THEMA: Ein Jahr danach – noch mal ans Nordkap
30 Apr 2021 10:35 #614424
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  • BikeAfrica am 30 Apr 2021 10:35
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Papa Kenia schrieb:
@BikeAfrica
Hallo Wolfgang,
dass man einfach die Nacht durchmachen kann und dann halt tagsüber schläft.
Das kann man gut im Bus. Trotzdem habe ich das auch nicht geschafft. Irgendwie hatte ich immer das Gefühl, etwas zu verpassen. Es gab so viel zu sehen!
in Canada mal 27 Stunden am Stück auf dem Rad gesessen
Das ist einfach nur bewundernswert! Hut ab!

… nun ja. Erst hatte ich keinen gescheiten Platz für mein Zelt gefunden und dann irgendwann die Müdigkeit überwunden. Und dann -wie Du auch schreibst- ist es ja irgendwie auch interessant und man will nichts verpassen. Ich bin einfach so lange gefahren, bis ich dann doch irgendwann müde wurde. Ich bin in Canada insgesamt dreimal durch die Nacht geradelt.
Das erste Mal war es zeitweise Dämmerlicht und die Sonne bereits untergegangen. Beim zweiten Mal direkt am Polarkreis ging die Sonne so um 2:15 Uhr unter und als sie gerade am Horizont verschwand, ging sie direkt wieder auf. Das war schon ziemlich abgefahren. Und beim dritten Mal stand sie dann die ganze Zeit sichtbar am Himmel. Irgendwie ist das schon spannend, das mal zu erleben.

Gruß
Wolfgang
Mit dem Fahrrad unterwegs in Namibia, Zambia, Zimbabwe, Malawi, Tanzania, Kenya, Uganda, Kamerun, Ghana, Guinea-Bissau, Senegal, Gambia, Sierra Leone, Rwanda, Südafrika, Eswatini (Swaziland), Jordanien, Thailand, Surinam, Französisch-Guyana, Alaska, Canada, Neuseeland, Europa ...
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30 Apr 2021 10:35 #614425
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  • Papa Kenia am 30 Apr 2021 10:35
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Tag 10

In Nähe des Hotels gab es nicht viel Sehenswertes. So habe ich heute Morgen nur die Nordlichtkathedrale abgelichtet.



Gegen 8 Uhr war Koffer laden angesagt und dann fuhren wir Richtung Nordkap.

Die letzten Tage waren allesamt ohne Regen verlaufen und wir hatten meistens blauen Himmel und recht angenehme Temperaturen. Je mehr wir uns nun Richtung Norden vorgearbeitet hatten, desto kälter wurde es. Ich gestehe eigentlich selten Fehler ein; aber für die nächsten Tage hatte ich nicht die richtigen Klamotten mit. Eine dickere Fleecejacke oder ein Pullover mehr hätten nicht geschadet.

Wir machten einen Halt im winzigen Fischerdorf Kamøyvær. Hier leben nur 70 Einwohner. Es bestand die Möglichkeit zum Besuch einer kleinen Kunstgalerie.

Die ausgewanderte Deutsche, die nach eigenen Angaben hier mit Mann und einem Kater wohnt, ist eine begnadete Erzählerin. Auf amüsante Weise erzählte Sie von ihrer Arbeit, wie sie mit einer eigenartigen Technik farbenfrohe Motive aus Papierschnipseln entstehen lässt.

Es machte wirklich Spaß ihr zuzuhören. Natürlich kaufte auch der ein oder andere ein kleines Souvenir.







Den Abstecher nach Skarsvåg sparten wir uns. Die Wanderung zum „Kirkeporten“ (Berg mit Blick auf das Nordkap) fiel sowieso wegen Unbegehbarkeit (zu viel Schnee) aus.

Irgendwann zwischen 13 und 13.30 Uhr kamen wir am Nordkap an. Mein Wetter war es nicht. Null Grad und eiskalter Wind. Brrrrr. Aber es war trocken. Und kaum Touristen anwesend. Ich habe mehrere Anläufe gebraucht um meine Fotos zu machen. Zwischendurch war immer wieder ‚aufwärmen‘ in der Nordkaphalle angesagt.







Im Gebäude gibt es eine Ausstellung über die Geschichte des Kaps sowie die nördlichste Kapelle der Welt. Es gibt ein Restaurant und einen Souvenirshop. Hier sind Briefmarken vom Nordkap erhältlich. Die passenden Postkarten konnte man mit einem Nordkapstempel versehen lassen.









Nach fast drei Stunden Aufenthalt ging es weiter nach Hammerfest zum Aussichtspunkt Salen oberhalb der Stadt. Hier stieß eine Einheimische zu uns und zeigte uns von hier oben den Belugawal, Schemenhaft konnte man ‚Hvaldimir‘ im Hafenbecker erkennen. Da dieser Wal ein Halsband mit Kamera getragen hat, hatte man wirklich vermutet, dass es ein Spionagewal sei, der vom russischen Militär eingesetzt worden ist. Stand jedenfalls bei uns in der Presse und war auch im Internet so oder ähnlich zu lesen. Jedenfalls wurde ‚Hvaldimir‘ schnell der Liebling heimischen Bevölkerung.



Bevor wir zum Hotel fuhren, hielten wir noch für eine kurze Besichtigung an der Meridiansäule an.

Irgendwann waren wir dann fertig mit Schönschreiben und fuhren zum Hotel. Wir hatten unsere Zimmer bezogen, genüsslich gespeist und wollten jetzt nur noch einen Absacker.

Gute Nacht!
Letzte Änderung: 30 Apr 2021 10:40 von Papa Kenia.
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30 Apr 2021 10:50 #614427
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Gibt es das Nordkapp auch bei gutem Wetter?
Als wir Anfang Juli 1975! dort waren, hat es geschneit. Unser Wohnmobil war ein selbst eingebauter Ford Transit ohne Sanitäreinrichtung und so. Also haben wir eine Schüsel voll kaltes Wasser gemacht und uns draußen bei Schneegestöber gewaschen. Brrr! :pinch:

An das eine oder andere deiner Tour erinnere ich mich, einiges gab es noch nicht, und sowieso waren wir viel spartanischer unterwegs als du :) . Aber wir waren auch viel, viel jünger damals.

Ich lese deinen Bericht jeden morgen als erstes nach dem Aufwecken des PCs.

LG freshy
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30 Apr 2021 11:13 #614430
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@BikeAfrica
Hallo Wolfgang,
....und dann irgendwann die Müdigkeit überwunden.
Du sagst es. Irgendwann hat man tatsächlich diesen Punkt überwunden.
....und als sie gerade am Horizont verschwand, ging sie direkt wieder auf. Das war schon ziemlich abgefahren. Und beim dritten Mal stand sie dann die ganze Zeit sichtbar am Himmel. Irgendwie ist das schon spannend, das mal zu erleben.
Das hat mich total berührt und einerseits ein bisschen melancholisch, andererseits völlig euphorisch gemacht. Das prägt sich ein! Jedenfalls bei mir.

Alles Gute!
Dieter
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30 Apr 2021 14:42 #614463
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Hallo freshy,
als wir Anfang Juli 1975! dort waren, hat es geschneit.
Schnee im Juli? Das ist wohl sehr außergewöhnlich?
....und uns draußen bei Schneegestöber gewaschen.
Im Schneegestöber waschen? Das ist nur was für ganz Harte. Dann lieber ganz ausfallen lassen!
Aber wir waren auch viel, viel jünger damals.
Ja, damals! Als wir noch jünger waren. Ich möchte die Zeit nicht missen. Ich glaube, dass es damals lebenswerter war und bin froh, nicht in der heutigen Zeit aufzuwachsen.

Alles Gute und liebe Grüße
Papa Kenia
Dieter
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01 Mai 2021 09:11 #614502
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Tag 11

Bei schönstem Wetter trat ich vor die Hoteltür. Ganz früh morgens ging ich auf Waljagd. Ich habe ihn auch gefunden und einige Fotos gemacht. Die Bilder sind aber nicht so prickelnd.













Dann bin ich mutterseelenallein am Hafen rumgestiefelt. Da saßen 2 Jugendliche. Morgens um 6 Uhr. Einer kam auf mich zugesprungen. Ich habe meine Kamera noch fester umklammert und gedacht: ‚Was kommt jetzt?‘

Der nahm mich sofort in den Arm und fragte: „Tourist?“

Ja sicher, was sonst?

„Woher, wohin und alles und so? Brauchst keine Angst haben. Das ist kein Überfall.“

Da bin ich aber beruhigt.

Und dann haben wir uns nett eine Viertelstunde unterhalten.

Heute war Sonntag. Frühstück gab es ab 8 Uhr. Auch hier konnte man den Einfluss unseres Reiseveranstalters sehen. Da 8 Uhr für uns relativ spät war, hatten unser Reiseunternehmen gegen zusätzliche Bezahlung Frühstück ab 7 Uhr gebucht. Der Frühstücksraum war ausschließlich für unsere Gruppe hergerichtet. Andere Reisende, die auch schon auf den Beinen waren, schauten neidisch in den Speisesaal, wurden aber vom Personal nicht reingelassen.

Gut gestärkt fuhren wir zurück nach Alta. Hier stand die Besichtigung des Museums und der Felsenmalereien im Freilichtmuseum auf dem Programm. Bei der Führung begleitete uns eine deutschsprechende Mitarbeiterin des Museums.







Nachmittags ging es von Skjervøy mit dem Hurtigrutenschiff M/S Lofoten zurück nach Tromsø. Das Abendessen nahmen wir heute auf dem Schiff ein. Hier war ein Bereich für uns reserviert. Die Tische waren ansprechend gedeckt. Auch das Menu war reichhaltig und lecker.





Das Foto vom Sonnenuntergang ist nachts vom Schiff aus um 23.30 Uhr gemacht worden. Gegen 23.40 legte die Hurtigruten in Tromsø an. Wir gingen von Bord und legten die Strecke zum Hotel zu Fuß zurück. Das waren nur wenige Meter, die wir laufen mussten.



Kurz vor Mitternacht war die Sonne fast untergegangen. Kurz nach Mitternacht ging sie wieder auf. Das ist schon ein irres Naturschauspiel.

Trotzdem habe ich während der gesamten Rundreise auf eine Schlafmaske verzichtet. Auch die Verdunkelungsgardinen in den Hotels habe ich nie zugezogen. Ich habe mich einfach dem Licht hingegeben. Wenn hell – dann wach. Immer hell – immer wach!
Auf dem letzten Bild sieht man, wie hell es um 00.23 Uhr ist.



Wie übernachteten erneut in dem Hotel, wo wir vor 3 Tagen schon genächtigt hatten.
Letzte Änderung: 01 Mai 2021 09:14 von Papa Kenia.
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