THEMA: CuF in Botswana 2013
16 Feb 2015 15:16 #373637
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23.9. Khumaga Camping

Der kalte Wind trug das fiepende Wiehern der Zebras bis weit in die Nacht auf den Platz. Tags standen wir sehr lange am Flussufer und ließen die Tiere auf uns zukommen. Kudus, Gnus, Büffel und jede Menge Vögel: Raubadler, Schmarotzermilane, afrik. Darter, Jacanas, Schwalbenschwanzbienenfresser (auch beim Höhlenbau), Stelzenläufer, Rallenreiher, Flussuferläufer, Büffelweber, Gabelschwanzdrongos, Elsterwürger und Elsterdrosslinge, (southern pied bubbler), deren englischer Name das Geschrei, das sie machen, viel plastischer ausdrückt.
Auch hier hat sich der 4,2Ltr Landcruiser bestens bewährt, eine steile Uferböschung kraxelte er wie eine Ziege hinauf.
Wir erfuhren von einem Touristen auf dem Platz, dass der „fairyman“ krank sei und es fraglich wäre, ob wir andern Tags übersetzen könnten. Jeden Abend kam der „Platzwart“ mit seiner Mappe unter dem Arm und „hakte“ uns ab. Von ihm erfuhren wir, dass der Fährmann von einem Arztbesuch wohl wieder zurück sei. So konnten wir uns beruhigt an das Feuer setzen und den Sonnenuntergang genießen.




















Wood Sandpiper (fotomatte)




Squacco Heron



Letzte Änderung: 26 Feb 2015 16:46 von CuF.
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16 Feb 2015 17:05 #373641
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24.9. Central Kalahari Reserve/Deception Valley, Sunday-Campsite

Die Fähre bestand aus einer abenteuerlichen Konstruktion von Balken, Brettern und zwei Außenbordmotoren. Die Überfahrt kostete 130 Pula.
Wir fuhren über Rakops, wo zum Glück die Tankstelle funktionierte. Mangels Angebot konnten wir keine Lebensmittel einkaufen.
Rakops – Matsweregate Gate 43km auf einer total verrammelte Pad = ca. 2 Std.
Um 11.00 waren wir am Gate Matswe und für die ca. 50 Kilometer lange Strecke, zur Campsite Sunday-Pan Platz 2, auf der wir Kudus, Giraffen, Steinböckchen, viele Singhabichte und Gackeltrappen sahen, brauchten wir über zwei Stunden. Dafür entschädigte uns der schöne Platz, auf dem wir ganz allein sein durften, mit weitem Blick über Deception Valley reichlich. Auch das lustige Plumpsklo und die Eimerdusche waren in Ordnung. Sofort nachdem wir uns installiert hatten, saßen Mahaliweber, Bülbüls und hübsche Spatzen an unserem Canvas-Waschbecken. Wir fuhren noch für zwei Stunden ans Wasserloch, wo wir Oryx und Springböcke sahen.
Kaum saßen wir abends am Feuer beim Essen, kam ein kapitales Steinböckchen aus dem benachbarten Gebüsch und ging zielstrebig zu unserem Waschbecken, das aber zu hoch für ihn war. C. füllte eine Müslischale mit Wasser, stellte sie etwas abseits hin und das Böckchen trank zierlich, zum Schluss sogar mit knienden Vorderläufen und lief dann, gar nicht eilig, wieder in den Busch zurück. Wir saßen sprachlos da – kein Fotoapparat, keine Kamera schussbereit. So eine Begegnung kommt bestimmt nicht wieder. Später lief noch ein Schakal an uns vorbei.












Letzte Änderung: 16 Feb 2015 17:55 von CuF.
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16 Feb 2015 17:42 #373651
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25.9. Central Kalahari Game Reserve/Sunday Campsite

Nachts hörten wir Schakalgeheul, Hyänengekeife und irgendetwas hüpfte auf unserem Zeltdach herum.
Morgens weckte uns ein Vogelkonzert der Mahaliweber, Bülbüls und anderer Vogelarten.
Von 8.00 Uhr bis 14.00 Uhr fuhren wir durch die Kalahari und sahen Oryxe, Springböcke, Kudus, Gnus, panisch flüchtende Steinböckchen, Rotschopftrappen und Kampfadler. Es herrschte eine trockene, flirrende Hitze und wir trafen keinen einzigen Menschen in der endlosen, weiten, einsamen Landschaft. Aber so viel wir auch suchten, wir sahen auch keinen einzigen Löwen.



















Anhang:
Letzte Änderung: 16 Feb 2015 17:53 von CuF. Begründung: Fotos
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16 Feb 2015 17:59 #373654
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26.9. Sunday-Pan

Dafür hörten wir die ganze Nacht ihr Gebrüll. Beim Frühstück warf C. eine matschige Tomate ins Gebüsch, die sofort von Bülbüls bemerkt wurde, die sich darum zankten. Und plötzlich stand das Steinböckchen von gestern wieder dort, fraß die Tomate schmatzend auf und war auch geneigt, das angebotene Wasser zu trinken. Dabei steht doch im „Handbuch der Säugetiere im südlichen Afrika“, dass sie von Wasser nicht abhängig sind. Dieses Mal waren Kamera und Fotoapparat bereit.
Unsere „seltene“ Begegnung stellte sich als nicht gar so selten heraus, viele Forumsbesucher hatten ähnliche Erlebnisse.
Uns bewegte unterwegs die Frage, was/wer uns wohl noch aus dem Gebüsch beäugt haben mochte.

Auf dem Weg zum Gate eine Löffelhundfamilie, entdeckt von F..















Letzte Änderung: 16 Feb 2015 18:11 von CuF.
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16 Feb 2015 18:12 #373659
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26.9. Maun, The Kraal

Es war eine lange, anstrengende Fahrt vom CKGR nach Maun.
Dieses Mal nicht über Rakops, sondern vom Matswere Gate (Abfallentsorgung, Wasser ergänzen) über Kuke Corner, Makalamabedi, A3, Maun, entlang des Zaunes, überweideter Farmländer mit dürren Rindern, besonders auf der ostwärtigen Seite.
Unser komfortables Zimmer, diesmal zum Fluss hin, war bereit.
Wir lernten unsere sympathischen Gastgeber kennen, June und Tim Leversedge, die als Tierfilmer und –fotografen bekannt sind und uns von ihrem letzten großen Projekt für National Geographic erzählten, dem Film „The Roar“, Lions of the Kalahari, ein Giant Screen Film, 70mm IMAX.
Es ist die Geschichte eines Löwen mit zwei Weibchen in Nxai Pan, der von einem jungen Löwenmännchen vertrieben wird. Eine der Löwinnen mit fünf Jungen kann in ein anderes Revier abwandern. Die beiden haben uns den Film in ihrem kleinen Kino über ihrem sehr schönen Souvenirgeschäft auf dem Flughafengelände in Maun am Ende unserer Reise vorgeführt.





Sonnenuntergang über dem Thamalakane

Letzte Änderung: 16 Feb 2015 18:35 von CuF.
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17 Feb 2015 10:21 #373763
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27.9. Tsodilo Hills

Tsodilo Hills sollte einer der Höhepunkt unserer Reise werden. Wir starteten um 7.30 Uhr in Maun und sahen unterwegs magere Pferde, reglos am Straßenrand stehende Esel, Kühe, Kühe, Kühe in einer sehr überweideten Landschaft. Die phantasievollen Hinweise (Hausnummern) auf Ansiedlungen gefielen uns sehr: Auf Pfählen steckende Blecheimer oder Waschschüsseln ohne Boden, kaputte Plastikstühle, Stofffetzen. Sehr beliebt waren auch bemalte Reifen oder Autoteile. Mittags waren wir am Ziel. Da wir die neu angelegte Campsite nicht fanden, fuhren direkt zu den Hills und zum Museum. Das Museum war ohne Begründung geschlossen und uns wurde erklärt, dass man nicht mehr auf dem früheren Platz direkt davor nächtigen dürfe. Nach Diskussionen wollte einer der jungen guides den Parkmanager fragen, ob er uns das Campen hier trotzdem erlauben könne, aber nach langer, ergebnisloser Wartezeit beschlossen wir, uns die neue Campsite doch einmal anzusehen, obwohl es dorthin zurück 5 Kilometer über sehr schlechte, felsige pad ging. Die neue Campsite, anlässlich der Ernennung zum Weltkulturerbe errichtet, liegt auf einem schattenlosen Platz. Aus dem hübschen, neuen Ablution block, der intelligenterweise keine Eingangstür besitzt, quoll uns eine Herde Ziegen entgegen, die wie ertappte Kinder meckernd davonsprangen. Eigentlich war es zum Brüllen komisch.
Wir fuhren also wieder zum Museum und beschlossen, einfach dort zu campieren, obwohl die Sanitäranlage da auch total verdreckt war (von den Tagesbesuchern?). Da wir noch den Rhinotrail gehen wollten, was man auch nicht mehr alleine machen darf, begaben wir uns mit zwei weiblichen guides auf den Weg, sie leierten abwechselnd die Erklärungen herunter und waren ganz offensichtlich darauf bedacht, das Ganze schnell hinter sich zu bringen. Wir konnten nicht einmal in Ruhe fotografieren. In den Gesprächen zwischen den beiden kam das Wort „Pula“ sehr häufig vor und wir fühlten uns, Verzeihung, ziemlich verarscht. Wir fragten, ob wir am nächsten Tag den Male-Trail gehen könnten und erhielten die Antwort, dass es absolut verboten wäre, den zu gehen, ob mit oder ohne Führer. Schließlich engagierten wir für den morgigen Tag einen anderen Guide, der früh um 7.00 Uhr bei uns am Platz sein wollte. Die beiden Mädchen wünschten, von uns nach Hause gefahren zu werden (5 Kilometer), da ihnen die Knie wehtäten, aber da wir bereits das Dachzelt aufgebaut hatten, konnten wir diesen Service nicht bieten. Bis dahin hatten wir 100 Pula Parkeintritt, 220 Pula Campsite und 120 Pula für den Schnelldurchlauf Rhinotrail bezahlt.
Kurz vor Sonnenuntergang joggte der Parkmanager mit Stöpseln im Ohr an uns vorbei ohne uns eines Blickes zu würdigen. Was der wohl den ganzen Tag managt? Mehrere mitleiderregend magere Hunde, einer davon dreibeinig, streiften um uns herum. Aber da man uns unterwegs am Maul-und Klauenseuchen-Gate die Boreworst weggenommen hatte, hatten wir nichts anzubieten.
Bis Mitternacht dröhnte aus dem Haus des Parkmanagers Generatorgetöse zu lauter Popmusik.
Die Berge in ihren Turmalinfarben fanden wir beeindruckend schön, aber die ganze Atmosphäre war irgendwie bedrückend, kein Vogel zu sehen oder zu hören, alles war grau und trocken. Es hatte fast den Anschein, als ob mit der Ernennung zum Weltkulturerbe der Geist von Tsodilo Hills irgendwo anders hingezogen ist.


























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