Tag 16: Punkte fixierende Herden und deren Folgen...Guten Morgen, Hyäne da draussen, danke für's wecken mitten in der Nacht!
Die Hyäne klingt recht nah, nicht direkt ausserhalb des Zeltes und noch weniger innerhalb (zum Glück), aber die dürfte
im Dorf sein!
Die Hunde lärmen...und einer winselt nur ganz kurz, dann ist Ruhe...
Der dürfte das Zusammentreffen mit der Hyäne nicht überlebt haben...
Ein Auto fährt ins Camp...Chege???
Zumindest ist er gestern Abend weggefahren...und wir sind die Einzigen hier...der hatte wohl eine lustige Nacht!
Na ja, solange er seinen Job macht kein Problem...
Ich dreh mich nochmals um und döse bis das iPhone losrasselt.
Um 06:00 Uhr wollen wir uns zum Frühstück treffen und um 06:20 abfahren, so dass wir auch wirklich um 06:30 am Gate sind!
Auch dieses Mal können wir recht schnell durch das Gate, da ja die Eintritte von gestern noch gültig sind.
Wir düsen wieder nach links, diesmal aber von Anfang an über den Fluss weil wir hoffen dass die Löwen von gestern noch
immer faul dort liegen wo sie gestern schon faul rumlagen...
Aber nix da!
Weg sind sie!
Also bleiben wir mal stehen und Chege und ich packen das Fernglas aus...jajajaja, diesmal hab ich's zum ersten Mal auf der
Reise auf Gamedrive mitgenommen!
Und da fällt uns eine Herde Antilopen auf, die alle in dieselbe Richtung schauen: Zum Auenwäldchen am Bach unten!
Wir schauen was die Tiere wohl sehen, ich entdecke auf der anderen Seite des Wäldchens eine weitere Herde Tiere die genau denselben Punkt anvisieren, nur eben von der gegenüberliegenden Seite her...
...und plötzlich realisier ich ES...
...und im selben Moment sagt's Chege: 'There must be a Leopard!'
Wuuuuhuuuuuu!!!!
Wobei es schon eine Frechheit ist dass der Guide gleich schnell ist wie ich... 😉
Wir suchen also mit unseren Feldstechern, die noch nie ein Feld gestochen haben, die Bäume ab...
...nichts...
Also fahren wir dort hin!
Dummerweise ist es wieder die andere Bachseite, also wieder eine Furt gesucht und wieder etwa einen Kilometer zurück, nun aber auf der Richtigen Seite!
Wir düsen holpernd im Standgas daher, suchen jedes Blatt an den Bäumen, jeden Zweig der Büsche, jeden Halm des Grases ab nach schönen, gefleckten Katzen...
...und finden nichts!
Wobei das Gelände schon nicht wirklich übersichtlich ist und der Leo auch im nicht einsehbaren Bachbett sein könnte...
Zum Zeitpunkt als wir mit Sicherheit an der Stelle vorbei sind wo der Leo sein müsste schauen die Tiere nicht mehr in nur eine Richtung sondern grasen gemütlich in alle Richtungen...
...hmmm...wurden wir von den Viechern verarscht???
Wir schauen uns in der Umgebung um, da sieht Chege mit seinem Fernglas hinter uns eine weitere Herde Tiere, die alle in dieselbe Richtung schauen und auch in jene Richtung gehen!
Eigentlich ein untrügliches Zeichen für Raubkatzen auf Wanderschaft!
Wir fahren hoch und was sehen wir da???
Oben: Eines meiner Lieblingsbilder dieser Reise!
Drei Mähnen-Löwen wandern vergnügt umher...auch wenn hier nur zwei zu sehen sind, es waren drei!
Dies ist eines meiner liebsten Bilder dieser Reise, auch wenn es technisch sicher noch besser hätte sein können!
Aber bei 1020mm KB-Aequivalent und Blende 7,1 (Blendenautomatik statt manuell irgendwo zwischen 13 bis 22, ich Depp) und der Entfernung bin ich trotzdem zufrieden...
...mehr oder weniger...Wau, drei Löwen mit Hippie-Frisur statt der kaum vorhandenen Mähne der Löwen die ich im Nairobi National Park gesehen hab...
Sie sind zwar noch sehr weit entfernt und gehen parallel zur Strasse, aber wir hoffen schon dass sie noch in unsere Richtung schwenken...
Aber zuerst verschwinden sie im Busch, von den Antilopen genauestens beobachtet und verfolgt!
Chege schlägt vor noch etwas weiter nach vorn zu fahren, was uns für einen kurzen Moment die Aussicht die auf der obrigen Foto zu sehen ist bringt.
WAU!!!
Wenn ich jetzt noch die Kamera richtig eingestellt gehabt hätte wärs ein fantastisches Bild geworden!
Aber alles ging so schnell...
...und ich bin noch in den fotografischen Anfängerschuhen...
...und überhaupt und sowieso...
Die Löwen verschwinden hinter den nächsten Büschen, nun nicht mehr so verfolgt, denn in den Büschen können die Antilopen die Gefahr nun mal nicht so genau abschätzen weil sie die Löwen nicht immer im Blickfeld haben können...
Wir fahren noch einige Meter weiter bis wir sehen dass der erste Löwe die Richtung ändert und auf uns zu kommt!
Jetzt wirds spannend!
Puls 180!
MINDESTENS!
Sie kommen nicht ungefähr auf uns zu, nein, sie kommen GENAU auf uns zu!!!
Einer der beiden ersten Löwen hat offenbar mal eine schlimme Verletzung im Gesicht gehabt und dabei wohl ein Auge verloren...
Die Wunden sind zwar verheilt, aber ein Schönheits-Chirurg würde seinen Reichtum bei dem Anblick gleich wachsen sehen...
Mehrere Fellfetzenlappen hängen an der Seite des Gesichtes und übers eine Auge...kein schöner Anblick mehr!
Ich vermute da gabs mal einen heftigen Rivalenkampf um ein Rudel...
Und er sieht nicht nach 'Gewinner' aus...
Aber so ist die Natur, so sind auch die Katzen!
Hart im Geben, aber auch hart im Nehmen!
Der Einäugige legt sich hin, der andere geht weiter genau auf uns zu!
Oben: 1zu1-Crop mit 1020mm KB-Aequivalent aus riesiger Entfernung...da sind doch so einige Narben zu sehen...
Auch das Gesicht kommt mir schräg vor, könnte auch ein Schädelbruch oder so was gewesen sein...zum Beispiel von einer Giraffe oder einem Zebra...
Oben: Löwe Nr.1, der voran geht...direkt auf uns zu! Der erste Löwe kommt immer näher, beäugt uns immer wieder sehr aufmerksam während der Dritte weiter hinten aus dem Busch kommt und sich zum Einäugigen gesellt, was diesen aufstehen und weitergehen lässt.
Oben: Der Dritte kommt, der Zweite geht...
Oben: Dem will man nicht im Dunkeln begegnen... :-O Der Erste geht in nur etwa einem Meter Entfernung hinter mir vorbei, der Einäugige kommt auf uns zu und fixiert uns nur halb so stark wie der Erste es getan kat, wohl weil er nur halb so viele Augen auf uns richten kann.
Derweilen verschindet der Erste schon in den Büschen unterhalb der Strasse.
Der Dritte schlendert auch lässig in unsere Richtung, und kurz vor uns schwenkt er nach rechts um hinter uns durchzugehen, natürlich nicht ohne uns einen abschätzigen Blick zuzuwerfen!
Was erdreisten wir uns auch mitten in seinem Weg zu stehen...
Oben: Er scheint nicht erfreut zu sein dass wir genau da stehen wo er durch will! Nachdem die Drei unter uns in den Büschen verschwunden sind fahren wir weiter auf der Suche nach einem Weg dorthin wo die Löwen hingehen.
Und...wir finden Einen!
Die Löwen machens sich in einem grossen Busch gemütlich, während zwei Safaribusse angefahren kommen, die offenbar durch uns auf die Löwen aufwerksam wurden, denn bisher hatten wir die Drei für uns alleine!
Und diese beiden Busfahrer zeigen uns wieder mal wie man sich als Driver eben nicht verhalten sollte!
Der Erste fährt beinahe bis in den Busch, der Zweite direkt zwischen uns und den Löwen durch, so dass wir kurz nichts mehr sehen...
Danke, Depp!!!
Die Löwen fühlen sich offenbar bedrängt, der Einäugige ist zwar der Einzige, den wir innnerhalb des Busches sehen können, aber der faucht die Minibusse deutlich an...
Kurz darauf verlassen die Löwen den Busch...und die Minibusfahrer setzen denen so nah nach dass sie ihnen beinahe über die Schwänze fahren!!!
UNGLAUBLICH!!!
Der hinterste faucht den Minibus wieder an und trabt dann davon...
Zum Glück ist die Geländegängigkeit der Busse nicht gut genug um den Löwen zu folgen...und kaum sind die Löwen nicht mehr zu sehen düsen die beiden wieder ab...
Löwen gesehen, abhacken, nächstes Tier bedrängen... 'kotz' 🙁
Echt, solchen Drivern sollte man die Lizenz entziehen!!!
Wir machen uns nochmals auf die Suche nach dem Leoparden, der nicht weit von hier sein müsste, werden aber trotz intensiver Suche nicht fündig...
Also fahren wir wieder mal an der Giraffe vorbei, die noch immer da liegt...
Mir kommt echt langsam der Verdacht dass die ein ernsthaftes Gesundheitsproblem haben könnte...
Oben: Sie liegt noch immer da...hmmm...stimmt mit der wohl was nicht???Noch immer in Gedanken betreffend des Wohlbefindens der Giraffe sehen wir in einem Busch ein paar Vögel, die still da sitzen!
Und was mich richtig erstaunt: da sitzt auch ein 'Ab-in-den-Busch-Vogel'!
Und er geht eben nicht ab in den Busch!
Oben: Der 'Ab-in-den-Busch-Vogel', auch 'Go-away-bird' oder Weissbrauenspornkuckuck genannt...
...auf jeden Fall ein Centropus superciliosus, jawohl!
Oben: Zwei Rötelschwalben (Cercropis daurica), erstmals bewusst wahrgenommen...