THEMA: Ein echtes Abenteuer am Oranje
14 Mär 2016 13:49 #423482
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  • Equilibre am 14 Mär 2016 13:49
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Nach meiner selbstorganisierten und durchgeführten Radreise durch Südafrika und Namibia wollte
ich mir einen gemütlichen und entspannten Urlaub gönnen, bei dem alles bereits organisiert und
geplant ist und ich nur noch ins Boot steigen muss, um mich treiben zu lassen.

Im Januar 2015 überquerte ich zum ersten mal den Oranje River, damals unterwegs mit dem
Fahrrad um innerhalb von drei Monaten von Kapstadt nach Windhoek und wieder zurück zu radeln.
Damals übernachtete ich direkt am Flussufer und erfuhr davon, dass man eine Mehrtagestour mit
dem Kajak machen kann. Allerdings war mein Ziel ja Windhoek mit dem Fahrrad zu erreichen und
ich wollte nicht all zu viel Zeit am Oranje lassen um noch Puffer für Krankheit oder Reparaturen
am Fahrrad zu haben.
Nach der Radreise ging mir der Oranje allerdings nicht mehr aus dem Kopf und ich informierte
mich über den Fluss und die Optionen einer Kajaktour um noch einmal zurück zu kehren...


Im Januar 2015 übernachtete ich im Felix Unite Camp












Am nächsten Morgen ging es weiter auf der Pad, kein Anzeichen, dass direkt hinter den Hügeln links ein grünes Flussbett sprießt.
Letzte Änderung: 22 Mär 2016 11:42 von Equilibre.
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15 Mär 2016 11:58 #423605
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  • KarstenB am 15 Mär 2016 11:58
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Hallo,

wie von dir gewohnt, wieder wunderschöne Fotos! Danke dafür.
Bin gespannt auf Deinen Bericht.

LG aus dem hell- ;) grauen HH,

Karsten
RB Kenia 2020 www.namibia-forum.ch...pt-2020.html?start=0
Reisebericht Südtanzania 2013 www.namibia-forum.ch...lft-nicht-immer.html
Kurzbericht 7 Wochen Nam-Bots 2012 www.namibia-forum.ch...wochen-nam-bots.html
Bericht Zimbabwe 1995: ... 30 Tage Gefängnis www.namibia-forum.ch...tage-gefaengnis.html
Reisebericht 2008: 18 Nights in the Bush - ha-ha-ha www.namibia-forum.ch...e-bush-ha-ha-ha.html

Nordtansania Feb. 2015 - Kein RB www.namibia-forum.ch...imitstart=0&start=12]
Walking Safari Zimbabwe 97 www.namibia-forum.ch...ri.html?limitstart=0
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15 Mär 2016 13:01 #423630
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  • ANNICK am 15 Mär 2016 13:01
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Coucou,

Mensch die Bilder vom Orange River und Felix Unite Camp machen mich nostalgisch! :)

Uns hatte es dort sehr gut gefallen. :)

Ich komme auf jeden Fall mit!!!! :silly:

Es grüsst
Annick
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16 Mär 2016 12:30 #423826
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Na dann wollen mer mal!
Jetzt hole ich mal etwas weiter aus und wir kommen dann später zum Oranje!

Gestartet wurde wie auch Anfang 2015 in Kapstadt. Es gab noch einige Orte nahe der N7, die ich gerne noch sehen wollte, aber damals mit dem Fahrrad nicht geschafft hatte. So machte ich mit ein paar Bekannten von damals, inwzischen guten Freunden, eine tolle Motorradtour um auch endlich die Basstölpel Kolonie in Lamberts Bay zu sehen und vieles mehr, aber das ist eine andere Geschichte, zu der ich vllt ein anderes mal mehr schreibe.
Zurück in CPT also nahm ich den Elwierda Bus nach Vredenburg um eine kleine Runde Kajakfahren zu gehen, für die Einstimmung. Außerdem konnte ich gleichzeitig Jerome wieder treffen, der mich damals beim Radlfahren für zwei Nächte beherbergte.
Es war ein ziemlich schöner Kurztrip in die Saldanha Bay und am Tag darauf am Bergriver.
Fotos sagen mehr als 1000 Worte:





Der weiße Sandstrand und das türkisblaue Wasser erinnert fast an die Karibik








Da ich mich allgemein sehr für die Natur interessiere hat mich Jerome auf einen kleinen Naturkunde Trip auf dem Kajak mitgenommen und mir von Austern, Miesmuscheln, Redbait, Seaweed und Seadicks erzählt. ÄH MOMENT! Seadick...?
JA, der wird hart und spritzt ab wenn ihn eine hübsche Dame berührt....
Tut mir leid, das ist jetzt versaut und unsittlich, aber so wurde mir das erklärt :laugh:



Weiter ging es für eine Übernachtung am Bergriver, am nächsten Tag nahm ich die Kamera nicht mit aufs Wasser, weil ich einfach mal mit eigenen Augen genießen wollte.






Der wunderschöne Mondaufgang am Abend zuvor war wirklich einmalig!
Am darauffolgenden Tag ging es dann auch schon mit dem Bus weiter an die Grenze SA-NAM und weiter zum Oranje, naja so dachte ich zumindest. Mehr zum Abenteuer an der Grenze im nächsten Post.
Letzte Änderung: 22 Mär 2016 11:42 von Equilibre.
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19 Mär 2016 09:32 #424137
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Ab gehts mit dem Intercape nach Noordoewer um dort von einem Guide abgeholt zu werden und zum Camp zu fahren. Die Busse sind wirklich extrem bequem, so etwas bin ich von Europa bzw Deutschland nicht gewohnt. Man kann eine Fußstütze hochklappen und den Sitz extrem weit nach hinten lehnen, sodass man fast wie in der Businessclass daliegt (Die ich leider nur vom Vorbeigehen kenne). Bei so einer langen Fahrt war das wirklich enorm komfortabel. Filme gab es auch zu sehen, allerdings etwas schwierig zu verstehen da alles über die Lautsprecher über den Sitzen abläuft, sollte man seine Ruhe haben wollen wird man leider trotzdem beschallt. Aber die Filme waren gut, also schaute ich zu.



Mit etwas Verspätung kamen wir nach der Grenzkontrolle in Noordoewer an. Der Busfahrer fragte noch ob mich hier wer abholt und ob er mich daher getrost alleine stehen lassen kann? Jaja! Klar, kommen gleich, wurde mir ja nochmal bestätigt als ich im Hauptbüro angerufen hatte.
Aber da war noch keiner. Naja ist ja Afrika, also warte ich mal ein bischen. Es wurde allerdings nur noch dunkler als es eh schon war, aber gekommen ist leider auch nach 2 Stunden niemand :(
Langsam bekam ich etwas Sorge, also rief ich die SA Nummer an, die ich mir extra noch erfragt hatte, falls, nur falls etwas schief gehen sollte...
Keine Antwort... Vielleicht ist ja auch mein Telefon kaputt.
Also weiter zum Zoll, ob mir vllt jemand weiter helfen könne, ich glaubte mein Telefon ist kaputt.
"Sind wir hier ne öffentliche Telefonzentrale?"
-"Nein, natürlich nicht, aber wollen Sie dass ich dann hier vor Ihrem Counter meinen Schlafsack aufrolle?"
Ok das hat geholfen, vllt aber auch die halbe Träne die ich nicht verdrücken konnte, nachdem ich von der langen Reise schon etwas fertig und müde war und eigentlich ja bereits im Camp beim Abendessen sitzen wollte.
Also bewegte sich die nette Dame weg von ihren youtube Videos und versuchte die Nummer zu erreichen, die ich hatte.
Keine Antwort... Mist!
Auch im Büro in Durbanville war niemand zu erreichen, ja klar, war ja inzwischen auch fast 12 Uhr nachts.
Aber die hilfsbereite Dame gab nicht auf, sie hatte einen neuen Plan. Ein Kollege von Ihr hat wohl mal als Riverguide gearbeitet, also kontaktierte die Dame vom Zoll ihren Kollegen, der eigentlich schon zu Hause war. Innerhalb von 15 Minuten stand er mit seinem Auto da und bot mir an mich zum Camp mitzunehmen! WOW, das ist einfach fantastisch, absolut klasse. Da kommt der gute Mann von zu Hause lässt die Frau und Kinder stehen um eine Fremde Touristentante abzuholen!
Ganz herzlich bedankte ich mich auch bei der Frau vom Zoll für Ihre Hilfe und nahm dankend das Angebot des Kollegen an.
Am Camp angekommen, war aber keiner vor Ort. Nicht eine Menschen Seele!
Auch der nette Herr realisierte das, nachdem wir einmal komplett alle Gebäude abgelaufen hatten. Er wusste auch nicht genau was hier los war, aber bot an mich ins Nachbarcamp zu bringen. Er hatte wohl früher für Felix Unite gearbeitet und wusste dass dort die ganze Nacht Security sind. Gesagt getan. Zum Glück war hier endlich jemand vor Ort und lies mich ohne Probleme rein. Zumindest konnte ich hier die Nacht verbringen und am nächsten Morgen den Manager um Hilfe bitten.
Die Nacht verbrachte ich natürlich weitaus schlaflos, waren ja auch nur noch ca 5 Stunden bis Sonnenaufgang, ein Auge konnte ich aber trotzdem nur für ein paar Minuten schließen. Zu viel ging in meinem Kopf umher. Was war hier los?

Letzte Änderung: 19 Mär 2016 09:33 von Equilibre.
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22 Mär 2016 11:41 #424524
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Frühmorgens um 6 Uhr machte ich mich also zu Fuß auf in das Camp zu wandern, bei dem ich eigentlich die Tour gebucht hatte. Mit meinem schweren Rucksack war das gleich ein tolles Workout.
Allerdings hatte sich nicht viel verändert zur Nacht zuvor, Immernoch kein Anzeichen einer Menschenseele. Kurz hinter dem Camp war ein kleines Farmhaus und es duftete nach Essen, allerdings waren alle Fenster und Türen verammelt. Ich klopfte mehrere Male und rief, ob mir wer helfen konnte, aber keine Reaktion. (Der Farmer muss wohl Angst vor mir gehabt haben?!)
Also wanderte ich wieder zurück zu Felix Unite, die Managerin war schon unterwegs und ich überraschte Sie im Büro. Auch sie war sehr erstaunt über meine Geschichte und bot sofort Hilfe an. Sie versuchte sofort das Büro der Nachbarsfirma zu erreichen, aber um 7 Uhr morgens war dort noch niemand zu erreichen. Sie meinte ich solle erst mal gemütlich einen Kaffe trinken und auch gerne Duschen falls ich möchte. Das war Gold in meinen Ohren und ich nahm das Angebot mehr als dankend gerne an.
Die Hilfsbereitschaft seit gestern Abend an der Grenze war einfach sensationell, was hätte ich nur getan ohne diese Menschen? Da würde ich vermutlich immernoch mit leerem Magen und dementsprechender Laune am Grenzposten stehen.
Die Dusche und der Kaffe danach hoben meine Laune enorm! Als die Managerin dann etwa um 11 Uhr zu mir kam und meinte Sie hätte jemanden im Büro erreicht machte mein Herz einen Luftsprung.
Endlich klärte die Sache sich!
Die Dame im Büro hat wohl einen rießigen Schrecken bekommen. Am Ende kam raus, dass mir eine falsche Telefonnummer gegeben wurde und die Guides im Camp nicht bescheid wussten, weil ich gar nicht eingebucht war. Es waren alle Guides im Urlaub, da auch sonst niemand für den Zeitraum auf den Fluss wollte. Kein Wunder also dass keiner vor Ort war! Dazu war wohl auch noch das Mobilfunknetz den ganzen Vormittag außer Betrieb. So viele Dinge sind auf einmal Schief gegangen. Oh man!
Als ich dann kurz später wieder im verlassenen Camp nebenan saß, kamen lustigerweise zwei der Guides zufällig vorbei und wunderten sich warum ich da saß. Sie wollten eigentlich nur eine Ziege kaufen und kurz noch etwas im Camp abholen, weil sie ja Urlaub haben.
Also erzählte ich die Geschichte ein weiteres Mal und die 2 Jungs waren auch sichtlich erstaunt, erst gestern hatten sie noch mit dem Büro telefoniert.
Naja was soll man jetzt also tun? Die zwei waren wirklich einmalige klasse und boten sofort spontan an einkaufen zu fahren, ins 50km entfernte Aussenkehr und den Trip dann im Anschluss zu starten. "Wir machen mal nen Plan"
Ok gesagt getan, ich war echt begeistert von der Spontanität, dass beide Ihren eigentlich verdienten Urlaub sofort abbrachen um die deutsche "Tante" den Fluss runterzukutschieren. Da konnte ich ja gar nicht mehr sauer oder schlecht gelaunt sein, bei soviel positiver Energie.
Demnächst gibt es auch noch ein paar mehr Fotos von einem der schönsten Trips die ich bisher erleben durfte.
Wie es immer so ist: Was schwierig anfängt wird oftmals umso schöner...

Letzte Änderung: 22 Mär 2016 11:46 von Equilibre.
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