Jetzt kommt also meine zweite Tiergeschichte aus Namibia.
Sie soll von einer Schlange handeln,denn für diese Tiere,mit
denen viele Menschen nichts anfangen können-oder sie sogar
eklig finden-empfinde ich eine ganz besondere Faszination.
Auch hier im Schwarzwald ´ renne ´ ich ihnen,und hier ganz
besonders der Kreuzotter,hinterher und bin ganz happy,
wenn ich mal wieder eine gefunden habe.
Während meiner bisherigen Nam-Aufenthalte habe ich bislang
jedesmal mindestens vier Schlangen zu Gesicht bekommen,eine
Puffotter bis jetzt aber nur einmal.Und das kam so:
Am Vortag waren wir nach einer Woche in der Etosha wieder
zurück auf die Farm in der Gegend um Witvlei gekommen,und
der Farmer,nennen wir ihn mal Tom,eröffnete mir gleich,dass
wir am nächsten Tag dringend auf die Jagd gehen müssten, er
bräuchte dringend Fleisch.Und er hat extra auf meine Rückkunft
gewartet,da er weiss,dass ich jagdlich nicht unbeleckt bin.
An besagtem Tag Ende August brachen wir zwei,begleitet von
zwei schwarzen Farmarbeitern sowie zwei Rhodesian Ridgebacks
und einem kleinen,rund ein Jahr alten Fellknäuel namens Jackie
und damit unschwer als Jack-Russel-Terrier zu erkennen,mit
einem alten Land-Cruiser auf über das weitläufige und rund
fünftausend Hektar grosse Farmgelände,um Oryx-Antilopen
zu suchen.Es war ein herrlicher wolkenloser Spätwintertag mit
tagsüber angenehmen Temperaturen,nachts wurde es aber noch
richtig frisch.Wir fuhren eine kleine Sandpad entlang,als plötzlich
vor uns ein Oryxbulle stand und zu uns her sicherte.Tom gab
mir den Mauser-Repetierer und sagte : Halt direkt auf´s (Schulter)
Blatt,die Waffe schiesst Fleck.Ich schoss,der Bulle zeichnete und
ging ab wie die Feuerwehr,war aber sogleich unseren Blicken
entschwunden,da ihn dicker Huckiebusch verschluckte.
In diesem Moment ging die Sonne unter,eigentlich wäre jetzt die
Zeit für einen Sundowner gekommen,es galt nun aber dem
schweren Wild.Und die Dämmerung ist im südlichen Afrika
deutlich kürzer als bei uns.
Die zwei Ridgebacks stürzten von der offenen Pritsche und
waren sofort laut bellend auf der Wundfährte der kranken Antilope.
Wir zogen zu viert den deutlich vernehmbar jagenden Hunden
hinterher,Jackie in noch jugendlichem Übermut ständig vor
und zurück rennend,ein junges Hundle halt.
Plötzlich sehe ich,wie Jackie,ein paar Meter voraus,einen Wollknäuel
(so sieht es auf den ersten Blick aus) im Fang hat und diesen
schüttelt.Beim Näherkommen entpuppt sich das Knäuel als
Wüstenspringmaus mit langen,känguruhähnlichen Hinterbeinen
und einem langen,dünnen Schwanz.Woher hat der Hund die
Maus??
Ich sehe mich um und entdecke nur rund einen Meter links
neben mir eine Puffotter,die S-förmig zusammen gerollt vor
einem Huckie liegt und offensichtlich gerade die Maus gebissen
hatte und darauf wartete,bis diese verendet wäre,um sie sich
als Nachtmahl zu Gemüte zuführen.Nachdem ich den Abstand
etwas vergrössert habe,betrachte ich das Reptil genauer.Ich
schätze sie auf rund 80 cm Länge und etwa Unterarmdicke.
Es ist ein wunderschön braun,ocker und violett gezeichnetes
Tier.Die Schlange spannt alle Muskeln an und macht sich
damit dicker,dazu faucht sie.Dann macht sie sich-angefangen
hinter dem Kopf-noch dicker,und lässt dann diese angespannte
Partie wie eine La-Ola-Welle langsam den ganzen Körper hinab
wandern.Dabei reiben die einzelnen Schuppenglieder
aneinander und erzeugen ein rasselndes Geräusch,dazu züngelt
sie permanent--sie ist also sichtbar erregt.
Tom hat Jackie die Maus mittlerweile abgenommen und sie hinter
die Schlange in den Huckie geworfen.Das findet Jackie gar nicht
gut.Er rennt um den Huckie und passiert dabei mehrfach die
Otter auf zwanzig Zentimeter und schnuppert auch noch in ihre
Richtung.Für mich jedenfalls ist glasklar,dass der Hund dieses
Abenteuer nicht überleben wird.In Gedanken habe ich schon
die Zwei kleinen Mädels von Tom vor mir,wenn sie Jackie tot sehen....
Endlich kann Tom Jackie einfangen,und die Schlange entspannt die
Situation,indem sie sich ganz langsam,wie in Zeitlupe,in Richtung
der Maus bewegt.Nach etwa einem halben Meter befindet sie sich
zur Hälfte unter dem dornigen ,blattlosen Strauch und ist praktisch
unsichtbar. (In meinem Tagebuch steht:Wow-was für ein Erlebnis.
Gänsehaut! ).
Tom wundert sich noch,dass die Schlange so spät noch aktiv ist,
denn es ist wie gesagt noch Winter und schon recht kalt.
Mittlerweile ist es nicht heller geworden,die zwei Ridgebacks
melden mit Standlaut,also haben sie den Oryx gestellt.Nun
aber schnell hinterher.Wir rennen knapp zwei Kilometer durch
den Busch.Mittlerweile ist es stockdunkle Nacht und als wir am
Zaun der Nachbarfarm ankommen,müssen wir schweren Herzens
abbrechen.
Es wird noch ein langer Weg zurück durch die Dunkelheit bis
zum Auto,aber als wir wieder auf den Hof der Farm kommen,
bin ich doch sehr erleichtert,dass wir alle komplett und
unversehrt sind--inklusive Jackie.
Ich hoffe,der / die Eine-oder -Andere hat ein bisschen Kurzweil
mit meiner Erzählung.Und vielleicht sieht sich ja noch Jemand
angeregt,eine Geschichte zu erzählen--nur her damit.
Schönes Wochenende fotomatte
Sie soll von einer Schlange handeln,denn für diese Tiere,mit
denen viele Menschen nichts anfangen können-oder sie sogar
eklig finden-empfinde ich eine ganz besondere Faszination.
Auch hier im Schwarzwald ´ renne ´ ich ihnen,und hier ganz
besonders der Kreuzotter,hinterher und bin ganz happy,
wenn ich mal wieder eine gefunden habe.
Während meiner bisherigen Nam-Aufenthalte habe ich bislang
jedesmal mindestens vier Schlangen zu Gesicht bekommen,eine
Puffotter bis jetzt aber nur einmal.Und das kam so:
Am Vortag waren wir nach einer Woche in der Etosha wieder
zurück auf die Farm in der Gegend um Witvlei gekommen,und
der Farmer,nennen wir ihn mal Tom,eröffnete mir gleich,dass
wir am nächsten Tag dringend auf die Jagd gehen müssten, er
bräuchte dringend Fleisch.Und er hat extra auf meine Rückkunft
gewartet,da er weiss,dass ich jagdlich nicht unbeleckt bin.
An besagtem Tag Ende August brachen wir zwei,begleitet von
zwei schwarzen Farmarbeitern sowie zwei Rhodesian Ridgebacks
und einem kleinen,rund ein Jahr alten Fellknäuel namens Jackie
und damit unschwer als Jack-Russel-Terrier zu erkennen,mit
einem alten Land-Cruiser auf über das weitläufige und rund
fünftausend Hektar grosse Farmgelände,um Oryx-Antilopen
zu suchen.Es war ein herrlicher wolkenloser Spätwintertag mit
tagsüber angenehmen Temperaturen,nachts wurde es aber noch
richtig frisch.Wir fuhren eine kleine Sandpad entlang,als plötzlich
vor uns ein Oryxbulle stand und zu uns her sicherte.Tom gab
mir den Mauser-Repetierer und sagte : Halt direkt auf´s (Schulter)
Blatt,die Waffe schiesst Fleck.Ich schoss,der Bulle zeichnete und
ging ab wie die Feuerwehr,war aber sogleich unseren Blicken
entschwunden,da ihn dicker Huckiebusch verschluckte.
In diesem Moment ging die Sonne unter,eigentlich wäre jetzt die
Zeit für einen Sundowner gekommen,es galt nun aber dem
schweren Wild.Und die Dämmerung ist im südlichen Afrika
deutlich kürzer als bei uns.
Die zwei Ridgebacks stürzten von der offenen Pritsche und
waren sofort laut bellend auf der Wundfährte der kranken Antilope.
Wir zogen zu viert den deutlich vernehmbar jagenden Hunden
hinterher,Jackie in noch jugendlichem Übermut ständig vor
und zurück rennend,ein junges Hundle halt.
Plötzlich sehe ich,wie Jackie,ein paar Meter voraus,einen Wollknäuel
(so sieht es auf den ersten Blick aus) im Fang hat und diesen
schüttelt.Beim Näherkommen entpuppt sich das Knäuel als
Wüstenspringmaus mit langen,känguruhähnlichen Hinterbeinen
und einem langen,dünnen Schwanz.Woher hat der Hund die
Maus??
Ich sehe mich um und entdecke nur rund einen Meter links
neben mir eine Puffotter,die S-förmig zusammen gerollt vor
einem Huckie liegt und offensichtlich gerade die Maus gebissen
hatte und darauf wartete,bis diese verendet wäre,um sie sich
als Nachtmahl zu Gemüte zuführen.Nachdem ich den Abstand
etwas vergrössert habe,betrachte ich das Reptil genauer.Ich
schätze sie auf rund 80 cm Länge und etwa Unterarmdicke.
Es ist ein wunderschön braun,ocker und violett gezeichnetes
Tier.Die Schlange spannt alle Muskeln an und macht sich
damit dicker,dazu faucht sie.Dann macht sie sich-angefangen
hinter dem Kopf-noch dicker,und lässt dann diese angespannte
Partie wie eine La-Ola-Welle langsam den ganzen Körper hinab
wandern.Dabei reiben die einzelnen Schuppenglieder
aneinander und erzeugen ein rasselndes Geräusch,dazu züngelt
sie permanent--sie ist also sichtbar erregt.
Tom hat Jackie die Maus mittlerweile abgenommen und sie hinter
die Schlange in den Huckie geworfen.Das findet Jackie gar nicht
gut.Er rennt um den Huckie und passiert dabei mehrfach die
Otter auf zwanzig Zentimeter und schnuppert auch noch in ihre
Richtung.Für mich jedenfalls ist glasklar,dass der Hund dieses
Abenteuer nicht überleben wird.In Gedanken habe ich schon
die Zwei kleinen Mädels von Tom vor mir,wenn sie Jackie tot sehen....
Endlich kann Tom Jackie einfangen,und die Schlange entspannt die
Situation,indem sie sich ganz langsam,wie in Zeitlupe,in Richtung
der Maus bewegt.Nach etwa einem halben Meter befindet sie sich
zur Hälfte unter dem dornigen ,blattlosen Strauch und ist praktisch
unsichtbar. (In meinem Tagebuch steht:Wow-was für ein Erlebnis.
Gänsehaut! ).
Tom wundert sich noch,dass die Schlange so spät noch aktiv ist,
denn es ist wie gesagt noch Winter und schon recht kalt.
Mittlerweile ist es nicht heller geworden,die zwei Ridgebacks
melden mit Standlaut,also haben sie den Oryx gestellt.Nun
aber schnell hinterher.Wir rennen knapp zwei Kilometer durch
den Busch.Mittlerweile ist es stockdunkle Nacht und als wir am
Zaun der Nachbarfarm ankommen,müssen wir schweren Herzens
abbrechen.
Es wird noch ein langer Weg zurück durch die Dunkelheit bis
zum Auto,aber als wir wieder auf den Hof der Farm kommen,
bin ich doch sehr erleichtert,dass wir alle komplett und
unversehrt sind--inklusive Jackie.
Ich hoffe,der / die Eine-oder -Andere hat ein bisschen Kurzweil
mit meiner Erzählung.Und vielleicht sieht sich ja noch Jemand
angeregt,eine Geschichte zu erzählen--nur her damit.
Schönes Wochenende fotomatte