Hallo,
2 Sachen stoßen mir an Pohambas Äußerungen sauer auf.
Mit den Äußerungen zu den Staatseigenen Betrieben hat er recht. Und für uns Touristen relevant hat er im Prinzip nicht weniger als das Aus von Air Namibia und zumindest in der aktuellen Form auch von NWR angekündigt.
They are lucky I am going. If I stayed, they were not going to get it (bailout) any more. Instead of making money, you are depending on the government’s budget. Time and again, you go to the finance minister and ask for money. Stop that!” Pohamba said before a large audience that included some parastatals’ chief executive officers (CEOs).
The President said he would make sure he informs his successor not to bailout parastatals any more and also ensure that the CEOs who run the parastatals either shape up or ship out.
http://www.namibian.com.na/indexx.php?id=12711&page_type=story_detail&category_id=1Wenn es in Zukunft keine Steuergelder mehr für SOEs gibt, ist Air Namibia in naher Zukunft tot. Es ist ausgeschlossen, dass die Airline in Kürze profitabel arbeitet und ohne Subventionen ist diese Airline dann nicht lebensfähig. Kredite am Markt bekommt diese Airline auch nicht. Nur hat man solche Ankündigungen von namibischen Politikern in den letzten 10 Jahren x-fach gehört. Zwischen diesen Ankündigungen und den Taten in der Realität gibt es eine riesige Diskrepanz. Die Lehrerin an der Spitze von Air Namibia ist seit 4 Jahren im Amt. Das völlige Chaos im letzten Jahr, mit kurzfristig komplett über den Haufen geworfenem Flugplan, teuren Tankstops in Angola, Zahlungsunfähigkeit, explodierenden Verlusten usw. hat sie maßgeblich zu verantworten. Von der Anwendung von "shape up or ship out" kein Spur. Die Frau ist immer noch im Amt.
"They are lucky I am going" - Pohamba stellt sich zum Ende seiner Amtszeit als der harte Durchgreifer dar. In 10 Jahren Amtszeit hatte er unendlich viel Zeit, wirklich durchzugreifen, hat es aber nie gemacht. Stattdessen hat er gerade bei Air Namibia Milliarden an Steuergeldern ins Ausland abfließen lassen. Bei dem vor einigen Wochen vorgelegtem mittelfristigen Finanzplan des Finanzministeriums in Namibia hatten sich die für Air Namibia für die nächsten Jahre eingeplanten Subventionen gegenüber den Vorjahresangaben schon wieder verdoppelt bis verdreifacht. Da hatte der Präsident offenbar gar kein Problem mit. Statt "Stop that". in der Realität also "weiter so und noch mehr davon". Auch wenn diese Ankündigungen direkt vom Präsidenten kommen, muss man sie wie gewohnt nicht ernst nehmen.
Was mich beim Hafenprojekt stört: Mit den Aussagen zur Arbeitsmoral mag Pohamba recht haben. Ich kann das nicht wirklich beurteilen. Das man so ein Großprojekt an einen ausländische Auftragnehmer vergibt, kann ich verstehen. Das die Chinesen möglicherweise am billigsten waren und durchaus viel Erfahrung bei solchen Projekten vorweisen können, erscheint mir auch plausibel. Aber das man bei so einem Projekt nur einen 30% Anteil von namibischen Arbeitskräften vereinbart hat, kann ich nicht verstehen. Es geht um ein Bauprojekt und nicht um Raketenwissenschaft. Und bei einem Bauprojekt hat man üblicherweise nicht 70% spezialisierte Ingenieure und Führungskräfte im Einsatz, sondern die Mehrheit sind Bauarbeiter, LKW-Fahrer, Baggerfahrer, Kranfahrer etc. Solche Arbeitskräfte auszubilden, dauert auch keine 10 Jahre. Bei einer Namibia-Quote von nur 30% kommen offenbar nicht mal diese Arbeitskräfte alle aus Namibia sondern zum Teil aus China? Und das scheint mir bei der hohen Arbeitslosenquote im Land schlecht verhandelt zu sein? Oder hat da noch jemand andere Einsichten?
Beste Grüße
Guido