Achterbahn der Gefühle in der Masai Mara

Reisebericht 277 Antworten · 38,1k Aufrufe · gestartet 01. Sept. 2018 von Beatnick
33 Beiträge · seit 201825. Sept. 2018 ·
Hallo Bettina,

wunderbare Fotos mit den berühmten 5 Musketeer-Geparden!

Das mit dem vorbeirasenden Auto erlebe ich oft, nicht nur in der Mara. Mein Fahrer lässt sie jedes Mal ohne Murren vorbeiziehen und macht denen sogar noch Platz, wenn z.b. einer von hinten daherbraust.

Ich muss schon sagen, dass die meisten Fahrer sich NICHT an die Regeln halten (Speed-Limit, Offroad fahren, etc.), egal ob von billigen Reiseagenturen oder teuren wie S.... Das muss ich hier mal ganz klar sagen. Und am schlimmsten sind die Camp/Lodge-eigenen einheimischen Fahrern, die in Anspruch nehmen privilegiert zu sein, es sei ja ihr Land, deshalb dürfen sie machen was sie wollen.

Beispiel: Ich halte mich im letztes Jahr in der Mara Triangle auf, Nähe Little Governor's Camp, und beobachte seit einigen Minuten ein hübsches Löwenmännchen in einiger Entfernung (ca.100 m), ohne den Weg zu verlassen, also regelkonform. Ich muss sehr starkes Zoom benützen wegen der weiten Entfernung. Da fährt plötzlich ein einheimischer offener Landruiser OFFROAD "vor meine Kamera", direkt vor der Nase des Löwen, hält dort an damit die Touristen schön nah den Löwenburschen ablichten können. Toll! Uns die Sicht versperren, die wir weit weg schön brav auf dem Weg verharren. Ich frage erbost meinen Fahrer was das soll, und warum sich dieser Fahrer solchen frechen Regelverstoss erlauben kann. Er meint, diese Masai-Guides denken sie seien etwas spezielles, und da es ihr Land sei (=Massai-Land), dürfen sie dies tun.
Solche Situationen erlebe ich immer wieder, auch mit anderen Fahrern, die von auswärts kommen. Aber am meisten halten sich die Camp eigenen Fahrer nicht an Parkregeln. Das geht gar nicht.
Es ist schon frustrierend, wenn ich eine sehr teure Privat-Safari bezahle, aber weit weg von Geparden und anderen speziellen Sichtungen verharren muss, weil mein Fahrer sich strikt an die Regeln hält, während das Gros sich einen Dreck darum schert. Zuhause dann ihre vielen tollen Nah-Aufnahmen zeigen, jedoch verschweigen, wie diese nur durch Regelverstösse zustande kamen.

Auch gibt es Safari-Agenturen, die ihren Speed-Limiter im Safaribus oder Landcruiser abschalten, um mit übersetzter Geschwindigkeit (erlaubt wäre nur max.80 km/h) von Park zu Park (und auch im Park) zu rasen. Wir werden jeweils auf unseren langen Fahrten von Nairobi zu den Parks und umgekehrt stets von Dutzenden wenn nicht hunderten Vehicels von anderen Safariunternehmen rasend schnell überholt, während unser Fahrer aufgrund des Speed-Limiters höchstens 80km/h fahren darf. (und wir dem nervigen und nie endenden Pips-Ton des Limiters ausgesetzt sind). Da kann ich jeweils nur den Kopf schütteln über diese Verkehrsverletzung. Mein Fahrer meinte, jene Fahrer bzw. die Unternehmen hätten die Polizei "geschmiert" indem sie für das Ausschalten des Speedlimiters etwas bezahlt haben um dann das ganze Jahr in Ruhe gelassen zu werden.

Aber nun genug der Regelverstösse,

ich freue mich auf weitere schöne "regelkonforme" Bilder von Bettina!

LG Ben


Anbei zwei Bilder von den Musketeer-Geparden, die ich letztes Jahr sah.


5MusketeerGeparden2017.jpg

Musketeers2017-2.jpg
zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2018
Themenstarter1'719 Beiträge · seit 201625. Sept. 2018 ·
Hallo Ihr Lieben,
Champagner schrieb:Große Kino, Bettina! 🤩 Die 5 Jungs sind schon beeindruckend!
Zu dem Unverschämten: man sieht ja sogar die Autonummer auf dem Foto - kann man das nicht an die Ranger weitergeben?
Danke, Bele! Wir haben das versucht, sind aber schon daran gescheitert, im Internet eine Seite zu finden, auf der wir hätten aktiv werden können. Ich glaube allerdings auch, dass diese Art der Regelverstöße für die Ranger - leider - alltäglich sind. Sie könnten jeden Tag locker Hunderte Verfehlungen ahnden. Wieviele es am Ende sind, weiß ich leider nicht. Aber auch Ones hat zum Beispiel eher die Sinnlosigkeit erschüttert als die Aktion selbst.
lionfight schrieb:Ein sehr offener, kritischer Bericht, der ständig zwischen Begeisterung und blankem Entsetzen hin- und herwechselt. Dein Bericht lässt einen das Miterleben. Danke dafür.
Ich freue mich sehr über deinen Kommentar, Joe. Der Bericht soll genau das sein und vermitteln. Dass du ihn so empfindest, zeigt mir, dass mir das gelingt.
picco schrieb:HAMMERBILD!!! Was für eine Kamera und was für ein Objektiv habt Ich da verwendet?
Jambo, Picco, und merci! Kamera: Canon EOS 7D Mark II, 300 mm (Objektiv: Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II), Belichtungszeit: 1/1000 Sek., Blende: f/11, Empfindlichkeit: ISO-800
casimodo schrieb:Das gefällt Euch bestimmt 😉 es ist inzwischen nur sehr schwer, Camps wie Uri oder Grootkolk überhaupt zu bekommen. Der Notifier ist inzwischen auch in Facebook verbreitet und die Chancen schwinden immer mehr 🙁
1.000 Dank für die Infos, Carsten! Ich denke auch, dass das unbedingt etwas für uns ist. Und mit ein paar Autos kann man immer leben, ist ja klar. Dass es nicht ganz easy ist, die Wunschunterkunft zu bekommen, habe ich jetzt schon häufiger gehört und gelesen. Afrika ist schwer im Trend, und der KTP ohnehin, ist mein Eindruck. 🙁 Ich hoffe allerdings, dass die Wilderness Camps trotz steigender Nachfrage nicht immer weiter ausgebaut werden. Das wäre ja quasi die handelsübliche Entwicklung...
Guggu schrieb:hier geht es auf der Achterbahn rasend schnell rauf und wieder runter. Hab lieben Dank für den mit kritischen Augen gesehenen und toll geschriebenen Bericht aus der Mara.
Jaja, Guggu, man muss schon schwindelfrei sein 😉 Wird aber verkehrstechnisch zumindest etwas ruhiger ab jetzt. Vielen Dank für dein Lob, das freut mich!
sphinx schrieb:Gestern hat meine bessere Hälfte und ich über eine dritte Keniareise gesprochen 😊 kann das denn wahr sein? Ja- allerdings kriegen keine Millarde Gnus meinen Mann noch einmal in die Masai Mara, da wurde wohl „ein Schalter“ unwiderruflich umgelegt.
Hallo Elisabeth, ja, kann es. Unsere Gedanken dazu folgen später im Fazit.

Viele liebe Grüße und ein herzlicher Dank an alle Mitfahrer!

Bettina
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6'387 Beiträge · seit 201125. Sept. 2018 ·
Hoi Bettina
Beatnick schrieb:Jambo, Picco, und merci! Kamera: Canon EOS 7D Mark II, 300 mm (Objektiv: Canon EF 100-400mm f/4.5-5.6L IS II), Belichtungszeit: 1/1000 Sek., Blende: f/11, Empfindlichkeit: ISO-800
Danke! 😁
🙄 Aber ich staune! 🙄
Blende 11 sollte nach meinem Verständniss von vorne bis hinten ziemlich genau dieselbe Schärfe ergeben...ich dachte das Bild wäre mit einer extrem offenen Blende entstanden!
Kann es sein dass das Bild vor und hinter den rennenden Tieren entsprechend 'entschärft' wurde?
Wenn ja, wie macht man das?
Oder hab ich einen Knopf in den Hirnwindungen? 🙄
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
zuletzt bearbeitet 25. Sept. 2018
770 Beiträge · seit 201725. Sept. 2018 ·
Hallo Bettina
Die Fotos mit euren Sichtungen sind genial. Der Rest gibt mir schon sehr zu denken...
Uns hatte es dieses Jahr schon im Chobe zu viele Autos. Ich finde es schlimm, wenn dann auch alle noch den Motor laufen lassen.
Nachdenkliche Grüsse und vielen Dank für's Berichten, Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana in Planung :-)
67 Beiträge · seit 201526. Sept. 2018 ·
Hallo,

ich habe mal zwei Leute gefragt, die in Kenia arbeiten: Mein Fahrer in der Mara weiß von 18:00 als Deadline nichts. Und ein mir bekannter Safariveranstalter auch nicht. Richtzeit ist 18:30, 19:00 sollte nicht überschritten werden. 18:00 wird nur gerne zurück gekehrt, da so die teilweise schwierig zu fahrende Dämmerung gemieden wird und man früher Schluß hat. Man darf nicht vergessen, die Wagen werden von den Fahrern auch noch weiter behandelt und müssen ggf. in die Werkstatt usw.
Insofern kann man die Auskunft eures Fahrers definitiv zur Ablage P heften.


Zum Offroad warne ich auch vor Vorverurteilung und vor allem auch etwas Unwissenheit. In Teilen der Mara ist nach wie vor Offroad gestattet, wenn etwas Außergewöhnliches zu sehen ist. Dazu gehören die Big Five... Offroad ist in der Hammerkop Gegend nicht gestattet.
Ferner gibt es ein sogenanntes Offroad-Permit. Das kostet 200$ pro Tag und kann von jedem erworben werden. Wer es haben muss...

Online habe ich nur die regeln des Triangle gefunden. Die sind aber nahezu identisch mit dem Reserve.
https://www.maratriangle.org/visit/park-rules/


Zu dem weißen Rangerauto: Natürlich gibt es Bestechung. Aber in der Regel sind di weißen Autos oft bei den gefragten Tieren. Gerade die fünf Musketiere oder Leoparden mit Nachwuchs werden beobachtet. Oft stehen sie nicht in unmittelbarer Umgebung, sondern etwas weiter entfernt mit Ferngläsern. Die Anzeigen kommen dann ins Camp...

es ist nicht immer alles so, wie es scheint.
33 Beiträge · seit 201826. Sept. 2018 ·
Greno: "In Teilen der Mara ist nach wie vor Offroad gestattet, wenn etwas Außergewöhnliches zu sehen ist"

Kannst Du mir das schwarz auf weiss bestätigen in welchem Gesetz oder wo dies so festgehalten ist? Und in welchen "Teilen der Mara" ist nach wie vor Offroad gestattet?
Habe ich noch nie davon gehört. Meine erfahrenen Fahrer auch nicht.
zuletzt bearbeitet 26. Sept. 2018
1'324 Beiträge · seit 201326. Sept. 2018 ·
Sehr interessante Diskussion.
Ich denke das Hauptproblem sind die viel zu vielen Fahrzeuge mit Touristen, die das Maximum in 2-3 Tagen sehen wollen. Gefühl für die Natur und die Tiere geht leider sowohl den Besuchern wie auch den Fahren komplett ab.
Ich nenne das immer sound of silence, niemand will mehr hören und fühlen. Man rast von einem Höhepunkt zum anderen ohne Geduld und Gefühl.
http://marawest.com/masai-mara-national-reserve-rules/
In wie weit das stimmt kann ich nicht sagen, aber die Regeln sind sinnvoll. Übrigens genau diese Regeln gibt es auch in den (oft verpönten) privaten Gebieten in südafrika und Botswana, nur sind es da maximal 2-3 Autos/Sichtung.

Gruß!
der Joe
"I detest racialism, because I regard it as a barbaric thing, whether it comes from a black man or a white man." Nelson Mandela 10x Süfafrika, 2x Namibia, 1x Botswana, 1x Zimbabwe, 1x Tanzania
2'085 Beiträge · seit 201226. Sept. 2018 ·
Liebe Bettina,
hier geht's ja ab - da lass ich doch die Fahrgeschäfte von Wiesn und Wasen gerne links liegen 🤪

Bei uns gibt's inzwischen einen ziemlich konkreten Plan B, aber wenn ich dann die Fotos sehe (also die ohne Auto), dann werde ich halt vielleicht doch wieder schwach ... das sind eben wohl doch ganz einzigartige Erlebnisse dort, auch wenn man sie ganz bestimmt nicht als Einzige beobachten kann. Und auch die Landschaft gefällt mir schon sehr sehr gut! Ich freu mich auf jedes neue Kapitel von dir und wenn ich's richtig interpretiert habe, kommen jetzt noch Löwen und Löwen?
Danke-Grüße Ingrid

@Joe: Danke für das Einstellen der Regeln - jetzt müsste eigentlich nur noch geregelt sein, wie viele Fahrzeuge pro Sichtung stehen bleiben dürfen. Das ist ja in vielen privaten Konzessionen in SA und Bots eben auch geregelt und das macht es dort eben so angenehm.
reisebericht tansania 2016 repeat in mashatu, premiere im kruger 2017 kaokoveld&etosha herbst 2017
1'324 Beiträge · seit 201326. Sept. 2018 ·
franzicke schrieb:

@Joe: Danke für das Einstellen der Regeln - jetzt müsste eigentlich nur noch geregelt sein, wie viele Fahrzeuge pro Sichtung stehen bleiben dürfen. Das ist ja in vielen privaten Konzessionen in SA und Bots eben auch geregelt und das macht es dort eben so angenehm.
Lt. diesen Regeln fünf autos. sollten mehr Autos dort sein gilt eine Verweildauer von 10 Minuten und die anderen Fahrzeuge müssen einen Abstand von 100m haben.
Das sind die Regeln, die auch im Timbavati, Balule oder Tuli gelten und die für mich sehr sinnvoll sind. In den privaten Reservaten kann die wiederholte Missachtung zum Lizenzentzug führen. Dort wird es auch in 99% der fälle eingehalten.


Gruß!
der Joe
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546 Beiträge · seit 201826. Sept. 2018 ·
Es wäre ja schon gut und schön, wenn Kenya diesbezüglich engere Regeln hätte (wie nun mehrfach erwähnt).
Doch leider bringt auch das nichts, so lange diese nicht beachtet, bzw. bei Nicht-Beachtung nicht auch entsprechend bestraft werden.
Solange es immer noch die Umgehung mit Schmiergeldern gibt, bringen diese Regeln gar nichts (bzw. sagen wir mal: kaum etwas).

Aus dem deutschen Hintergrund kommend verstehen wir solche "Regeln" sehr anders - da dahinter auch ein ganz anderes System und eine andere Denkweise stehen.
In afrikanischen Ländern herrschen immer noch vielerorts tief verwurzelt völlig andere Werte (und andere "Regeln"), als es auf dem Papier steht.

Ein Volk muss das, was mit den Regeln bezweckt werden soll, auch WOLLEN.
Leider ist das in den wenigsten afrikanischen Ländern der Fall. (auch wenn aus meiner eigenen Beobachtung in Kenya deutlich mehr Menschen solche "aus unserer Sicht sinnvollen" Dinge WOLLEN als z.B. in Malawi....).

Ich habe leider meine Zweifel, ob Kenya das in den Griff bekommen wird.
Es gibt zu viele Egoisten auf der Welt (so ca. 7,5 Milliarden??? 🤨 😗 )
und leider gilt zudem auch immer noch: Geld regiert die Welt!

Sorry ob dieses negativen Beitrags. Weiß auch nicht, warum das gerade mal raus mußte - obgleich ich sonst ein ziemlich fröhlicher Optimist bin. Aber "Optimist" und "Realist" schließen einander ja nicht grundsätzlich aus.... Hoffe ich zumindest....

Freue mich trotzdem auf Deine Fortsetzung, Beatnick!!!
Und finde es schön, in diesem thread zu spüren, dass sich viele Gedanken machen und auch manche Spannungen nicht gleich mit einfachen (aber unrealistischen) Antworten auflösen müssen.
Lösungen fangen immer mit Ideen und Diskussion an!
Antje
Gelebt in Malawi, Tanzania und Kenya Reiseberichte: Botswana April 2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/295264-botswanas-beasts-beauty-im-april.html Malawi 2015-2018: https://www.namibia-forum.ch/forum/154-diverses/297418-kleinode-in-malawi.html Tanzania - Tarangire April 2020: https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299356-tansania-pulsiert-trotz-corona.html?start=0
6'387 Beiträge · seit 201126. Sept. 2018 ·
Hoi zämä

Genau so ist es, Joe!
lionfight schrieb:Lt. diesen Regeln fünf autos. sollten mehr Autos dort sein gilt eine Verweildauer von 10 Minuten und die anderen Fahrzeuge müssen einen Abstand von 100m haben.
Das hab ich schon in meinem Reisebericht 'Picco hüpft vom Kili zur Mara' in diesem Abschnitt (klick mich) geschrieben:
picco schrieb:Und kaum sind wir in der Nähe der Löwen sehen wir schon vier Autos bei den Löwen stehen...also offroad...
Und was macht Chege?
Er fährt auch offroad dahin!
Auf Nachfrage erklärt er dass bis zu fünf Autos dastehen dürfen, wenn aber ein weiteres Auto kommt muss der, der am längsten da steht nach spätestens 10 Minuten wieder wegfahren...zwei dürfen da aber nicht stehen...
Weshalb auch immer...hmm...wahrscheinlich afrikanische Logik, für einen Europäer wohl nur schwer nachzuvollziehen...
Und wir haben auch gesehen dass das von den Rangern überwacht und gebüsst wird.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
67 Beiträge · seit 201527. Sept. 2018 ·
Bensound schrieb:Greno: "In Teilen der Mara ist nach wie vor Offroad gestattet, wenn etwas Außergewöhnliches zu sehen ist"

Kannst Du mir das schwarz auf weiss bestätigen in welchem Gesetz oder wo dies so festgehalten ist? Und in welchen "Teilen der Mara" ist nach wie vor Offroad gestattet?
Habe ich noch nie davon gehört. Meine erfahrenen Fahrer auch nicht.
Ich habe dir die Regeln des Triangle bereits verlinkt gehabt. Scahu nochmal auf S. 21. 😉 Die sind übrigens mit dem Reserve identisch.

Offroad war in der Mara schon immer erlaubt, in allen anderen Parks ist es verboten. Es wurde ja schon verschärft, indem man die Big Five vorgeschoben hat.

Zu Autoansammlungen hat Picco schon alles geschrieben. Und es wird kontrolliert!
Themenstarter1'719 Beiträge · seit 201627. Sept. 2018 ·
Guten Morgen zusammen,

hui, hier ist ja viel passiert, spannend! Vielen Dank euch allen für eure Kommentare und Anregungen, ich halte es mit Antje, eine Diskussion ist immer schon mal ein guter Anfang. Punktuell nun nochmal meine zehn Cent:
Bensound schrieb:Anbei zwei Bilder von den Musketeer-Geparden, die ich letztes Jahr sah.
Vielen Dank für die Fotos, Ben, sie sind schon einfach beeindruckend. Interessanterweise trägt auf deinen Fotos eins der Tiere ein Halsband, das war jetzt nicht so.
picco schrieb:Blende 11 sollte nach meinem Verständniss von vorne bis hinten ziemlich genau dieselbe Schärfe ergeben...ich dachte das Bild wäre mit einer extrem offenen Blende entstanden! Kann es sein dass das Bild vor und hinter den rennenden Tieren entsprechend 'entschärft' wurde? Wenn ja, wie macht man das?
Oha, Picco, da muss der Fachmann ran. Thomas schreibt:

Hallo Picco,
in der Tat sorgt Blende 11 bei fast allen Objektiven für eine recht große Tiefenschärfe. Die Unschärfe in diesem Bild resultiert daraus, dass ich mit der Kamera "nachgeführt" habe, also die Bewegung der Cheetahs und des Gnus mit der Kamera nachvollzogen habe. Durch die kurze Verschlusszeit fällt das nicht so sehr ins Gewicht, doch rund um das scharfe Gesicht des Gnus ist die Bewegungsunschärfe deutlich zu erkennen. Dieses Mitführen gibt Fotos oft eine besondere Dynamik. Wichtig ist, parallel zur Bewegung im Bild zu schwenken. Das ergibt natürlich zwangsläufig eine Unschärfe in den statischen Teilen des Bildes.
Enilorac65 schrieb:Die Fotos mit euren Sichtungen sind genial. Der Rest gibt mir schon sehr zu denken...
Uns hatte es dieses Jahr schon im Chobe zu viele Autos. Ich finde es schlimm, wenn dann auch alle noch den Motor laufen lassen.
Nachdenkliche Grüsse und vielen Dank für's Berichten, Caroline
Hallo Caroline, sehr gern! Laufende Motoren empfinde ich auch als Riesenbelästigung, da bin ich ganz bei dir. Am und auf dem Chobe war es uns 2014 auch schon oft zu voll, aber mit antizyklischem Planen ging das dann einigermaßen.
Greno schrieb:Insofern kann man die Auskunft eures Fahrers definitiv zur Ablage P heften.
Moin Greno, das werde ich definitiv nicht tun. Wir waren ja nicht acht Tage lang in der Mara in einem Vakuum mit unserem Fahrer. Wir haben das Thema - wie viele andere Themen auch - auch mit anderen Guides, Camp-Mitarbeitern, Einheimischen wie Sam etc. erläutert. Entweder hatten sie alle falsche Informationen, was ja vielleicht sogar möglich ist, oder die Information hat sich einfach nicht durchgesetzt, was ebenfalls möglich ist. Dass sie sich diese Details so ausdenken, halte ich für ausgeschlossen. Warum sollten sie auch? Ist aber auch müßig, ehrlich gesagt, darauf kommt es in der Gesamtdiskussion sicher nicht an. Ich danke dir aber, dass du dich bei deinen Quellen erkundigt hast und werde einfach mal beobachten, wie sich dort alles in den nächsten Monaten entwickelt. Kontakte haben wir am Ort geknüpft und werden sie auch pflegen.
lionfight schrieb:Ich denke das Hauptproblem sind die viel zu vielen Fahrzeuge mit Touristen, die das Maximum in 2-3 Tagen sehen wollen. Gefühl für die Natur und die Tiere geht leider sowohl den Besuchern wie auch den Fahren komplett ab.
Ich nenne das immer sound of silence, niemand will mehr hören und fühlen. Man rast von einem Höhepunkt zum anderen ohne Geduld und Gefühl.
Volle Zustimmung, Joe. Wir waren auch deshalb bewusst acht Tage in der Mara, um das "Gefühl" mehr aufzusaugen. Andere haben leider dafür gesorgt, dass das diesmal nicht geklappt hat 🙁 Den Begriff des "Fachpublikums" (oder eben auch nicht) habe ich an anderer Stelle ja schon verwendet. Vielleicht ist es auch ein Zeichen der Zeit, dass es nur noch ums Abhaken geht, ums Selfie, die Selbstdarstellung. Schmecken, riechen, fühlen, erleben mit allen Sinnen ist leider "out".

Ich muss mal eben absetzen und schreibe gleich in einer weiteren Antwort weiter...
Alle Reiseberichte von Betti und Thomas im Überblick
Themenstarter1'719 Beiträge · seit 201627. Sept. 2018 ·
lionfight schrieb:Übrigens genau diese Regeln gibt es auch in den (oft verpönten) privaten Gebieten in südafrika und Botswana, nur sind es da maximal 2-3 Autos/Sichtung.
Verpönt hin oder her, ich bin ein großer Fan davon. Für die Tiere (und Gäste) ist das super, habe ich in meinem Reisebericht SAF im vergangenen Jahr auch festgestellt.
franzicke schrieb:hier geht's ja ab - da lass ich doch die Fahrgeschäfte von Wiesn und Wasen gerne links liegen 🤪
Da treibst du dich also rum 😎 Viel Spaß!
franzicke schrieb:und wenn ich's richtig interpretiert habe, kommen jetzt noch Löwen und Löwen?
Auch, aber längst nicht nur...
Rehema schrieb:Es wäre ja schon gut und schön, wenn Kenya diesbezüglich engere Regeln hätte (wie nun mehrfach erwähnt). Doch leider bringt auch das nichts, so lange diese nicht beachtet, bzw. bei Nicht-Beachtung nicht auch entsprechend bestraft werden. Solange es immer noch die Umgehung mit Schmiergeldern gibt, bringen diese Regeln gar nichts (bzw. sagen wir mal: kaum etwas).
Ich könnte Antje jetzt an dieser Stelle komplett zitieren, denn sie spricht mir mit ihrem Beitrag aus der Seele!

Vielleicht hatten wir großes Pech, vielleicht hatte Picco Glück, vielleicht haben sich die Zeiten schon wieder geändert, aber die Horror-Fotos, die Greno dankenswerterweise mit dem Link auf die Triangle-Regeln mitgeliefert hat, waren unser täglich Brot - bis auf die Menschenmassen, die am Ufer stehen, das ist uns in dieser Größenordnung erspart geblieben. Wir hatten nur die vielen Autos 😉

Natürlich gibt es Ranger, die die Regeln überwachen, im Triangle rigider als auf der anderen Seite des Flusses. Auch per Fernglas, aber das alles reicht offenbar nicht aus. Waren die Ranger in Sichtweite, blieben die Autos auf den Wegen. Kaum waren sie weg, strömten sie aggressiv in Richtung der Tiere, folgten ihnen auf Tuchfühlung, bedrängten sie. Wahrscheinlich wiegt die Höhe des Trinkgeldes die Strafe auf, ich weiß es nicht... Die Mara ist der einzige Park, in dem ich täglich beobachtet habe, dass den Tieren nicht Vorfahrt gewährt wird. Die Fahrer halten drauf und Gnu und Co. rasen panisch vom Weg.

Auch unser Guide hat einmal bei einer sich anbahnenden Löwenjagd Gebrauch von der "Offroad-Ausnahme" gemacht, die ich so ähnlich auch aus Teilen von Tansania kenne. Einfach nur Löwen sind dort allerdings kein hinreichender Grund und dort wurde sich meiner Beobachtung nach auch eher daran gehalten. In der Mara war schon das Problem, dass bei Big-5-Sichtungen innerhalb kürzester Zeit eher 15 - 50 als 5 Autos da waren. Platz wurde maximal für ein Auto derselben Company gemacht. Hinzu kommt, dass viele Fahrer nur Fahrer sind und die Regeln nicht kennen oder verinnerlicht oder ihren Sinn erkannt haben. Der Schlüssel zu allem ist Bildung / Ausbildung. Am Ende ist es doch so: Solange das Bewusstsein nicht da ist, werden Regeln nichts ändern. Das ist im Alltag wie auf Safari so - leider.

Da es aber auch sehr viele positive Dinge von der Mara zu berichten gibt, versuche ich mich am Abend an einem weiteren Kapitel. Jetzt wird erstmal gearbeitet, die nächste Afrika-Reise will ja auch finanziert werden. 🙂

Liebe Grüße,
Bettina
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zuletzt bearbeitet 27. Sept. 2018
6'387 Beiträge · seit 201127. Sept. 2018 ·
Beatnick schrieb:
Oha, Picco, da muss der Fachmann ran. Thomas schreibt:

Hallo Picco,
in der Tat sorgt Blende 11 bei fast allen Objektiven für eine recht große Tiefenschärfe. Die Unschärfe in diesem Bild resultiert daraus, dass ich mit der Kamera "nachgeführt" habe, also die Bewegung der Cheetahs und des Gnus mit der Kamera nachvollzogen habe. Durch die kurze Verschlusszeit fällt das nicht so sehr ins Gewicht, doch rund um das scharfe Gesicht des Gnus ist die Bewegungsunschärfe deutlich zu erkennen. Dieses Mitführen gibt Fotos oft eine besondere Dynamik. Wichtig ist, parallel zur Bewegung im Bild zu schwenken. Das ergibt natürlich zwangsläufig eine Unschärfe in den statischen Teilen des Bildes.
Danke Euch beiden!
Ja, macht Sinn und ist definitiv weit oberhalb dessen was ich kann!
Meine Bewunderung ist Dir bei solchen Bildern sicher! 🙂
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1'014 Beiträge · seit 201627. Sept. 2018 ·
Die Technik nennt sich mitziehen und führt zu dynamischeren Bildern als "eingefrorene" Bilder bewegter Objekte. Das kannst Du zuhause üben, z.B. bei vorbeifahrenden Autos., Karussels auf dem Jahrmarkt oder was auch immer. Die Belichtungszeit muß der Geschwindigkeit des sich bewegenden Objekts angepaßt sein, im Internet gibt es genug Seiten mit Tips.

Yanjep
33 Beiträge · seit 201827. Sept. 2018 ·
Bettina schrieb:
"Vielen Dank für die Fotos, Ben, sie sind schon einfach beeindruckend. Interessanterweise trägt auf deinen Fotos eins der Tiere ein Halsband, das war jetzt nicht so."

Danke,
so wie Tim, der berühmte Elefantenbulle vom Amboseli, hat auch dieser Gepard vor einigen Monaten sein Halsband verloren.


Greno schrieb:
Insofern kann man die Auskunft eures Fahrers definitiv zur Ablage P heften.

Bettina schrieb;
Moin Greno, das werde ich definitiv nicht tun

Würde ich auch nicht - ich glaube Dir, denn auch im Nairobi NP wurde die Zeit auf 18.00 gekürzt. Keine Sekunden länger, genau um 6 Uhr abends muss man wieder beim Gate sein, weil das Zahlungs-Erfassungs-System so eingestellt ist. Kommt man später, muss man wieder für einen ganzen Tag nochmals bezahlen. Ohne wenn und aber. Ab 18.00 Uhr gehen die Angestellten nach Hause - Tor geschlossen.
So war es auf jeden Fall als ich dort war vor 4 Monaten.
Und vor einiger Zeit auch im Samburu in 2013. Um 18.00 mussten wir in der Sopa Samburu Lodge sein. Neue Regel, als Formular beim Archer's Post Gate unserem Fahrer in die Hand gedrückt. Inzwischen ist es wieder nicht mehr so. Kann sich dort also plötzlich jeweils ändern., wahrscheinlich je nach aktueller Situation bezüglich Sicherheit etc.

Gruss,
Ben
33 Beiträge · seit 201827. Sept. 2018 ·
Greno schreibt:
"Offroad war in der Mara schon immer erlaubt"

So ein Quatsch!
Ich habe zwar Deinen Link gelesen, aber da ist höchstens in der Triangel - aber auch nur sehr sehr eingeschränkt - ein wenig Offroad-Fahren ausnahmsweise kurzfristig geduldet.
Zu den Permission: Die bekommt KEIN normaler Tourist, nur renommierte Filmgesellschaften, Filmemacher und Wissenschaftler etc.

Also einfach das Offroad in der Mara als "schon immer erlaubt" zu bezeichnen, ist absolut FALSCH !

Ich habe gerade von meinem Agenten in Nairobi folgende Antwort zu meiner Frage / Deiner Antwort erhalten:

offroad in the Mara is and was always allowed ? .- "NOT TRUE"
"Off road driving in Maasai Mara and also in any park/Conservancy in Kenya is strictly forbidden- NOT ALLOWED.
An instant fine of not less than USD 100.00- is payable any person caught by the park Authorities engaging in off-road driving."

Auf gut deutsch: Es ist nicht wahr, was Du da schreibst. Offroad-Fahren ist strikt verboten und nicht erlaubt. Punkt.

Die 10 verschiedenen erfahrenen Fahrer, die ich in der Mara von 2006-2018 hatte, können sich wohl nicht geirrt haben, als sie sich strikt an die Regeln hielten, und stets auf dem Weg blieben.

Gruss
Ben
6'387 Beiträge · seit 201127. Sept. 2018 ·
Hoi zämä
Bensound schrieb:Auf gut deutsch: Es ist nicht wahr, was Du da schreibst. Offroad-Fahren ist strikt verboten und nicht erlaubt. Punkt.
Du hast ja sicherlich auch gelesen was lionfight (klick mich) und ich (klick mich) geschrieben haben.
Mein Erlebniss war nicht im Triangel sondern westlich vom Oloolaimutia Gate.
Mag sein dass sich das heute nicht mehr erlaubt ist, aber damals im 2015 waren wir unter Aufsicht der Ranger zu Fünft offroad bei einer Löwengruppe, wie in meinem Reisebericht beschrieben.
Dieselben Ranger haben kurz davor andere Offroad-Fahrer, die sich offenbar nicht an diese Regel gehalten haben, gebüsst.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)