Tag 9
Hoada Campsite mit Twyfelfontain
(oder auch „es kommt anders als man denkt“)
Vorab: Es wird heute wieder extrem textlastig und weniger Bilder
Heute lassen wir es gemütlich angehen, wir fahren nur bis zur Hoada Campsite über den Grootberg Pass und hätten somit nur 189km auf der Uhr.
Bei unserem deftigen Frühstück entscheiden wir uns, einen kleinen Abstecher nach Twyfelfontain zu den Felsmalereien zu machen, wir haben ja Zeit.
Die Führung durch die Felsmalereien ist sehr interessant und äußerst kurzweilig.
Unsere Guide(in) erklärt sehr gut und hat auf alle Fragen der Teilnehmer eine passende Antwort.
auch ist etwas Natur vorhanden
Zurück im Visitor-Center möchten wir unserem Durst stillen, jedoch hatten wir diesen Plan ohne die zuständige Verkäuferin gemacht. Diese schlief friedlich hinter der Theke, so dass es etwas Zeit und mehrmaliges „auf sich aufmerksam machen“ bedarf, bis die junge Dame, leicht Schlaftrunken, die Getränke aus dem Kühlschrank brachte.
Weiter geht die Fahrt über die D2612-C39-C43 über Palmwag auf die C40, die Landschaft wieder einmal abwechslungsreich und einfach nur schön. Zwischendurch gönnten wir uns eine Brotzeitpause (wir hatten ja Zeit) und erfreuten uns einfach an der Landschaft
Wobei es sich langsam eintrübte und irgendwie richtig aufregende rund 26 Stunden begannen
Ca. 3 km vor der Passspitze, wurde plötzlich der Traum (vermutlich) aller Reisenden war:
Alle Alarmlichter gingen an und der Hilux hatte einen kompletten Leistungsverlust, an eine Weiterfahrt war nicht mehr zu denken bzw. möglich.
Logischerweise testen man(n) erst den berühmten Master-Reset (Ausschalten, neu starten und nochmals probieren) selbstverständlich ohne Erfolg.
Glücklicherweise hatten wir an dieser Stelle Empfang, so dass ich direkt die „Savanna-Hotline“ anrufen konnte und um Hilfe bat. Der äußerst nette Telefonjoker stellte nach Angaben des Problems sofort fest: „Dies kann nur am Turboschlauch liegen“
Dies soll ich doch mal prüfen „ähm, ich bin kein KFZ-Mechaniker, auch habe ich keine erste Hilfe KFZ Kurs vor dem Urlaub besucht“ was und was und vor allem wo ist der Turboschlauch?

Also Motorhaube geöffnet und nach telefonischer Anweisung ein bisschen im Motorraum rumgeruckelt, gewackelt und nach irgendetwas Losem gesucht. Natürlich ohne Erfolg (Habe ich es schon erwähnt: ich bin kein KFZ’ler).
Leicht genervt erkläre ich mehrfach dass ich keinen lockeren, entfernten oder losen Schlauch finden kann, ebenso erklärt mir der Telefonjoker: Es muss aber etwas ab sein, nämlich der Turboschlauch. Langsam kann ich das Wort nicht mehr hören und erkläre am Telefon nun meine Notlage und bitte um Hilfe vor Ort.
Nach ausgiebigem Austausch der geographischen Kenntnisse erklärte mir nun der Savanna Mitarbeiter das er eine Werkstatt in Kamanjab ausmachen werde und sich wieder melde.
Wir sitzen derweil gemütlich, mit Warnblinker“ im Auto da es zwischenzeitlich (seit der Suche nach dem ominösen Turboschlauch) leicht regnete und die Durchfeuchtung der Bekleidung begann.
Schließlich rief ich nochmals bei Savanna an und fragte nach dem Stand der Dinge, mir wurde erklärt das er noch in Klärung ist und wir warten sollten.
In einem Akt der Verzweiflung startete ich den Hilux nach ca einer Stunde nochmals, und siehe da, alle Warnleuchten aus, Gang eingelegt und er fuhr wieder ganz normal.
Also selbständig entschieden „Wir fahren weiter“.

Wir sind eh in Richtung Kamajab unterwegs und fahren dem Techniker entgegen.
Auf dem Pass angekommen (sehr langsam und vorsichtig gefahren) rufen wir wieder an und der Techniker fragt uns nun ob wir nun vielleicht umdrehen und zurück nach Palmwag fahren könnten? Nein, natürlich wollen wir nicht,

wir sind froh auf dem Pass zu sein und möchten gerne Richtung Camp fahren. Wir vereinbaren unsere Weiterfahrt und werden sehen, wie weit wir kommen. Bestenfalls schaffen wir es bis zum Camp.
Schon fast im Schleichgang (aus Angst es könnte wieder ausfallen) schaffen wir es bis zu unserem Ziel, checken ein und rufen wieder bei unserer Telefonseelsorge an.
Ein Techniker ist unterwegs, um das Auto zu checken und gegebenenfalls zu Reparieren.
Es wieder langsam aufwärts.
Natürlich bauen wir erst einmal nicht auf, sondern warten auf unseren gelben Engel.
Gegen 16:30 fährt ein Safari-Fahrzeug der Palmwag-Lodge mit unserem Techniker vor.
Pünktlich zu seiner Ankunft öffnet der Himmel all sein Schleusen und ein ca. 20-minütiger Wolkenbruch ergießt sich auf uns.
Mit dem Ende des Regens beginnt der Techniker mit der Kontrolle des Motors
und stellt fest: Der Turboschlauch ist nicht locker (wie auch, hat ihn ja keiner wieder befestigt) und es liegt ein anderes Problem vor.
Dies erklärt nun auch weshalb ich keinen lockeren Schlauch gesehen habe

Er telefoniert mit Savanna und vereinbart die Freigabe für einen Besuch morgigen Besuch der Falkenberg Garage in Kamanjab um die Motorelektronik auszulesen.
Wir bedanken uns, in Form eines großzügigen Trinkgeldes und Getränke für die Rückfahrt beim sehr netten und freundlichen Mechaniker.
Wir entschieden uns, den nicht vorhandenen Sonnenuntergang und die aufregenden letzten Stunden, an der Bar mit etwas Alkohol wegzugießen.
Nach einem leckeren Grillabend legten wir uns zeitig in Bettchen da wir möglichst bald losfahren wollten
Matthias