Unterwegs in den 1970er Jahren

550 Antworten · 99,6k Aufrufe · gestartet 24. Juli 2011 von wernerbauer
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Gast26. Jan. 2017 ·
Schubs......damit das hier nicht absackt:
Viele Besucher der Gardenroute und Küste machen auch gleich im Addo-NEP eine „Big5-light Safari“. In den hier beschriebenen 70ern war der Addo-NEP noch weit davon entfernt und auch kein Platz um Elefanten zu beobachten, sondern bloß ein größeres eingezäuntes Gehege, das von Touristen nicht befahren werden durfte und das kam so….ohne Historie geht’s bei mir nicht ab 🙂 :
In den 1920er Jahren wollten die Farmer die Elefanten um den heutigen Addo-NEP unbedingt weghaben und haben einen gewissen Major Pretorius damit beauftragt, der das auch fast geschafft hat. Dann hat sich die öffentliche Meinung geändert und diese wollte nun die letzten überlebenden Elefanten unter Schutz stellen, worüber Pretorius angeblich recht froh gewesen sein soll, weil die Jagd auf die letzten Tiere im dichten Addo-Busch immer risikoreicher geworden war. 1931 wurde dann der Addo-NEP gegründet. Die Elefanten konnten aber wieder nicht von den Farmen ferngehalten worden und schließlich wurden in den 50er Jahren ca. 2000 Hektar mit gespendeten Schrottschienen und Stahlseilen aus den Minen eingezäunt. Die „Gründungsherde“ das Addo-NPs war nur 22 Tiere stark. Auf Grund des kleinen Areals mussten die Elefanten auch zeitweise mit Futter versorgt werden.
Da das Gehege nicht befahren werden durfte, war der Addo kein Platz für gute Beobachtungen, elephant watching gestaltete sich in den 70ern so: Man konnte am Zaun entlang fahren und auf das Jahrtausendereignis hoffen, zufällig einen Elefanten am Zaun anzutreffen, denn nur 5 Meter dahinter hätte man diesen in dem dichten Busch nicht mehr gesehen oder höchstens den Rücken. Es gab auch Wasserstellen nahe am Zaun und Fütterungsplätze um Sichtungen zu ermöglichen und so die Attraktivität für Besucher zu steigern. Wegen der schlechten Sicht waren daher neben der Piste Erdhügel aufgeschüttet, auf welche man über eine lange Rampe auf- und abfahren konnte; so konnte man besser über den Busch schauen und hätte auch einen Elefantenrücken gesehen, wenn denn einer da gewesen wäre. Dort stand man also….und wartete……und wartete, sah mangels Elefanten dem eigene Schatten beim länger werden zu
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….und konzentrierte sich mehr auf die kleinen Tiere.
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…..und fuhr kurz vor Torschluss wieder zum Campingplatz.

Der Addo hat sich seither ziemlich gemausert und ich finde, dass er seine oft geringschätzige Bewertung nicht verdient hat. Man kann Elefanten aus nächster Nähe beobachten, hat eine Suhle vor der Veranda (wenn man das richtige Quartier gebucht hat)…..was will man mehr.
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Das Verhalten der Elefanten ist genauso bzw. nicht mehr oder weniger natürlich wie an jeder anderen künstlichen Wasserstelle in anderen NPs. Jeder NP, der auf ganzjährige Beobachtungsmöglichkeiten durch Wasserversorgung baut, liefert in einem gewissen Sinn eine „Inszenierung“. Der Unterschied ist bloß, dass man in Addo im Hintergrund Hochspannungsleitungen sieht und manchmal LKWs hört. Ein Gefühl eines Naturerlebnisses kommt dabei nicht auf, aber das ist ja auch in Etosha oder KTP kaum mehr möglich.

Grüße
und übrigens @ Wildelefanten im Kap: Die Knysna Waldelefanten gibt es wirklich. Ein südafrikanischer Freund ist vor ein paar Jahren den dortigen Marathon gelaufen und hat dabei Elefantendung am Weg gesehen…..kein Jägerlatein!
zuletzt bearbeitet 26. Jan. 2017
652 Beiträge · seit 200726. Jan. 2017 ·
Hallo Erika,
hast du nicht noch ein paar solcher Geschichten auf Lager? Ich hab so lachen müssen. In einem Film würde ich sagen: maßlos übertrieben". Aber das echte Leben schreibt solche Ereignisse. Ich glaube, dir fällt schon noch mehr ein,wenn du drüber nachdenkst. Es sind ja schließlich ein paar Jährchen ins Land gegangen. Auf alle Fälle sehr unterhaltsam und interessant. Vielen Dank, dass du dir die Arbeit machst, damit wir mit lachen können.
Viele Grüße
Mutsel
Gast09. Feb. 2017 ·
Schubs
Hier wurden öfters die Informationsdefizite angesprochen, mit denen wir früher notgedrungen gereist sind. Aber sogar heutzutage können professionelle Informationen potenziell gefährlich sein…..so habe ich vor ein paar Jahren beim Stöbern im Internet in einem renommierten modernen(!) Reisefüher gelesen, dass in Mozambique Rechtsverkehr herrscht 😮 . Ich weiß nicht wie viele Touristen dadurch zu Schaden kamen, aber auch ich musste die Auffindung der richtigen Straßenseite durch learning by doing bewältigen.

Welche Seite? @ Reisen ohne Ahnung.

Im August/September 1969 haben uns 2 Wochen ununterbrochener Regens in Natal hin- und hergetrieben. Egal wo wir hin fuhren, es schüttete…..kein Spaß für Bodenzelter mit Kleinkind. Weiter nördlich sollte es besser sein, also entschlossen wir uns nach Mozambique zu fahren, Visa hatten wir vorsorglich dabei. Wir nahmen die kürzeste Route über Swaziland und passierten die Grenze in Namaacha (?glaube ich?), nach Einbruch der Dunkelheit. Hinter dem Schlagbaum wurde die Straße eng und seehr schlecht. Es war stockdunkel, schüttete, schon viel zu spät um noch zu fahren, wir waren müde und angespannt…….und plötzlich kam die Frage: Auf welcher Straßenseite wird hier eigentlich gefahren, rechts wie in Portugal oder links wie in Südafrika, Swaziland etc. 🙁 ? Ein Schild über Seitenwechsel an der Grenze war uns nicht aufgefallen….aber haben wir drauf geachtet? Vor uns hatte kein Fahrzeug die Grenze überquert, das wäre aber sowieso nicht hilfreich gewesen, weil auf der miesen Piste jeder in der Mitte fuhr. Nach einigen angespannten Kilometern kam dann ein LKW entgegen und ich kam mir vor wie James Dean in „Denn sie wissen nicht was sie tun“…..wer weicht zuerst aus…und vor allem AUF WELCHE SEITE???!!!??? Ich fuhr dann links ran….UND ES STIMMTE 🙂 .

Grüße
Und noch ein paar alte Bilder vom Markt in LM (Maputo)
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zuletzt bearbeitet 09. Feb. 2017
1'715 Beiträge · seit 200610. Feb. 2017 ·
Noch ein VW-Bus in Hartenbos gesichtet.

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Er war auf dem Weg nach George, wo dieses Wochened eine Motor Show statt findet. Wird aber auf einem Anhänger gefahren, natürlich von einem (neuen) VW-Bus gezogen.

Gerhard der Besitzer hat in Bloemfontein (auch als Blämplämpläm bekannt)* ein VW Museum.
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Gruss
Emanuel

*Siehe HIER
http://africanomads.wordpress.com/ www.nelson2africa.blogspot.com https://europenomads.travel.blog/ YouTube Kanal https://bit.ly/3uEEK59
zuletzt bearbeitet 10. Feb. 2017
Gast13. Feb. 2017 ·
Hi BikeAfrika/Wolfgang @ Holzplantagen ein paar 46 Jahre alte Bilder zum Vergleich mit deiner aktuellen Tour, irgendwo zwischen Barberton und Piggs Peak aufgenommen; eine Ansicht glaube ich in deinen wiedererkennen zu können. An einem Bild sieht man auch schon eine kleine Aufforstung, aber an großflächige Plantagen kann ich mich in Swaziland nicht erinnern, eher nur auf kahle Bergrücken wie in den Bildern.

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Die Plantagen aus „african pine“, die eigentlich aus Nord- und Mittelamerika importiert sind, oder Eukalyptus gab es damals schon großflächig in Osttransvaal. Sie waren anfänglich ein viel diskutiertes Thema wegen Beeinträchtigung des Grundwasserhaushaltes, weil sie einen hohen Wasserverbrauch haben und die Nadeln am Boden den Wasserabfluss verstärken.

Und zuletzt noch ein Bild von der Sheba Mine oder Eureka (?) bei Barberton. Kaum zu glauben, dass das eine der ertragsreichsten Goldminen der Welt war und ist. Golden Quarry lieferte bis unvorstellbare 300 Unzen auf 50 Tonnen Gestein. 1970 sah das nicht sonderlich betriebsam aus, aber der spätere Höhenflug des Goldpreises hat das wieder geändert.

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Grüße
zuletzt bearbeitet 13. Feb. 2017
Gast15. Feb. 2017 ·
Fortsetzung @ Reisen ohne Ahnung
Es gab gerade eine Diskussion über die Tücken des Befahrens der Zentralkalahari durch Unerfahrene in der nassen Jahreszeit. Dazu fielen mir meine eigenen Halbschuh-touritischen Gehversuche in den „Pfannen“ ein:

Erster Versuch, 1976:

In Maun hatte uns jemand gesagt, dass in Sowa Pan gerade viele Flamingos seien und das wollten wir natürlich sehen und in unsere Heimreise nach SA einbauen. In Nata haben wir uns dann gleich entschieden, nicht die Hauptstraße über Francistown zu nehmen, sondern eine Direttissima in Form einer gestrichelten Linie auf der Landkarte in Richtung Serowe, welche an Sowa vorbeiführt. Der Plan war also: Flamingos anschauen und dann weiter in Richtung Serowe. Die Linie auf der Karte war dann bloß eine Spur in Richtung Süden/Südenosten, durch Busch/Grasland, oft um Hindernisse drehend und entsprechend langsam. Schließlich kamen wir an eine trockene Bucht der Sowa- (Sua)-Pfanne und dort sind wir dann eingefahren, bestaunten den weiten Horizont, die Kinder hatten „Auslauf“, wir sind entlang der Buchten herumgekurvt, haben eine sehr große Springbockherde gesehen und schließlich sahen wir rosafarbene Flecken am Horizont …….Flamingos, großartig und drauf zu 🙂 . Etwa dort, wo man die Vögel durch Tele und Fernglas bereits erkennen konnte, habe ich, Gott sei Dank, registriert, dass der Boden dunkler wurde und ich schon eine ordentliche Spur zog und eine innere Stimme sagte mir, dass das jetzt weit genug sei und wir besser umdrehen sollten 😕 .

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Also Rückzug, dazu sollte man aber zweckmäßigerweise die ursprüngliche Einfahrtsstelle in die Pfanne wieder finden, denn nur dort war die Chance auch die „Piste“ wieder zu finden. Wir sind also auf der eigenen Spur zurück, mit einigen Fehlversuchen, weil sich herausstellte, dass wir doch nicht überall die Einzigen gewesen waren. Nach mehreren Fehlversuchen habe ich dann auch unsere Einfahrtstelle in die Pfanne wieder gefunden. Die Weiterfahrt nach Süden in Richtung Serowe führte dann nach Grasland immer öfter durch Busch und Buschwald….es war kein Weiterkommen. Hin und wieder zweigten Spuren ab, ich hatte keine Ahnung ob ich auf der Richtigen war, die Tankanzeige fiel und fiel, ein Kanister musste dran glauben…und schließlich habe ich Serowe abgesagt und bin umgekehrt. In der Dämmerung waren wir zurück in Nata und haben gleich im „Zentrum“ übernachtet, d. h. neben dem Bohrloch im Flussbett.

Nachlese: Beim Herauskramen des Bildes mit den Flamingos kriegte ich abwechselnd Gänsehaut und Schweißausbrüche, denn ich sehe doch tatsächlich WASSER im Vordergrund und wir hatten nur 250 mm Brennweite. Eine Verwechslung ist aber ausgeschlossen, ich habe sicher nur ein Mal vor so einem Hintergrund Flamingos in Botswana gesehen, und eine Verwechslung mit Moremi ist wohl ausgeschlossen…………So hat das Sprichwort von mehr Glück als Verstand mir seine Bedeutung offenbart, denn die Tagesbilanz konnte sich sehen lassen: Nicht abgesumpft und wieder nach Hause gefunden. Wir hatten als Ausrede für unsere Blauäugigkeit wenigstens den damaligen Informationsmangel. Wer aber heute in Kenntnis der Schlammschlachten die sich da abspielen können und über 30 ist, so ein Risiko eingeht ist m. E. schon in einer eigenen Kategorie 😗 ….und das Internet ist voll davon......und es werden immer mehr.
und Grüße 
zuletzt bearbeitet 15. Feb. 2017
Gast25. Feb. 2017 ·
schubs, keine neuen alten Gschichtln auf Lager?
zur Überbrückung ein paar Bilder von "ungespurten" und menschenleeren Sossusdünen....sowas gab's ein Mal.

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Grüße
zuletzt bearbeitet 26. Feb. 2017
Gast01. März 2017 ·
SEARCHING FOR SUGARMAN auf Arte

Grüße an die 70er Im/Emigranten nach/aus SA! Erinnert ihr euch noch an diese Ohrwürmer in den 70ern in SA?
https://www.youtube.com/watch?v=Xw-BpTZAFRY
und
https://www.youtube.com/watch?v=NAaFTOLAziM

Voriges Jahr hat mich Jemand, der wusste, dass ich damals in SA war, gefragt ob ich mich noch an Sixto Rodriguez erinnern könnte. Konnte ich nicht, nie gehört. Dann hat er mir „I wonder“ vorgespielt und da hat es gleich geklickt, das und andere seiner Lieder hatten eine Zeit lang in SA bei manchen jungen Leuten Kultstatus, was für ein Dejavu 🙂 !! Im stockkonservativen und puritanischen Südafrika gab es ja nichts annähernd Vergleichbares zu „Hippies“, „68ern“ udgl. im Rest der Welt, sogar "Hair" war verboten (!) und dieses Vakuum hat Rodriguez gefüllt.
Die Lieder habe ich gleich wiedererkannt, die dahinter liegende spannende Geschichte kannte ich nicht, denn Rodriguez hat damals von seinem Erfolg in SA nie erfahren. In den 90ern haben Südafrikaner recherchiert was denn aus ihm geworden ist und ihn im Zuge dessen ausgeforscht und wiederentdeckt. Darüber und die Lebensgeschichte von Rodriguez wurde die spannende Doku „Searching for Sugarman“ gedreht, die am Freitag 3.3.17 auf Arte läuft. Für mich *****
Grüße vom leser
zuletzt bearbeitet 01. März 2017
2'399 Beiträge · seit 201101. März 2017 ·
Hallo,

ich kann mich dem Lob von leser für den Film nur anschließen. Ich habe den Film damals im Kino gesehen.

LG aus dem sonnigen Puerto de la Cruz,

Karsten
[size =3] Infos NordTZ 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/301813-infos-nordtansania-juni-juli-22.html?start=0 RB Kenia 2020 https://www.namibia-forum.ch/forum/156-diverses/299653-kurzer-rb-kenia-sept-2020.html?start=0 Reisebericht Südtanzania 2013 http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/282710-tanzanias-sueden-daumendruecken-hilft-nicht-immer.html Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 http://www.namibia-forum.ch/forum/16-unterkuenfte/254072-kurzbericht-7-wochen-nam-bots.html Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis http://www.namibia-forum.ch/forum/139-off-topic/241529--30-tage-gefaengnis.html Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/263931-18-nights-in-the-bush-ha-ha-ha.html Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB http://www.namibia-forum.ch/forum/158-diverses/285690-tansania-februar-2015-kein-reisebericht.html?limitstart=0&start=12] Walking Safari Zimbabwe 97 https://www.namibia-forum.ch/forum/148-diverses/287052-walking-safari.html?limitstart=0
zuletzt bearbeitet 01. März 2017
1'715 Beiträge · seit 200603. März 2017 ·
An den Sänger kann ich mich nicht erinnern.
Beim Thema Musik kommt mir in den Sinn, dass die Beatles damals nicht am Radio gespielt wurden, weil eines der Bandmitglieder in einem Interview sagte sie seihen bekannter als Jesus.

Soviel Macht hatte die Kirche damals im Land.

Gruss
Emanuel
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zuletzt bearbeitet 03. März 2017
Gast03. März 2017 ·
Ja so war's Emanuel. Vorster, die Nasionale Party, BOSS, die kerk und ihre dominees gaben den Ton an.
Im öffentlichen Schwimmbad wurde ich ein mal angepflaumt, weil ich den Tag des Herren dadurch entehrt hatte, dass ich meinen einjährigen Sohn nackig im Gras krabbeln ließ.
Grüße
Gast07. März 2017 ·
Hi, gerade habe den RB von Chrissie über Hwange gelesen und fasse mir ein Herz um etwas los zu werden und das ist die Vegetationsvernichtung durch eine (m. E.) Überpopulation von Elefanten in manchen Regionen, womit man sich hier und im Allgemeinen ziemlich unbeliebt machen kann. Das Thema wurde ja schon öfters kontrovers diskutiert und ich will die Diskussion hier nicht fortsetzen, aber Teil dieses Themas hier sind ja auch die Veränderungen seit den 70ern.

Die durch den Überbestand verursachte Vegetationsvernichtung ist m. E. in vielen Reiseberichten erkennbar und sie dürfte immer ärger werden. Die kahlen Flächen um die Wasserlöcher werden immer größer, der Mopane ist wie mit der Heckenschere auf 1 bis 1 ½ Meter gestutzt und ausgedünnt, Bäume sind großflächig verschwunden etc. Da ein Bild gleich 1000 Worte ist, hier zwei von Chrissie geklaute Bilder von Big Tom‘s in Hwange vs. den Status aus Mitte 70.
2016 aus https://www.namibia-forum.ch/forum/151-diverses/291760-schwierige-reiseplanung-schoener-urlaub-in-bot-zimb.html?start=24 von chrissie
ChrissiBigTom's1.jpg

ChrissiBigTom's2.jpg

Mitte 1970er
Der Big Tom's Hide
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Der Ausblick vom Hide
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Grüße
zuletzt bearbeitet 07. März 2017
Gast10. März 2017 ·
Mit der DC3 nach Selibe Phikwe und zurück.

Es ging ja durch die Presse, dass die PCL und auch andere Kupfer/Nickel-Schmelzer in Selibe (Selebi) Phikwe geschlossen oder heruntergefahren werden, was die Stadt bald zu einer Geisterstadt machen wird. Das brachte mir meinen Besuch dort in den 70ern in Erinnerung.

Ich flog von JHB (damals Jan Smuts) mit Air Botswana oder so ähnlich, jedenfalls nicht SAA, denn die Stewardessen waren schwarz. Das Flugzeug war eine DC3 und obwohl das erst mein zweiter Flug überhaupt war, war mir auch damals bewusst, mit welcher Flugzeuglegende ich da flog. Der Einstieg war ein Aufstieg (die DC3 lag auf einem Heckrad auf) und sobald die Motoren angeworfen waren, war es vorbei mit Konversation.
Selibe Phikwe war keine „gewachsene“ Stadt, sondern das Werksgelände einer erst in den 60ern erschlossenen Mine und Kupfer-/Nickelhütte mit den dazugehörigen Häusern und Unterkünften für das technische Personal und Management (weiß), die schwarzen Arbeiter und die örtliche Verwaltung, ein paar Geschäfte, eine Hotel, das war‘s. Eine Industrieenklave im Busch, keine/kaum Teerstraßen, daher seeehr staubig, nur für Hartgesottene und kein Platz für zu Hüttenkoller Neigende. Die Straßen zur botswanischen „Außenwelt“ oder zur Grenze waren so schlecht, dass die Gesellschaft PKW-Fahrten nur mit „bewährten“ Automarken erlaubte, z. B. Peugeot, alles andere blieb mit Pannen liegen und musste geborgen werden. So wurde möglichst viel eingeflogen, von Ersatzteilen für die Mine/Hütte, bis Fenster und Türen und Schrauben und Konsumartikel. Und das machte die Firmenpiste in Selibe Phikwe zum International Airport…..und die Konsequenz davon war, dass man beim Abflug ZWEI Stunden vor Abflug dort sein musste. Da saß man dann, gemeinsam mit den anderen 30 oder so Passagieren, nach der Passkontrolle in einer Hütte oder im Freien unter einer Zeltplane in brütender Hitze, rauchte eine nach der anderen…..

Für diese Langeweile entschädigte AirBW dann folgendermaßen: Der Rückflug ging über Gaberone und bereits am Weg dorthin flogen wir in eine gewaltige Gewitterfront. Rundum blau/schwarze Wolkentürme, Blitze, das Flugzeug wurde unheimlich durchgerüttelt, sackte ab……ein Flugerlebnis zum Speixxx. Nahe vor Gaberone kam dann die Durchsage, dass der Flughafen dort wegen schwerer Gewitter und Stromausfall gesperrt war und wir in der Nähe in ??????? (vergessen) landen werden, um Passagiere aus- und zusteigen zu lassen. Kaum gesagt, legte der Pilot die DC3 in eine steile Abwärtskurve in ein Tal zwischen zwei Bergrücken, mit gefühlten 30 Grad Seitenneigung, dann sah man eine unbefestigte Piste und dort rumpelten wir d’rauf und kamen (für mich ziemlich nahe) vor Bäumen am Ende der Piste zu stehen. Hohe Schule für Buschpiloten, zumindest für Fluglaien wie mich. Es gab dort kein Gebäude, nur ein im Sturm flatterndes Militärzelt für die Abfertigung der Aus- und Zusteiger und als Wetterschutz. Die Weiterflieger durften auch raus, weil zuerst einige Kleinflugzeuge wegen des Schlechtwetters dringend runter gelassen werden mussten. Diese drehten Warteschleifen und der Sturm war so stark, dass man jedes Mal, wenn ein Flieger in den Wind drehte, hören konnte wie die Motordrehzahl absackte. Nachdem alle gelandet waren, waren wir dran und das war auch höchste Zeit, weil es schon dämmerte. Die DC3 beschleunigte und nach ca. 2/3 der Rollbahnlänge dröhnten plötzlich die Motoren und alles vibrierte entsetzlich weil der Pilot die Maschine wieder abbremste, schließlich standen wir -schon wieder- ziemlich nahe an den Bäumen. Dann kam die Durchsage des Piloten, dass alles i. O. und reine Routine sei, es wäre sich aber nicht ausgegangen und beim nächsten Versuch werde er auf ein Abflauen des Windes warten (hoffen?)….und das klappte dann, wir fegten über die Baumkronen und stiegen ….. und kamen mit ziemlicher Verspätung nach Jan Smuts.

Als ich zwanzig Jahre später wieder in Selibe Phikwe war, habe ich meinen Augen nicht getraut. Da stand eine richtige Stadt, mit shopping malls, Geschäften, Hotels, geteerten Straßen mit Blumenrabatten……was für ein Aufstieg und jetzt das Aus. Sozialpläne gibt es nicht, Khama sagt, dafür fehlt das Geld, aber für Panzer und Kampfbomber hat er es, die Leute tun mir echt leid.
Grüße
zuletzt bearbeitet 10. März 2017
828 Beiträge · seit 201610. März 2017 ·
Hallo Leser

Danke für die Schilderung mit der DC3 😄 Damals konnten Piloten noch fliegen, Buschpiloten können es auch heute noch...die sind ganz weit entfernt von den "Knöpfchendrücker" heute. Auf einer Langstrecke werden bei SWISS zum Beispiel gerade noch 6-8 Minuten manuell geflogen, den Rest übernimmt der Auto Pilot und die Piloten machen System Monitoring, wie sie das nennen... 😎
Gast11. März 2017 ·
Guten Abend, noch ein Nachtrag zu den Straßenverbindungen damals von SA nach BW mit einem Bild von Martins Drift, als der Name noch zutraf…..obwohl bereits betoniert.
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An der „Hauptstraße“ vom Rand über Rustenburg (heutige 4) nach Gaberones/Gaborone (über Lobatse?) war auch eine betonierte Furt (auf SA-Seite?). Diese blieb mir in Erinnerung, weil wir mit einem Fiat 124 etwas Herzklopfen wegen der starken Strömung hatten. Nachdem alle anderen Verbindungen/Übergänge zwischen dieser und Martins Drift, soweit überhaupt vorhanden, sicherlich noch weniger ausgebaut waren, würde das bedeuten, dass es damals überhaupt keinen regensicheren Übergang von SA nach BW gab. Oder?
Grüße
Gast18. März 2017 ·
Schubs, mit Alt-Grahamstown…..laut aktuellen Bildern im Google haben sich nur die Autos verändert
und Grüße

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1'525 Beiträge · seit 201118. März 2017 ·
DC-3

....bin mir nicht sicher, ob die DC-3 immer noch die Mara abdeckt....aber in den 70 igern (damals als Sunbird und später

als Air Kenya ) flog sie regulär Wilson-Mara-Wilson.....eine unglaubliche Flugerfahrung.......

das waren noch Zeiten..... 🙂 🙂 🙂

lg.....BMW
1'715 Beiträge · seit 200618. März 2017 ·
Gramhamstown ist immer noch eine sehenswerte kleine Stadt. Es wird auch einiges unternommen um die alten Häuser instand zu halten.

Foto vom März 2015
P3100505.JPG



Es liegt nicht direkt am Weg, aber der kleine Umweg lohnt sich.

Gruss
Emanuel
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Gast31. März 2017 ·
Früher war manches aber nicht alles besser, oder?

In einem anderen Thema gab es gerade (nicht weiter diskutierte) Äußerungen über die Vorzüge oder Nachteile der „guten alten Zeit“, dazu ein paar Gedanken…..also, alles ab hier ist m.E., ohne dessen nervige Einfügung.

Dass früher weniger Leute waren, war wohl wirklich schöner. Die Möglichkeit in Botswana und Namibia einfach los zu fahren und zu bleiben wo’s gerade schön war und passte, hatte schon seinen Reiz. Aber das ist größtenteils vorbei und dem ewigen Paradoxon der Reisenden geschuldet: Alle wollen HIN fahren aber DORT wollen alle alleine sein. Aber, je mehr Komfort geboten wird, desto mehr fahren an Plätze, an die sie ohne diesen nicht gefahren wären. Des einen Freud, des anderen Leid. Es ist halt jetzt anders und so wie es eben ist, man kann es akzeptieren oder bleiben lassen….das ist aber ein eigenes Thema.

Ein paar Erinnerungen zu etwas, was im südlichen Afrika seit damals besser wurde, nämlich der Tier- und Landschaftsschutz, der zu einem hohen Ausmaß der touristischen Entwicklung zu verdanken ist.

Außerhalb der etablierten NPs und GRs (Kruger, Natalparks…) gab es, mit Ausnahme einiger Grenzregionen, in SA kaum mehr Wild-(Groß-)tiere, SA war von Wildtieren so ziemlich „gesäubert“. Bei einem Feld-oder Waldspaziergang auf Heimatbesuch habe ich mehr Wildtiere, Hasen, Rehe, Rebhühner Fasane… gesehen als irgendwo in SA außerhalb eines Nationalparks. Der Kruger war die einzige Region in der man alle Big 5 an einem Platz sehen konnte. Die Jagd war überhaupt nicht so elitär wie heute und für Durchschnittsbürger, „kleine Leute“ und Mittelständler, einfach und leistbar, das hatte Auswirkungen. Bocke skiet auf einer Farm war billig oder gratis, wenn man die richtigen Kontakte hatte, und eine komplette Big-5-Lizenz am Sambesi oder in Botswana lag im Leistungsbereich eines Mittelständlers. Antilopen u. a. große Grasfresser auf Farmen wurden selten gehegt, außer für die Eigenjagd, ansonsten waren sie nur Konkurrenz für Nutztiere. Hin und wieder brach ein Löwe aus dem KNP aus und schaffte es bis ins mittlere Transvaal bis er abgeschossen wurde, von Einfangen und Rückführung keine Rede.

Oder z. B. Rhodesien: Dort lief bis in die 60er Jahre ein „game control“ Programm zum Schutz der Rinderranch-Gebiete vor Tsetsefliegen. Dabei wurden bis 20 Km breite und hunderte km lange Korridore durch Totalabschuss ALLER Wildtiere, vom Elefanten bis zum Duiker, tierfrei gehalten. Teile des heutigen Gonarezhou waren auch Abschusszonen. Die Abschusszahlen betrugen viele tausende Tiere jährlich. Mit ein bisschen Geduld sind die alten Dokumente dazu sicherlich im Internet auffindbar.

Oder z. B. Mozambique: In den 60ern wurden die letzten Elefanten in Mozambique südlich des Maputo noch bejagt. Der Besitzer des bekannten Campingplatzes in Malongane, Herr Ferreira, hat uns Gschicht‘ln von seinem Vater erzählt, der ein berühmter Safariführer in der Region gewesen sein soll. Restbestände wurden in die Reserva de Elefantes de Maputo getrieben, und ein paar Tiere haben auch im kaum besiedelten Grenzgebiet zu SA überlebt.

Oder z.B. die Natal-Parks: Diese und insbesondere Umfolozi waren zwar „Zuchtanstalten“ für Nashörner, insbesondere weiße, es gab aber nirgends mehr alle Big-5 zu sehen, Elefanten, Löwen, Büffel waren dort längst bis auf wenige Tiere ausgeschossen gewesen, usw….

Seitdem sind dutzende neue NPs, GRs. NRs u. a. Schutzgebiete, des Staates oder der Provinzen oder Gemeinden oder Privater, entstanden. Diese neuen Flächen wurden mit Überschussbeständen aus den etablierten Parks, insbesondere Kruger, und aus privater Zucht bestückt. Der Tierbestand, auch bei Großtieren, muss sich seither verxxfacht haben. Bontebock/Blesbock, schwarze Wildebeest, Eland waren so gut wie ausgerottet und gibt es nun in Zahlen wie schon seit 100 Jahren nicht mehr. Eine echte Erfolgsgeschichte, die auch vielfach von Privaten getragen und gestaltet wurde. Wobei der Tierschutz auch gleichzeitig Landschaftsschutz bedeutet, weil Flächen vor Besiedlung oder ruinöser landwirtschaftlicher Bewirtschaftung geschützt wurden.

Die Motive und Triebfedern dieser Erfolgsgeschichte waren nicht nur „idealistisch“ sondern natürlich auch kommerziell, für Erlöse aus dem Tourismus, und (nicht gerne gehört) aus der Jagd oder anderen Verwertungsarten. Schutzgebiete stoßen irgendwann an ihre Kapazitätsgrenzen und diese Überschüsse wandern dann zu den Jagdfarmen, was aber nie an die große Glocke gehängt wurde.

Die Landschaftsreserven dürften jetzt aber bald erschöpft sein, man wird sehen, wie dann mit Überpopulationen umgegangen werden wird. Der Addo zeigt z. B. schon ziemliche Abnützungserscheinungen.

Grüße
und ich schreibe dann noch etwas über Ndumo und die Reserva de Elefantes de Maputo, weil dort wenig Leute hinzufahren scheinen….den Reiseberichten nach zu schließen.

Und ohne ein Bild geht es nicht………………..im alten Ndebele Dorf bei Pretoria

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