Hi Betti! Zu Fuß auf den Tafelberg - RESPEKT!!! 😎 Ich bekomme dank deines Berichtes und eurer tollen Bilder gerade mal wieder akutes Fernweh!!! Schon gefühlt 100 Mal habe ich Flüge nach Kapstadt gegoogelt - und trotzdem wars noch nix. Nach deinem Bericht muss ich das unbedingt mal angreifen! Danke dir und liebe Grüße, Kathrin
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201625. Apr. 2023 ·
Hi Kathrin,
Katma1722 schrieb:Zu Fuß auf den Tafelberg - RESPEKT!!!
Nur nicht zuviel der Ehre, es kommt noch ein Kapitel, da wirst du dich wundern über meine Wander(un)fähigkeiten... 🙄
Katma1722 schrieb:Ich bekomme dank deines Berichtes und eurer tollen Bilder gerade mal wieder akutes Fernweh!!! Schon gefühlt 100 Mal habe ich Flüge nach Kapstadt gegoogelt - und trotzdem wars noch nix. Nach deinem Bericht muss ich das unbedingt mal angreifen!
Mach das, es lohnt sich! Akutes Fernweh habe ich auch - obwohl, eigentlich habe ich das immer. Außer eben in der Ferne... 🙂
Ihr Lieben, eine tolle Reise zu einer Jahreszeit, die wir gar nicht in Kapstadt kennen. Bisher erlebten wir den Herbst oder Winter dort. Den Tafelberg zu erklimmen ist genial, ich träume davon, würde es aber nie schaffen (denke ich!) 😈 Alle Achtung!!!! Das war super! Übrigens sind eure Vogelbilder sehr schön gelungen, nun bin ich gespannt, was noch kommt. Die Tour klingt sehr vielversprechend.
was hab ich mich gefreut, dass ihr auch von diesem Urlaub berichtet - super! Und Gott sei Dank schreibst du doch schön ausführlich... Das mit den "Once in a lifetime" Erlebnissen kann ich sehr gut nachvollziehen - die (fitte) Zeit kann ja schnell vorbei sein und was man hat, hat man 😉. Ein solcher Aufstieg auf den Tafelberg gehört auf jeden Fall dazu, ausdrücklichen Respekt auch von mir! Wir waren zur gleichen Zeit (zum 5. Mal in unterschiedlichen Jahreszeiten) vor Ort und hatten den Jahreswechsel im Cap Aghulas NP verbracht, auch nach einer verschobenen Weihnachtsreise im Jahr davor... Freu mich auf die weiteren Erlebnisse, VG, Nette
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201626. Apr. 2023 ·
Hallo ihr Lieben,
tiggi schrieb:eine tolle Reise zu einer Jahreszeit, die wir gar nicht in Kapstadt kennen. Bisher erlebten wir den Herbst oder Winter dort.
Lass und tauschen, Biggi. Diese Jahreszeit haben wir uns dann für die nächste SAF-Reise (2025 oder so) vorgenommen. 😎
tiggi schrieb:Den Tafelberg zu erklimmen ist genial, ich träume davon, würde es aber nie schaffen (denke ich!)
Ich denke schon! Es gibt eben auch sehr unterschiedliche Wege, da sollte was dabei sein auf jeden Fall.
tiggi schrieb:Alle Achtung!!!! Das war super!
Vielen lieben Dank! 😘
speed66 schrieb:was hab ich mich gefreut, dass ihr auch von diesem Urlaub berichtet - super!
Ach Nette, 1000 Dank! Und ich freue mich mindestens so sehr, dass du wieder mitliest!
speed66 schrieb:Und Gott sei Dank schreibst du doch schön ausführlich...
Das andere kann ich irgendwie nicht so richtig... Klappt nicht. 😣
speed66 schrieb:die (fitte) Zeit kann ja schnell vorbei sein und was man hat, hat man 😉. Ein solcher Aufstieg auf den Tafelberg gehört auf jeden Fall dazu, ausdrücklichen Respekt auch von mir!
Absolut richtig! Und merci!
speed66 schrieb:Wir waren zur gleichen Zeit (zum 5. Mal in unterschiedlichen Jahreszeiten) vor Ort und hatten den Jahreswechsel im Cap Aghulas NP verbracht
😮 Happy new Year 🙂. Da weiß ich ja, an wen ich mich beim künftigen Planen wenden kann, gut zu wissen!
Ich mach mich dann mal ans nächste Kapitel. Liebe Grüße, Betti
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201626. Apr. 2023 ·
Vögel, Vögel und nochmals Vögel
Die Sterne waren in der Nacht glücklicherweise nicht dauerhaft von einem schwarzen Loch, sondern nur vorübergehend von Nebel verschluckt worden. Beim morgendlichen Blick aus dem Fenster war ich dennoch betrübt wegen der trüben Aussichten. Auch das Meer hatte sich in der Suppe verflüchtigt. Irgendwo da vorne musste es sein...
Aber nutzte ja nichts, wir standen trotzdem wie geplant mit den Hühnern auf - oder vielmehr mit den Kaptölpeln, derentwegen wir gekommen waren. Im Frühstücksraum waren wir die ersten Gäste und nach einem ordentlichen Rührei startklar. Wir fröstelten, als wir das Haus verließen. Nordseewetter. Swakop-Wetter. Oder beides. Kapuzenpulli, Jacke, Tuch für den Hals, hatten wir alles dabei und brauchten wir auch.
Lamberts Bay schön zu nennen, wäre die Übertreibung des Jahreshunderts. Der Nebel polierte den eher tristen Eindruck nicht gerade auf. Wir parkten direkt in der Hafenbucht, das Kassenhäuschen hatte schon geöffnet und wir zahlten gerade einmal 40 Rand (mittlerweile 50), etwas mehr als zwei Euro. Also fast nichts. Dafür bekommt man in unseren Augen eine Menge geboten.
Früher war Bird Island genau das: eine kleine Insel und nur bei Ebbe zu Fuß zu erreichen. Heute ist sie durch einen Wellenbrecherdamm mit dem Festland verbunden. Das ist zwar praktisch, aber auch zuweilen ein Problem, wenn sich Katzen oder andere Räuber den Laufsteg zunutze machen und in der Vogelkolonie auf Beutezug gehen.
Schon auf dem kurzen Weg hinüber wurden wir von Eindrücken fast erschlagen. Die Vögel waren überall. Flogen über und neben uns und veranstalteten ein Heidenspektakel. Dazu der strenge Geruch nach Guano - ich kam sensorisch kaum hinterher.
In den Felsen saßen Seeschwalben, common terns und die größeren, streng blickenden Greater crested terns. Die hatten wir vor allem in dieser Vielzahl auch noch nicht gesehen, und wir freuten uns jedes Mal, wenn sie in großen Scharen aufflogen.
Einen Überblick über die winzige Insel hatten wir uns schnell verschafft. Einst gab es hier auch Brillenpinguine, doch das ist lange vorbei. Sie sollen zwar nicht wieder angesiedelt, aber in einer geplanten Station auf der Insel bei Bedarf aufgepäppelt werden, erzählte uns die nette Dame an der Kasse - irgendwann. Wir meinten Hoffnung in ihrer Stimme zu hören, aber auch Zweifel. Das Örtchen schwimmt nicht gerade im Geld.
Wir gingen zum kleinen Beobachtungsturm und stiegen in den ersten Stock hinauf. Von dort hat man einen freien Blick über die Kolonie. Wow! Hinten auf den Felsen saßen lauter Robben, im Nebel kaum zu erkennen.
Wir hofften, dass sich der Vorhang lichten würde und fotografierten uns erst einmal warm. Buchstäblich, denn es war kalt und zugig - und alles andere als leicht, die Vögel im Flug zu erwischen, die einer nach dem anderen an uns vorbeischossen und ihre riskanten Manöver flogen.
Die Zeit verrann, wir bemerkten es kaum, und bekamen Gesellschaft von weiteren Hobby-Fotografen. Eine nette kleine Runde, wir erhielten Reisetipps und Einblicke ins Leben an der Atlantikküste, alles sehr interessant. Ein Fotograf aus Kapstadt, der wegen der Vögel regelmäßig nach Lamberts Bay kommt, berichtete uns vom schleichenden Niedergang der Kleinstadt mit ihrem einst bedeutenden Fischereihafen, den er seit Jahrzehnten beobachtet. Mit dem Fischfang ist in Zeiten weltweiter Überfischung kein Reibach mehr zu machen.
Wir mochten das ungeschminkte Lamberts Bay mit seinem rauen Westküsten-Charme und hoffen das Beste für seine Bewohner. Und auch für die Vogelkolonie, deren Schicksal mit dem der Ortschaft verknüpft sein dürfte.
Im Laufe des Vormittags lichtete sich der Nebel und es wurde heller, das freute uns sehr. 2020 hatten wir Helgoland mit seinen beeindruckenden Basstölpeln besucht. Für mich sahen die Kaptölpel identisch aus, doch es gibt Unterschiede. Zum Beispiel den längeren Kehlstreifen bei den Kaptölpeln im Vergleich zu ihren mitteleuropäischen Verwandten.
Es existieren nur wenige Orte, an denen Kaptölpel (Cape Ganets) brüten, auf Bird Island findet man sie zwischen Oktober und Februar. Die Insel ist einer der wichtigsten Brutplätze für die leuchtend weißen, gansgroßen Vögel mit dem intensiven Blick.
Bis zu 30.000 Exemplare versammeln sich hier und bieten nicht nur einen grandiosen Anblick, sondern auch eine imposante Geräuschkulisse.
In der Luft herrscht reger Flugverkehr und auf dem Boden hocken die Tiere dichtgedrängt nebeneinander. Die Paare sind sich in der Regel ein Leben lang treu. Während der eine Partner auf das Ei oder das Junge aufpasst, ist der andere auf Futtersuche auf dem Meer.
Lässt sich einer der Vögel bei der Landung zielgenau bei seiner Familie auf den Boden plumpsen, gibt es jedes Mal ein riesiges Theater. Weil der Partner halb ruppig, halb liebevoll willkommen geheißen werden muss - und weil die Vögel ihr winziges Fleckchen Erde ausgesprochen aggressiv verteidigen. Mit langen Hälsen und blitzschnellem Hacken geht es aufdringlichen Nachbarn an den Kragen.
Kaptölpel-Nachwuchs mit flaumigem Federkleid
Zwischendurch ging ich zum Aufwärmen einen Stock tiefer und setzte mich auf eine Holzbank, wo eine (leider stellenweise verkratzte) Plexiglasscheibe andere Perspektive ermöglicht. Ich überlegte. Sie sind fraglos schön, diese großen Vögel, aber auch wunderlich. Zanken steht ganz oben auf ihrer Todo-Liste, meist (scheinbar) wegen Nichtigkeiten.
Hat einer etwas Interessantes mit seinem langen Schnabel aufgehoben, wollen es andere sofort haben, und es wird darum gerungen, bis es der Finder freiwillig zurücklegt. Dann will es plötzlich niemand mehr.
Ein Tier würgte sogar freiwillig hastig eine Feder hinunter, weil es sich in seiner Bedrängnis partout nicht davon trennen wollte. Es schluckte schwer daran. Aber vielleicht handelt es sich bei all dem auch gar nicht um Streit, sondern um Liebe?! Das soll ja manchmal dicht beieinander liegen...
Wir verbrachten Stunden bei der Kolonie. Erst am Vormittag, dann am Nachmittag, das Ticket galt den ganzen Tag.
Langweilig wurde es uns nicht, keine Minute, aber wir sind bestimmt auch ein bisschen verrückt. Die Kolonie ist permanent in Aufruhr, ein ständiges Kommen und Gehen und dann dieser Krawall!
In dem scheinbar undurchdringlichen Chaos gibt es dennoch eine Grundordnung. Weiter hinten bilden die Familien eine riesige WG, weiter vorne kabbeln sich die Junggesellen. Der freie Streifen vor dem Beobachtungsturm, wie mit dem Lineal gezogen, ist die Start- und manchmal auch Landebahn - und regelrecht aufgeräumt.
Das ist wahrscheinlich auch nötig, denn die Tölpel sind mit ihrer Spannweite von fast zwei Metern elegante und geschickte Flieger, aber Start und Landung zählen nicht zu ihren Stärken.
Platz da, jetzt komm' ich!
Irgendwann - und das ist kaum zu glauben - waren wir satt von den vielen Eindrücken. Erneut zog Nebel auf. Es war Zeit zu gehen.
Geschnatter und Gezeter begleiteten uns über den breiten Steindamm und bis fast ins Restaurant Isabellas's gegenüber von Bird Island.
Thomas liebäugelte mit Cray Fish, einer Langustenart und Spezialität der Westküste. Doch die Inhaberin schüttelte bedauernd den Kopf. Nichts zu machen. Der Bestand ist bedroht und steht streng unter Schutz. Ein Problem für die Fischer und die Bewohner der Küste, aber natürlich eine Notwendigkeit. Auch dieses Paradies ist schwer angeschlagen. Wir wollen dennoch wiederkommen - auch gerne für mehr als 50 Rand.
Liebe Betty, Ehrlich gesagt, finde ich das neblige Ambiente und Licht auf euren Vogelbildern klasse. Das unterstreicht für mich die Farben der Vögel… alles Ton in Ton… wunderschön Aber natürlich ist Sonne und etwas Wärme angenehmer. LG Birgit
Herzlichen Dank für deinen Bericht, besonders von den Eindrücken von Bird Island! Wir waren letzten Herbst dort und leider war damals noch alles geschlossenen. Ich war sehr enttäuscht und nun kann ich bei dir sehen, wie schön es gewesen wäre, diese Vögel zu beobachten! Vielen Dank! Ich bin gespannt auf die Fortsetzung, da wir im Oktober/November wieder in dieser Gegend (von Johannesburg nach Kapstadt) sein werden.
bei meinem RB dauert´s ja noch ein paar Tage, bis wir in der Lamberts Bay bei den Tölpeln ankommen.
Und jetzt hab ich eine Idee: ich kopier einfach Euere Vögel-Fotos in meinen Bericht, das wär doch was, oder?!? Oder ich lade gar keine Bilder hoch und verweise auf Deinen Bericht .... 🤩 😉 😄
Betty, ganz tolles Kino hast Du uns wieder mitgebracht. Vielen Dank dafür. Die Bilder sind schöner als es wir "in natura" erlebt und gesehen haben.
ich genieße es immer besonders, wenn andere Fomis von Orten berichten, die wir schon persönlich besuchen konnten, bei euch jetzt Kapstadt und Umgebung, Bloubergstrand, der West Coast National Park oder auch die Vogelinsel. Wenn der Bericht dann noch so genial bebildert ist wie bei euch, ist die Freude doppelt groß und die Erinnerungen sind plötzlich wieder sehr präsent 🙂 . Wohin das führen kann, habe ich gerade bereits in einem Kommentar unterm Bericht des Bayern Schorsch geschrieben. Du und er seid tatsächlich maßgeblich daran beteiligt, dass wir spontan das Kap in unseren Osterurlaub 2024 eingebunden haben 😄 . Solche Berichte wecken Begehrlichkeiten, vielleicht solltet ihr das mal als „Risiko und Nebenwirkungen“ in euren Vorspann übernehmen 😗
Spaß beiseite, an dieser Stelle ist mal wieder ein geschriebenes Dankeschön überfällig, für den erneut toll geschriebenen, informativen und wunderschön bebilderten Bericht 😘
Liebe Betti Auch von mir ein ganz herzliches Dankeschön für den informativen und ausführlichen Bericht, es macht grossen Spass, mit euch zu reisen. Und erst eure wunderschönen Bilder, ganz toll!! Einige Stationen wie die Wanderung auf den Tafelberg haben wir auch schon gmähnlich gemacht, das weckt schöne Erinnerungen. Andere Stationen sind neu und deswegen interessant, da auch wir relativ spontan entschieden haben, im März 2024 eine Tour am Kap zu unternehmen. Ich bin schon gespannt, was bei Dir noch kommt. Liebe Grüsse Vanessa
franzicke2’085 Beiträge · seit 201227. Apr. 2023 ·
Liebe Betti, jetzt musste ich erst mal noch mal im Rückblick unsere Vertreibung aus dem Paradiso verarbeiten - man würde das wahrscheinlich so nicht mehr buchen, aber viel relaxter hätte es dann ja auch nicht sein können. Wir haben die Zeit und auch diesen speziellen Jahreswechsel mit euch jedenfalls sehr sehr genossen!!! Auf eure Tölpel war ich tatsächlich auch sehr gespannt und es ist ja mal wieder gelungen, wirklich allerliebste Szenen einzufangen. Ganzganz toll!!! Ich freu mich einfach sehr, dass du berichtest (und wir werden ganz sicher ein paar eurer Pfade nachlatsche 😎 Viele viele Grüße - endlich mit ein bisschen Abendsonne Ingrid
leider hab ich momentan wenig Zeit, hier im Forum ausführlich mitzuschreiben. Aber wann immer es geht, les ich mit - Deinen Bericht und die sensationellen Fotos kann ich mir ja nicht entgehen lassen! Danke für die vielen Infos. Die Bilder sind eine echte Freude!
LG Birgit
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201629. Apr. 2023 ·
Hallo ihr Lieben,
leo1962 schrieb:Ehrlich gesagt, finde ich das neblige Ambiente und Licht auf euren Vogelbildern klasse. Das unterstreicht für mich die Farben der Vögel… alles Ton in Ton… wunderschön
Vielen Dank, liebe Birgit! Morgens war die Suppe allerdings zunächst ganz schön heftig, da wäre wirklich nicht viel gegangen. Einer der Vorteile, wenn die Sonne nicht ganz so knallt: Das Gefieder reißt nicht auf. Damit hatten wir auf Helgoland schwer zu kämpfen. Das Wetter war jetzt aber nicht dazu angetan, zum Beispiel mal am Strand spazieren zu gehen. Das war ein bisschen schade. Schön, dass du dabei bist und dir die Bilder gefallen!
Sue.ch schrieb:Wir waren letzten Herbst dort und leider war damals noch alles geschlossenen.
Oje Sue, die Enttäuschung kann ich mir vorstellen, das wäre uns auch so gegangen. Beim nächsten Mal. 🙂
Sue.ch schrieb:Ich bin gespannt auf die Fortsetzung, da wir im Oktober/November wieder in dieser Gegend (von Johannesburg nach Kapstadt) sein werden.
Toll! Es gibt dort einfach so viele wunderbare Dinge zu tun.
bayern schorsch schrieb:Und jetzt hab ich eine Idee: ich kopier einfach Euere Vögel-Fotos in meinen Bericht, das wär doch was, oder?!?
😄 😄 😄 Mach mal 😎 Andererseits bin ich natürlich auch extrem gespannt auf eure Eindrücke.
bayern schorsch schrieb:Betty, ganz tolles Kino hast Du uns wieder mitgebracht.
1000 Dank mein Lieber!!!
Dandelion schrieb:Wohin das führen kann, habe ich gerade bereits in einem Kommentar unterm Bericht des Bayern Schorsch geschrieben. Du und er seid tatsächlich maßgeblich daran beteiligt, dass wir spontan das Kap in unseren Osterurlaub 2024 eingebunden haben
😮 Wow! Toll! Ich denke, ihr werdet es nicht bereuen (berichte bitte gerne mal, wie es war und was ihr unternommen habt!)
Dandelion schrieb:Solche Berichte wecken Begehrlichkeiten, vielleicht solltet ihr das mal als „Risiko und Nebenwirkungen“ in euren Vorspann übernehmen
😄 Vielen lieben Dank für die netten Worte und deine Begleitung!
vanitom schrieb:Andere Stationen sind neu und deswegen interessant, da auch wir relativ spontan entschieden haben, im März 2024 eine Tour am Kap zu unternehmen. Ich bin schon gespannt, was bei Dir noch kommt.
Seufz, will mit... Ich hoffe, es sind ein paar Tipps für euch dabei!
franzicke schrieb:jetzt musste ich erst mal noch mal im Rückblick unsere Vertreibung aus dem Paradiso verarbeiten
😄 😄 😄
franzicke schrieb:Wir haben die Zeit und auch diesen speziellen Jahreswechsel mit euch jedenfalls sehr sehr genossen!!!
😘 😘 😘
franzicke schrieb:Ich freu mich einfach sehr, dass du berichtest (und wir werden ganz sicher ein paar eurer Pfade nachlatsche
Mir macht es auch riesigen Spaß. 🙂 Und wer weiß, vielleicht latsche wir ja noch die einen oder anderen Pfade gemeinsam... Die nächste Route hab ich schon im Kopf (die Flausen, die Flausen...).
Daxiang schrieb:ich bin auch noch schnell zugestiegen - einen Bericht von euch lass ich mir auf keinen Fall entgehen!
Konniiiiiiiiiiiii, jetzt kann ich endlich das Handtuch von deinem Sitz nehmen...
rik m. schrieb:Danke für die vielen Infos. Die Bilder sind eine echte Freude!
😊 🤪 😘
Morgen geht es weiter, ich danke euch sehr für eure Begleitung, wir haben wirklich große Freude daran!
Habt ein schönes langes Wochenende und genießt die Sonne, Betti
BeatnickThemenstarter1’721 Beiträge · seit 201630. Apr. 2023 ·
Kogelberg Nature Reserve I: Im Land des Fynbos
Am Morgen unserer Weiterreise war der Nebel nicht gewichen, sondern eher dichter geworden. Bei Sonnenschein hätten wir zumindest noch einmal kurz eine Stippvisite bei Bird Island eingelegt, so aber packten wir in Ruhe unseren Kram zusammen, frühstückten und verabschiedeten uns dann von der Grootvlei Guest Farm. Keine überragende, aber solide Unterkunft für unsere Zwecke.
Nur wenige Kilometer hinter Lamberts Bay fuhren wir landeinwärts aus der Nebelwand heraus. Wir kennen das aus Swakopmund. Von jetzt auf gleich war alles anders, und mit der Sonne kehrte die Wärme zurück. Nach und nach landeten Schal, Jacke und Pullover auf der Rücksitzbank.
Knapp 340 Kilometer lagen vor uns, für die wir viereinhalb bis fünf Stunden veranschlagten. Unser Ziel hieß Betty's Bay, genauer gesagt Kogelberg Nature Reserve, und wir freuten uns sehr darauf, war es doch als später Joker in die Routenplanung gerutscht. Wir fuhren bewusst über Clanwilliam und Citrusdal, das ließ uns die Schönheit der Zederberge zumindest erahnen und bestärkte uns in dem Wunsch, diese Gegend während einer künftigen Reise noch einmal intensiver zu erkunden.
Die R44 führte uns geradewegs südwärts und schließlich durch die Winelands, vorbei an Stellenbosch, dem Endpunkt unserer Reise. Doch bis dahin war noch ganz viel Zeit - zum Glück.
Hinter Gordon's Bay wurde es spektakulär, als wir die letzten Kilometer auf dem Clarence Drive fuhren. Eine unglaublich schöne Panoramastraße mit atemberaubenden Ausblicken.
Die Kogelberg Mountains fallen hier stellenweise direkt bis ins Meer.
Bei Betty's Bay stoppten wir und kauften ein, die nächsten beiden Tage würden wir erstmals auf dieser Reise Selbstversorger sein. Die Gegend ist wunderschön, aber auch entsprechend beliebt, und so bildeten sich in der Ferienzeit lange Schlangen an der Kasse. Ich schaute ungeduldig auf die Uhr. So langsam geriet mein Zeitplan aus den Fugen. Um 16 Uhr schließt das Kogelberg Nature Reserve seine Pforten, und wir mussten rechtzeitig einchecken (heraus kann man als Tagesbesucher auch später, als Übernachtungsgast anhand eines Codes sowieso).
Die Einfahrt ins 18.000 Hektar große Natur-Reservat, die ein wenig versteckt kurz vor Kleinmond in einer Kurve liegt, verpassten wir um ein Haar. Erst im letzten Moment sahen wir das braune Schild. Kaum nach links abgebogen, betraten wir eine andere Welt. Ein verwunschenes, stilles Tal innerhalb der Hottentots-Holland-Bergkette und ziemlicher Kontrast zum Ferienhaus-am-Meer-Idyll, aus dem wir gerade kamen.
Von der Hauptstraße aus sind es zwei Kilometer bis zum Gate und dann ist es noch einmal ein Kilometer bis zum Nature Reserve Office. Dort checkten wir ein und fuhren schließlich noch ein kurzes Stückchen weiter bis zu einem kleinen Parkplatz. Ich hatte die Oudebosch Eco Cabins im Herzen der Fynbosregion per Zufall im Internet entdeckt und wollte sofort hin.
Die kleine Ansammlung von Hütten erinnert an Hobbiton, die Umgebung an die schottischen Highlands - zumindest, bis wir eine große Gruppe Paviane entdeckten, die friedlich auf dem Hügel hinter unserem Chalet hockte. Die Tiere nahmen Reißaus, sobald ich die Terrasse betrat. Sorry, guys! Dennoch ein gutes Zeichen. Offenbar war noch niemand so verrückt gewesen, sie zu füttern.
Die Anlage umfasst fünf moderne Chalets mit viel Glas und Holz, die sich um einen kleinen Bio-Pool mit torfigem, aber dennoch einladendem Wasser gruppieren. Neben uns bewohnte eine nette indisch-südafrikanische Familie aus Joburg zwei Häuschen, ein weiteres bezog ein junges Paar mit Kleinkind, das später noch eine größere Rolle für mich spielen sollte. Nur die Honeymooner-Hütte blieb frei.
Jede Unit ist in sich geschlossen und besteht aus zwei Teilen: einer großen Wohnküche auf der einen und einem Trakt mit zwei Schlafzimmern auf der anderen Seite.
Die bepflanzten Dächer sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern dienen auch der Isolierung, und die Anlage hat schon Preise für nachhaltiges Bauen mit erneuerbaren Materialien gewonnen. Besonders beeindruckt war ich von der Komposttoilette im geschmackvollen Bad, die ohne Wasser auskommt. Man schaufelt einfach aus einem kleinen Eimer zwei Schüppchen Torf hinterher, fertig. Eine nicht nur ökologisch einwandfreie, sondern auch überraschend geruchsneutrale Methode.
Wir fühlten uns auf Anhieb wohl, trotz durchaus vorhandener Mängel zum Beispiel im (allerdings perfekt ausgestatteten) Küchenbereich. Wie an der riesigen Schiebetür, die aus der Schiene gesprungen und daher sehr schwergängig war. Ein dicker Sprung in der Scheibe. Und der Geruch nach Fett, der vom vielen Braten und Grillen stammt und sich offenbar festgesetzt hat.
Doch wirklich ins Gewicht fiel das nicht. Das Ambiente ist schlichtweg großartig, und die Umgebung sowieso. Die europäischen Siedler hatten das bergige Gebiet einst als zu wild und rau für die Landwirtschaft befunden, und so blieb es nahezu unberührt.
Die Ruhe und Abgeschiedenheit, der Ausblick auf die schroffen Berge und die Naturnähe nahmen uns sofort gefangen. Eine üppig grüne und bezaubernde Landschaft, voller Fynbos, Vögel und anderer interessanter Bewohner.
Wir richteten uns in Windeseile ein, denn wir wollten noch einmal los zur Pinguinkolonie bei Betty's Bay. Die kleine Gemeinde unterhalb des Kogelberg Nature Reserve, aus der wir zuvor auch gekommen waren, ist gut 15 Minuten entfernt.
Der Zugang zum Schutzgebiet bei Stony Point hatte schon geschlossen, aber die Brillenpinguine sind auch in direkter Umgebung überall zu finden und wunderbar zu beobachten.
Früher war es wohl möglich, einfach zwischen ihnen umherzugehen. Heute gibt es eine Abtrennung, und das ist bestimmt auch gut so, auch wenn hier viel weniger Trubel herrscht als am Boulders Beach.
Das Setting ist grandios, vorne die Pinguine, der Strand und das Meer, im Hintergrund die Berge.
Es war schon nach 17 Uhr, als wir ankamen, und die Pinguine beendeten ihr Tagewerk. Nach und nach kamen sie aus dem Wasser.
Auch die normalerweise scheuen Klippschliefer räkelten sich direkt vor unserer Nase auf den von der Sonne gewärmten Steinen. Nur wenige andere Touristen waren um diese Uhrzeit noch da, eine friedliche Stimmung.
Viele Pinguine machten sich auf den Weg zu ihren Nistplätzen und wir mussten aufpassen, dass wir sie im Blick behielten und ihnen den Vortritt ließen. Überall um uns herum wuselte es.
Rechts vor links!
Einzeln oder in Kolonnen wackelten sie an uns vorbei und auf die dichten Sträucher zu, die hier überall wachsen. Manche wohnen direkt Parkplatz und man muss beim Wegfahren gut aufpassen, dass sich kein Tier unter dem Auto verborgen hält.
Überhaupt hat nicht jeder ein Appartement in erster Reihe mit Meerblick erwischt. Eine eigens für die Vögel konstruierte Leiter führt in den etwas weiter hinten und höher gelegenen ersten Stock. Die Tiere sind auch ohne Hände überraschend behände.
Feierabend!
Nach rund eineinhalb Stunden fuhren wir das kurze Stück zum Kogelberg zurück. Zu den Pinguinen wollten wir noch einmal zurückkehren, mal sehen, wann das am besten passte.
Abends kochten wir, öffneten in der Küche die riesige Glasfront und beobachteten, wie sich die Dunkelheit über das Tal senkte. Zwei Mangusten huschten vorbei, und die Insekten begannen ihr Nachtkonzert. Was für ein herrlicher Ort!
Wow! Das sieht ja wirklich aus wie in Schottland. Wenn Du mir die Bilder als Aufnahmen der Isle of Skye präsentieren würdest, hätte ich höchsten nur gefragt. "Wo ist der Old Man of Storr?"
Liebe Betti und Thomas! Wieder mal haben eurer Text und eure Fotos mich vergessen lassen dass ich hier daheim auf dem Sofa sitze und nicht mit euch unterwegs bin! Ja, so habt ihr beide ein Talent uns dahin zu telepathieren wo ihr gerade seit. Vielen Dank dafür! Mein Lieblings Foto ist das “Feierabend”. Liebe Grüsse von Katrin