Namibia - Fast restlos begeistert / März 22

Reisebericht 40 Antworten · 5’182 Aufrufe · gestartet 19. Jan. 2024 von Nacho
Über diesen Reisebericht

Wir reisen im März 2022 als Paar für dreieinhalb Wochen durch Namibia. Den passenden fahrbaren Untersatz mieten wir bei Sunny Cars in Form eines Toyota Fortuner.

Unsere Route führt uns von Windhoek über den Waterberg zum Etosha-Nationalpark, weiter durch das Erongo-Gebirge nach Swakopmund und in die Namib. Anschließend geht es über die Kalahari zurück zum Flughafen. Übernachtet wird in Lodges, Gästefarmen und Hotels.

Der März zählt zwar noch zur Regenzeit, doch meist ist es trocken und warm, mit viel Sonne, tollen Wolkenstimmungen und einer wunderschön grünen und blühenden Vegetation.

Die Reservate bieten eine sehr unterschiedliche Tiervielfalt und Tierdichte. Mount Etjo steht dabei sowohl hinsichtlich der Artenvielfalt, der Sichtungen als auch landschaftlich eindeutig auf dem Siegertreppchen. Wohlgemerkt: nicht die Lodge, sondern das Reservat! Hier sehen wir den einzigen Löwen auf unserer Reise, von dem allerdings nicht viel mehr als ein bisschen Fell zu erkennen ist. Elefanten sehen wir während der gesamten Reise gar keine, ebenso wenig Leoparden oder Hyänen. Was Namibia im März an Tiererlebnissen vermissen lässt, macht das Land an sich jedoch mehr als wett.

Ein paar Planungsfehler lassen sich nicht schönreden. Einige Unterkünfte werden unseren Erwartungen nicht gerecht, und eine davon entpuppt sich sogar als komplettes Desaster.

Highlights gibt es einige, darunter der Besuch beim Cheetah Conservation Fund (CCF) mit seinen Geparden, die wieder ausgewildert werden, das Erongo-Gebirge, eine Ballonfahrt über der Namib, das Dead Vlei sowie die wunderschöne Kalahari-Landschaft, die wir rund um die Bagatelle Lodge erleben dürfen.

Reisezeitraum
4.–27. März 2022
Länder
Namibia
Gruppe
2 Personen (Ehepaar)
Reiseart
Selbstfahrer mit Mietwagen, geführte Game Drives ab den jeweiligen Unterkünften
Fahrzeug
Mietwagen, Übernahme direkt am Flughafen Windhoek
Veranstalter
Route selbst geplant, Buchung an ein Reisebüro übergeben
Unterkunftsart
Lodges und Guest Farm, und Hotels
Route
Windhoek – Goche Ganas – Waterberg Guest Farm – Kambaku Safari Lodge – Vreugde Guest Farm (Etosha) – Mount Etjo Safari Lodge – Ai Aiba Lodge (Erongo) – Swakopmund – The Desert Grace (Namib) – Sossusvlei Desert Lodge – Bagatelle Kalahari Game Ranch – The Olive Exclusive All‑Suite Hotel
Fahrstrecke
keine Gesamtkilometer im Bericht; einzelne Etappen laut Google Maps zwischen rund 1 und gut 4 Stunden Fahrtzeit
Flug/Anreise
Ankunft am 4. März 2022 in Windhoek, Mietwagenübernahme direkt am Flughafen
Gebiete
Etosha-Nationalpark · Erongo-Gebirge · Namib-Naukluft-Park · Kalahari · Waterberg-Plateau · Sossusvlei
Orte
Windhoek · Swakopmund · Solitaire · Deadvlei
Unterkünfte
Goche Ganas · Waterberg Guest Farm · Kambaku Safari Lodge · Vreugde Guest Farm · Mount Etjo Safari Lodge · Ai Aiba Lodge · The Delight · The Desert Grace · Sossusvlei Desert Lodge · Bagatelle Kalahari Game Ranch · The Olive Exclusive All-Suite Hotel
Reiseart
Selbstfahrer
Bedingungen
Regenzeit · Starkregen · Gewitter · Heuschreckeninvasion
Natur
Nashörner · Giraffen · Zebras · Erdmännchen · Rappenantilope · Oryx · Gepardenfütterung · Löwenfütterung
Themenstarter1’076 Beiträge · seit 202319. Jan. 2024 ·

Über Umwege nach Namibia. 


Darf ich vorstellen: Wir sind Uwe und Silvia und zum ersten Mal in Namibia.

Über Umwege kommt es zu dieser Reise, weil eigentlich Südafrika gebucht war. Wegen Corona haben wir storniert und schließlich auf Namibia umgebucht weil wir maximal ein Jahr verschieben konnten.


Unterkünfte

3 N Goche Ganas

2 N Waterberg Guest Farm

 2 N Kambaku Safari Lodge

2 N Vreugde Guest Farm 

2 N Mount Etjo Safari Lodge 

2 N Ai Aiba – The Rock Painting Lodge 

2 N The Delight Swakopmund 

2 N The Desert Grace

2 N Sossusvlei Desert Lodge 

3 N Bagatelle Kalahari Game Lodge ( umgebucht weil die Kalahari Red Dune Lodge wegen Hochwasserschäden geschlossen wurde)

1 N The Olive Exclusive All‑Suite Hotel


Samstag 5. März - Ankunft in Namibia

Wir landen morgens in Windhoek, können direkt am Flughafen unseren Leihwagen entgegennehmen und uns auf den Weg machen. In der Maerua Mall holen wir uns Getränke und ein paar Snacks für den kleinen Hunger zwischendurch. Danach fahren wir über die B1 Richtung Süden und bringen an jeder Kreuzung den Scheibenwischer zum Schwingen. Nach etwa 20 Kilometern tauschen wir den Asphalt gegen eine Schotterpiste ein. Sie erinnert an einen XXL‑Feldweg mit vielen Potholes, die uns zum Slalomfahren zwingen. Aber es fühlt sich großartig an – genau so haben wir uns Namibia vorgestellt. Über uns ein blauer Himmel mit dekorativen Schäfchenwolken. Die Vegetation ist üppig grün und leicht hügelig.

Goche Ganas, wir kommen!



Goche Ganas

Die Lodge liegt auf einem kleinen Hügel und schmiegt sich wirklich wunderschön in die Landschaft. Der erste Eindruck ist zum Niederknien. Wir parken unten am Fuß des Hügels – also besser nichts im Auto lassen, was wir oben im Chalet brauchen könnten. Der Anstieg ist bei der Hitze eine schweißtreibende Angelegenheit, aber hey, wir sind in Namibia, wir wollten es doch so.

Für den Check‑in stehen wir etwas zu früh auf der Matte. Kein Problem: Es gibt Erfrischungstücher, einen Drink und eine kleine Führung. Danach direkt den Schlüssel fürs Chalet. Läuft.

Die Tür geht auf und wir brauchen erst mal den Lichtschalter – am hellen Tag. Drinnen: dunkler Boden, wenig Tageslicht, schwere rustikale Möbel. Der Balkon ist schön groß, mit Blick ins weite Buschland. Das Wasserloch ist sichtbar und eigentlich beeindruckend, aber ohne Fernglas oder ordentliches Objektiv sieht man nicht viel mehr als die Wasseroberfläche. Der Blick in die Ferne ist deutlich ansprechender als der direkte Blick auf den Boden und die Sitzmöbel. Vogelkot überall. Die Sessel sind ohne Putzlappen nicht zu gebrauchen.

Naja, wir werden klar kommen, aber das haben wir uns ein bisschen anders vorgestellt.



Zum Restaurant gibt es eine klasse Außenterrasse mit traumhaftem Blick ins Buschland. In der Ferne flanieren sogar ein paar Giraffen – wir sind zum ersten Mal in Afrika und flippen innerlich fast aus. Coffee Time, Seele baumeln lassen, ankommen, realisieren, dass wir das nicht nur träumen… damit verbringen wir die nächsten Stunden.



Natürlich testen wir auch die Pool Liegen mit dieser sensationellen Aussicht. 



Für heute ist nichts als Ankommen geplant. Gegen Abend bestellen wir uns einen Cocktail und genießen den Sonnenuntergang. Herrlich!

Nach einem guten Dinner ziehen wir uns zurück und haben eine erholsame Nacht.



Sonntag 6. März - Willkommen im Busch

Gestern noch aus dem Winterland angereist und heute mit Vogelgesang aufgewacht – ein starker Tapetenwechsel.

Nach dem Frühstück starten wir unseren Bush‑Spaziergang, der hier ja erlaubt ist. Unerfahren wie wir sind, und ehrlich gesagt ohne jeglichen Plan, wo welche Tiere zuhause sind oder ob hinter dem nächsten Busch ein Nashorn Hallo sagt, merken wir, dass wir doch recht naiv unvorbereitet sind. Im Nachhinein lachen wir über unsere Unsicherheit, aber an unserem ersten Tag sind wir wirklich so etwas wie „Kevin allein im Bush“.

Die Hitze unterschätzen wir natürlich auch komplett und marschieren ohne Wasser los. Sehr naiv, aber gut – wir lernen ja jeden Tag ein bisschen dazu. Für heute reicht’s, wir drehen um und verbringen den Rest des Tages am Pool. Da kann uns wenigstens kein Nashorn überraschen.


Unser erster Game Drive am späten Nachmittag – und was wir so alles sehen? Unsere Fantasie läuft Marathon. Wir entdecken ständig irgendwas, das sich dann aber zuverlässig als Stein, Busch oder totes Holz entpuppt. Das Reservat hat nicht sonderlich viel zu bieten, was wir aber erst später merken, wenn wir Vergleichsmöglichkeiten haben. Dafür bekommen wir zum ersten Mal Erklärungen zur Botanik und einen kleinen Einführungskurs in „Buschzeitung lesen“.

Wir sehen ein paar Giraffen, Warthogs und Impalas und reagieren genauso, wie man reagiert, wenn man diese Tiere zum ersten Mal in freier Wildbahn sieht: alles ist spannend, alles ist einen Stopp wert. Zum krönenden Abschluss finden wir die Nashörner – natürlich per Funk mit ihren Bodyguards. Voller Liebe spricht unser Guide über den größten Schatz des Reservats. Wir sind glücklich und können immer noch nicht begreifen, dass wir das nicht nur träumen.


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Montag 7. März

Wir werden am Abend immer gefragt, wann wir frühstücken möchten. Wozu? Ich habe nicht den Eindruck, dass unser Wunsch relevant ist. Es ist noch fast nichts gerichtet, als wir ins Restaurant kommen. Auch unsere Anwesenheit motiviert nicht dazu, etwas fokussierter zu arbeiten. Da ist der Schwatz mit dem Kollegen im Moment einfach wichtiger. Ui, wir sind ja echt typisch deutsch drauf. Wir müssen dringend lernen wie man entspannter durchs Leben geht😄. Das Personal hier kann das schon.

Bis wirklich alles steht, vergeht locker noch eine halbe Stunde.

Die ersten Tage waren zum Erholen gedacht. Heute finden wir: Drei Nächte hier sind eindeutig zu viel. Zwei davon hätten wir besser in den Etosha investieren sollen.

Der Vormittag plätschert so dahin, und am Nachmittag wechseln wir die Plätze zwischen Terrasse und Pool. Wir lesen, entspannen und versuchen, nicht zu schmelzen. Ab zehn Uhr ist es uns schon zu heiß, um weit zu laufen.

Der Nachmittags‑Drive verläuft im Großen und Ganzen wie gestern. Mehr als das, was wir schon gesehen haben, gibt es hier nicht zu finden. Trotzdem – landschaftlich ist das Buschland mit den Bergen wirklich schön, und die Ruhe tut gut. Ich weiß nicht, ob ich je irgendwo war, wo so weit das Auge reicht kein einziges Gebäude steht. Nur Natur, und in unserem Fall strahlend blauer Himmel. Bilderbuchwetter.

Wir kommen richtig runter, lassen den Alltag und alles, was unser normales Leben ausmacht, komplett hinter uns. Es fühlt sich an, als hätte unser Leben erst heute begonnen. Nichts lenkt uns ab vom Hier und Jetzt.


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Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23
zuletzt bearbeitet 13. Okt. 2026
Themenstarter1’076 Beiträge · seit 202319. Jan. 2024 ·
Hilfe: Woran liegt es, wenn die Bilder plötzlich verdreht sind und wie kann man das ändern? Bevor ich den Beitrag weggeschickt hatte, war alles wie es sollte. Auch hat es ein Foto gar nicht hochgeladen...Kann jemand helfen?
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23
2’203 Beiträge · seit 201619. Jan. 2024 ·
Hallo,

wenn Du ein Bild einfügst, dann musst Du nachdem Du mit Datei hinzufügen das Bild ausgewählt hast, noch auf den ganz rechten Button gehen und EINFÜGEN drücken. Das hast Du wahrscheinlich bei dem einen Bild vergessen.

Normalerweise stehen die Fotos nur 90 Grad verdreht, 180 Grad kenne ich kaum. Sind das Handy-Fotos? Schau Dir das Bild auf dem PC an und drehe es 2 x. Dann speicherst Du es. Danach das ganze dann wieder zurück. Vermutlich wird das Bild dann richtig sein.

LG

Gabi
10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
1’656 Beiträge · seit 201419. Jan. 2024 ·
Nacho schrieb:
Fragt man mich, was mir an Namibia am besten gefallen hat, was meine Highlights waren, würde ich klar und deutlich antworten, dass es nicht die Tiersichtungen waren.
Hallo Silvia und Uwe,

das finden wir jetzt gar nicht so schlimm. Reiseberichte mit einer Menge Tierfotos gibt es ( inklusive unserem ) gerade im Forum viele.
…die abwechslungsreiche Landschaft samt ihrer im März grünen und blühenden Vegetation, haben meine Seele zutiefst berührt, genauso wie die liebenswerten Menschen, denen wir begegnet sind, die Stille und die friedliche Atmosphäre.
Genau das macht das Reisen durch Namibia so nachdrücklich und man kommt irgendwie an und wenn es bei sich selbst ist.
Wir reisen auf jedenfalls gerne bei euch mit. Nach dem Bericht kennen euch sicher auch viele Fomis ein bisschen besser und vielleicht sieht man sich ja einmal auf einem Forumstreffen.

Viele Grüße
Ingrid und Hartwig
ONS LEWE BEGIN WAAR DIE TEERPAD EINDIG Den Wolken zwei Tage voraus, Fiffi zeigt Tinochika Heimat, Rock and Roll mit Tinochika 2016, Tinochika, Waltzing Mathilda KTP 17,Mit Tinochika vom Kaokoveld in Löwenwelt,Tinochika mit dem Rollenkoffer,Tinochika, 32 Tage im KTP, Die Tinochikas! Hier parkste richtig.
zuletzt bearbeitet 20. Jan. 2024
Themenstarter1’076 Beiträge · seit 202320. Jan. 2024 ·
Hallo Gabi,
vielen Dank für deine Hilfe. Ersteres Problem mit dem fehlenden Foto konnte ich beheben. Hatte tatsächlich vergessen den Button anzuklicken. Aber die verdrehten Bilder bekomme ich nicht hin. Sie sind auf meinem PC richtig abgespeichert und wenn ich sie erneut drehe und abspeichere, erscheinen sie hier wieder verdreht.
Liebe Grüße,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23
Themenstarter1’076 Beiträge · seit 202320. Jan. 2024 ·
Hallo Ingrid und Hartwig,
vielen Dank für eure netten Worte und euere Nachsicht. Übrigens auch noch ein herzliches Dankeschön für die Fotos von der Honeymooner Suite in eurem Reisebericht. Die sieht tatsächlich sehr einladend aus.
Liebe Grüße,
Silvia
Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23
785 Beiträge · seit 201721. Jan. 2024 ·
Hallo Silvia, vielen Dank für deinen Bericht. Ich finde es sehr interessant bei euch mitzureisen. Als Ersttäter sieht man viele Dinge noch mit anderen Augen. Ich finde es jedoch schön, dass ihr nie lange hadert und einfach alles andere geniesst. Bei der zweiten Reise seid ihr dann schon viel erfahrener und wisst was ihr wollt, bzw. was geht.
Ich hätte jetzt gerne ein Stück Apfelkuchen von Solitaire!
Liebe Grüsse Caroline
2016: Südafrika mit Gardenroute 2018 : Vic Falls, Namibia, Botswana, Mauritius 2020: Kapstadt und Gardenroute 2022: Namibia 2024: Namibia und Südafrika 2026: Namibia und Botswana
4’390 Beiträge · seit 201521. Jan. 2024 ·
Hallo Silvia,
wenn Du ein neues Kapitel einstellst und die dazu passenden Fotos, klicke bittebitte auf „Antworten“ (links unten), sonst landet der geneigte Leser jedesmal wieder am Anfang Deines Berichts und muss ewig runterscrollen, um auf den neu eingestellten Beitrag zu kommen. Danke!
Schön, dass Du Dir die Mühe machst - es ist viel Arbeit, aber man erlebt die Reise quasi noch einmal 😗
Schöne Grüße
Friederike
https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/305239-2-froestelnde-senioren-cufs-in-botswana-august-24.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/299590-namibia-2008-cufscher-verbindungsstresstest.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/285307-cuf-in-botswana-2013.html https://www.namibia-forum.ch/forum/30-reiseberichte/285473-cuf-im-ktp-und-moremi-juli-august-2014.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/287481-cuf-maeandern-durch-den-norden-namibias-v-o-nach.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/294392-cufs-8woechige-antiviruskur-erfolgreich-oder-nicht.html https://www.namibia-forum.ch/forum/22-reiseberichte/300961-cufs-6-wo-haengemattenauszeit-v-covid19-in-bots-nam.html https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/298077-kurz-trocken-skelettenkueste-suedwaerts-april-mai-19.html?start=0 https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/303543-62-tage-auf-der-entschleunigungsspur-nam-bots-nam.html
59 Beiträge · seit 202321. Jan. 2024 ·
Ein toller Bericht! Danke dafür
Nach dem Urlaub ist vor dem Urlaub, daher immer in Vorfreude Ines 2001 Ghana, 2019 Südafrika, Eswatini, 2019/2020 Südafrika, Lesotho, 2022 Südafrika, 2024 Südafrika, Eswatini, Namibia, 2025 Sinai, 2027 Tanzania in Planung
2’203 Beiträge · seit 201621. Jan. 2024 ·
Bei mir funktionierte es. Bild einmal drehen und speichern.

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10.2023 Gardenroute // 03.2023 Namibia // 03.2022 Swakop, Etosha und Damaraland // 08:2021 Uganda // 01.2021: Caprivi // 10.2020: Etosha pur // 04.2019: KTP, Tok Tokkie Trail und Sossusvlei // 06.2018: Swakopmund und Etosha // 08.2017: Kalahari, KTP, Fish River, Soussusvlei, Swakopmund // 04.2016: Gardenroute
zuletzt bearbeitet 21. Jan. 2024
Themenstarter1’076 Beiträge · seit 202325. Jan. 2024 ·
Dienstag 8.  März - Mitten im Busch


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Mein erster Planungsfehler war es, zu viele Nächte für Goche Ganas einzuplanen. Der zweite zeigt sich direkt im Anschluss: Wir sind rund vierzig Kilometer in den Süden gefahren – und müssen jetzt die gleiche Strecke wieder zurück. Notiz an mich: Map lesen üben.

Der Waterberg ist riesig und wirkt unglaublich beeindruckend. Das Massiv erinnert tatsächlich ein wenig an Australien‑Fotos. Die roten Felswände sind atemberaubend schön.

Die Waterberg Guest Farm liegt direkt am Fuß des Bergs. Man kann direkt von hier hochlaufen. Das hatten wir auch vor, bis wir hörten, dass es dort oben so viele Leoparden geben soll. Auf der Farm wurden sowohl Vieh, als auch Pferde gerissen oder verletzt. Das reicht uns an Information, wir schauen uns den Berg lieber von unten an. Natürlich wissen wir noch gar nichts über die Lebensweise von Leoparden. Im Nachhinein bereue ich es schon sehr, dass wir nicht raufgelaufen sind.


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Der Parkplatz befindet sich hinter der Rezeption. Unsere Koffer werden mit einem kleinen Wägelchen zu unserem Bungalow gebracht, und wir latschen hinterher. Der Weg zieht sich ganz schön hin. Links und rechts stehen mannshohe Büsche. Die Hütten liegen etwas zurückversetzt und wirken dadurch schön privat. Erster optischer Eindruck: gefällt uns. Auf den zweiten Blick: Es ist alles so dicht bewachsen, dass man kaum mehr sieht als den Busch direkt vor der Nase.

Wir öffnen die Tür. Sie wirkt nicht besonders stabil und braucht ein bisschen Überzeugungsarbeit, weil sie verzogen ist – leise geht das nicht. Innen ist alles nett eingerichtet. Das Badezimmer? Ja, wo ist das? Eine Tür führt nach draußen - genauso verzogen lässt sie sich auch nur unter lautem Stöhnen öffnen. Die Dusche befindet sich in einer Art Mini‑Hinterhof, und von da führt eine weitere Tür zum WC.

Okay, ich muss nachts also raus. Hilfe – muss ich damit rechnen, von einem Pavian angesprungen zu werden? Auf eine Schlange oder einen Skorpion zu treten? Meine Güte, uns war nicht bewusst, wie wenig vorbereitet wir sind und wie sehr uns diese Unwissenheit plötzlich verunsichert.


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Hier zu sitzen und nichts als den Busch zu sehen, ist jetzt nicht so spannend. Deswegen verlagern wir unseren Body an den Pool. Die Anlage rund ums Haupthaus finden wir wirklich schön. Hier lässt es sich entspannen. Hund und Katz leisten uns Gesellschaft.


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Vor dem Restaurant lodert ein Lagerfeuer, als wir zum Dinner antraben. Unser Gastgeber verteilt Getränke, und schnell kommen die ersten Gespräche in Gang. Später sitzen wir an einer langen Tafel. Alles sehr nette und umgängliche Menschen – bis auf einen Vater, der mit seinen Söhnen Jagdurlaub macht. Die Kinder sind im Vorschulalter. Er erzählt stolz, dass seine Söhne dabei zusehen müssen, wie die erlegten Tiere ausgeweidet und zerlegt werden. Seiner Meinung nach sei es wichtig, dass sie verstehen, wie ein Tier auf den Teller kommt. Seine Selbstverherrlichung wirkt in höchstem Maß abstoßend auf mich, und seine Weltanschauung sorgt dafür, dass alle am Tisch die Augen verdrehen. Uwe und ich überlegen, ob wir auf das Dessert verzichten, und uns vom Acker machen, weil wir ihn kaum mehr ertragen können. Aber dem Gastgeber gegenüber finden wir es unhöflich, weshalb wir trotzdem noch den Nachtisch abwarten.

Neben mir sitzt ein sehr sympathisches Männerpärchen. Mit den beiden könnten wir es ein paar Tage aushalten. Schade, dass es nur so ein kurzes Kennenlernen ist. Wir laufen gemeinsam zu unseren Bungis. Die zwei haben genauso Schiss vor Leos wie wir. Blöderweise ist der wirklich lange Weg nicht beleuchtet. Wir müssen uns mit unseren Handys behelfen und wünschten es würde uns ein Mitarbeiter begleiten.


Mittwoch 9. März - Für Zebras und Antilopen hält man nicht

Wir beschließen, extra früh zum Frühstück zu gehen und hoffen, dass Mr. Wichtig erst später auftaucht. Alle anderen, die gestern da waren, hatten exakt denselben Gedanken. Das sorgt direkt für einen witzigen Einstieg in die Frühstücksrunde. Jetzt kommen endlich auch die übrigen Gäste zu Wort, und so erfahren wir, dass es am Weg einen Schalter gibt, der einen Bewegungsmelder aktiviert – und dass Paviane nicht nachtaktiv sind.

Die Lodgebetreiber sitzen ebenfalls mit am Tisch. Er wirkt ein wenig maulfaul und genervt. Entweder ist er grundsätzlich ein Mufflon – oder er hat einfach einen schlechten Tag und kann die immer gleichen Reiseerlebnisse und Anfängerfragen nicht mehr hören. Jedenfalls macht er keinen besonders geselligen Eindruck.

Uwe und ich freuen uns auf unseren Game Drive inklusive eines Besuchs beim Cheetah Conservation Fund. Ein Mitarbeiter der Lodge holt uns mit dem Jeep ab. Er stellt sich schon mal als „der Beste“ vor. Dann brettert er mit uns durchs Reservat – offenbar in der Annahme, dass Giraffen, Zebras und Antilopen nicht sehenswert sind, denn er ignoriert sie komplett und fährt einfach weiter. Wir sind überrascht und enttäuscht und trauen uns nicht, etwas zu sagen. Die Vegetation ist wunderschön, und der Drive könnte es auch sein, wenn wir nicht so rasen würden und die Tiere beobachten dürften.

Uwe versucht Smalltalk, aber der Guide betont nur immer wieder, wie großartig er sei. Er gibt uns weder die Möglichkeit zur Tierbeobachtung noch erklärt er irgendetwas. Buh – der hat seinen Beruf definitiv verfehlt.


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Das Leben hinter Gittern und die Hoffnung auf Begnadigung

Im Cheetah Conservation Fund sehen wir die ersten Geparden hinter Gittern. Gerade ist Fütterung – mundgerecht in Schüsseln serviert. Das hat den fahlen Beigeschmack von Zoo‑Atmosphäre. Wir erfahren etwas über ihre Lebensweise und dass die Jungtiere rund drei Jahre bei ihrer Mutter bleiben müssen, bis sie selbstständig jagen und überleben können.



Nach diesem kleinen Lehrgang steigen Uwe und ich in einen anderen Jeep, mit einem anderen Guide, und fahren in das große Gehege, in dem die Tiere leben, die wieder ausgewildert werden sollen.

Jetzt fühlt es sich endlich nach dem an, was ich sehen wollte.

Unser junger, sympathischer Guide ist das komplette Gegenteil des Lodge‑Mitarbeiters. Er begeistert sich für die Tiere, kennt ihre Namen, weiß, wo sie sich wann gerne aufhalten, und gibt uns richtig viel Zeit zum Fotografieren und Beobachten. Es wirkt unglaublich naturnah, weil wir keine Zäune sehen – nur Busch, Gras und diese eleganten Katzen, in einem natürlichen Lebensraum.


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Für uns ist das die erste Nahbegegnung mit Großkatzen, die nicht hinter Gittern leben. Unsere Emotionen überwältigen uns gerade. Wir können kaum fassen, dass wir das hier wirklich erleben, und fühlen uns unsagbar beschenkt. Die Zeit vergeht viel zu schnell.

Pünktlich zur vereinbarten Uhrzeit stehen Uwe und ich am Ausgang und warten auf unseren Fahrer. Er sieht uns, ist aber gerade heftig am Flirten und lässt uns eine Viertelstunde stehen, bevor er sich losreißen kann. Die verlorene Zeit holt er durch Tempo wieder ein. Wir beschließen, diese Fahrt nicht als Game Drive, sondern als Hochgeschwindigkeits‑Naturfahrt zu betrachten.

Beim Dinner müssen wir den Familienvater leider ein weiteres Mal ertragen.

Wenigstens finden wir heute den Schalter für die Bewegungsmelder auf dem Rückweg zu unserem Bungi. Tatsächlich hat sich die Angst, von einem wilden Tier angefallen zu werden, weitgehend gelegt. Wir sind deutlich entspannter unterwegs als gestern.

Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23
zuletzt bearbeitet 04. Okt. 2026
Themenstarter1’076 Beiträge · seit 202325. Jan. 2024 ·
Dienstag 8. März - Kambaku Safari Lodge

Die Anfahrt dauert keine zwei Stunden. Schon während wir unser Wägelchen parken, kommt Markus, der Manager, heraus, begrüßt uns herzlich und begleitet uns zur Rezeption. Wir bekommen ein Glas Prosecco, eine kleine Führung, werden direkt zum Lunch eingeladen, und unser Gepäck wandert währenddessen in unser Chalet.

Auch hier sitzen wir mit anderen Gästen an einem langen Tisch. Wir kommen ins Gespräch und erfahren, dass fast alle zum Reiten hierhergekommen sind und bis zu einer Woche bleiben.

Unser Zimmer liegt wunderbar privat, hat einen eigenen kleinen Garten mit Hängematte und Liegestühlen. Der Blick in den Busch ist fantastisch. Direkt vor unserem Mäuerchen laufen Gnus und Warzenschweine vorbei. Wie cool ist das denn bitte.



Nach einer Dusche und einer Pause auf unseren Liegestühlen gehen wir auf der Terrasse einen Kaffee trinken. Währenddessen kommen die Guides Marie und Julian dazu und stellen sich vor. Hier sind Vollpension und zwei Aktivitäten täglich im Unterkunftspreis enthalten. Wir werden gefragt, was wir unternehmen möchten. Reiten können wir nicht, also entscheiden wir uns für den Sundowner‑Drive.

Julian arbeitet erst seit ein paar Tagen hier und fährt mit, um das Reservat kennenzulernen. Sein Wissen ist enorm. Er ist mit Leib und Seele dabei und liefert uns spannende Informationen rund um die Botanik, über Vögel und Insekten. Große Tiere hat das Reservat nicht viele zu bieten, aber wir sind blutige Anfänger und hören das meiste zum ersten Mal – genau deshalb saugen wir jedes Detail interessiert auf.


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Nach Sonnenuntergang kommen wir zurück. Ein romantisches Lagerfeuer wartet auf uns. Anstatt uns umzuziehen, setzen wir uns einfach dazu. Markus bringt Getränke, die Reiter erzählen begeistert von ihrem Ausritt, und dann bimmelt es auch schon zum Essen.

Auf der Dachterrasse sind zwei lange Tische eingedeckt – edel wie für eine Hochzeitsfeier. Wow! Zwischen den Gästen sitzen einige Mitarbeiter verteilt. Es hat etwas Familiäres, fast wie ein Abend bei Freunden. Das Dinner schmeckt ausgezeichnet und die Gesellschaft ist angenehm unterhaltsam.


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Freitag 12. März

Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde – nö, finde ich nicht.

Gestern Abend wurde ich von Vivian, der Stallmeisterin, dazu ermutigt, doch einen Ausritt zu wagen. Ich müsse gar nicht reiten können – die Pferde seien so gut trainiert, dass sie von allein wissen, was zu tun ist. Zudem bekäme ich das gutmütigste Pferd im Stall.

Nun stehe ich davor, soll aufsitzen und denke nur: Das ist ganz schön hoch! (Die Fotos verraten später allerdings, dass es eigentlich kaum größer als ein Shetlandpony war.)

Vor mir reitet ein Guide, der meinen Gaul stoppen würde, falls dieser auf die Idee käme, mit mir durchzugehen. Hinter mir reitet Vivian, die meinem Pony ab und zu einen kleinen Schubs gibt, wenn es mal wieder mehr am Fressen als am Laufen interessiert ist. Meine einzige Aufgabe: raufkommen und oben bleiben! Okay, ich sitze – es kann losgehen.

Tatsächlich hat mein Schimmel schnell raus, dass er der Stärkere von uns beiden ist. Einmal hebt er mich fast aus dem Sattel, weil er abrupt stehen bleibt – da wächst nämlich ein besonders leckerer Grasbüschel, den er unbedingt abrupfen muss. Ohne Vivian hinter mir würde ich auch nach einer Stunde noch im Stall stehen. Der Schubs ist definitiv nötig, damit es vorwärts geht.

Aber was für ein Gefühl, durch eine Gnu‑Herde zu reiten. Mega!

Bis ungefähr nach einer Stunde mein Wertester Beschwerde einreicht. Irgendwie drückt mir auch der Helm auf den Brillenbügel, der wiederum auf einen Nerv. Ich bekomme Druckschmerzen an der Schläfe, und das wird mit jeder Minute unerträglicher. Am Ende bin ich – Gnu hin oder her – heilfroh, als wir zurück sind. Und ich muss sagen: Es war nicht der Spaß, den ich erwartet hatte. Aber immerhin eine Erfahrung! Die ersten Minuten nach dem Absitzen laufe ich übrigens in leicht gekrätschter Haltung.



Uwe hat auf seinem Walk nur zwei Giraffen, Krabbeltiere und Vögel entdeckt und ein bisschen Dung‑Kunde erhalten. Ich denke, ich habe mit dem Ausritt trotzdem die bessere Wahl getroffen.

Am Nachmittag zieht der Himmel zu. Es tröpfelt immer mal wieder ein bisschen. Ich nehme vorsichtshalber eine Regenjacke mit. Der Drive selbst gestaltet sich ähnlich wie gestern. An einem riesigen Termitenhügel erklärt uns Julian, dass wir im Grunde nur den Schlot eines Baus sehen – unterirdisch kann er bis zu fünfzehn Meter im Durchmesser haben.

Noch während wir hier stehen, fängt es an zu gewittern, und wir bekommen den Funkspruch, ob wir warten und ein paar Reiter mitnehmen können. Sie wären in ein paar Minuten da. Also warten wir – und werden nass. Die Reiter sind tatsächlich kurz darauf da, satteln ab, werfen ihr Zeug ins Auto und fahren mit uns zurück zur Lodge. Die Pferde finden den Weg allein zurück.

Den Sundowner‑Drink bekommen wir heute in der Lodge‑Bar. Soll uns auch recht sein. Die Gewitterstimmung ist wunderschön, auch wenn wir nass werden. Wir ziehen uns kurz um und treffen uns an der Bar, wo wir gleich sitzenbleiben, bis das Dinner serviert wird.



Beim Dinner sitzt heute eine Familie mit uns am Tisch – die Eltern in unserem Alter und drei erwachsene Töchter. Die Chemie stimmt auf Anhieb. Wir klopfen Sprüche und lachen, bis die Tränen fließen und unsere Gesichtsmuskeln protestieren. Herrlich! Ich weiß nicht, was wir da im Essen hatten, aber davon hätte ich gerne jeden Tag etwas.
Ich glaube fast, wir liegen sogar noch grinsend im Bett.

Gute Nacht Namibia!

Sonntag 12. März
Zwar ist heute Abreisetag, aber ein letzter Drive geht noch. Leider auch heute wieder relativ unspektakulär. Julian und Marie geben ihr Bestes und wir nehmen es wie es ist. Immerhin zwei Warzenschweine, ein paar Gnus, Zebras, Springböcke und Vögel.



Anschließend gibt es Frühstück. Die Koffer sind schon gepackt, sodass wir direkt danach aufbrechen können. Beim Abschied merken wir, wie sehr uns die Menschen in Kambaku ans Herz gewachsen sind – Julian, Marie, Vivian, Markus und die fröhliche Familie von gestern Abend. Es fühlt sich an, als würden wir Freunden Lebewohl sagen.


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zuletzt bearbeitet 04. Okt. 2026
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Sonntag 12. März - Vreugde Guest Farm 


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Die Fahrt dauert nur etwa zweieinhalb Stunden, dann stehen wir an der Rezeption und werden herzlichst von Elsi - der guten Seele des Hauses, begrüßt. Wir bekommen umgehend unser einfaches aber hübsches Zimmer gezeigt und werden anschließend auf einen Kaffee mit hausgemachten Kuchen eingeladen.



Elsi und ihr Mann haben hier früher den Laden geschmissen, das Zepter inzwischen aber an ihren Sohn weitergegeben. Sie setzt sich zu uns. Sie spricht Deutsch und war früher Geschichtslehrerin. Oh, das kommt uns doch sehr entgegen!

Denn wir wissen, ehrlich gesagt, erschreckend wenig über Namibia und würden gerne mehr über die Buschmänner, Himbas und Hereros erfahren. Elsi freut sich über unser Interesse und schon bekommen wir eine kleine Einführung in die Völkerkunde. Geschichtsunterricht bei Kaffee und Kuchen, mitten in dieser Idylle, so lassen wir uns das gerne gefallen.

Ganz nebenbei erzählt sie uns auch von ihren sozialen Projekten. Wenn sie bei einem Schulkind besonderes Lernpotenzial erkennt, fördert sie es mit zusätzlichem Unterricht, wenn nötig bis zum Studium. Außerdem sammelt sie Spenden für ein Kirchenprojekt. Das erzählt sie allerdings völlig unaufdringlich. Kein bittender Blick, kein Wink mit dem Zaunpfahl. Wir fühlen uns zu nichts genötigt und genießen ihre Gesellschaft umso mehr.

Fast ebenso beiläufig erfahren wir, dass wir uns dem Haushund besser nicht von hinten nähern sollten. Er hat sich einmal mit einer Schwarzen Mamba angelegt und ist seitdem blind. Und überhaupt gäbe es dieses Jahr besonders viele von ihnen.

Urg ... wir gehören nun nicht gerade zu den Menschen, die bei solchen Nachrichten begeistert die Wanderschuhe schnüren. Dass wir über die Lebens- und Verhaltensweisen von Mambas, Kobras und allem, was hier sonst noch so herumschlängelt, herzlich wenig wissen, macht die Sache nicht besser.

Für unseren Anreisetag haben wir nichts weiter geplant. Wir sitzen auf der Terrasse, spielen, lesen, erzählen und genießen die entspannte Atmosphäre. Elsi hat ein feines Gespür dafür, wann ein bisschen Gesellschaft schön ist und wann ihre Gäste auch einfach mal für sich sein möchten.

Später machen wir noch einen auf Gartensafari, halten Ausschau nach Insekten und Vögeln und freuen uns an der idyllischen Anlage. Die Großwildsichtungen sind morgen dran - hoffentlich.


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Der bedeckte Himmel hat uns leider von Kambaku bis hierher verfolgt und hält sich hartnäckig über unseren Köpfen. Immer wieder nieselt es ein bisschen. Oh weh. Ausgerechnet morgen steht unsere Ganztagssafari in den Etosha auf dem Programm. Und weil wir nur zwei Nächte hier sind, ist das auch unsere einzige Chance, den Park kennenzulernen. Na, hoffentlich wird das was.

Pünktlich zum Sonnenuntergang verziehen sich die Wolken für eine Weile und beschenken uns mit Farben, die uns richtig begeistern.

Das anschließende Dinner ist ausgesprochen lecker und fällt eindeutig in die Kategorie: Schade, dass nicht mehr reinpasst.



Im Zimmer gibt es überall sehr gute Fliegengitter, auch an der Tür und so können wir sowohl Fenster als auch die Tür ein wenig offen lassen und haben dadurch ein hervorragendes Raumklima zum Schlafen.


Montag, 13. März – It’s raining again ☔

Der Wecker klingelt und wir hören schon den Regen an die Scheiben klopfen. Schitt! Ausgerechnet heute. Aber in Namibia kann sich das Wetter gefühlt im Halbstundentakt ändern. Wir geben die Hoffnung also noch nicht auf.

Wir haben einen privaten Drive gebucht, und am Steuer sitzt Danie, der jetzige Herr des Hauses. Er spricht nur Englisch und wirkt eher still. Unser Fahrzeug ist geschlossen und hat Schiebefenster. Bei Regen und Fahrtwind sind wir darüber alles andere als unglücklich.

Also bleiben wir optimistisch und starten unseren Etosha-Ausflug. Bis zum Anderson Gate fahren wir ungefähr eine halbe Stunde. Kaum sind wir durch das Tor, überqueren ein paar Giraffen direkt vor uns die Straße. Eine von ihnen hat eine dicke Backe. Sieht nach Abszess aus. Die ist vermutlich auf dem Weg zum nächsten Zahnarzt.

Dann nimmt der Regen zu. Kilometer um Kilometer sehen wir nichts als Busch. Und Regen. Und Busch. Und noch mehr Regen.

Dann endlich: ein Zebra und noch eins. Juchu!

Ein paar Minuten später zeigt sich ein Springbock und schließlich noch eine Gackeltrappe oder so was Ähnliches. 😃 Die Tiersichtungen bleiben also zunächst recht übersichtlich.

Dafür legt der Regen richtig los und erreicht langsam sintflutartige Ausmaße. Unsere Safari droht sich zunehmend in eine Bootstour zu verwandeln.


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In Okaukuejo machen wir eine Toilettenpause. Danie studiert derweil den Wetterbericht, aber auch der macht uns wenig Hoffnung auf Besserung. Wir müssen einsehen, dass es wohl vernünftiger ist, den Drive abzubrechen und zur Gästefarm zurückzufahren.

Unsere Enttäuschung ist abgrundtief. Das war’s dann also mit unserem Etosha-Erlebnis.



Im Nachhinein müssen wir uns eingestehen, dass drei Nächte in GocheGanas und nur zwei Nächte hier nicht gerade unsere planerische Glanzleistung waren. Schade nur, dass uns unsere Agentur, die sich ihre Dienste als Afrikaexperten mit rund 20 % des Reisepreises gut bezahlen ließ, nicht auf diesen Planungsfehler aufmerksam gemacht hat. (P. S.: Es war keine der drei hier im Forum bekannten. 😉) Aber anderen die Schuld in die Schuhe zu schieben, zaubert uns jetzt auch keinen zusätzlichen Tag herbei.

Also machen wir das Beste daraus. Wir kehren um und machen es uns auf der überdachten Terrasse gemütlich. Zum Mittagessen bekommen wir das Picknick serviert, das eigentlich für unseren Etosha-Tag gedacht war. Alles ist liebevoll verpackt und schmeckt wieder ganz hervorragend.

An dieser Stelle möchten wir auch erwähnen, dass Danie uns den Preis für den Drive zurückerstatten wollte. Das finden wir mehr als anständig, denn schließlich waren wir trotzdem einige Stunden mit ihm unterwegs. Wir lehnen dankend ab. Fürs schlechte Wetter kann nun wirklich niemand etwas.

Immer wieder kommt Elsi heraus und setzt sich eine Weile zu uns. Mit ihr kann man wunderbar über Gott und die Welt reden, und so wird es trotz allem noch ein richtig schöner Tag. Nur eben ganz anders als gedacht.



Gegen Abend wird das Wetter tatsächlich wieder besser. Na toll. Jetzt ist der Drops auch gelutscht. Den verpassten Etosha-Tag müssen wir wohl oder übel abhaken.

Aber an dieser Stelle muss auch mal gesagt sein: Namibia hat so viel mehr zu bieten als eine spannende Tierwelt. Die Landschaft scheint sich alle paar Kilometer neu zu erfinden und wir können uns kaum sattsehen. Auch die Wolken am Himmel begeistert uns immer wieder. Solange sie bitte dekorativ bleiben und nicht als geballte Gewalt über uns die Schleusen öffnen.

So groß die Enttäuschung über den verpassten Etosha-Tag auch ist, wir verbuchen ihn einfach als ziemlich guten Grund für eine zweite Namibia-Reise. Dann allerdings mit etwas Planungshilfe hier aus dem Forum. Oder mit einer anderen Agentur. 😉

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zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2026
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Dienstag 14. März- Mount Etjo Safari Lodge

Während der Fahrt verziehen sich die Wolken und in Mont Etjo, haben sie wieder Bilderbuchformat.

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Zur Lodge sei gesagt, dass sie uns schon bei der Recherche nicht unbedingt überzeugt hat und für unseren Geschmack durchaus eine Modernisierung vertragen könnte. Vor Ort zeigt sich allerdings, dass es nicht nur mit ein paar Schönheitskorrekturen getan wäre. Vor allem in Sachen Elektrik scheint uns dringend Handlungsbedarf zu bestehen.

Corona hat natürlich bei vielen Betrieben die finanziellen Reserven aufgefressen und wir können uns vorstellen, dass das auch hier eine Rolle spielt. Anscheinend waren Renovierungen geplant, aber wie gesagt ...

Warum haben wir uns also trotzdem für Mount Etjo entschieden? Ganz einfach: Wir hatten Videos vom Reservat auf YouTube gesehen und viele begeisterte Berichte gelesen. Nicht die Lodge war für uns ausschlaggebend, sondern das, was draußen auf uns warten könnte.

Jetzt sind wir gespannt, ob sich unsere Investition am Ende doch noch auszahlt.


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Mal abgesehen von unserem Zimmer kann sich die Anlage wirklich sehen lassen. Es gibt einen See, in dem Hippos zu Hause sein sollen. Wir sehen zwar keins, aber allein die Vorstellung, dass jederzeit irgendwo ein dicker Kopf aus dem Wasser auftauchen könnte, finden wir spannend. Könnte. Tut er aber nicht. Seufz.

Dafür sind die Flamingos mit ihren leuchtend roten Flügeln hübsch anzusehen. Und auch das Wetter spielt endlich mit. Wir würden sagen: Passt!

Am Nachmittag gibt es Kaffee und Kuchen unter einem gigantischen, schattenspendenden Baum. Gesellschaft bekommen wir auch, in Form von Geflügel. Vielleicht ein Frankolin, der offenbar ebenfalls Interesse an der Kuchentafel hat. So langsam weckt Mount Etjo dann doch ein bisschen Begeisterung in uns.



Für den restlichen Nachmittag gibt es auf der Anlage allerhand zu entdecken und überall laden gemütliche Sitzgelegenheiten zum Verweilen ein.

Im Netz hatten wir immer wieder begeisterte Berichte über die Löwenfütterung gelesen. Also beschließen wir spontan: Wenn wir schon mal hier sind, wollen wir das natürlich auch sehen, und melden uns für den Abend an.

Mal schauen, was die Löwen zu bieten haben.😉


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Den Sonnenuntergang genießen wir am See und freuen uns über diese wunderbaren Farben und die Wasserspiegelungen. 


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Das Dinner wird in einer überdachten Boma serviert. Rustikal stehen die Tische mit Bänken rund um die Feuerstelle. Leider sitzen wir auf den Bänken ohne Lehne alles andere als bequem. Deshalb halten wir es heute nicht allzu lange aus und fragen vorsichtshalber, ob wir morgen einen der Tische mit Stühlen bekommen können.

Gegen 21 Uhr treffen wir uns zur Löwenfütterung. Statt des erwarteten Jeeps wartet allerdings ein Bus ohne Fenster auf uns. Links und rechts jeweils zwei Sitze, gefühlt endlose Reihen. Na Prost. Das hatten wir uns irgendwie anders vorgestellt. Für unseren Geschmack ist das die reine Massenabfertigung.

Auch das altersschwache Gefährt trägt nicht gerade zur Begeisterung bei. Dreimal bleiben wir auf dem Weg zu den Löwen wegen irgendwelcher Motorprobleme liegen. Irgendwann rechnen wir fest damit, dass wir in Ersatzfahrzeugen von der Lodge abgeholt werden müssen.

Schließlich erreichen wir unser Ziel und werden in einen schlauchartigen Verschlag mit Sehschlitzen und kleinen Aussparungen zum Fotografieren gebracht. Das Menü für die Löwen liegt bereits bereit und wenig später erscheinen die Hauptdarsteller.

Der Pascha bedient sich zuerst, die drei Löwinnen warten geduldig. Schließlich dürfen zwei der Damen nachrücken, während die dritte immer wieder verscheucht wird. Der Pascha verschwindet kurz und kommt mit einer weiteren Löwin zurück. Offenbar steht sie in der Rangordnung ziemlich weit oben, denn für sie wird sofort Platz gemacht. Für die arme Letzte bleibt am Ende ein bisschen Fell zum Ablecken.

Nach etwa zwanzig Minuten ist das Schauspiel vorbei. Und was sollen wir sagen? Es hat uns nicht die Bohne begeistert. Keine Ahnung, was wir erwartet hatten, aber eines wissen wir jetzt: So etwas brauchen wir kein zweites Mal.


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Mittwoch 15. März - Morning Drive mit Safarifeeling

Wir haben für heute einen privaten Morning Drive gebucht. Unser Guide erweist sich als humorvoll, gesprächig und sehr engagiert. Wir fahren kreuz und quer durchs Reservat und sehen Wasserböcke mit einer Zielscheibe auf dem Hintern, Impalas, Springböcke, Nashörner und Giraffen.



Auch landschaftlich kann sich das Reservat wirklich sehen lassen: grün, buschig, felsig, dazu immer wieder Wasserlöcher. Wir sind begeistert.

Und dann zeigt uns unser Guide, was Offroadfahren wirklich bedeutet. Er fragt vorher, ob wir das wollen. Wir wollen. Also geht es rauf auf einen Felsen. Wobei „fahren“ nicht ganz der richtige Ausdruck ist. Das ist eher Bergsteigen auf vier Rädern. Krass, wo man mit so einem Fahrzeug überall hochkommt!

Oben angekommen werden wir mit einem tollen Blick über das Reservat belohnt. Und als wäre das nicht schon genug, packt unser Guide auch noch Kaffee und Rusks aus.

Offroad-Abenteuer mit Kaffeepause und Aussicht. So gefällt uns das.



Am Ende halten wir noch an einem See und sehen wenn auch recht weit weg ein paar Flusspferde.



Wir sind sehr zufrieden mit diesem Drive. Bis zum Abend chillen wir in der Lodge und freuen uns über unsere Sichtungen.



Am Abend haben wir wieder einen privaten Drive gebucht und freuen uns, mit demselben Guide noch einmal auf Entdeckungstour gehen zu dürfen. Auf unseren Wunsch hin versucht er, die Löwen zu finden.

Unterwegs treffen wir den Eigentümer, der kurz zuvor einen gesehen hat. Na dann, nichts wie hin! Etwa eine Viertelstunde später stoppen wir. Unser Guide zeigt ins Gebüsch: Da vorne liegt er.

Wir starren ins Gebüsch. Und starren. Und sehen: Blätter. Viele Blätter.

Ein paar Minuten später flüstert Uwe: „Da liegt er!“ und zeigt mir die Richtung. Irgendwann erkenne auch ich tatsächlich etwas, das verdächtig nach Löwenfell aussieht. Und dabei bleibt es. Mehr Löwe gibt es heute nicht. Schade.

Dafür entdecken wir eine Gabelracke, an denen wir uns bisher schließlich auch noch nicht sattgesehen haben. Und dann diese Landschaft! Einfach traumhaft.

Und plötzlich, wer hätte damit gerechnet, erhebt sich vor uns der Kilimandscharo. 🤪 Na gut, vielleicht nicht ganz. Aber mit seiner Kegelform und der Wolkenhaube sieht unser namibischer Mini-Kili schon recht überzeugend aus. Ist das nicht der Knaller? Das wird definitiv eines unserer Lieblingsfotos.

Ansonsten begegnen uns Geier, Oryxe, Zebras, Strauße und Warzenschweine, und sogar die Nashörner finden wir noch einmal. Wir würden sagen: Damit dürfen wir uns wirklich glücklich schätzen.

Nur ein schöner Sonnenuntergang bleibt uns heute verwehrt. Aber wir sind ja noch eine Weile in Namibia. Die Sonne bekommt also noch ein paar Chancen, sich für uns ordentlich ins Zeug zu legen.


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Zum Abendessen bekommen wir tatsächlich einen Tisch mit Stühlen. Na bitte, das ist doch gleich viel besser! Das Buffet ist, ähnlich wie gestern, in Ordnung.

Damit geht ein richtig schöner Tag zu Ende. Mount Etjo hat sich für uns trotz des eher bescheidenen Zustands der Zimmer mehr als gelohnt.

Gute Nacht, Namibia! 🌙

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Donnerstag 16. März - Ai Aiba Rock Painting Lodge

Unterwegs zur Ai Aiba Lodge begleiten uns wieder regenverheißende Wolkenwände. Aber die Aufwinde müssen hervorragend sein, denn in luftiger Höhe herrscht ordentlich Betrieb. Über uns kreist und segelt es jedenfalls gewaltig.



Auf dieser Strecke sehen wir unseren ersten und letzten Elefanten in Namibia 🤪


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Die Unterkunft ist ein Träumchen! Wunderschön in die Erongo Mountains eingebettet, schmiegt sie sich geradezu an die Felsen. Und auch der Erongo selbst mit seinen gewaltigen Felsformationen hat es uns sofort angetan. Landschaftlich genau unser Ding!

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Wir haben einen Bungi der nicht direkt am Haupthaus liegt und eine fantastische Aussicht.


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Endlich wieder klarer Himmel und strahlender Sonnenschein. Das Vogelgezwitscher ist Balsam für die Seele.

Nach dem Check-in gönnen wir uns am Pool ein kühles Getränk und lassen den Blick über diese fantastische Landschaft schweifen. So darf ein Nachmittag gerne beginnen.

Für später haben wir einen Nature Drive gebucht. Unser Guide ist mit Leib und Seele bei der Sache. Tiere gibt es zwar nicht allzu viele zu sehen, aber das machen die faszinierenden Felsformationen locker wieder wett. Wir fühlen uns ein bisschen wie Kinder beim Wolkengucken, nur dass wir statt in den Himmel auf Felsen starren und überlegen: Was könnte das sein? 😄


Franzose mit Hut
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Gespaltene Persönlichkeit
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Golfball


Kartoffelernte


Hier gehören die Felsmalereien natürlich zum Programm. 😉 Na ja, was sollen wir dazu sagen? So ähnlich haben unsere Kinder im Vorschulalter auf Papier gemalt. Das fanden wir damals schon nicht sonderlich beeindruckend und haben uns die elterliche Begeisterung eben ein bisschen aus den Rippen geleiert. Offenbar hat sich an unserem Kunstgeschmack seitdem nicht viel geändert. 😇

Auf dem Weg zum Sundowner-Platz stehen dann plötzlich noch ein paar Giraffen dekorativ in der Landschaft herum. Freu! Mit Tieren hatten wir hier gar nicht gerechnet. Also: Doppel-Freu!

Jetzt fehlt eigentlich nur noch ein schöner Sonnenuntergang. Und den gibt es heute auch.


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Beim Dinner sitzen wir im offenen Restaurantbereich mit Blick aufs Wasserloch. Große Hoffnungen auf tierischen Besuch machen wir uns allerdings nicht.

Während wir gerade unser Wildfleisch genießen, kommt eine Mitarbeiterin an unseren Tisch und macht uns darauf aufmerksam, dass Oryxe am Wasserloch stehen.

Besteck fallen lassen, Essen vergessen, Oryx gucken!

Und diesmal sind sie richtig nah. Was für wunderschöne Tiere! Auf unserer persönlichen Namibia-Hitliste haben die Oryxe inzwischen ganz klar Platz zwei erobert. Platz eins verteidigen nach wie vor die Geparde.

Erst als auch der letzte Oryx wieder in der Dunkelheit verschwindet, erinnern wir uns daran, dass da ja noch ein Abendessen auf uns wartet - jetzt halt nur noch lauwarm.😄

Komischerweise schmeckt das Oryxsteak anschließend nicht mehr ganz so gut. Gerade haben wir diese wunderschönen Tiere noch bewundernd am Wasserloch beobachtet und jetzt liegt eines auf unserem Teller. Ein kurzer Anflug von schlechtem Gewissen ist nicht zu leugnen.

Vegetarier sind wir trotzdem nicht geworden. 😉


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Der Weg zu unserem Chalet ist wunderschön mit kleinen Solarlichtern beleuchtet, und auch die Felsen werden stimmungsvoll angestrahlt. Mei, ist das romantisch!

Dazu dieser klare Nachthimmel mit unzähligen funkelnden Sternen. Einfach märchenhaft.


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Freitag 17. März - zu Fuß über Stock und Stein


Unser Wecker klingelt uns aus dem Bett. Wir haben einen Nature Walk gebucht. Kaum einen Schritt vor der Tür, stehen wir schon mitten im Vogelkonzert.

Unser Guide wartet bereits auf uns, obwohl wir pünktlich sind. Unterwegs versucht er, unser Wissen über Insekten und Käfer zu erweitern, ein bisschen Pflanzenkunde gibt es gleich dazu. Immerhin begegnen uns auch noch ein Hornbill, ein Erdhörnchen und Giraffen. Dazu ein Kudu und ein Oryx. Na ja, zumindest das, was von den beiden Antilopen noch übrig ist. 😉

Dann folgen wieder Felsmalereien samt unseres gewohnt verhaltenen Staunens und natürlich jede Menge toller Felsformationen.

Unser Guide trägt Gamaschen und wedelt beim Laufen mit seinem Stock durchs Gras. Wir vermuten mal ganz stark, dass das der Schlangenabwehr dient. Eine Erkenntnis, die unser Sicherheitsgefühl nicht unbedingt steigert. Ab jetzt spielt sich unsere Welt hauptsächlich in den unteren 30 Zentimetern ab. Nur wenn wir stehen bleiben, erlauben wir uns einen Blick in die Ferne. Sicher ist sicher. 😄


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Nach unserer Rückkehr wartet unser Frühstück auf uns. Serviert in einem Korb. Sieht nett aus, hat was von Picknick.



Der Nachmittag gehört dem Lesen, Schreiben und Nichtstun.


Später machen wir uns auf zu unserem letzten Sundowner im Erongo. Die Fahrt durch die Landschaft ist im warmen Nachmittagslicht unbeschreiblich schön.

Mit einem Gin Tonic in der Hand sitzen wir auf einem Felsen, schwelgen in Glückseligkeit und verabschieden einen weiteren wunderbaren Tag auf unserer Reise.

Was braucht es mehr. 😊



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Samstag 18. bis Sonntag 20. März  - Der Funke springt nicht über


Staubig und ziemlich öde präsentiert sich die Strecke nach Swakopmund. Sicher nicht die schönste Etappe unserer Reise.

Unser Hotel The Delight Swakopmund ist schnell gefunden. Das Zimmer versprüht ein bisschen Ikea-Charme, ist aber sauber, ruhig und geräumig. Da kann man nicht motzen.



Swakopmund ist als Transit-Etappe für uns kaum zu umgehen. Nun sind wir allerdings echte Stadtflüchter. Trotzdem lesen wir immer wieder, dass man für Swakopmund mehrere Tage einplanen sollte, und die allermeisten Besucher scheinen begeistert zu sein. Also denken wir uns: Na gut, geben wir Swakopmund wenigstens für zwei Nächte eine Chance.

Warum wir ausgerechnet hier keine Aktivitäten gebucht haben, können wir heute absolut nicht mehr nachvollziehen. So bummeln wir am Ankunftstag ein bisschen durch die Stadt, über den Handwerkermarkt und durch kleine Gassen mit hübschen Boutiquen.

Ganz nett. Aber so richtig hat Swakopmund uns noch nicht um den Finger gewickelt. Das ändert sich leider auch morgen nicht.




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Das Frühstück im Delight macht uns tatsächlich sprachlos. Die Auswahl ist so groß, dass wir uns kaum entscheiden können, womit wir anfangen sollen.



Um der Stadt ein bisschen zu entfliehen, suchen wir die Flamingos in ihrem Refugium. Leider sind sie zu weit draußen und kaum zu sehen, dafür gibt’s eine ordentliche Portion Wattgeruch gratis dazu. Mmmm, lecker! 😄

Viel mehr können wir von unserem Aufenthalt in Swakopmund allerdings nicht erzählen. Vielleicht wird es ja Liebe auf den zweiten Blick, falls wir wieder einmal in Namibia sind und Swakopmund als Zwischenstopp nicht vermeiden können. Dann würden wir auf jeden Fall die Little Five Tour, die Sandwich Harbour Tour oder vielleicht auch eine Bootstour buchen.

Und wer weiß? Bei Uwe und mir war es schließlich auch Liebe auf den zweiten Blick. Und die hält inzwischen schon seit fast 30 Jahren. 😉

Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23
zuletzt bearbeitet 08. Okt. 2026
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Sonntag 20. März - The Desert Grace 

Die heutige Etappe ist landschaftlich deutlich schöner als zwischen Ai Aiba und Swakopmund. Der Himmel ist wieder von malerischen Wolken durchzogen.

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In Solitaire machen wir ein Päuschen. Unser Hilux bekommt seinen Energydrink und wir einen Kaffee samt angeblich weltbestem Apfelkuchen.

Na ja. Was den Kuchen betrifft, würden wir ihn jetzt nicht unbedingt aufs Siegertreppchen stellen. Vielleicht war er irgendwann mal weltmeisterlich, aber heute schmeckt er für unseren Gusto doch verdächtig nach einem Produkt aus dem Hause Heizmann & Co. 😉

Was uns dafür richtig gut gefällt, sind die alten Autos, die hier ihre letzte Ruhestätte gefunden haben und herrliche Fotomotive abgeben. Rost, Wüste, Kakteen und knorrige Bäume. Das Ganze hat für uns schon fast einen Hauch von Mexiko und Wildem Westen.

Fehlt eigentlich nur noch, dass irgendwo eine Wüstenpflanze durchs Bild rollt. 😄


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An der Lodgezufahrt zur Desert Grace fahren wir ein paar Mal vorbei. Unser Navi scheint nicht so recht zu kapieren, wo wir hinmüssen. Oder sind vielleicht doch wir diejenigen, die zu dämlich sind, die Einfahrt zu erkennen? Jedenfalls machen wir locker 30 Kilometer extra, bis uns dämmert, dass das, was für uns aussieht wie eine nicht fertig gebaute Tankstelle, tatsächlich die Zufahrt zur Lodge ist. 

An der Rezeption erwartet uns gleich die nächste Herausforderung. Das Englisch der Mitarbeiterin ist für uns kaum zu verstehen. Ein Info-Heft im Zimmer, in dem wir vielleicht das eine oder andere nachlesen könnten, gibt es leider auch nicht.



Aber das Zimmer hat Wow Effekt!



Dann die Überraschung des Tages: Für morgen früh haben wir einen Halbtagesausflug in den Namib-Naukluft-Park gebucht und können sogar den entsprechenden Voucher vorlegen. Trotzdem erklärt uns die Dame an der Rezeption, dass diese Aktivität für uns nicht gebucht sei. Wir verstehen die Welt nicht mehr. Voucher da, Ausflug nicht da?

Leider erreichen wir unsere Reisekauffrau an diesem Abend nicht mehr. Die Sache muss also bis morgen warten und dann ist es vermutlich zu spät.

Wir versuchen trotzdem, den Abend und unser wunderschönes Chalet zu genießen, aber der Ärger über die verschlampte Buchung lässt sich nicht abschütteln.

Als wir uns auf den Weg zum Abendessen machen, dämmert es bereits. Bewaffnet mit Taschenlampen laufen wir Richtung Restaurant und entdecken prompt eine kleine Schlange, die sich direkt vor uns über den Weg schlängelt und im Gebüsch verschwindet. Dazu noch ein paar Skorpione. 

Kurz vor dem Restaurant dann Schlange Nummer zwei. Sie liegt mitten auf dem Weg und da wir keine Ahnung haben, mit wem wir es zu tun haben, halten wir lieber großzügigen Abstand. Ein Mitarbeiter wird durch unsere Taschenlampen auf sie aufmerksam und legt sofort den Turbo ein. Eimer und Schlangenhaken werden geholt und mit gehörigem Respekt wird das Tier eingefangen. Beim nächsten Drive soll es wieder ausgesetzt werden.

Während des Essens ist es inzwischen stockdunkel. Wir beobachten Kinder im Vorschulalter, die mit Taschenlampen durchs kniehohe Gras laufen und offenbar sogar unter den Büschen nach Skorpionen suchen.

Wir können die Gelassenheit der Eltern nicht nachvollziehen.



Das Essen gibt es heute in Buffetform. Beim ersten Gang zum Hauptgericht landet ein eher homöopathisches Stückchen Fleisch auf meinem Teller. Macht ja nichts, denke ich. Ich kann ja nochmal einen Nachschlag holen. Falsch gedacht.

Bis ich mit der Miniportion fertig bin und mich wieder zum Buffet aufmache, ist das Fleisch alle. Pech gehabt. Besonders ärgerlich, weil es wirklich richtig lecker war und ich durchaus Platz für eine Erwachsenenportion gehabt hätte.

Na ja, sei’s drum. Dann muss eben der Nachtisch die entstandene Versorgungslücke schließen. Also nehme ich davon vorsichtshalber gleich eine doppelte Portion. Zum Sattwerden reicht’s. 😄


Skoripon Walk

Für heute Abend haben wir einen Skorpion-Walk gebucht.  Es ist Vollmond und daher der Weg durchs Gebüsch gut erkennbar.



Zwei Guides warten auf uns und auf eine Gruppe Holländer, die offenbar beschlossen hat, dass zwei Guides für sie allein gerade so ausreichen. Sie unterhalten sich munter auf Afrikaans und nehmen beide Guides ziemlich konsequent für sich in Beschlag.

Damit nicht genug: Sobald irgendwo ein Skorpion entdeckt wird, baut sich die Gruppe wie eine menschliche Mauer davor auf. Für uns heißt es: nichts verstehen und nichts sehen. Eine eher ungünstige Kombination. 😉

Irgendwann müssen wir tatsächlich ein bisschen die Ellenbogen ausfahren und auch mal motzen, damit wir wenigstens einen Blick auf die Hauptdarsteller des Abends erhaschen.

Und die sind wirklich cool! Im Licht der UV-Lampen leuchten die Skorpione intensiv blau-violett. Allein dieser Anblick ist faszinierend.

Trotzdem hinterlässt der Walk bei uns einen ziemlich schalen Beigeschmack. Bei zwei Guides hätte sich die Gruppe problemlos aufteilen lassen, oder wenigstens einer der beiden hätte darauf achten können, dass auch wir etwas verstehen und zu sehen bekommen. Stattdessen fühlen wir uns eher wie Gäste zweiter Wahl.

Schade, denn die Skorpione selbst wären wirklich spannend gewesen. Nur hätten wir sie halt gerne ohne Ellenbogeneinsatz gesehen.



Montag 21. März - Nix mit Sossusvlei

Am nächsten Morgen meldet sich unsere Reisekauffrau zwar schon sehr früh und bestätigt unsere Buchung, aber für den Ausflug ist es inzwischen zu spät. Das war’s also mit dem Namib-Naukluft-Park und Sossusvlei. Erst fällt Etosha ins Wasser und jetzt geht uns schon das nächste große Highlight durch die Lappen. Das ist jetzt echt richtig bitter.

Ans Selbstfahren denken wir, mal wieder, überhaupt nicht. Aber bis die ganze Sache geklärt ist, ist es ohnehin zu spät und das schöne Morgenlicht längst Geschichte.

Über den für unser Empfinden höchst unprofessionellen Umgang mit der Sache ärgern wir uns gewaltig. Und so richtig abschütteln können wir den Frust auch nicht, was leider unseren ganzen Aufenthalt ein wenig überschattet. Wir hätten erwartet, dass man uns angesichts des Vouchers erst einmal mitfahren lässt und anschließend klärt, wo der Fehler liegt. Nachholen können wir den Ausflug während unseres Aufenthalts schließlich nicht mehr.

Unsere Reisekauffrau bemüht sich immerhin um Schadensbegrenzung und organisiert für uns noch am selben Tag einen privaten Sundowner-Drive durch die Dünen. Natürlich kein wirklicher Ersatz für das, was wir eigentlich vorhatten. Aber besser als Trübsal blasen.

Und dann wird es überraschend schön. Die Fahrt mit Schwung über die Dünen, fühlt sich an wie Achterbahnfahren. Unser Rücken motzt zwar, aber uns ist das in dem Moment ziemlich egal: Wir haben einen saumäßigen Spaß! 😄Die Landschaft ist der absolute Traum. Mit Gras bewachsene rote Dünen, Hügel und Berge und ein Sonnenuntergang zum Dahinschmelzen. Es ist zwar nicht das Sossusvlei, muss sich aber auch gar nicht daran messen. Diese Fahrt ist ein ganz eigenes, beeindruckendes Erlebnis.



Dienstag 22. März - Abreisetag

Hier aufzuwachen und direkt durch das Panoramafenster in die Natur zu schauen, ist einfach herrlich. Selbst vom stillen Örtchen aus genießen wir freie Sicht nach draußen. Da kann so ein Toilettenbesuch schon mal ein bisschen länger dauern als unbedingt nötig. 😉


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Schmiere stehen für ein Steak - Südafrika im Februar 2026 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/306804-schmierestehen-fuer-ein-steak-suedafrika-im-feb-26 Frühstück mit Giraffen - Mai 25 (Revidierte Version) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/10307120-fruehtsueck-mit-giraffen-mai-25-revidierte-version Mauritius - Das andere Afrika / Dezember 2024 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/305593-mauritius-das-andere-afrika-dezember-24 Vom Buschgeflüster zum Walgesang - Südafrika 2023 (September/Oktober) https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23 Namibia - Fast restlos begeistert, März 22 https://www.namibia-forum.ch/forum/thema/304183-vom-bushgefluester-zum-walgesang-suedafrika-23
zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2026
17,0k Beiträge · seit 201226. Jan. 2024 ·
Nacho schrieb:20.-22. März
The Desert Grace in der Namib

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Soll das hier die "Schwarze Mamba" sein? 😎

LG
Logi
Themenstarter1’076 Beiträge · seit 202326. Jan. 2024 ·
Dienstag 22. März - and Beyond Sossusvlei Desert Lodge

Auf zum nächsten Problem!

Knapp 90 Kilometer Schotterpiste liegen zwischen uns und der andBeyond Sossusvlei Desert Lodge. Anfangs begleitet uns die typische Weite der Namib, später wird die Landschaft immer hügeliger und felsiger.

Diesmal finden wir die Lodge auf Anhieb. Wir parken unser Wägelchen und melden uns an der Rezeption an.

Die Begrüßung ist herzlich. Dann der Dämpfer: Unsere Namen tauchen im System nicht auf. Die unserer Reiseagentur übrigens auch nicht.

Nein - Bitte nicht schon wieder!

Es geht hier nicht nur um eine Aktivität, sondern um unsere Bleibe für die nächsten zwei Nächte. Wo sollten wir jetzt auf die Schnelle eine passende Alternative herzaubern?

Man bittet uns um unsere Voucher, die wir natürlich dabeihaben. Anschließend werden wir in die Lobby geleitet. Dort nehmen wir mit einem Begrüßungsdrink in der Hand Platz. Serviert wird er stilvoll in einem Kristallglas. Optisch super - Geschmack rätselhaft 😃

Trotz der fantastischen Aussicht warten wir doch ziemlich angespannt auf Klarheit.

Hinter den Kulissen werden derweil die Untiefen des PCs ausspioniert. Nach etwa fünfzehn Minuten erscheint ein Mitarbeiter mit einem Lächeln:

"Alles in Ordnung. Entschuldigen Sie bitte die Aufregung."

Na also. Puls wieder im Normalbereich. Der Urlaub kann weitergehen. 😄


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Nachdem unser Bleiberecht offiziell bestätigt ist, werden wir nach unseren Aktivitätswünschen gefragt. Pro Tag sind zwei inklusive. Wer noch etwas mehr Abenteuer sucht, kann gegen Aufpreis auch einen Helikopterflug oder eine Fahrt im Heißluftballon buchen. Langweilig wird einem hier sicher nicht, und so haben wir schnell entschieden, wie wir unsere zwei Tage verbringen möchten.

Anschließend werden wir zum Lunch gebeten und lernen unseren persönlichen Butler kennen.

Ehrlich gesagt finden wir einen eigenen Butler sehr befremdlich. Was macht man mit dem? Wir finden es in diesen zwei Tagen nicht heraus.

Dann wird uns ein sehr hübsch angerichtetes und leckeres Lunch serviert.

Als unsere Teller signalisieren, dass abgetragen werden kann, ist unsere Suite bezugsfertig. Unser Autochen wird vom Personal umgeparkt, die Koffer werden aufs Zimmer gebracht, und wir machen uns gemeinsam mit einem Mitarbeiter zu Fuß auf den kurzen Weg dorthin. Ganz nebenbei erhalten wir noch eine kleine Führung durch die Lodge.

Und dann betreten wir unsere Suite.

Wow. Wow. Wow.

So viel Luxus vermittelt uns das Gefühl, uns in der Lodge-Kategorie verlaufen zu haben. Das überschreitet unsere persönliche Komfortzone nach oben deutlich. Aber erstaunlicherweise gewöhnt man sich daran. Nicht sofort. Aber mit jedem Tag ein bisschen mehr. 

Die Suite ist so geräumig wie manche Wohnung. Über dem Bett ein Fenster zum Sternegucken. Die gesamte Front besteht aus Panoramafenstern. Draußen wartet ein privater Pool, in dem man nicht nur abtauchen, sondern sogar schwimmen kann. Den bräuchten wir allerdings nicht unbedingt an einem Ort wie diesem, wo Wasser so kostbar ist.

Das Badezimmer gleicht einem kleinen Glaspalast, ergänzt durch eine Außendusche. Die Bar ist hervorragend bestückt, und selbst die Eiswürfel haben eine Fruchteinlage.

Übertroffen wird das Ganze nur noch von der sensationellen Aussicht.

Nicht weit vor unserer Suite liegt ein kleines Wasserloch, und während wir uns gar nicht sattsehen können, ziehen mehrere Oryx an uns vorbei.


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Aus dem Zimmer mag man fast nicht mehr raus. Wir machen es uns am Pool bequem und begeben uns in den Zen-Zustand. Wo das Wasser eh schon einmal eingelassen ist, springen wir natürlich auch mal rein.

Am späten Nachmittag treffen wir uns zum Sundowner Drive.

Die Dünen leuchten herrlich rot, ganz ähnlich wie in der Kalahari. Über die Hänge hinweg wiegt sich das wunderschöne Silbergras im Wind.

Der Dünenritt fühlt sich an wie Achterbahnfahren. Unterwegs finden wir die Überreste einer Antilope, den einen oder anderen unversehrten Strauß, und auf der Rückfahrt lassen sich sogar ein paar Schakale blicken. Ansonsten hält sich die Tierwelt eher bedeckt.

Doch allein die Dünenlandschaft ist schon ein Traum.


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Die letzten Überreste eines Oryx


In der Lodge gibt es anschließend ein hervorragendes Dinner und später, zum Einschlafen, einen Vollmond, der uns wie ein Spotlight ins Gesicht scheint.

Uwe leidet ein bisschen darunter, ich finde es großartig.


Mittwoch 23. März - Mal schauen was es so zu sehen gibt

Wir schlafen aber beide erstaunlich gut, nur leider viel zu kurz, wie das in Afrika eben oft so ist.

Zu unserer großen Freude können wir hier den verpassten Ausflug ins Sossusvlei nachholen. Zu einer unchristlichen Uhrzeit finden wir uns im Restaurant ein, wo bereits angerichtet auf einer Etagere ein kleines Frühstück auf uns wartet.

Dann heißt es: Abfahrt.

Mit uns steigt noch eine junge Frau in den Jeep. Sie prüft Luxusunterkünfte für eine Agentur und darf kostenlos an allem teilnehmen, was das Haus zu bieten hat. Neid!

Andererseits hat sie vermutlich schon unzählige luxuriöse Hotels gesehen und alles erlebt, was man sich nur wünschen kann. Was soll da ein privater Urlaub noch toppen?

Nein, eigentlich lieber doch kein Neid. Was man nicht selbstverständlich haben kann, bleibt etwas Besonderes.

Unser Guide ist ein sympathischer Typ und macht einen hervorragenden Job.

Im Morgengrauen brechen wir Richtung Sossusvlei auf. Unterwegs lassen sich immer wieder Oryx, Gnus und auch der eine oder andere Strauß blicken.

Dann liegt sie vor uns: die Dune 45. Schon aus der Ferne ist sie ein beeindruckender Anblick mit ihren perfekt geschwungenen Kurven.



Bald kommt die Sandpassage. Wir schwimmen förmlich durch den Tiefsand. 

Ein Tourist ist gerade dabei, Luft aus seinen Reifen zu lassen - ein bisschen spät. Er steckt bereits fest. 

Unser Guide bietet sofort Hilfe an, doch sie wird dankend abgelehnt. Darüber sind wir nicht unbedingt unglücklich, sonst würden wir das gute Licht im Vlei verpassen.

Am Parkplatz verlangt mein Morgenkaffee seine Freilassung. Also muss ich eine dieser exotischen Toiletten ohne Türen benutzen. Der Geruch ist... eindrücklich. Aber hilft ja nix. Wat mutt, dat mutt.

Während unser Guide mit unserem Fräulein den Big Daddy erklimmt, machen Uwe und ich uns schon einmal auf den Weg zum Vlei.

Natürlich sind wir nicht allein unterwegs, aber von Besuchermassen kann noch keine Rede sein. Dafür staunen wir über das Schuhwerk mancher Pfannen-Pilger. Es fehlt eigentlich nur noch, dass ein Schicki-Micki-Möchtegernmodel auf High Heels versucht, durch den tiefen Sand zu stöckeln. Wundern würde mich das nicht.

Dann öffnet sich plötzlich der Blick auf das Dead Vlei.

Natürlich habe ich schon unzählige Fotos davon gesehen. Aber tatsächlich hier zu stehen und die glitzernde Tonpfanne, die uralten Bäume und die imposanten Dünen in ihren unterschiedlichen Farbnuancen mit eigenen Augen zu sehen, ist etwas völlig anderes.

Es fühlt sich fast surreal an. Da fehlen mir die Worte.


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Wir bekommen reichlich Zeit um uns auszutoben. Dann marschieren wir samt Fräulein und Guide zum Parkplatz zurück und staunen nicht schlecht als wir beobachten, wie unser Guide eine Decke über den Picknicktisch wirft, Porzellan eindeckt und ein Frühstück aus der Box zaubert, als wären wir in der Lodge. Unglaublich wie schön das aussieht.  Anschließend wird Wasser gekocht und frischer Filterkaffee aufgebrüht.

Wir genießen  ein Frühstückspicknik vom Feinsten und in angenehmer Gesellschaft.


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Schwer begeistert fahren wir zurück zur Lodge. Am frühen Nachmittag haben wir uns für eine Quad-Tour angemeldet. Mit An- und Abfahrt wird sie etwa zwei Stunden dauern. Außer uns ist noch ein junges Pärchen dabei. So richtig warm werden wir mit den beiden allerdings nicht. 

Nach etwa 15 Minuten erreichen wir die Quad-Flotte. Rund zehn neuwertige, blitzsaubere Fahrzeuge stehen bereit. Uwe und ich teilen uns einen Dünenflitzer, während die beiden jeweils ihr eigenes Quad fahren. Nach einer kurzen Einweisung geht es los. Für uns ist es nicht die Quaderfahrung,  entsprechend entspannt sind wir.

Vorweg fährt ein Guide, hinter uns das Pärchen und als Schlusslicht ein zweiter Guide. 

Die beiden brauchen ein bisschen zum Warmwerden und würgen ihr Vehikel ein paar mal ab. Während dessen gibt unser Frontmann Gas und legt ein ordentliches Tempo vor - wir düsen ihm hinterher. Teilweise driften wir durch den Sand. Nicht ganz ungefährlich, würde ich sagen, aber es macht einen Heidenspaß.

Nach etwa zehn Minuten ist hinter uns plötzlich nichts mehr zu sehen und zu hören. Also stoppen wir und nutzen die Pause für einen kleinen Plausch mit dem Guide und ein paar Fotos. Nach einigen Minuten tauchen unsere Mitfahrer wieder auf und es kann weitergehen.

Im Laufe der Tour hängen wir die beiden noch mehrfach ab und warten dann immer, bis sie wieder Anschluss haben. Aber das macht gar nichts. Im Gegenteil: So haben wir noch mehr Zeit, die wunderschöne Landschaft zu genießen. Natürlich erinnert die Umgebung an die gestrige Kulisse, aber sie ist kein bisschen weniger beeindruckend. Die roten Dünen, die kleinen Hügel und die weiten Ausblicke sind einfach wie aus einem Märchenbuch.


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Und schließlich rundet ein Sundowner-Drive unseren Tag ab. Allerdings schlägt das Wetter um. Es beginnt schon leicht zu tröpfeln, als wir losfahren, und der Regen wird schnell stärker. Wir müssen die Fahrt schon nach ein paar Minuten abbrechen.

Zurück in der Lodge wird uns ein Cocktail angeboten und wir beobachten durch die offene Fensterfront der Lounge das wirklich heftige Gewitter. Der sintflutartige Regen überschwemmt sogar das Restaurant, so dass die Fensterfront leider geschlossen werden muss. Dicht sind sie allerdings nicht und dieser Wassermenge auch nicht gewachsen. Innerhalb kürzester Zeit fließt das Wasser zwei Meter breit herein. Nullkomma nichts sind an die zehn Mitarbeiter mit allerlei nützlichem Gerät bewaffnet da, verteilen sich an der Fensterfront und versuchen die Flut zu beseitigen. Der Spuk dauert sicher eine Stunde. 

Ich würde lieber mithelfen, als auf der Couch zu sitzen und dabei zuzusehen, wie die Mitarbeiter gegen das Wasser ankämpfen. Aber es sieht sehr organisiert aus, als würden sie das nicht zum ersten Mal machen.

Dann ist es als würde jemand den Wasserhahn abdrehen, die Sonne bricht durch die Wolken und es gibt einen wunderschönen Regenbogen. Die Türen können wieder geöffnet werden.

Nicht die beste Idee des Tages, denn plötzlich ist die Luft voll von einer Heuschrecken-Invasion biblischen Ausmaßes. Es sind Tausende in unterschiedlichen Arten und Größen. So etwas kenne ich nur aus Horrorfilmen. Viele der Tiere schwirren uns dicht am Gesicht vorbei und landen hinter uns vor der Bar auf dem Boden. Es sind so viele, dass man sie problemlos mit der Schaufel einsammeln könnte.

Hastig werden die Türen wieder geschlossen. Kurz darauf hören wir, wie die Tiere zu Hunderten gegen die Scheiben prallen. Die, die es bereits ins Innere geschafft haben, schwirren uns später beim Abendessen um die Nase. Wände und Vorhänge hängen voll von den Viechern. Das Ganze hat durchaus einen gewissen Ekelfaktor.


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Auch als wir nach dem Dinner zu unserem Zimmer gehen, ist in der Luft noch ordentlich was los. Wir können die Tür gar nicht schnell genug öffnen und wieder schließen, ohne dass einige Exemplare Hausfriedensbruch begehen.

Der Abendservice hat unser Zimmer bereits für die Nacht vorbereitet und überall romantische Lichter verteilt. Allerdings sorgt genau das dafür, dass weiterhin zahlreiche Heuschrecken vom Licht angezogen werden und im Sekundentakt gegen die Fensterscheiben knallen. Wir verzichten auf die Romantik und minimieren die Lichtquellen maximal. Das zeigt auch Wirkung. Der Knalleffekt an den Fenstern nimmt spürbar ab und im Laufe des restlichen Abends kehrt wieder Ruhe ein.

Na dann, gute Nacht!


Donnerstag 24. März

Für mich ist die Nacht besonders kurz. Heute trenne ich mich von Uwe ... zumindest für ein paar Stunden.

Mein Wecker klingelt kurz vor vier Uhr. Ich mache mich salonfähig und begebe mich ins Restaurant, wo ein Frühstück auf mich wartet. Und zwar nicht irgendeines, sondern ein richtig gutes. Nicht schlecht staune ich darüber, das Restaurant so sauber und vor allem so heuschreckenfrei vorzufinden. Das Personal muss eine Nachtschicht eingelegt haben. Vermutlich wurden eimerweise Heuschrecken eingesammelt und entsorgt. Wände, Möbel und Boden sind blitzsauber und ich entdecke kaum noch einen ungebetenen Gast der übersehen wurde. Eine echte Meisterleistung.

Eine halbe Stunde später werde ich abgeholt und durch die stockdunkle Nacht zum Startplatz von Namib Sky Balloon Safaris gefahren.

Dort angekommen gibt es erstmal Kaffee und Rusks. Natürlich müssen wir auch noch eine Erklärung unterschreiben die sinngemäß besagt, dass wir freiwillig in den Korb steigen und im Falle einer ungeplanten Expresslandung bitte nicht auf die Idee kommen, jemanden dafür haftbar zu machen.

Dann beobachten, wir wie die Ballons vorbereitet werden. Alles wirkt sehr professionell und hervorragend organisiert. Nach einer Sicherheitseinweisung werden wir den einzelnen Piloten zugeteilt. Da ich in der Lodge angegeben habe, kein Englisch zu sprechen, weist man mich einem deutschsprachigen Mitarbeiter zu. Später bietet sich eine junge Frau im Korb an, für mich zu dolmetschen. So verstehe ich deutlich mehr, als ich erwartet hatte.

Dann ist es so weit.

Der Ballon hebt ganz sanft ab. Ich bemerke die Bewegung gar nicht. Erst als sich der Boden unter uns immer weiter entfernt, wird klar, dass wir schon längst in der Luft sind.

Die Aussicht ist Atemberaubend. Wir gleiten dem Sonnenaufgang entgegen und sehen die anderen Ballons durch die wunderschöne Kulisse der Namib schweben. Ich fühle eine tiefe Ehrfurcht und bin überwältigt von all dem, was ich vor mir sehe. Gleichzeitig empfinde ich eine unglaubliche Dankbarkeit, diesen Moment erleben zu dürfen.

Etwa eine Stunde verbringen wir in der Luft, bevor wir langsam wieder der Erde näherkommen. Mithilfe der Bodenmannschaft wird unser Korb direkt auf den wartenden Anhänger gezogen. Fast lautlos und ebenso unauffällig, wie wir aufgestiegen sind, endet unsere Reise durch die Lüfte wieder am Boden.


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Nach der Landung werden wir mit Sekt empfangen und zu Tisch gebeten. Mitten in der einsamen Namib umgeben von einer fantastischen Kulisse, stehen Tische mit weißen Decken und ein Frühstücks-Buffet, bei dem mir das Wasser im Mund zusammen läuft. Gerne hätte ich mich mit zu der netten jungen Frau an den Tisch gesetzt, die für mich gedolmetscht hat. Aber uns werden Plätze zugeteilt. Ich lande am Tisch eines deutschsprachigen Paares und versuche Smalltalk. Natürlich frage ich nach ihrem Woher und Wohin, dass können sie mir aber nicht sagen. Da müssten sie erst in ihren Unterlagen nachsehen. Was ich erfahre ist, dass sie per Fly in reisen und die Planung ihrer Reise komplett einer Agentur überlassen haben.  Das Gespräch ist zäh. Es wirkt als wäre das Paar lieber für sich.  Das macht es unangenehm für mich bei ihnen sitzen zu müssen. Ich bemühe mich auch nicht weiter um Konversation, kann das Frühstück aber leider auch nicht so recht genießen und konzentriere mich stattdessen auf die traumhafte Kulisse.


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Ein paar Leute müssen besonders ausgehungert gewesen sein. Ich habe mir beim ersten Gang nur eine sehr kleine Portion auf den Teller gegeben. Beim zweiten Anlauf mir etwas zu holen, ist das Buffet aber schon so gut wie leer gefegt. Wow- wie schnell das ging. Naja, das Auge isst bekanntlich mit und das hat an diesem Morgen  reichlich Futter bekommen. Wegen mir muss die Gesellschaft als unerwünschter Gast an einem Tisch auch gar nicht unnötig in die Länge gezogen werden. Als das Frühstück für beendet erklärt wird, werden wir aufgefordert, die Frauen, die es zubereitet haben mit einem extra Trinkgeld zu bedenken. Damit habe ich nicht gerechnet, denn die Ballonfahrt hat eigentlich schon ein kleines Vermögen gekostet und weil ich sie bereits vorgebucht und bezahlt habe, hab ich kein zusätzliches Trinkgeld für das Küchen Team dabei. Das ist mir extrem unangenehm. 

Also lieber Leser: Falls dich eine Ballonfahrt ebenfalls reizt, nimm extra Trinkgeld mit und erspare dir diese Peinlichkeit😊. 

Fazit: Die Ballonfahrt ist zwar preislich eine Ansage, aber ein außergewöhnliches und sehr emotionales Erlebnis. Ich würde sie jederzeit wieder machen.


Pünktlich wartet schon mein Fahrer auf mich und bringt mich zurück zur Lodge. Dort wartet auch mein Liebster schon in der Lounge. Die Koffer bereits verladen und ausgecheckt hat er auch schon. Unser Wägelchen wurde uns übrigens frisch gewaschen zurückgegeben. Während wir vom Hof fahren, stehen mindestens vier Mitarbeiter vor der Tür, die uns mit Winke, Winke verabschieden.

Fazit zur Lodge: Hier bezahlt man viel "Muss nicht sein", aber wenn man sich den Luxus einmal gönnen möchte, bekommt man auch das maximal Mögliche. Für mich steht außer Frage, dass wir hier eine außergewöhnliche Zeit hatten. 

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zuletzt bearbeitet 12. Okt. 2026
Themenstarter1’076 Beiträge · seit 202326. Jan. 2024 ·
Wenn es eine war, dann war es die. Ich hab keine Ahnung von Schlangen. Wir hörten nur überall dass es in dem Jahr so viele gegeben haben soll. Und weil der Mitarbeiter, der sie einfieng, so mega respektvoll auf Abstand blieb war das unsere Vermutung. Erkennst du was das für eine war?
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