Reisebericht: Picco in Tansanias Süden, Herbst '11

Reisebericht 60 Antworten · 28,8k Aufrufe · gestartet 16. Nov. 2011 von picco
Über diesen Reisebericht

Wir sind im Oktober und November 2011 zu neunt im Süden Tansanias unterwegs, auf einer geführten Geländewagen-Safari mit zwei Landcruisern und einheimischen Fahrern. Von Dar es Salaam geht es zuerst nach Mang'ula an den Udzungwa Mountains, wo wir rund zu den Sanje Falls aufsteigen, oben in einem Becken baden und Stummelaffen zusehen. Danach über Iringa zum Ruaha-Nationalpark: einfache Blechbandas ohne Strom, Mittagessen mit Blick auf Elefantenherden, abends ein Lagerfeuer ohne Zaun zur Wildnis, während Hyänen durchs Camp streifen und Löwen brüllen. Ruaha ist der ergiebigste Teil mit Löwen, einem Geparden und vollen Hippo-Pools; der Nacht-Gamedrive enttäuscht dagegen, weil man nur sieht, was zufällig im Taschenlampenkegel steht. Im Mikumi bleibt es bei einem Löwenrudel und vielen Tsetsefliegen. Im Selous sehen wir tagelang kaum Raubtiere, finden am letzten Tag aber Wildhunde, laufen mit bewaffnetem Guide zu Fuss durch den Busch und fahren auf dem Rufiji Boot. Es ist durchgehend brütend heiss, über 36 Grad, und erste Regenfälle kündigen die Regenzeit an. Die Autos machen Ärger: mehrere Plattfüsse, ein ausgefallener Allradantrieb und schliesslich ein defektes Differential, weshalb wir abgeschleppt und in offene Safariwagen umgeladen werden — 120 km Rumpelpiste dauern so neun Stunden. Wer den Süden ansteuert, findet wenig Tourismus, dafür Landschaft und Ruhe.

Reisezeitraum
20. Oktober bis 6. November 2011
Länder
Tansania
Gruppe
9 Teilnehmende, vorab grösstenteils untereinander unbekannt, dazu zwei einheimische Fahrer
Reiseart
geführte Geländewagen-Safari eines privaten Kleinveranstalters; im Selous mit den offenen Fahrzeugen des Camps
Fahrzeug
zwei Toyota Landcruiser HZJ78, im Selous zusätzlich seitlich offene Land Rover
Veranstalter
privat organisierte Tour (Organisator René), Fahrer James und Baraka
Unterkunftsart
einfache Lodges, zwei Zeltcamps sowie Blechbandas ohne Strom im Ruaha
Route
Dar es Salaam – Mang'ula / Udzungwa Mountains – Iringa – Ruaha NP – Iringa – Mikumi NP – Morogoro – Selous Wildreservat – Dar es Salaam
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometer im Bericht; belegt: rund 120 km Rumpelpiste im Selous in etwa 9 Stunden, Selous–Dar es Salaam rund 7 Stunden
Flug/Anreise
British Airways ab Zürich über London nach Dar es Salaam; den ersten Flug verpasst, Umbuchung 280 CHF und zwei Tage Verzug, deshalb direkt ab Flughafen zur laufenden Safari gestossen; Visum 50 USD, auf dem Rückweg blieb der Koffer aus
Besonderheit
Bericht von 2011 in Tag-für-Tag-Form, salopp und selbstironisch geschrieben; Camps, Preise und Strassenzustände sind heute nicht mehr aktuell. Der Süden war damals kaum touristisch: unterwegs fanden wir einen gefesselten Überfallenen am Strassenrand und organisierten seine Bergung, einmal wurden wir als Weisse lautstark beschimpft. Mehrere von uns hatten Magen-Darm-Beschwerden.
Gebiete
Udzungwa Mountains NP · Ruaha Nationalpark · Mikumi Nationalpark · Selous Wildreservat · Ostafrikanischer Grabenbruch · Rufiji
Orte
Dar es Salaam · Mang'ula · Iringa · Morogoro
Unterkünfte
Manga Bay Lodge · Chobela Tented Camp · Bandas im Ruaha · Veta Lodge Mikumi · Selous Mbega Camp
Reiseart
geführte Geländewagen-Safari · Walking Safari · Bootsafari · Nacht-Gamedrive
Bedingungen
Hitzewelle Tansania · Tsetsefliegen · Reifenpanne · Differentialschaden · Rumpelpiste Selous · Beginn der Regenzeit · Fahrzeit Selous nach Dar es Salaam · Magen-Darm-Erkrankung · Parkschliessung 18:30 Uhr Mikumi
Natur
Afrikanische Wildhunde · Gepard · Colobusaffen · Hippo-Pool · Sanje Falls · Vogelbeobachtung · Heisse Quelle Selous
Themenstarter6'387 Beiträge · seit 201116. Nov. 2011 ·
Hier mein Reisebericht, Tag für Tag, ungeschönt und unverblühmt!

Donnerstag, den 20.10.2011, der erste Versuch...

Es ist 11:45Uhr: endlich Feierabend! 😉
Nach dem Mittagessen kontrolliere ich ein letztes Mal den Koffer und das Handgepäck, alles dabei!
Sogar der Pass und die Tickets sind in der Fototasche drinn, toll!
Also kann mich ja nichts mehr aufhalten!
Und los geht's, ich starte zu Fuss nach Afrika, 23kg Koffer und 6 kg Handgepäck hinter mir herziehend!
Auf dem Weg noch kurz das Bahnbillet gelöst (Iphone sei dank) und in den Zug gehüpft! 🙂
Nach etwa einer halben Stunde im Zug wie ein Honigkuchenpferd vor mich hinlächelnd und mich auf Afrika freuend
will ich meine Kamera rausholen, um die Einstellungen nochmals zu überprüfen...
...
...
Und schon geht das Chaos los!
Die Kameratasche fehlt!!!
Und mit ihr auch der Pass, die Ticket's und als wichtigstes auf einer Safari: Die Kamera!!!
Ich also schnell den Fahrplan gecheckt und siehe da: wenn ich mich beeile kann ich die Tasche
holen und schaff's noch eine Stunde vor Abflug am Flughafen zu sein! Also sofort aus dem Zug raus...
...mich am Fahrplan schlau gemacht...
...und wieder in denselben Wagen rein!
Der Zug hatte Endstation und fuhr wieder zurück 😉
In Heerbrugg angekommen hab ich mein Gepäck der Kioskfrau übergeben (zum Glück hat Mann Charme) und
schon bin ich nach Hause gespurtet!
Und was tat die Kameratasche in der Zwischenzeit?
Wie unschwer zu erraten: Dumm rumliegen!
Das faule Ding!
Also hab ich die Initiative übernommen (was kann Mann von einer in so einer Situation nur so daliegenden
Kameratasche auch erwarten???) und sie einfach mitgerissen, zurück zum Bahnhof!
Joggen in Wanderschuhen, mit Kameratasche und Winterjacke...ein Bild für Götter! 😉
Noch kurz das Gepäck abgeholt und endlich im Zug, alles dabei und vor Schweiss triefend, aber glücklich
Platz genommen!
Am Flughafen angekommen, etwas mehr als eine Stunde vor Abflug und happy, dass ich schon online eingecheckt
habe, geht's auf die Suche nach dem British Airways-Schalter...
Gesucht, gefunden!
...und meinen Ohren nicht getraut!
'You're too late, the Flight is closed! Sorry!'
...!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!...
Da nützte auch ihr bezaubernder 'treue-Hunde-Blick' nichts mehr!
Ich mochte sie nicht!!!
So was als ersten Satz beim ersten Mal sich zu sehen...Nein, geht gar nicht!
Also zum British Airways-Ticket-Schalter, um irgendeine Umbuchung zu machen, damit ich trotzdem nach
Dar es Salam komme bevor die Safari beginnt!
Zum Glück fliegt die BA sechs mal wöchentlich nach Dar es Salam, zum Glück hab ich am Anfang zwei Tage
am Pool eingeplant...da wird nun wohl einer entfallen...
...aber so was von denkste!!!
Ausgerechnet am Freitag, wahrscheinlich nicht mal Gott weis wiso, fliegt die BA nicht nach Dar es Salam!!!
Welcher Depp hat sich das denn ausgedacht!!!
Da die Tickets zerreissen und neue bei einer anderen Airline kaufen keine echte Alternative war (ab sFr. 1300.-)
und mich die Umbuchung auf den nächsten Flug sFr. 280.- kosten würde hab ich mich halt dazu entschlossen, am Samstag
zu fliegen...obwohl ich somit erst nach dem Start der Safari in Dar es Salam landen würde!
Wär ich nicht so nervös gewesen hätte ich einen Flug am selben Abend nach London gebucht um dann am Samstag von
London-Heathrow nach Dar es Salam zu fliegen und mir am Freitag die englische Hauptstadt rein zu ziehen!
Aber ich war so aufgekratzt das mir diese Variante erst am Tag danach einfiel... :-/
Also umbuchen auf Samstag und mitsammt 23kg Koffer und 6 kg Handgepäck hinter mir wieder nach Hause!

Kaum zuhause angekommen (zum Glück war's schon dunkel...nach dem Countdown mit dem ich seit 100 Tagen im Facebook
meine FB-Freunde und Nachbarn ärgerte hätt ich echt nicht gewusst was ich sagen soll...ich hab mich geschähmt,
als hätt ich jemanden etwas angetan!) den Läppi ausgepackt und Mails an den Reiseveranstalter und die Mitreisenden
und das Hotel geschrieben und die Situation erklärt...in der Hoffnung dass ich trotz meiner Verspätung noch
mit auf die Safari kann/darf und mich niemand am Flughafen abholt, nur um zu merken, dass ich nicht da bin...

Den nächsten Tag hab ich in meiner Wohnung verbacht, ich wollte keinen Menschen sehen...dafür hab ich mir wohl alle
Filme, die irgend einen Bezug zu Afrika haben und sich in meinem Besitz befinden, angeschaut...
...ein wahrlich schlechter Trost!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 22. Aug. 2026
Themenstarter6'387 Beiträge · seit 201116. Nov. 2011 ·
Samstag, 22.10.2011: Der zweite Versuch...
Morgens um vier...hellwach!
Also mit den bisherigen vier Stunden Schlaf auskommen oder nochmals hinlegen und mich wohl von Seite zu Seite drehen,
ohne Schlaf zu finden...beides nicht toll!!!
Schlussendlich entscheide ich mich für zweiteres...mit vorhergesehenem Ergebniss!
Na ja, die Ferien stehen ja bevor, was soll's!
Um 10:40 starte ich wieder zu Fuss nach Afrika, 23kg Koffer und 6 kg Handgepäck hinter mir herziehend!
Auf den ersten zehn Metern das Gepäck sicher 10 mal kontrolliert, diesmal fehlt nichts und ich bin wieder zu früh!
Am Flughafen angekommen sofort zu British Airways, und diesmal klappt alles!
Und das, ohne jemanden mit treuherzigem Hundeblick nicht zu mögen! 😉
Jetzt noch irgendwie die zwei Stunden bis zum Check-In verbringen, und schon bin ich weg!
Und tatsächlich, wer hätte das gedacht, der Flieger flog...mit mir!!!
In Heathrow angekommen mussten nochmals zwei Stunden überbrückt werden, bis nur schon bekannt war, an welchem Gate
ich zu erscheinen hatte, aber auch das liess mich nicht von meinem Weg nach Afrika abbringen!!!
Und auch hier, wo offensichlich der € noch nicht angekommen ist sondern noch immer mit sechseckigen £-Münzen bezahlt wird,
klappt alles reibungslos!
Abends um sieben ist der pünktliche Start...und 10 schlaflose Stunden und einen traumhaften Sonnenaufgang am Aequator
später, morgens um 07:00 Uhr, die Landung in Dar es Salam.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
Themenstarter6'387 Beiträge · seit 201116. Nov. 2011 ·
Sonntag, 23.10.2011: Die Sonne geht auf...

Hier soll ich im Flughafenrestaurant warten bis ich um 09:30 Uhr abgeholt werde, um dann direkt die Safari-Tour zu beginnen.
An dieser Stellle nochmals Dank an den Organisator Rene und die Mitreisenden für Ihr Entgegenkommen!
Noch schnell (45 Minuten) das Visa geholt, die 50$ Visagebühr abgedrückt, den Koffer geholt und mich durch die etlichen
Taxifahrer gekämpft und schon geht's ans Warten...und dabei bitte nicht einschlafen!!!
Deshalb bestell ich im Kaffeanbau-Land Tansania natürlich einen Kaffe...
...wider besseres Wissen...
...und bekomme eine Tasse, einen Krug heisses Wasser und zwei 'Africaffe'-Instantpulver-Säckchen...
...ich hätt's wissen müssen! 😉
Um 09:45 Uhr werd ich dann tatsächlich aus meinem Kampf gegen der Schlaf geholt und in den Landcruiser verfrachtet,
mit dem mich unser Fahrer James und Micha, ein mitreisender Biologe, zu einem Supermarkt bringen,
wo die Anderen schon warten.
Nach der Begrüssung und der obligatorischen Frage, ob ich denn nun wirklich ein WC dabei hätte, gehts schon los durch
das Verkehrsgewühl von Dar es Salam auf die lange Reise zu unserem ersten Hotel, die Manga Bay Lodge in Mangula an der
Ostgrenze des Udzungwa Mountain National Parks.








Schon beim Mittagessen (Kochbananen mit Bohnen, etwas Fleisch, etwas Spinatähnlichen und Chili) merken wir nicht nur
dass in dieser Gegend nicht viele Touristen gesehen werden, sondern auch dass es auch Rassismus von Schwarzen gegen
Weisse gibt...zum Glück nur von einem Einzigen der uns auf Distanz lautstark beschimpft, wobei ein abwertend betontes
'Mzungu' zu Beginn wohl noch das netteste war...
Egal ob schwarz oder weiss oder wie auch immer, solche Idioten gibt's wohl überall!
Aber die Brutallität Afrikas haben wir erst wieder realisiert, als wir bei einer kurzen Pinkelpause einen gefesselten
und am Kopf mit Klebeband umwickelten Mann im Gebüsch unweit der Strasse entdecken!
Da wir weder wussten ob die Täter noch in der Nähe sind noch weshalb man diesen Typen so in die Wildniss legte waren
wir sehr vorsichtig, und nur einer der beiden Fahrer ging ihm die Fesseln aufschneiden, während wir anderen aufmerksam
die Gegend im Auge behielten.
Nach Aussagen des Gefesselten wurde er überfallen und lag seit drei bis vier Tagen da...wenn das stimmen würde wäre er
wohl ein biologisches Wunder...jeder andere wäre schon verdurstet...
Na ja...
Die Wahrheit wird wohl nie jemand erfahren...
Fakt ist nur dass er mit verklebten Augen und Mund sowie gefesselten Händen zum Sterben liegengelassen wurde und er
Glück hatte, dass er bisher von Ameisen oder Raubtieren nicht entdeckt wurde...
Nachdem wir organisiert hatten dass er von seine Frau abgeholt wird gings weiter...denn die Situation war uns allen
unheimlich...



Nach weiterer langer Fahrt mit den ersten Sichtungen von Elefanten, Giraffen und Antilopen sind wir erst im Dunkeln in
der Manga Bay Loddge, welche sich als je nachdem wie man's sehen will als extrem einfaches Hotel für Touristen oder als
luxuriöses Hotel für Einheimische entpupte, angekommen.



Dadurch haben wir nicht viel von den Udzungwa Mountains gesehen, dafür gleich sehr gut und 'einheimisch' gegessen!
Nur zu empfehlen!
Es gab Reis mit Hühnchen an einer schmackhaften, aber undefinierbaren Sauce zusammen mit Tomaten, Zwiebeln und
anderem Gemüse...sehr schmackhaft!!!
Ein paar Biere (Safari & Serengeti...die heissen wirklich so!!!) später gings dann ans Moskitonetz kontrollieren und
dankbar mein Eigenes hervorkramen...durch die Löcher des vorhandenen Netzes hätt ich durchsteigen können, was mich
vermuten liess, dass auch Mücken knapp durchkommem würden...
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
2'338 Beiträge · seit 200716. Nov. 2011 ·
Mueter läng mer's Gwehr!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
🤩 🤢 🤩 🤢 🤩 🤢
Meine Reiseberichte: 1971: Mit dem VW-Bus von Kapstadt bis Mombasa http://www.namibia-forum.ch/forum/132-reiseziele-tipps/197270-unterwegs-in-den-1970er-jahren.html?start=120 2013: Durch den wilden Westen Tansanias (Am Anfang war die Hülle) http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/278559-am-anfang-war-die-huelle.htm 2013: Nordmosambik, mal schön - mal hässlich + ein Stück Südtansania http://www.namibia-forum.ch/forum/150-diverses/279223-reisebericht-nordmosambik-mal-schoen-mal-haesslich.html 2014: Auf bekannten und unbekannten Pfaden durch Tansania http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282862-auf-bekannten-unbekannten-pfaden-durch-tansania.html 2015: Eine Reise wird zum Alptraum/Kenia http://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/285693-eine-reise-wird-zum-alptraum.html
1'250 Beiträge · seit 200916. Nov. 2011 ·
Ich bin schon gespannt, wie Dein Reisebericht weitergeht.

Gruss Bernd
Ägypten, Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
133 Beiträge · seit 200916. Nov. 2011 ·
Glückwunsch zum Abenteuerurlaub - ich grübel jetzt, ob ich im März nicht doch lieber auf den Süden Tansanias umbuchen soll...
Der Bericht macht Lust auf mehr - Abo gebucht - danke!

Gruß Ute
Themenstarter6'387 Beiträge · seit 201116. Nov. 2011 ·
Montag, 24.10.2011: Der Muhezin ruft zum Wasserfall...

Oh Gott, bzw. Allah!
Der Muhezin ruft mal wieder seine immer gleiches Gelaber in die Gegend...
Es ist morgens um halb sechs! :-/
An Schlaf ist nicht mehr zu denken, denn nun wird das Radio (oder schon der Fernseher?) richtig schön laut gestellt,
damit sicher auch jeder Hotelgast was davon hat!
Hotel-Animation auf tansanianisch... 😉
Also schreib ich mal an diesem Bericht...
Nach dem Frühstück mit spanish Omlett (Eier-Omlette mit Gemüse drinn, sehr lecker!!!) und dem in Tansania obligatorischen
Africafe-Kaffe-Pulver mit Milchpulver gehts an den Startpunkt unserer heutigen Wanderung vom Talboden zum Beginn einer
Wasserfallkaskade, welche den höchsten Wasserfall Tansania's beinhaltet (Sanje Fall's, 170m).
Natürlich 'brauchen' wir dazu einen Guide und einen 'Guide-Trainee', denn es hat da so Tiere wie die zwar
ungiftige, aber mit ihren Büffelhörnern umso furchteinflössendere Büffelspinne (10mm...) und so unberechenbare Pflanzen
wie den Viagra-Baum, der uns rücksichtslos dazu zwingt, um ihn herum zu gehen!!!
Grausame und furchteinflössende Natur!!!
Da braucht man natürlich einen Guide!!!
Mit Trainee, sonnst geht's gar nicht!!! 😉
Ach ja, und zwei Arbeitsplätze sind so auch geschaffen...
Es geht durch einen Wald den Berg hinauf, immer wieder in die Baumwipfel schauend, ob da nicht einige Affen rumturnen.
Eine schöne kleine Wanderung, gemäss Guide etwa 800 Höhenmeter überwindend bei vieleicht 25°C am Anfang des Aufstieges
bis beim Abstieg etwa 35°C.
Entschädigt werden wir dabei durch den wunderschönen Anblick des Wasserfalls und ganz oben durch ein Bad im kleinen See
unterhalb der obersten Kaskade...traumhaft schön!!!
















...und wohl ohne oder sonst mit vollgefressenen Krokodilen, denn nach dem Bad sind wir immer noch vollzählig und
mit all den mitgebrachten Gliedmassen ausgestattet! 🙂
Nach dem Abstieg geht's erst mal Mittagessen, wobei einer unserer Fahrer dachte, er hätte aus den Augenwinkeln einen
Leoparden gesehen, was sich aber zumindest nicht bestätigte, und anschliessend auf eine kleine Wanderung, bei der wir
mehreren Stummel-Affenfamilien (Redhead-Colobus und Black-White-Colobus) bei ihren waghalsigen Sprüngen zuschauen durften
und einen weiteren Wasserfall sahen....ok, nur 4 m hoch und eher ein Rinnsal...man kann nicht immer nur Superlative sehen!







Am Abend wieder ein schmackhaftes Hühnchen mit Reis und zwei Tusker-Biere, sowie Bea's Versuch, einen Wein zu trinken...
Na ja, Tansanianer sollten besser Kaffe anbauen, 'Wein' konnte man dazu nicht wirklich sagen... 😉
...die Flasche wurde von etlichen probiert, dabei blieb es aber... 😉
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
Themenstarter6'387 Beiträge · seit 201117. Nov. 2011 ·
Dienstag, 25.10.2011: Verbindungsetappe Mangula über Iringa zum
Chobela Tendet Camp beim Ruaha Nationalpark

Guten Morgen Muhezin!!!
Eine lange Fahrt steht uns bevor...
Es ging vom Gebirge mit seinen Wäldern und Wasserfällen durch immer trockener werdende Steppe durch die heisseste Gegend
Tansania's, den ostafrikanischen Grabenbruch hoch und hinten wieder runter nach Iringa, wo wir uns für die nächsten Tage
mit Trinkwasser und Esswaren eindeckten, was die beiden Landcruiser an die Grenzen ihrer Transportfähigkeit brachte und uns
im Wagen exact einen Sitzplatz pro Person übrig liess...perfekt! 🙂




Nach den Einkäufen gings natürlich erst mal in die Stadt...wobei sich einige von uns nicht sonderlich wohl fühlten, denn
als Weisser fällt man sehr stark auf...in einer so armen Gegend und mit den Erinnerungen an den Gefesselten wohl
zu begreifen...








Nach einem verspäteten Mittagessen (Reis, Beef und Gemüse) in einem kleinen Restaurant gings sofort weiter, trotzdem war's
schon dunkel als wir im Chobela Camp nahe des Ruaha Nationalpark ankamen...




Nach einem wieder mal sehr leckeren Nachtessen und einem lustigen Abend mit unserem 5-Liter-Tetrapack Wein (natürlich nicht
tansanianisch...man ist ja lernfähig!) gings dann ab ins Zelt.
Gute Nacht! 🙂
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
Themenstarter6'387 Beiträge · seit 201117. Nov. 2011 ·
Mittwoch, 26.10.2011: Fuss- und Nacht-Gamedrive beim Ruaha Nationalpark





Ui...der Schädel brummt nach einer kurzen Nacht besonders effizient...
Trotzdem gehts tapfer an den Frühstückstisch...und ich bin nicht der Letzte! 🙂
Nach dem Frühstück ist eine kleine Wanderung angesagt...und was ist wohl das Ziel?
...
...
Ja, ein Wasserfall! 😉
Aber auf dem Weg dahin nehmen wir's gemütlich...so gemütlich, dass wir zwar eine Schule besucht, Fischteiche und Fisch-
Adler und noch etliches mehr sahen, aber die Sonne den Tag auch immer mehr aufheizte...und wir nicht vom Fleck kamen...
Natürlich brütet im Moment ganz Tansania unter einer Hitzewelle, 36°C und mehr im Schatten...da reichen 4 Liter Wasser
nicht weit!
Trotzdem haben wir uns tapfer durch die Steppe gekämpft, Früchte vom Affenbrotbaum gegessen und noch so einiges
probiert, was die ansässige Bevölkerung so in der Wildniss isst...na ja...ich bleibe lieber bei meiner geliebten
italienischen Küche...
Schon vor dem Ziel bekahm die Hitze ihr erstes Opfer: Kreislaufprobleme bei Nina, weil sie zu heiss wurde...hmmm... 😉
Oder heisst es 'weil ihr zu heiss wurde'? ...keine Ahnung...
Der Wasserfall selbst hingegen wahr ein Reinfall (Ja, ohne 'h')...man konnte schlicht nirgends schwimmen!







Nach etwa einer Stunde der Versuche, uns im Bachbett nass zu machen und abzukühlen holte uns dann unser Fahrer ab...
Nach dem Nachtessen (Karoffelstock mit Beef und Gemüse, als Dessert wie immer frische Früchte) hiess es Taschenlampe
einpacken und ab in die Landcruiser's, Nachtsafari war angesagt!
Darauf war ich schon seit Wochen gespannt!!!
Also nichts wie ab in die Finsterniss!
Um's vorweg zu nehmen...nach etwa 2,5 Stunden mit der Taschenlampe in die Dunkelheit leuchten hab ich mich hingesetzt
und bin sogar eingenickt...
Wir haben zwar eine Giraffe, eine Elefantenherde, mehrere Schleichkatzenarten, etliche Antilopen, vor allem Impala's und
sogar ein lustig rumhüpfendes Bushbaby gesehen, aber im Gegensatz zu einem Tages-Gamedrive sah man halt wirklich nur
was im Lichtkegel auftauchte.
Vieleicht war meine Taschenlampe auch etwas wenig weit reichend (ca. 30m) aber ich denke, solche Nacht-Gamedrive's sollte
man in buschärmeren und wildreicheren Gegenden machen, ich war nicht so begeistert, aber umso müder...
Man lernt nie aus!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
5'483 Beiträge · seit 200917. Nov. 2011 ·
SUPER 🤩 ich freue mich über jeden ostafrikanischen Reisebericht. Über diesen ganz besonders, da auch unsere nächste Reise wieder nach Tanzania gehen soll und wir dabei auch den Süden ansteuern wollen.

Was war denn das bei British Airway? Du bist etwas mehr als eine Stunde vor Abflug da und die sagen Dir "to late". So etwas hab ich ja noch gar nicht erlebt. Meist ist eine Stunde vor Abflug noch eine lange Schlange am Check-in. Bin allerdings auch noch nie mit BA geflogen.
Unser Reise-Blog: KaTho_VanTour Staub & Schlamm (Kenia 21/22) 7 Wochen in der Regenzeit !? (NAM/BOT 18/19) Leoparden hautnah (Tansania 2016/2017) Elefantös - Zimbabwe 2016 Auf Großer Fahrt (Reisebericht SA-NAM-BOT-ZIM 2014/2015) Rivers & Sand (Reisebericht Namibia/Botswana 2013) Reisebericht Tansania 2013: "Das volle Programm"
211 Beiträge · seit 201117. Nov. 2011 ·
Abonniert 🤩 🤩 🤩 🤩 🤩 🤪
461 Beiträge · seit 200817. Nov. 2011 ·
super !!!!!!!!!!!!!!
Themenstarter6'387 Beiträge · seit 201117. Nov. 2011 ·
Schön dass es Euch gefällt! 🙂

Donnerstag, 27.10.2011 (Teil 1): Aufbruch in den Ruaha Nationalpark

Toll!!!
Als Erstes springt der Wagen nicht an, nur um kurz nach der Abfahrt mit einem Plattfuss stehen zu bleiben...
Und das genau am Reifen der am Vortag schon repariert wurde...tolle Reperatur!
Na ja, Afrika... 😉



Kaum im Ruaha angekommen sehen wir nach Kudu's...



schon bald die ersten Löwen...davon einen mit einem offenen Gelenkbruch
an der linken Vorderpfote!
Das arme Tier!



Natürlich haben wir die Ranger verständigt...



Schon bald danach sind wir am ersten Hippo-Pool, Tiere wie im Zoo!



















Um 14:00 Uhr sind wir in unseren Banda's, Blechhütten ohne Strom und zwei Einzelbetten.
Einfach, aber zweckmässig.



Und mit Blick auf Elefantenherden essen wir zu Mittag!
Herrlich!!!

Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
Themenstarter6'387 Beiträge · seit 201117. Nov. 2011 ·
Donnerstag, 27.10.2011 (Teil 2): Gamedrive im Ruaha Nationalpark



Kurz darauf sehen wir etwa 150m von unseren Banda's entfernt einen männlichen Löwen daliegen...beinahe auf Fotodistanz zu
uns, ohne was dazwischen...geil! (Und noch relativ ungefährlich...)



Ab auf den ersten Gamedrive!
Neben etlichen Elefanten, einem Geparden, Löwen mit Jungen, Giraffen mit Jungen, Kudu's und noch so einiges war ein leider
nicht so toller Sonnenuntergang zu sehen...















Also zurück zu unseren Banda's...bis plötzlich der Gepard wieder neben uns auftaucht!
Mitten in der Dämmerung!
Micha(el) strahlt ihn mit der Taschenlampe an und ich fotografiere...tolles Bild! 😉
Ironisch gemeint...sonnst wärs hier zu sehen...
Nach dem Abendessen (Spaghetti mit Hühnchen und Tomatensauce, natürlich mit frischen Früchten als Dessert) gings raus in
den 'Garten' (ohne Haag zur Wildniss), wo wir am Lagerfeuer diverse Laute von Löwen, Büffeln, Hyänen und Schakalen hörten,
teilweise als Todesschreie, teilweise als sehr nahe Geräusche.
Auf dem Weg in die Banda haben Michael und ich einander begleitet, denn das Wissen um die unmittelbare Nähe der Raubtiere
machte uns schon etwas nervös...
Noch kurz das Moskitonetz kontrollieren und um das Eigene froh sein, schon gings ins Bett, um den im Camp herumschleichenden
Hyänen und den Löwen zu lauschen...
Gute Nacht!!!
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
Themenstarter6'387 Beiträge · seit 201117. Nov. 2011 ·
Freitag, 28.10.2011: Gamedrive's im Ruaha Nationalpark

Bei Sonnenaufgang geht's los...schon am Vorabend haben sich diverse unterschiedliche Hauptinteressen bei den
Tiersichtungen herausgestellt.



















Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
Themenstarter6'387 Beiträge · seit 201117. Nov. 2011 ·
















Bei einer Flussdurchfahrt (recht wenig Wasser, hab keinen Tropfen gesehen...) haben wir dann bemerkt, dass der Allradantrieb
bei unserem Auto defekt ist...und es sich somit hinten eingegraben hat...
Also ausgraben, anschieben und mit Schwung ans andere Ufer...
..und die Passagiere durften hindennachwatscheln...
Nina hat leider ihre Schuhe im Auto gelassen, und der Sand war extrem heiss, so dass James sie schlussendlich rübertrug...
...der Gentleman! 🙂







Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 19. Juli 2013
2'462 Beiträge · seit 200617. Nov. 2011 ·
Hallo Picco,

wirklich ein sehr schöner Bericht mit wunderbaren Fotos. Die Tiersichtungen sind natürlich neiderweckend 😉

Viele Grüße
Sanne
"Der letzte Beweis von Größe liegt darin, Kritik ohne Groll zu ertragen." Victor Hugo