THEMA: Ein Jahr danach – noch mal ans Nordkap
21 Apr 2021 10:53 #613396
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Tag 1

Das war eine scheiß Nacht. Ich hatte total unruhig geschlafen. Aber was soll’s? Die nächsten Wochen würde ich sowieso kaum schlafen.

Wie bereits im letzten Jahr, so hatte ich auch dieses Mal beim Reiseveranstalter den Urlaub mit „Haustürabholung“ gebucht. Die Abholung von zu Hause erfolgte um 5.50 Uhr. Zwei weitere Paare saßen bereits im Shuttlebus. In Münster sind wir in den „großen“ 5-Sterne-Luxus-Reisebus gestiegen.

Ich hatte das Glück, keinen Nebenmann zu haben. Zwei Sitze für mich allein. Ich konnte mich räkeln und strecken wie ich wollte. Platz ohne Ende! Super!

Gegen 7 Uhr wurde ein Frühstück im Bus verteilt und dann ging es los Richtung Kiel. Dort würden wir eine Fähre der Color Line besteigen, die uns über Nacht nach Oslo bringt.

Unser Fahrer stellte sich als Kurt vor. Er war ein ganz angenehmer Mensch und durch nichts aus der Ruhe zu bringen.

Der Bus hat 46 Sitzplätze. Es waren aber nicht alle Plätze belegt. Sieben oder acht Plätze waren noch frei. Zwei Ehepaare hatten in allerletzter Minute abgesagt. Gemäß Info von Kurt würde in Oslo noch ein Ehepaar zusteigen.

Die Fahrt Richtung Norden zog sich. Eigentlich war für heute Katastrophenwetter gemeldet. Aber es nieselte nur ein wenig.

Der Bus verfügt über eine Videoanlage. Wir sahen unterwegs einen Werbefilm der Color Line über die ‚Color Fantasy‘. Nach dem ersten Stopp wurde uns zur Einstimmung zwei Stunden später ein Film über Norwegen gezeigt. Er lief eine dreiviertel Stunde. Beide Filme waren interessant und als Zeitverkürzung gut geeignet.

Als wir nach einem weiteren Zwischenstopp in Kiel ankamen, hatte es aufgehört zu regnen. Die Sonne kam sogar zeitweise hinter den Wolken hervor. Wir hielten um 12.30 Uhr mit unserem Bus am Norwegen-Kai. Gleiches Prozedere wie letztes Jahr. Unser Fahrer besorgte die Fahrkarten, die auch als Schlüssel zu Kabine dienten. Anschließend fuhr er den Bus in den Bauch der Fähre.



Um 13 Uhr wurde der Terminal geöffnet und wir gingen an Bord.

Ich war wieder mit kleinem Gepäck unterwegs. Also nur mit Rucksack. Worin das Nötigste für eine Nacht sowie Kamera und Objektive verstaut waren.

Meine Kabine 9926 auf der Color Magic war wie letztes Jahr wieder eine Außenkabine und richtig kuschelig.



Um 14 Uhr legte die Color Magic ab und nahm Kurs Oslo.

Man konnte es nach der Abfahrt noch gut zwei Stunden an Deck aushalten. Dann begann es heftig zu regnen.











Im riesigen Speisesaal gab es bereits um 17 Uhr ein gemeinsames Abendessen für unsere Reisegruppe. Irgendwie war es ein wenig ‚steifer‘ als letztes Jahr. Ich hatte den Eindruck, dass keiner mit keinem was zu tun haben wollte. Leute – wir sitzen doch alle im selben Boot – äahh, auf derselben Fähre! Wir müssen noch knapp 3 Wochen da durch!

Als alle gesättigt waren, verteilten sich die Gesichter über das gesamte Schiff. Hier und da kam ich in Grübeln, ob ‚die‘ oder ‚der‘ auch wohl mit mir im Bus gesessen hatten. Die Kontaktaufnahme war nicht so einfach.



Irgendwann war es mir an Deck zu kalt. Daher genoss ich noch ein Bier zu einigermaßen zivilen Preisen in der Monkeybar. Diesen Preisvorteil muss man ausnutzen! Bei den Alkoholpreisen in Norwegen würden mir ab morgen wieder die Augen tränen. Gegen 22.30 Uhr begab ich mich dann aber auch zur Kabine. Der Tag war schließlich lang genug gewesen.

Bis bald
Dieter
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22 Apr 2021 08:09 #613471
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Tag 2
Ich hatte komaähnlich geschlafen. Die Helligkeit kroch durch das Bullauge und weckte mich kurz nach 5 Uhr. Nicht lange fackeln. Raus aus dem Bett. Rein ins Bad. 15 Minuten später inspizierte ich die Fähre. Ich ging noch mal über die Shopping-Mall. Machte hier und da einige Fotos und begab mich anschließend auf Deck.

Es war frisch, aber herrlich. Kaum ein Mensch war zu dieser Tageszeit hier oben an Deck. Ein paar Schleierwolken klebten am Himmel. Es schien ein schöner Tag zu werden.



Um 7 Uhr öffnete der Speisesaal. Heute Morgen war keine Sitzordnung für Gruppen vorgesehen. Ich schnappte mir einen freien Platz an einem 2er Tisch und ließ mir das Frühstück schmecken. An dem üppigen Buffet fehlte es an nichts.





Zurück auf dem Deck suchte ich mir ein windstilles Plätzchen und genoss die Sonne und die vorbeiziehende Landschaft. Hier wurde ich dann doch von dem ein oder anderen angesprochen. „Du bist doch auch mit bei uns im Bus?“ Kurzer Smalltalk und man ging seiner Wege.





Zur geplanten Ankunftszeit kamen wir um 9.30 Uhr in Oslo an.



Durch die Reiseunterlagen wusste ich bereits, dass wir denselben Reiseleiter wie letztes Jahr bekommen würden. Am vereinbarten Treffpunkt stieß Sören zu uns. Er erkannte mich sofort wieder und wir unterhielten uns ein paar Minuten. Dann fuhren wir nur 30 Minuten mit dem Bus Richtung Innenstadt und stiegen aus. Hier vom Parkplatz aus hatte man einen schönen Blick auf die Oper.



Das Wetter war genial. Blauer Himmel und bereits um diese Uhrzeit 25 Grad. Es war der 17.5. und dieser Tag ist Nationalfeiertag in Norwegen. Sören lotste uns Richtung Zentrum, damit wir vom Umzug auch einiges zu sehen bekamen. Gefühlt war ganz Norwegen heute hier in Oslo.

Dicht gedrängt standen die Erwachsenen Fähnchen schwenkend am Straßenrad. Ist schon irre, welches Nationalbewusstsein die Norweger haben. Geschätzt 80% aller Frauen kamen in norwegischer Tracht. Die Männer waren da ein wenig zurückhaltender.











Ein nicht enden wollender Umzug von Schulklassen, Jugendgruppen, Musikern und Fahnenschwenkern bot ein farbenprächtiges Bild. Und überall nur fröhliche Gesichter. Der Umzug zieht sich durch die Stadt bis zum königlichen Schloss. Diesen Trubel mitzuerleben war schon toll.

Danach ging es in großem Bogen durch die Stadt zurück zum Bus. Hier war zwischenzeitlich Mister Wichtig eingestiegen. Er und Frau (sie war eigentlich ganz in Ordnung) waren von Düsseldorf geflogen und dann hier in Oslo zu uns gestoßen. Man ist ja schließlich was Besseres.

Der Kerl saß noch nicht ganz, da hatte er die vordersten Reihen unter Kontrolle nach dem Motto: ‚Alles hört auf mein Kommando‘.

Gut, dass zwischen ihm und mir noch 8 Sitzreihen waren und ich das Getöse nicht mitbekam.

Nach dem ersten Stopp sah ich das Unheil kommen. Mister Wichtig hatte allen, die vorne ausgestiegen waren, sein neues Smartphone gezeigt. Nun hatte er mich als sein nächstes Opfer auserwählt und steuerte auf unsere Gruppe zu. Wir standen mit fünf oder sechs Personen zusammen. Er bremste natürlich genau vor mir ab. Warum immer ich?
Nach dem ersten Smalltalk mit der Flitzpiepe hatte ich einen Freund weniger. Er wollte mir unbedingt weismachen, dass ich ein Smartphone brauche. Er schien das allerneueste und teuerste Model zu haben. Triumphierend hielt es mir das Ding unter die Nase. „Hab‘ ich erst seit drei Tagen.“

„Schön!“

„Die Dinger sind doch so toll. Man kann damit Musik hören. Man kann tolle Fotos und Filme damit machen. Besser als mit deiner Kamera.“

Ich ließ ihn in dem Glauben.

„Ins Internet kommt man damit auch!“

„Ehrlich? - Kann man damit auch telefonieren?“

Ich konnte mir nicht verkneifen, ihm zu sagen, dass ich keine wichtige Persönlichkeit bin und daher nicht immer und überall erreichbar sein muss. Ich übrigen hätte ich Urlaub und wäre froh, wenn mich kein Mensch anruft und ich meine Ruhe habe. Und dass mir niemand am Smartie schlaue Fragen stellt.

„Bisse schon am Nordpol? Watt habta fürn Wetta? Hier is auch Mist!“

Der hat mich die ganze Reise nicht mehr angeguckt. Verstand ich zwar nicht; fand es aber super!

Aber sein Geschwätz und seine Strunzerei gingen vielen Leuten auf die Nerven. Am Ende der Reise musste er sich nicht von allzu vielen Reisenden verabschieden. So ein Gehabe kann einsam machen.

Dann folgten Wikinger-Museum sowie Fram und Kon-Tiki Museum. Die beiden Letzteren hatten leider wegen des Nationalfeiertags geschlossen.









Wir fuhren zum Holmenkollen, durchwanderten den Vigelandpark

















und gegen 17 Uhr waren wir am Hotel.

Superhyperstylishes, gerade ganz neu eröffnetes Hotel. Voll gepfropft mit Elektronik. Zuviel Elektronik. Die komplette Reisegruppe stand nun vor fünf !!! Fahrstühlen. Aber keine unserer Zimmerkarten funktionierte. Die brauchte man aber auch für die Fahrstühle. Hilfloses Personal an der Rezeption. Wir benötigten über eine halbe Stunde, bis alle auf ihren Zimmern waren.

Und die waren wirklich vom Allerfeinsten! Das Bad war so groß, hier hätte man Walzer tanzen können.











Auch sonst war das Hotel super. Die zentrale Lage war ebenfalls gut.

Mein Orientierungssinn funktionierte noch und so bin ich nach dem Abendessen bis zur Oper gelaufen, um ein paar Fotos zu schießen. Es dürften selbst abends um 21 Uhr noch weit mehr als 20 Grad gewesen sein.







Nachdem ich die Außen- und Innenaufnahmen der Oper im Kasten hatte, machte ich mich so langsam auf den Heimweg Richtung Hotel. Hier nahm ich anschließend noch ein Kaltgetränk zu mir. Ratet welches! Acht Euro fünfzig! :( :ohmy: Klammheimlich wischte ich mir die erste Träne aus den Augen.

Von den übrigen Mitreisenden keine Spur. Daher steuerte ich alsbald mein Zimmer an.


Bis bald!
Papa Kenia
Dieter
Letzte Änderung: 22 Apr 2021 10:45 von Papa Kenia.
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23 Apr 2021 08:44 #613596
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Tag 3
Ohne Wecker oder Handyalarm wurde ich um 5 Uhr wach. Kurz stylen und dann mit der Kamera bewaffnet bereits um 5.30 Uhr vor die Tür, um die nähere Umgebung ein wenig zu erkunden.

Lecker Frühstück gab es ab 7 Uhr. Mit dem ein oder anderen kam man nun so langsam ins Gespräch. Das war vorerst ein leichtes Abtasten. Im Großen und Ganzen schien es durch die Bank weg alles nette Leute zu sein.

Das Auschecken aus dem Hotel war ein Erlebnis. Kurt hatte die Koffer verstaut und nun saßen fast alle im Bus. Nur drei Ehepaare fehlten. Dann meinte einer der Reisenden, „wenn die noch nicht da sind, gehe ich auch noch kurz zur Toilette“.

Unser Fahrer Kurt stand mit dem Bus im Halteverbot und saß auf heißen Kohlen. ‚Knöllchen‘ müssen Fahrer aus ihrer eigenen Tasche bezahlen. Reiseleiter Sören wurde von Minute zu Minute unruhiger. Ursprüngliche Abfahrt war 8 Uhr. Viertel nach 8 Uhr kam der Pinkler wieder zurück und meinte, die fehlenden Gäste kämen nicht mehr an ihre Koffer, die noch in den Zimmern waren.

Dann ging Sören los.

Was war passiert? Diese achsosupertolle Elektronik hatte unsere komplette Reisegruppe für 7.45 Uhr ‚ausgecheckt‘. Wenn nun 7.46 Uhr noch jemand auf sein Zimmer wollte, um seinen Koffer zu holen, blockierte das System alles. Denn man hatte ja schon ausgecheckt. Und Unbefugte sollten nun mal nicht in die Zimmer. So standen die sechs Leutchen also mit ihren Karten am Aufzug, wollten auf die Zimmer um die Koffer zu holen und nix ging mehr. Keiner sprach englisch und an der Rezeption keiner deutsch.

Bis Sören dann alles klärte.

8.30 Uhr kamen wir dann endlich los.

Noch eine kleine Stadtrundfahrt, dann ging es nach Maihaugen. Maihaugen ist ein Open-Air Museum mit vielen rund 100 Jahre alten Gebäuden. Es ist eines der größten Freilichtmuseen in Norwegen. Zunächst bekamen wir im Museumsgebäude einen Eindruck von der Welt von vor damals. Danach ging es in die Außenanlagen. Maihaugen ist weitläufig, hier könnte man wohl einen ganzen Tag verbringen um alles zu sehen.

Wir hatten nicht diese Zeit zur Verfügung. Und einsetzender Nieselregen vermieste uns sowieso die Laune.















Dann nach steuerte Kurt unseren Bus wenige Kilometer weiter nach Lillehammer. Hier fanden 1994 die Olympischen Winterspiele statt. Die Skischanze war zwar nicht so beeindruckend wie die auf dem Holmenkollen. Interessant war es trotzdem.





Dann Weiterfahrt bei Regen. Sören überbrückte die Zeit, indem er einiges aus seinem Privatleben erzählte. Er gab uns jede Menge Informationen über Norwegen, die in keinem Reiseführer stehen. Sören ist ein wandelndes Lexikon und weiß auf jede Frage die richtige Antwort.

Eine Stunde vor Ankunft in Trondheim meinte Sören, dass er mit unserem Hotel telefoniert habe. In Trondheim wäre angeblich Sonnenschein und 25 Grad. Schlagartig verbesserte sich unsere Laune.

Wir kamen tatsächlich bei strahlendem Sonnenschein in Trondheim an. Das Hotel war der Oberhammer. Für mich das beste der ganzen Reise.

Zimmer super. Essen super! Tolles Ambiente! Und eine geniale Lage direkt am Wasser.





Sören hatte angekündigt, dass wir heute Abend nach dem Abendessen um 21.30 Uhr noch gemeinsam einen Spaziergang Richtung Altstadt unternehmen. Gott sei Dank war es ein wirklich gemütlicher Abendspaziergang. Und keine Rennerei. Sören kann ja auch anders. Von diesem Rundgang waren wir gegen 22.30 Uhr zurück. Ich habe mit drei Leuten – Ehepaar und ihrer Schwester (kamen aus Oberhausen) noch auf ein Bier zusammengesessen. Total nette Leute. Wir waren die restlichen Tage fast immer zusammen. Nur morgens nicht. Die Drei genossen es, morgens auszuschlafen. Sofern man bei dieser Rundreise überhaupt von ausschlafen reden konnte.

23.45 Uhr war der Tag dann auch für mich vorbei.


Bis bald
Papa Kenia
Dieter
Letzte Änderung: 23 Apr 2021 08:46 von Papa Kenia.
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24 Apr 2021 08:07 #613716
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Tag 4
Kurz nach 5 Uhr erwachte ich zum Leben. Da nach dem Frühstück nicht viel Zeit blieb (ich kannte ja das Tagesprogramm!), machte ich mich also bereits kurz nach halb 6 Uhr auf die Socken. Es lohnte sich. Angenehme Temperatur. Die Wolkendecke riss so langsam auf. Ich wusste vom letzten Jahr, wo ich meine Fotomotive finden würde.

Ich ging zum Nidelva-Fluss runter und machte meine Bilder von den hölzernen Speicherhäusern. Diese bieten jedem Touristen ein herrliches Fotomotiv.

















Zurück im Hotel wollte ich anschließend vor dem Frühstück noch kurz auf die Dachterrasse des Hotels. Gestern Abend hatte ich keine Fotos von da oben gemacht. Aber der Aufzug blockierte den 9. Stock. Ich fragte an der Rezeption, ob das Absicht sei.

„Was wollen Sie denn um diese Uhrzeit da oben? Fotografieren?“

„Ja, hatte ich eigentlich vor.“

„Kommen Sie, ich fahr mit ihnen nach oben.“

So viel Freundlichkeit gibt es doch nicht, oder?

Der junge Rezeptionist fuhr mit mir in den obersten Stock und ließ mich in Ruhe meine Fotos von der Dachterrasse machen.

Ich dankte ihm herzlich für seine Hilfsbereitschaft.

















Nun wurde es Zeit für das Frühstück. Ich setzte mich zu den Dreien von gestern Abend und wir ließen es uns schmecken. Viel Zeit blieb mir nicht mehr. Das war heute Morgen schon ein ziemliches straffes Programm.

Bereits um 7.40 Uhr war Abfahrt. Um 8 Uhr war schon eine Besichtigung im Nidaros Dom vorgesehen.

Sören hatte gestern Abend noch mit unserem Veranstalter in Deutschland telefoniert und uns beim Abendessen mitgeteilt, dass wir unseren heutigen Tagesablauf um eine Stunde vorverlegen. Flexibilität ist Trumpf!! Daher hatten einige Urlauber ganz schön an dem Tagesrhythmus zu knacken.

Heute war Sonntag. Ab 9 Uhr stand der Dom für die Öffentlichkeit für Besichtigungen offen. Um 10 Uhr musste allerdings die letzte Besichtigung beendet sein. Denn um 11 Uhr war Messe.

Sören hatte gestern von einer Kollegin erfahren, dass heute um 9 Uhr für vier Busladungen Hurtigruten-Gäste eine Führung gebucht war. Daher das gestrige Telefonat mit dem Inhaber unseres Reiseunternehmens. Kurzfristig wurde mal eben ein Domführer gegen Extrabezahlung exklusiv für unsere Reisegruppe gebucht. Bei der 8 Uhr Führung waren wir ganz allein im Dom. Das nenne ich dann mal Service!







Der Tagesablauf danach war wie im vergangenen Jahr: Kleine Stadtrundfahrt, Besichtigung der Festung Kristiansten.





Es folgte die Weiterfahrt nach Holm, wo wir die erste innernorwegische Fähre benutzten.



Vom Anleger in Vennesund waren es noch rund 45 Busminuten bis wir an unserem Tagesziel Brønnøysund ankamen. Nach dem Abendessen gab es eine Wanderung zum Torghatten.

Da mir klar war, dass ich den Berg Torghatten sowieso nicht hochkomme, habe ich mich und vier weitere Leute bei Sören abgemeldet. Wir blieben am Hotel und erkundeten zu Fuß die nähere Umgebung.

Gegen 22.30 waren die Wanderer zurück. Wir Daheimgebliebenen hatten wohl nichts versäumt. Die Gruppe war unterwegs vom Regen überrascht worden.


Bis bald!
Papa Kenia
Dieter
Letzte Änderung: 24 Apr 2021 08:14 von Papa Kenia.
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25 Apr 2021 08:30 #613820
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Tag 5

Es wurde der perfekte Tag!

Zunächst war Fährtag! Wir benutzten die Fähre von Horn nach Anddalsvåg. Nach einer kurzen Weiterfahrt kaperten wir die nächste Fähre von Forvik nach Tjøtta. Während dieser Überfahrt begleiteten uns eine Handvoll Schweinswale. Gegen 10.30 Uhr kamen wir an der Gebirgskette ‚die sieben Schwestern‘ vorbei!

Als nächster Programmpunkt des Tages stand die Besichtigung der Kirche von Alstahaug auf dem Plan.

Die dritte Fähre am heutigen Tage brachte uns von Sandnessjøen zur Insel Dønna, wo wir um die Mittagszeit strandeten.

Hier machten wir eine längere Pause. Kurt öffnete die Busküche und bewirtete uns mit Brühwürstchen, Plätzchen und Kaffee. Kalte Getränke waren ebenfalls reichlich vorhanden. Eine Busküche ist schon verteilhaft, wenn man mitten im Nichts steht und sich weit und breit keine Möglichkeit bietet, irgendwo etwas zu essen zu bekommen.













Am frühen Nachmittag bekamen wir noch einen herrlichen Blick vom 127 Meter hohen Hügel – Berg wäre wohl zu viel gesagt – Dønnesfjell geboten. Der Blick auf die umliegenden Inseln hatte was! In der Ferne sah man Lovund.

Letzte Änderung: 25 Apr 2021 08:43 von Papa Kenia.
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25 Apr 2021 08:39 #613822
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Tag 5 – Teil 2
Dann steuerte Kurt unseren Bus zum Bootsanleger. Wir verabschiedeten uns von Kurt. Er würde mit dem Bus bis Vågaholmen weiterfahren. Dort würden wir ihn morgen wiedersehen.

Gegen 14 Uhr sahen wir aus der Ferne ein Schiff auf uns zukommen. Unser Reiseveranstalter hatte ausschließlich für unsere Reisegruppe ein Charterboot gemietet.



Die Überfahrt nach Lovund sollte eine dreiviertel Stunde dauern. Lovund ist eine Vogelinsel und beherbergt im Sommer etwa 200.000 Papageientaucher, die hier jedes Jahr im Frühsommer brüten.

Wir waren sehr gespannt auf Lovund. Ein Besuch mit Übernachtung auf der Insel sollte unsere Erwartungen übertreffen.

Immer und immer wieder versuchte unser Kapitän recht nahe an die im Wasser dümpelnden Papageientaucher zu kommen. So dauerte die Überfahrt einiges länger. Um brauchbare Fotos zu schießen, war die Entfernung letztendlich leider doch zu groß.

Lovund war ein Traum. Hier wollte niemand mehr weg. Idylle, Stille, Romantik, Einsamkeit, geniales Wetter.







Einige Ehepaare durften in den Robour-Häuschen (alte Fischerhütten) übernachten. Diese sind wohl recht komfortabel eingerichtet.

Die restlichen Paare und die Singles wurden im Hotel einquartiert. Mein Zimmer war super und bot Blick auf’s Wasser. Hier hielt ich mich aber nur kurz auf. Ich benutzte den Fahrstuhl und fuhr auf die Dachterrasse. Der Ausblick war wirklich beeindruckend.













Nachmittags stand eine Wanderung zu den Vogelfelsen auf dem Programm. Mit Glück könnte man hier Papageientaucher aus der Nähe sehen.

Ich erkundigte mich bei Sören nach dem Schweregrad der Wanderung. Als es hieß, pro Strecke 1 Stunde laufen und zwar bergauf und bergab, war meine Entscheidung recht schnell gefallen. Ich fand, dass es im Leben schönere Dinge als Laufen gibt und meldete mich bei Sören ab.

Nachdem die Gruppe sich auf den Weg gemacht hatte, setzte ich mich auf die Terrasse und bestellte mir ein Bierchen. Bei herrlichstem Sonnenschein genoss ich das Bier

Später gesellte sich noch ein Holländer an meinen Tisch. Wir unterhielten uns ganz nett. Er war für einige Tage bei seinem Bruder zu Besuch. Dieser ist mit einer Norwegerin verheiratet und sie sind hier auf Lovund sesshaft geworden. Er erzählte, dass auf Lovund sogar ein Tag nach den Vögeln benannt ist. Der 14. April soll der sog. ‚Papageientaucherankunftstag‘ sein. Angeblich kehren jedes Jahr genau an diesem Tag zigtausend dieser niedlichen Tierchen wieder zu ihren Brutstätten zurück.

Ob es stimmt?? Eine nette Story war es auf jeden Fall.

Als die Wandergruppe zurückkam, waren einige Leute ganz schön am Hecheln.

„Das war richtig anstrengend. Hast nichts verpasst! Nicht einen einzigen Papageientaucher haben wir gesehen.“

‚Alles richtig gemacht‘ dachte ich so bei mir.

Gegen 23.30 Uhr machte ich mein letztes Foto für den heutigen Tag. Danach ging es ins Bett.



Dieser Lovund-Trip war für mich das absolute Highlight dieser Rundreise.


Bis demnächst!
Papa Kenia
Dieter
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