THEMA: Ein Jahr danach – noch mal ans Nordkap
27 Apr 2021 14:45 #614109
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  • Papa Kenia am 27 Apr 2021 14:45
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Hallo Sabine,

die ersten Tage waren wettertechnisch wirklich super. Aber es kam auch noch anders.
Rorbuer sind zu Ferienunterkünften ausgebaute Fischerhütten.
Zum Telefon gibt es keine Geschichte. Sah halt eben gut aus. Ein Zeichen norwegischer Gastfreundschaft gegenüber Aliens. :laugh:

LG
Papa Kenia
Dieter
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28 Apr 2021 09:14 #614198
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Tag 8

3.30 Uhr wurde ich wach. Es war taghell. Ich wälzte mich aber noch ein paar Mal hin und her um schlussendlich um 5.30 Uhr aufzustehen und meinen Foto-Rundgang zu machen. Schlafen kann ich, wenn ich wieder zu Hause bin.





















Nach dem Frühstück stand unter anderem eine rund 2stündige Fahrt durch den Raftsund auf dem Plan. Zwischendurch sollte es in den Trollfjord gehen. Letztes Jahr sind wir mit einem Schiff der Hurtigruten in den Trollfjord gefahren. Bei dem riesigen Schiff hatte man damals den Eindruck, die Felswände mit den Händen berühren zu können.

Dieses Jahr bekamen wir einen kleinen Fischkutter. Er war exklusiv für unsere Gruppe gemietet worden. Erst habe ich ein wenig sparsam geschaut. Es stellte sich jedoch als perfekt heraus.

Wir liefen also einige Minuten zum Hafen, bestiegen den Fischkutter und gegen 9 Uhr tuckerten wir los. Trotz blankgeputztem Himmel war es schweinekalt auf Deck. Der Fahrtwind machte die Temperatur fast unerträglich. Ab und zu fand man ein Fleckchen, wo einen der Wind nicht so packte und Sonnenstrahlen für eine gewisse Wärme sorgten. Nur ein eiserner Wille hielt mich am Leben. Die Meisten gingen nur für ein paar Minuten an Deck um Fotos zu machen. Dann schnell wieder unter Deck. Dort gab es zudem noch heißen Kaffee und Plätzchen.







Kurz vor dem Trollfjord kam dann das, was ich gar nicht mag. Einer der Schifferjungs lockte mit Fischresten Möwen an. Ich hasse dieses Anfüttern von Tieren. Egal ob Löwen oder Möwen. Die Möwen holten sich die Fischreste vom Arm oder aus der Hand dieses Mannes. Aber das Schauspiel war nach gefühlten 10 Minuten vorbei. Davon habe ich nicht ein einziges Foto gemacht.

Und dann schipperten wir in den Trollfjord. Durch die Felswände, die links und rechts fast auf 1000 m aufragen, war es schlagartig windstill. Irgendwann rief jemand „Adler“. Alle guckten und suchten den Himmel ab. Da kreisten 2 Adler in geschätzt 100 Metern Höhe. Jeder versuchte seine Aufnahmen zu machen.







Ich hatte meine Kamera blitzschnell auf „Schnellfeuer“ umgestellt. Und als ich einen Adler so einigermaßen im Visier hatte, drückte ich nur noch den Auslöser. Ratatatata. Ich habe gefühlt 50 Aufnahmen gemacht. Die Aufnahmen sind so ‚lala“. Es war auch nicht einfach – schwankendes Schiff, fliegende Adler, Autofokus beobachten, und, und, und. Aber es gibt ja Bildbearbeitungsprogramme.







Nach der Kehrtwende im Fjord nahmen wir Kurs auf Hanøyvika, wo Kurt bereits wieder mit dem Bus wartete.



In der Nähe von Harstad legten wir noch einen Stopp ein. Hier gab es auf einer Farm ein verspätetes Mittagessen für uns.

Die Besichtigung der Trondenes-Kirche aus dem im 13. Jahrhundert stand auch noch auf dem Programm.

Am Schluss des Tages haben wir die Vesterålen verlassen und sind mit einem Schnellboot von Harstad nach Tromsø gefahren. Dieses dauerte ungefähr 3 Stunden. Vom Anlegekai bis zum Hotel war es nicht weit. Wir mussten einen Fußweg vom Anleger bis zum Hotel laufen. Unser Bus war noch unterwegs und würde knapp 2 Stunden später eintreffen.



Gegen 21.45 Uhr traf unser Bus ein und wir konnten nach dem Abendessen unsere Koffer in Empfang nehmen.
Letzte Änderung: 28 Apr 2021 09:21 von Papa Kenia.
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29 Apr 2021 09:08 #614296
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Tag 9
Tromsø – Rund zwei Monate lang geht hier mehr oder weniger die Sonne nicht unter. Ungefähr von Ende Mai bis Ende Juli scheint hier nachts die Mitternachtssonne und kann schon so manch ‚innere Uhr‘ durcheinanderbringen. Wenn es nicht dunkel wird, will man auch nicht schlafen.

Vom Zimmer aus hatte ich erneut einen tollen Ausblick mit Sicht auf Hafen und Brücke.

Vor dem Frühstück war ich wieder mit der Kamera unterwegs. Letztes Jahr hatte ich die Gegend am Polariamuseum erkundet. Da dieses heute abermals auf dem Programm stand, führte mich mein Weg in entgegengesetzte Richtung zum Friedjof Nansen Platz. Im großen Bogen begab ich mich danach Richtung Rathaus auf den Rückweg. Ich mag diese bunten Holzhäuser und die schmalen Gassen.











70 Minuten später traf ich zum Frühstück am Hotel ein.

Als alle Koffer verladen waren, kletterten wir in unseren Bus und fuhren zur Eismeerkathedrale. Unser Reiseveranstalter hatte erneut exklusiv für uns eine Führerin gebucht (vor der regulären Öffnungszeit) und so waren wir allein in der Kirche. Zuvor mussten aber Hindernisse aus dem Weg geräumt werden.

Sören begrüßte unsere Kirchenführerin, die auf der Plattform der Kirche schon wartete. Sie schienen sich schon jahrelang zu kennen. Die gute Frau klopfte an die Kirchentür.

Es passiert nichts.

Sie klopfte wieder.

Es passierte wieder nichts.

Dann klopfte Sören.

Es erschient ein griesgrimmig reinschauernder Kopf der vermutlich irgendwas wie: „Bitte warten“ oder so ausstieß.

Nach 15 Minuten raffte sich Sören auf, noch mal zu klopfen.

Der Pastor oder wer immer das war, war sichtlich ‚angepisst‘. Wir hatten uns erdreistet, ihn bei einer Brautbesprechnung zu unterbrechen. Kann er die nicht vorverlegen? Schon mal was von Terminplanung gehört?

Und dann durften wir eintreten.







Die Ausführung der Kirchenführerin war recht interessant, aber nun kürzer als geplant. Das musste jetzt auf ein Minimum reduziert werden.

Es folgte der Besuch vom Polariamuseum (nicht zu verwechseln mit dem Polar Museum) mit kurzem Intro und Filmvorführung.

Danach fuhren wir über die Tromsøbrua zur Seilbahnstation Fjellheisen, die auf den gut 400 m hohen Berg Storsteinen führt.

Letztes Jahr bin ich nicht mit hochgefahren. Scheiß Höhenangst. Ich hasse Gondeln, die nur an einem Bindfaden hängen. Dieses Jahr war ich mutig. Ich hab’s gemacht. Ich war mit oben. Hatte ich doch im Internet Fotos gesehen, die vom Berg aus gemacht waren. Musste ich auch haben.

Bin also todesmutig in die Gondel gekrabbelt und habe die ganze Zeit nur unter die Decke gestarrt. Ich habe überlebt. Was soll ich sagen? Es war toll da oben!

Oben angekommen durfte ich unseren Fahrer Kurt mehrmals im Schnee ablichten. Davon gab es hier noch jede Menge. Obwohl Kurt bereits mehrere Norwegenfahrten hinter sich hatte, war er auch zum ersten Mal hier oben.

Der Blick vom Berg war großartig. Tromsø lag uns zu Füßen. Man erkannte die Eismeerkathedrale und die Tromsøbrua. Und sogar unser Hotel konnten wir ausmachen.











Irgendwann mussten wir die Talfahrt antreten.

Über das Kvænangenfjell fuhren wir nach Alta, wo wir heute übernachteten.







Letzte Änderung: 29 Apr 2021 09:12 von Papa Kenia.
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29 Apr 2021 20:08 #614382
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Hallo Dieter,

was gibt es denn im Polariamuseum zu sehen? Ich weiß, ich könnte es jetzt g***len, aber frag' Dich lieber ... und was immer es jetzt da zu sehen gibt, ist es empfehlenswert?

Ich bewundere Dich, dass Du mit so wenig Schlaf auskommst! Das würde ich niemals schaffen. Ich war schon in ähnlichen Gegenden, wie Alaska z. B., wo es auch (fast) durchgehend hell war zu unserer Reisezeit, aber das war mir egal.

Viele Grüße
Sabine
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29 Apr 2021 20:34 #614389
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Sabine26 schrieb:
Ich bewundere Dich, dass Du mit so wenig Schlaf auskommst! Das würde ich niemals schaffen. Ich war schon in ähnlichen Gegenden, wie Alaska z. B., wo es auch (fast) durchgehend hell war zu unserer Reisezeit, aber das war mir egal.

Das Schöne an der Mitternachtssonne ist ja, dass man einfach die Nacht durchmachen kann und dann halt tagsüber schläft. Ab einem gewissen Breitengrad ist es im Sommer ja quasi immer genauso hell. Ich bin in Norwegen auch schon durch die Nacht geradelt und in Canada mal 27 Stunden am Stück auf dem Rad gesessen. Ich wollte unbedingt mal 24 Stunden am Stück die Sonne über dem Horizont stehen sehen … ;-)

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
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30 Apr 2021 08:12 #614409
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@Sabine
Hallo Sabine,
zum Museum: Ich habe aus meinem ersten Bericht einfach den Text kopiert:
Das Äußere des Gebäudes ist recht eigenwillig und soll, wie schon bei der Eismeerkathedrale, fünf übereinander geschobene Eisschollen zeigen. Die Ausstellungsstücke im Museum sind eher dürftig. Wer wollte, konnte hier aber unter anderem an einer Filmvorführung teilnehmen. Gezeigt wurden ein Film über Spitzbergen sowie ein zweiter Film über Polarlichter. Beide Filme waren äußerst interessant und boten überwältigende Aufnahmen.

Als Abschluss bestand noch die Möglichkeit im hauseigenen Aquarium eine Robbenfütterung zu sehen. Wer’s braucht? Mein Fall war das nicht. Und so habe ich verzichtet.

Meine innere Uhr funktionierte irgendwie nicht. Ich wurde definitiv nicht richtig müde. Mit 5 Stunden Schlaf auskommen – zu Hause undenkbar!


@BikeAfrica
Hallo Wolfgang,
dass man einfach die Nacht durchmachen kann und dann halt tagsüber schläft.
Das kann man gut im Bus. Trotzdem habe ich das auch nicht geschafft. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, etwas zu verpassen. Es gab so viel zu sehen!
in Canada mal 27 Stunden am Stück auf dem Rad gesessen
Das ist einfach nur bewundernswert! Hut ab!
Ich wollte unbedingt mal 24 Stunden am Stück die Sonne über dem Horizont stehen sehen …
Diese Helligkeit rund um die Uhr, das hat was!

Deine Touren sind ja sowieso der helle Wahnsinn! Respekt!

LG
Papa Kenia
Dieter

Ich wünsche Euch Beiden ein schönes Wochenende!
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