auch das Camp Kwando ist für uns eine alter "Bekannter". Wir hatten dort eine schöne Zeit und aussehen tut alles wie damals!
Was aber hinzugekommen ist, das sind hunderte von Büffel, die sich ein Wettrennen liefern. Das hatten wir bei unserem Besuch nicht und das muss schon ganz große Klasse gewesen sein.
Danke für den schönen Bericht! der bayern schorsch
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201718. Aug. 2022 ·
03.10.2021 Namusasha Lodge, 13km - Und schon wieder ein Magic Moment
Wieder das tägliche Morgenritual - Duschen, leckeres Frühstück geniessen und Auschecken.
Fazit Camp Kwando: Einfach ein wundervoller Ort, den wir auch durch die geringe Anzahl an Gästen sehr exklusiv erleben durften. Wir liebten unser Häuschen am Fluss, die Glockenfrösche und hatten wirklich 2 tolle und unvergessliche Gamedrives. Das Personal war superfreundlich und immer lächelnd. Die Anlage ist top in Schuss und das Essen sehr lecker. Wir haben uns hier wirklich rumdum sehr sehr wohl gefühlt und würden jederzeit wieder hier einchecken. Es war schlichtweg eines der Highlights unserer Reise.
Greg hatte leider schon wieder eine Gewaltfahrt vor sich, der Arme: 13km zur Nachbarlodge, der Gondwana Namusasha. Lange konnte ich mich zwischen dem Camp Kwando und der Namusasha mit dem hier vielgelobten Gamedrive zum Horseshoe nicht entscheiden. Ich buchte schließlich das Camp Kwando. Als aber feststand, dass wir unseren Ausflug nach Botswana bzw. zu den Vicfalls aufgrund der erschwerten Grenzübertritte lieber coronabedingt streichen sollten, kam diese Lodge sofort wieder ins Spiel.
Bereits um 9:15 Uhr genossen wir unseren ersten Malawi Shandy auf der Lodge Terrasse mit Blick auf den Fluss und auch auf das Handy. Schließlich hatten wir jetzt 4 Tage eingeschränktes Internet, und ich wollte an die Lieben daheim Bilder lossenden. Das macht bei Vögelgezwitscher doppelt Spaß.
Um 15 Uhr begann endlich unser Gamedrive mit einer Bootsfahrt über den Kwando. Wir waren es gar nicht mehr gewohnt, keinen Privatdrive zu haben, und das Boot war erstaunlicherweise voll besetzt.
Greg hatte ja gar keine Ahnung, was ihn erwartet und war erstaunt, als unsere Bootsfahrt für ihn abrupt endete und wir in zwei Gamedrive-Fahrzeuge aufgeteilt wurden.
Ich hatte mir Rector als Führer explizit gewünscht (auch im Forum hier vielgelobt- vielen vielen lieben Dank) und so war ich glücklich, als wir mit einer südafrikanischen Familie und dem Gondwana-Manager, der 5 Lodges im Caprivi betreut, in seiner Gruppe landeten.
Wir sahen Hippos, Antilopen, 4 Giraffen, Warzenschweine, Fischadler.
Wir fuhren an eine Stelle, wo sie heute Morgen einen Leo gesichtet hatten und wir waren sehr aufgeregt, ob wir diesen noch antreffen. Aber nun lag nur noch das ausgeweidete Tier auf dem Baum, während die Hyänen unter dem Baum lauerten und darauf hofften, das etwas herunterfällt. Aber leider fehlte jede Spur vom Leo. Schade, denn ich wollte endlich mal einen Leo auf dem Baum in wilder Natur entdecken. Das war einer meiner Sichtungswünsche für den Urlaub.
Wir fuhren weiter am Wasser entlang und Rector hielt, verengte die Augen, schaute weit in die Ferne, verlangte ein Fernglas... Wir gaben ihm unseres und er sagte, dass er unsicher sei, aber da könnte tatsächlich ein Leo im Baum sein. Die südafrikanische Familie war uns mit ihrer Fotoausrüstung weit überlegen. Die Frau fixierte den Baum, fotografierte und bestätigte seinen Verdacht. Wir waren alle beeindruckt, wie Rector das aus so weiter Entfernung sehen konnte. Wir fuhren näher ran. Spektakulär lag der Leo auf dem Baum, lugte aus einem Baumloch hervor, fühlte sich aber von uns gestört, stand auf, kletterte grazil herunter und ging seines Weges. Die Sudafrikanerin bat darum, ihn zu folgen, aber Rector lächelte und meinte, dass wir einen Glücksmoment hatten und den Leo nun seines Weges gehen lassen sollten. Fanden wir sehr gut.
Der Gondwana Manager war auch beseelt, denn er wanderte mit seiner Familie 1967 mit 2 Jahren nach Namibia aus und hat noch nie einen Leo auf einem Baum gesehen... Es war zwar nur ein kurzer, aber wirklich sehr schöner Moment und das absolute Highlight. Netterweise hat uns die südafrikanische Familie im Nachhinein die Bilder zukommen lassen.
Das sind die Bilder der sehr netten Suedafrikanerin:
Lotusblume1’947 Beiträge · seit 200918. Aug. 2022 ·
Moin Silke, gerne verfolge ich Eure Erlebnisse im Caprivi. Toll, dass Rector noch bei Namushasha ist 😎, ein besonders liebenswerter Mensch. Und welch ein Glück, dass er dir deinen Wunsch mit dem Leo erfüllen konnte. Wir haben den game-drive mit ihm seinerzeit auch sehr genossen.
Du verursachst mit deinem Bericht Fernweh nach den Caprivi, ein wundervolles Fleckchen Erde.
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201718. Aug. 2022 ·
Der Gamedrive geht weiter
grmph... eben ewig hochgeladen und dann abgestürzt.... gr...
Wir fuhren zum Horseshoe, dem Hufeisen. Dort durften wir aussteigen und Snacks und Getränke genießen. Wir beobachteten hunderte Elefanten, die aus allen unterschiedlichen Richtungen zum trinken kamen.... soooooooooo schön...
Affen sprangen auch noch rum... mir war der Snack völlig egal, stattdessen genoss ich den Anblick der Elefanten am Wasser bei schönstem Sonnenuntergangslicht.
Ich bedankte mich nochmals bei Rector und sagte ihm, dass er mir in einem deutschen Forum empfohlen wurde und ich ihn explizit gebucht hatte. Er war sehr verlegen und freute sich schüchtern, als der Manager zu ihm sagte: „You are famous in Germany.“ Na, ich finde, dass man die Leute für ihre Arbeit auch loben muss. Der Gondwana-Manager meinte übrigens, dass sie in der Krise keine Angestellten entlassen hätten, aber diese 5 Monate lang weniger Gehalt bekamen...
Auf dem Rückweg kreuzten noch 3 Giraffen und eine etwas nervöse Büffelherde unseren Weg. Auch hatten wir einen schönen Sonnenuntergang- wir waren schon etwas spät dran.
Mit einem breiten glücklichen Grinsen stiegen wir wieder ins Boot... toller Gamedrive mit einem Mega Führer. Etwas erstaunt war ich, dass wir bei vollbesetzen Boot die einzigen waren, die ein Trinkgeld an die Guides gaben.
Wir duschten uns schnell und gingen zum leckeren Abendessen. Allerdings war der Service irgendwie eher unmotiviert und sehr reserviert. Es fehlte das Lächeln oder auch etwas die Freundlichkeit. Dies fiel uns einfach nach all den letzten netten Tagen extrem auf. 3.10.2021 Zambesi Mubala Lodge: Endlich Karminspinte
Heute habe ich mir wieder den Sonnenaufgang angeschaut, allerdings ging sie hier nicht über den Fluss, sondern über dem Anfahrtsweg auf und war deswegen nicht so wirklich lohnenswert.
Wir hatten anstelle eines Buffets anhand einer kleinern Frühstückskarte unsere Wünsche äussern können.
Fazit Namusasha: Man merkt hier gleich, dass es eine doch recht beliebte und viel besuchte Lodge ist. Am Empfang geht es profesionell zu. Das Zimmer war etwas dunkel und leider war die Aussicht von der Zimmerterrasse sehr zugewuchert, so dass man kaum auf den Fluss blicken konnte. Die Toilettenspülung funktionierte anfangs nicht und wurde aber nach Rücksprache mit dem Personal so gleich repariert, aber immer wieder klemmte diese bei den folgenden Toilettengängen, was etwas nervig war. Auch Duschen war erstaunlicherweise nur kalt möglich.... Der Gamedrive war echt der Burner und wirklich nur aus diesem Grund würde ich noch mal hier für einen Tag einbuchen. Und auch ich empfehle Rector!!! Allerdings fehlte uns beim restlichen Personal das Lachen und die Freude an der Arbeit. Im Camp Kwando empfanden wir es herzlicher und persönlicher und ist somit unser klarer Favorit im Vergleich. Die Anlage des Camp Kwandos war einfach viel weitläufiger und man konnte viel mehr entdecken. Auf dem Namusasha Gelände kann man kaum rumlaufen und sitzt daher eher auf der Terrasse rum.
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201719. Aug. 2022 ·
Hallo Stefan, ja- jede Jahreszeit hat etwas… wir machen ja unsere langen Reisen seit Jahren im Herbst. Für die Büffel- und Elefantenherden war es einfach die perfekte Reisezeit. Für die Vicfalls oder auch die Epupa Falls wäre jedenfalls eine andere Jahreszeit sicherlich besser. Mal schauen, was wir daraus irgendwann basteln. Camp Kwando war einfach toll, aber ich glaube nicht ganz so rollstuhlgerecht? Und ja die Franzosen sind schon sehr eigen, aber ihr könnt ja auch mal einen Tag auf die Kanalinseln übersetzen… hatte ich vor 20 Jahren gemacht und war sehr nett als Tagesausflug. Aber Frankreich finde ich wirklich immer schön! Und mein Vater kann sich auch immer überall mit Hand und Fuss verständigen… das wird schon!
Hallo Bayern Schorsch, danke Dir… Eigentlich bin ich ja durch Netti aufs Camp Kwando aufmerksam geworden und diese ja aufgrund deines Berichtes, den ich darauf auch noch verschlungen hatte. Daher warst du eigentlich der Ideengeber 😉. Haaaachhhhh- die Büffel waren einfach toll.
Hallo Lotusblume, den Tipp mit Rektor hatte ich ja von Dir und der Gamedrive war wirklich von der ersten Minute auch dank ihm perfekt.. Danke Dir also dafür. Daher schön, wenn ich Dich ein wenig in Gedanken nach Namibia entführen kann.
Danke noch mal an die Danke Drücker und an die Mitleser. Ich habe die Erlebnisse der Reise nur kurz in whatsapp chats beschrieben und man vergisst einiges, wenn man erst nach Monaten alles niederschreibt. Ich hoffe, dass ihr ein wenig Freude am Bericht und bei den Bildern habt, auch wenn sie vielleicht nicht rundum perfekt sind.
So nun ist leider die Zeit der Elefanten und Büffel vorbei und die Piepmatze kommen… Allen ein schönes Wochenende- morgen reise ich an einem Tag fast durch alle Länder Europas im Europapark.
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201707. Sept. 2022 ·
03.10.2021 Zambesi Mubala Lodge: 170 km Endlich Karminspinte
Auch die nächste Lodge war ein Corona Joker- es ging zur nächsten Gondwana Lodge, ganz hinten im Caprivi Streifen: zur 170 km entfernten Zambesi Mubala Lodge. Auf unserer ersten Namibia Reise waren wir in der Canyon Lodge und davon so dermaßen begeistert, dass wir auch gezielt weitere Gondwana Lodges ausprobieren wollten, aber um es vorweg zu nehmen - die Canyon Lodge ist immer noch unser klarer Favorit.
Auf der Fahrt wieder das übliche Bild - eine langgezogene Strasse, auf der ab und zu Tiere querten, kleine Siedlungen und ausgenommene Autowracks. Tatsächlich überraschte uns nur ein kleiner Regenschauer. Überhaupt empfanden wir das Klima im Caprivi als sehr angenehm - ab und zu windete es und es war nicht so trocken heiß.
Wenn man zur Lodge möchte, muss man das Auto am Zambesi Camp abstellen und mit dem Boot zu Lodge übersetzen. Es gibt wohl einen Fahrweg, aber das ist seitens der Lodge wohl nicht wirklich gewünscht und hatte uns auch nicht gestört. Drei Mal mussten wir das Boot wechseln, bis man sich sicher war, welches wir für die 20 minütige Überfahrt nehmen. Der Sambesi ist sehr hier breiter als erwartet und wir genossen die kleine Schiffahrt. Mittlerweile liegt das dritte Land auf der gegenüberliegenden Flussseite: in der Mobola Lodge schauten wir nach Angola, im Camp Kwando nach Botswana und nun nach Sambia.
Wir wurden mit einem Welcome Drink begrüßt und buchten spontan die Sundowner Bootstour in die Birding Tour um, da man somit wohl länger bei den Karminspinten sein kann. Die bunten und sehr modernen Luxus-Häuschen gefielen uns sehr. Wir stießen glücklich mit einem Glas Sekt auf unserer Veranda an, in kleinem Abstand sonnte sich ein Waran auf einem wärmenden Stein.
Nach einem leckeren Lunch ging die Bootsfahrt schon los. Wieder waren wir alleine auf dem Boot. So schön es für uns auch war, wünschen wir Namibia trotzdem wieder Gäste herbei, damit die Menschen wieder Arbeit haben und auch ihre Familien ernähren können. Wir sahen bee eaters, Krokodile und viele viele Vögel, deren Namen wir uns nicht merken konnten. Hach, das Leben kann so entspannt sein und wir waren sehr glücklich, die Reise angetreten zu sein.
Dann stiegen wir von Bord und gingen nur einige Meter die Uferböschung hinauf bis zu den Karminspinten. Es waren sicher Tausende und ich war ganz entzückt. Gregor, der ja mal wieder völlig ahnungslos war, dass wir aufgrund der Kolonie hier eingebucht hatten, war ebenso baff und sehr erfreut. Diese bunten Vögel sind echt einfach nur wunderschön. Immer wieder reagierten sie auf uns, flogen wie wild zwitschernd hoch, über uns herum, um dann entweder den einzigen grünen Strauch zu bevölkern oder auf dem sandigen Boden zu landen. Erstaunlicherweise fiel auch nie etwas von oben auf uns herab - gut erzogen sind sie auch noch. Danke noch an Betti, die mich mit ihrem Reisebericht und den wunderschönen Bildern auf die Idee brachte, dort einzubuchen. Die Karminspinte sind im Frühjahr übrigens im Breisgau, aber ich habe den Weg dorthin noch nicht geschafft und ist auf meiner Liste....
Zum Abendessen waren recht wenige Tische belegt. Wir bemerkten schon die letzten Tage, dass man in Corona Zeiten mehr Abstand hält und weniger mit anderen Gästen in Kontakt kommt. Jedes Pärchen sitzt einzeln am Tisch und man genießt die Zeit zu zweit. Das Abendessen war sehr lecker: Rote Beete Suppe, Gemüse und zur Abwechslung gab es mal Fisch... Leider war das Licht super schummrig, so dass es echt nicht leicht war, den Fisch auseinander zu nehmen und viele Gräten verdarben etwas den Genuss. Fisch und Namibia passen einfach nicht zusammen - wir hätten wohl mit dem Fleisch mehr Freude gehabt. Zum Dessert gab es einen Crumble mit Pudding. Glücklich über das Erlebte fielen wir danach in die Betten.
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201710. Sept. 2022 ·
4.10.2021 Chobe River Camp, 80 km Willkommen auf der Alm Das Frühstück war superlecker: ich war mit Nutella, Greg mit Lyoner Wurschd absolut glücklich. Ich lief noch etwas auf dem Gelände herum und beobachtete Affen, die über das Gelände sprangen und genoss die letzten Momente auf dieser Lodge.
Jede Stunde fuhr ein Boot zum Camp und wir wurden zum Abschluss mit 5 Hippos, Krokos und diversen Vögeln belohnt. Greg überreichte dem Gateöffner sein Hemd und dieser freute sich sehr darüber.
Fazit Zambezi Mubala Lodge: Wir haben uns hier sehr wohl gefühlt. Die Anlage ist sehr gepflegt, und es gibt auch einen wunderschönen Pool. Die Lage direkt am Sambesi ist natürlich genial. Im Gegensatz zur Namusasha war hier das Personal supernett, fröhlich und mega gut gelaunt und so fühlte man sich gleich wirklich willkommen. Das absolute Highlight waren für uns natürlich die Karminspinte, die im deutschen Herbst hier sind und so waren wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ist man zu dieser Zeit im Caprivi-Streifen, ist es eine absolute Empfehlung.
Auf dem Weg hielten wir an einer schönen, aber leider verschlossenen Kirche an, an der sogar Kohl angebaut wurde. Auch der nächste Versuch, in eine Kirche zu gelangen, blieb uns leider verwehrt.
Die Gegend wirkte aufgrund der Steinhäuser statt der üblichen Strohhäuser wohlhabender. Teils hingen rot angestrichene Reifen als Deko am meterhohen Zaun, teils wurde Gemüse angebaut und es gab weniger herumlaufendes Vieh. 1 km vor der Grenze nach Botswana bogen wir ohne weiteren Stop zur nächsten Gondwana, dem Chobe River Camp, ab.
Eigentlich liebäugelte Greg auf eine wohlwollende Erleichterung der Corona Einreisebedingungen und einer verbundenen Fahrt zu den Vicfalls. Aber aufgrund langer Wartezeiten und notwendiger PCR-Tests verwarfen wir diesen Gedanken wieder und waren gespannt, was wir ansonsten für Ausflugsalternativen hätten. Ich wusste schon, dass es aufgrund des geringen Wasserstandes wohl nicht die beste Jahreszeit für Bootstouren ist. Das Wasser im Fluss war schon sehr seicht und somit waren nur noch Kanufahrten möglich. Wir buchten somit nur einen Gamedrive für den nächsten Tag vor.
Die recht einfachen Zelte liegen auch direkt am Fluss, aber eines war entscheidend anders und ich bekam Heimatgefühle. Hier grasten Kühe mit läutenden Kuhglocken und dank unserer österreichischen Hausnachbarn hätte man sich auch auf einer Alm befinden können. Aber wenigstens konnte man in der Weite Antilopen und Zebras erkennen.
Wir nahmen ein kleines Lunch ein, aber merkten gleich, dass wir nicht so richtig warm mit der Lodge wurden. Ich lief etwas über das Gelände, setzte mich auf die Terrasse und hörte dem Kuhglockensound zu. Irgendwie hatte ich mir das etwas anders vorgestellt und war etwas frustriert, dass wir hier tatsächlich 2 Tage eingebucht hatten.
Ich beobachtete auf der botswanischen Seite 3 Kinder, deren Hund auf einmal davon rannte. Die Kinder waren ganz aufgeregt, da der Hund nicht zurückkam und nicht auf ihre Rufe reagierte. Letztendlich gelang es ihnen doch, ihn wieder einzufangen, querten an einer seichten Stelle auf unser Lodgegelände. Wie selbstverständlich liefen sie schnurstracks zu unserer Hütte und bettelten uns nach sweets an. Greg holte Holzmalstifte, über die sie sich auch zu freuen schienen, aber beim Weglaufen stritten sie sich wohl darum, wer sie behalten durfte. Bei uns blieb ein fader Beigeschmack zurück, dass hier anscheinend jeder problemlos auf das Gelände laufen kann. So ganz sicher fühlten wir uns hier nicht mehr- vor allem für die kommende Nacht. Dann kam doch noch etwas Afrikasound, denn die Antilopenherden schrien alle paar Minuten auf und rannten für uns aus nicht ersichtlichem Grund aufgeregt alle paar Minuten hin und her. Der Sonnenuntergang über dem Fluss war friedlich uns schön.
Abends gab es Essen in Buffetform. Es waren einige Individualreisende hier, die uns aufgrund des PCR-Tests gestrandet erschienen und wohl alle auf der Weiterfahrt nach Botswana waren.
Ich freute mich auf das Bett, aber kleine Tierchen wimmelten über mein Kopfkissen. Ich tauschte mit Gregor die Bettseite, war aber genervt und müde. Kleintiere im Bett find ich eklig. Ich versuchte zu schlafen, aber wir wurden von einem richtig laut schreienden Mann aufgeschreckt. Er schrie, als ob er von einem Tier attackiert worden wäre. Wir trauten uns ehrlich gesagt nicht raus und waren etwas verängstigt. Vielleicht waren wir in akuter Gefahr und gleich wird die Tür aufgestossen und wir werden überfallen? Dementsprechend schliefen wir kaum, unruhig und schlecht.
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201711. Sept. 2022 ·
05.10.2021 Chobe River Camp, 8 eigene km, Auf und davon?
Gerädert standen wir auf und am liebsten wäre ich abgefahren. Greg fand aber: gebucht ist gebucht, und versuchte mich, mit einem super Gamedrive zu locken. Er will es durchziehen und ich gebe mich geschlagen. Wir haben noch nirgends eine Buchung abgebrochen, aber ich fühlte mich einfach unwohl hier und wäre so gerne weg- ich empfand einen weiteren Tag hier als verlorenen Tag. Es wäre sicher anders gewesen, wenn wir in den Chobe Nationalpark oder zu den Vicfalls hätten fahren können, aber so fühlte ich mich wie festgesetzt. Ich musste an Netti denken, die auch kurzerhand mal alle Zelte abgebrochen hatte, da es ihr nicht gefallen hatte. Respekt für ihre Konsequenz- ich hoffe, dass wir das bei einem weiteren Mal auch so handeln, wenn wir uns nicht wohl fühlen.
Beim Frühstück kamen wir mit den Österreichern aus dem Nachbarhäuschen ins Gespräch, und sie lachten über meinen Almvergleich.
Ich überzeugte Greg, doch wenigstens die 4 km zu dem Craft Shop zu fahren, aber dieser sah irgendwie gar nicht so vertrauenserweckend und verschlossen aus. So fuhren wir nur kurz zur Grenze und schauten sehnsüchtig rüber.
Greg sprang noch kurz in den Pool und ich setzte mich noch etwas auf unsere Terrasse.
Wir warteten sehnsüchtig auf den Gamedrive, erschienen sogar eine Viertel Stunde früher und meldeten uns an der Rezeption an. Hektik brach aus: wir hatten als einzige den Gamedrive gebucht und sie hatten uns offensichtlich vergessen… Irgendwie hatten wir nur Pech hier- sie hatten keinen richtigen Guide, aber wohl eine Lösung. Hektisch packte der Barkeeper und ein weiterer Lodgemitarbeiter etwas Knabberzeug und Getränke zusammen. Wir fuhren etwas wild, planlos und ohne Infos querfeldein. Spuren wurden nicht gelesen. Man habe an beiden Vortagen wohl Elefanten gesehen, aber wir fanden nur die Exkremente. Wir sahen viele Zebras und Impalas, Schwarz und Weissstörche, Pelikane und ein Schreiseadler. Wir hielten auf einer Wiese an und zu Gregs Freude war wenigstens am der Snackteller gut gefüllt und wir kamen mit unseren Guides etwas ins Gespräch, die schon bemüht und nett waren.
Auf der Heimfahrt gefielen mir sehr die Zebras im Sonnenuntergang, aber alles in allem war es wohl der schlechteste geführte Drive unserer Reise.
Zurück an der Lodge, legten wir uns bis zum Abendessen noch eine halbe Stunde aufs Bett- die Tiere waren hier eh immer so weit weg, dass wir nichts verpassten. An der Rezeption wurden wir dann gefragt, ob wir die Elefanten gesehen hätten, die wohl direkt gegenüber von unserem Häuschen gewesen wären. Ahhhhhhh- nein!!!!! Grrr- da war ich auf mich sauer.
Das Abendessen fiel für mich vegetarisch aus: Chicken Wings und knochiges Rindfleisch brauche ich nicht. Heute abend waren 3 Reisegruppen hier- eine südafrikanische Freundesgruppe, eine schweizer und eine deutsche Gruppe. Am Nebentisch war eine Reisegruppe, die sich ausschließlich über ihre Wehwehchen und Zahnprobleme unterhielten… Schon eine etwas andere Welt.
Wir hofften auf eine bessere Nacht, aber hörten immer wieder ein lautstark platschendes Geräusch am Fluss. Wir trauten uns raus und hofften auf eine Elefantenherde - es war stockdunkel und wir konnten ohne Nachtfernglas nichts sehen. Kaum wieder im Bett, hörten wir es wieder und schliefen letztendlich doch ein.
06.10.2021 Shamatu Lodge, 394 km- Back in Paradise Gerädert von der Nacht, aber trotzdem voller Tatendrang sprangen wir aus dem Bett und waren froh, jetzt einfach schnell diesen Ort zu verlassen. Ein schnelles Frühstück um 7 Uhr und um 8 Uhr waren wir völlig happy on the road.
Fazit Chobe River Camp: Vielleicht hatten wir einfach rundum Pech, aber es war für uns einfach eine der schlechteren Unterkünfte der Reise. Ein improvisierter Gamedrive, Tiere im Bett, kein besonders leckeres Essen, seltsame nächtliche Geräusche und die für mich fehlende Sicherheit waren einfach viele Negativpunkte. Auch sind die Aktivitäten zu dieser Jahreszeit sehr eingeschränkt. Bootstouren sind nicht möglich, andere Gäste waren von der Kajakfahrt extrem enttäuscht. Sie sassen zu tief im Wasser und konnten somit nichts entdecken. Aufgrund der Corona Einreisebedingungen konnten wir nicht selbständig in den Chobe River Nationalpark auf botswanischer Seite oder zu den Vicfalls. So waren es für mich 2 verlorene Tage. Greg stimmte mir im Nachhinein zu, dass wir die Lodge hätten verlassen und eine Alternative hätten suchen sollen. Aber gut - eine Erfahrung reicher und wir werden das nächste Mal direkt nach Kasane durchfahren und hoffentlich die freundlichen Damen des Chobe River Cottages kennenlernen, deren Übernachtung wir aufgrund Corona gecancelt hatten.
Flash20101’425 Beiträge · seit 201511. Sept. 2022 ·
Liebe Silke,
ich bin immer noch sehr gerne bei eurer Reise dabei! Die Spinte sind ja DER HAMMER!!! Bestimmt ein ganz ganz tolles Schauspiel, was sich gar nicht wirklich auf Bildern festhalten ließ! Wunderschön! Aber auch eure anderen Eindrücke gefallen mir sehr sehr gut 🙂
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201711. Sept. 2022 ·
06.10.2022- Shametu Lodge Back in Paradise
Back on the road fuhren wir ja nun leider dieselbe Strecke zurück. Das Chobe River Camp war das östlichste Camp und somit stellte sich auch etwas Wehmut ein. Mittlerweile hatten sich unsere Augen völlig an das Straßenbild gewöhnt, aber wir schauten immer noch eifrig und interessiert aus dem Fenster. In Katima Mulilo wollten wir eigentlich einen Zwischenstop beim Affenbrotbaum einlegen, in dem sich eine Toilette befindet. Wir fanden aber kein Hinweisschuld und lasen später, dass es diesen wohl nicht mehr geben soll. Habt ihr nähere Infos?
Aufgrund unserer schnellen Abreise vergaß ich bei der heutigen Planung die Maul- und Klauenseuche Animal Disease Points - 2 bei Katima Mulilo und einen bei Kongola. Die Reifen werden desinfiziert, damit man keine Krankheiten einschleppt und verbreitet. Aber auch wir mussten auf eine Desinfektionsmatte stehen und sollten unsere Schuhe bitte mehrmals rechts und links hin und her bewegen und ich beobachtete meine mit Flip Flops bekleideten Füße und das hochdrückende Gemisch. Meine Füße blieben unversehrt, aber dennoch hätte ich mich mit verschlossenen Schuhen sicher wohler gefühlt. Als wir die nächste Station anfuhren, wurden wir auf ein langsam fahrendes kleines Auto aufmerksam, aus dem 8 Einheimische stiegen. Die müssen sich echt gestapelt haben, durften aber problemlos alle wieder einsteigen und weiterfahren.
Wir fuhren durch den Nationalpark, sahen aber wieder keine Hyänen und Elefanten. Darauf wechselte wieder das Bild: Aus den Steinhäusern wurden wieder Blechhütten, deren Dächer mit Steinen beschwert waren, damit diese nicht wegfliegen konnten. Wieder sahen wir Ochsen mit gewaltigen Hörnen, Menschen, die neben der Strasse ihr Wasser transportierten, und unzählige Autowracks.
Gegen 12:45 Uhr kamen wir in der Shametu Lodge an und fühlten uns mit einem Schlag wieder im Paradies angekommen. Hier ist die Anlage sehr liebevoll gepflegt, überall ist es grün und es blüht. Wir freuten uns sehr in dieser kleinen Oase angekommen zu sein. Das Personal war nett und freundlich - es gab verschiedene Bars und Restaurants, aber auch Spa Anwendungen. Es war das absolute Kontrastprogramm zum Chobe River Camp. Greg, der sich ja keine der gebuchten Lodges vorher angeschaut hatte, war total geflasht. Unser Häuschen lag schön am Wasser und wir lauschten dem Rauschen der Popa Falls. Wir aßen ein Eis und duschten.
Ich wollte die Zeit zum Gamedrive mit einem kleinen Schlaf nutzen, aber nebenan surrte recht laut ein Generator, der aber auf meine Bitten hin abgeschaltet wurde. Endlich konnte ich etwas schlafen, denn ich war völlig fertig.
Noch ein kleiner Exkurs zum Thema Mücken und Malarone: Es gab kaum Mücken zu unserer Reisezeit: Greg schmierte sich vorsorglich immer mit Autan ein, ich zog jeden Abend nur lange Kleidung an, da ich auf Autan mal sehr stark allergisch reagiert habe. Wir nahmen auch jeden Abend brav unsere Malarone Tablette ein. Leider haben wir beide dadurch auch schlecht geschlafen. Jede Nacht wachte ich mehrmals auf. Mich plagten wirklich starke Alpträume. Ich kam aus diesen Träumen nicht mehr raus, selbst wenn ich kurz auf Toilette ging und ein paar Minuten aufstand, träumte ich an der stehengebliebenen Stelle weiter. Das machte mich echt fertig und mein Nervenkostüm war echt angeschlagen. Auch dadurch war ich einfach gerädert und wollte einfach mal nur tief schlafen und nichts träumen.
Eine Viertel Stunde früher als geplant startete die Sundownerbootsfahrt und wir kamen etwas in Hektik. Begleitet wurden wir von einem südafrikanischen netten Honeymoonpärchen, das hier eine Woche mit einigen Spa Behandlungen und Gamedrives verbrachte. Wir schipperten an einer Bee-Eater-Kolonie vorbei, die in der sandigen Uferböschung nistete, kamen 5 Hippos mit ihren Glubschaugen erstaunlich nahe und sichteten mehrere Krokos. Unser Führer Frank erzählte uns, dass er erst vor wenigen Tagen in einer schnellen Aktion badende Kinder warnte und somit vor einem Krokodilangriff rettete, da dieses extrem schnell in deren Richtung los schoss. Das Baden sei hier einfach super gefährlich. Coronakonform hing an jedem unserer Stühle ein kleines buntes Säckchen, das mit Knabberzeug(Nüsse, Chips, Hühnchen und Dip) gefüllt war. Dazu bestellten wir uns einen Cidre. Wir genossen die entspannte Bootsfahrt sehr. Wir fuhren zu den Stromschnellen, den kleinen Popa Falls, wo uns unser Guide Frank zum Fotos machen an Land ausstiegen liess. Wir waren dort letztendlich zu siebt, da ein weiteres Boot anlegte und alles verlief echt entspannt. Ich hatte hier mal etwas von einer völlig überfüllten Insel und Bootscruise gelesen, aber wir hatten wohl Glück, zu dieser Zeit unterwegs zu sein.
Danach folgte ein super leckeres Abendessen an der Bar mit Blick auf den Fluss. Das grosse Restaurant hatte aufgrund der wenigen Gäste gar nicht geöffnet. Greg schlief wieder bereits um 21 Uhr ein, während ich glücklich dem schönen Konzert der Glockenfrösche lauschte.
H.Badger1’881 Beiträge · seit 201612. Sept. 2022 ·
Guten Abend Silke, vielen Dank fürs Teilen eurer Eindrücke! Die Karminspintkolonie sieht beeindruckend aus. Bisher waren wir stets zur falschen Jahreszeit für dieses Spektakel in der Region... Dass es euch auf der Mubala Lodge gefallen hat, lese ich gern - denn diese werden wir auch in gar nicht so ferner Zukunft besuchen. Malarone lässt mich übrigens auch überhaupt nicht gut schlafen - ich schlafe schlecht ein und wache früh auf... Zum Glück benötige ich in Afrika aber irgendwie sowieso immer recht wenig Schlaf, um den nächsten Tag genießen zu können. Vielen Dank fürs Berichten! Liebe Grüße von Sascha
Hallo Silke, da wir im Moment keine Namibiareise planen, bin ich nicht so oft im Forum und erst heute auf deinen Bericht gestossen. Herzlichen Dank für Deinen ausführlichen Bericht. Deine Eindrücke von Mobola kann ich nur bestätigen, die erste Begeisterung der Gästebewirtung scheint ein bisschen abgeflaut zu sein. Ndhovu ist nach wie vor in der Ecke unsere erste Wahl und ich kann Dir versichern, das handgemalte Porzellan ist absolut stossfest. Wir haben mittlerweile das Service für mindestens 4 Personen, es wird täglich benutzt und geht in den Geschirrspüler. Die ersten Teile haben wit 1998 gekauft und sind immer noch heile. Ich freue mich jeden morgen auf meinen ersten Kaffee im Bett mit dem schönen Zebrabecher. Kwando camp waren wir 2015 und es war grauenhaft, die Unterkünfte waren ok und die Ausfahrt auch, aber der Service und das Essen: eine Katastrophe! Es liegt halt immer an dem Lodgeleiter, dafür waren wir 2019 im Chobe river camp besser bedient. In Namushasha hatten wir auch Rector als Guide und wie bei Euch war der Ausflug zum Horseshoe ein Traum zumal wir den Leo auf der Hinfahrt und Rückfahrt lange beobachten konnten. Als Fazit kann ich nur sagen, dass wir deswegen am liebsten kleine Gästefarmen bzw. eigentümergeführte Lodges buchen wenn möglich. Ich freue mich, dass ich doch noch auf deinen Bericht gestossen bin und grüsse dich und Greg ganz herzlich Yawa
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201713. Sept. 2022 ·
Hallo zusammen,
wie habe ich mich gefreut, als wieder etwas Bewegung in meinen Reisebericht reingekommen ist, denn mit Kommentaren ist es doch einfach netter, als stumm vor sich herzuschreiben.
@ Laura: ich habe gerade in Vorbereitung auf unsere nächsten Reisen etwas deinen Bericht aus den Augen verloren, aber will am Flughafen geruhsam die Zeit mit deinem Reisebericht zur Einstimmung auf Afrika vertreiben. Nächsten Mittwoch geht’s bei uns los nach Südafrika, aber bin irgendwie mental trotzdem noch nicht drauf eingestellt, da ich beruflich noch so eingespannt bin. Die Karminspinte sind wirklich der Hammer und wirklich für euch mal einen Abstecher in den Caprvi wert. Es ist ein völlig anderes Namibia, aber uns hat es gut gefallen.
@ Sascha: Euch wird es in der Mubala Lodge sicher gut gefallen und mit Karminspinten ist es noch viel schöner. Geht’s bei euch nicht auch noch diesen Monat los? Mir ist auch gleich aufgefallen, dass du von der Malarone geschrieben hattest, bevor ich meinen kleinen Exkurs Beitrag eingestellt hatte. Das war wohl Gedankenübertragung. Darunter litten wir schon etwas und es ist wirklich eine persönliche Entscheidung, ob man die Tabletten nimmt oder nicht. Und so hadern wir jetzt bei Südafrika noch immer noch etwas, da wir ja in der Trockenzeit, aber im Krüger unterwegs sind.
@Yawa: Schön, dass Du noch mit aufgesprungen bist und den Bericht gefunden hast. Ja, manchmal sind Unterkünfte einfach Geschmackssache und erlebt sie vielleicht auch von Tag zu Tag unterschiedlich. Danke auch für die Unterstreichung, dass es euch in der Mobola auch nicht so gefallen hat, vielleicht fehlt ja die weibliche Note von Maja? Bis dato gab es ja nur positive Berichte im Forum und dann hat man schon fast ein schlechte Gewissen, Kritik zu äußern. Ah, die Becher in der Ndhovu habe ich gar nicht gesehen, aber unsere Auswahl war ja aufgrund der Tourigruppe und Euch;-) schon eingeschränkt. Aber dann traue ich mich mal, die Teller einzuweihen- immerhin habe ich sie jetzt bald seit einem Jahr daheim. Wow ihr habt den Leo sogar zweimal gesehen- verrückt- der wird uns wohl ewig in Erinnerung bleiben. Und ja- ich gebe dir recht- Guestfarmen und eigentümergeführte Lodges haben schon eine besondere Note. Ich hatte auch schon zu Greg gesagt, dass man mal eine Reise mit reinen Guestfarmen in Namibia planen sollte- günstiger und persönlicher.;-). Eine dritte Reise ist jedenfalls definitiv in Planung, aber wohl erst in 2-4 Jahren. Dann habe ich auch eure empfohlene Nkasa Lupala fest im Blick. Grüsse auch an den Rest der Familie
Also nochmals lieben Dank für eure Kommentare, aber auch an die Danke Druecker- ich freu mich arg darüber.
Schönen Abend, Silke, die noch vor dem Südafrika Urlaub mit dem Reisebericht fertig werden will.
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201713. Sept. 2022 ·
07.10.2021 Shametu Lodge 0km netter Gamedrive in der Buffalo Core Area
Nach einem sehr leckeren Frühstück, chillte Greg am Pool, während ich ein wenig auf Vogelpirsch ging. Ich versuchte auch einen Paradiesschnapper zu fotografieren, der sich aber gut in den Blättern tarnte.
Um 14 Uhr startete unser privater Gamedrive in die 25 km entfernte Buffalo Core Area. Der Guide stellte sich als Erastus vor. Er sagte, weil sein Name so ungewöhnlich sei, nennt man ihn nur "E". Greg stellte mich als Silke vor, ein in Namibia eher seltener Name, also kurz "S" , und sich selbst als Gregor, oder besser "G" vor. Wir lachten alle drei schallend und das Eis war sofort gebrochen. Wieder hatten wir dieses Erlebnis exklusiv nur für uns. In den ersten Momenten, warf Erastus mit ein paar deutschen Brocken um sich und als ich ihn fragte, ob er deutsch könne, verneinte er lachend. Wir fuhren an seinem Dorf vorbei, wo er mit 10 anderen Verwandten in Steinhäusern wohnte. Er sagte, wer von uns in Deutschland würde denn ein eigenes Dorf besitzen? Er schien sehr stolz auf das Erreichte zu sein. Wir fuhren in den Park und sahen einige dem Park namensgebende Büffel, Kudus, Marabus, Geier, Letschwe und einen Waran, aber keinerlei Giraffen, Elefanten, Zebras, Leoparden oder Löwen. Andere Gamedriver waren genauso erfolglos, was Löwen, Leos oder Elefanten anging.
Wir fuhren auf das Gelände einer alten Militärstation, einem wahren Lost Place. Kaum vorstellbar, das hier mal bis zu 2.500 Menschen lebten, denn nun waren nur noch Mauern und verlassene Ruinen übrig. An einer Stelle mit Blick auf den Fluss und die Büffel stiegen wir aus und erfreuten uns an Nüssen, Chips, Frühlingsrollen und Hühnchen.
Als ein Jeep mit Menschen in Militärkleidung vorbeifuhr, fragte ich Erastus, ob das Ranger seien. Erastus klärte uns auf und sagte, dass das Jäger seien, die Elefanten gezielt erschiessen um den Bestand zu regulieren. Das Fleisch würde zum Verzehr an die Bevölkerung abgegeben. Wir fragten ihn auch nach der medizinischen Versorgung, da wir auf dem Weg auch sehr viele Klinikschilder gesehen hatten. Er sagte, dass diese nur die tagtägliche Versorgung abdeckten und keine Betten hätten. Richtige Hospitäler mit Betten seien seltener, oft sehr weit weg und schwierig für die Bevölkerung zu erreichen.
Bei der Ausfahrt aus dem Park, zweigte er uns noch einen 750 Jahre alten Baobab und wir sahen wir eine Herde aus 70-80 Büffeln. Der aufgewirbelte Staub hing ewig in der Luft und mit dem letzten Licht des Sonnenuntergangs sah es einfach traumhaft mystisch aus. Erst gegen 18:45 Uhr kamen wir an der Lodge an und waren überrascht, denn aufgrund der vielen Autos mussten heute einige Gäste angereist sein. Das Abendessen wurde heute im großen Restaurant serviert und war wieder ausgezeichnet.
momentan bin ich nur selten im Forum, der Fokus liegt derzeit auf anderen Dingen, die mich sehr fordern. Jetzt bin ich bei dir aber wieder auf dem Laufenden. Zambesi Mubala Lodge, davon sind wir immer noch ganz begeistert. Um die vielen Karminspinte beneide ich euch ein wenig, aber wir wussten ja, dass zu unserer Zeit keine da sind. Schade, dass ihr so Pech mit dem Chobe River Camp hattet. Dafür schaut Shametu toll aus und die Bootstour war sicher auch super mit den Karminspinten und dem übrigen Getier. Und auf dem Foto an den Popa Falls seht ihr beide auch mega enspannt und happy aus 🙂 .
Liebe Silke, Noch ein Hinweis zu Malarone: wir haben gut 20 Jahre in verschiedenen Ländern in Westafrika gelebt und nie irgendeine Malaria Prophylaxe genommen. Wir haben uns vernünftig gekleidet, Autan benutzt und wenn wir einen Malariaanfall hatten (so zwei- bis dreimal in der gannzen Zeit) , dann sind wir halt zum Arzt bzw. Krankenhaus gegangen. Ganz viele unserer Besucher, die speziell Malarone geschluckt hatten, hatten erhebliche Nebenwirkungen. Also, lass Dir Deinen Urlaub in Südafrika dadurch nicht vermiesen. Eine ganz tolle Zeit wünsche ich dir und Greg und liebe Grüsse Yawa
Lotusblume1’947 Beiträge · seit 200914. Sept. 2022 ·
Hallo Silke, och wie schön...die Shametu Lodge, ich träume mich gerade dahin. Ein bezauberndes Fleckchen Erde! Wir haben die Zeit dort auch sehr genossen. Gerne lese weiter mit, danke fürs Teilen.
Übrigens, wir fliegen in knapp 2 Wochen nach Kapstadt > Genussreise ans Westkap mit vielen Weingütern und natürlich mit Meeresbrise (nach 3x verschieben) und wohin gehts bei Euch?
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201715. Sept. 2022 ·
08.10.2021 Waterberg Valley Lodge, - oder etwa doch nicht? 638 km
Heute tranken wir einen Morgenkaffee auf unserer Terrasse und genossen bei lautem Vogelgezwitscher und zirpenden Grillen den Blick auf den Fluss. Was für ein schöner Platz hier. Greg verschenkte 2 weitere Hemden, und nach dem Frühstück verließen wir gegen 8 Uhr sehr wehmütig die Lodge, Sogar der Himmel weinte, und Regentropfen fielen auf das Auto. Fazit Shametu: Hier muss man sich einfach wohlfühlen, Freundliches Personal, superleckeres Essen, gepflegte Anlage mit einigen Restaurants und Sitzmöglichkeiten. Wir hatten eine entspannte Bootsfahrt und einen guten Gamedrive mit wirklich guten Führern. Es war einfach alles sehr stimmig. Absolute Weiterempfehlung- hier hätten wir sicherlich noch länger bleiben können.
Heute stand uns eine sehr lange Autofahrt bevor. Obwohl nun einiger Platz im Gepäck frei geworden war, fuhr Greg an einigen Craft Centern und Strassenständen mit Holzschnitzereien ungeachtet vorbei. Wieder fuhren wir schnurstracks auf dem Trans Caprivi Highway entlang - Strohdörfer, Ziegen, Ochsen mit ihren gewaltigen Hörnern, Schulkinder in lilafarbener, roter, grüner oder blauer Schuluniform, Kinder transportierten Wasserbehälter, Frauen balancierten Stroh oder Wasser auf dem Kopf. Immer waren die Frauen und Männer getrennt unterwegs, Paare waren nicht ersichtlich. An der Strasse loderten immer wieder kleine Brände. Auf der Strasse selbst waren wenig PkWs unterwegs, ab und zu wurden wir mit "Abnormal"-Schildern vor Schwertransporten gewarnt, die immense Autoreifen transportierten, die wir in einer solchen Größe vorher noch nie gesehen hatten.
Rundu begrüßte uns wieder mit vielen ärmlichen Blechhütten, Nightbars, Barbershops, erstaunlich vielen Taxis. An Strassenständen wurden Obst oder riesige, aufgehängte, ungekühlte Fleischlappen zum Verkauf angeboten. In Murarani gab es einen letzten Animal Disease Point, aber dieses Mal mussten wir nicht in die Desinfektionsbrühe stehen. Stattdessen wurde der Kofferraum auf Fleischbestände überprüft.
Nun hörte wieder die Besiedlung entlang der Straße auf, und wir waren wieder im Namibia des eingezäumten Farmlandes. Gregor hatte sogar noch einen Zwischenstopwunsch: einem kleinen Umweg zum grössten Meteoriten der Welt: dem Hoba-Meteorit. Man musste einen kleinen Eintritt bezahlen und in wenigen Metern war man schon dort. Zum Füße vertreten bei der langen Fahrt war es ganz nett, aber gehört nun nicht zu den beeindruckendsten Must dos.
Wir bogen wieder auf eine D-Strasse ab und freuten uns riesig, als wir das erste Plattmacherauto sahen und wir einfach mal wieder auf gravel fuhren. Das haben wir echt schon vermisst. Der Boden verfärbte sich immer roter. Ich öffnete und verschloss einige Farmtore, und wir erfreuten uns wieder an der scheinbaren Unendlichkeit, der Weite, der Menschenleere, den Kuppen mit beeindruckenden Aussichten. Aber die Fahrt zum Waterberg zog sich wahnsinnig. Immer wieder dachten wir, anzukommen, aber es ging immer weiter, und wir waren froh, als endlich die Einfahrt zur Waterberg Wilderness kam.
Ich hatte aufgrund des Preises die Waterberg Valley Lodge gebucht und war hoch erfreut, als wir ohne Aufpreis in die Waterberg Plateau Lodge upgegradet wurde, da diese zu dem Zeitpunkt 330€ pro Nacht kostete. Die Waterberg Valley Lodge schien aufgrund fehlender Gäste geschlossen zu sein. Das Highlight der Bungalows mit schöner Aussicht ist ein kleines Wasserbecken. Da etwas Laub drin war, begnügten wir uns aber damit, nur etwas die Beine reinzuhängen. Im Bungalow gab es in der Wand einige runde Löcher, in der sich Weinflaschen verbargen. Wir waren sehr zufrieden, und Greg legte sich etwas auf die Liege und las über die Geschichte des Waterbergs. +
Wir gingen zum dinnieren, aber der Service und das Ambiente im Neonlicht liess zu Wünschen übrig. Zudem sausten an beiden Abenden wie selbstverständlich Mäuse durch den Speisesaal, die die Kellner aber beim Laufen gekonnt ignorierten. Es wurde keinerlei Anstalten gemacht, diese rauszujagen. Alle Lodgearbeiter trugen ein Funkgerät. Irgendwie seltsam, ständig hörte man dieses Gepiepe und Gemurmel der Funkgeräte, während sich die wenigen Paare in sehr gedämpfter Stimme unterhielten. Nach jedem Gang erklang vom Kellner (es war ausschließlich männliches Personal) ein einstudiertes mechanisches: „ All good?“, ohne eine wirkliche Antwort zu erwarten.. Leider war das Essen nicht gut, einzig das Tiramisu war liebevoll angerichtet und lecker. Irgendwie hatte es echt etwas von einer Militärbasis und das fanden wir sehr schade und auch unerwartet bei dem hohen Preis.
Da es hier wenig Streulicht gab, versuchte sich Greg nachts etwas an der
SuperfantiThemenstarter808 Beiträge · seit 201715. Sept. 2022 ·
Hallo zusammen,
lieben DANK fuer eure Kommentar.
Lieber Stefan, ich hoffe, dass es euch soweit gut geht. Vielleicht reist ihr einfach mal zu einer anderen Zeit und könnt dann die Karminspinte antreffen. Ansonsten koenntest du den Bienenfresserpfad im Breisgau anpeilen - das wäre vielleicht noch eine nahegelegene Alternative. Bei der Shametu dachte ich sogar an euch, denn die Anlage ist zwar terassenfoermig angelegt, aber statt Treppen gab es auch einen barrierefreien Weg. Das müsste vielleicht klappen, und eine Anfrage wert. Dort haben sie bestimmt Erfahrungswerte.
Liebe Yawa, ja, Du hattest uns etwas vorgewarnt, dass die Einnahme sogar zu Beziehungsspannungen führen könnte und so mussten wir während des Urlaubs öfters an das Gespräch denken, als ich so heftige Alpträume und einfach Schlafmangel hatte. Wir hatten letztendlich keine Mücke zu dieser Zeit gesehen. Und so langsam freue ich mich auf Südafrika.
Liebe Lotusblume, ja auch Du hattest mir damals Lust auf den Caprivi gemacht und so revanchiere ich mich ein wenig- letztendlich hätte ich den Titel auch- von der Wüste zu den Wasserwelten Part 2 nennen können, da wir fast eine vergleichbare Tor gemacht haben. Habt jedenfalls schon mal einen schönen erholsamen Urlaub in Suedafrika mit tollen Erlebnissen. Wir fliegen am Mittwoch und machen eine typische Ersttätertour - Johannesburg- Panoramaroute- Krüger- Pongola Park- Hihluwe (oder so ähnlich…)- St Lucia- Abflug Durban- Port Elisabeth… Dnnn weiter auf der Gartenroute nach Kapstadt- ich glaube auf dem 2. Teil hätten wir sicher noch ein paar Tage mehr verbringen können, aber es gibt uns einen Einblick. Und wer weiß- wenns uns sooo gut gefällt, kommen wir zurück, um es intensiver zu bereisen. So haben wir es ja auch mit Namibia gemacht und wollen ein drittes Mal hin. Wir haben einfach zu wenig Urlaub und noch sooo viele Reiseziele…
Champagner8’801 Beiträge · seit 201015. Sept. 2022 ·
Superfanti schrieb:Hallo zusammen,
ich hoffe, dass es euch soweit gut geht. Vielleicht reist ihr einfach mal zu einer anderen Zeit und könnt dann die Karminspinte antreffen. Ansonsten koenntest du den Bienenfresserpfad im Breisgau anpeilen - das wäre vielleicht noch eine nahegelegene Alternative.
Hallo Silke,
ich will dir die (Vor)Freude nicht nehmen, aber im Breisgau (und auch nirgendwo sonst in Europa) wirst du den Karminspint (Southern Carmine Bee Eater) antreffen. Was man da am Kaiserstuhl (mit Glück) sehen kann, sind die European Bee-Eater. Sind ja aber auch sehr schön 😉 .
Der Southern Carmine Bee-Eater, also der, den du gesehen hast, überwintert in Afrika, soweit ich weiß in Äquatorialafrika. Wobei mir ein Guide erzählt hat, dass es auch Exemplare gibt, die zum Überwintern z.B. am Chobe bleiben. Ob das stimmt, weiß ich nicht, sie waren allerdings schon sehr früh da damals, als wir davon gesprochen haben.
Danke für deine vielen Eindrücke aus dem Caprivi - ich merke gerade, dass ich da schon ewig nicht mehr war 🤩 !