THEMA: ABER, irgendwas ist ja immer! (Botswana Sept '18)
15 Mär 2020 21:29 #582898
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  • jaffles am 15 Mär 2020 21:29
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Hallo Robin,

freut mich, dass du weiterschreibst!!!
In dieser Ecke waren wir tatsächlich schon ewig nicht mehr.
Und der Mousebird ist für mich das Bild des Tages :) .
Affen mögen wir tatsächlich auch nicht so gerne, aber die Kleinen können durchaus auch niedlich aussehen.
Die Ablenkung durch deinen Bericht hat mir im Corona Chaos gut getan, danke dafür!

LG Claudia
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15 Mär 2020 22:05 #582904
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Wo ich hier gerade den nächsten Tag bearbeite fällt mir auf, dass Maras 4.Teil der Videodokumentation in Botswana aufhört. Es gibt also noch ein wenig was nachzuholen ab Savuti, ansonsten fangen wir mit dem Caprivi an, bevor wir die Zusammenfassung der letzten Tage im Bewegtbild hatten. :ohmy:




https://www.youtube.com/watch?v=e4C3qMfNouw&t=77s


Gruß,
Robin
Letzte Änderung: 15 Mär 2020 22:13 von Blende18.2.
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29 Mär 2020 17:05 #584793
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TAG 17: Oh, wie wunderschön ist PaNambwa

Der gestrige Abend, bzw. Frühe Nacht war mehr als Feucht-fröhlich und trotzdem bleibe ich diesen morgen eisern und springe vor’m Sonnenaufgang aus dem Zelt. Die GoPro soll platziert warden für einen Zeitraffer des Sonnenaufgangs. Ich suche mir eine schöne Stelle au smit Blick über’s Wasser… die Sonne kommt langsam über die am Horizont wallende Gräserlandschaft und taucht die Welt in pink-orangenes Licht. B)

Es ist wunderschön, anbei das Ergebnis für euch zum mit wach werden.



Ihr braucht nicht versuchen das Video zu starten, das ist das Ergebnis. Wenigstens habe ich noch ein Beweisbild mit der Kamera gemacht. Ich habe irgendwas bei den Einstellungen vercheckt, völlig umsonst nach 3,5 Stunden Schlaf rausgequält. :pinch:

Naja, dann nutze ich wenigstens die Zeit um ein paar Bilder des Camps zu machen und stelle dann unseren Tisch schon mal auf’s Sonnendeck für’s Frühstück, denn:

“Wenn ich nicht hier bin, dann bin ich auf’m Sonnendeck” – vor mich hinsummend bereiten wir das Katerfrühstück mit Rührei und Bacon für uns und unsere All-Inklusive Gäste von Campsite 3 vor.



Wir haben uns auf ca. 7.30h zum Katerfrühstück verabredet und pünktlich kommen eine muntere Vanessa mitsamt dem Kater Kylian rüber auf’s Sonnendeck. Kylian hat die letzte Nacht nicht gut weggesteckt, er ist doch etwas weiß um die Nase, aber mit der Zeit und Orangensaft, Rührei, Bacon, Brot und Marmelade kehrt Leben in ihn zurück. Die beiden sind durchaus Reiseerfahren und gewohnt rustikal unterwegs zu sein, gestern war es einfach die extreme lange Anreise etc.pp. die beiden den Rest gegeben hat.

Und wie schon gestern Abend, wird auch der Morgen wieder eine sehr nette Runde. Es wird gelacht, gequatscht und es wird immer später. Die beiden haben Sitzfleisch, aber irgendwann gegen 10 Uhr jagen wir sie dann letztendlich vom Platz. Die beiden fahren heute noch nach Senyati, also unsere Vortagsstrecke… da haben die beiden noch ganz gut was vor heute und da müssen wir unserer Sorgfaltspflicht nachkommen. :P ;)



Spät erst machen wir uns heute auf Safari. Wir wollten eh’ gemutlich frühstücken, aber klar, so spät sollte es jetzt nicht werden. Um 10.30h sitzen wir dann aber doch hinterm Steuer und machen uns auf die sandigen, rumpeligen Strecken Nambwas. Viel ist nicht los, aber fündig werden wir natürlich dennoch. Man muss nur genau gucken und auch mal auf die kleinen Tiere achten.



Keine Ahnung was für eine, aber Libellen sind toll


Wir fahren am Khwai entlang, wollen einen kleinen Zwischenstop am Ausguck Horseshoe machen und dann weg vom Fluß durch die Plains bis Survival fahren und von da aus an den beiden Pfannen einen Bogen vorbei drehen und zurück.



Panorama vom Lookout am Horseshoe


Am so genannten Horseshoe angekommen gefällt es uns sehr gut. Der Lookout ist schön gemacht und gut angelegt. Man hat tatsächlich einen schönen Blick über den gesamten Flussbogen, viel los ist allerdings nicht, um genau zu sein gar nichts, ausser ein paar Antilopen die weit entfernt sich das noch grüne Ufergras schmecken lassen.

So ganz 100% sicher bin ich mir gar nicht was das hier ist… ich denke ein junger Lechwe?! :dry:



Wir genießen noch ein paar Minuten die Aussicht und Ruhe. Komisch nicht mehr in Botswana zu sein… unsere ganz typische Elefantenzeit so zwischen 10:30h und 13:00h. Da konnten wir am Boteti, im Moremi, Khwai und Savuti wirklich die Uhr nach stellen. :cheer:

Und auch, wenn man so viele Elefanten gesehen hatte diesen Urlaub, wir vermissen die grauen Riesen jetzt schon. Immerhin ist es schon fast viertel nach elf. Fühlt sich ungewohnt an…

… muss es aber gar nicht, hinter uns hat sich eine kleine Herde Dickhäuter angeschlichen und plötzlich platscht es hinter uns am Wasser. ACH WIE SCHÖN, da sind sie ja!! :)



Wir machen direkt ein paar Bilder und von rechts aus dem Wald kommen noch 3 Nachzügler durch den Sand marschiert in Richtung Wasser. Wir sind mal wieder ganz alleine mit unseren geliebten Dickhäutern hier, sitzen oben auf unserem Ausguck und Mara startet ein Video um die 3 Nachzügler zu filmen, wie sie ins Wasser reinplatschen.

“Film noch etwas weiter, da kommen noch welche.”

Eine weitere Gruppe kommt aus dem Wald… Mara schwenkt noch mal zurück.

”Filmst du noch?, da kommen noch welche!”

Ja, Mara filmt noch, ich springe zwischen Filmen und fotografieren hin und her.

”Einfach weiterfilmen, da kommen immer mehr!!!



Und Mara filmt weiter… immer weiter. Ich bin nur noch damit beschäftigt ihr ein Update nach dem anderen zu geben, sie schaut nur noch durch den Sucher.

”Wieder welche, selbe Richtung aus dem Wald.”

”Jetzt kommen gerade ganz Kleine an.

Es beruhigt sich etwas, Mara meint sie könnte schon absetzen… nix da.

”Da kommen immer noch mehr aus dem Wald, draufbleiben!”



Es ist völlig verrückt. Zählen können wir die Herde schon lange nicht mehr. :woohoo:

Wir sind völlig BAFF. Leute, wir haben da mit nix mehr gerechnet und mit sowas schon gar nicht. Es kommt eine riesige Herde aus dem Wald gestürmt und die Elefanten kommen noch gemählich aus dem Wald und dann rennen die moisten regelrecht den Strand hinunter zum Wasser. Wir gucken uns an und könnten ein paar Tränchen wegdrücken vor Glück.

Vielleicht haben wir das sogar?! – egal, diese Sichtung ist für uns in dem Moment so Besonders, wir können es bis heute nicht fassen.

Die Elefanten schwimmen mittlerweile am Rand des Wasserbogens von uns weg und ich liege auf dem Deck um die Kamera halbwegs ruhig halten zu können. Mara hat sich es nicht nehmen lassen ein Bild für die Serie “Fotografen in Aktion” zu machen. :laugh:





Die Elefanten steigen auf der anderen Seite des Horseshoe wieder aus dem Wasser und langsam aber sicher verschwindet die Herde nach und nach im Wald.

Langsam, aber sicher ???

Na von wegen. Wenn wir uns die Uhrzeiten der Fotos angucken, dann dauert es von den ersten Elefanten im Wasser bis der letzte im Wald verschwindet gerade mal 20 Minuten. :ohmy:

Wären wir 5 Minuten früher gefahren, oder 20 Minuten später gekommen, hätten wir dort nicht einen Elefanten gesehen. VERRÜCKT!





Macht es gut!


Was ist jetzt mit unserer Zählung… kein Problem. Wir haben ja gefilmt. Aus 7 oder 8 Einzelvideos haben wir den Großteil der Szene zusammensetzen können und dann das Video zu Hause Frame für Frame durchgezählt. Es waren 141 Elefanten in der Herde. B)





Nach diesem Erlebnis müssen wir uns erstmal sammeln. Unser geplanter Weg führt uns quasi direct der Herde hinterher. Wir sind schon gespannt was uns in den Büschen auf unserem Weg erwartet. So unwahrscheinlich es ist, wir sehen keinen einzigen Elefanten mehr. Wo sind die nur alle hin?

Vielleicht aber auch ganz gut zum runterkommen und so nehmen wir unsere Strecke in Richtung Survival wieder auf. Wir verfahren uns etwas im dichten Busch, ich glaube wir haben mal wieder einen alten Pfad gefunden und fälschlicherweise verfolgt. Irgendwann geht es auf jeden Fall nicht weiter, also wieder zurück.

Unterwegs ist alles sehr zugebuscht und Tiere lassen sich kaum blicken, ein einzelnes Perlhuhn steht mal im Schatten, aber mehr ist nicht los.



Wir folgen dem Weg an Survival vorbei, aber die Piste wird immer schlechter und ist völlig verbuscht. Sichtweite nach links und rechts sind nur noch in cm zu messen. Hier scheinen nur sehr selten Fahrzeuge durchzukommen. Einzig an der Grenze zu Botswana reißt das Buschland noch einmal auf. Hier stehen wir zwischen Fluß und Grasebene. Links ist Botswana und der Fluß so tief, dass man hier direkt, zwei ausgefahrenen Spuren folgend, durch eine flache Furt nach Botswana kreuzen könnte.

Wir folgen etwas dem Ufer entlang und sehen weit voraus ein paar Antilopen. Ganz klar größer und etwas gemischt. Es sind nur eine Handvoll Tiere und entpuppen sich als zwei Rappenantilopen-Männchen mit prächtigem, gebogenen Geweih und 3 Tsessebes, wie TOLL, eine echte Erstsichtung für uns. :woohoo:

Die Bilder sind nur semi, wir sind einfach zu weit weg und das Hitzflimmern tut sein übriges um brauchbares Material zu verhindern, aber für die Dokumentation der Sichtungen reicht es.

Tsessebe | Leierantilope


Sable Antelope | Rappenantilope


Wir fahren noch ein Stück weiter, aber wir sind langsam etwas fertig, die Hitze tut ihr Übriges und bei Mara schalten sich gerade die Lichter aus, wenn die Müdigkeit zuschlägt, dann gibt es da kein Halten mehr. Der Weg wird auch wieder schlechter, also entscheiden wir hier umzukehren und entgegen unserer Gewohnheit den frühen Nachmittag im Camp zu verbringen.

Mara fragt ob ich fit bin und sie kurz die Augen zu machen kann. Es dauert keine 2 Minuten und sie schläft tief und fest. Ich mache das Fenster runter, damit der Fensterheber sie nicht weckt und habe jetzt zwei Aufgaben für den Rückweg:

1. So langsam und vorsichtig zurückfahren, dass ich Mara nicht wecke
2. So langsam und in und unter jeden Baum schauend, damit ich sie wecken kann, weil ich endlich unseren Leopard gefunden habe…

ich habe eine Mission! ;)

To be continued…

Gruß,
Robin
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29 Mär 2020 20:44 #584816
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Hallo Robin,

gigantisch, eure Elefantenausbeute!!!!
1. So langsam und vorsichtig zurückfahren, dass ich Mara nicht wecke
2. So langsam und in und unter jeden Baum schauend, damit ich sie wecken kann, weil ich endlich unseren Leopard gefunden habe…

… ich habe eine Mission! ;)

To be continued…

Aber damit machst du mich natürlich echt neugierig :woohoo: :silly: .
Auflösung bitte bald!!!!!!!

LG Claudia
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30 Mär 2020 21:23 #584921
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TAG 17 – Part 2: Adlerauge bleib WACHsam!!!

Auf leisen Sohlen, fast ohne jedes Geräusch schleicht das Tier durch das dichte Unterholz. Es ist auf der Pirsch, der Hunger treibt es an, aber die Hitze treibt es zurück an ein schattiges Plätzchen. Es ist unterwegs, tief an den Boden gedrückt mit seinen weichen Tatzen….. äähheeemmm, ich meine natürlich weiche Reifen, von denen wir deutlich Luft abgelassen haben auf dem Tiefsand. :P

Ich schleiche also mit unserem Hilux durch den Busch und schaffe es, aufgrund meiner fast schon todesverachtenden Minimalgeschwindigkeit tatsächlich in jeden einzelnen Baum zu gucken und trotz der rumpelnden Piste das schlafende Mara neben mir nicht zu wecken.

Der Aufwand zahlt sich tatsächlich bald schon auf. Ich fotografiere irgendeinen Greif, der weit weg sitzt und ERST JETZT, gute 1,5 Jahre später merke ich, dass es, wenn ich mich nicht virtue, um eine Erstsichtung gehandelt hat. Ein juveniler Gaukler. B)

Bateleur juvenile | Junger Gaukler


Und es entwickelt sich zu einer kleinen Vogeltour. Während ich daher fahre drängelt plötzlich von hinten ein Strauss und überholt mich Off-Road auf der linken Seite…

“Off-Road fahren darf man nicht du Rowdy!”

…und dann zieht er auch noch nach rechts und schneidet mich.

“Guck’ mal in den Rückspiegel!, du VOGEL!”

Und dann typisches Vollspacken-Verhalten an der nächsten Ampel. Rumstehen und schön unbeteiligt in eine andere Richtung gucken, wo es sowieso nix zu sehen gibt. :silly:




Weiter geht es mit einer Menage-à-Trois aus Libellen, die etwas vowitzig um einen Dark-capped Bülbül rumtanzten. Ich bin mir gar nicht sicher… was frisst der Kollege denn?

Sind die einfach lebensmüde oder ist das sowieso kein Fressfeind. Man weiß es nicht, oder zumindest ich nicht, aber der Bülbül hat sich davon auf jeden Fall nicht irritieren lassen.

Dark-capped Bulbul | Pycnonotus tricolor


Es ist ja aber nun mal so, dass ja ein kleines Stückchen Wahrheit in dem Satz steckt: >Kleine Sünden bestraft der Libelle Gott sofort!< und es gibt in der Gegend halt genug Federvieh, dass ganz anders drauf ist als unser, ruhiger, gelassener Freund der Bülbül… so isses dann manchmal. :evil:

Southern Carmine Bee-eater | Karminspint


Wir hatten damals einen Kater, Ragnar. Das Biest ist über 18 Jahre alt geworden, mehrmals für Tage weg, hatte ein halbes Ohr, war andauernd beim Tierarzt nach Prügeleien, aber er konnte Vögel fangen wie kein Zweiter. (Libellen übrigens auch, das am Rande)

Ich bin mir da jetzt nicht sicher, aber irgendwie glaube ich, dass Leoparden sich nicht damit aufhalten irgendwelche Vögel, geschweige den Libellen zu jagen. Ich brauche also größere Beutetiere, damit so ein Leo auch nen Grund hat auf so einem Baum zu liegen.

Da freue ich mich, auch wenn es gemein ist, über die Sichtung von Madame Kudu, die etwas verhärmt aus einem Gebüsch schaut. Immer dieser Schönheitswahn…



Und dann sehe ich einen Baum… große Äste, schöne Astgabeln und ein perfekter Schattenspender, direkt am Wasser gelegen. Ich habe es tatsächlich geschafft, 50% meiner Aufgabe mit Bravour erledigt.

Es ist der Baum unserer Campsite und Mara schläft noch. :lol:

Sorry für den langen Cliffhanger, aber ich verstehen das Prinzip Leopard einfach nicht. 15 Tage lang haben wir in und unter jeden Baum geguckt. Wir waren in Gebieten, in denen Leute nur Stunden zuvor Leoparden gesehen haben und das mehrmals. Aber dieser Vertreter der Big5 will uns einfach nicht gelingen. :(

Und ja, mir ist natürlich bewusst, dass viele jahrelang auf Safari sind und als Selbstfahrer nie einen Leoparden sehen… aber dennoch, die Hoffnung hat man ja trotzdem immer.

Wir platzieren uns im Lager und machen eine mehr als ungewöhnliche Siesta für uns. Der Hinweg war rumplig genug, damit die Waschmaschine ihren Dienst tun konnte und unsere Wäsche wieder mal den trügerischen Anschein von sauber machte. Also flugs auf die Leine damit… Camplife #1



Beim Wäschewaschen treffen wir die neuen Nachbarn von Campsite Nr. 3. Ein sehr nettes, älteres, französisches Ehepaar. Bernard und Jose. Die beiden erzählen uns, dass sie ganz schön Probleme hatten auf dem Weg durch den Park und sich öfter fast festgefahren haben.

Wir besprechen mit Ihnen, ob sie den auch genug Luft abgelassen haben und borgen unseren Druckmesser aus, damit sie den senken können.

Auch haben die beiden nur noch eine Kopie der Karte in schwarz-weiß bekommen, die aussieht, wie aus einem Faxgerät der frühen 70er. Völlig unbrauchbar. Sie bestaunen unsere tolle Karte und auf die Frage wo es den für einen abendlichen Sundowner-Drive schön sein könnte zeigen wir ihnen den groben Weg zum Horseshoe. Da zumindest wollen wir heute Abend noch einmal hin. :)

Die beiden begeben sich hoch in die Lodge, sie haben hier ein paar Nächte und wollen auch versuchen, eine ordentliche Karte zu bekommen.

Wir machen es uns derweil gemütlich. Mara chillt auf dem Deck und schreibt unser Tagebuch weiter, ich vertreibe mir etwas die Zeit mit ein paar kleineren Vogelsichtungen, die sich auf der anderen Flußseite und im Schilf an unserem Ufer ergeben. Das ergibt sogar wieder eine echte Erstsichtung. Einen Black Crake.

White-fronted Bee-eater | Wei


Black Crake | Negerralle


Und dann lege auch ich die Füße hoch… die Dreckspfoten sind der Nachteil meiner dünnen Schwimmschuhe :laugh: :whistle: Camplife #2


Auf der anderen Seite brennt es wieder. So weit weg, dass wir uns nicht sicher sind ob wir einen Buschbrand sehen oder ob es dort Dörfer gibt in denen irgendwas verbrannt wird… während wir so da sitzen kommen Bernhard und Jose noch mal vorbei…



Die beiden hatten keinen Erfolg. Die letzte freie Karte haben wir wohl bekommen. Jetzt wollten sie noch mal fragen ob wir ihnen denn vielleicht noch mal den Weg genau erklären können, sie haben nicht so die Orientierung und kennen ja auch das Gebiet noch gar nicht.

Natürlich machen wir das, wir erklären ihnen die wichtigsten Wegmarken, aber irgendwie wird schnell klar, dass da keine Sicherheit aufkommt… was macht man in so einer Situation, als so geübte Freizeit-Guides die wir mittlerweile sind?! (immerhin sind Petra & Andreas schon mal nen Tag hinter uns hergefahren, den praktischen Teil können wir also)

Wir bieten uns spontan als Führungsfahrzeug für die beiden an. Das freut die beiden sehr und sie nehmen das sehr gerne an. Also einmal Horseshoe und zurück im Service-Paket. Nach dem gestrigen full-service Abend und dem heutigen Wohlfühl-Frühstücksangebot komplettieren wir unser Angebot halt mit neuen Gästen. ;)

Wir rumpeln also voraus durch die Sandpisten Nambwas, entlang am Kwando. Wir sehen erstmal nix und können den beiden nicht viel bieten. Erst an der Lagune sehen wir eine große Impala-Herde im schönen Licht stehen.



Auf dem weiteren Weg sehen wir hier und dort mal einen Vogel sitzen und hier und da ein Impala stehen, aber kann man dafür anhalten als Guide?? Wir wissen ja nicht was die beiden interessiert oder ob es die nicht nervt, wenn wir für jeden Vogel halten, den wir schon 30x abgelichtet haben. :unsure:

Also sparen wir uns das und schauen eher mal in den Rückspiegel, wenn die beiden für etwas anhalten und stehen bleiben, denn wir wollen sie ja nicht verlieren.

Und so schieben wir uns langsam in Richtung unseres Sundowner-Platzes im Lookout am Horseshoe…


“Halt an!!!”


Na hören sie mal junge Dame, nicht in diesem Ton!


Was bitte ist denn hier los?


So energisch kenne ich Mara gar nicht auf Safari???


Normalerweise kommt eher so ein: “Mhh, vielleicht war da was, aber eher nicht. Ach fahr ruhig weiter…
… bestimmt nur ein Ast oder Stein.”


Und Jetzt?


Da werde ich plötzlich einfach so von den billigen Plätzen links im Auto angeschnauzt…


Ich bin empört.


Dann verstehe ich aber was los ist... es ist die “goldene Regel”, das “ungeschriebene Gesetz” aller Safari-Guides dieses Planeten.



Es ist nur ein guter Drive, wenn man den Gästen auch etwas bieten konnte!




”HALT AN!!!”

”Da liegt ein Leopard im Baum…” :woohoo:



Maras Leopard :kiss:


Unfassbar. Das gibt es doch gar nicht. Liegt der da und schaut uns seelenruhig an. Etwas schläfrig manchmal, aber er ist wirklich da. :)

Wir positionieren uns so, dass auch unsere Gäste einen Blick haben und geben ihnen per Zeichensprache Anweisungen in welche Richtung sie gucken müssen. Irgendwann realisieren sie, was wir ihnen zeigen wollen und dann sehen wir nur zwei blitzende, grinsende Zahnreihen hinter uns und die Kamera aus dem Fenster ragen.

Da fahren wir jeden Tag von früh bis spät durch die Weltgeschichte und die Lösung ist so naheliegend…

… man braucht einfach ein gut ausgeschlafendes Mara mit wachen Augen im Auto! :laugh:

Wir verbringen hier natürlich etwas Zeit, ist ja klar. Er liegt da aber nur faul in seinem Baum. Mal guckt er nach links, mal zu uns. Mal die Augen zu, aber das alles schafft er nur mit minimalen Bewegungen seines Kopfes. Der Rest hängt wie ein schlafer Sack vom Baum.

Wir fahren ein paar Meter weiter um mal zu schauen ob wir ihn noch etwas besser zu sehen bekommen und den Franzosen den “Platz an der Sonne” zu lassen für ein paar Fotos.

Wirklich besser wird es nicht, aber hey… fast vergessen: Erstsichtung! :)





Ist aber alles egal. Wir freuen uns einfach wie Bollo und sind glückseelig. Einmal fahren wir noch ein ganzes Stück, aber auch von der anderen Seite sieht man ihn nicht besser, also drehen wir und fahren wieder zurück, diesmal mit Seitenwechsel, so das ich auf der richtigen Seite bin und Mara auf die Rückbank kann. Für solche Sichtungen ist ein Double-Cab einfach perfekt. B)

Viel bewegt sich weiterhin nicht, aber wenn man dann gerade mal nur schaut, nicht damit rechnet und keiner die Kamera auf dem Objekt hat, dann steht er auf, dreht auf dem Stamm und springt vom Baum. Mara hatte noch einen verwackelten Leo-Hintern drauf. Dann sehen wir ihn noch kurz die PAD hinter uns kreuzen und in Richtung Lagune im dichten Buschwerk verschwinden.

Wir fahren zu unserem Wendeplatz. Die beiden Franzosen bleiben neben uns stehen und bedanken sich überschwänglich für den Leo. Sie fahren weiter zum Horseshoe, also geben wir ihnen unsere Karte, wir selber wollen noch mal in Richtung Lagune und schauen ob wir Glück haben und ihn noch mal zu Gesicht bekommen.

Wir sollen das Glück dann auch wieder nicht haben, aber wir sehen ein paar Büffel am Fluss, wegen denen die Walks nicht stattfinden.



Und jetzt schaut noch mal genau hin bei dem Foto oben. Wem ist der Giant Kingfisher aufgefallen? :dry:

Unsere Safari-Augen sind mittlerweile, das sage ich nicht ganz ohne Stolz doch schon etwas trainierter als zum Anfang der Reise. Wir haben sogar das Glück, dass er dann ins Wasser stößt, ohne Erfolg, aber sich dann in ein Gebüsch neben uns setzt. Wenn auch mitten im Schatten und ich das Bild stark hochziehen musste in der Belichtung. Es ist schon wieder eine Erstsichtung.

Nambwa verwöhnt uns wirklich mit tollen Sichtungen.

Giant Kingfisher | Riesenfischer


Am Horseshoe angekommen ist von den Franzosen nichts zu sehen. Vielleicht sind sie auch schon unterwegs zum Camp, es ist ja schon was später.

Die Stimmung hier ist aber einfach ganz wunderbar und wenn man dann mal später unterwegs ist, dann sieht man auch mal wie das Licht die Landschaft und Bilder verändern kann. Zum Vergleich mal den Horseshoe im Abendlicht.



Und auch eine kleinere Elefantenherde mit 20 Tieren lässt sich Abends noch blicken und steht dort am anderen Ende des Horseshoe. Schön, die Elis runden einen solchen Tag noch perfekt ab. Wir sitzen im Hide und uns geht es einfach nur gut. :)








Wir machen zurück auf den Weg zur Campsite, natürlich geht das nicht ohne eine weitere Erstsichtung

Hinged Terrapin | Klappschildkröte


Wir genießen noch die Abendstimmung auf dem Weg zurück und beobachten die Sonne, die langsam versinkt und damit einen unserer schönsten Safari-Tage beendet.



Zurück im Camp sind alle Plätze plötzlich besetzt. Die Franzosen sind auch schon wieder da. Wo kommen die denn alle her. Anscheinend ist es normal, dass man hier einfach immer erst sehr spät anreist. Gehört entweder einfach dazu oder es liegt daran, dass die meisten sich ob der schwierigen Strecke in der Zeitplanung verschätzen. :huh:

Das kann dieser Truppe allerdings nicht passiert sein. Mitten durch das Geäst, wir haben unseren Wagen noch nicht aufgestellt im Dämmerlicht kommen 5 Leute durch’s Gebüsch gebrochen. Einer voran, ich denke der Leithengst. Es wird mal direkt losgepoltert: “Wo geht’s denn hier zur Lodge, bei euch sind wir bestimmt nicht richtig!!” -hahaha

“Ne seid ihr nicht. Wollt ihr euch anmelden?”

“Quatsch, wir sind da zum essen.”

Aha… also mal schnell den Weg erklären, wir kochen selber heute. Wie sich rausstellt handelt es sich um eine 20 köpfige Reisegruppe mit 6 oder 7 Fahrzeuge. Die Reise-Orga konnte wohl Nambwa nicht mehr mit Zimmern für alle organisieren, daher übernachten 3 Fahrzeuge heute auf dem Campingplatz. So, so. Na dann viel Spaß beim Abenteuer Camping und guten Hunger.

Wer weiß, vielleicht kommen sie ja auch auf den Geschmack. ;)

Zeitsprung, denn ich habe keinerlei Ahnung wo genau wir eigentlich diesen Abend die ganze Zeit verbasselt haben. Ich glaube wir waren noch mal duschen etc. pp. und waren auf jeden Fall noch mal bei den Franzosen und dort etwas Zeit verbracht um die tollen Erlebnisse zu teilen. Auf jeden Fall haben wir es geschafft noch nicht einmal zu kochen, da ist unsere Zeltplatztruppe wieder zurück und richtet sich häuslich ein.

Das bedeutet in erster Linie, dass die beim Zeltaufbau wohl ziemlich aus der Puste kommen. Anders kann ich mir nicht erklären, dass die sich immer gegenseitig zurufen, dass sie

“ATEMLOS, durch die Nacht” sind. Unterstützt von lauten Beats aus einer Boombox hören wir diverse Schlagerklassiker und Deutschpop-Hits. Schön, haben wir schon wieder eine nette Abwechslung heute Abend. :pinch: :silly:

Bei uns gibt es Nudelm mit…….. Tomatensoße und Hackfleisch. (heißt es Gehacktes-Soße oder Gehacktem-Soße?) :blink:

Plötzlich ist es still von Campsite 1. Kurzer Tumult, danach ist es komplett ruhig, nix mehr zu hören. Suspekt und Perfekt.

Mara rührt im Soßentopf rum, ich versuche Sterne zu fotografieren, aber irgendwie will mir das nicht gelingen in diesem Urlaub. 5 Minuten später gehen die Taschenlampen bei den Franzosen an und wir hören das Klicken von Bernhards Kamera. Ein lautes Platsch, und dann ist es auch dort wieder ruhig.

Irgendwas geht hier ab, wir checken nur nicht so genau was.

Wieder ein Platsch und dann steht ein Hippo auf unserer Campsite. :woohoo:

Na sowas sieht man auch nicht jeden Tag. Steht der da am Wasser und mampft seelenruhig das Schilfgras in sich rein. Ich erinnere mich an eine Regel die uns Uwe und Ruth mal erzählt haben.

Wasser – Hippo – Du ist gut, aber Wasser – Du – Hippo sollte man vermeiden. Hippos mögen es nicht wenn man ihnen den Weg zum Wasser versperrt. Also stehen wir erstmal richtig, Mara rührt den Topf dennoch lieber hinter dem Feuer weiter, wenn so ein Hippo 6-7m neben einem steht. :cheer:

Ich positioniere mich hinter dem Baum und versuche ein Bild zu machen. Die Ergebnisse sind aber so schlecht, die braucht man nicht zu teilen.

Egon bleibt so ca. 10 Minuten bei uns, bis ihm das Gras in Richtung Lodge noch grüner erscheint und mit einem großen Platsch “gleitet” er ins Wasser und dann hören wir ihn noch eine zeitlang schmatzen.

Was ein irrer Tag. Und jetzt ist er dann wirklich zu Ende.


Gute Nacht und danke für’s Zulesen. :)








Gruß,
Robin
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30 Mär 2020 22:41 #584926
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  • austria am 30 Mär 2020 22:41
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Hallo Robin und Mara,
sehr, sehr gerne habe ich weiter gelesen. So einen Genuss kann man sich nicht entgehen lasse. Einfach nur schön ...und so knack-scharfe Fotos ...ich bin begeistert.
Vielen, vielen Dank!
Ich wüsste gerne den Musiktitel/Song den Mara am Anfang von Video 3 verwendet hat? Und kann man sich die einfach kostenlos runter laden? Vielleicht versuche ich für mich mal ein Test-Video zu machen. Mara`s Videoprogramm habe ich mir bereits vor Monaten notiert :laugh: :laugh: :laugh:
Danke - LG Anita
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