THEMA: Klippen, Baobabs und Kletterelefanten!
02 Feb 2020 14:43 #579141
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14.10. Chilojo - Chipinda Pools

Wir räumen unsere Campsite und fahren kurz nach acht Uhr los in Richtung Chipinda Pools, zum nördlichen Gate des Nationalparks. Es hat wieder etwas Bewölkung und von Elefanten keine Spur. Auch sind auffallend wenig andere Tiere zu sehen und so kommen wir zügig voran.





Unterwegs statten wir dem Masasanya Dam einen Besuch ab. Dort sind auch 4 Personen, die die letzten 24 Stunden bei der Tierzählung mitgemacht haben. Sie berichten von etwa 200 Elefanten, die den Damm besucht haben, aber momentan ist weit und breit kein einziger zu sehen.





Wir genehmigen unseren laufwarmen Kaffee und sitzen am Rand des Dammes. Es sind einige Hippos im Wasser und vereinzelt Wasservögel aus zu machen. So hält uns nicht viel hier und, in Anbetracht, dass uns eine Dusche (!) im Camp erwartet, ziehen wir weiter. Nach 5 Tagen Katzenwäsche täte diese uns gaaanz gut :) .

Aussicht in Richtung Chipinda Pools





Angekommen an der Rezeption bei Chipinda Pools, entledigen wir unserem Müll, melden uns an und entschliessen uns, nur eine statt 2 Nächte hier zu verbringen, um anderntags wieder Richtung Süden nach einer Übernachtungsmöglichkeit zu fragen. Wie überall im Park ist auch hier das Personal sehr freundlich und hilfsbereit und so buchen wir die nächste Übernachtung in Nyavasikana Campsite, nahe Mabalauta, am südwestlichsten Zipfel des Parks.

Da wir relativ früh dran sind, keine Lust mehr auf Gamedrives haben, und die grosszügige Campsite einen gedeckten Sitzplatz mit Tisch hat, räumen wir mal das ganze Fahrzeug aus, ordnen unsere Vorräte – was da so alles noch zum Vorschein kommt – neu ein. Auch stellen wir ein grosses Paket mit Esswaren zusammen, das wir dem Personal am Gate vorbeibringen. Sie freuen sich sehr, ist doch die Versorgungslage in ganz Simbabwe kritisch. Auch der zweite Fussball findet dankbare Abnehmerinnen. Ja, die Frauen stürzen sich auf den Ball und wollen gleich loslegen!







Die Dusche will verdient sein: wir schütten noch den Diesel der 4 Kanister in den Tank – was für eine stinkige Angelegenheit, wenn kein richtiger Einfüllstutzen vorhanden ist (kommt auf die «zu kaufen» Liste).

Was für eine Wohltat, ausgiebig duschen zu können. Wir fühlen uns wie neugeboren!

Wir füllen am campeigenen Wasseranschluss noch unseren Tank auf, der bis auf wenige Liter leer ist. Es ist herrlich, nicht mehr ganz so haushälterisch mit dem Wasser umgehen zu müssen.

Mit Blick auf den Runde River, die Campsite liegt direkt am erhöhten Ufer, fangen wir mit dem Vernichten der Getränkevorräte an, beobachten zwischen dem dichten Gebüsch hindurch einige Flusspferde und Kroks und kochen später, leicht beduselt, ein feines Nachtessen. So ist auch bald schon die letzte Flasche Rotwein Geschichte :woohoo:







55 km

15.10. Chipinda Pools - Nyavasikana

Wir fahren nochmals kurz bei der Rezeption vorbei und kaufen noch ein Bündel Feuerholz. Dann queren wir zum letzten Mal den Runde River und sehen vom Flussbett aus die defekte Brücke. Keine Ahnung, wann sie eingebrochen ist und auch nicht, ob sie in absehbarer Zeit wieder aufgebaut wird.










Dann kommt der langweilige Teil von Nord nach Süd durch den Park. Wir nehmen die Strecke, die paralell zur Parkgrenze verläuft. Es gäbe eine alternative Strecke ausserhalb des Parks, die zwar länger aber in einem besseren Zustand wäre. Aber wir wollen unterwegs noch zum Benji Weir. Benji Weir liegt toll, hat einen zweistöckigen Hide und die flachgetrampelte Umgebung zeugt von regem Tierbesuch - wenn denn noch Wasser vorhanden wäre. So liegt alles brach und ausgetrocknet vor uns. So ziehen wir nach kurzer Pause wieder weiter, nicht aber bevor wir dem hübsch angelegten WC-Häuschen einen Besuch abgestattet haben.









Die Strecke zieht sich. Markus braucht eine Pause und so übernehme ich das Steuer. Mal ist es tiefsandig, mal einfach nur ausgefahren und manchmal mit tiefen Furchen durchsetzt. Eine dieser Furchen wird mir zum Verhängnis. Ich schalte nicht optimal und der Motor würgt ab – ups – Frau am Steuer. Dann, so glaubt Markus, stelle ich mich so doof an, dass ich den Motor nicht mehr starten kann. Kein Mucks, kein Ton, nicht mal ein leises Klicken :evil: . Ihm ist jetzt klar, dass da was Gröberes mit der Batterie sein muss. Genauso ist es: eine Batterieklemme ist abgebrochen und die Kabel hängen ohne Anschluss im Motorraum herum.

Wir stehen bei rund 40° in der prallen Sonne, es ist Mittagszeit, doch Markus bleibt ruhig, packt seinen kürzlich erstandenen grossen Werkzeugkoffer (O-Ton von mir: wer braucht so viel Werkzeug) aus und nestelt mit viel Geschick und Fingerspitzengefühl die Kabel an das verbliebene Stück der Klemme. Gelernt ist eben gelernt!

Überglücklich nicht die nächsten Tage in der Pampa verbringen und auch das Sat-Phone nicht benutzen zu müssen, können wir nach einer Stunde wieder weiterfahren.

Die Gegend sah so ähnlich aus - leider habe ich auch hier kein Bild gemacht.



Mitte Nachmittag erreichen wir die Campsite. Eigentlich ist es nur ein grosser Baum auf einer grossen Ebene mit einem Plumpsklo, schön am Mwenezi River gelegen. Obwohl der Fluss Wasser führt, sehen wir den restlichen Tag nur gerade 3 schnell flüchtende Kudus.





Gefühlt zehn Mal stellen wir das Auto um. Doch ist die schattengebende Markise immer falsch ausgerichtet, sodass das Fahrzeug uns den schönen Ausblick verhindert. Wir lesen und relaxen und versuchen, all die Eindrücke der letzten Tage Revue passieren zu lassen – Gonarezhou wir kommen wieder (in den Norden) :)



120 km
Letzte Änderung: 02 Feb 2020 15:08 von Wild Dog.
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02 Feb 2020 15:37 #579148
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16.10. Nyavasikana – Punda Maria (Krüger Park)

Heute ist wieder Transfer-Tag, d.h. wir verlassen den Gonarezhou NP und fahren via Chiqualaquala durch Mozambique über Pafuri nach Südafrika in den Krüger NP. Das bedeutet auch wieder lange eintönige Fahrten und zwei Grenzübertritte. Der erste Grenzposten geht recht schnell und reibungslos vonstatten und nach rund 20 Minuten haben wir die Grenze passiert und fahren erneut mehr oder weniger der Grenze entlang nach Pafuri. Auch dort ist der Grenzübergang relativ zügig, einzig der Zollposten von Mozambique fragt uns ziemlich direkt, was wir denn für ihn hätten. Auf unsere fragenden Blicke meint er, ob wir keinen Whiskey dabei haben. Wir sind aber nach 9 Tagen ohne Einkaufsmöglichkeiten ziemlich ausgeschossen, vor allem mit alkoholischen Getränken, und so bieten wir ihm unser letztes Süssgetrank an, das er aber dankend ablehnt.

Schon bei der Einreise haben die Zöllner nach Whiskey gefragt, vielleicht wäre es gut, beim nächsten Besuch einen Vorrat davon dabei zu haben ….. Um 13 Uhr haben wir alle Kontrollen hinter uns. Weil der Krüger Park an diesem Gate keine Rezeption hat, müssen wir nach Punda Maria. Dort fragen wir für eine Übernachtung im Sirkeni Bushveld Camp, aber leider ist alles ausgebucht. Also bleiben wir in Punda Maria. Es hat deutlich mehr Camper als das erste Mal und wir finden nur ganz hinten noch ein Plätzchen. Als wir eingerichtet sind, hören wir vom Wasserloch her Elefantengetöse und gehen nachschauen. Das Wasserloch ist ziemlich dicht besetzt von gegen 30 Elefanten mit ihren tollpatschigen Jungen und bieten ein perfektes Unterhaltungsprogramm.















da ist wohl was schief gelaufen mit seinen Stosszähnen:



erster Versuch



erfolgreich




Drecksspatz











Es stossen immer wieder neue dazu, andere verziehen sich in die Büsche. Wir uns auf unsere Campsite – schliesslich ist Apéro-Zeit und die Vorräte sind aufgestockt. Die lustigen Haubenperlhühner wuseln ständig um uns herum und gackern ununterbrochen :)





Ich gehe nochmals Tiere gucken und als ich zurückkomme tigert Markus mit einem Draht um Balu herum. Was ist los?
Als er etwas aus dem Auto holen will, stellt er fest, dass alle Türen verschlossen sind – richtig zu und verriegelt – und der Schlüssel ist im Auto. Und auch der Ersatzschlüssel und auch der zweite Ersatzschlüssel :evil: . Gut sichtbar und affensicher am Haltegriff festgemacht. Wie kann das passieren, fragen wir uns?

Die Mechanik scheint einen Selbstschliessemechanismus in Bewegung gesetzt zu haben…. Nun gut. Was ist zu tun? Es ist kurz vor 20 Uhr und ich düse hoch an die Rezeption, die um 20 Uhr schliesst, um Hilfe anzufragen. Die Ranger sind aber alle schon weg, der Koch kann nicht helfen und so werden wir auf den Folgetag vertröstet.

Da erinnere ich mich an die Südafrikaner mit den Trailern und Tennisbällen an deren Anhängerkupplung. Aus Funk und Fernsehen kennt man das ja: Tennisball heftig an das Schloss schlagen und schon springt es auf. Ich frage nach einem Ball, was natürlich auf Interesse stösst, wieso, warum. So begleitet mich einer, weil er sehen will, ob das funktioniert. Tut es natürlich nicht :S !

Doch er nimmt sich der Sache an und bastelt mit dem Draht geschickt einen Haken, drückt diesen am Fenster entlang rein und angelt damit den Stöpsel der Verriegelung hoch. Wir sind überglücklich, auch aus dieser Misere heraus zu sein. Und er ist stolz wie Anton.
Wie schusselig muss man sein, alle Schlüssel im gleichen Bereich hinterlegt zu haben. Ab sofort sind sie anders verteilt!
Gegen 22 Uhr kommen gar noch die Ranger, um nachzusehen, wo sie denn am Morgen hinkommen müssen und sind erstaunt, dass alles schon erledigt ist. Und wir sind überrascht, dass wir auch von dieser Seite so grosse Unterstützung erhalten hätten :cheer: .

Beruhigt können wir nun noch grillieren und den Abend gemütlich ausklingen lassen.
Anhang:
Letzte Änderung: 02 Feb 2020 15:57 von Wild Dog.
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02 Feb 2020 16:36 #579161
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Hallo Nicole,

mit grossem Interesse verfolge ich deinen Bericht.
Zu der eingestürzten Brücke über den Runde River verweise ich auf den neuesten Newsletter vom Hupe-Verlag vom Anfang Januar. Demnach wurde eine neue Brücke im Dezember eröffnet.

Viele Grüße,
Matthias
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02 Feb 2020 16:59 #579166
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Hallo Matthias

Danke für dein Interesse!
Das mit der Brücke haben wir auch gelesen, können uns aber nicht so recht vorstellen, wo die denn ist. Denn wir haben im Oktober keinerlei Bautätigkeit gesehen, die darauf hinweisen würde. Allerdings waren einige Wege zum Runde River gesperrt und man sieht nicht immer zum Fluss. Vielleicht ist es dort, wo wir die Arbeiter gesehen haben?
Liebe Grüsse
Nicole
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02 Feb 2020 22:24 #579205
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  • Lois am 02 Feb 2020 22:24
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Hallo Nicole :)

Unglaublich, da bin ich mal ein paar Wochen nicht so fleissig im Forum unterwegs und schon verpasse ich fast Deinen Reisebericht :S

Schön, dass Du von Eurer ersten Balu-Reise schreibst! Einen Mini-Bericht haben wir zwar schon in der Lodge bekommen, aber beim ausführlichen Bericht incl. Bilder bin ich natürlich gerne dabei :) Was für Erlebnisse - ich bin begeistert! Na ja, mal abgesehen von der Batterie- und der Aussperr-Aktion :blink: Das braucht‘s ja nun wirklich nicht... Tolle Bilder habt Ihr wieder gemacht - da packt mich doch gleich wieder das Reisefieber :silly: Der Gonarezhou steht bei uns für 2021 auch schon ganz oben auf der Wunschliste.

Ganz liebe Grüße
Sandra
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03 Feb 2020 16:53 #579248
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Hallo Sandra
Du hast ihn ja jetzt gefunden :woohoo:
Ja, die beiden Pannen waren eine kleine Herausforderung! Doch ohne solche, wäre das Reisen weniger spannend, oder?
Wir haben fast jeden Kilometer mit Balu genossen - vorallem im Gelände. Auf der Autobahn mutierten wir bei Steigungen zum rollenden Hindernis...... :blink:
Wie war denn eure Reise während der Regenzeit?
Bis bald schon :)
Liebe Grüsse, Nicole
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