Fernreise vs. Klimaschutz

141 Antworten · 7'660 Aufrufe · gestartet 23. Aug. 2024 von Maecs
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47 Beiträge · seit 202125. Aug. 2024 · #41
Hallo,

bei meiner ersten Gasanalyse habe ich 1969 einen Wert von 0,03 % CO2 in der Luft gemessen. Meine letzte Analyse hat 2016 einen Wert von 0,042 CO2 in der Luft ergeben. Das Messgerät war kalibriert und zertifiziert.
Der CO2 Wert der Luft hat sich allein in meinem Berufsleben um 100 ppm erhöht. Wobei ppm eine übliche Größenangabe ist und keine Erfindung von irgendjemandem.
Ich muss also keine Zahlen falsch abschreiben um eine große Veränderung zu erkennen.

Gruß Alfi
593 Beiträge · seit 202425. Aug. 2024 · #42
@Alfi,
Um deine Analyse einordnen zu können. Wo hast du gemessen? Auf dem Gipfel der Zugspitze oder an der Ausfallstraße in Wuppertal?
VG
47 Beiträge · seit 202125. Aug. 2024 · #43
Ich habe den Wert 1969 im ländlichen Niedersachsen gemessen, wobei der Betrieb selber ordentlich CO2 emittiert hat.
Der Wert 2016 wurde in einem Institut in Hannover gemessen. Nicht an einer starkbefahrenen Strasse gelegen.

Gruß Alfi
6'369 Beiträge · seit 201125. Aug. 2024 · #44
Hoi zämä
my4seasons schrieb:Dass nach Belegen gefragt wird, aber Links ignoriert werden, in denen genau diese Belege enthalten sind.
Na ja, Henrik Svensmark ist meines Wissens weder Nobelpreisträger noch Professor und Strahlenphysiker ist meines Wissens eine Fantasiebezeichnung. Dazu stammt der Beitrag von 2009, seither nichts neues von anderen Wissenschaftlern mit etwa denselben Resultaten zu dem Thema?
Milutin Milanković hatte meines Wissens ebenfalls weder Professur noch einen Nobelpreis.
Vielleicht irre ich mich, ich lass mich gerne belehren!
Aber halt nicht mit Behauptungen in Medien, die zumindest fragwürdig sind und einer kleinen Überprüfung nicht standgehalten haben. Denn ich habe mir angewöhnt in Medien zuerst mal Themen zu suchen, in denen ich mich auskenne und zu schauen was die denn so von sich geben. Und in den meisten dieser Medien wird, ums nett zu sagen, nicht wirklich überprüft was da geschrieben oder gesagt wird.
Die verlinkten Videos stammen aus solchen Medien.
So was nicht zu überprüfen ist meiner Meinung nach schon sehr naiv.
my4seasons schrieb:Die Bemerkung "Schade ums Thema" ist deshalb gewissermaßen von erfrischender Naivität - zumal in einem Fernreiseforum.
Hahaha, zum Glück sind immer die mit der anderen Meinung die Naiven, sehr gut! 😄 😄 😄

Genau, und dann kommt von dir unter Anderem das Beispiel der Windkraftanlagensockel, das ja in Facebook so gern gehyped wurde...
my4seasons schrieb:Wer auf der Autobahn schon mal den Transport von Windrad-Flügeln gesehen hat, kann ermessen, wie gigantisch diese Bauten sind, kann nur ahnen, wie massiv die Betonplattformen sein müssen, in die solche riesigen Windräder eingelassen werden müssen. Solide wie die Weltkriegs-Bunker, die man nicht abtragen kann sondern in die Landschaft "integriert".
Hast du dir schon mal die Mühe gemacht das mal kritisch zu hinterfragen?
Wenn ja, dann weisst Du ja dass etliche dieser Behauptungen auch oberflächlichen Überprüfungen nicht standhalten.
Sei es dass das ganze Gewicht des grössten je gebauten Betonsockels einer Windkraftanlage als der Normalfall aller Windkraftanlagen dargestellt wurde obwohl es auch Windkraftanlagen an Orten gibt wo gar kein Betonsockel notwendig ist, sei es dass das komplette Betongewicht mit dem CO2-Fussabdruck des Zementes hochgerechnet wurde (Zement macht etwa 20% des Betons aus) und damit um den Faktor 5 falsche Zahlen in Umlauf gebracht wurden. Sei es dass von 180 Windkraftanlagen in einem Wald geschrieben wurde, wo 'nur' rund 100 gebaut werden. USW.
my4seasons schrieb:Wie will man diese Betonplattformen sowie die Spargel nach einer Nutzungszeit von vielleicht 30 Jahren (in der Nordsee eher weniger) eigentlich entsorgen? - Egal, darüber können wir uns ja immer noch Gedanken machen, wenn es so weit ist. 🙂
Hm...Beton im Erdreich hat also eine Nutzungszeit von 30 Jahren, soso. Was genau zerstört denn Stahlbeton? Wäre mal interessant deine Begründung zu hören, weshalb ein Fundament nach 30 Jahren recykliert werden sollte statt es weiterhin zu verwenden, bin gespannt!
Übrigens ist Betonrecykling keine Raketenwissenschaft sondern scheitert, wenn überhaupt, am ehesten am Geld.
my4seasons schrieb:Ebenso sollten Holzabfälle zu Pellets gepresst und für nachhaltiges Heizen verwendet werden.
...
...und dass Holz gar nicht so schnell nachwachsen kann, wie es verbrannt wird, hatten diese Weltverbesserer offenbar nicht auf dem Schirm.
Oh, jetzt lehnst du dich aber weit aus dem Fenster...hat jemals jemand Ernstzunehmendes gesagt dass alle fossilen Heizungen durch Pelletsheizungen ersetzen sollen???
Auf das Zitat und die Begründung bin ich als Heizungsfachmann mal gespannt! 😄

Übrigens, wenn du anderen Betitelungen wie 'Weltverbesserer' anhängst, bist du dann ein 'Weltverschlechterer'?
😗
Erinnert mich an die Bezeichnung 'Gutmenschen'...
Warst nicht du derjenige, der sich über das Niveau (nicht Nivea, das ist was Anderes) der Diskussion beklagt hat?
Ist doch schon etwas viel Kindergarten sich darüber zu beklagen und dann solche Bezeichnungen zu verwenden...
my4seasons schrieb:Und was ist davon zu halten, dass ganze Wohnblocks und Schiffe abbrennen, weil man diese Dinger, einmal entflammt, in einer Parkgarage oder im Bauch eines Schiffes kaum löschen kann?
Was du offenbar nicht weist ist dass Lithiumakku nicht gleich Lithiumakku ist.
Es gibt da grosse Unterschiede, von der Hörgerätebatterie über die sich relativ schnell entzündenden LiPo's zu selbst bei mechanischer Zerstörung nicht brennenden Versionen der LiFeYPo4-Akkus, all das sind Energieträger auf Lithiumbasis, die aber alle nicht zur Stromspeicherung eingesetzt werden müssen.
Denn auch ein Pumpkraftwerk, wie zum Beispiel der Schluchsee im Schwarzwald, ist ein Akku!
Sogar jeder Stausee kann als Akku dienen, wenn mans genau nimmt! Und das auch ohne Pumpen!
Und daneben gibt es noch andere Techniken, sei es der Akku im Tessin, der durch hochheben und runterlassen von Betonelementen elektrische Energie in kinetische Energie umwandelt und so speichert.
Oder der für stationäre Anlagen sehr geeignete 'Salz-Akku', die Technik ist ausgereift und betreffend Umweltschädlichkeit wirklich unbedenklich.
Aber natürlich muss immer auf die explodierenden Lithiumakkus hingewiesen werden, die vornehmlich wegen ökonomischen Gesichtspunkten zum Einsatz kommen. Meist in billigsten Geräten, aber auch in teuren Geräten (Handys, viele E-Autos, durchaus auch von selbsternannten Premiumherstellern).

Aber was hat das alles noch mit dem Ursprungsthema zu tun?

Na ja, mir ist das hier zu viel kritikbefreite Parteibüchleinnachplapperei...und auch wenn ich kein ¨Grüner¨ bin ists mir auch zu viel kindisches Grünenbashing mit oberflächlichen Scheinargumenten, ich bin hier wohl raus.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
1'127 Beiträge · seit 202225. Aug. 2024 · #45
picco schrieb:...
Na ja, mir ist das hier zu viel kritikbefreite Parteibüchleinnachplapperei...und auch wenn ich kein ¨Grüner¨ bin ists mir auch zu viel kindisches Grünenbashing mit oberflächlichen Scheinargumenten, ich bin hier wohl raus.
Genauso,
Trotzdem ist das immer wieder, obwohl endlose Themenverfehlung, ….ologisch interessant. Die hier gerade aktive Truppe an Fortschrittsverschreckten merkt gar nicht, dass sie in ihrer Argumentationsweise genau so verbohrt und auch unredlich ist (weil sie belegbar falsch Dinge ausposaunen), wie echte grüne Fundis. Die können auch nicht ganzheitlich denken und wollen nur die "reine Lehre", oder was sie dafür halten. Jemand der gedanklich in den 80er Jahren verharren will, ist auch nicht anders als jemand der an den unmittelbar bevorstehenden Weltuntergang glaubt, wenn nicht GLEICH was g'schieht.

Die reale Welt und Gesellschaft ist GsD (noch) anders, weil es auch „normale“ Leute gibt, die überlegt handeln 😎

In diesem Sinn:
Es lebe der wissenschaftliche und technische und gesellschaftliche Fortschritt!! 😁 😁 😁

Mit Grüßen von einem ebenfalls Nicht-Grünwähler 😎
zuletzt bearbeitet 25. Aug. 2024
544 Beiträge · seit 201425. Aug. 2024 · #46
Moin Picco,
picco schrieb:.... Denn ich habe mir angewöhnt in Medien zuerst mal Themen zu suchen, in denen ich mich auskenne und zu schauen was die denn so von sich geben. Und in den meisten dieser Medien wird, ums nett zu sagen, nicht wirklich überprüft was da geschrieben oder gesagt wird.
Die verlinkten Videos stammen aus solchen Medien.
So was nicht zu überprüfen ist meiner Meinung nach schon sehr naiv.
ich habe mir, in Anlehnung an Dich, mal Deine folgenden Aussagen zum Umgang mit Windkraftanlagen nach Ende der Nutzungsdauer angesehen:
picco schrieb:
my4seasons schrieb:Wie will man diese Betonplattformen sowie die Spargel nach einer Nutzungszeit von vielleicht 30 Jahren (in der Nordsee eher weniger) eigentlich entsorgen? - Egal, darüber können wir uns ja immer noch Gedanken machen, wenn es so weit ist. 🙂
Hm...Beton im Erdreich hat also eine Nutzungszeit von 30 Jahren, soso. Was genau zerstört denn Stahlbeton? Wäre mal interessant deine Begründung zu hören, weshalb ein Fundament nach 30 Jahren recykliert werden sollte statt es weiterhin zu verwenden, bin gespannt!
Übrigens ist Betonrecykling keine Raketenwissenschaft sondern scheitert, wenn überhaupt, am ehesten am Geld.

my4seasons schrieb vom Betonfundament und dem Spargel, also der Windkraftanlage (WKA) ansich. Die Nutzungsdauer von 30 Jahren ist für den überwiegenden Teil der Windparks und WKAs zu hoch gegriffen, denn nach 20 Jahren endet die festgelegte Einspeisevergütung nach (deutschem ) EEG. Danach mag die Anlage technisch natürlich noch laufen können, der erzeugte Strom muss dann aber zum Marktpreis vermarktet werden, was idR nicht lukrativ ist. Auch steigt das Ausfallrisiko und für die dann relativ geringen Erlöse aus dem Stromverkauf rechnen sich keine teuren Reparaturen (Getriebetausch da 'oben' ist nicht mal eben so zu machen). Häufig ist selbst der Wartungsvertrag für die WKA wirtschaftlich grenzwertig und kommen Abschaltungen wegen Überlastung des Stromnetzes dazu, baut man die WKA besser ab.

Da WKA meist auf gepachteten Flächen erstellt werden, ist die Entsorgung des Fundaments vertraglich geregelt und liegt auch im Interesse des Grundstückseigentümers, insbesondere, wenn es sich z. B. um zuvor landwirtschaftlich genutzte Flächen handelt.

Die Anregung, die Fundamente nach der Nutzungsdauer weiter zu nutzen ist naiv, um bei Deinem Wording zu bleiben.
Wofür denn? Entsteht im selben Gebiet ein neuer Windpark, passt ein altes Fundament weder zur aktuellen Baugesetzgebung, noch zur Anlagengröße der dann aktuellen WKA-Generation (Stichwort "technischer Fortschritt"), die Abstände bei Windparks passen dann ohnehin nicht mehr und so weiter und so fort.
Also muss das Fundament raus und recycelt werden, was, wie Du schreibst, keine Raketentechnik ist. Schwieriger ist da schon die Entsorgung der Rotorblätter aus GFK. Hier im Norden gibt es diverse 'Friedhöfe' auf denen Rotorblätter und Maschinenhäuser vor sich hingammeln.


Das zu den Maßstäben, die Du bei anderen anlegst und die dann aber nach meinem Verständnis auch für Dich gelten sollten. Im Gegensatz zu Dir unterstelle ich Dir aber nicht, dass der Rest Deines Beitrages einem Faktencheck ebenfalls nicht standhalten wird.

Zum eigentlichen Thema habe ich jetzt nichts geschrieben, denn es ist, wie Seyko schon in Beitrag "2" schrieb:
Das Thema eskaliert in 3, 2, 1
Das muss einfach jeder mit sich selbst ausmachen und braucht hier keinem seine Meinung überstülpen.

Beste Grüße aus dem Windland Schleswig-Holstein
Henning
zuletzt bearbeitet 25. Aug. 2024
6'369 Beiträge · seit 201125. Aug. 2024 · #47
Hoi Henning

Grundsätzlich besteht unsere Welt nicht aus Deutschland alleine.
Und ausserhalb Deutschlands gelten die deutschen Gesetzte nun mal nicht, das betrifft den Grossteil unserer Welt.
Hier schreiben wir zum Beispiel nicht in einem deutschen Forum.
Auch wenns nicht jeder bemerkt. 😉
Natürlich gibt es in jedem Land unglückliche Gesetze und Vorschriften, ich hab täglich damit zu tun.
Aber ich hab auch täglich damit zu tun dass ich 'Altlasten' wie zum Beispiel Altbauten an den heutigen Stand annähere, da muss ich auch vom Bestehenden ausgehen und kann nicht einfach machen was ich will. Konkret heisst das dass ich mit dem vor vielen Jahren vorgesehenen Platzverhältnissen und den technischen Vorgaben auskommen muss und trotzdem alles ertüchtigen muss. So sind auch schon Gebäude zu solchen geworden, die übers Jahr aus mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen, trotz mehrerer Jahrzehnte des Bestandes vor dem Umbau.
Und das sogar günstiger als wenn sie nach konventionellen Methoden 30% Energie eingespart hätten.
So ist es auch bei den Windkraftanlagen, da muss man halt das bauen was mit dem Bestand möglich ist und nicht was das aktuelle Optimum ist.
Sprich: Die bestehenden Fundamente und Abstände optimal nutzen!
Alles Andere ist naiv, nicht der der das verstanden hat und seit Jahrzehnten macht...

Und der Ton mit 'Naiv' wurde nicht von mir gewählt sondern von mir nur weitergezogen.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
544 Beiträge · seit 201425. Aug. 2024 · #48
picco schrieb:Hoi Henning

Grundsätzlich besteht unsere Welt nicht aus Deutschland alleine.
Und ausserhalb Deutschlands gelten die deutschen Gesetzte nun mal nicht, das betrifft den Grossteil unserer Welt.
Hier schreiben wir zum Beispiel nicht in einem deutschen Forum.
Auch wenns nicht jeder bemerkt. 😉
Natürlich gibt es in jedem Land unglückliche Gesetze und Vorschriften, ich hab täglich damit zu tun.
Aber ich hab auch täglich damit zu tun dass ich 'Altlasten' wie zum Beispiel Altbauten an den heutigen Stand annähere, da muss ich auch vom Bestehenden ausgehen und kann nicht einfach machen was ich will. Konkret heisst das dass ich mit dem vor vielen Jahren vorgesehenen Platzverhältnissen und den technischen Vorgaben auskommen muss und trotzdem alles ertüchtigen muss. So sind auch schon Gebäude zu solchen geworden, die übers Jahr aus mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen, trotz mehrerer Jahrzehnte des Bestandes vor dem Umbau.
Und das sogar günstiger als wenn sie nach konventionellen Methoden 30% Energie eingespart hätten.
So ist es auch bei den Windkraftanlagen, da muss man halt das bauen was mit dem Bestand möglich ist und nicht was das aktuelle Optimum ist.
Sprich: Die bestehenden Fundamente und Abstände optimal nutzen!
Alles Andere ist naiv, nicht der der das verstanden hat und seit Jahrzehnten macht...


Und der Ton mit 'Naiv' wurde nicht von mir gewählt sondern von mir nur weitergezogen.
Hallo Picco,

mir ist klar, dass wir im n-f.CH schreiben und auch, dass Du aus der Schweiz kommst.

Auf die schnelle gefunden habe ich, dass es in der Schweiz ebenfalls eine zeitlich befristete Einspeisevergütung für Energie aus WKA zu geben scheint. Was passiert denn bei Euch mit den Anlagen nach dem Ende dieser Laufzeit???
Aber auch wenn deutsche Baugesetzgebung und EEG nicht weltweit gelten, gelten dennoch bestimmte Grundsätze der Betriebswirtschaft und der Physik ziemlich weltweit.

Es ist nunmal so, dass jegliche technische Anlage einer gewissen Abnutzung unterliegt, daher ist der Weiterbetrieb einer WKA irgendwann nicht mehr sinnvoll, wenn Aufwand zum Weiterbetrieb und Erlös nicht zusammenpassen.

Darüber hinaus hat es in diesem Bereich in den vergangenen Dekaden deutliche technische Fortschritte gegeben, die heutzutage Anlagenleistungen und -höhen ermöglichen, die eine erheblich größere Effizienz bieten. Als Anwohner alles andere als erstrebenswert ist es nunmal so, dass, je größer die Nabenhöhe gewählt wird, deutlich bessere und stabilere Windverhältnisse vorliegen.


Im Gegensatz zu Deinem Thema 'Heizung', wo es natürlich Sinn macht, die Anlage nach der vorhandenen Bausubstanz auszulegen (gerne nach energetischer Sanierung), ist es im Bereich WKA komplett realitätsfern auf einem technischen Stand von vor 20-30 Jahren zu bleiben, um "nur" die Fundamente weiter nutzen zu können.
Damit verschenkt man zu viel potenziellen Ertrag, mal davon abgesehen, dass es die Anlagen in einer Größenordnung von unter 1 MW Leistung heute nicht mehr zu kaufen gibt und eben auch keine Nachfrage dafür da wäre.

Es ist ja nicht so, dass unsere Altanlagen nicht zum Teil in Exportländern ein zweites Leben bekommen. Aber auch diese Länder kaufen eigentlich nur die größten verfügbaren Anlagen wegen der Kostendegression. Generalüberholt, bei niedrigen Lohnkosten, werden die dann vorher auch, um das Ausfallrisiko zu minimieren.


Gruß
Henning
6'369 Beiträge · seit 201126. Aug. 2024 · #49
Hoi Henning
MaHe schrieb:Auf die schnelle gefunden habe ich, dass es in der Schweiz ebenfalls eine zeitlich befristete Einspeisevergütung für Energie aus WKA zu geben scheint. Was passiert denn bei Euch mit den Anlagen nach dem Ende dieser Laufzeit???
Ich bin nicht Experte in diesem Bereich, aber ich weiss von Anlagen bei uns, die schon seit deutlich mehr als 20 Jahren stehen und weiterhin in Betrieb sind. Ich gehe aber davon aus dass auch die Windkraftanlagen ertüchtigt werden.
Bei uns läuft sowieso bei weitem nicht so viel über staatliche Förderungen wie bei Euch, dementsprechend hat das bei uns auch weniger Einfluss.
Zumindest bei den PV-Anlagen im Bereich bis zu Mehrfamilienhäusern macht das niemand wegen der Einspeisevergütung, das alleine würde sich nicht lohnen.
MaHe schrieb:Im Gegensatz zu Deinem Thema 'Heizung', wo es natürlich Sinn macht, die Anlage nach der vorhandenen Bausubstanz auszulegen (gerne nach energetischer Sanierung)
Na ja, da bin ich je nach Situation durchaus anderer Meinung.
Auch bei uns hiess der 'Königsweg' lange 'zuerst dämmen, dann Heizung erneuern', und gegen diesen Grundsatz habe ich vielfach ankämpfen müssen!
Auch bei diesem Beispiel:
picco schrieb:So sind auch schon Gebäude zu solchen geworden, die übers Jahr aus mehr Energie erzeugen als sie verbrauchen, trotz mehrerer Jahrzehnte des Bestandes vor dem Umbau.
Und das sogar günstiger als wenn sie nach konventionellen Methoden 30% Energie eingespart hätten.
Die Bauherrschaft hätte 2008 rund sFr.180'000.- ausgeben müssen um knapp 30% Energie zu sparen, für weniger Geld habe ich denen eine Erdsondenwärmepumpenanlage und eine Photovoltaikanlage installieren lassen können. Mit dem restlichen Geld bis zu den sFr.180'000.- haben sie sich noch einen Wintergarten gegönnt.
Ergebniss: Nicht nur knapp 30% des ursprünglichen Jahresheizenergiebedarfes eingespart sondern übers Jahr 0kWh Energieverbrauch für Heizung, Warmwasser und Elektro und sogar noch Überschuss!
Aber ich wurde jahrelang angegangen weil ich mich nicht an den von den Verantwortlichen des Kantons vorgegebenen 'Königsweg' gehalten habe. Viele Diskussionen, glaub mir!!! Und heute ist es so dass die Verantwortlichen des Kantons genau diesen Weg, den ich damals gegen viel Widerstand gegangen bin, empfehlen!
Auch weil nicht jede Bauherrschaft über die finanziellen Mittel verfügt die Gebäudehülle energetisch zu ertüchtigen.
Darum: 'Königswege' dürfen auch mal hinterfragt werden, denn ein Haus das dank eigentlich zu grosser Wärmepumpe beheizt wird ist immer besser als ein Haus, das weiterhin mit Öl heizt weil das Geld für die Gebäudehüllenoptimierung fehlt...
MaHe schrieb:...ist es im Bereich WKA komplett realitätsfern auf einem technischen Stand von vor 20-30 Jahren zu bleiben, um "nur" die Fundamente weiter nutzen zu können.
Damit verschenkt man zu viel potenziellen Ertrag, mal davon abgesehen, dass es die Anlagen in einer Größenordnung von unter 1 MW Leistung heute nicht mehr zu kaufen gibt und eben auch keine Nachfrage dafür da wäre.
Na ja, ich hab nirgends irgendwas von 'auf dem technischen Stand von vor 20-30 Jahren' geschrieben.
Auch bei Windkraftanlagen kann man den Markt spielen lassen.
Oder glaubst Du dass die Hersteller kein Interesse daran haben neue Technik und Flügel zu bauen, nur weil sie nicht den neuesten Abmessungen und Dimmensionen entsprechen?
Wir sprechen hier nicht von Grosserieprodukten wie Autos oder Turnschuhen, sondern von Kleinserien und Einzelstücken. Wobei es auch bei Autos und Turnschuhen Einzelstücke gibt.
Wenn nun 100 Windkraftanlagen mit Betonsockeln und Betonständern mit neuen Flügeln und neuer Technik ausgerüstet werden sollen muss man halt dies so planen und bauen dass dies auf die bestehende Infrastruktur aufgebaut wird.
Das hat nichts mit Naiv zu tun, ich finde es eher naiv zu glauben dass die Hersteller sich so einen Auftrag durch die Lappen gehen lassen nur weil ihre üblichen Flügel nicht z.B. 60 sondern 80m messen...denn auch diese werden in Kleinserie hergestellt, da kann man immer was machen.

Aber ganz im Ernst: Ich finde es befremdend dass ich nach Lösungen gefragt werde weil ich unrealistische Aussagen anderer Forenmitglieder im von ihnen gewählten Ton ins rechte Licht zu rücken versucht habe.
Es ist nicht meine Aufgabe den Windkraftgegnern zu erklären dass sie halt was tun müssen um sich gegen grössere Anlagen und Resourcenvernichtung zu wehren.
Ich würde da nicht in Foren schreiben sondern die zuständigen Personen in den zuständigen Ämtern und Regierungen ansprechen und den Dialog suchen. Von mir aus kannst Du Dich auch nach System der Klimakleber an einen Betonsockel befestigen, aber mach was gegen die unnötige Resourcenverschwendung! 😉

Und nun bitte zurück zum Ursprungsthema.
Gruss, Picco B) Meine Reiseberichte: Nord- und Süd-Tansania, Kenya, Ruanda, Uganda, Botsuana/Sambia, DR Congo, und als ausserafrikanische Gebiete: Costa Rica und Mt. Everest BC (klick hier)
Gast26. Aug. 2024 · #50
Wer heute ein Verbot von Fernreisen fordert, der fordert implizit die Ausrottung von Löwen, Elefanten und tausenden Tierarten mehr. Nationalparks in Entwicklungs- und Schwellenländern werden zu 95% von Überseetouristen finanziert. Die Staaten und Menschen vor Ort haben kein Interesse an Löwen und Elefanten. Das sind für die nur Gefahrenherde, Schädlinge und Nahrungskonkurrenten. Es gäbe dann kein Geld mehr für Ranger, für Zäune, für Ausgleichsfonds, Community-Projekte uvm. und somit keine Akzeptanz mehr für die Wildtiere. Das Land will man anderweitig nutzen, wenn es durch Tourismus kein Geld mehr generiert. Gern wird übersehen: Wir haben in Mitteleuropa ja genau dasselbe gemacht: Wölfe, Wisente, Bären, Luchse und anderes Großwild haben uns hier nur gestört. Die haben wir deshalb ausgerottet. Nur eben schon 1-2 Jahrhunderte früher.

Daneben ist Tourismus mittlerweile weltweit die Branche mit den meisten Arbeitsplätzen. Gerade in vielen Entwicklungs- und Schwellenländern schafft kaum eine andere Branche mehr Jobs, generiert mehr Chancen als der Tourismus. Ohne Tourismus versinken zig Millionen Menschen wieder in Armut und Elend. Deshalb kann es meines Erachtens nicht um Verbote von Fernreisen gehen. Gleichwohl muss das Reisen klimaneutral werden und das viel schneller, als es z.B. die in Sachen Klimaschutz vermeintlich so voran gehende EU vorsieht.

Kommen wir zur Technik. Batterieelektrisches Fliegen wird noch sehr lange nicht funktionieren. Batterien sind die optimale Lösung für den Straßenverkehr, aber nicht für die Luftfahrt. Wir bräuchten für die Luftfahrt mehr als eine Verzehnfachung heutiger gravimetrischer Energiedichten. Eine voll getankte B787-9 hat heute ein Gewicht von 250 Tonnen. Mit Batterien mit Energie für die selbe Flugstrecke würde die Maschine heute 2.600 Tonnen wiegen - völlig flugunfähig. Airbus setzt auf Wasserstoff. Wasserstoff würde auch völlig neu designte Flugzeuge erfordern, weil u.a. mehr Tankvolumen nötig wäre. Schaut man sich die Entwicklungszyklen in der Luftfahrttechnik an, dann wäre frühestens für das Jahr 2045 zu erwarten, dass für alle Segmente (Kurz-, Mittel-, Langstrecke) Wasserstoffflugzeuge oder Batterieflugzeuge am Markt verfügbar sind. Nimmt man dann die durchschnittliche Lebensdauer von Flugzeugen von 30 Jahren, dann wäre die Luftfahrt erst um 2075 CO2-neutral (nicht zwingend auch klimaneutral). Das kann nicht der Weg sein.

Wir können moderne Triebwerke zu 100% mit SAF betreiben - Sustainable Aviation Fuels. Darunter fallen 2 Arten von Treibstoffen. Zum einen Treibstoffe, die aus Pflanzen(resten) hergestellt werden und zum anderen E-Fuels, also synthetisch aus Wasserstoff und Kohlenstoff gebaute Treibstoffe. Treibstoff aus Pflanzen lässt sich ohne Einfluss auf die Nahrungssicherheit nicht ausreichend skalieren und kann nur eine Nebenrolle spielen. Also E-Fuels. Die Technik ist entwickelt. Es geht nur darum, die Investitionen zu erzwingen, damit das in großem Maßstab ausgerollt und hochskaliert wird.

Mit E-Fuels wäre Fliegen dann CO2-neutral, aber noch nicht klimaneutral, denn Kondensstreifen und andere Effekte sind ebenfalls klimawirksam. Für die restliche Klimawirkung brauchen wir stattdessen verpflichtende Kompensationszahlungen. Das wird gern mit Ablasshandel gleichgesetzt, aber es ist wissenschaftlich unstrittig, dass zum einen Kompensation funktioniert und es zum anderen kein realistisches Szenario gibt, in dem die Welt ohne das Mittel Kompensation klimaneutral werden kann. Kompensation ist zusätzlich in Verruf geraten, weil windige Geschäftemacher mit unseriösen Aufforstungsprojekten abgezockt haben. Aber deswegen ist das Mittel Kompensation trotzdem wirksam und nötig.

Leider versagt beim Thema klimaneutrales Fliegen die Politik. Selbst so eine profitmaximierte Airline wie Ryanair strebt für 2030 12,5% SAF-Anteil an. Viele andere Airlines streben 10% SAF-Anteil für 2030 an. Man darf gesichert davon ausgehen, dass sie das nur anstreben, weil sie annehmen, dass weitgehend schmerzfrei erreichen zu können. Und was macht die EU? Schreibt für 2030 6% SAF-Anteil als Ziel vor. Die Hälfte. 2040 sollen es 34% sein und 2050 70%. Das ist eben nicht das, als was man es verkaufen will: ambitionierte Klimaschutzpolitik. Das ist das Gegenteil. Das war ein Einknicken vor den reaktionärsten Airlines und der Öl-Industrie. 2030 sollten wir 15-20% SAF-Anteil anstreben. 2040 50% und 2050 100%. Und die restliche Klimawirkung muss durch verpflichtende Kompensation ausgeglichen werden.

Und was würde das dann für Reisende bedeuten? Die Projektionen für zukünftige Preise von grünem Wasserstoff, der notwendiges Vorprodukt für E-Fuels ist, gehen weit auseinander. Entsprechend ist es schwer, einen präzisen Preis zu beziffern. Am Ende wäre der klimaneutrale Flug ins südliche Afrika wahrscheinlich 100-300 Euro teurer als heute (für Hin- und Rückflug) zusammen. Das ist dann gerade für Familien durchaus viel Geld. Aber meines Erachtens die beste Alternative. Fernreisen zu verbieten, kann aus o.g. Gründen nicht das Ziel sein. Ideologen mögen fordern, dass wir Fernreisen verbieten und den Entwicklungs- und Schwellenländern zusätzlich den Schaden durch ausbleibenden Tourismus kompensieren. Aber da ginge es um hunderte Milliarden pro Jahr und das ist völlig illusorisch und realitätsfremd.

Grüße
593 Beiträge · seit 202426. Aug. 2024 · #51
Hallo,
Diese Gedanken über den ausbleibendem Tourismus und die daraus resultierenden Folgen geistern mir auch durch den Kopf.
Was wäre, wenn alle nur noch zu Hause blieben.
Es würde wahrscheinlich schlecht für Viele aussehen. Ich denke da an die ganzen tourismusabhängigen Inseln, ebenso die vielen Nationalparks etc.
Ich sehe selbst das Verbot von Verbrennern für viele Länder einen Rückschritt für die Menschen dort, hin zu wieder größerer Armut.
Ich habe nichts gegen umweltbewusstes und klimaschonendes Verhalten, aber alles den Klima zu fügen, ich weiß nicht.
Und in mathematische Modele habe ich nicht wirklich Vertrauen.
Große Banken und Vermögensverwalter arbeiten mit Millionen von Euro an mathematischen Modellen und 75 % der Menschheit müssten wenigstens nach Modellen Millionär sein, sind sie es?
VG
Gast26. Aug. 2024 · #52
maggus schrieb:Jetzt zum eigentlichen Thema zurück:

Man kann, wenn man sein Gewissen beruhigen möchte auch eine Kompensation für seine Fernreise zahlen, es gibt hier einige Projekte wie z.B. von: https://www.atmosfair.de/de/

Ob diese wirklich sinnvoll sind und ob dies dann das Gewissen beruhigt muss jeder für sich selbst entscheiden!
Ob man das macht, kann in der Tat jeder selbst entscheiden. Ob das sinnvoll ist, dagegen nicht. Das ist wissenschaftlich unstrittig. Nur weil es Betrüger gab, die mit windigen Aufforstungsprojekten das schnelle Geld machen wollten, ist das Mittel Kompensation nicht delegitimiert. Gerade Atmosfair hat die höchsten Standards und investiert eben nicht in Aufforstungsprojekte. Mit atmosfair fliegt man gesichert klimaneutral und insofern war der Link uneingeschränkt gut.
BikeAfrica schrieb:So lange Staaten Kriege führen und Politiker für Flüge einzelner Personen Flugzeuge der Flugbereitschaft anfordern, muss ich mir als Einzelperson kein schlechtes Gewissen einreden lassen, weil ich mir mit 300 anderen Personen ein Flugzeug teile.
Das ist die maximal selbstherrliche, selbstgerechte und bequeme Sichtweise. Immer die anderen müssen: China, die USA, Russland, die Politiker usw. "Wenn X nicht dies macht, also dann muss ich ja wohl auch nichts machen."

Selbstverständlich kann und muss man die Vorbildwirkung der Regierung diskutieren - gerade wenn die Grünen daran beteiligt sind. Die Flüge der Flugbereitschaft machen aber höchstens 1 Promille der klimawirksamen Emissionen der Luftfahrt in Deutschland aus. Sich darauf als selbstgerechte, bequeme Ausrede zu stürzen, um das eigene (nicht-)Handeln zu rechtfertigen, ist für mich ein beschämendes Argumentationsniveau. Mit Blick auf Deine Reisehistorie finde ich es einerseits faszinierend, andererseits bestürzend, dass man so denken kann.

Grüße
zuletzt bearbeitet 26. Aug. 2024
544 Beiträge · seit 201426. Aug. 2024 · #54
picco schrieb:Hoi Henning


... Von mir aus kannst Du Dich auch nach System der Klimakleber an einen Betonsockel befestigen, aber mach was gegen die unnötige Resourcenverschwendung! 😉

Und nun bitte zurück zum Ursprungsthema.
Moin Picco,

es ist natürlich ein geradezu herausragendes Diskussionsverhalten, wenn Du schnell nochmal persönlich wirst und dann die Diskussion für beendet erklärst.
Speziell Dein vorletzter Satz zeigt mir, dass Du Dir einerseits für Polemik nicht zu schade bist und andererseits den Überblick verloren hast, wer von uns beiden der Meinung ist, alte Betonfundamente zwingend weiter zu nutzen.


Für Dich kurz nochmal ein paar Anmerkungen und auch eine konkrete Frage an Dich:

Du schreibst, dass in der Schweiz bei weitem nicht so viel über staatliche Förderung läuft aber es gibt doch eine festgelegte Einspeisevergütung für einen bestimmten Zeitraum. Wenn Windkraftanlagen in der Schweiz aus der Förderung (festgelegte Einspeisevergütung für 15 (?) Jahre) herausfallen, wie sieht dann die Wirtschaftlichkeit aus. Wieviel bekommt der Betreiber dann für den eingespeisten Strom? Abgesenkte, feste Preise, Direktvermarktung oder wie läuft das?

Natürlich gibt es auch in Deutschland Anlagen, die weiter genutzt werden, wenn sie nach 20 Jahren aus der festen Einspeisevergütung rausfallen. Hauptgrund ist aber nicht, die enorme Wirtschaftlichkeit, die eine solche Anlage dann hat, sondern weil häufig aufgrund der baurechtlichen Genehmigungssituation an diesem Standort keine neue Anlage entstehen kann oder man auf Genehmigungen, Ausschreibungen o. ä. wartet. Dann lässt man sie natürlich weiterlaufen, solange keine kostspieligen Reparaturen anfallen.
Warum man hier in der Regel „repowert“ (also an vorhandenen Standorten weniger aber dafür größere Anlagen baut) und welchen Sinn das hat, hatte ich bereits im vorherigen Beitrag geschrieben … ignorierst Du scheinbar.


Vom technischen Stand von vor 20-30 Jahren schreibst nach wie vor Du, wenn auch indirekt. Durch Deine realitätsferne Idee, auf die alten Fundamente zu setzen, wärest Du auf die vorhandene Anlagengröße (Gewicht, Nabenhöhe, Rotordurchmesser und damit mit vielleicht einem minimalen Optimierungspotenzial die Anlagenleistung) festgelegt. Da vereinfache ich jetzt sogar und nehme an, dass die historischen Fundamente heute beim Neubau zulässig wären.
Damit verschenkt man sämtliche Vorteile, die ich bereits genannt habe.

Zur Verfügbarkeit der Anlagentypen aus der Jahrtausendwende:
Das WKA als Kleinserien oder gar als Einzelstücke hergestellt werden, hält einem Faktencheck ebenfalls nicht stand. Wenn Du natürlich die Produktionszahlen von Turnschuhen als Maßstab nimmst, magst Du das so sehen … richtiger wird Deine Behauptung aber dennoch nicht.
„Plattform“ ist da heute und auch schon gestern und vorgestern die Methode der Wahl. Eine relativ geringe Anzahl von Maschinentypen, die durch Nabenhöhe und Rotordurchmesser an den jeweiligen Standort angepasst werden. Nein, lieber Picco, da wird sich kein Hersteller um den Auftrag reißen, plötzlich wieder eine echte Kleinserie aufzulegen und alle Zulieferer abzuklappern, ob sie nochmal alle Bauteile aus den 2000ern fertigen.

Im Gegensatz zur Haustechnik, wo Du eine Heizung in ein Gebäude integrierst, das (hoffentlich) einen mehrfachen Wert der Heizungsanlage darstellt, ist es bei der WKA nun einmal anders. Dort repräsentiert das Fundament einen relativ geringen Anteil an den Baukosten der kompletten Anlage. Das es wünschenswert sein mag, die weiter zu nutzen, streite ich ja gar nicht ab, macht aber aus den genannten Gründen schlicht keinen Sinn.

Ach ja ... und nun bitte zurück zum Ursprungsthema 🙂

Gruß
Henning
1'127 Beiträge · seit 202227. Aug. 2024 · #57
Unsere Welt gibt uns genug Anlässe zum Fürchten, dazu braucht man nicht zusätzliche Teufel an die Wand malen.

@Hoffnung für Afrika (R51)
Nirgendwo plan(t)en Entscheidungsträger der Branche jemals für ein weltweites „Verbrenner-Aus“. Denn Niemand wird einen Antrieb aufgeben, der mit einer so großen Auswahl von Brennstoffen betrieben werden kann, bestehende Versorgungsstrukturen nutzen kann ….... . Der Verbrenner werden bleiben, allerdings immer weniger in Europa hergestellt werden. Die Elektromobilität wird sich dort durchsetzen, wo sie machbar und sinnvoll ist, weil sie ja viele objektive Vorteile hat. Aber das wird nicht ein Mal bei uns flächendeckend sein.

@VHO100, weil das zum Weiterbestand der Verbrenner passt und wo (?) erwähnt wurde.
In A haben schon Flottenbetreiber (Post, Busse, Handelsbetriebe ...) auf VHO100 umgestellt oder planen das zu tun. Dieses ist durch den Entfall der hier nicht zutreffenden "Mineralölsteuer" auch ohne Subvention des Produkts gegenüber herkömmlichen Diesel konkurrenzfähig

@ Fernreiseverbot
Guten Morgen Mitglied19210
„…. Wer heute ein Verbot von Fernreisen fordert… „
wer macht das denn? Außer ein paar Sektierer ohne Entscheidungsbefugnisse, die man ignorieren kann.
Und Danke für die Infos zu SAF

MM
zuletzt bearbeitet 27. Aug. 2024
240 Beiträge · seit 201927. Aug. 2024 · #58
Um zur Ursprungsfrage zurückzukommen.
Ich reise sehr gerne und habe dabei kein schlechtes Gewissen oder zahle irgendwelche „Reparationen“ als Ausgleich. Im Laufe meines Lebens hat sich meine jetzige Lebensphilosophie entwickelt, die da heißt: Nimm das Leben nicht zu schwer, du kommst eh nicht lebend daraus raus.

Meine Zeit auf Erden ist begrenzt und ich möchte das Beste für mich daraus machen. Da in mir leider keine außergewöhnliche Begabung steckt, ist die Chance gering der Menschheit durch mein Wirken einen großartigen Beitrag beizusteuern. Glücklicherweise habe ich auch nicht die Tendenz mich als Despot und Unterdrücker aufzuführen, von daher wird mein Ableben eines Tages lediglich meine unmittelbare Familie und Freunde registrieren, die restlichen 8 Milliarden Menschen wird das eher peripher tangieren.

Reisen ist für mich im Laufe der Zeit ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens geworden. Meine Arbeit dient dazu, mir das Geld zusammenzusparen um 3 bis 4 Wochen die Schönheit unseres Planeten selber zu entdecken, anstatt diese zu Hause auf der Couch im Fernseher zu sehen. Für mich sind diese Reise auch Abenteuer, die mich aus dem Alltag herausholen. Sicherlich nicht vergleichbar mit dem was Shackleton, Amundsen, Alexander von Humboldt und Co erlebt haben, aber für mich ausreichend. Könnte ich nicht mehr reisen, wäre ein riesiges Loch in meinem Leben.

Mir ist bewusst, dass ich durch mein Leben am Raubbau der Erde mich beteilige. Das lässt sich leider nicht verhindern. Ein „korrektes“ Leben, welches manche Politiker und Presse von uns fordern, ein Leben das unseren Planenten schont, ist utopisch und in meinen Augen nur umsetzbar, wenn wir uns in die Matrix einspeisen und dann als lebenden Batterie fungieren. Darüber hinaus können wir die Dinge nur etwas besser oder schlechter machen.

Egal welches komplexe Thema wir in der heutigen Zeit haben, es gibt immer nur schwarz-weiß, gut – böse. Das ist leider ziemlich dumm.
Fliegen wird als größte Klimasünde angesehen. Nur keiner erwähnt, welche Fortschritte in der Flugzeugentwicklung stattgefunden haben. Kein anderes Verkehrsmittel ist so konsequent auf effizienten Verbrauch getrimmt und es wird weiter geforscht und entwickelt. 1990 war der Prokopfverbauch auf 100km bei ca 6,3 l, jetzt liegt er bei 3,6 l. (Habe es auf die Schnelle im Internet gegoogelt)

Und das bei einer Geschwindigkeit von 800- 1000km/h. Weder Auto, Bahn, oder Bus ist sind der Lage das zu toppen, unter dem Gesichtspunkt der Geschwindigkeit. Der Bugatti Veron verbraucht bei 400km/h 100 l in 12 Minuten, das sind 125l/100km. Aus der Sicht, finde ich, relativiert sich der Klimasünder Flugzeug. Aber ja, das ist eine Sicht der Dinge.

Ich reise in Länder, die meist arm sind. Durch den Tourismus kommt etwas Geld in diese Länder, die Leute haben Arbeit. Die Natur und Tierwelt wird geschützt, was ohne die Einnahmen sehr wahrscheinlich nicht passieren würde. Der Anreiz aus wirtschaftlichen Gründen zu fliehen, sinkt. Was ist besser? Kein Co2 durch das Fliegen zu produzieren, oder die Umwelt zu schützen, den Menschen vor Ort eine Perspektive zu geben? Das wird jeder anders bewerten. Ich kann nur nicht alles haben.

Als der Dieselskanal in den USA los ging, wurden hunderttausend Autos stillgelegt und neue nachproduziert. Was an Resourcen und Energie draufging um diese neuen Autos zu fertigen war um ein vielfaches größer, als was die „Alten“ in ihrem Lebensalter mehr rausgehauen hätten, gegenüber den gefordertern Emissionen. Hier ging es um Vieles, ab ganz sicher nicht um Umwelt- und Klimaschutz.

Wie bei jedem, so gibt es auch in meinem Leben, wo ich Sünder bin, aber auch Bereich wo ich Dinge wieder gut machen kann. Nur was davon werte ich wie? Rechtfertigen für meine „Sünden“ muss ich mich nicht und ich bin nicht der Typ, der öffentlich sich für die guten Taten preist. Das mache ich im Stillen für mich aus.

Wie hier einer bereits geschrieben hat: Ich kann mir jedenfalls morgens im Spiegel in die Augen schauen.
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zuletzt bearbeitet 27. Aug. 2024
441 Beiträge · seit 201427. Aug. 2024 · #59
Moin

Ich jetzt nur zum eigentlichen Thema warum WIR kein Problem mit dem Fliegen haben:
1. zahlen wir für CO2 Kompensation beim Fliegen
2. haben wir knapp 20 kWp PV auf dem Dach mit Speicher und Wallbox und fahren ca 70 % unserer KM rein elektrisch. Den Rest mit HiLux Diesel. Irgendwelche Zertifikate verkaufen wir nicht. mW könnte der Hyundai Kona 250 € pa einspielen.
3. unser Ferienhaus an der Ostsee läuft, dank Balkonkraftwerk mit Anker Solix , autark wenn wir nicht gerade heizen oder das Auto laden.

Für uns reicht das aus um kein allzu schlechtes Gewissen zu haben.


BTW Grün wähle ich seit vielen Jahren nicht mehr 😉
Danke und Gruß Matze
Gast27. Aug. 2024 · #60
tacitus schrieb:
@ Fernreiseverbot
Guten Morgen Mitglied19210
„…. Wer heute ein Verbot von Fernreisen fordert… „
wer macht das denn? Außer ein paar Sektierer ohne Entscheidungsbefugnisse, die man ignorieren kann.
Nach meiner Wahrnehmung wirklich viele. Aber das muss natürlich nicht repräsentativ sein und kann an meinem Umfeld liegen. Da kommen meines Erachtens aber 2 Dinge zusammen.

Zum einen wird die Diskussion an beiden Enden des Spektrums vor allem ideologisch geführt. Am einen Ende haben wir erbitterte Klimawandelleugner und am anderen Ende erbittere Kämpfer gegen den Klimawandel. Bei letzteren gibt es kein größeres Feindbild als Fliegen und dabei insbesondere Inlandsflüge und Fernreisen. Es gab schon mal eine große Kampagne "Flugscham" bzw. international "flight shaming". Leute wurde per se für Fernreisen verurteilt und u.a. auf Social Media dafür angegriffen. Die Aktion kam durch Corona zum Erliegen, als es erstmal keinen Flugverkehr mehr gab. Das Problem dabei ist, dass blinde Ideologie uns nicht weiter bringt. Die Fliegerei ist eben nicht der Feind. Die klimawirksamen Emissionen beim Fliegen sind der Feind. Das ist ein Unterschied. Wir versuchen ja auch nicht, den Straßenverkehr komplett zu verbieten, sondern ihn durch E-Autos, ÖPNV und andere Maßnahmen so schnell wie möglich klimaneutral zu bekommen.

Zum anderen sind ja die meisten zumindest abstrakt sehr für Klima- und Umweltschutz. Es liegt in der egoistischen Natur des Menschen, dann an Maßnahmen immer das zu fordern, was einen selbst nicht betrifft - weil es einen per se nicht betrifft oder weil man es schon umgesetzt hat. "Die anderen müssen erst mal ..., bevor ich hier was ändern muss". Wir haben diesbezüglich diverse reale Beispiele in diesem Thread. Wenn ich Veganer bin, fordere ich, dass die anderen erstmal aufhören sollen, Tierleichen zu essen, was nachweislich sehr klimawirksam ist. Wenn ich ein E-Auto fahre, dann fordere ich, dass die anderen erstmal ihre stinkenden und lärmenden Verbrenner durch E-Autos ersetzen. Wenn ich gar kein Auto habe und vor allem Fahrrad fahre, dann fordere ich, dass Autofahren/Sprit viel teurer wird, u.ä.

Wenn wir dann auf die Statistik schauen, dann liegen wir bei E-Autos, Verganern, usw. bei 3-10% der Bevölkerung. Je nach Statistik und Definition machen ungefähr 2/3 bis 3/4 der Deutschen aber keine Fernreisen. Für die sind Fernreisen als Sündenbock und als Thema attraktiv. Betrifft sie ja nicht und eine holistische Sichtweise der Neben- und Wechselwirkungen geht ihnen sowieso ab. Wenn man eine repräsentative Umfrage machen würde, was die Politik denn zwecks Klimaschutz demnächst verbieten soll: Verbrennerautos, Steaks oder Fernreisen, dann wären vermutlich Fernreisen auf Platz ein.

Nochmal: Es kann an meinem Umfeld liegen, aber ich kenne viele, für die in Sachen Klima nichts so verwerflich ist wie Fernreisen

Grüße
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