BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200913. Jan. 2020 · #1
Hallo Fomis! Nach unserer Abschiedsreise nach Namibia habe ich mir vorgenommen, wenigstens noch ein paar neue bzw. andere Orte in Afrika aufzusuchen. Eigentlich war die Entscheidung dazu ja schon früher gefallen, denn die Reise nach Kenia habe ich schon rund ein Jahr zuvor geplant. Warum Kenia? Nun, zum Einen war ich noch nicht in diesem Land und zum anderen ist es ja ein klassisches Safariland und schließlich gibt es dort ein paar Tierarten, die ich unbedingt in meinem Leben noch einmal in freier Wildbahn sehen wollte. Das sind: Das Grevy-Zebra, die Netzgiraffe, die Rotschildgiraffe und das Gerenuk oder die Giraffengazelle. Hier im Forum bin ich zudem auf einen Tour-Anbieter gestoßen, der sich auch auf Vogeltouren spezialisiert hat. Das war „Bushtrucker Tours“ geführt von der Schweizerin Elvira Wolfer. Deren Berichte über Safaris und vor allem die Bilder haben mich sehr beeindruckt. Dann war da aber auch die Möglichkeit neben vielen Vögeln gezeigt zu bekommen, dass die Tour deutschsprachig geführt wird und meine Frau sich bei der Verständigung etwas leichter tut. Den Zeitpunkt der Reise habe ich aus zwei Gründen auf den November gelegt. Ich möchte unbedingt der kalten, grauen Jahreszeit bei uns entkommen und dann ist ja Anfang November die „kleine“ Regenzeit in Kenia, sodass die Landschaft dann schon schön grün ist. Außerdem befinden sich dann auch schon viele europäische Zugvögel vor Ort. Mit einer Regenzeit, die heftiger als in den letzten Jahrzehnten ausfiel, konnte man allerdings nicht rechnen. Daher auch der Titel des Reiseberichtes in Anlehnung an "Gorillas im Nebel". er hätte auch lauten können "Wünsche versinken im Wasser" oder "Eine Safari ist kein Urlaub!" oder "Wieder einer für die Liste!". Erklärungen dazu im Laufe des Berichtes. Dem Titel gemäß wird der Reisebericht etwas vogellastig werden. Wer daran kein Interesse hat, kann also jetzt bereits zu lesen aufhören. Ich werde aber ab und zu auch ein paar Vierbeiner einbauen. Schon mal vorweg. Ich habe in den drei Wochen 275 Vogelarten sehen können, Elvira, unser Guide, brachte es auf etwas über 300, 🤩 aber sie war auch ununterbrochen auf Vogeljagd und einen "Husch-weg isser-Vogel" 😈 habe ich nicht notiert, auch keinen "Gegendie Sonne-Schwarzvogel" 😎 ,den ich nicht identifizieren konnte. Elvira sieht außerdem Vögel schon, bevor sie überhaupt da sind! 🤩 Und dann muss ich mich auch gleich am Anfang für die Qualität der Bilder entschuldigen. Die Lichtverhältnisse waren oft miserabel, die Vögelchen oft weit weg oder durch einen Regenvorhang kaum zu fotografieren. Reine "Belegbilder" zeige ich aber nicht. Ich will versuchen an jedem Tag immer einen Safaritag abzuhandeln. Na, dann kann es ja losgehen. Das erste Abenteuer war schon der Abflug am 9. November von Nürnberg aus. Bis um 24.00 Uhr am Vortag gab es einen Streik bei der Lufthansa. Große Frage; Wird der Flug am frühen Morgen am 9.11. pünktlich gehen? 😐 😐 Aufstehen um 3.45 Uhr! Aber keine Sorge, der Flug ging pünktlich nach Frankfurt und von dort auch pünktlich nach Nairobi. Nach schon schlechteren Erfahrungen mit Lufthansa hier mal ein Lob. Pünktlich auf die Minute, ordentliches Essen, gutes Bord-Entertainmant. Wir landen pünktlich um 21.45 Uhr in Nairobi und begeben uns umgehend zu den Einreiseschaltern. Ich gebe die Formulare ab und pro Person 50US$. Bei der Gepäckausgabe stehen unsere Koffer schon bereit. Alles geht relativ fix! Josef, der von Elvira angekündigte Taxifahrer, fährt uns 35 km durch das nächtliche Nairobi und bringt uns um 23.00 Uhr zum „Max-land Hotel“. Die nächtliche Autofahrt zum Hotel war abenteuerlich. Es war wieder Afrika, doch bereits der erste Eindruck zeigte ein anderes Afrika als das im Süden. Nairobi ist mit 6 – 7 Mill. Einwohnern eine riesige Stadt, von der wir in der Dunkelheit wenig gesehen haben. Eine Orientierung ohne Schilder in der Nacht mit einem am Flughafen übernommenen Mietwagen wäre unmöglich gewesen. Gefahren und überholt wird hier, wo gerade Platz ist. Da bin ich mal gespannt auf weitere Abenteuer. Der erste Schock! 🤩 🤩 Vor dem Hotel ist ein riesiger Rummel, es ertönt lautstarke afrikanische Disco-Musik. Von einer Buchung weiß die Rezeptionistin nichts, lässt sich aber schließlich von Josef doch überreden, uns ein Zimmer zu geben. Getränke? Gibt es in der Disco! Nein danke! Zum Glück steht auf dem Zimmer Wasser und ich habe noch ein halbes Schnitzelbrot von Zuhause. Kurz nach Mitternacht bin ich im Bett. Schlafen? Fast trotz großer Müdigkeit nicht möglich, denn manchmal lässt der Disco-Lärm sogar das Bett erzittern. 😈 😈 6.00 Uhr stehe ich auf, um 6.20 Uhr wird es hell, um 6.30 Uhr kommt ein Mädchen und fragt, wann wir Frühstück wollen. Um 7.00 Uhr! Seltsames Hotel! 😐 Draußen schreit ein Hadedah. Der erste Vogel! Ich bin in Afrika! 🙂 🙂 Um 8.30 Uhr sitzen wir immer noch und warten auf das Frühstück. Inzwischen ist Elvira eingetroffen und stellt den weiteren Reiseplan vor. . Dann wird endlich Kaffee gebracht und ein Omelett und ein Würstchen. Sehr übersichtlich! Im Nachhinein das schlechteste Frühstück der Reise. 😵 😈 Um 8.45 Uhr kommen wir endlich los. Um 9.45 Uhr sind wir bei den „Fourteen Falls“, unserem ersten Reiseziel, einem kleinen aber leider völlig vermüllten Naturparadies. In 14 Wasserfällen fällt hier das Wasser einige Meter in die Tiefe. Die Kulisse ist beeindruckend. Um 11.00 Uhr fahren wir weiter, das heißt, erst mal ein Stück zurück und sind dann um 11.20 Uhr am Oldonyo-Sabuk Nationalpark. Nach den Eingangsformalitäten wandern wir erst ein wenig herum und suchen Vögel. Ein Samtweber (Yellow Bishop) präsentiert sich auf einer Bougainvilla. Um 12.30 Uhr beginnen wir mit der Auffahrt auf den 2200 m hohen „Gipfel“ des Oldonyo Sabuk. Es sind zwar nur neun Kilometer, aber wir brauchen gut eine halbe Stunde auf dem zum Teil sehr steilen und holprigen, engen Weg nach oben. wir halten öfter mal für einen Vogel an, z.B. für einen Braunrücken-Pieper:
Von 13.00 bis 14.00 Uhr machen wir Mittagspause und bekommen ein Lunchpaket. Gipfel, tolle Aussicht? Denkste! Wir sitzen auf einem Rastplatz auf einer Wiese, die in Blickrichtung von Hecken und Bäumen umgeben ist und nach hinten einen Wald von Antennenanlagen aufweist.
Um 14.30 Uhr verlassen wir den Gipfel wieder und fahren langsam zurück. An der Lord McMillan Graveside halten wir kurz und schauen in die unter uns liegende Ebene.
Es ist eines der wenigen "Schönwetterbilder" dieser Reise! 16.30 Uhr sind wir im „Hotel Blue Post“, Duschen als erstes, trinken dann das erste „Tusker“ . Eine Zwei-Mann Life-Band spielt eine zunächst nette, auf die Dauer aber ununterbrochen gleiche Melodie. Der Garten ist voll mit Tagestouristen. Nach einem recht ordentlichen Abendessen sinken wir um 20.45 Uhr erschöpft ins Bett. Das war der erste Tag. Morgen geht es weiter! Liebe Grüße: Burschi
Ein Reisebericht aus Kenya, und dann noch mit Elvira als Guide, toll, da bin ich doch gerne dabei! 🤩
Es wäre aber gut wenn Du Chrigu anschreiben könntest ob er den Reisebericht von Forum > Südafrika > Reiseberichte > Kenia - "Vögel im Regen" in die Rubrik Kenya verschieben könnte.
Da für Euch KENIA Neuland ist .....bin ich mal sehr gespannt auf Deine Eindrücke......von
jemandem, der mit dem südlichen Afrika vergleicht.......die üppige Regenzeit ist schon mal
überraschend.....
lg......BMW
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200913. Jan. 2020 · #4
hi Picco, Ich ärgere mich selbst, weiß nicht, wie der Bericht nach "Südafrika" reingerutscht ist. War mir sicher, dass ich ihn in Kenia reingestellt habe. Das Verschieben wird nicht klappen. habe das früher schon mal versucht bei ähnlichem Fauxpas. "Picco" habe ich von Elvira oft zitiert bekommen! 😄 LG Burschi
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200913. Jan. 2020 · #5
Hier bin ich nochmal kurz: ich vergaß zu erwähnen, dass sich schon am ersten Tag ein Vorteil der Reisezeit zeigte: Kenia blüht!
Bitte verlangt aber nicht von mir, dass ich jedes Blümlein identifiziere. Diese habe ich auf dem Gipfel des Oldonyo Sabuk aufgenommen. Übrigens: das Blue Post Hotel war für eine Übernachtung eine schöne Zwischenstation.
Alles o.k., leider nur ein wenig voll mit Tagestouristen. Und kaum war ich am Abend bei einem Spaziergang am kleinen Wasserfall ...
... begann es auch schon zu regnen. Das ist dann auch der rote Faden für die nächsten Tage! LG Burschi
NONOGRILA1'794 Beiträge · seit 201313. Jan. 2020 · #7
Hallo Burschi, freue mich riesig auf deinen Bericht 🙂 ! Wäre es eventuell möglich, deine Reiseroute vorab reinzustellen? Wie ist es mit dem Visum aktuell? ...ich dachte, dass es nur noch als vorab Evisa möglich ist, jetzt klingt es bei dir so, als ob di es bei der Einreise beantragt hast?
LG NOGRILA
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200913. Jan. 2020 · #8
Hallo nogrila, wie könnte ich dir einen Wunsch abschlagen. Leider ist die Reiseroute sehr umfangreich, sodass ich mit dem Einscannen einer Karte Probleme hatte. Ich musste stückeln und habe trotzdem den westlichsten Teil nicht drauf gebracht. So musst du dich leider mit dem Exemplar zufrieden geben. Entschuldige bitte auch die schlechte Auflösung. 🙁 🙁
Was das Visum betrifft, so habe ich mir das Formular sicherheitshalber aus dem Internet heruntergeladen und ausgefüllt. Das selbe Exemplar haben wir dann aber auch schon im Flieger bekommen und hätten es auch dort (wie in Namibia auch) ausfüllen können. Bei der Einreise dann an dem rechten Schalter anstellen, bei dem man bezahlen muss. Visumformular und Einreiseformular abgeben, zahlen, das war´s. In wenigen Minuten erledigt. Dass das nur mit Evisum geht ist ein Märchen. LG Burschi
nicht nur, dass man das Visum sehr wohl noch bei der Einreise erhalten kann, die Schlange am rechten Schalter ist viel kürzer als die anderen. Ich habe mich ziemlich geärgert, mir im Vorfeld den Stress mit dem e-Visum angetan zu haben (mindestens 10 Versuche, bis es endlich geklappt hat).
VG Klaudi
NONOGRILA1'794 Beiträge · seit 201313. Jan. 2020 · #10
Hallo Burschi, danke für das Routing! Du bist der Beste 🙂 !
Sag mal bitte...du sprichst von einem Formular aus dem Internet(hast du hier einen Link?) bzw. aus dem Flugzeug und gibst dann bei der Einreise zwei!!! Formulare ab (Visa-und Einreiseformular)? Klär mich doch bitte auf!
@KLaudi...da gebt ich dir recht...das Evisa für Kenia war bisher mein schwerster Antrag überhaupt!
LG NOGRILA
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200913. Jan. 2020 · #11
Hallo nogrila, das Visumformular (Nr. 22) kannst du z.B. hier herunterladen: http://kenyaembassyberlin.de/fileadmin/user_upload/app_forms/2018_SJV_01.pdf Dieses und das Einreiseformular haben wir auch im Flieger bekommen. Aber es ist einfach entspannter, wenn man sich in Ruhe schon zu Hause damit beschäftigen kann und dann im Flugzeug - falls sich das Formular geändert hätte - einfach abschreiben kann. Genügend "aufgeklärt"? 😄 LG Burschi
Eulenmuckel2'097 Beiträge · seit 200613. Jan. 2020 · #12
Hallo Burschi,
auch wenn wir nur selten im Ostafrika-Teil des Forums vorbeischauen, fängt dein Bericht schon jetzt an, uns zu interessieren. So viele verschiedene Vogelarten in nur drei Wochen!? Und ein Guide, der sie schon vorahnen kann!? Das klingt toll.
Bei deiner Beschreibung des Morgens im Hotel musste ich besonders grinsen – ok, vielleicht auch nur lächeln. 😉 Wenn du um 6.30 Uhr gefragt wirst, wann du frühstücken möchtest, du 7.00 Uhr angibst und erst nach 8.30 Uhr ein Omelett und ein Würstchen bekommst, weißt du, dass du in Afrika bist. 😉 Großartig!
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200914. Jan. 2020 · #13
Guten Morgen Uwe, ich bin ja von Afrika schon einiges gewohnt, aber das mit dem Frühstück blieb trotzdem einmalig. Dafür hat schon Elvira gesorgt. Frühstück gab es immer um 6.00 Uhr und da musste auch schon der warme Teller auf die Minute bereit stehen. Nicht erst 5 Minuten später! Und wehe, wenn das nicht der Fall war, dann rollte Elvira derart heftig die Augen, 😈 😈 dass wirklich am nächsten Tag das Frühstück auf die Sekunde um 6.00 Uhr da war! 🙂 😄 Schweizer Präzision eben! 😄 LG Burschi
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200914. Jan. 2020 · #14
Guten Morgen dann zusammen, Um 5.20 Uhr stehe ich auf. Ich habe nicht besonders gut geschlafen. Zum Glück beruhigte das Rauschen des Wasserfalls etwas. Dafür hat man den Regen nicht gehört, der fast die ganze Nacht anhielt. Pünktlich um 6.00 Uhr gibt es Frühstück und bereits um 7.15 Uhr sind die Koffer verladen und wir verlassen das Hotel wieder. kurzfristig hat der regen mal aufgehört und ich kann den Foto auf einen Gelbschnabel-Milan richten und einen Blick auf die wunderschönen Jacarandas rings um das Hotel werfen. Kurz nach Abfahrt - heute ist ein langer Fahrtag! - regnet es wieder und das bleibt den ganzen Tag mit einigen Pausen immer so. Um 8.40 Uhr umhüllt uns dichter „Novembernebel“. Da hätten wir auch zu Hause bleiben können! Trotz allem versuche ich möglichst viel vom Land aufzusaugen. Als ehemaliger Geograph ist man an allem interessiert, auch wenn man eine "Vogelsafari" gebucht hat. 🙂 😉 Leider aber behindert mich das Safarifahrzeug in meinem beobachtungsdrang doch erheblich. Wir sitzen in der zweiten Reihe hinter Fahrer und Guide ein ganzes Stück erhöht, sodass ich bei aufrechtem Sitzen mit Blick nach vorna nur den Asphalt vor uns oder das Autodach über uns sehe. Wende ich den Blick nach links sehe ich in Augenhöhe den Türrahmen, beim Blick nach rechts sehe ich meine Frau und die kenne ich schon. 😉 Also muss ich mich ständig bücken, um etwas von Land und Leuten mitzubekommen. Folge: ich steige nach Ankunft mit schmerzendem Rücken und verspanntem Nacken aus. 😠 😠 Mein Begehren, möglichst viel von Land und Leuten zu fotografieren und festzuhalten, wird von Elvira gebremst. Ich darf keine Fotos machen, auf denen Menschen zu sehen sind, sie befürchtet unnötigen Ärger mit der Polizei, die in solchen Fällen recht unangenehm sein soll. Also mache ich heimlich durch die Seitenscheibe einige Fotos während der Fahrt mit einer kleinen Kamera. Und das bei Regen! Damit ist die Qualität der Bilder klar. Viele lösche ich am Abend gleich wieder, aber ein paar Eindrücke will ich euch doch vermitteln. Wir umfahren Nyeri und biegen Richtung Nanyuki ab. Ich bin überrascht von der Buntheit der Häuschen am Straßenrand, bemerke aber bald, dass da Farbensponsoren mitgeholfen haben. Sehr häufig Coca Cola oder ein Mobilfunkanbieter (Safari.com) Eine Augenweide aber sind die unendlich vielen Motorräder! 🤩 🤩 Was damit alles transportiert wird! ich glaube inzwischen, dass es in Kenia mehr Motorräder als Einwohner gibt! 😄 Und es wird trotz Regens gefahren 😄 In Nanyuki selbst haben wir dann einen etwas längeren Aufenthalt, weil in einer Werkstatt die Radaufhängungen neu geschmiert werden müssen. Um 13.40 Uhr passieren wir Meru-Stadt. Nun geht es bergab, von 1600 m auf 600 m in die Meru-Ebene. Die letzten zehn Kilometer bis zur Lodge sind Gravelroad, die tief ausgewaschene, mit Wasser gefüllte Furchen hat. Um 14.30 Uhr sind wir am Tor des „Ikweta Camps“ (Ikweta = Äquator). Die Unterkunft als „Zelthäuschen“ gefällt uns sehr gut. Es liegt mitten im Busch.
Von 15.00 bis 16.30 Uhr nehmen wir das „Mittagessen“ ein. 😗 Von 16.30 bis 17.00 Uhr können wir endlich mal - es tröpfelt nur noch ein wenig! - in einen Swimmingpool und die Knochen ausschütteln. Eigentlich wollte Elvira noch einen Vogelrundgang machen, doch den können wir ihr nach der langen Fahrt für uns zumindest ausreden, sie selbst ist ununterbrochen mit Kamera und Liste unterwegs. Man hört sehr viele Vögel, doch das Lodgegelände ist so dicht bebuscht, dass man kaum welche sieht. 🙁 Um 21.45 Uhr sind wir im Bett. Das Schlafen ist nicht so leicht, denn ununterbrochen klingelt ein Wecker. (Es ist eine Froschart! 😈 🤩 😄 ) Es singt später sogar eine Nachtigall. Damit hatte ich icht gerechnet, sie hier zu hören, aber Elvira kann das bestätigen und nimmt sie (ohne Foto!) in die Liste auf. Ab 23.00 Uhr bricht ein Wolkenbruch über uns herein. Die Frösche stört das nicht! 😈 LG Burschi
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200914. Jan. 2020 · #16
Hi Picco, habe nichts Schlechtes von dir gehört. 😄 Elvira hat sich nur ab und zu mal recht positiv geäußert. Muss dich aber jetzt nicht öffentlich loben, oder? 😄 😄 LG Burschi
BurschiThemenstarter4'140 Beiträge · seit 200914. Jan. 2020 · #17
Da bin ich nochmal, zunächst noch eine kleine Anekdote vom letzten Tag. Natürlich vergisst der Burschi beim Einpacken immer etwas. Dieses Mal war es ein Medikament. Sch... Wo finden wir eine Apotheke oder sowas? Wir sind an etlichen Supermärkten vorbeigefahren, die mich schon interessiert hätten, was die für tolles Angebot haben. Aber für solche unnötigen Besuche ist Elvira nicht zu haben. 😄 Beim Halt in Nanyuki habe ich dann ein "Chemists" aufgesucht. Das Medikament hatte er natürlich nicht, aber ein Vergleichbares mit dem gleichen Wirkstoff gab sein Computer her. Ich habe es erfreut gekauft - habe zur Sicherheit nochmal nachgegoogelt - und 3,50 € bezahlt für die Packung, statt 37 € zu Hause! 🤩
Und weil gestern der "Fahrtag" nicht so ergiebig war, hänge ich den nächsten Tag gleich noch an. 5.25 Uhr stehe ich auf, es regnet noch immer. Wasser kommt auf der Seite ins Zelt. Um 6.00 Uhr gehen wir mit Regenausrüstung zum Frühstück und trotz Dauerregens fahren wir um 6.55 Uhr los und sind zehn Minuten später am Tor des Meru Nationalparks. Dort erklärt der Parkwächter, dass nur der Hauptweg befahrbar ist, alle Abzweigungen sind verschlammt. Es schüttet wie aus Kübeln. Gamedrive bei diesem Wetter? Gute Bilder??? Kannst vergessen! Manchmal konnte ich für Fotos nicht mal das Seitenfenster aufmachen! 😈 Und es war wirklich nur der Hauptweg befahrbar! Aber wer Elviras Enthusiasmus für Vögel kennt, weiß, dass sie sich davon nicht abschrecken lässt und so fügte sie Vogel um Vogel auf die "Liste", z.B.:
Dreifarbenglanzstar
Weibchen vom Maronenweber
Rotflügellerche
Männchen vom Maronenweber Und alle frisch gewaschen! Aber der Föhn war wahrscheinlich wegen Stromausfalls defekt. 😛 🙁 Da brauchst du gar nicht so zu lachen, du doofes Zebra!
Und dann gelang uns noch die Sensation! Eine Neuentdeckung! ein Somalistrauß (Blauhalsstrauß) mit rotem Schwanz! Ich habe sofort bei der wissenschaftlichen Gesellschaft den neuen Namen eingereicht: "Struthio molybdophanes var. rubescens wolferi" Doch es sollte nicht die einzige Sensdation bleiben! Die Fomis, die schon lange dabei sind, werden wissen, dass der Burschi Spezialist für die Schwarzen Zebras in der Etoscha ist. Zum ersten Mal in Kenia und gleich eine neue Art entdeckt!? Das "Rotbraune Kenia-Zebra!" Und dann auch noch gleich ein Paar! Doch gegen Ende des Tages wurde mir dann noch ein Wunsch von meiner "Kenia-Liste" erfüllt: Die Netzgiraffe! Genüsslich lutsche sie die frischen nassen Blätter ab. Am Nachmittag ließ der Regen nach und das Licht wurde etwas besser, keines wegs gut, aber trotzdem einige erfreuliche Sichtungen: Ein putziges Pärchen Schopffrankoline.
Der Gelbkehlfrankolin ist noch immer nicht trocken.
Der Rotschnabeltoko ist gerade beim Trocknen. Und was wäre das für ein schönes Bild vom Pangani-Groß-Sporn, wenn das Licht besser wäre und der Himmel blau. 🙁 🙁
Und zum Abschluss des Tages bei der Ausfahrt verabschiedete uns dann noch dieser imposante Kerl:
Am Abend geben dann neue Frösche ein beeindruckendes Nachtkonzert. 🤩 Bis morgen: Burschi
Hallo Burschi, da ich es in diesem Leben nicht mehr nach Kenia schaffen werde und vielleicht auch gar nicht mehr hinkommen will, ist es ja viel bequemer, sich zurückzulehnen und das Rauschen des Regens in Deinem RB zu genießen und die trotz aller gegenteiligen Beteuerungen gelungenen Fotos z.B. das hier
zu bestaunen! Liebe Grüße ins Frankenland Friederike