentlich das Beste daraus gemacht. Das war auch der Grund, weshalb wir am darauffolgenden Tag darauf bestanden haben, ins Landesinnere zu fahren. Die Shipwreck-Lodge ist während des Südsommers offenbar wirklich sehr stark gebucht, als wir dort waren, war es nicht ganz so schlimm, an unserem ersten Abend stand die Lodge überhaupt ziemlich leer - wir haben es sehr genossen, wenn es voll ist, ist es dort sicher nicht ganz so angenehm!
@ Martina: Du liegst völlig richtig, Feste soll man feiern... Für mich war es eben ein lang gehegter Wunsch, einmal diesen speziellen Teil des Landes zu sehen; jetzt fehlt mir noch das Tal des Marienflusses.... Ich bin fleißig beim Studieren, es waren in diesem Sommer ja einige Forumis dort unterwegs....
Hallo Peter, Du schreibst: "....jetzt fehlt mir noch das Tal des Marienflusses...." Wir haben das 2015 erfahren - allerdings in einer leichteren Variante als die unerschrockenen Vier, die da gerade durchrumpeln. Auf Seite 9 kannst Du hier https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=48 ein paar Bildchen anschauen. Die Vielfalt der Farben von Landschaft, Pflanzen und Gestein hat uns damals unglaublich beeindruckt! Viele Grüße Friederike
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201917. Sept. 2019 · #52
Danke Friederike, das ist ein guter Hinweis, ich werde mir den Reisebericht gleich nochmals durchlesen. Wenn ich den Reisebericht von Bele usw verfolge weiß ich ohnehin nicht, ob ich das so wagen würde - die Bilder zeigen nicht im Detail, ob die vier Musketiere die Straße jetzt ordentlich gepflastert haben 😄 Ich bin für alle Hinweise dankbar, denn es soll ja wieder eine gute Route werden - nach dem Motto "Bewährtes und Neues"! Natürlich werde ich dann wieder im Dachzelt unterwegs sein... Beste Grüße Peter
Champagner8'672 Beiträge · seit 201017. Sept. 2019 · #53
Luigi15 schrieb: jetzt fehlt mir noch das Tal des Marienflusses.... Ich bin fleißig beim Studieren, es waren in diesem Sommer ja einige Forumis dort unterwegs.... Alles Liebe, Peter
Luigi15 schrieb: Wenn ich den Reisebericht von Bele usw verfolge weiß ich ohnehin nicht, ob ich das so wagen würde - die Bilder zeigen nicht im Detail, ob die vier Musketiere die Straße jetzt ordentlich gepflastert haben 😄 Peter
Peter, was heißt da gepflastert - wir haben alles geteert, also kein Problem 😄 !
Nein, das Marienflusstal kann man auch ganz bequem (für Kaokoveldverhältnisse) erreichen - wir sind ja vom Hartmanntal gekommen, und selbst von dort kommt man über einen kleinen Umweg "normal" (wir sind ja bissle verrückt, haben wir inzwischen festgestellt 🤪 ) ins andere Tal (wobei man sich jetzt streiten kann, welches der Umweg und welches die schnelle Strecke ist 😄 ). Von Süden kann man wählen, entweder man nimmt einen Umweg und lässt den Reddrumm-Pass aus ( der holpert ziemlich, da ist uns leider der Teer ausgegangen 😛 ), oder man gibt sich den Pass, wenn man es sich zutraut bzw. so was gerne fährt.
Wenn du weißt, woher du kommen willst, kann ich gerne noch etwas dazu sagen.
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201918. Sept. 2019 · #54
Liebe Bele, das ist mal ein Angebot - ich fahre auf einer frisch geteerten Straße zum Kunene... Ich werde mir in den Wintermonaten mal ein Urteil bilden, wie ich die Sache angehen werde - dann komme ich gerne auf das Angebot zurück, um mir nähere Infos einzuholen. Es ist das Beste, wenn man Infos aus "erster Hand" erhalten kann! Danke … so, jetzt muss ich meinen nächsten tag hochladen LG Peter
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201918. Sept. 2019 · #55
Tag 5 – 13. Juli 2019
Einen wunderschönen guten Morgen – brrrrr, draußen ist es heute wieder richtig kalt, das Thermometer zeigt einen Wert knapp über dem Gefrierpunkt; eigentlich sollte man im Bett bleiben – doch dazu haben wir die weite Reise hierher sicher nicht unternommen?! Oder doch? Als uns Bravo gestern abends darüber informiert hatte, dass wir den heutigen Tag gemeinsam mit einem spanischen Pärchen bestreiten sollten (die zwei weiteren Personen, die noch in der Lodge anwesend waren, hatten sich ohnehin schon dazu entscheiden, am Vormittag mit dem Quadbike durch die Dünen zu rasen – ein absoluter Unfug aus meiner Sicht, in einem Nationalpark derartiges zuzulassen), hielt sich die Begeisterung in Grenzen. Nicht, dass wir etwas gegen Mitreisende hätten, doch die beiden hatten uns anvertraut, dass sie die Tage in der Lodge von Freunden zu ihrer Hochzeit geschenkt bekommen hätten. Wir konnten uns überhaupt nicht vorstellen, dass die beiden so wie wir zeitig am Morgen zu einem Ausflug aufbrechen würden. Dementsprechend protestierte ich auch sofort, als Bravo uns als Abfahrtszeit „10:00 Uhr“ angekündigt hatte… So nicht! Bravo ging daraufhin zum Manager und kam mit der frohen Kunde retour, dass wir alleine mit ihm unterwegs sein dürften. Das war eine weise Entscheidung, denn wie sich am Abend herausstellen sollte, hatten die beiden die Lodge den ganzen Tag nicht verlassen… Wir kletterten bereits um 6:30 Uhr aus den Federn. Die Wärmflasche, die gestern während des Abendessens ins Bett gelegt worden war, hatte immer noch eine angenehme Temperatur. Um 7:00 war das Frühstück angesetzt und bereits um 7:30 Uhr stand Bravo mit dem Auto startklar vor dem Restaurant. Weniger später ging es los. Durch den dichten Nebel fuhren wir parallel zum Hoarusib Rivier ins Landesinnere. Da es erst langsam zu dämmern begann, konnten wir die erste halbe Stunde kaum etwas erkennen. Erst später begann sich der Nebel langsam zu heben, die umgebende Berglandschaft des Kaokoveldes tauchte auf – wie von Geisterhand wurde ein Vorhang zur Seite geschoben… – einfach magisch.
Bravo fuhr mit uns auf eine kleine Kuppe, von der aus man einen großartigen Rundblick genießen konnte. Diese Landschaft des Kaokovelds ist so abweisend, gleichzeitig zieht sie mich magisch an. Für mich gibt es eigentlich keinen Teil Namibias, den ich mehr als Synonym für dieses Land auswählen würde.
Wir stoppten immer wieder und Bravo erklärte uns einige der hier vorkommenden Pflanzen, darunter auch die „namibische Myrrhe“, commiphora wildii, aus deren Harz die Ovahimba seit Jahrhunderten ihr natürliches Parfum gewinnen.
Erst bei genauerem Hinsehen fiel unser Blick auf eine Ödlandschrecke, die kaum von den Kieseln der Umgebung zu unterscheiden war.
Zwischen den Hügeln tummelte sich ein einsamer Oryx.
Wir fuhren nun weiter nach Purros, wo die Berge der Umgebung nun bereits voll vom weichen Morgenlicht beschienen waren. Unser Guide Bravo stammt aus Purros und hatte hier seine Kindheit verbracht. Dementsprechend wollte er uns möglichst viel von dieser wunderbaren Gegend zeigen. Zunächst ging es auf einen kurzen Abstecher zur Okahirongo Elephant Lodge, die auf einem Hügel direkt oberhalb des Hoarusib Riviers thront. Da keine Gäste in der Lodge anwesend waren und Bravo offenbar alle Angestellten persönlich kannte, konnten wir uns kurz umsehen. Die Lodge hinterlässt zumindest architektonisch einen hervorragenden Eindruck.
Wenig später fuhren wir mit dem Jeep weiter in das Flusstal, wo sich auch die Community Campsite und die Bush Lodge befinden. Die Landschaft ist plötzlich sehr üppig, ein Eindruck, der u.a. durch den dichten „Zahnbürstenbaum“ (salvadora persica) hervorgerufen wird, der überall wuchert. Dazwischen sind immer wieder auch Makalani Palmen eingestreut. Auf einem der Büsche beobachteten wir einen ganzen Schwarm von Mausvögeln.
Wir verließen das Rivier aber bald wieder, denn Bravo wollte mit uns auf einen weiteren Aussichtshügel fahren. Der Blick auf die umliegende Landschaft war atemberaubend. Unter uns sahen wir das grüne Band des unterirdischen Flusslaufes. Die satten Farben stachen umso mehr ins Auge, als die Umgebung völlig ausgedörrt vor uns lag. Das Rivier des Hoarusib Flusses war es auch, das wir in weiterer Folge genauer kennenlernten wollten. Mit einer Tasse Cafe in der Hand ließen wir die Eindrücke auf uns wirken, sahen Oryx-Antilopen und Strauße vor der großartigen Kulisse durchziehen.
Nach der kurzen Pause ging es wieder hinunter in das Flusstal, um diesem zunächst in nördlicher Richtung zu folgen. Bravo hatte uns versprochen, dass er heute noch eine Überraschung für uns bereithalten würde. Wir waren natürlich sehr gespannt. Zunächst hielt er bei einigen Hirten an, die an einer Wasserstelle saßen, an der immer wieder Herden von Ziegen zum Trinken ankamen.
Irgendwie wirkte diese Stelle wie ein Kommunikationszentrum auf uns, denn wild gestikulierend zeigten die beiden Männer in alle Richtungen. Die Herero-Frau saß dagegen nur stoisch daneben. Leider waren inzwischen die Lichtverhältnisse zum Fotografieren bereits etwas schwierig, denn die Sonne stand schon sehr hoch. Das musste ich auch erkennen, als wir nach unserer Weiterfahrt an einer Herde Giraffen vorbeikamen. Die Tiere fraßen genüsslich an den Akazien. Erst bei genauerem Hinsehen entdeckten wir den juvenilen Weißbürzel Singhabicht (danke Konni!), der ebenfalls in den Akazien Schutz gesucht hatte.
Bravo fuhr fast in Schlangenlinien durch das Rivier, immer wieder umkurvte er ganze Baumgruppen. Plötzlich wirkte auch er aufgeregt, mit einem verschmitzten Lächeln zeigte er auf ein großes Loch im Boden, rundherum war frisch ausgeworfener Sand zu sehen. Ich dachte sofort an den Bau eines Erdferkels – ein Tier, das ich überhaupt erst einmal (und das aus großer Entfernung) gesehen hatte. Doch falsch gedacht. Es dauerte nicht lange und ein Kapfuchs tauchte auf. Wir waren total begeistert, mit dieser Sichtung hatten wir so überhaupt nicht gerechnet. Es sollte aber noch besser werden, denn es kam ein zweites Tier mit Beute im Maul hinter einem der umliegenden Büsche hervor. Genüsslich wurde der Gecko (?) verzehrt…
Nachdem wir einige Zeit mit den beiden Füchsen verbracht hatten, die abwechselnd immer wieder auch im Bau verschwanden, fuhren wir weiter durch das Flusstal. Bravo erklärte uns, dass er auf der Suche nach Wüstenelefanten sei. Natürlich sahen wir die Exkremente dieser Tiere überall im Tal verteilt – wie könnte man die gigantischen Haufen auch übersehen. Mehrfach stoppte unser Guide, stieg aus und prüfte die Konsistenz. Er erklärte uns genau, woran man erkennen könnte, wie alt die Kothaufen wären. Es verging vielleicht eine halbe Stunde, wir hatten Purros doch schon relativ weit hinter uns gelassen, dann war es soweit, wir sahen die gigantischen Tiere… Es war nicht das erste Mal, dass wir Wüstenelefanten sahen, wir hatten sie bereits bei früheren Reise auch selbst aufgespürt – dennoch ist es ein erhebendes Gefühl. Bravo versuchte das Auto bestmöglich abzustellen, um die Tiere nicht unnötig zu stressen. Hier einige der Bilder, die dabei entstanden sind…
Bravo rutschte schon unruhig auf seinem Sitz herum, schließlich drängte er uns aufzubrechen. Wir waren relativ weit in den Norden gefahren, um die Elefanten zu finden. Die Tiere ziehen im Flusstal auf und ab, es ist also nie sicher, wo genau man auf sie treffen würde. Uns war es egal, wir waren froh, sie gesehen zu haben. Die Fahrt wurde nun etwas flotter wieder in südliche Richtung fortgesetzt. Unweit nördlich von Purros stoppte unser Guide das Fahrzeug, stellte einen Tisch und Sessel auf, breitete ein weißes Tischtuch aus und stellte mitgebrachte Schüsseln mit Salaten, gebratenen Hühnchen und weiteren Köstlichkeiten darauf – etwas dekadent, wie ich meine… Nach der Mittagspause, die eigentlich schon als Nachmittagsjause durchgegangen wäre, fuhren wir durch das Hoarusib Rivier wieder zurück zur Küste. Ich hätte nie gedacht, dass trotz aller Trockenheit, die das ganze Land so sehr im Griff hat, so viel Wasser im Hoarusib Tal zu sehen sein würde. Teils waren die Rinderherden, die im Tal südwestlich von Purros weideten, von sattem Grün umgeben. Gleichzeitig waren aber auch erstaunlich viele Tiere dort versammelt – versprengt und ohne jegliche Hirten trafen wir Rinder aber auch noch im bedeutend trockeneren Mündungsbereich an. Wir waren aber auch schockiert darüber, wie viele Kadaver – teilweise sogar im Wasser – lagen. Immer wieder passierten wir die stinkenden Reste, für die sich offenbar niemand zuständig fühlte. Bele hat in ihrem Reisebericht sehr gut ausgeführt, weshalb es gerade hier im Bereich des Purros Canyons auch bei größter Trockenheit ausreichend Wasser gibt – dem ist nichts hinzuzufügen…
Blendet man die toten Kühe aus, dann sind wir hier in einer wahren Traumlandschaft unterwegs. Die Farben im Licht des Nachmittags werden von Kilometer zu Kilometer intensiver – ich kann mich kaum noch zurückhalten. Bravo läuft schon etwas unrund, weil ich ihn dauernd stoppe. Hier einige Eindrücke unserer Fahrt durch die Canyonlandschaft am Hoarusib.
Weiter Richtung Küste gelangten wir schließlich in die Landschaft der „Claycastle“. Hier wurden in einigen der Seitentäler des Hoarusib gigantische Massen an Lehm abgelagert. Die grauen bis leuchtend weißen Tone bilden einen starken Kontrast zum umliegenden schwarzen bis rötlich-braunen Lavagestein und verleihen der Landschaft einen fast magischen Touch. Meine Kamera kommt kaum mehr zur Ruhe. Überall wo wir stoppen, versuche ich etwas höher hinauf zu klettern, um mir einen noch besseren Überblick zu verschaffen.
Da sich auch der schönste Tag einmal zu Ende neigt, nähern auch wir uns wieder der Lodge. Die Sanddünen, die überall entlang der Skelettküste anzutreffen sind, gewinnen mehr und mehr die Oberhand. Gewaltige Sandmassen sind zwischen einzelnen Felsen eingelagert, noch einmal – zum wiederholten Mal an diesem Tag – wechselt das Landschaftsbild.
Es beginnt bereits leicht zu dämmern, als wir voll bepackt mit unbeschreiblichen Eindrücken in der Shipwreck Lodge eintreffen. Wir machen uns frisch und schlendern vergnügt zur gemütlichen Lounge, wo wir vor dem Abendessen noch ein Glas Gin Tonic genießen. Das spanische Pärchen, das uns heute eigentlich begleiten sollte, spielt Schach, das amerikanisch-japanische Paar trägt genüsslich einen Tortenberg ab… Irgendwie sind wir hier im „falschen Film“ – obwohl wir so anders sind, geht es uns gut!! Ach ja: Vier Neue sind dazu gekommen, die sind aber hauptsächlich mit ihrem Handy beschäftigt, das WLAN der Lodge funktioniert ja prächtig. Uns ist aber ohnehin nicht nach Kommunikation zumute, wer schweigt, genießt… Als Vorspeise gibt es heute Sushi, gefolgt von einem herrlichen Kabeljau-Filet. Abgerundet wurde das leckere Mahl durch einen Schoko-Kuchen; richtig: Die Kalorien des Schoko-Kuchens habe ich wieder gegen Flüssigkeit in Form vergorener Beeren getauscht… Morgen wird es wieder richtig tierisch – wir folgen der Skelettküste Richtung Süden, um anschließend über das Springbokwater Gate und Palmwag zur Grootberg Lodge zu gelangen.
am Vormittag mit dem Quadbike durch die Dünen zu rasen – ein absoluter Unfug aus meiner Sicht, in einem Nationalpark derartiges zuzulassen)
und kann dem nur zustimmen! Du weckst schöne Erinnerungen, Deine Fotos sind geradezu genial und unsere Ansichten/Einsichten identisch 😎 Mit herzlichem Dank grüßt Friederike
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201918. Sept. 2019 · #57
Danke, liebe Friederike, das war der größte Wahnsinn, den ich auf dieser Tour erlebt hatte... und natürlich super, dass dir die Bilder gefallen - ich werde mich weiter bemühen... LG Peter
Daxiang5'049 Beiträge · seit 201418. Sept. 2019 · #58
Hi Peter,
deine tollen Bilder machen Lust auf mehr!
Deinen Schwarzmilan halte ich für einen juvenilen Weißbürzel-Singhabicht (Pale Chanting-Goshawk)
der untere Hoarusib ab Schoeman westwärts hat mich schon lange interessiert.....danke für
Deinen entsprechenden Bericht und die Fotos. Also ihr seid am Morgen auf einer Piste nördlich
vom Hoarusib gefahren (kenne ich nicht) und abends dann im Flussbett zurück....ist das korrekt?
Warum nicht beide male im Flussbett?
lg......BMW
Luigi15Themenstarter411 Beiträge · seit 201918. Sept. 2019 · #60
Guten Morgen BMW, vielen Dank, dass du unseren Bericht verfolgst. Ja, es ist völlig korrekt, wir sind von der Lodge weg zunächst durch das Flussbett und sind diesem auf einer nördlich davon liegenden Piste ins Landesinnere gefolgt. Bravo hat uns erklärt, dass dies eine schnellere Variante wäre, auf dieser Piste würden immer die Arbeiter der Lodge ausgetauscht, wenn sie auf "Heimurlaub" nach Purros geschickt werden. Von Purros weg sind wir dann direkt im Hoarusib-Tal bis zur Lodge (sehr nahe der Mündung) gefahren! Beste Grüße, Peter