fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200802. Apr. 2013 · #1
Hallo, habe gerade diese Äthiopien-Rubrik entdeckt und da wir vor kurzem zurück aus Äthiopien und Sansibar sind, hier mein Reisebericht.
Wir sind drei Wochen auf eigener Faust in Äthiopien unterwegs gewesen und haben die historische Route bereist. Anschließend sind wir dann für 8 Tage zum Relaxen nach Sansibar.
Los ging es mit dem Ethiopian-Arlines-Flug von Frankfurt nach Addis. Wir hatten im Internet das Addis Regency vorgebucht. Die Abholung klappte super, das Hotel war günstig und gut. Betrieben wurde es von amerikanischen Heimkehrern.
Room with a view in Addis. Das Hotel war aber modern.
Die Stadt fanden wir jetzt nicht so ansprechend, weshalb wir am nächsten Morgen ganz früh weiter nach Mekele flogen und von dort direkt in die supertolle Gheralta Lodge gefahren sind. Die Logde liegt in der sehr trockenen Tigray-Region ganz in der Näher der Stadt Hazwien. Silvio, ein Italiener geboren in Äthiopien, betreibt die Lodge und die Lage wie auch der Service sind unschlagbar. Die Lodge liegt auf einem großen Grundstück und man hat Ausblick auf die Gheralta-Berge.
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200802. Apr. 2013 · #2
In die Gheralta-Gegend fährt man, um die berühmten Felsenkirchen zu besuchen. Viele liegen in schwindelerregender Höhe und sind nach einem 1-2 Stunden Kletterpartie zu erreichen. In dem kleinen Ort vor dem Bergmassiv bucht man den obligatorischen Guide und kurz vor der Bergbesteigung kommt dann noch der Scout … tja, ist schon ein bischen Geldmacherei. Die erste Kirche die wir besichtigten war die Debre Mayam Korkor und die kleine Abba Daniel Korkor.
Unser Guide und Scout auf dem Weg zur Maryam Kokor
Hier geht es 500 Meter bergab… d.h. die Höhenangst überwinden
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200802. Apr. 2013 · #3
Am Nachmittag, dann eine weitere Felsenkirche. Maryam Papaseit liegt in einer Ebene und erforderte keine Kletterkünste… wäre auch zu heiß gewesen am Nachmittag
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200802. Apr. 2013 · #4
Am nächsten Tag dann eine weitere Felsenkirche, die Abuna Gebre Mikael, erforderte wieder Kletterei. Und auch immer dabei, einige Kinder aus der nahegelegenen Siedlung.
Da der Priester auf Walkabout war, konnten wir die Kirche nicht von innen besichtigen
Wieder unten angekommen 'wartete eine Schulklasse auf uns'
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200802. Apr. 2013 · #7
Silvio von der Gheralta Lodge hat Fahrer mit Geländewagen im Angebot, preislich OK. Wir haben seinen Fahrer für die ganze Zeit in der wir in seiner Lodge waren (4 Nächte) gebucht. Der Fahrer holte uns in Mekelle ab und brachte uns anschließend nach Axum.
Äthiopien ist ein günstiges Land… was Unterkünfte, Essen und Inlandsflüge betrifft. Allerdings ist privater Transport sehr teuer. Ich weiss gar nicht ob man Autos ohne Fahrer leihen kann… aber wenn dann nur in Addis. Mit den lokalen Bussen zu fahren, kam für uns nicht in Frage. Auch sind die Eintrittspreise für Kirchen ziemlich angezogen… in Lalibela kostet es 50 USD für alle Kirchen und in der Gheralta-Provinz ca. 6 Euro je Kirche. Da kommt dann schon eine Summe zusammen, wenn man bedenkt, dass die Priester sich wahrscheinlich das Geld so einstecken und Äthiopien ja zu den ärmsten Ländern der Welt zählt.
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200802. Apr. 2013 · #8
Der Fahrer der Gheralta Lodge brachte uns über eine holprige Schotterpiste nach Axum… der für Äthiopier bedeutendsten religiösen Stadt. Vergleichbar etwa mit Rom für uns Europäer. Hier besichtigten wir einige Altertümer und vor allem das Stelenfeld, mit einer der größten bearbeiteten Momolithen der Welt.
Stele Nr. 1 umgestürzt, danach bauten sich die Herrscher nicht mehr solche Monolithen als Grabmale.
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200802. Apr. 2013 · #10
Von Axum, wo wir nur einen Tag blieben, ging es mit der supereffizienten und pünktlichen Ethiopian Airlines nach Gondar. Wir wollten zuerst die Strecke mit dem Auto fahren aber haben dann gelesen, dass die Straße zu den gefährlichsten in ganz Ostafrika zählt… ist wohl eine endlose Baustelle und es geht schwindelerregend in die Tiefe.
In Gondar angekommen blieben wir auch dort nur einen Tag… da wir gleich weiter wollten in den Simien Nationalpark. In 3500 Meter Höhe wird es Nachts recht kalt, und deshalb kam für uns zelten nicht in Frage und wir übernachteten in der überteuerten Simien Lodge. Der hoteleigen Fahrer holte uns in Gondar ab.
Die angeblich höchstgelegene Lodge Afrikas DIe Geladas. Im Vergleich zu den anderen Pavianarten sehr friedliebend und nicht scheu.
Butterblume3'700 Beiträge · seit 200902. Apr. 2013 · #11
Hallo Fahrinurlaub,
ganz herzlichen Dank für diesen Äthiopienbericht und ein großes Kompliment für die wirklich grandiosen Fotos.
Freue mich auf die Fortsetzung.
Mit herzlichen Grüßen Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheitwww.butterblume-in-afrika.de
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200803. Apr. 2013 · #12
Für den Simien Nationalpark muss man am Park-Office in Debark einen Guide und einen bewaffneten Scout buchen. Eigentlich sind die bewaffneten Scouts nur vorgeschrieben, aber da die fast nie Englisch sprechen, ist ein englisch sprachiger Guide doch notwendig. Unseren Scout fanden wir total sympathisch… fast 70 Jahre alt, waren ihm viele Wanderungen zu anstrengend und er blieb einfach im Hotel. Durch diese vielen bewaffneten Scouts wirkte die Simien Lodge wie eine Kaserne.
Wir unternahmen einige Wanderungen. Zum Ausgangspunkt stellte uns die Lodge einen völlig abgewrackten Minibus von der lokalen Busstation in Debark zur Verfügung, obwohl wir einen Geländewagen gebucht und bezahlt hatten. Das gab natürlich Ärger… und wir bekamen nach vielen Telefonaten und Beschwerden mit dem Head-Office in Addis etwas Geld zurück. Aber der Wagen war so schrottig, dass wir völlig einstaubten und auch die Kamera danach einen Schaden hatte.
Hier einige Bilder vom Simien Park.
'Riesen Erika' mit Flechten
Über dem Dach Afrikas
Unser Guide mit der Kalaschnikow des Scouts
Die endemischen Walia ibex
Ich bin mir nicht sicher ob dies ein Lammergyer ist??
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200803. Apr. 2013 · #16
Nach dem Simien Park ging es wieder zurück nach Gondar. Diese berühmte äthiopische Königsstadt des 17. Jh. ist bekannt für ihren Palastbezirk (Gemp) und gehört zum UNESCO Weltkulturerbe. Der Gemp, die Bibliothek des Kaisers und das Archiv Der Palast des Kaisers Fasilidas
Kirche und Palast von Kusquam
Ein Priester mit den Gebeinen der angeblichen Kaiserin
Kiboko1'250 Beiträge · seit 200903. Apr. 2013 · #17
Hallo Fahrinnurlaub,
ich bin begeistert von Deinen Bericht und den schönen Bildern. Äthiopien steht schon lange auf meiner Wunschliste, aber ich bin noch nicht aus dem Flughafen von Addis rausgekommen.
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200803. Apr. 2013 · #18
Vielen Dank!
Ich muss sagen, wir hatten etwas Befürchtungen, Äthiopien auf eigener Faust zu bereisen. Im Reiseführern liest man viel über die extrem aufdringlichen Leute (Bettler, selbsternannte Guides, Kinder etc.). Dies stimmt auch, aber wir konnten gut damit umgehen. Die Menschen sind im allgemeinen sehr freundlich, nur einmal wurden wir von einem Jungen mit Steinen beschmissen… weil wir ihm nichts geben wollten. Man braucht schon einige Reiseerfahrung um damit umzugehen. Andere waren total abgenervt und hatten immer endlos Händler an den Fersen… wir reagieren einfach nicht auf die und sind sehr bestimmt und lavieren nicht rum. Dann ist es eines der ärmsten Länder der Welt… das ist schon extrem, wenn das übrig gebliebene Essen gleich von anderen verzehrt wird.
fahrinurlaubThemenstarter392 Beiträge · seit 200803. Apr. 2013 · #19
Ich liebe Märkte… hier einige Bilder aus Gondar.
Die Leute sind zum Teil total verrückt, wollen unbedingt fotografiert werden und stellen sich immer direkt ins Bild. Trotz der Armut habe ich die Äthiopier als sehr stolz empfunden; sind sie doch als einziges Land Afrikas nie kolonialisiert worden, sieht man mal von einer kurzen Besatzung durch Mussolinis Truppen ab. Die dauerte aber nur ein halbes Jahr, dann wurden die italienischen Truppen in Adwa geschlagen.
Mit dem horsecar unterwegs in Gondar. Und immer wieder drängt sich ein Passant ins Bild
erdferkel414 Beiträge · seit 200904. Apr. 2013 · #20
Hallo Fahrinurlaub,
vielen Dank für die schönen Bilder aus einer Ecke Afrikas, in die es nur wenige verschlägt. Die Bilder haben eine sehr persönliche und authentische Art, die mir prima gefällt! Ich freue mich schon auf die Fortsetzung!