Wir standen in Ihaha auf exakt der gleichen Campsite und können Deine Aussagen zu Pavianen und Security-Fahrzeugen zu 100% bestätigen. Die Lage und der Blick auch den Fluß sind allerdings ein Traum.
Hallo Peter! Zu Savuti: wir hatten auch die CS Nr. 1, nicht so schlecht der Platz, bis auf die Tatsache, dass nebenan gleich die Zelte des Camp Savuti sind. Zum Glück haben wir die Nachbarn kaum bemerkt. Sonst hat uns Savuti auch nicht vom Hocker gehaut, relativ viiele Menschen, dafür dann wenige Tiere rundherum!
Zu Ihaha: dort waren wir auf der CS Nr. 10, ganz links außen. Affen hatten wir zum Glück keine im Baum, dafür einen, der uns einen ganzen Kürbis gestohlen hat und später versuchte, mit unserem Schmutzwäschesack zu entkommen. Dank Peter's kurzer Verfolgungsjagd ist ihm das zum Glück nicht gelungen, die komplette Wäsche war aber im Sand verteilt und dann wirklich reif für die Wäscherei! Ich glaube, wir würden trotz der Polizeipräsenz Ihaha trotzdem wieder machen. Wie Topobär schon meinte: die Lage ist einfach ein Traum!
Als Alternative kann ich aber Linyanti empfehlen, die Lage ebenfalls traumhaft (wenn nicht noch mehr!), abgeschieden und ruhig! Elefanten im Camp, Hippos im Fluss. Die Ablutions aber hatten mich an die Sanitäranlagen von Campingplätzen im früheren Italien erinnert. Auch war plötzlich das Wasser aus, gerade nachdem Elisa Shampoo im Haar verteilt hatte. 😉 Doch es wird eifrig an Neuen gebaut. Weiß nicht, wann die fertig sein werden.
Auf jeden Fall macht es Spaß, mit euch zu Reisen! Danke, dass du dir die Mühe machst. Wegen PC-Problemen hab ich noch nicht mal begonnen, mich um die Fotos zu kümmern. Die warten noch auf den beiden Festplatten, auf die wir während der Reise gesichert haben.
Liebe Grüße, Karin
granato75Themenstarter248 Beiträge · seit 201203. Dez. 2015 ·
Freitag 21.8.2015
Strecke: Ihaha - Kasane
Recht früh werden wir heute von unseren Nachbarn auf den Bäumen geweckt. Zum einen durch die Lautstärke, ebenso auch wieder durch die gemeinsamen Ausscheidungen, die fast gleichzeitig rund um das Auto herum einschlagen. Als wir aus den Zelten draußen sind, probieren einige Paviane, bei uns etwas Essbares zu ergattern. Die Zurschaustellung der Steinschleuder hält sie aber auf Distanz. Der Geruch und das Ambiente auf der Campsite veranlassen uns dazu, heute das Frühstück auszulassen. Noch vor 9 Uhr machen wir uns auf den Weg Richtung Kasane.
Obwohl wir von der Einbahnregelung wissen, riskieren wir es einmal von der Campsite aus die Riverfront Richtung Osten abzufahren. Wir nehmen uns vor, erst bei zu stärkerem egenverkehr oder wenn wir dazu aufgefordert werden umzudrehen und die offizielle Runde zu fahren. Wir stellen allerdings fest, dass wir im westlichen Teil des Parks mehr Wild gesehen haben als hier im östlichen Teil. Wir sehen zwar jede Menge Giraffen und Elefanten, aber abwechslungsreicher und mehr Wild als gestern sehen wir nicht. Als wir das Gate erreichen sind wir froh, nicht den Umweg über die Transitroute genommen zu haben.
Zu Mittag erreichen wir unsere Unterkunft in Kasane, die Chobe River Cottages. Mehrere nette Selbstversorger-Unterkünfte mit jeweils 4 Betten, gut ausgestatteten Küchen und Grillplätzen. Wir laden das Auto komplett aus und Claudia sortiert die Wäsche. Ich organisiere in der Stadt bei KFC Mittagessen hebe Geld ab Als ich zurückkomme, sind schon unsere Verwandten wie geplant in der Unterkunft eingetroffen. Diese haben eine Namibia/Caprivi Lodge Tour ab Windhoek hinter sich und verbringen ihre letzten beiden Nächte in Kasane mit uns zusammen, bevor sie von hier aus heimfliegen. Während die Kids in den Pool hüpfen, berichten wir uns natürlich gegenseitig von den Urlaubserlebnissen. Um 15 Uhr gehen wir ein paar Schritte zur Bootsanlegestelle von Kalahari Tours, die direkt neben unserer Unterkunft liegt. Wir haben um 1000 Pula ein kleines Boot für uns 7 für drei Stunden reserviert. Der Tier- und Vogelreichtum entlang des Flusses ist enorm. Aus nächster Nähe unzählige Elefanten und Büffel, auch Krokos und Hippos.
Kurz nach 18 Uhr sind wir zurück bei der Unterkunft und grillen Würstchen und Spieße. Die Kids schauen fern und wir plaudern noch auf der Terrasse. Danach genießen alle die erste Nacht in Betten seit fast einer Woche.
granato75Themenstarter248 Beiträge · seit 201203. Dez. 2015 ·
Sanstag, 22.8.2015:
Tagesausflug Victoria Falls
Heute müssen wir alle schon vor 7 Uhr aufstehen. Wir haben schon von Wien aus bei Shearwater einen Tagesausflug zu den Victoria Fällen gebucht. Pünktlich um 8 Uhr ist unser Shuttle bei der Unterkunft. Im offenen Landcruiser fahren wir 10 Minuten bis zur Grenze. Die Ausreise aus Botswana geht recht flott. Wir fahren noch ein Stück weiter zum Gebäude für die Zimbabwe Immigration. Vor dem Gebäude werden wir an den Fahrer für die Zimbabwe-Strecke „übergeben“. Wir warten circa 10 Minuten am Schalter und werden dort freundlich auf Deutsch vom Beamten begrüßt. Wir bezahlen die Visa und gehen zum Bus. Genau nach uns geht der nette Beamte in seine, sicher wohlverdiente, Pause und 10 Minuten passiert nichts. Deswegen müssen wir noch ein wenig auf unsere Reisebegleiter warten, bis auch sie beim Bus sind. Danach geht es im modernen und klimatisierten Reisebus los Richtung Victoria Falls. Insgesamt sind wir ca. 15 Personen im Bus. Um 10:30 sind wir in Victoria Falls. Wir vereinbaren mit dem Fahrer den Abholort und -zeitpunkt und spazieren vom Parkplatz zum Eingang des Nationalparks. Wir erstehen die Tickets und spazieren im Park die einzelnen Viewpoints ab. Der Wasserstand der Fälle dürfte mittelmäßig sein. Nicht trostlos wenig wie am Ende der Trockenzeit, aber auch nicht so viel Wasser und Gischt, dass man komplett geduscht wird. Die extra mitgenommenen Regenpelerinen bleiben den ganzen Weg unbenutzt.
Nach zwei Stunden haben wir das Ende des Weges beim Brückenaussichtspunkt erreicht. Um 12:30 sind wir Mittag essen im Rainforrest Cafe. Es gibt Sandwiches und Burgers um insgesamt schlappe 100 USD. Unsere Verwandten haben am Nachmittag einen Hubschrauberflug gebucht und begeben sich deshalb um 13:30 zum Ausgang um ein Taxi zum Shearwaters Büro in der Stadt zu organisieren. Wir sitzen noch ein wenig, organisieren uns ein Eis und spazieren zurück zum Viewpoint 7, wo wir uns auf einen Baumstamm setzen und einen Doppelregenbogen bestaunen.
Wie vereinbart sind wir um 15:30 wieder beim Parkplatz auch unsere Hubschrauberpiloten und die anderen Mitglieder der Gruppe trudeln ein. Genauso ereignislos wie die Hinfahrt verläuft auch die Rückfahrt. Die Ausreise bzw. Einreise nach Botswana funktioniert flotter als am Vormittag und wir sind um 17 Uhr wieder in der Unterkunft. Während die Kids nochmal in den Pool hüpfen fahre ich zur Tankstelle und pumpe die Reifen wieder auf Normaldruck auf. Zum Abendessen gibt es kalte Platte mit Wurst, Käse und Brot. Wir „erben“ die Lebensmittel von unseren Verwandten, die morgen das Auto zurückgeben und von Kasane aus die Heimreise antreten. Wir nehmen die Papierkarten zur Hand und planen die Route um. Der ursprüngliche Plan wäre gewesen noch einen Tag in Senyati zu campen, danach 1 Nacht bei Francistown und danach 1 Nacht bei Moremi Gorge zu campen. Nachdem unser Elefanten-Hunger mehr als gestillt ist, wollen wir einen Tag früher nach Francistown. Ich fürchte, dass auch Moremi Gorge bei der starken Trockenheit wenig hergibt und eher eine staubige Angelegeheit ist. Wir entscheiden, die nächsten zwei Tage ordentlich Kilometer zu machen, um danach noch zwei gemütliche Tage im Marakele Nationalpark zu verbringen. Die Temperaturen laut Prognose sind auch im Marakele NP ganz angenehm und wir erhoffen uns landschaftliche und tierische Abwechslung zum Abschluss der Reise.
granato75Themenstarter248 Beiträge · seit 201203. Dez. 2015 ·
Sonntag, 23.08.2015
Kasane - Francistown
Wir frühstücken und packen ohne Stress zusammen. Wie bereits gestern entschieden, wollen wir schon heute nach Francistown und den gewonnenen Tag im Marakele Nationalpark in Südafrika anhängen. Vor allem landschaftlich erwarten wir uns von diesem Nationalpark ein wenig Abwechslung zu Botswanas Parks. Wir verabschieden uns von unseren Mitreisenden und verlassen die Unterkunft gegen 10 Uhr. Neben der Straße sehen wir erstmals Hornraben.
Während der Fahrt kommen wir an einem Vet-Checkpoint vorbei. Weil wir das schon wussten, haben wir in Kasane kein frisches Fleisch, sondern nur vakuumverpackte Würstchen für heute Abend gekauft. Leider werden uns aber auch diese bei der Kontrolle abgenommen, vielleicht weil es gerade gegen Mittag ist und der Beamte Hunger hat…. Claudia und ich wechseln und immer wieder beim Fahren ab, um die Müdigkeit beim Fahren auf der schnurgeraden Straße gar nicht aufkommen zu lassen. Um 14 Uhr erreichen wir die Nata Lodge, wo wir eine Kleinigkeit essen. Um 17 Uhr sind wir wie geplant bei Woodlands Stop Over, knapp nördlich von Francistown.
Obwohl wir nicht reserviert haben, bekommen wir eine Campsite. Neben einem jungen britischen Pärchen, welche ein Jahr im Landrover unterwegs sind, sind wir auch die einzigen Camper am Platz. Wir kaufen ein Braii-Paket und Feuerholz bei der Rezeption. Der Campingplatz und die Ablutions hier sind wunderschön und sehr gepflegt. Endlich mal wieder Wiese und nicht Staub und Sand als Untergrund. Ich mache wieder Brotteig, diesmal grillen wir Stockbrot als Grillbeilage. Schön langsam habe ich den Dreh raus und allen schmeckt es hervorragend.
granato75Themenstarter248 Beiträge · seit 201209. Dez. 2015 ·
Montag, 24.08.2015:
Francistown - Marakele (Bontle Camp)
Nach dem Aufstehen spaziere ich alleine die markierte Bird Watching Runde für 30 Minuten ab. Die Mädels schlafen sich inzwischen noch aus.
Um 9:15 brechen wir auf. Kurz darauf erreichen wir Francistown und eine große Baustelle inklusive Umleitung. Irgendwie checken wir nicht, wie die Umleitung gedacht ist und fahren immer weiter Richtung Stadtmitte. Auf das Navi können wir uns natürlich genauso wenig verlassen wir auf die regulären Strassenschilder, da uns beide wieder genau in den gesperrten Straßenbereich zurückführen wollen. Auf gut Glück fahren wir aus der Stadt eine andere Straße hinaus, die zumindest in Richtung Südwesten verläuft. Über einen besseren Feldweg, vorbei an Müllkippen, erreichen wir mit einer halben Stunde Zeitverlust ein paar Kilometer außerhalb Francistowns wieder die Hauptstraße Richtung Gabarone. Wir zweigen von der Hauptstraße Richtung Moremi Gorge ab, wollen dort aber, entgegen dem ursprünglichen Plan, nun doch nicht übernachten, damit wir 2 Nächte im Marakele Nationalpark haben. Die letzten 700Pulas Bargeld werden kurz vor der Grenze an der Tankstelle ausgegeben. Auch hier bei Martins Drift ist die Ausreise aus Botswana rasch erledigt. Bei der Einreise nach Südafrika müssen wir wieder die Geburtsurkunden der Kinder vorzeigen und werden zu einem Häuschen geschickt, wo wir den Fiber (= Ebola) Check machen sollen.
Beim Medizin-Häuschen angekommen, werden wir informiert, dass das Fieberthermometer leider gerade nicht funktioniert, weil die Batterien leer sind. Die pragmatische Lösung besteht darin, dass uns die Beamtin kurz optisch begutachtet und dann ihren Stempel auf unseren Laufzettel drückt und wir zurück zum Schalter dürfen. Flotter als vom Navi vermutet erreichen wir Lephalale und dort ein wunderschönes neues Shopping Center. Wir kaufen beim Spar ein und nehmen uns von McDonalds Chicken Nuggets und Burger für die Fahrt mit. Um 17 Uhr sind wir beim Einfahrtsgate vom Marakele Nationalpark.
Auch hier bekommen wir ohne Probleme und Vorreservierung einen Platz im Bontle Camp. Da wir noch vom späten Mittagessen satt sind, gibt es heute Abend nur Tomatensuppe und Knabbersachen.
Wie vermutet ist der Abend und die Nacht ein wenig frischer als in Botswana, aber keineswegs unangenehm. Wir sitzen noch eine Weile im Freien bevor wir uns in die Zelte begeben.
super toller Bericht... Welche Camps habt ihr vorgebucht wenn ich fragen darf?
LG
granato75Themenstarter248 Beiträge · seit 201210. Dez. 2015 ·
Hallo,
Wir haben die erste und die letzte Nacht reserviert (Johannesburg und Vaalwater) Dann noch die fixen Unterkünfte in Maun und Kasane.
Und natürlich die Camps im Moremi und Chobe (South Gate, Xakanaxa, North Gate, Savuti und Ihaha). Diese übrigens direkt bei Kwalate und SKL per mail, Fax und Kreditkarte. Hat problemlos geklappt.
Bei den Camps hatte ich zwar nie den Eindruck, dass sie ganz voll waren, ob wir aber tatsächlich noch Vorort in Maun etwas buchen hätten können, kann ich natürlich nicht sagen...
Bei allen anderen Unterkünften haben wir von unterwegs aus angerufen und gefragt, ob noch was frei ist, war nie ein Problem...
granato75Themenstarter248 Beiträge · seit 201215. Dez. 2015 ·
Dienstag, 25.08.2015:
Marakele Nationalpark:
Die Nacht war etwas kühler als die letzten Nächte in Botswana, aber dank unserer dicken Schlafsäcke alles andere als unangenehm. Während ich das Frühstück vorbereite, füttert Selina vom Zelt aus die Vögel mit altem Brot. Wenig später versammeln sich um unser Auto herum auch einige Strauße die ebenfalls etwas abhaben wollen. Als dann Selina immer öfter die Brotstücke zwischen meine Beine wirft und die Strauße sich darum streiten, muss ich dann allerdings das lustige Treiben beenden….
Nach dem Frühstück wollen wir für heute Nachmittag einen geführten Game Drive bei der Rezeption buchen. Speziell Leo möchte auch diesen Urlaub zumindest wieder einen geführten Drive mit Ranger machen und die Preise sind hier in Südafrika um einiges vernünftiger als in Botswana. Hier im Park sind alle potentiell gefährlichen Tiere in einem eigenen Teil des Parks vom Rest des Parks mit unserer Campsite getrennt. Wir denken uns also nicht viel dabei, als ich mit Leonie die 10 Minuten von der Campsite bis zur Rezeption spaziere. Dort angekommen werden wir eindringlich vom Security-Officer daran aufmerksam macht, dass es verboten ist, sich im Park zu Fuß zu bewegen. Zu allem Überfluss erfahren wir, dass der Game Drive am Nachmittag schon voll gebucht ist. Frustriert warten wir am Gate auf eine Mitfahrgelegenheit zurück zum Platz. Denn losgehen dürfen wir nicht mehr und Handy ab ich nicht mit damit uns Claudia mit dem Auto holt.
Schließlich erbarmt sich eine Dame von der Rezeption und fährt uns zum Platz zurück. Sie gibt uns den Tipp um 15 Uhr nochmal vorbeizuschauen, vielleicht kann sie noch einen Ranger auftreiben, der mit uns den Game Drive macht. Die Zeit bis dahin entspannen wir auf der Campsite. Wir waschen die nach 2 Wochen ordentlich eingestaubten Reisetaschen aus, die wir dann morgen zum Verstauen der Schlafsäcke wieder brauchen werden. Die Ablutions hier im Bontle Camp sind mit Abstand die besten und saubersten der ganzen Reise, sofern es Nationalparks betrifft. Kein Vergleich zu den Camps in Etosha, Moremi und Chobe. Die WCs und Duschen sind tipptopp und es gibt extra Waschbecken für Wäsche und Geschirr, sogar Steckdosen für Bügeleisen. Hier fühlen sich sogar europäische Profi-Camper sicher wohl. Zu Mittag gibt’s Brötchen mit Corned Beef, Wurst und Käse. Warm essen wollen wir dann am Abend nach dem Game Drive. Um 15 Uhr sind wir, natürlich motorisiert, wieder am Gate und vernehmen die frohe Botschaft, dass wir doch einen Game Drive um 16 Uhr machen können. Die Stunde bis dahin drehen wir eine kleine Runde in der Nähe, ohne etwas zu entdecken. Kurz nach 4 starten wir den Drive mit Sydney. Zu Beginn fragt er uns, ob wir uns speziell etwas wünschen. Wir erwähnen sämtliche Arten von Raubtieren. Aber auch Rhinos würden wir nochmal gerne sehen. Seit Khama Rhino aus großer Entfernung haben wir ja kein „Nasi“ mehr gesehen.
Nach einer halben Stunde ergebnisloser Fahrt und aufkommender Ernüchterung bei uns, ob der Game Drive tatsächlich so eine gute Idee war, entdeckt Sydney frische Nashorn-Hinterlassenschaften und folgt den Spuren. Kurz darauf entdecken wir tatsächlich im Dickicht das Hinterteil eines Breitmaulnashorns. Sydney ist sich sicher, wohin es geht und fährt einen Seitenweg um ihm den Weg abzuschneiden. Kurz darauf sind wir tatsächlich 50m vom Nashorn entfernt, welches uns gemütlich beobachtet und wir munter drauflos fotografieren. Als Sydney meint, wir sollen aussteigen, halten wir es zunächst für einen Scherz. Er überzeugt uns aber, dass alles ok sei, greift zu seinem Gewehr und steigt aus, wir Vier im Gänsemarsch hinterher.
Leise und ganz langsam nähern wir uns dem stattlichen Nashornbullen, immer unter seiner aufmerksamen Beobachtung. Wir wechseln ein paar Mal die Position, zumeist beschnuppert das Tier unseren letzten Standort um uns „abzuchecken“.
Zum Schluss sind wir vielleicht 10m vom Nashorn aber 100m vom Auto entfernt. Unsere Herzen schlagen vor Aufregung bis zum Hals. Sydney beruhigt uns und meint: „He sees us now as one group. Everything is ok. Look, he is totally relaxed”. Wir machen Fotos und Videos von dieser tollen Begegnung.
Der stolze und selbstbewusste Sydney erklärt uns, dass er der „Rhino Whisperer“ des Parks ist. Kein anderer Ranger kann so nahe an Rhinos zu Fuß herangehen. Er hat auch schon Doku-Aufnahmen mit Discovery Channel und National Geographic gemacht. Außerdem ist er mehrmals in Folge „Ranger of the Year“ in der Limpopo-Provinz geworden. Auch wenn es vielleicht ein wenig dick aufgetragen ist, war das auf jeden Fall ein großartiges Erlebnis, Nervenkitzel inklusive! Nach diesem tollen Treffen machen wir uns im Big-5-Teil des Nationalparks noch auf die Suche nach Löwen. Wir entdecken Spuren und „unabsichtlich“ noch einige Nashörner, aber heute keine Raubkatzen mehr.
Um 19 Uhr, es ist inzwischen Stockdunkel, sind wir wieder auf der Campsite und das Abendessen wird vorbereitet. Hier ist es gottseidank nicht ganz so schlimm, im Finstern zu kochen und zu Essen. Zum letzten Mal in diesem Urlaub krabbeln wir satt und happy in die Dachzelte.
granato75Themenstarter248 Beiträge · seit 201215. Dez. 2015 ·
Mittwoch 26.8.2015:
Marakele NP - Vaalwater
Nach dem Frühstück klappen wir wehmütig zum letzten Mal die Dachzelte ein. Diesmal müssen wir sie ja komplett leermachen und unsere Schlafsäcke im Laderaum verstauen. Da inzwischen auch die Menge an Lebensmitteln und Wasser schon abgenommen hat, bringen wir aber auch diese zwei zusätzlichen Reisetaschen problemlos hinten unter.
Bevor wir den Park verlassen, wollen wir zum Lenong View Point im Park hochfahren. Das wurde uns gestern sowohl von Sydney als auch von unseren Nachbarn ans Herz gelegt. Zeit haben wir auch ausreichend, die heutige Strecke nach Vaalwater ist ja nicht allzu weit. Die Fahrt hinauf zum Viewpoint ist landschaftlich ein Genuss und die wenig gesicherte steile Auffahrt auf den Berg sehr spannend. Tiere sehen wir außer ein paar Zebras und Klippschliefern allerdings nicht.
Oben angekommen klettern wir zwischen den Felsen herum und genießen die traumhafte Aussicht. Ein kurzer Schreckmoment, als wir Leonie kurz aus den Augen verlieren und sie auf unser Rufen nicht reagiert. Die ist aber in der Zwischenzeit schon zum Auto zurückgegangen und wir konnten ihre Antwort auf unser Rufen nicht hören …Uff….
Dann machen wir uns auf den Weg nach Vaalwater. 1 Stunde nach Verlassen des Parks erreichen wir den Ort und kaufen zum letzten Mal beim örtlichen Spar ein. Danach geht es noch 10 Minuten bis zur Olievenhoutsrus Guest Farm, wo wir von Sandra, der Chefin und ihren Hunden herzlich begrüßt werden.
Wir bekommen sogar das größere der beiden Cottages (bis zu 6 Personen), obwohl wir das kleine reserviert und bezahlt haben. Die Mädels hüpfen in den Pool und spielen mit den Hunden des Hauses. Wir nutzen die Zeit und räumen zum letzten Mal das Equipment im Fahrzeug um. Es gilt unser Campingequipment vom angemieteten Zubehör zu trennen und halbwegs ordentlich zu verstauen. Ich darf zum Abendessen den Riesen-Gemeinschaftsgriller verwenden. Alles Grillgut, was noch da ist kommt aufs Feuer.
Nach einem Plausch mit den Gastgebern schlafen wir gemütlich in den kuscheligen Betten des Cottages ein.
granato75Themenstarter248 Beiträge · seit 201215. Dez. 2015 ·
Donnerstag, 27.8.2015:
Vaalwater - Johannesburg Flughafen
Für heute Morgen 9 Uhr haben wir einen Ausritt auf der Farm mit Sandra ausgemacht. Es ist das ERSTE Mal im ganzen Urlaub, dass wir die Kinder nicht wecken und aus dem Bett „bitten“ müssen, sondern sie von selbst mehr als zeitig genug aufstehen. Sie wollen so schnell wie möglich bei den Pferden sein, um beim Aufsatteln helfen zu dürfen. Um kurz nach 9 Uhr sind wir alle fertig und es geht los. Da es mehr eine geführte Pferdewanderung als ein Ausritt ist, haben auch Claudia und ich keine Probleme, obwohl wir im Gegensatz zu den Mädels nicht regelmäßig auf Pferden sitzen.
Obwohl wir weder traben noch galoppieren sind die Kinder begeistert. Wir sehen auch vom Pferd aus einige Antilopen der Farm. Nach knapp 90 Minuten sind wir zurück.
Claudia und ich machen uns ans endgültige Packen während die Kids nochmal in den Pool hüpfen. Da das Haus ab heute Nachmittag wieder vergeben ist, müssen wir zu Mittag aus dem Cottage draußen sein. Wir können aber noch in der Gemeinschaftsküche unser letztes Mittagessen (Spaghetti) zubereiten. Die restlichen Lebensmittel lassen wir für die Angestellten der Farm zurück. Nach dem Essen machen wir einen kurzen Spaziergang mit Sandra über das Gelände und sie zeigt uns das Gehege mit den Nyalas.
Wir verabschieden uns und brechen um 15 Uhr Richtung Flughafen Johannesburg auf. Ab Pretoria nimmt der Abendverkehr deutlich zu, im Stau stehen wir aber nie, sodass wir wie ausgemacht um 18 Uhr am Flughafen zur Autorückgabe eintreffen. Bei der Engen Tankstelle treffen wir den Fahrer von Berg 4x4, der den Wagen nach Kapstadt zurückbringen wird. Dieser führt uns noch zum Check In ein Stockwerk tiefer, bevor wir uns endgültig von unserem treuen und zuverlässigen Seekoei trennen müssen. Wir geben das Gepäck auf und checken ein. Die letzten Rand Scheine und Münzen werden im Souvenirshop ausgegeben. Jetzt geben wir auch endlich unsere Postkarten auf, die wir in Maun gekauft und gestern endlich fertig geschrieben haben. Pünktlich hebt der Flieger wieder Richtung Dubai ab. Nach dem Abendessen und einem Film können wir doch ein paar Stunden in den Sitzen dösen. Wieder müssen wir uns vom südlichen Afrika verabschieden. Eigentlich gehen alle davon aus, dass wir wiederkommen. Vielleicht nicht nächstes Jahr, aber 2017 klingt reizvoll. Wieder Namibia? Wieder Botswana? Oder nur Südafrika? Camping oder Lodges? Mal schauen was die Zukunft bringt………
granato75 schrieb:Wir haben um 1000 Pula ein kleines Boot für uns 7 für drei Stunden reserviert. Der Tier- und Vogelreichtum entlang des Flusses ist enorm. Aus nächster Nähe unzählige Elefanten und Büffel, auch Krokos und Hippos.
Dann gibt es auch günstigere Bootstouren. Online fand ich nur sehr teure Fahrten.
KarinK schrieb:Zu Ihaha: dort waren wir auf der CS Nr. 10, ganz links außen. Affen hatten wir zum Glück keine im Baum, dafür einen, der uns einen ganzen Kürbis gestohlen hat und später versuchte, mit unserem Schmutzwäschesack zu entkommen. Dank Peter's kurzer Verfolgungsjagd ist ihm das zum Glück nicht gelungen, die komplette Wäsche war aber im Sand verteilt und dann wirklich reif für die Wäscherei! Ich glaube, wir würden trotz der Polizeipräsenz Ihaha trotzdem wieder machen. Wie Topobär schon meinte: die Lage ist einfach ein Traum!
Klasse Reisebericht, danke dafür. Sehr viel davon werden wir in einem Jahr hoffentlich auch bereisen, erste Buchungen sind bereits am Laufen.
Und ich kann übrigens jedem und jeder den Marakele inkl. Game Drive mit Sydney empfehlen - er hat bei euch keineswegs zu dick aufgetragen und ist einer der renommiertesten/beliebtesten Guides von sanparks. Wir hatten auf Anraten von anderen Gästen auch schon die Freude und kamen ebenfalls unglaublich Nahe an die Rhinos ran - die spazierten im Bontle Camp aber auch so einfach quer über die Campsite.