Sonntag, Marakele NP
Die Nacht war sehr windig. Früh stehen wir auf, sehen uns ein wenig auf dem Gelände um. In der Ferne Zebras und am Himmel sehen wir einen Kapgeier kreisen. Zur vereinbarten Zeit taucht Joseph mit seiner Frau auf und begleitetet uns zum ca. 1 km entfernten Eingang. Dafür brauchen wir gute 10 Minuten. Ca. eine halbe Stunde später sind wir am Nationalparkeingang. Der NP liegt in den Waterbergen und ist zweigeteilt: im vorderen Teil (vom Gate aus gesehen) befindet sich der Campingplatz und die „harmlosen“ Tiere. Im hinteren Teil (dieser ist durch einen Tunnel und Gate abgetrennt) liegt das Tlopi Tented Camp, sind die größeren Tiere wie Elefanten, Rhinos und die big cats. Wir sind für das Hammerkopfzelt vorgesehen, aber da ich im SanParkForum gelesen hatte, dass u.a. das Louriezelt besonders schön gelegen sein soll, frage ich nach, ob wir dieses haben können. Wir bekommen es, ich werde aber freundlich darauf hingewiesen, dass ich in Zukunft eine Email schicken soll, damit Sonderwünsche berücksichtigt werden können.
Wir fahren nicht auf dem direkten Weg zum Tlopi Tented Camp, machen einen Schlenker am Campingplatz vorbei zum Birdhide. Leider ist nichts zu sehen.
Bevor wir in die Sektion kommen, wo die Big 5 sind, haben wir ein nur ein Gnu, Strauße und Warzenschweine gesehen. Die ersten Tiere, die wir im anderen Teil sehen, sind drei Elefanten. Dann geht es Schlag auf Schlag: Giraffen, Kudus und Zebras. Zur Mittagszeit sind wir in unserem Zelt: Es liegt am äußeren Rand und gefällt uns sehr: über einen Boardwalk ist der „Küchentrakt“ mit dem eigentlichen Zelt verbunden. Auf der Terrasse stehen zwei bequeme „Lümmelstühle“ sowie ein Tisch mit vier Stühlen.
Das Zelt ist nicht per Reißverschluss zu schließen, sondern hat eine richtige Tür (diese Annehmlichkeit vermissten wir bei unseren späteren Zeltunterkünften zB im Imfolozi NP). Wir scheinen genau zur richtigen Zeit eingetroffen zu sein: Kaum da, kommt eine größere Elefantenherde ans Wasserloch. Wahnsinn!
Auch später ist jede Menge los: Nilgänse, Hammerkopf, Graulärmvögel, Langspornkiebitze, Eidechsen. Als ich später die Nachbarzelte inspiriere, sitzt vorm Kormoranzelt ein Schlangenhalsvogel auf einem Ast im Wasser.
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Nachmittags machen wir eine Fahrt zum Lenong View Point auf. Die Straße zum Viewpoint ist anfangs harmlos, obwohl sie nur einspurig ist. Jedoch gibt es später einen Abschnitt, der kaum mehr als Autobreite hat und somit auf der Beifahrerseite es ganz schön den Abgrund hinunter geht. Mir ist etwas mulmig, aber ich vertraue völlig zu Recht auf Christians Fahrkünste. Oben angekommen können wir keine schönen Panoramaaufnahmen machen, denn es herrscht Gegenlicht.
Also genießen wir so die Aussicht. In weiter Entfernung sind schätzungsweise 20 Kapgeier in der Luft. (Man kann wohl eine Fahrt zu den Sentech Towers machen, der der Kapgeierkolonie am nächsten liegt, aber uns ist kein Wegweiser dazu aufgefallen -haben allerdings auch nicht bewusst danach gesucht).
Von denen lässt sich keiner auf den Chip brennen, aber ansonsten sind die anderen Vögel fast erpicht darauf, uns Fotomodell zu stehen.
Senegaltchagra?Als Christian beim Filmen in die Knie geht, muss er aufpassen, einen besonders vorwitzigen Vogel nicht zu treten. Auf dem Rückweg kann auch ich die schöne Landschaft mehr genießen.
Zurück im Camp beobachten wir diverse Vögel: Graubulbüle, Angola-Schmetterlingsspinte (die sich leider nicht von mir aufnehmen lassen) und genießen einfach die Atmosphäre. Kaum ist die Sonne weg, kommen auf einmal ca. 15 Perlhühner angeflogen. Die Nilgänse sind immer noch da und der Graulärmvogel macht seinem Namen alle Ehre. Christian hat schon früh den Grill angeworfen, aber da das Holz, das wir am Eingang erworben haben, nass ist, dauert es bis wir essen können. Zum Tagesausklang setzen wir uns anschließend noch mit Savanna bzw. Amarula hin und genießen unter dem Sternenhimmel die Geräusche des Busches (Grillen, Vogelgezwitscher).
Vom Bett kann ich gut auf die Terrasse schauen, die durch den Vollmund nicht im Dunkeln liegt. Aus dem Nachbarzelt dringt Musik, und ich bin zuerst ein wenig enttäuscht, dass andere sich nicht auch lieber von den Geräuschen der Natur in den Schlaf lullen lassen, aber ziemlich schnell verstummt die Musik.
Tageskilometer: 101
ÜN: Tlopi Tented Camp