Der achte Kontinent - Madagaskar 2026

Reisebericht 28 Antworten · 1'195 Aufrufe · gestartet 16. Aug. 2026 von H.Badger
90 Beiträge · seit 202318. Aug. 2026 ·
Lieber Sascha,

auch wenn's schon recht voll ist hier, bin ich gerne dabei. Madagaskar ist ein interessantes Reiseziel, mit dem ich mich bisher noch kaum beschäftigt habe. 

Ich habe gerade nochmal sehr aufmerksam deinen Indien Bericht gelesen und hoffe, dass sich in Büsnau die Gelegenheit ergibt, euch die eine andere Frage dazu zu stellen ☺️

Kann losgehen 🤗

Liebe Grüße, Andrea

903 Beiträge · seit 201519. Aug. 2026 ·
Hallo Sascha, 

gut, dass ihr gesund zurück seid. 

Ich behalte noch mal die prallgefüllte Reiseapotheke im Hinterkopf. 

Ich kann mir gut vorstellen, dass es eine herausragende Tour war. Bin auf die Tsingys gespannt. ;-)

Vielleicht geht es für uns auch nächstes Jahr auf die Grand Terre. 

Aber dann eher Osten, Südwesten. 

Freu mich auf deinen Bericht mit Hintergrund Infos. 

Liebe Gruesse 

aus Maun 

Yvy

https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/uganda-2025-gorillas-im-nebel/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/madagaskar-2024-nosy-be/ https://www.yp-travel-photography.de/nord-und-mittelamerika/costa-rica-2024-pura-vida-2/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/seychellen-2023-zur%C3%BCck-im-paradies/ https://www.yp-travel-photography.de/nordamerika/costa-rica-2022-pura-vida/ https://www.yp-travel-photography.de/andere-afrikanische-l%C3%A4nder/tanzania-2022-safari-in-der-serengeti-und-sansibar/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2019-der-tierreiche-norden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/namibia-2015-der-trockene-s%C3%BCden/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/sansibar-2019-hakuna-matata-auf-der-gew%C3%BCrzinsel/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/mauritius-2017-trauminsel-im-indischen-ocean/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2018-19-jahreswechsel-an-der-gardenroute-2/ https://www.yp-travel-photography.de/afrika/s%C3%BCdafrika-2016-in-style/
3'385 Beiträge · seit 200920. Aug. 2026 ·
Grüss Dich & Familie,

das wird bestimmt wieder ein superineressanter RB. 

Da bin ich auf alle dabei und sag schon jetzt - vielen Dank für Deine Mühe.

Bis bald in Büsnau 

der bayern schorsch

Link zu allen Reiseberichten: Reiseberichte Bayern Schorsch
Themenstarter1'828 Beiträge · seit 201624. Aug. 2026 ·
Liebe Leute!

Ich bin total begeistert davon, dass sich so viele von euch hier mit Interesse gemeldet haben! Das motiviert dazu, bald loszulegen. Zu zwei Dritteln sind die Fotos bereits gesichtet. In den nächsten Tagen wird die Reise hier also irgendwann beginnen können.

Toll, dass so viel Interesse an Madagaskar zu bestehen scheint. Die Insel hat es verdient (und dringend nötig...).

Herzlich grüßt

Sascha

Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
Themenstarter1'828 Beiträge · seit 201627. Aug. 2026 ·

Kapitel 1: Willkommen in und auf Madagaskar!

Es ist nicht ganz so einfach, von Deutschland aus nach Madagaskar zu gelangen. Direktflüge gibt es keine. Ein knappes Jahr im Voraus haben wir unsere Flüge mit Ethiopian Airlines gebucht. Die Preisgestaltung (vor allem in den Schulferien) zeigte uns eindrucksvoll, dass auf der Strecke nach Antananarivo nicht sehr viel Konkurrenz unterwegs ist. Wir haben für Flugtickets bisher noch nie mehr Geld ausgeben müssen. Dafür sind die Flugzeiten ganz okay. Der Flug von Frankfurt nach Addis Abeba startet kurz nach 22 Uhr und bietet damit Gelegenheit zu einem kleinen Nickerchen. Das ist in Vorbereitung auf den Stopp in Äthiopien sehr willkommen, denn von circa vier Uhr früh bis acht Uhr morgens müssen wir am internationalen Terminal ausharren. Zu dieser Tageszeit ist das eine durchaus quälende Erfahrung, die dadurch nicht besser wird, dass hier Nahrung, Getränke und auch alles andere zu Mondpreisen in US-Dollar zu haben ist. Ein Snickers für 11 Dollar ist wohl rekordverdächtig. Ein zuhause vergessenes Kontaktlinsenplastikdöschen können wir immerhin für fünf Dollar erstehen. 🙃

Irgendwann geht zum Glück aber auch die längste Warterei ihrem Ende entgegen und so schleppen wir uns mehr oder weniger müde und grummelig ins Flugzeug, das uns in Richtung Terra incognita bringen soll.

Nach einigen Stunden ruhigen Weiterflugs können wir aus dem Fenster erste Blicke auf Madagaskar werfen. Es dominiert das für den Südwinter typische Braun. Die weitgehende Entwaldung der Insel ist bereits aus der Luft eindrucksvoll zu erkennen. Unterbrochen wird die Trockenheit von glänzenden Reisfeldern, die sich im Anflug auf Antananarivo (im Folgenden den Einheimischen nacheifernd silbensparend-zärtlich auch Tana genannt) unserem Blick präsentieren.


Sanft setzt das Flugzeug auf der Landebahn auf. Und trotzdem versteife ich mich in diesem Moment. Alles also wie immer – Fliegen und ich werden keine innigen Freunde mehr werden.

Das Einreiseprozedere ist dann ein wenig stressig. Wir marschieren zum Empfangsgebäude. Dort gibt es eine lange Zentralschlange, in die wir uns müde einreihen. Bald wird deutlich, dass von jedem Wartenden Einreisekärtchen auszufüllen sind. Gern hätten wir das in Ruhe an einem Tisch oder gar bereits im Flugzeug erledigt. So müssen wir dies mit Zeitdruck in einer Menschenmenge erledigen, die dem Drängeln leider gar nicht abgeneigt ist. Dies nach einer sehr kurzen und nicht gerade bequemen Nacht… Die Nerven liegen schnell ein wenig blank. Denn die Kärtchen wünschen sich dummerweise ausführliche Informationen zu Passdaten, Herkunft, Beruf, Impfstatus (Gelbfieber und Covid!), Aufenthalt in Madagaskar… Mit Hilfe von Rücken und Reiseführer sind die nötigen Informationen gerade vor Erreichen der ersten Kontrollstelle mehr oder minder leserlich zusammengetragen. Puh.

Der gesundheitsbezogene Teil des Blättchens wird an der ersten Schalterstation kurzerhand abgetrennt und fachmännisch in einen großen Karton geworfen. Nun denn. 

Dann folgt alsbald das Visa-Prozedere an zwei Schaltern. Hier (und fürderhin an vielen Stationen unserer Reise) hilft es ungemein, dass meine Frau sehr gut Französisch spricht. Das Visum schlägt derzeit mit 35 Dollar pro Person zu Buche, die problemlos per Kreditkarte gezahlt werden können. Nach der Transaktion sind schnell die Stempel in den Pass gedrückt, ein Lächeln gibt es gratis dazu und endlich sind wir ganz wirklich in Madagaskar eingereist.

In der Eingangshalle werden wir bereits von Onisoa erwartet, mit der wir die Reise im Vorfeld gemeinsam geplant haben. Nach einer intensiven Austauschzeit via WhatsApp sind wir gespannt, uns nun persönlich kennenzulernen. Schnell sind am ATM des Flughafens noch erste Bündel der Landeswährung Ariary gezogen – viele Scheine mit noch mehr Nullen. Bargeld ist bei einer Reise über die Insel im Vergleich zu anderen Ländern elementar. Nur an wenigen Orten (und Hotels!) ist eine Bezahlung per Kreditkarte möglich.

Auf dem Parkplatz vor dem Flughafengebäude lernen wir unseren Fahrerguide Alain kennen, der uns im ersten Segment der Reise begleiten wird. Der drahtige Madagasse mit gewinnendem Lächeln macht auf uns einen sehr sympathischen Ersteindruck.

Ein Kleinbus wird mit unserem Gepäck beladen, während wir sogleich von einer Traube bettelnder Menschen umringt werden. Nicht zum letzten Mal wird uns die Armut weiter Teile der madagassischen Bevölkerung schmerzlich bewusst. So unvermittelt sind wir ein wenig überfordert mit der Situation – vor allem für die Kinder sind die entgegengestreckten Hände eine schwierige Erfahrung. Soll man etwas geben? Wenn ja: Wie viel? Und jedem? Oder nur der Mutter mit dem Säugling auf dem Arm? Was löst das aus? Hält man den Blickkontakt aus? Ist ein stoisches Wegsehen eine rüde Kapitulation? Wir sind froh, als wir die Autotüren schließen können.

Die Fahrt führt uns vom Flughafen ins Zentrum Antananarivos. Vorbei an Reisfeldern werden Bebauung und Verkehr immer dichter. Der Trubel ist ein erster Vorgeschmack darauf, warum man in Madagaskar nur im Ausnahmefall entspannt am Steuer sitzen kann.

Nach etwa vierzig Minuten erreichen wir unser erstes Hotel: Le Chalet des Roses. Beim Aussteigen kommen sofort Straßenverkäufer mit Musikinstrumenten und Stofflemuren auf uns zu. Eine Erfahrung, die wir zum Glück nur hier und heute in Tana machen werden.

Beim Chalet des Roses handelt sich um ein solides Stadthotel ohne viel Schnickschnack. Unser Familienzimmer im dritten Stock ist eher klein, erfüllt für eine erste Übernachtung aber seinen Zweck. Über das enge Treppenhaus werden unsere Koffer nach oben gewuchtet. Für die Gäste gibt es sogar einen kleinen Aufzug. Rückblickend ist so etwas in Madagaskar eher eine Besonderheit. Und auch der Fakt, dass es hier zuverlässig und schnell warmes Wasser gibt, erscheint uns zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht erwähnenswert.

Blick ins Zimmer

Blick aus dem Fenster

Nachdem wir in der kleinen Lobby des Hotels mit Onisoa und Alain den Plan für den kommenden Tag besprochen haben, fragen wir die beiden, ob es eine gute Idee wäre, am fortgeschrittenen Nachmittag noch ein wenig auf eigene Faust das Zentrum Tanas zu erkunden. Die Blicke und zögerlichen Antworten lassen uns von dieser Idee aber Abstand nehmen – auch wenn uns gesagt wird, dass dies ohne Mitnahme von Wertsachen generell möglich wäre. Man sollte nur bei Tageslicht unbedingt zurück im Hotel sein.

Als Madagaskar-Neulinge überwiegt heute bei uns noch die Sorge. Wir verbringen also einige entspannte Stunden im kleinen Zimmer (schwierig, wenn man in neuen Ländern am Beginn einer Reise immer eher „Hummeln im Hintern“ hat).

Dem Hotel ist eine kleine Pizzeria angeschlossen, in der wir nach Einbruch der Dunkelheit (und diese kommt im Südwinter bekanntlich früh und schnell) ein schmackhaftes und gut bezahlbares Abendessen einnehmen. Es ist auch Zeit für die erste Dosis unserer Malariaprophylaxe, die wir glücklicherweise ohne jede Nebenwirkung vertragen werden. Unsere Kleine schluckt die Tablette routiniert. Unsere Große wächst an der Aufgabe.


Früh geht es gut gesättigt in die Betten. Die Flugzeugnacht steckt uns noch in den Gliedern und so fallen schnell die Augen zu. Am nächsten Morgen steht ein früher Start an: Wir werden weit nach Osten zum Canal des Pangalanes fahren, wo das Palmarium Reservat – und damit erste Lemurenbegegnungen – unser Ziel sein werden. Die Fahrt über die geteerte Nationalstraße 2 wird uns rund 270 Kilometer durch das Hochland führen. Für die Strecke sind mit Pausen rund neun Stunden veranschlagt.

Willkommen in Madagaskar!

Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
zuletzt bearbeitet 27. Aug. 2026
27 Beiträge · seit 202527. Aug. 2026 ·

Hallo Sascha,

gerne fahre ich auch noch mit, wenn ich darf. Sowohl dein Intro, als auch dein erstes Kapitel lassen die Neugier auf Madagaskar bei mir wachsen... ein Reiseziel, das ich bisher so gar nicht auf dem Schirm hatte. Von daher lasse ich mich hier gerne inspirieren und freue mich auf viele Bilder.

Liebe Grüße

Anke

Themenstarter1'828 Beiträge · seit 2016gestern 21:53 ·
@ Anke und Peter

Herzlich willkommen an Bord!

Es freut mich, dass auch ihr mit uns durch Madagaskar touren mögt. Ich zeige gern ganz viele Bilder und hoffe, euch die Insel so ein wenig näherbringen zu können.

Trotz so mancher Herausforderung lohnt sich eine Reise dorthin nämlich auf jeden Fall.

Bald geht es weiter!

Lieber Gruß

Sascha

Website: www.picturesgonewild.de SA, Namibia, Mauritius 2016 / Kruger NP 2016, 2018, 2021, 2023, 2025 / Namibia 2017 / Sri Lanka 2018 / Namibia und Botswana 2019 / Costa Rica 2022 / Namibia 2022 / Norwegen 2024 / Indien 2025 / Madagaskar 2026 Alle Reiseberichte unter: https://www.namibia-forum.ch/forum/linksammlungen-signaturen/304512-h-badger-reiseberichte.html
7'311 Beiträge · seit 2006gestern 23:16 ·

Hallo Sascha,

da Du die Problematik des schwindenden Lebensraumes für Tiere angesprochen hast, habe ich mal einen Buchtipp für Dich – „Die Letzten ihrer Art“ von Douglas Adams.

Der Autor ist ja bekannt für seinen skurrilen Humor, aber es gibt auch zwei Bücher mit einem ernsthaften Hintergrund. Das genannte ist eines davon. Für dieses Buch war er mit einem Zoologen weltweit unterwegs, um vom Aussterben bedrohte Tierarten aufzuspüren. Den Anfang macht der Aye-Aye (oder Fingertier) aus Madagaskar. Der Autor schafft es aber, das ernste Thema mit seinem bekannten Schreibstil zu verbinden.

Gruß
Wolfgang 

Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...