Wow 😍 da wäre ich auch happy gewesen. Was für ein tolles Foto, ich bin ganz hin und weg.
lieben Gruß
Elke
H.Badger schrieb:
Interessant ist, dass –
anders als bei ihrer schnarrenden Verwandtschaft – bisher kein Mensch den
Gesang dieser Vögel dokumentieren konnte. Daher sind sie in der Regel sehr
schwer zu entdecken.
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
selbstredend begleite ich euch ebenfalls auf dieser spannenden Reise und ich bin bisher schwer begeistert. Die bislang gezeigte Artenvielfalt lässt den Kopf schwirren. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass mir bisher weder Indris noch Sifakas bekannt waren, aber ich bin ja lernfähig😀.
Die Boa hätte ich nun nicht unbedingt gebraucht (ich hab's nicht so mit Schlangen), aber von den Halsband-Nachtschwalben oder von Eulen, Lemuren und Chamäleons kannst du gar nicht genug Bilder einstellen.
Mir gefällt ja der Diademaffe mega gut und was für ein Geschenk, dass er so nah war. Auch die beiden Vögel am Boden...Die Eule, das Cameleon....was für schöne Sichtungen. Ganz großes Kino.
wie schön, dass du dich hier zu Wort meldest und uns auch durch Madagaskar begleiten magst. Beim Aufbau der tollen Zelte haben wir regelmäßig an euch gedacht. 🙂
Der Artenreichtum hat uns auch sehr beeindruckt. Und dabei ganz besonders der Aspekt, dass es so viele verschiedene Lemuren und Chamäleons auf der Insel gibt. Erstere sind mit über 100 anerkannten Arten vertreten. Das finde ich schon enorm.
Enilorac65780 Beiträge · seit 201726. Sept. 2026 ·
Hallo Sascha, nach ferienbedingter längerer Forumsabstinenz, habe ich heute deinen Bericht nachgelesen. Es war mir nicht bewusst, dass in Madagaskar eine vollkommen andere Tierwelt vorzufinden ist. Sehr, sehr spannend. Herzlichen Dank für‘s Teilen eurer Erlebnisse.
Liebe Grüsse und einen schönen Sonntag
Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana
Mein Sohn guckt ebenso begeistert deinen Reisebericht mit, wie ich, und er ist etwas ungeduldig. Ich muss dich unbedingt fragen: habt ihr in Madagaskar auch Zwergnilpferde gesehen?
Vielen lieben Dank und liebe Grüße,
Caro & der Mini-Birder und Hippo-Fan 🦛
Edit: wir haben gerade nochmal nachgeschaut, auf Madagaskar gibt es gar keine Zwerghippos mehr 😱
ich weiß nicht, wo wir das mal gelesen hatten, aber die, die es dort mal gab, sind wohl ausgestorben ☹️
Dann hat sich die Frage erübrigt...
H.BadgerThemenstarter1’878 Beiträge · seit 201627. Sept. 2026 ·
willkommen zurück aus dem Urlaub! Ich hoffe, ihr hattet eine sehr schöne Zeit in Namibia und Botswana (wenn ich das deiner Signatur richtig entnehme...)!
Madagaskar ist eine ganz eigene Welt. Das fanden wir auch absolut faszinierend.
für die madagassischen Zwergflusspferde waren wir leider rund 2500 Jahre zu spät dran. Die Tiere sind wohl um die Zeit der menschlichen Erstbesiedlung der Insel ausgestorben. Sie teilen damit das Schicksal vieler Groß-Tiere: Riesenlemuren, Elefantenvogel, Riesenfossa... Heute ist der Indri das größte Säugetier der Insel.
Gleich geht es hier auch mal weiter - wenn auch leider ohne Hippos.
H.BadgerThemenstarter1’878 Beiträge · seit 201627. Sept. 2026 ·
Kapitel 6: Eine Insel mit Lemuren
Ist das schon wieder spät geworden! Nach dem bisher schon sehr
ereignisreichen Tag bleibt uns leider gar nicht so viel Zeit zum Verschnaufen,
denn schließlich steht an diesem Nachmittag noch ein Besuch im Vakona Reservat
an. Die Kinder tun Kund, dass ihnen die Programmtaktung heute zu dicht ist. Und
außerdem hätten sie ja am Vormittag schon Lemuren gesehen. Und überhaupt… 😉Die
Erwachsenen können die Nachwuchsargumente insgesamt gut nachvollziehen und so
ist schnell entschieden, dass die Kids in der Lodge bleiben, während die Eltern
allein in Richtung Reservat aufbrechen.
Strammen Schritts marschieren wir los. Der Fußweg dauert
keine zehn Minuten. Am Eingang des Vakona Reservats sind wir mit den lokalen
Guides allein. Am Nachmittag ist hier nicht viel los. Um zu den Lemuren zu
gelangen, müssen wir uns mit einem Kanu über einen Kanal setzen lassen. Die
künstliche Wasserader mäandert durch das Gebiet und grenzt einige Inseln
voneinander ab. Auf diesen wurden verschiedene Lemurenarten angesiedelt, die
dort nun halbwild leben.
Eine der Inseln darf im Rahmen einer Führung von Touristen
betreten werden. Auf dieser leben drei Lemurenarten, die auch natürlich in den
Wäldern der Region vorkommen. Dadurch verliert das menschenbeeinflusste Setting
etwas an Zoocharakter.
Nachdem wir aus dem Kanu steigen, sehen wir uns sofort
einigen Braunen Makis gegenüber, die uns aufmerksam beobachten. Die Tiere sind
an Menschen gewöhnt und werden von den Guides mit Obst versorgt. Das sorgt für
Nahbegegnungen. In älteren Reiseberichten haben wir gelesen, dass die Lemuren
auch immer wieder auf die Schultern und Köpfe der Touristen springen würden.
Solches Verhalten wurde bei unseren Besuch zu Glück nicht forciert.
Beim Spaziergang durch den Inselwald treffen wir neben den
Braunen Makis auch bald auf einen Schwarzweißen Vari.
Auf einer Nachbarinsel sehen wir bald darauf einige
Diademsifakas am Ufer sitzen. Unser Guide nutzt die Gunst des Moments und wirft
Bananenstücke über den Kanal. Die Lemuren nähern sich sogleich mit tänzelnden
Hüpfern den Landeplätzen der Früchte. Als ausgeprägte Baumbewohner laufen
Sifakas nämlich nicht auf dem Boden, sondern überwinden Distanzen aufrecht
„tanzend“. Es ist interessant, diese besondere Bewegungsweise hier in aller
Ruhe studieren zu können.
Zurück im Wald werden wir bald erneut von Braunen Makis
beäugt.
Bald darauf folgt für uns das Highlight des Spaziergangs:
Eher schüchtern zeigt sich uns ein Östlicher Bambuslemur. Wir freuen uns über
die Begegnung mit dieser besonders possierlichen Lemurenart. Es wird der
einzige Bambuslemur unserer Reise sein.
Bald darauf endet die Führung über die Lemureninsel bereits.
Wir haben alle Arten, die hier leben, beobachten können und werden daher zurück
zu unserem Kanu geführt. Rückblickend war der Ausflug auf die Lemureninsel eine
nette Ergänzung in unserem Programm. Wir sind aber froh, dass wir die Lemuren im
Rahmen der Reise vor allem in natürlicheren Kontexten beobachten konnten. Das
fühlt sich irgendwie „echter“ an.
Beim Abschied erfahren wir, dass man auf den Kanälen auch
eine Kanutour machen kann. Das wäre doch bestimmt etwas für die Kinder! Heute ist es dafür leider zu spät. Zurück in der
Hütte beschließen wir daher, dass meine Frau und unsere jüngere Tochter dies
morgen in der Frühe nachholen werden.
Bevor die Sonne untergeht, wird auf den Lodgegelände noch
ein wenig gebirdet.
Dabei können wir zwei wirklich schöne Sichtungen
verzeichnen:
Zuerst zeigt sich eine scheue Cuvier-Ralle (White Throated
Rail) kurz am Saum des Sees.
Wenig später können wir noch einen flinken
Malagassennektarvogel (Souimanga Sunbird) bei der Nahrungssuche beobachten und
sogar passabel ablichten.
Der Rest des Tages ist schnell erzählt. Gemeinsam verbringen
wir den Abend am Kamin des Restaurants. Während sich die Kinder danach in die
Betten zurückziehen, spazieren meine Frau und ich nochmals auf dem kleinen Pfad
am Bachlauf entlang und suchen uns bereits bekannte Chamäleonschlafplätze auf.
Dabei kommen uns heute ein Perinet-Chamäleon und ein Kurzhornchamäleon vor die
Linse. Für Abwechslung sorgen eine Vielzahl an Fröschen und eine durchaus
beeindruckende Spinne.
Morgen werden wir den östlichen Regenwald bereits wieder in
Richtung Antananarivo verlassen müssen. Eigentlich schade: Denn auch hier hat
es uns ausnehmend gut gefallen. Bisher ist unsere erste Madagaskar-Reise ein
echter Volltreffer.
willkommen zurück aus dem Urlaub! Ich hoffe, ihr hattet eine sehr schöne Zeit in Namibia und Botswana (wenn ich das deiner Signatur richtig entnehme...)!
Madagaskar ist eine ganz eigene Welt. Das fanden wir auch absolut faszinierend.
Hallo Sascha
Ja wir hatten eine fantastische Reise mit vielen tollen Erlebnissen! :-)
Liebe Grüsse
Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute
2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius
2020: Kapstadt und Gardenroute
2022: Namibia
2024: Namibia und Südafrika
2026: Namibia und Botswana
H.BadgerThemenstarter1’878 Beiträge · seit 201628. Sept. 2026 ·
H.BadgerThemenstarter1’878 Beiträge · seit 201629. Sept. 2026 ·
7. Kapitel: Ene Besuch im Zoo
Bevor es heute zurück nach Antananarivo geht, steht für zwei
von uns eine Kanu-Tour auf den Kanälen des Vakona-Reserves an. Uns war nicht
klar, dass man im Rahmen der Tour nicht selbst paddeln kann, sondern sich
einfach nur zurücklehnen muss und ein Guide die Arbeit übernimmt. Im ersten Moment ist unsere Jüngste darüber
durchaus enttäuscht. Sie arrangiert sich aber schnell mit der Situation. Mutter
und Tochter lassen sich also für eine knappe Stunde gemächlich durch das
Kanalnetz schippern. Immer wieder können sie auf den Inseln links und rechts
Lemuren erspähen. Da es noch früh am Tag ist, sitzen die meisten Tiere weit
oben in den Bäumen an ihren Schlafplätzen.
Ganz außer sich ist der Guide, als er die Katta-Insel
ansteuert. „King Julien!“ ruft er wiederholt aus. Es dauert etwas, bis der
Groschen bei den Passagieren fällt.
Als meine Frau einige Enten beobachten möchte, begeht sie
den gleichen Fehler, der mir tags zuvor beim Blau-Seidenkuckuck unterlaufen ist:
Sie macht den Guide auf die Sichtung aufmerksam. Dieser reagiert, wie man
anscheinend als Guide hier reagieren muss: Lauthals wird ein Lockruf gekrächzt
und gequakt, den die Enten mit panischer Flucht quittieren… 🙃
Währenddessen packt der Rest der Familie die Siebensachen
und hält Ausschau nach Vögeln. Als Erstsichtung kommt heute früh das niedliche
Zwergelsterchen (Madagascar manniquin) dazu. Diese Art ist der einzige auf der
Insel vorkommende Prachtfink.
Schnell beladen wir unseren Kleinbus und Alain fährt unsere
Große und mich zum Reservat, wo wir auf die Kanuten warten.
Nun geht es zurück über die Holperpiste durch den Wald, bis
wir Andasibe erreichen.
Hier machen wir kurz Halt an einer Apotheke, denn unser
Fahrer hat sich leider etwas verletzt und benötigt ein Schmerzmittel. Dies
spendieren wir ihm gern und sind überrascht davon, dass Tabletten hier nicht
packungsweise sondern als Blisterzuschnitt verkauft werden.
Bald erreichen wir die uns schon vertraute Nationalstraße 2
und das Schlagloch-Umfahren und LKW-Überhol-Spiel beginnt von Neuem.
Am späten Vormittag erreichen wir das Örtchen Marozevo, das
etwa 75 Kilometer von Tana entfernt liegt. Hier machen wir eine längere Pause
und statten dem Réserve Peyrieras einen Besuch ab. Das Wort Reservat ist hier
aber eigentlich fehl am Platz, handelt es sich doch vielmehr um einen Zoo, der
von dem französischen Naturkundler André Peyrieras ursprünglich als
Schmetterlingsfarm gegründet worden ist.
An einem einfachen Eingangsgebäude treffen wir unseren
lokalen Guide, der uns in den nächsten knapp zwei Stunden über das Gelände
führen wird. Wir sind durchaus skeptisch, ob uns dieser Stopp gefallen wird.
Zuerst werden wir in ein vielleicht 20x10 Meter messendes
Gebäude geleitet, dessen Dach aus einem feinmaschigen Netz besteht. Der
Innenraum ist mit kleinen Büschen bepflanzt, zwischen denen im
Schachbrettmuster Wege hindurchführen. Hier ist das Zuhause zahlreicher
Chamäleonarten, die man aus nächster Nähe beobachten kann. Ich bin noch immer
skeptisch… Den Kindern aber macht es Freude, im dichten Laub der Büsche auf
Reptiliensuche zu gehen und dabei eine wahnsinnig hohe Erfolgsquote zu verzeichnen.
Für Makro-Fotografen ist der Park sicher ein Eldorado. Wir
haben leider kein Makroobjektiv dabei und müssen uns daher mit dem zufrieden
geben, was montiert ist. Und überhaupt: Solche kontrollierten Fotoumgebungen
lassen das Herz des Wildlife-Hobby-Fotografen keine sehr hohen Sprünge machen.
Die Tiere können natürlich nichts dafür und sind so hübsch anzusehen wie in
freier Wildbahn.
Nach dem Besuch des Chamäleon-Hauses steigen wir einen
kleinen Pfad in Richtung Wald empor. Hier hat das Gelände etwas mehr den
Charakter eines Reservats, denn die im Wald lebenden Lemuren können sich frei
bewegen. Es soll hier u.a. Braune Makis geben. Diesen begegnen wir aber nicht.
Dafür treffen wir an einer Futterstelle auf zwei Coquerel-Sifakas.
Diese hübschen Lemuren sind ein weiterer Neuzugang auf unserer Sichtungsliste.
Eine schöne Begegnung.
Nachdem wir dem Wald den Rücken gekehrt haben, werden wir
bald zu kleineren Holzverschlägen geführt, in deren abgedunkelten Innenräumen
einige endemische Amphibien gehalten werden. Beherzt greift der Guide in die
Hütten und befördert nach und nach einige Bewohner ans Licht des Tages.
Auf diese Weise sehen wir das winzige Goldfröschchen und den
beeindruckenden Roten Tomatenfrosch. Beide Arten hätten wir in der freien Natur
nicht zu Gesicht bekommen. Daher ist es interessant die Tiere zu sehen – auch
wenn es eigentlich nicht so richtig zählt…
Ein weiteres Reptilienhaus enthält eine Vielzahl von
Holzterrarien, die den kleineren Echsen und Schlangen der Insel gewidmet sind.
Hier können wir einige Arten der Uroplatus-Geckos nochmal in ihrer bizarren
Schönheit bewundern.
Dabei ist der kleine Pfeilschwanzgecko, der wie ein
vertrocknetes Blatt aussieht, ein echter Hingucker.
Und auch die winzigen Stummelschwanzchamäleons lassen sich
hier aus der Nähe betrachten.
Es bleibt aber ein schaler Beigeschmack: Wir werden es immer
seltsam/unpassend finden, dass die Tiere zum Zweck der besseren Sichtbarkeit regelmäßig
durch den Guide aus ihren Gehegen herausgenommen und auf Rindenstücken
„angerichtet“ werden. Terrarienhaltung in allen Ehren. Aber dieses direkte
Herzeigen finden wir schwierig. Man mag gar nicht darüber nachdenken, was das
bedeutet, wenn hier mal mehr Betrieb herrschen sollte.
Beindruckend sind die riesigen Kometenmotten, der frei in
dem Terrarien-Gebäude herumflattern können. Leider gelingt hier kein
vorzeigbares Foto.
Zum Schluss der Tour werden wir zu einem kleinen Gehege
geführt, in dem einige Große Tenreks leben.
Was soll man jetzt von dem Ganzen halten? Unterm Strich
haben wir im „Réserve“ Peyrieras einige Arten gesehen, die wir ansonsten kaum
zu Gesicht bekommen hätten, weil sie a) ihren natürlichen Lebensraum nicht auf
unserer Reiseroute haben oder b) quasi unsichtbar für den Normaltouristen
leben. Aber der ausgeprägte Zoo-Charakter und vor allem das
Herausnehmen/Herzeigen der Tiere sind einfach nicht „our cup of tea“. Und so
verlassen wir den Ort mit sehr gemischten Gefühlen.
Nachdem wir in Marozevo eine einfache Mittagsmahlzeit
gegessen haben, setzen wir die Fahrt in die Hauptstadt fort.
Eine kleine Pause am Straßenrand wird genutzt, um die Arbeit
auf den Reisfeldern zu dokumentieren. Als Beifang zeigen sich uns hier Herr und
Frau African Stonechat.
Die letzten Kilometer durch den Großstadtverkehr Tanas
ziehen sich dann quälend in die Länge und wir sind froh, irgendwann unser Hotel
„Nosy Manga“ zu erreichen, das in direkter Nähe des Flughafens liegt. Das Leben
auf der Straße ist quirlig und das Hotel eine wirklich schöne Insel inmitten
des Stadttrubels. Von außen würde man das gar nicht denken, aber das Nosy Manga
ist eine richtig feine Adresse. Alles ist mit Liebe fürs Detail und ganz viel
Kunst gestaltet. Das Hotel und seine Umgebung stehen damit in einem echten
Kontrast zueinander.
Unser riesiges Familienzimmer ist eine echte Oase nach
diesem langen Reisetag und wir freuen uns über eine Dusche, die warmes Wasser
mit gutem Wasserdruck führt.
Meine Frau und ich machen (ohne Kamera!) noch einen kleinen
Spaziergang durch die Umgebung und saugen einige Momente des Alltagslebens in
uns auf. Wir kaufen einige Snacks und ziehen dicke Bündel Ariarys aus dem nahen
ATM. Stellvertretend sei hier ein Blick aus unserem Zimmer gezeigt.
Das Restaurant des Hotels gehört zu den besten der ganzen
Reise. Der Service ist wahnsinnig aufmerksam und freundlich. Das Essen ist
großartig. Im Nosy Manga lässt es sich sehr gut leben.
Morgen ist Kulturtag! Nach den Regenwaldschwerpunkt im Osten der
Insel ist nun die Hauptstadt mit ihren Sehenswürdigkeiten dran.
Dieses „Reservat“ haben wir auch besucht und mit den gleichen gemischten Gefühlen wieder verlassen. Danke für den schönen Bericht, ich schwanke grad zwischen nostalgischen Gefühlen nach unserer Madagaskar Reise und der Vorfreude nach Sambia. Am Donnerstag geht’s los.😊
Liebe Grüsse
Susanne
H.BadgerThemenstarter1’878 Beiträge · seit 201601. Okt. 2026 ·
Hallo Susanne, danke für deine Wortmeldung! Es ist immer schön, eine Rückmeldung zu einem Bericht zu bekommen. Interessant zu hören, dass es euch nach dem Besuch ähnlich ging. Für madagassische Verhältnisse habe ich die Haltungsbedingungen der Reptilien und Amphibien als insgesamt in Ordnung wahrgenommen. Wäre da nicht das Anfassen und Rausnehmen der Tiere - das bedeutet Stress und verkennt, dass es sich hier um Lebewesen handelt. Zum Glück haben wir einen solchen Umgang mit der Tierwelt auf unserer Tour nicht sehr oft erleben müssen. Ich wünsche euch eine ganz tolle Zeit in Sambia! (Und einen guten Flug, wenn du diese Zeilen überhaupt noch rechtzeitig lesen solltest...) Lieber Gruß Sascha
nachdem ich es länger nicht ins Forum geschafft habe (wegen unserem Urlaub und sonstigem) habe ich nun endlich mal Deinen Madagaskar-Bericht weiter gelesen. Was für tolle Erlebnisse und Sichtungen ihr bisher schon hattet! Ich kann verstehen, dass euch Madagaskar so begeistert hat. Insbesondere die Vielfalt der Lemurenarten war mir vorher nicht bewusst. Mein absoluter Favorit ist aber das so anders aussehende, etwas skurrile Aye Aye. Was für ein besonderes Tier! Ebenfalls gefallen mir die vielen verschiedenen Chamäleon-Arten und natürlich die Vogelwelt der Insel. Danke fürs Berichten! Durch Deinen Bericht ist Madagaskar bei mir tatsächlich weiter hochgerutscht auf der Liste der besuchenswerten Ziele. Ich bin schon gespannt, wie es weiter geht. Vor allem auf den Westen und ob es dort mit guten Fossa-Sichtungen geklappt hat.
es ist Sonntag, keine Vorbereitungen, mein Mann in Südafrika und ich kann in aller Ruhe Madagaskar genießen. 🤣
Dein Bericht mit all den tollen Erlebnissen hat meinen Herzschlag so an den Rand eines Herzinfarktes gebracht, dass ich wohl diese Woche nicht auf Klassenfahrt gehen kann, weil ich nach Madagaskar muss!!!😁
Doch vermutlich wird es eher ein Teambildungsprogramm bei uns werden 😡, und für Manfred sind die Wege schwer zum Laufen.
Lemuren, Chamäleons, Makis und, und und .... die Vielfalt des Regenwaldes ist beeindruckend. Hoffentlich bleibt diese Natur noch lange erhalten!!
ich freue mich, dass du wieder an Bord bist! Schön, dass ihr eine gute Zeit in spannender Umgebung verleben konntet.
Das Fingertier ist für mich auch ein Star unter den Lemuren.
Bald geht es in den Westen der Insel und damit in eine besonders spannende Region der Tour. Ob und wie es mit dem Fossa geklappt hat, erzähle ich hier in einem der nächsten Kapitel.
wie schön, dass du auch dem Reisebericht folgst. Es freut mich, dass die Kapitel bisher Lust auf Madagaskar machen konnten. Ein Besuch lohnt sich wirklich. Alles wird nicht gehen, wenn man nicht mehr völlig sicher zu Fuß unterwegs ist. Aber zum Beispiel das Palmarium lässt sich über einfache Wege erleben.
Jetzt wünsche ich dir aber erstmal viel Freude und Durchhaltevermögen für die "Teambuildingmaßnahme". 😉
@ all
Bald geht es hier auch weiter...
Gerade hat mich die Hirschbrunft in der Eifel etwas vom Berichtschreiben abgelenkt.
H.BadgerThemenstarter1’878 Beiträge · seit 201604. Okt. 2026 ·
Kapitel 8: Antananarivo
Der heutige Tag beginnt trotz des anstehenden
Kulturprogramms wieder früh. Ein Blick von der Dachterrasse lässt die Stadt im
warmen Licht erstrahlen.
Nach einem fantastischen Frühstück fährt uns Alain durch das
noch morgendlich ruhige Tana auf den Analamanga, den höchsten der Hügel, auf
denen die Hauptstadt sich ausbreitet.
Hier befindet sich der alte Königspalast – der Rova – und
damit die Hauptsehenswürdigkeit Antananarivos. Nur noch die steinernen Fassaden
sind im Original erhalten. Denn 1995 brach im Palast aus ungeklärten Ursachen ein
verheerendes Feuer aus, das alle Innenräume und sämtliche Holzgebäude
vernichtet hat. Jahrelang war das Areal danach wegen Restaurierungsarbeiten
gesperrt, die sich auf Grund von begrenzten finanziellen Mitteln sehr in die
Länge gezogen haben. Heute kann man wenigstens von außen wieder erleben, wie sich
das Gebäudeensemble aus Palästen, Kirche und Grabmälern entfaltet.
Als wir vor den Toren des Rova anhalten, erwartet uns unser
Guide bereits. Zahnlos lächelnd streckt er seinen Kopf durch ein Seitenfenster
unseres Busses und hält uns einen wahnsinnig abgenutzten Pass, der in einer
trüben Folie um seinen Hals baumelt, unter die Nase. Wir zweifeln, ob es sich
bei dieser Gestalt in wenig sauberer Oberbekleidung wirklich um einen offiziellen
Guide handelt. Alain aber lächelt aufmunternd und komplimentiert uns kurzerhand
aus dem Auto. Schnell verabschiedet er sich und meint, dass er uns in einigen
Stunden am Bahnhof im Stadtzentrum einsammeln würde – einem der Orte, vor dem
immer wieder wegen des hohen Kriminalitätsaufkommens gewarnt wird. Und schon
ist er weg und wir sind allein mit dem Guide. Es stellt sich schnell heraus,
dass der Mann einen recht breiten Sprachmix beherrscht. Sein Englisch und
Deutsch sind dabei besser als unser Malagasy. 🙃Mit Französisch kommt man etwas
weiter. Während der Führung heißt es also immer wieder ganz genau hinhören,
wenn er durchaus engagiert etwas erläutert. Mehr als einmal erwische ich mich
aber dabei, dass meine Aufmerksamkeit sich der babylonischen Sprachentwirrung
verweigert und ich auf Durchzug schalte.
Bevor wir den Komplex betreten, staunen wir nicht schlecht,
als wir eine Tafel mit verbotenen Aktivitäten und Mitbringseln in Augenschein
nehmen. Neben den internationalen Klassikern finden sich hier einige ganz
besondere Tabus. Auf Madagaskar gibt es an vielen Orten solche speziellen Fadys
– tief verwurzelte Verbote, die für den Unwissenden ziemlich exotisch anmuten.
Nun beginnt unser Rundgang, bei dem wir verschämt immer
wieder in den mitgebrachten Reiseführer linsen. Verwundert sind wir darüber,
dass wir an diesem Morgen die einzigen Besucher der Anlage zu sein scheinen. So
viel Exklusivität hatten wir nicht erwartet.
Im Mittelpunkt des Rova steht
Manjakamiadana, der große Königspalast. Königin Ranavalona I. ließ ihn zwischen
1839 und 1840 vollständig aus Holz errichten. Unter Ranavalona II. erhielt er
1867 eine steinerne Außenhülle mit hohen Rundbogenfenstern und vier Ecktürmen.
So entstand jene eindrucksvolle Mischung aus traditioneller madagassischer
Architektur und europäisch beeinflusstem Palastbau, die den Rova bis heute
prägt. Im Inneren befindet sich seit der Restaurierung ein Museum zu den
einzelnen Regionen Madagaskars und ihren typischen Erzeugnissen. Auch finden
sich dort einige Fragmente der Originalbauten, die den Brand überstanden haben.
Stärker zeigt sich die
traditionelle Bauweise bei Tranovola. Hier empfing der König ausländische
Gesandte – das Haus wurde damit zu einem wichtigen Ort der Diplomatie. Auch
nach der Rekonstruktion beindruckt das Gebäude durch seine Gestaltung.
Die königlichen Gräber von Radama
I. und Rasoherina finden sich gleich neben dem Tranovola. Diese kleinen Grabhäuser
sollten symbolisch den Rang der Verstorbenen sichtbar machen und ihrem Geist
einen Wohnort geben.
(links der Tranovola, in der Mitte eines der Grabhäuser)
Viel europäischer wirkt dagegen
Manampisoa, der „Schöne Palast“. Das elegante zweigeschossige Holzhaus wurde
für Königin Rasoherina gebaut. Kostbares Rosen- und Ebenholz, kunstvoll
gemusterte Parkettböden und geschnitzte Details verliehen der privaten Residenz
eine besonders feine Atmosphäre. Davon ist nicht mehr viel übrig. Heute sieht
man nur noch die recht schmucklose Rekonstruktion der Außenwände.
Die Rekonstruktionen der älteren Holzgebäude
Besakana und Mahitsy erinnern an die ursprüngliche königliche Architektur der
Merina. Besakana war ein zeremoniell besonders bedeutender Ort: Hier wurden
Herrscher gekrönt und die Verstorbenen vor ihrer Beisetzung aufgebahrt. Mahitsy
war stärker mit der spirituellen Welt verbunden. Hier fanden Rituale und
Weissagungen statt. Beim Betreten gilt ein ganz besonderes Fady: Der linke Fuß
muss zuerst in den Innenraum gesetzt werden. Beim Verlassen ist auch auf die
Fußreihenfolge zu achten. Außerdem muss das Heraustreten rückwärts geschehen.
Ein besonderer Ort ist schließlich
die Fiangonana, die königliche Kapelle. Sie entstand im 19. Jahrhundert aus
zehntausenden handbearbeiteten Steinen und verdeutlicht die Hinwendung der
Herrschenden zum Christentum.
Der Rova wirkt durch die
vielgestaltigen Bauten wie ein architektonisches Spiegelbild der madagassischen
Geschichte: Alte Merina-Traditionen treffen auf europäische Einflüsse,
Holzpaläste auf Stein, traditionelle Rituale auf christliche Architektur.
Immer wieder bieten sich vom
Palasthügel außerdem interessant Blicke über Antananarivo.
Nach der Besichtigung führt uns
der Guide den Königshügel hinunter ins Zentrum Tanas. Auf dem Weg über unebene und steile Gassen entstehen nur wenige Fotos, da wir unsicher sind, ob es klug ist, Kamera
oder Smartphone so offen zur Schau zu tragen.
Wir durchlaufen Marktstraßen und
sind beeindruckt von dem puren Leben, das uns umgibt.
Omnipräsent ist aber auch die
drückende Armut, die immer sichtbarer wird, je mehr man sich dem Zentrum in der
Unterstadt nähert. Über längere Zeit hinweg werden wir von bettelnden Frauen
begleitet, die sich auch nicht von uns lösen mögen, wenn wir stur in andere
Richtungen blicken. Auch sehen wir immer wieder Straßenkinder, die teilnahmslos
auf dem Asphalt sitzen oder gar tief und fest mitten auf dem Gehweg schlafen,
während die Menschen um sie herum manövrieren. Unser Führer merkt an, dass
viele dieser vielleicht kaum mehr als zehn Jahre alten Kinder Gangmitglieder
seien und nach Einbruch der Dunkelheit Überfälle verüben würden. Einen
Spaziergang durch Tana vergisst man nicht so leicht.
Über die Avenue de l’Indépendance,
die Prachtstraße der Unterstadt Tanas mit ihren Kolonnaden, die wir uns nach
Reiseführerlektüre weitaus schöner vorgestellt hatten, führt uns der Weg (etwas
unentspannt und sehr auf unser Hab und Gut bedacht) zum Bahnhof, wo uns Alain
bereits erwartet. Mit einem dicken Trinkgeld verabschieden wir uns dort von
unserem Stadtführer. Trotz sprachlicher Einschränkungen haben wir uns gut
begleitet gefühlt und der Schreck des ersten Eindrucks ist vergessen.
Durch den dichten Stadtverkehr
kommen wir in der Mittagszeit nur langsam voran. In Bahnhofsnähe wird unser Bus
immer wieder von bettelnden Menschen flankiert und es ist unangenehm, das Leid
der anderen zu ignorieren. Aber Alain rät uns ganz deutlich davon ab, Geld aus
dem Fenster zu reichen. Auch diese Momente gehören zu einer Reise durch
Madagaskar dazu.
Bevor wir in unser Hotel
zurückgebracht werden, machen wir einen Halt bei der Reiseagentur, über die wir
unseren Aufenthalt organisiert haben. Wir lernen das ganze Team kennen und
quatschen ein wenig mit Onisoa und ihrem Chef. Es ist für uns außergewöhnlich,
wie sehr hier auf unsere Zufriedenheit geachtet wird.
Den Rest des Tages verbringen wir
im Hotel und seiner näheren Umgebung. Auf der Dachterrasse lädt eine schöne Bar
zu entspannten Stunden ein. Nebenan lockt ein kleiner Pool trotz geringer
Temperatur vor allem unsere Kinder.
Wir laden Alain zu einem (sehr)
späten Mittagessen auf der Dachterrasse ein und verleben gemeinsam einen
schönen Nachmittag. Dabei erfahren wir viel über sein Leben und seine Familie.
Irgendwann heißt es dann Abschied nehmen. Lieber Alain: Du hast uns wunderbar
betreut!
Den Sonnenuntergang sehen wir uns aus dem Zimmerfester an.
Nach einem auch heute sehr guten
Abendessen geht es ungewohnt früh ins Bett. Denn die heutige Nacht wird ungemütlich
früh enden müssen: Unser Flug an die Westküste Madagaskars wird um sechs Uhr in
der Frühe starten. Bereits um vier Uhr sollen wir uns mit Sack und Pack am
Flughafen einfinden… Schöne Aussichten gepaart mit der Sorge, sich nun erstmals
in die Obhut von Madagascar Airlines begeben zu müssen. 😱
Hier endet das erste Segment
unserer Madagaskar-Reise: Regenwald und Ostküste liegen nun hinter uns und es ist
Zeit, dem satten Grün Adieu zu sagen. Ab jetzt werden erstmal Rot- und
Brauntöne dominieren. Wir freuen uns auf Baobabs, die Tsingys de Bemaraha und den Kirindy Wald (bittebittebitte mit einer Fossa-Sichtung...)
Ich hoffe, ihr seid bisher gern mit uns auf Madagaskar unterwegs!
Vielen Dank für deine so eindrücklichen Beschreibungen! Wir sind ganz fasziniert, wieviele Facetten Madagaskar hat.
Mein Mini sagt, und wenn schon keine Zwerghippos (die gehen wir wenigstens bald wieder im Bratislaver Zoo besuchen), dann bittebittebitte Fossas! 😃 No pressure!
Wir sind weiterhin gerne dabei. Ich bin schon gespannt auf die andere Seite!
Liebe Grüße,
Caro & Sohnemann, der erst vor ein paar Tagen ein Säugetier entdeckt hat, von demer noch nie gehört hat, was bei ihm ungewöhnlich ist: der Binturong. Jetzt möchte er nach Madagaskar UND nach Südostasien.
Danke für deine eindrückliche Beschreibung des Palasthügels und der Stadtbesichtigung.
Ich habe gerade erst gelesen, dass jemand am Ende seiner Reise den Markt dort besuchte und, dass das Handy gestohlen wurde mit allen wertvollen Erinnerungsfotos. Ich denke eure Bedenken waren sehr angebracht.
Eigentlich habe ich nicht geplant durch Tana zu laufen, doch trotz aller Armut und Kriminalität, fasziniert es mich in das Leben dort einzutauchen.
Nur beim Lesen wird man ganz demütig und die schlimmen Bedingungen fassen einen sehr an. Mal sehen, ob ich es wagen werde ....
Ab hier werden sich unsere gemeinsamen Wege trennen... ich werde nächstes Jahr den Südwesten bereisen ...
Die spannenden Tsingys müssen dann auf die nächste Tour warten.