Gerd1942Themenstarter5’538 Beiträge · seit 200815. Apr. 2013 · Liebe Fomis,
veranlasst durch Casimodos Bemerkung in einem anderen Thread
Die Strecke Norotshama nach Tiras ist schon ganz schön heftig. 420 KM und 6 Stunden 22 Minuten reine Fahrzeit schmeißt T4A nach Koiimasis raus.
möchte ich einmal die Zeitangaben der T4 A-Karten zur Diskussion. Casimodo hat nämlich Recht, dass dieser Streckenabschnitt schon sehr heftig sein kann. Vor allen Dingen habe ich nicht bedacht, dass nach meinen Erfahrungen die Zeitangaben von T4A fast immer zu kurz sind. Anders ausgedrückt - obwohl ich viel in Namibia umherfahre und obwohl ich kein Langsamfahrer bin, habe die von mir bei der Reisevorbereitung ermittelten Zeiten selten ausgereicht. Den genauen Grund kenne ich nicht, aber ich gehe davon aus, dass die Ersteller der T4A-Karten immer davon ausgehen, dass man die zulässige Höchstgeschwindigkeit - also auf Asphalt 120 kmh und auf Gravel 80 kmh - voll ausfährt und durchhält. Das ist sicherlich auf manchen Strecken z. B. zwischen Mariental und Maltahöhe oder zwischen Mariental und Keetmanshoop auch möglich. Die Straßen sind gut, es gibt nicht viel zu sehen und der Verkehr ist auch nicht sehr stark.
Auf den meisten anderen Strecken treffen diese Verhältnisse jedoch nicht zu. Häufig ist gerade bei Gravelroads die Straße schon seit längerem nicht mehr abgezogen worden und das Wellblech zwingt uns zum Sehr-Viel-Langsamer-Fahren, weil man sonst die Gewalt über das Steuer verliert. Hinzu kommt, dass die Landschaft häufig mindestens genau so viel unserer Aufmerksamkeit in Anspruch nimmt wie die Straße selbst. Ergo muss man langsamer fahren. Dazu kommen dann noch die Pausen, die Viele, die das erste oder zweite Mal in Namibia sind, unterschätzen.
Daher meine dringende Empfehlung an alle, die ihre Tour zu Hause mit T4A planen, dass sie generell zu den ermittelten Zeiten so um die 25 % dazu schlagen.
Ich bin sehr interessiert, ob jemand von Euch ähnliche Erfahrungen wie ich gemacht hat oder ob ihr das alles ganz anders seht.
Liebe Grüße
Gerd
lilytrotter4’132 Beiträge · seit 200815. Apr. 2013 · Wir gehen bei unseren Reiseplanungen die Tour immer anhand der Zeitangaben bei T4A durch, es ist so schön einfach, die Karte hier aufzurufen und die Strecken zu checken.
Grundsätzlich aber nehmen wir die Angaben als mögliche Fahrzeit auf der jeweiligen Strecke und zwar als reine Fahrzeit!
Danach kommt der nächste Schritt, nämlich die Überlegungen, was wir denn sonst noch so auf der Strecke machen wollen und unsere mitunter trödelige Fahrweise... und da reichen mitunter die genannten 25% Zugabe noch nicht einmal. Allerdings haben wir die Erfahrung gemacht, dass die reinen Fahrzeit-Angaben für eine üblich zügige, aber angepasste Fahrweise meist ziemlich gut hinkommen (nur eben meist nicht für uns Trödler).
Trotzdem sind für uns die T4A Angaben eigentlich ein guter Indikator über allgemeinen Straßenzustand (nicht den aktuellen!) und für uns sehr hilfreich.
Es wäre als Maßstab keine gute Sache, wenn Pausen in den Zeiten enthalten wären, das ist doch eine individuelle Angelegenheit und bei jedem Reisenden anders. Dann hätte man überhaupt keinen bewertbaren Anhaltspunkt mehr.
Ich finde deinen Tipp gut, zu den T4A Zeiten noch 25% hinzuzurechnen, aber es muss immer die individuelle Leistung des Reisenden sein, - nur er weiß, zu welcher Fahrweise/Reiseart er neigt und kann sich dann seinen Reim darauf machen.
Wer seine Tourplanung nur nach "Kilometer schaffen" plant, hat sowieso schon verloren und rauscht nur an allem vorbei - und meist merken es diejenigen noch nicht einmal, denn für sie ist das alles ganz normal.
Gruß lilytrotter
Gruß lilytrotter
Always look on the bright side of life... :-)
Walvisbay boomt
travelNAMIBIA33,2k Beiträge · seit 200616. Apr. 2013 · Hallo Gerd,
Den genauen Grund kenne ich nicht, aber ich gehe davon aus, dass die Ersteller der T4A-Karten immer davon ausgehen, dass man die zulässige Höchstgeschwindigkeit - also auf Asphalt 120 kmh und auf Gravel 80 kmh - voll ausfährt und durchhält.
so wie ich es immer verstanden habe ist es eben gerade nicht so (so macht es z.B. Google Maps). Die Zeitangaben bei T4A beziehen sich auf Durchschnittswerte von allen Reisenden, die diese Strecke eingereicht haben - dachte ich zumindest bisher immer. Somit müssten diese sehr nahe an der Realität liegen.
Viele Grüße
Chrisian
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Gerd1942Themenstarter5’538 Beiträge · seit 200816. Apr. 2013 · Hallo Lillytrotter, hallo Christian,
natürlich muss man das Ganze immer individuell sehen. Meine Beobachtung seit Jahren ist halt die, dass ich auch auf Strecken, bei denen wir unterwegs keine Pause einlegen, fast immer hinter der Zeit her hinke. Wie gesagt, bin ich bestimmt kein Langsamfahrer.
Chrigu - falls Du das liest:
Da Du Dich ja bei T4A engangiert hast, würde mich mal interessieren, wie die Fahrzeitangaben bei der Planung zusammenkommen.
Liebe Grüße
Gerd
carl1’287 Beiträge · seit 200816. Apr. 2013 · travelNAMIBIA schrieb:Hallo Gerd,
Die Zeitangaben bei T4A beziehen sich auf Durchschnittswerte von allen Reisenden, die diese Strecke eingereicht haben - dachte ich zumindest bisher immer. Somit müssten diese sehr nahe an der Realität liegen.
Viele Grüße
Chrisian
Hallo,
das ist auch mein Kenntnisstand. allerdings werden die t4a Strecken ja häufig von Südafrikanern getrackt. Wenn es also auf einer bestimmten Strecke nur ein paar tieffliegende Südafrikaner durchgerauscht sind und dies als Basis gilt, werden wir diese Zeiten wohl nicht schaffen. Ich mit meinem Anhänger schon gar nicht.
Meine Erfahrung ist auch, dass ich eher länger brauche als t4a angibt. Wenn ich also bei der Grobplanung eine Strecke von mehr als 7h Fahrtzeit angezeigt bekommen, denke ich schon mal über Übernachtungsalternativen am Wegesrand nach.
Gruß
Carl
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Montango1’667 Beiträge · seit 201116. Apr. 2013 · travelNAMIBIA schrieb:
so wie ich es immer verstanden habe ist es eben gerade nicht so (so macht es z.B. Google Maps). Die Zeitangaben bei T4A beziehen sich auf Durchschnittswerte von allen Reisenden, die diese Strecke eingereicht haben - dachte ich zumindest bisher immer. Somit müssten diese sehr nahe an der Realität liegen.
Viele Grüße
Chrisian
Ist meiner Meinung nach tatsächlich so. Zudem werden die Zeiten bei neueren Karten angepasst. Beispiel: wir haben Karten von Moz und Zim von 2010 und 2012. Die Zeiten werden in den 2012 Karten auf vielen Strecken deutlich kürzer berechnet. Unsere Fahrzeiten lagen in Zim meistens ca. 5-10 % über den von T4A berechneten Zeiten.
Wie carl schon schrieb: die meisten Tracks werden wohl von Südafrikanern bei T4A eingereicht und die fahren fast alle schneller (zumindest als wir :-))
LG
Montango
piscator1’483 Beiträge · seit 200916. Apr. 2013 · Guten Morgen @ all readers,
da das Thema wohl auf größeres Interesse stoßen wird, möchte ich es etwas erweitern. Wir haben immer länger gebraucht, als T4A sagt, aber es ist schwer, es genau nachzuvollziehen, da man bei Stops sonst immer auf die Uhr schauen müsste, um die Nettozeit wirklich ermitteln zu können.
Wir versuchen auch mit diesem
Routenplaner zu planen. Habt ihr mit dem schon Erfahrungen? Wir haben nur festgestellt, dass er einige Unterkünfte mehr hat, als z.B. Google Maps.
Gruß vom Piscator
Erika2’338 Beiträge · seit 200716. Apr. 2013 · Hallo zusammen
Carl schrieb:
allerdings werden die t4a Strecken ja häufig von Südafrikanern getrackt. Wenn es also auf einer bestimmten Strecke nur ein paar tieffliegende Südafrikaner durchgerauscht sind und dies als Basis gilt, werden wir diese Zeiten wohl nicht schaffen. Ich mit meinem Anhänger schon gar nicht.
Meine Erfahrung ist auch, dass ich eher länger brauche als t4a angibt. Wenn ich also bei der Grobplanung eine Strecke von mehr als 7h Fahrtzeit angezeigt bekommen, denke ich schon mal über Übernachtungsalternativen am Wegesrand nach.
Genau. Ich finde es gerade bei “ausgefallenen” Strecken sogar fahrlässig, mit den angegebenen Fahrzeiten seine Tour zu planen. Auf unseren Reisen wähle ich jeweils die Strecken aus und es wäre mir noch nie in den Sinn gekommen, anhand der angegebenen Zeiten die Tagesetappen zu planen. Und da wir überzeugte Langsamfahrer sind, haben die Zeitangaben noch nie gestimmt und sie interessieren uns auch gar nicht. Kilometerangaben sind für mich viel wichtiger und aussagekräftiger.
Trotzdem finde ich tracks4africa sehr hilfreich, da man immer genau sehen kann, wo man sich befindet und wie weit es noch bis zum nächsten Wunschziel ist.
Gruss
Erika
GUGuido.Gast16. Apr. 2013 · Hallo,
wir haben auf einigen Streckenabschnitten schon doppelt so lange gebraucht, wie laut T4A nötig und auf anderen Strecken auch deutlich weniger Zeit. Je schlechter die Straßenkategorie, umso unzuverlässiger wird zwangsweise die Zeitangabe. Alles was Tar ist, wird in der Regel ganz gut passen. Auf Gravel kann dann schon Regen-/Trockenzeit eine große Rolle spielen und wann das letzte Mal ein Grader drüber gefahren ist. Alles was Richtung offroad geht, kann man bei den Zeitangaben mit einem Toleranzbereich von -50%/ +100% versehen.
Nur die wenigsten dürften mit Stopuhr unterwegs sein. Die eigene Verfassung kann auch eine große Rolle hinsichtlich wahrgenommener Fahrzeit spielen. Wir hatten schon mehrfach den Effekt, dass wir nach einem längeren Tag z.B. auf der Zufahrt zu einer entlegenen Campsite dachten: "Die üble Piste nimmt ja kein Ende" und "fast eine Stunde" gebraucht haben. Am nächsten Tag bei der Rückfahrt war das alles ganz easy und die Zeitangabe war "eine gute halbe Stunde" 😉
Das Südafrikaner besondere Raser wären, ist mir noch nicht aufgefallen.
Beste Grüße
Guido
Gerd1942Themenstarter5’538 Beiträge · seit 200816. Apr. 2013 · Hallo Zusammen,
danke für Eure Statements. Mein Fazit ist, dass ich die T4A auch weiterhin für die Reisevorbereitungen gebrauchen werde, denn für die Streckenfestlegung kenne ich kaum eine bessere Karte. Was die Zeiten angeht, die vom Navi angezeigt werden, muss halt variiert werden.
Wichtig ist halt - und das war mein eigentliches Anliegen -, dass die vielen Fomis, die zum ersten oder zweiten Male nach Namibia fahren, sich nicht sklavisch an den dort genannten Zeiten orientieren und vor allen Dingen ausreichend Sicherheitspuffer einbauen bzw. bei Fahrzeitangaben von 6 Stunden oder mehr eine Zwischenübernachtung eingeplant werden muss.
Liebe Grüße
Gerd.
Rocky1964709 Beiträge · seit 201116. Apr. 2013 · Hi,
also wir haben die in der T4A angegebenen Zeiten immer leicht unterschritten, auch inkl. Pausen usw. Gut, da kommen bei uns vielleicht unsere Erfahrungen im Offroad und Motorsport zum tragen.
Die in den Karten angegebenen Zeiten können immer nur Anhaltspunkte sein. Die Zustände von Straßen und insbesondere Pisten ändern sich ständig.
Touristen ohne wirklichen und langjährigen Offroadkenntnissen (und ich möchte hier niemanden auf die Füße treten) sollten sich abseits von Straßen nicht überschätzen und entsprechend langsam fahren.
Für die Planung ist die T4A gut. Und Jeder sollte sich selbst genug einschätzen können...
Also lieber etwas mehr Sicherheit einkalkulieren und etwas langsamer fahren.
Gruß
Rocky
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...der schon öfter 4x4 in Afrika war...
http://www.4x4club-leipzig.de/
http://www.baja-deutschland.de/
Uli.S719 Beiträge · seit 201116. Apr. 2013 · Hallo,
wir haben letztes Jahr auch mit den T4A Karten geplant.
Aber eher wegen der km.
Unsere Zeitplanung war dann immer:
100 km=2 Stunden
300 km=6 Stunden
usw.
Damit sind wir eigentlich immer zurecht gekommen und es hat auf Gravel fast immer gepasst. Incl. Fotografieren und kurze Pausen.
LG Uli
Big 5 Africa Tours
Reiseberichte:
Namibia's Süden 2017, Uganda's Norden 2016 , Uganda Juli 2015 , Namibia Mai 2013 ,Namibia Mai 2012
Chrigu7’346 Beiträge · seit 200616. Apr. 2013 · Hallo
wie schon geschrieben, wird bei den Tracks4Africa Karten wirklich ein Mittelwert der geloggten Daten von vielen Nutzern verwendet. D.h. die Nutzer rechen am Ende Ihrer Tour ein Logfile vom Navi ein. Diese Logfiles werden ausgewertet und Streckenweise in Datenbanken übertragen. Daraus wird dann für einzelne Strecken ein Mittelwert gerechnet. Alle Arten von Pausen werden beim übertragen der Daten raus gerechnet. So dass nur die effektive Fahrzeit übernommen wird.
Bei den Navis gibt es dann aber unterschiedliche Ergebnisse. Wer BaseCamp nutzt, hat vielleicht schon gesehen, dass es unterschiedliche Aktivitätsprofile gibt, welchen in fünf Kategorien jeweils eigene Geschwindigkeitsangaben haben. T4A kann also nicht sagen, von A nach B braucht man 2 Stunden sondern gibt der Strecke ein oder mehrere dieses Geschwindigkeitkategorien an. Ändert man da eine Zahl, verändert das auch die entsprechende Routenzeit. Einige Navis können diese Werte übernehmen und auch eigene Profile verwalten. Die meisten aber leider nicht.
Bei den Papierkarten wird vermutlich der berechnete Mittelwert eingetragen. Auf viel befahrenen Strassen dürfte der auch für die meisten recht genau sein. Auf wenig befahrenen Strecken sind die Werte zum Teil sehr daneben. Letzte Woche haben wir in der Palmwag Konzession z.B. deutlich länger gebraucht als die Angaben des Navis waren.
Das iPad rechnet übrigens auch nochmals anders als die Garmin Navis. Da sind die Zeiten meist deutlich zu lang. Dieser Ursache gehen wir aber noch auf den Grund.
Herzliche Grüsse
Chrigu
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