Wieviel Brennweite braucht man denn wirklich?

41 Antworten · 10,4k Aufrufe · gestartet 20. Jan. 2014 von Face
Bilder klein
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754 Beiträge · seit 201029. Jan. 2014 ·
hmmmm,
da gibt es wohl wirklich zahlreiche verschiedene Meinungen. Dabei habe ich gar nicht das Gefühl,
dass ich mit meinen Ansprüchen total abgedreht bin.
So, jetzt bin ich mal trotzig:
Ich behaupte immer noch, dass Objektiv ohne Konverter ist richtig gut, mit Konverter nur bei
idealen Lichtbedingungen. Aber ich habe das gleiche Problem wie viele andere auch.
Ich bin leider kein Großverdiener, der sich schnell mal eine "große Tüte" besorgt und dann aber
selbstverständlich nur Business fliegt, weil er in der Economy das Handgepäck-Limit sofort überschreitet.
Deshalb benutze ich ja das 70-200 + Konverter.

Zum Thema "ohne Kamera": ja, dem stimme ich zu. Ich beneide meine Frau. Die sitzt immer ganz relaxt da und genießt die tierischen Begegnungen, während ich dauernd in Lauerstellung bin. Wenn wir zu hause sind, kann sie meine
Fotoshow betrachten und sich an die Situationen erinnern, während mir tatsächlich erst bei der Sichtung der Bilder
viele tolle Begegnungen richtig bewusst werden. Aber irgendwie bin ich süchtig nach außergewöhnlichen Bildern und habe immer Angst, ich verpasse eine witzige oder eindrucksvolle Situation.
Ich werde daran arbeiten, entspannter zu sein. Aber vielleicht nicht gerade im Mai, sondern erst wieder Ende des Jahres, oder nächstes Jahr ? oder übernächstes ? 😊
mit einem tiefen Seufzer verabschiede ich mich für heute
Gruß an alle Fomis
Walter
Zambia Juni 2018 Botswana April 2017 Mixed Emotions Botswana im Frühjahr 2016 Maun - Kasane als Lodgehopper Unterwegs in Südafrikas Norden - April 2015 Botswana im Frühjahr 2014 Botswana im Frühjahr 2013 Die Katzensafari Zimbabwe im Frühjahr 2012 Botswana im Frühjahr 2011
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2014
196 Beiträge · seit 201129. Jan. 2014 ·
leofant schrieb:
Ich behaupte immer noch, dass Objektiv ohne Konverter ist richtig gut, mit Konverter nur bei
idealen Lichtbedingungen. Aber ich habe das gleiche Problem wie viele andere auch.
Ich bin leider kein Großverdiener, der sich schnell mal eine "große Tüte" besorgt und dann aber
selbstverständlich nur Business fliegt, weil er in der Economy das Handgepäck-Limit sofort überschreitet.
Deshalb benutze ich ja das 70-200 + Konverter.
Das kannst Du auch...das Objektiv ist ein der Besten meiner Meinung nach.
leofant schrieb:
Ich werde daran arbeiten, entspannter zu sein. Aber vielleicht nicht gerade im Mai, sondern erst wieder Ende des Jahres, oder nächstes Jahr ? oder übernächstes ? 😊
Walter
Das versuche ich auch jedes Mal 😄
zuletzt bearbeitet 29. Jan. 2014
12 Beiträge · seit 201429. Jan. 2014 ·
Hallo,

ihr könnt mich vielleicht für verrückt halten, jedoch schleppe ich jedes mal fast meine ganze Ausrüstung mit, um für alle Falle gerüstet zu sein. Klar, verflucht man das Zusatzgepäck des öfteren, aber spätestens bei der Sichtung der Bilder am heimischen PC bereue ich es keinenfalls.
Neben 2 Kameras,ein
18-250mm für alltägliche Dinge, als allrounder
Ein 20mm für die Landschaft, sowie
ein 150 - 500mm für Tieraufnahmen.
Dazu kommt noch ein Stativ.

Gelegentlich kommt noch eine kleine Digi Cam hinzu, für Schnappschüsse.

Klar, ist das alles eine Glaubenssache, aber aufgrund der Vielfältigkeit der Umgebung nehme ich diesen Aufwand gerne in Kauf.
487 Beiträge · seit 201230. Jan. 2014 ·
Ich freue mich auf die nächste Safari mit ca. 17 kg Kameraequipment, angefangen habe ich mit 8 kg. Richtig gut wird es erst ab 400mm Lichtstärke Brennweite. Es ist halt nicht wie im Zoo.
Für den Anfang kann ich das EF 100-400mm L empfehlen aber für ein freigestelltes Foto fehlt die Lichtstärke.

Wenn es Spaß macht steigen die Anforderungen, wenn man dabei bleibt steigen auch die Anforderungen für das Equipment, genauso wichtig ist es sich mit der Bildkomposition zu beschäftigen. Viele Tiere stehen in Mitte oder haben zu wenig Raum im Bild, das ist nicht spannend. Also mal bei Fotocommunity reinschauen und von den Bildern lernen.
PS.: Fast alle Tieraufnahmen sind gecropt, Platz lassen für den Bildaufbau.
www.save-wildlife.org www.sptr.de
zuletzt bearbeitet 30. Jan. 2014
754 Beiträge · seit 201030. Jan. 2014 ·
Drechselschorsch schrieb:Guten Tag zusammen,
sehr nettes hin und her geposte hat sich da entwickelt , ohne Angifterei und Rechthaberei.
Das ist übrigens der Grund, warum ich bei diesem Thema gerne dabei bin. Ich habe in der Regel tagsüber
genug Stress, da muss ich den nicht auch noch im Forum erleben 😉

Bei z.B. 17kg Equipment kommt (für mich) die Frage aller Fragen:
Liebe Fotografen, wie macht ihr denn das bitte beim Check-in ?
Seid ihr alle Hypnosekünstler und könnt deshalb die (von Zeit zu Zeit) strengen Damen und Herren am
Schalter "um den Finger wickeln" ?
Oder klebt ihr euch das Equipment an den Körper und behauptet, ihr seid eben etwas fülliger um, die Hüften ?
Oder wie ? oder was ?
Extrem neugierige Grüsse
von Walter
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3’700 Beiträge · seit 200930. Jan. 2014 ·
Guten Morgen Walter,

wir hatten immer Glück. Auf allen unseren Flügen weltweit wurde unser Handgepäck noch nie hinsichtlich Gewicht und Maße kontrolliert. 🙂

Herzliche Grüße
Marina
Das Morgen gehört demjenigen, der sich heute darauf vorbereitet. Afrikanische Weisheit www.butterblume-in-afrika.de
1’287 Beiträge · seit 200830. Jan. 2014 ·
leofant schrieb:
Liebe Fotografen, wie macht ihr denn das bitte beim Check-in ?
Hallo Walter,

ich habe zwar keine 17 kg, aber ich glaube meine Fototasche ist auch schwerer als erlaubt. Mein "Geheimnis" ist, dass ich meine Fotosachen in einer alten Armeetasche transportiere und diese beim Checkin umgehängt auf meinem Rücken trage. Also ich glaube, dass die Damen und Herren beim Einchecken dann misstrauisch werden, wenn man sich mit dem Handgepäck offensichtlich am Counter abquält. Auch kann es helfen, wenn die Tasche nicht so direkt so zu sehen ist.

Gruß
Carl
Madam und Boss Unterwegs (2014/15) "Bacon and Eggs - A day's work for a chicken; A lifetime commitment for a pig." (Anon) "I will go anywhere, provided it be forward" (David Livingston)
196 Beiträge · seit 201130. Jan. 2014 ·
leofant schrieb:
Bei z.B. 17kg Equipment kommt (für mich) die Frage aller Fragen:
Liebe Fotografen, wie macht ihr denn das bitte beim Check-in ?
Seid ihr alle Hypnosekünstler und könnt deshalb die (von Zeit zu Zeit) strengen Damen und Herren am
Schalter "um den Finger wickeln" ?
Oder klebt ihr euch das Equipment an den Körper und behauptet, ihr seid eben etwas fülliger um, die Hüften ?
Oder wie ? oder was ?
Extrem neugierige Grüsse
von Walter
Ich hab mir den größten Fotorucksack (so das er von den Abmaßen noch durchs Handgepäck geht) gekauft, den ich gefunden habe. Da kommen nur die Kameras + Objektive rein. Alles andere an Zubehör und Stativ kommt in mein normales Reisegepäck.
So bin ich bis jetzt überall durchgekommen.
Themenstarter71 Beiträge · seit 201330. Jan. 2014 ·
leofant schrieb:Bei z.B. 17kg Equipment kommt (für mich) die Frage aller Fragen:
Liebe Fotografen, wie macht ihr denn das bitte beim Check-in ?
Seid ihr alle Hypnosekünstler und könnt deshalb die (von Zeit zu Zeit) strengen Damen und Herren am
Schalter "um den Finger wickeln" ?
Oder klebt ihr euch das Equipment an den Körper und behauptet, ihr seid eben etwas fülliger um, die Hüften ?
Oder wie ? oder was ?
Extrem neugierige Grüsse
von Walter
Hallo Walter!

Letztes Jahr nach Thailand hatte mein Fotorucksack (Lowepro Flipside 400AW, entspricht den Handgepäcksabmessungen) noch nicht so viel Gewicht. Kontrolliert wurde beim Check-In aber ohnehin weder in München, noch in Bangkok oder Koh Samui. Solange der Rucksack nicht sauschwer aussieht und klein genug ist um optisch die Handgepäcksabmessungen zu erfüllen, dürfte es da kaum Probleme geben.

Alternativ kannst du tatsächlich Objektive usw. in deine Jackentasche stecken oder eine Fotoweste anziehen, da alles was am Körper getragen wird nicht zum Handgepäck zählt! Nach der Kontrolle kannst du es ja wieder einräumen 😄 Die Kamera darfst du dir auch umhängen. Wenn du zu zweit fliegst, teilst du das Gewicht eben auf beide Handgepäcksstücke auf.

Liebe Grüße,
Wolfgang
12 Beiträge · seit 201430. Jan. 2014 ·
Face schrieb:
leofant schrieb:Bei z.B. 17kg Equipment kommt (für mich) die Frage aller Fragen:
Liebe Fotografen, wie macht ihr denn das bitte beim Check-in ?
Seid ihr alle Hypnosekünstler und könnt deshalb die (von Zeit zu Zeit) strengen Damen und Herren am
Schalter "um den Finger wickeln" ?
Oder klebt ihr euch das Equipment an den Körper und behauptet, ihr seid eben etwas fülliger um, die Hüften ?
Oder wie ? oder was ?
Extrem neugierige Grüsse
von Walter
Hallo Walter!

Letztes Jahr nach Thailand hatte mein Fotorucksack (Lowepro Flipside 400AW, entspricht den Handgepäcksabmessungen) noch nicht so viel Gewicht. Kontrolliert wurde beim Check-In aber ohnehin weder in München, noch in Bangkok oder Koh Samui. Solange der Rucksack nicht sauschwer aussieht und klein genug ist um optisch die Handgepäcksabmessungen zu erfüllen, dürfte es da kaum Probleme geben.

Alternativ kannst du tatsächlich Objektive usw. in deine Jackentasche stecken oder eine Fotoweste anziehen, da alles was am Körper getragen wird nicht zum Handgepäck zählt! Nach der Kontrolle kannst du es ja wieder einräumen 😄 Die Kamera darfst du dir auch umhängen. Wenn du zu zweit fliegst, teilst du das Gewicht eben auf beide Handgepäcksstücke auf.

Liebe Grüße,
Wolfgang
Ich nutze ebenfalls den angesprochenen Lowepro. Bisher bin ich noch nicht kontrolliert worden, weder auf das Gewicht des Rucksacks, noch auf die Maße dessen.
Stativ etc verstaue ich in der Reisetasche.
938 Beiträge · seit 201330. Jan. 2014 ·
leofant schrieb:Bei z.B. 17kg Equipment kommt (für mich) die Frage aller Fragen:
Liebe Fotografen, wie macht ihr denn das bitte beim Check-in ?
Hallo Walter,

ich habe es bisher nur einmal mit einem Lowepro Pro Trekker 400AW versucht. Der ist ohne Gurte exakt Handgepäckmaximalmass. Alles was die Herren in Frankfurt interessiert hat, war ob die Kamera mit Sprengstoff in Berührung kam. Gewicht / Größe kein Thema. In Windhuk nichtmal das. Obs am Buisnessticket lag weiss ich nicht, da Größe und Gewicht je Tasche auch für diese Klasse gilt. Man darf da nur noch mehr Taschen reinschleppen.

Gruß Andreas
Aktueller Reisebericht September/Oktober 2018: Wüste, Wind und der KTP Reiseberichte von uns
58 Beiträge · seit 201330. Jan. 2014 ·
Hallo FoMis,
habe hier eine 'elegante' Lösung gefunden: Sigma Telezoom, 200-500mm, f= 2.8 ! Freistellen funktioniert mit 2.8 wunderbar. Brennweite für die meisten Gelegenheiten in Namibia ausreichend (evtl. auch noch Crop-Factor 1.5), ein WW dazu, perfekt. Wie transportieren? Naja, Fotoweste anziehen und in die Tasche stecken, Probleme beim Einchecken sollte es eigentlich nicht geben, sofern ich auf einen toleranten Airport-Mitarbeiter treffe. Anbei Foto 🤩 von dem Monster und ein Link zur amüsanten Webadresse.
Gruß
Hans

h3232637.jpg


http://petapixel.com/2012/10/15/the-green-monster-a-look-at-the-sigma-200-500mm-bazooka-lens/
zuletzt bearbeitet 30. Jan. 2014
1’271 Beiträge · seit 200730. Jan. 2014 ·
Rodrigo schrieb:Keine.
Ihr dürft auf mich einhauen, aber es geht auch ohne. Ich habe die letzten Fahrten (auch nach Rom und die Türkei) ohne Photoapparat gemacht. Nichts hat mir gefehlt. Nur ein gutes Fernglas war mir wichtig. Die Welt durch den Sucher zu betrachten, reduziert die Wahrnehmung, finde ich.
Rodrigo.
Hallo,

ich bin definitiv auch dem Hobby "Fotografie" verfallen und muss trotzdem Rodrigo ein bisschen Recht geben. Mir würde es nicht in den Sinn kommen, ohne Kamera loszuziehen, denn dafür ist der Spass für mich zu groß. Aber ich habe mich z.B. in Uganda bei den Gorillas sehr gezwungen, nicht nur durch den Sucher zu schauen, sondern auch den Moment zu genießen. Vielleicht habe ich dadurch den ein oder anderen Moment verpasst aufs Foto zu bannen, aber ich habe sehr viel mehr von der Stimmung und den Gorillas mitbekommen. Denn was wir "Fotografierenden" oft vergessen ist, dass der Blick durch den Sucher doch sehr eingeschränkt ist. Daher steckt viel Wahrheit in Rodrigos letztem Satz: "Die Welt durch den Sucher zu betrachten, reduziert die Wahrnehmung."

Bezüglich Handgepäck-Gewicht kann ich nur sagen, meistens sind wir ohne wiegen (zum Glück 😗 ) davon gekommen. Aber in Johannesburg (Flug mit South African) z.B. wurde es bei meinem Mann schon gewogen, obwohl die Größe eindeutig handgepäcktauglich war. Da hiess es dann umpacken (und das, obwohl mein Mann ein Business Class Ticket hatte und Vielflieger ist).
Schwierig wird es halt in den kleinen Fliegern in Ostafrika oder auch in Botswana. Da gilt oftmals die Beschränkung "15 kg inklusive Handgepäck" und das schaffe ich definitiv nicht, da schon mein Fotoequipment bei ca. 13 kg liegt. Letztes Jahr in Kenia wurde dann auch vor dem Abflug in die Mara alles Gepäck (also auch das Handgepäck) auf die Waage gelegt und da wir die 75 kg für 5 Personen überschritten haben, mussten wir zusätzlich bezahlen. Der Herr von Safarilink hat noch gewartet, ob die Maschine voll wurde (sonst hätten wir weniger bis gar nicht zahlen müssen), aber da sie bis auf den letzten Platz belegt war, mussten wir 50 USD bezahlen.

Die Brennweite ist immer wieder ein Thema. Natürlich ist eine große Brennweite, wie z.B. 500 mm, toll, wenn man z.B. Vögel formatfüllend abbilden will. Da kommt man mit 200mm und auch mit 400 mm nicht wirklich weit. Große Brennweiten haben aber auch ein weiteres Problem, nicht nur in Afrika. Wenn die Temperatur steigt, entsteht oft ein Hitzeflimmern, das wirklich scharfe Fotos fast unmöglich macht. Das ist natürlich besonders am Tag der Fall, wenn zwar ausreichend Licht da wäre, aber durch das Hitzeflimmern das Bild quasi "verschwimmt".
Ich bin immer noch der Ansicht, dass Wolfgang mit dem 70-200 mm 2.8 einen guten Kompromiss gefunden hat. Ich fotografiere, wie auch Steffi, wie gesagt mit Canon und habe das neue Canon 70-200 mm 2.8 II. Das ist schon oft auf seine Konvertertauglichkeit getestet worden und liefert tatsächlich wohl auch mit dem neuen 2x Konverter sehr erstaunliche Ergebnisse. Und ich habe als bis 200 mm immer noch die tolle Lichtstärke des Objektivs. Natürlich gibt es immer "besseres" wie z.B. lichtstarke 300er oder 400er. Aber die kommen ersten mit einem hohen Preis, einem größeren Gewicht und natürlich auch nur bedingter Freihand-Möglichkeit daher.

Wolfgang,
ich bin schon sehr gespannt, wie die Ergebnisse aus Namibia aussehen werden und freue mich darauf, von Dir nach der Reise ein Feedback zu lesen, mit einigen Bildern hoffentlich.

@alle
Georg hat definitiv ein wahres Wort gesprochen. Trotz aller unterschiedlicher Meinungen ging es in diesem Thread immer sehr sachlich und informativ zu, und das war in letzter Zeit leider nicht immer der Fall. Vielen Dank dafür an alle Beteiligten.

Schöne Grüße und viel Spass Euch allen beim Reisen und Fotografieren,

Nicole
Reisebericht Tansania 2010 Reisebericht Südafrika 2011 Reisebericht Uganda 2012 Reisebericht Kenia 2013
1’249 Beiträge · seit 200930. Jan. 2014 ·
leofant schrieb:
Bei z.B. 17kg Equipment kommt (für mich) die Frage aller Fragen:
Liebe Fotografen, wie macht ihr denn das bitte beim Check-in ?
Eine Episode aus meinen unvollendeten Madagaskar-Reisebericht:

Es ist 18:25 Uhr. Um halb sieben wollte ich mich mit Volker am Schalter der SAA treffen. Aber ich kann keinen Volker entdecken. Die Schlange ist kurz und so stelle ich mich an. Vor mir müssen alle Leute auch das Handgepäck auf die Waage legen. Mir schwant böses. Eine lächelnde Dame winkt mich an ihren Schalter. Ich stelle mein Köfferchen auf die Waage – 9 kg. Kein Problem. Aber jetzt soll ich meinen Fotorucksack ebenfalls auf die Waage stellen. Der hat satte 17 kg. 😮 Das Lächeln bei der Dame verfliegt. Ihr Gesicht wird bleich.

Dame: Das geht so nicht! Als Handgepäck sind nur 7 kg erlaubt und der Rucksack muss eingecheckt werden.

Kiboko: Der Rucksack kann nicht eingecheckt werden. Da ist eine empfindliche Fotoausrüstung drin. Diese kann ich unmöglich der Kofferunterwelt anvertrauen. Außerdem ist der Rucksack nicht abschliessbar.

Dame: Es ist Gesetz, dass keine Handgepäckstück mehr als 7 kg wiegen darf. Der Rucksack darf nicht mit in die Kabine.

Kiboko: Der Wert der Fotoausrüstung ist über 20.000 Euro. Das kann ich unmöglich einchecken und ist von ihrer Versicherung nicht gedeckt.

Die Gesichtsfarbe der Dame verändert sich in ein zartes rot.

Dame: Das kann sie verstehen, aber es darf nur 7kg ins Handgepäck. Wenn schwere Gepäckstücke in der Kabine herumfliegen ist die Verletzungsgefahr zu groß. Daher gibt es die Beschränkung.

Kiboko: Ich kann ihren Standpunkt verstehen. Aber dann kann ich bei ihnen nicht mitfliegen!

Im Geist sah ich mich schon statt nach Afrika zu fliegen, mit dem ICE nach Hause zu fahren.
Die Gesichtsfarbe der Dame ist inzwischen dunkelrot.

Dame: Wenn sie bei mir eine Ausnahme machen würde, würde sie sofort eine Abmahnung bekommen. Sie darf kein Handgepäckstück über 7 kg zulassen.

Die Reisenden an den Nachbarschaltern gucken schon blöd.
Die Dame hat Schweißperlen auf der Stirn.

Kiboko: Wenn ich zwei schwere Kameras aus dem Fotorucksack herausnehme und einzeln trage, wäre das dann OK?

Dame: Wenn der Rucksack 7 kg hat, wäre das OK.

Also habe ich meine beiden Knipskisten mit dem 24-70 und der Gorillahantel herausgenommen. Im Kopf das Gewicht addiert. Das reicht noch nicht. Schnell noch das 70-200 in meinen Pullover eingewickelt und in einen Beutel gestopft. Dann das 105er und 30er jeweils in eine Hosentasche gestopft. Den Reiseführer in eine Beintasche gequetscht. Oh je, die Gewichtskraft zerrt am Gürtel. Die Hose fängt an zu rutschen. 🤨 Aber jetzt müsste es reichen. Eine Kollegin prüft das Gewicht des Rucksacks an einen anderen Schalter, 7 kg. Aber die Dame am Schalter glaubt es nicht und prüft noch mal. Jetzt sind es nur noch 6.5 kg. Jetzt lächelt sie wieder. Ich bekomme meine Bordkarte. Vollbehangen mit Fotogeraffel und mit rutschender Hose mache ich mich aus dem Staub. Warum gucken mich alle Leute so blöd an? Haben die noch nie einen Mann mit zwei Fotoapparaten und ausgebeulten Hosentaschen gesehen? Es ist jetzt 18:35 und von Volker ist immer noch nix zu sehen. Es wird Zeit das ich das Fotogeraffel wieder in den Rucksack packe. Aber es ist ungeschickt, das hier demonstrativ vor dem Schalter zu machen. Mit einer Hand halte ich meine Hose fest. Dann suche mir eine ruhige Ecke außer Sichtweite. Objektive und Kameras werden wieder in den Fotorucksack verstaut. Jetzt bin ich wieder beweglicher. Volker kam leider erst um 18:45 und wir haben uns knapp verpasst. Beim Sicherheitscheck kommt alles auf das Band. Leider piept es beim Durchgehen. Dann müssen die Schuhe auf das Band. Es piept immer noch. Ooops, ich habe den Geldgürtel vergessen. Der muss auch noch durchleuchtet werden. Dann darf ich mich wieder anziehen. Jetzt geht es mit dem Fotogeraffel zum Sprengstofftest. Wieder alles auspacken. Die Prozedur kenne ich schon. Immerhin bekomme ich so für meine Start- und Landegebühr einiges geboten.


Inzwischen ist mein Fotogeraffel weiter angewachsen 😕
Ägypten, Äthiopien, Benin, Botswana, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kenia (2x), Madagaskar, Malawi, Marokko, Mauretanien, Namibia, Niger, Ruanda, Sambia, Senegal, Simbabwe (2x), Sudan, Tansania (3x), Togo, Tschad, Uganda (2x) Fotoreportagen und Bildgalerien aus aller Welt: foto-kiboko.de
281 Beiträge · seit 201430. Jan. 2014 ·
Hallo,

gibt es für die Fototechnik einen eigenen thread?

Ich analyse vor jeder Reise mit Fotogeraffel mein Fotografierverhalten (Exif Dateien anschauen) und entscheide dann was und wieviel ich mitnehme. Da ist zum Beispiel herausgekommen, dass man beim KTP und Etoscha mit 100 und 300 mm sehr gut zurecht kommt. (Ich fotografiere mit Vollformat) Auf Gamedrives darf es dann aber auch schon mal gerne etwas mehr sein, da man hier auch kleinere Tiere gezeigt bekommt, also nicht nur am Wasserloch nach den großen Dingen der Sawanne ausschau hält. Die 500 mm (von meiner Bridgekamera) benutze ich schlußendlich nur sehr selten. aber ich bin auch kein Vogelkundler und im Caprivi kommt man an unsere gefiederten Freunde mit dem Boot schön dicht dran.
Soviel zur Beantwortung und nun zu meiner Frage:
Kennt jemand das 80 - 400 Nikkor und das 120 - 400 Sigma? 4 - 5,6 Beide Objektive gibt es jetzt runderneuert mit Wackeldackel.
Eigentlich mag ich weder Zooms noch langsame Objektive, aber in diesem Fall würde ich gerne die Bequemlichkeit siegen lassen. Auf der anderen Seite habe ich hier den Hinweis gelesen, dass man mit Blende 5,6 auch bei 400 mm das Objekt nicht gescheit freigestellt bekommt, was mich doch verunsichert.
--------------------------------------------- carpe diem
1’302 Beiträge · seit 200730. Jan. 2014 ·
Hallo Reisetiger,

bei der Freistellung kommt es ja nicht nur auf die Blende an, sonder auch auf so Dinge wie "Entfernung des Motivs zum Hintergrund" und gewählte "Brennweite/Zoomfaktor". Bei einem 2.8 Objektiv hast du halt auch eine geringere Schärfentiefe. Um dann z.B. einen Vogel durchgängig scharf zu bekommen, muss man dann auch ggf. abblenden.
Deine Objektive kenne ich ich nicht, kann dir aber hier z.B. ein Foto vom Canon 100-400 bei Blende 5.6 und 400 mm an einer Cropkamera (7D) zeigen.

he4fb84e.jpg


Also die Freistellung ist denke ich i.O. Besser sind natürlich die grossen Festbrennweiten (500/600mm). Aber mal abgesehen vom finanziellen Aufwand, würde ich die jetzt nicht unbedingt mitschleppen wollen. Blicke aber trotzdem neidisch auf jeden der es trotzdem mitschleppt 😎

Gruß

Panther
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Themenstarter71 Beiträge · seit 201330. Jan. 2014 ·
reisetiger schrieb:Eigentlich mag ich weder Zooms noch langsame Objektive, aber in diesem Fall würde ich gerne die Bequemlichkeit siegen lassen. Auf der anderen Seite habe ich hier den Hinweis gelesen, dass man mit Blende 5,6 auch bei 400 mm das Objekt nicht gescheit freigestellt bekommt, was mich doch verunsichert.
Hallo Reisetiger!

Die Blende ist nur ein Faktor bei der Freistellung. Ebenso wichtig sind die Brennweite und der Abstand Kamera-Objekt und Objekt-Hintergrund. Je größer die Brennweite, desto mehr Unschärfe. Je kleiner der Abstand Kamera-Objekt und je größer der Abstand Objekt-Hintergrund, desto unschärfer.

Steht das fotografierte Tier also eher nahe und füllt den Großteil des Bildes aus und ist gleichzeitig auch der Hintergrund etwas weiter entfernt, dann bekommst du auch mit einem 400mm f5.6 ein toll freigestelltes Portrait. Sogar besser als wenn du 200mm f2.8 entsprechend beschneidest (bei 10m Objektabstand ist die Schärfentiefe beim 400mm-Objektiv z.B. nur ca. halb so groß).

Liebe Grüße,
Wolfgang
1’062 Beiträge · seit 200630. Jan. 2014 ·
reisetiger schrieb:
Kennt jemand das 80 - 400 Nikkor
Hallo Reisetiger

Meinst du das hier? http://nikon.ch/de_CH/product/nikkor-lenses/auto-focus-lenses/fx/zoom/af-s-nikkor-80-400mm-f-4-5-5-6-g-ed-vr

In diesem Fall habe ich wohl den (oder einen der) Vorgänger (hab mich da auf die Schnelle grad nicht schlau gemacht) und ich bin heute nicht mehr zufrieden mit dem Ding. Es ist langsam und für meine Bedürfnisse reichen die f4.5 - 5.6 leider nicht mehr aus. Aber mag natürlich sein, dass das neue Modell um einiges besser ist.

Wie meine Vorredner aber aus meiner Sicht richtig schreiben, ist mit 5.6 schon auch ein schöner Freisteller möglich. Das kommt dann eben auf die erwähnten Umstände drauf an.

Hier sogar eines mit Blende 8:


Close up by Samuel Roth, on Flickr

Da war ich nur ein paar Meter von der Turteltaube entfernt, der Hintergrund dafür ziemlich weit weg.

Liebe Grüsse aus Zürich,
Samuel
Reiseberichte: #safaribrothers on Tour Vol. IX- safaribrothers.ch Blog «In Gedenken - Kurzer Kgalagadi-Trip 2024» #safaribrothers on Tour Vol. VIII - safaribrothers.ch Blog «Du hast es so gewollt - 8 Wochen Campingsafari in Namibia und Botswana 2021/2022» #safaribrothers on Tour Vol. VII - «Kalahari» #safaribrothers on Tour Vol. VI - «Wo Problem?»
281 Beiträge · seit 201430. Jan. 2014 ·
Vielen Dank für die schnelle und professionelle Antwort.
Eigentlich schäme ich mich jetzt für die Frage, aber der von mir gelesene Beitrag hat mich kirre gemacht.
Danke, einfach mal einen Schritt zurücktreten und das Problem von der Ferne betrachten 😄 .

Nun Löwen liegen unter einem Busch und Vögel im Geäst, da ist nicht viel Distanz zum Hintergrund, aber Licht und Formatfüllung und und und sind alles Faktoren und nicht nur die Blende. Logisch. Danke für euren tolle Beispiele. Den Vergleich mit dem 200 mm von Face kann ich leider nicht "nachbauen", da mir ein geeignetes 200 mm Objektiv fehlt. Aber der Ansatz beruhigt. Obwohl es sich ja um ein Zoom handelt und nicht nur der Anschlag bei 400 mm berücksichtigt werden müssen. Bei 100 mm und 5,6 bekommt man dann nicht mehr so einen schönen gleichmäßigen Hintergrund hin wie bei kalachee.
Aber panther hat Recht, das Objekt seber sollte ja auch von vorne bis hinten scharf sein.

@Panther 50 mm 1,4 Nikon, 105 mm 2.8 Sigma, 35 mm 1,4 Sigma, 400 mm 5,6 Sigma und einen Vollformatsensor
Es ist zwar gut 400 mm und mehr zu haben, aber ich habe öfter das Problem, dass 300 genau das richtige wäre.
Abgeschnittene Kuduhörner sind genauso schlimm wie abgeschnittene Füße 😉

@Kalachee Ja, das neue soll deutlich besser sein.
--------------------------------------------- carpe diem