Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201604. Okt. 2021 ·
5. Tag (17.08.2021) Etosha Safari Camp
Ein kompletter Tag im Etosha-Park, morgens rein, den ganzen Tag hin- und hertreiben lassen und abends wieder raus. Das war der Plan für heute.
Die Camping2Go-Wohnzelte haben sich übrigens als Volltreffer herausgestellt. Bequeme Betten, voll ausgestattet (sogar ein USB-Anschluss am Bett zum Handyladen) und kalt wurde es auch nicht.
Los ging der Tag mit einem etwas komplizierten Frühstück, da coronabedingt kein Buffet aufgestellt war, trotzdem aber alle Kaffee-, Tee-, Müsli-, Ei-, Marmelade-, Saft- sowie Käse- und Wurst-Varianten angeboten werden sollten. Das gab eine vollgeschriebene Bestellung und danach stückweise auftauchende Frühstücksbestandteile. Lecker war es aber allemal.
Und der Tag? Wo kann man der Sichtungsfee eigentlich Opfergaben bringen? Da müssen wir dringend mal hin. Es ging gleich morgens los. Wir sind direkt von der Hauptroute Richtung Wasserloch Gembsbokvlagte abgebogen. An dieser Straße hatten wir vor zwei Jahren eine tolle supernahe Sichtung eines Geparden. An der Strecke gab es nur ein paar kleinere 'normale' Sichtungen, aber Gemsbokvlagte war erneut ein Volltreffer: Vor Von weitem sahen wir schon Dutzende von Oryx und Zebras und ein paar Gnus, Impala und Giraffen - eine beachtliche Ansammlung. Der eigentliche Hit waren aber Löwen. Ein Pärchen und ca. 30 Meter weiter ein weiteres Männchen, die Konstellation haben wir so nicht zuordnen können. Alle drei lagen maximal 20 m vom Parkplatz bzw. Zuweg zum Wasserloch entfernt. Die drei hatten den Bäuchen nach zu urteilen gestern gut gefressen und darum ziemlich faul. Satt und mit Wasserloch in unmittelbarer Nähe - das Löwenleben könnte schlechter sein. Fürs Foto stand dann der eine Herr netterweise mal ein bisschen auf und legte sich auf die anderer Seite seiner Herzdame wieder hin. Die übrigen Tiere mussten wohl oder übel einen sehr großen Bogen um die drei machen, um das Wasserloch von der anderen Seite anzusteuern, oder warteten einfach im Sicherheitsabstand.
Innerhalb der nächsten halben Stunde wurden die Löwen eher noch unbeweglicher, andererseits sammelten sich dann doch insgesamt ca. 10 Fahrzeuge, da keiner mehr wegfahren wollte. Also sind wir dann als Erste los. Ziel das Wasserloch Ozonjuitji m'Bari ca. 1h östlich von Okaukuejo, an dem wir vor zwei Jahren unzählige Tiere gesehen hatten. Der Weg führte über den Abstecher zum Adamax-Wasserloch direkt an der Etosha-Pan. Laut Sichtungsbuch in Okaukuejo waren dort gestern sechs Löwen ! Und vor Ort war ..... nix, nada, niente, nothing. Naja, ist eben Natur und kein Zoo.
Und dann kam Ozonjuitji m'Bari ! Seht selbst. Wahnsinn. Ein sehr ähnliches Bild wie vor zwei Jahren. Der Einzugsbereich dieses (künstlichen) Wasserlochs ist anscheinend riesig. Die verschiedenen Tiergruppen haben sich offensichtlich miteinander arrangiert. Man steht einfach nur da und staunt und fotografiert und beobachtet. Wir machen unzählige sogenannte Arche-Noah-Fotos ("von jedem Tier mindestens zwei") und bleiben insgesamt 1,5 h Stunden dort stehen.
Und es war erst 14:00 Uhr! Der Tag hat noch mehr zu bieten!
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201604. Okt. 2021 ·
5. Tag (17.08.2021) Teil II - Etosha Safari Camp
Vom Wasserloch mit dem unausprechlichen Namen Ozonjuitji m'Bari machten wir uns dann schweren Herzens auf den Rückweg Richtung Okaukuejo. Nach wenige Minuten ein lautes "Stop!" von hinten. "Großer Elefant vorne links." Stimmt. Es trottete ein großer alter Kerl gemütlich etwa parallel zu Straße auf uns zu.
Wir blieben einfach auf der Stelle stehen und merkten dann, dass er eine kleien Kurve machte und mehr oder weniger genau auf uns zusteuerte. Wenige Meter neben uns - die Straße liegt dort ein bisschen erhöht - blieb der Riese dann stehen und fing in aller Ruhe an, gründlich mit dem Rüssel im Schlamm zu rühren und sich immer wieder eine ordentliche Fuhre auf den Körper zu werfen. Ein tolles Schauspiel:
Wir hatten uns so in seine Beobachtung vertieft, dass wir erst recht spät merkten, dass noch ein zweite Riese den gleichen Weg entlang marschiert kam und sich seinem Kumpel anschloss. Platz und Schlamm reichte locker für beide.
Diese Privatvorführung war fast noch spannender als der Tier-Overkill wenige Minuten vorher. Nach fast 30 Minuten machten die beiden sich dann in aller Ruhe wieder auf den Weg - wir auch ! Die SD-Karten hatten in den letzten beiden Stunden dermaßen geglüht, dass wir bei der weiteren Rückfahrt relativ wenig fotografierten. Eins möchte ich Euch nicht vorenthalten - mein Favorit unter den großen Vögeln, ein Sekretär:
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201604. Okt. 2021 ·
6. Tag (18.08.21) NWR Okaukuejo Restcamp Unsere heutige Unterkunft, das Okaukuejo Restcamp ist das größte und älteste Camp im Etosha-Park. Bisher sind wir hier immer nur vorbeigefahren oder haben uns ans Wasserloch gesetzt. Heute wollen wir das mal vom 'eigenen' Balkon aus machen.
Wir wollten möglichst früh nach Mittag dort einchecken und haben darum den Vormittag für eine nicht allzu große weitere Safarirunde im mittleren Teil des Parks genutzt. Zuerst sind wir noch mal zum Wasserlock Gemsbokvlagte gefahren. Vielleicht sind die faulen Löwen von gestern ja noch da. Tatsache - sie sind! Sie sind aber auch genauso faul wie gestern:
Als sich zwischenzeitlich ein halbes Dutzend Fahrzeuge hier gesammelt hatten und die Löwen keine Anstalten machten, aufzustehen, haben wir uns etwas näher ans Wasserloch gestellt und hatten auch dort mal wieder Glück. Drei große Elefanten, die erst etwas im Hintergrund gestanden hatten, kamen nach vorn, tranken und blubberten nebeneinander mit Begeisterung im Wasser:
In einem Bogen an drei leeren Wasserlöchern vorbei sind wir dann Richtung Okaukuejo gefahren. DAS Alleinstellungsmerkmal von Okaukuejo ist das große und zumeist sehr gut besuchte und nachts beleuchtete Wasserloch. Wir hatten uns in diesem Jahr für ein Premier Waterhole Chalet entschieden, also einen Bungalow mit mit direktem Blick auf das Wasserloch. Im Rückblick hat es durchaus Spaß gemacht, vom 'eigenen Balkon' die Tiere zu beobachten, aber der Preisaufschlag beispielsweise zum einem Zweite-Reihe-Bungalow ist es eigentlich nicht wert. Man kann problemlos auch nachts die paar Meter von dort zu einer der Bänke nach vorn kommen und der Blick vom Balkon ist durch die Bäume ein bisschen eingeschränkt. Nicht alle Tiere stellen sich immer perfekt in die Sichtachsen.
In aller Ruhe aus verschiedenen Perspektiven den Nachmittag verstreichen zu lassen und auf den Sonnenuntergang zu warten, ist auch mal eine schöne Tagesbeschäftigung. Alle halbe Stunde betraten andere Hauptdarsteller die Bühne. Das Ganze war schon wieder sehr Elefanten-lastig:
Zum Sonnenuntergang gab es dann noch einmal neue Farbstimmungen:
Am frühen Abend sind wir dann für eine knappe Stunde zum Diner im Restaurant rüber. Was soll man sagen: Wir sind beim Charme der späten Siebziger weitgehend satt geworden. Ehrlich gesagt war's das schlechteste Essen des ganzen Urlaubs. Aber es war im Preis inbegriffen, so dass wir uns leider auf keine Alternative eingerichtet hatten.
Die Abendvorstellung bei beleuchtetem Wasserloch war dagegen erstklassig! Im Laufe des Abends haben sich neben zwei größeren Elefanten nach und nach um das Loch sechs (!) Nashörner versammelt. Eine völlig unübliche Gruppengröße.
Leider waren die sooo territorial eingestellt, dass sie sogar ein dazukommendes Löwenpärchen aktiv verfolgt und vertrieben haben (bevor wir es vernünftig fotografieren konnten).
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201605. Okt. 2021 ·
Zwischenbeitrag Hier hatte ich fälschlicherweise einen Beitrag doppelt reinkopiert und der lässt sich wohl nicht einfach so löschen. Also hab ich den Doppelbeitrag einfach mal durch ein paar Panoramen ersetzt:
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201605. Okt. 2021 ·
7. Tag (19.08.2021) Mushara Lodge
Heute soll es einmal durch den kompletten östlichen Teil vom Etosha bis zur Mushara Lodge außerhalb des Ost-Gates gehen. Also ein früher Start und ein ganzer Tag Game Drive! Der Morgenblick aufs Okaukuejo-Wasserloch gibt eine neue Farbstimmung - aber keine Tiere.
Also kein Grund, länger zu bleiben. Los geht's. Schrittweise fahren wir von Wasserloch zu Wasserloch nach osten, mal mit mehr, mal mit weniger Sichtungen. Etosha bietet wie immer eine Menge zu sehen. Der Elefant gleich im ersten Bild soll mal zeigen, dass es nicht immer so einfach ist, auch so ein großes Tier zu entdecken. Mit 50 km/h sind wir an diesem erst mal locker vorbeigerauscht. Aber wir haben ja aufmerksame Töchter auf der Rückbank. Und der eine war dann einer von fast einem Dutzend - schon wieder Elefanten über Elefanten. Danach dann aber auch ein bunter Querschnitt durch die Sichtungen von diesem Tag.
Am Ende waren dann doch wieder die Elefanten dran. Ein Wahnsinn, wie viele wir in diesem Jahr zu sehen bekommen. Die letzte Gruppe kam für das entgegenkommende Auto etwas überraschend auf die Straße. Die Elefanten-Guard - der bewacht wie ein Schülerlotse die Überquerung der ganzen Gruppe - war mit dem zu nah gekommenen Fahrzeug gar nicht einverstanden. Ohren hoch, trompeten und ein Warnschritt auf das Auto zu waren eindeutige Merkmale.
Nachdem wir den Etosha-Park durch das Ost-Tor verlassen haben, kommt nach wenigen Kilometern auf der rechten Seite unser heutiges Ziel. Mit der Mushara Lodge lernen wir wieder eine neue tolle Unterkunft kennen. Der 'Mushara Collection' gehört das riesige Farmgelände südlich der Ausfallstraße C38 aus dem Nationalpark - also gegenüber des Onguma-Geländes, in dem wir vor vier Jahren unsere Unterkunft gewählt hatten. Vor zwei Jahren waren wir im Mushara Outpost, diesmal haben wir in der eigentlichen Mushara Lodge zwei Luxus-Bungalows bezogen. Die Lodge ist ein echter Hingucker. Sehr geschmackvoll afrikanisch eingerichtet, großzügig geschnitten, super gepflegt. Der Luxus ist greifbar und für uns schon fast ein bisschen drüber - aber toll. Das bestätigte sich übrigens auch beim Essen.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201605. Okt. 2021 ·
8. Tag (20.08.2021) Mushara Lodge
Schon der letzte Etosha Tag: bei den beiden anderen Reisen war der Park immer der Höhepunkt fast ganz am Ende. Diesmal ist gerade einmal ein Drittel der Urlaubszeit herum. Trotzdem gab es fast ein bisschen Wehmut. Was fehlt uns eigentlich noch an Sichtungen? Am ehesten Katzen! Aber wo kann man die bestellen? Die Sichtungsbücher zeigen: Katzensichtungen finden überwiegend früh morgens statt. Der Plan also: Wecker auf 6:10 Uhr, Frühstück 6:30 Uhr, rein in den Park um sieben. Am Tor angefangen angekommen sind wir um 7:12 Uhr. Nichts wie rein. Denkste! Das Gate macht erst um 7:15 auf. Aber dafür waren wir dann das zweite Auto, das hineinfuhr.
Die ersten beiden Wasserlöcher waren dann ... leer. Nichts. Keine Tiere. Plan gescheitert?
Aber dann kam noch mal wieder ein sensationelles Erlebnis. Noch in der ersten Stunde im Park auf der Hauptroute: Eine Löwenmutter mit zwei kleinen - zwar etwas weit weg, aber mit den Teleobjektiven noch recht gut zu erwischen, bevor sie in einem uneinsehbaren Buschland verschwanden.
Noch während der Beobachtung der drei bekamen wir den Hinweis des Fahrers eines entgegenkommenden Autos: Dort hinten liegen Löwen in der Savanne! Naja zwei dunkle Flecken in 150 m Entfernung. Nichts für die Fotoapparate, aber immerhin Löwe 4 und 5.
Dann sahen wir plötzlich die Straße zurück zwei professionelle Safari-Autos parken. Zurück zu denen oder warten, ob die Löwen wieder aufstehen? Wir fahren zurück. Und das hat sich gelohnt: Zwei Geparde direkt neben der Straße! Einer fotogen oben auf einem Termitenhügel sitzend für super Fotos.
Nachdem die SD-Karten bei den Geparden schon zum Glühen gebracht wurden, sind wir die 500 m zu der Löwensichtung zurückgefahren. Und siehe da, sie sind nicht nur aufgestanden, sondern liefen freundlicherweise genau als wir zurückkamen parallel 10 m neben der Straße in aller Ruhe durch die Savanne. Die nächsten Dutzende von Fotos waren garantiert. 2 Geparde und 5 Löwen in der ersten Stunde!
Nach diesem Tages-Start folgte dann ein 'normaler' Etosha-Tag mit diversen Herden und Einzeltieren. AM Nachmittag sahen wir dann noch einmal an einem Wasserloch weit entfernt eine Katze. Sie war leider sehr weit weg, wir waren schon etwas gesättigt mit Sichtungen. Darum machte nur Elisabeth ein paar Bilder mit dem Tele. Die Katze verschwand. Naja, wir hatten ja schon genug. heute. Aber was soll ich sagen. Bei der gemeinsamen Sichtung der Fotos drei Tage später auf dem Laptop kam die Erkenntnis: "Das ist doch kein Gepard?!" In der starken Vergrößerung des sowieso schon stark vergrößerten Tele-Bildes wurde klar: Das ist ein Leopard!! Wir hatten eine Leo gesehen! Unseren ersten! Plötzlich haben die wenigen Bilder für uns eine viel größeren 'Wert', gut sind sie darum leider immer noch nicht:
Mannomann, jetzt ist unsere Tagesbilanz auf 5 Löwen, 2 Geparde und einen Leo angewachsen!
Da traut man sich ja kaum noch, ien paar 'normale' Tiere aus den Bidler rauszusuchen. Hier noch ein paar Ergänzungen kreuz und quer:
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201606. Okt. 2021 ·
9. Tag (21.08.2021) Kaisosi River Lodge, Rundu
Konni‘s Geburtstag begann etwas unspektakulär: Verständlicherweise hatten wir keine Geschenke im Resiegepäck , sondern von jedem von uns Dreien gab es nur etwas unspektakuläre Gutscheine. Geplant ist aber heute Nachmittag noch ein Birthday-Boattrip.
Aber zuerst mussten wir von der Mushara Lodge nach Rundu. 150 km über die B1 nach Tsumeb und weiter nach Grootfontein und dann 270 km schnurgeradeaus, alles Asphalt, im Schnitt 115 km/h, 1 x Tanken in Rundu, angekommen, fertig. Das waren nicht wirklich die spannendsten 5 Stunden unseres Urlaubs. FÜr uns allerdings neu und ungewohnt, dass ca. 50 km vor Rundu rechts und links der Straße die Zahl der Hütten, Menschen, Ziegen und Rinder immer mehr zunahm. So viel Leben hatten wir in allen anderen Teilen Namibias nicht gesehen.
Die Kaisosi River Lodge, unser heutiges Ziel, ist für uns eigentlich eine Übergangsstation zwischen dem Kerngebiet Namibias und dem geographisch recht willkürlich wirkenden sog. Caprivi-Zipfel, der auch zu Namibia gehört. Die Lodge selbst ist recht hübsch in einer weitläufigen Gartenanlage am Ufer des ganzjährig wasserführenden Kawango gelegen und erstaunlicherweise in rotem Backstein gebaut. Unsere Bungalowzimmer haben jeweils einen Balkon zum Fluss, auf dem allerdings erst einmal wenig zu entdecken ist.
Der Kawango entspringt übrigens im zentralen Hochland von Angola (dort heißt er Cubango / Kubango), bildet dann 400 km die Grenze zwischen Angola und Namibia als Okawango / Okavango / Kawango, kreuzt den Caprivi-Zipfel in Nord-Süd-Richtung und versickert im riesigen abflusslosen Okawangobecken in Botswana. Da über 90 % des Wassers aus Angola stammt, ist der Wasserstand des Flusses von der dortigen Regenmenge abhängig, die mit mehrwöchiger Verspätung erst Namibia und danach Botswana erreicht. Der Höchststand liegt im südlichen Herbst von März bis Mai, jetzt im September ist vergleichsweise wenig Wasser im Fluss. Für eine 1,5-stündigen Sundowner-Boattrip von der Lodge reichte das Wasser aber locker aus.
Die Tour war ganz nett, insbesondere die direkt über dem Fluss untergehende Sonne zeigte sich in schönen Farben. Ansonsten war der Boat-Guide ziemlich unmotiviert, er steuerte zwar routiniert zwei kleine Krokodile und eine kleine Gruppe Hippos an, weitere Erklärungen oder ein Stopp für z.B. einen Vogel waren nicht in seinem Plan. Trotzdem war's für uns ein Erlebnis, mal richtig viel Wasser in Namibia zu sehen. Bisher hatten wir nur Wüsten, Sand und Felsen kennengelernt, Interessant war dann noch, dass wir eine Gruppe Frauen kreuzten, die mit Einkäufen auf dem Kopf, zu Fuß von der angolanischen zur namibischen Seite quer durch den Fluss unterwegs waren. Wir haben nachher gehört, dass das recht oft geschieht, da Einkäufe in Namibia anscheinend besser und günstiger sind und es kaum Kontrollen für diesen keine Grenzverkehr gibt.
Die Lodge hatte nur sehr wenige Gäste, das Abendessen auf der großen Terrasse war recht gut aber unspektakulär (Steaks, Spareribs, Burger).
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201606. Okt. 2021 ·
10. Tag (22.08.2021) Ndhovu Safari Lodge
Unsere Route sieht heute nur eine kleine 'Hüpfer' von 200 Kilometer in West-Ost-Richtung in den Caprivi-Zipfel hinein vor. Hier kreuzt der Okawango Namibia und bietet beidseitig für die Natur die Wasserversorgung. Ein Fluss und Wasser sind für uns immer noch ein ungewohntes Bild für Namibia. Ziel ist die Ndhovu Safari Lodge ein paar Kilometer südlich von Divundu. Die 3 Bungalows und 10 Zelte der Ndhovu Safari Lodge liegen alle mit direktem Blick auf den Okawango - der hier auch Mahango genannt wird - bzw. den gegenüber liegenden Buffalo Park Nationalpark.
Da wir schon Mittags eingetroffen sind, haben wir gleich die Nachmittags-Bootstour reserviert und haben es uns dann erst einmal in unseren benachbarten Wohnzelten gemütlich gemacht, da wir hier immerhin drei Nächte bleiben wollten. Die Zelte sind sehr ähnlich den Camping2Go von Gondwana, allerdings ist das hinten liegende Bad nicht aus Beton, sondern deutlich geschmackvoller aus Holz gebaut. Wir haben uns hier gleich super wohl gefühlt. Auch in dieser Lodge war fast nichts los, wir waren vier von sechs Gästen.
Pünktlich um 4 sind wir dann bei unserem Boat-Driver Alfred - einem coolen Typ - erschienen. Da sonst keine Gäste da sind, hatten wir die Tour ganz für uns alleine. Und DAS war im Gegensatz zu gestern eine wirklich erlebnisreiche Tour mit Krokodilen, Hippos, am Ende wieder mal - wie sollte es anders sein - einer Elefantenherde und unterwegs viiielen Vögeln. Alfred hat Adleraugen beim Entdecken von (kleinen) Vögeln, kennt die meisten Namen, nähert sich super vorsichtig mit dem Boot an, so dass man tolle Fotos schießen kann, und freut sich erkennbar mit uns über jede Entdeckung. Sonst lassen wir wieder einmal die Bilder sprechen:
Und zum Abschluss kam das phantastische Abendessen. Hier gibt es einen echten Koch, der eine dreijähriger Ausbildung in Windhoek genossen hat. Er kommt vor dem Servieren, erklärt, was er sich gedacht und wie er es zubereitet hatte. Das wäre beispielhaft für viele andere Lodges. Und es schmeckte! Allein die Küche wäre schon ein Grund, diese Lodge zu wählen.
Das können wir nur bestätigen. Wir waren vor zwei Wochen auch drei Tage dort und es war eine tolle Zeit mit vielen Elefanten, Hippos, Loewengebruell nachts, super Essen und tolle Gespräche mit Ralph, dem Lodgeinhaber
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201607. Okt. 2021 ·
11. Tag (23.08.2021) Ndhovu Safari Lodge
Da die Ndhovu Lodge nun für drei Nächte unsere Basis ist, können wir mal verschiedene Aktivitäten 'ausprobieren': Gestern ging es mit dem Boattrip los, heute fahren wir selber in den Mahango Park und morgen geht es mit einem Gamedrive in die Buffalo Core Area.
5 km von der Lodge nach Süden in den Mahango National Park sind ein Katzensprung. Der Park ist ohnehin wenig besucht, derzeit aber nahezu menschenleer. Gestern sind laut Eingangsbuch gerade einmal elf Fahrzeuge eingefahren, davon sicher einige darunter, die nur zum direkt angrenzenden Botswana durchfahren wollten.
Befahrbar sind z. Zt. eine 24 km lange Schleife am Okavango entlang, die wir 2 x durchfahren haben, sowie eine 9 km Stichstraße nach Westen ins Landesinnere. Alles in allem eine nette Halbtagestour. Die Stichstrasse war tiermäßig etwas enttäuschend. Außer einer Herde Rappenantilopen (ein Art, die wir bisher noch gar nicht gesehen hatten) gab es für uns wenig Neues zu entdecken.
Dafür war die Schleife am Okawango entlang sehr ergiebig. Wir sind die morgens im Uhrzeigersinn und am Ende bei anderem Licht noch einmal anders herum gefahren. Die Piste war einigermaßen o.k., aber wir freuten uns wieder einmal , dass wir mit dem großen Hilux eine gute Sichtposition und mit den Stollenreifen und dem 4x4 ein sicheres Fahrgefühl auch bei rumpeligerer oder sandiger Piste hatten. Es folgt die Auswahl diverser Sichtungen:
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201607. Okt. 2021 ·
12. Tag (24.08.2021) Ndhovu Safari Lodge
Heute stand ein fauler Vormittag und ein Game-Drive-Nachmittag auf dem Programm. Ganz faul war der Vormittag auch nicht. Wir hatten mal wieder nicht nur die leichten Reisetaschen, sondern die kompletten Koffer von der Ladefläche unseres Geländewagens in die Wohnzelte mitgenommen, um für die nächsten drei bis vier Tage die gebrauchte gegen frische Kleidung zu tauschen. Außerdem haben wir den Laundry-Service genutzt und ein paar Sachen waschen lassen (T-Shirt 60 Cent, Hose 80 Cent). Picobello gewaschen und gebügelt gibt es alles in einem Tag zurück. Übrigens ist es hier im Caprivi auch im Winter deutlich wärmer als im Rest Namibias. Der deutlichste Unterschied: Nachts geht die Temperatur nicht so stark runter, statt 3 haben wir 13 Grad. Tagsüber dann bis zu 33 Grad trockene Wärme mit teilweise kräftigem Wind - gut zu ertragen. Allerdings gab es heute im Radio die Meldung, dass im Süden Namibias sich von Südafrika aus eine Kältezelle bis Namibia ausbreitete und bei Maltahöhe sogar ein paar Schneeflocken zu beobachten waren. Schon etwas spooky, wenn man gleichzeitig mit kurzem T-Shirt, Shorts und barfuß am Pool sitzt.
Um 14:00 Uhr brachte uns dann Erwin per Boot auf die andere Flußseite . Dort wartet Erasmus mit seinem Gamedrive-Wagen , einem Toyota Landcruiser. Die Vornamen der Schwarzafrikaner machen immer wieder Spaß! Die Bootstour macht Sinn, da man sich damit die aufwendige fast zweistündige Anfahrt zum Eingangsgate über die B8 spart und direkt in den Buffalo Park übersetzt. Die Ndhovu und eine benachbarte Lodge haben diese Sondererlaubnis.
Es folgte eine 4- bis 5-stündige Tour, die uns überwiegend in der Nähe des Okavango entlang führte. Erasmus bewies ein gutes Auge und fahrerisches Können (teilweise gleichzeitig). Ein paar abenteuerliche Passagen wären wir auch mit einem Geländewagen NIE gefahren. Wir haben übrigens bei der ganzen Fahrt genau ein anders Fahrzeug getroffen. Eine südafrikanische Familie mit einem Fortuner, die uns insgesamt drei Mal begegnet sind. Die Landschaft dicht bewachsen und auch in der Trockenzeit recht grün waren für uns eine willkommene Abwechslung. Die Sichtungen? Wir waren auch hier wieder sehr begeistert und - wie sollte es in diesem Urlaub anders sein - es waren wieder eine Menge Elefanten dabei. Diesmal eine kleinere Gruppe mit einem Junior am Anfang und eine große Gruppe von ca. 15 Tieren am Ende der Fahrt, die gerade von einer Insel im Flußtal durch das Wasser hindurch in den Wald zog, nicht ohne bei der Querung ein bisschen mit dem Wasser zu plantschen und zu spritzen:
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201607. Okt. 2021 ·
13. Tag (25.08.2021) Chobe River Camp
Nach drei Tagen in Ndhovu fahren wir heute bewusst bis ganz in den Osten des Caprivi-Zipfels hinein und passieren dabei sogar eine Unterkunft, die wir erst auf der Rückfahrt Richtung Westen besuchen werden. Auf diese Weise haben wir die Fahrstrecken etwas verteilt. Es geht also durch an Katima Mulillo bis zum Chobe River Camp.
Das Chobe River Camp, die zweite von drei Gondwana Lodges auf unserer Reise, liegt - wie der Name schon sagt, direkt am Chobe River, der nach mehreren Staaten (Angola, Sambia, Botwana, Namibia) und mehreren Namen (Cuando, Kwando, Linyati, Chobe) nun hier die Grenze zwischen Namibia und Botswana bildet. Die Unterkunft sind wieder einmal zwei große geräumige Wohnzelte mit Blick in die weite Ebene. Es sind immerhin 26 Gäste da, davon aber eine 11-köpfige Familien-Gruppe aus Südafrika, wir vier, zwei kleine Familien und zwei Pärchen, Ab morgen sind wir dann nur noch 12.
Hier sind übrigens alle Zelte und die meisten Einrichtungen 2,5 m aufgeständert, da in der Regenzeit die komplette Fläche unter Wasser steht. Der Fluss hat hier übrigens eine extrem seltene Eigenschaft. Normalerweise fließt er von West nach Ost Richtung Sambesi. Führt der Sambesi aber Hochwasser, füllt dieser erst seine Schwemmflächen und drückt dieser den deutlich schwächeren Chobe zurück und die Flussrichtung ändert sich über viele Kilometer von Ost nach West - auch vor der Lodge. Zur Zeit ist allerdings recht wenig Wasser im Fluss, der sich in vielen, vielen Schlaufen durch die Ebene schlängelte. Wir erkunden erst einmal das Gelände der Lodge und setzen uns dann nachmittags auf die Aussichtsterrasse unten am Fluss und lassen es uns gutgehen.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201608. Okt. 2021 ·
14. Tag (26.08.2021) Chobe River Camp
Der heutige Tag wird von einer ganztägigen Bootstour auf dem Chobe bestimmt. Die Autovariante würde auf der gegenüberliegenden Flußseite stattfinden. Da man dazu aber die Grenze zu Botswana überschreiten müsste (mit erheblichem Papierkram, Covid-Test, etc.), rät die Lodge derzeit davon ab. Uns wäre die Bootsvariante sowieso lieber gewesen.
Derzeit haben wir Trockenzeit, so dass die Ausflugsboote relativ aufwändig den mäandernden Schleifen des Chobe folgen müssen. Teilweise ist sogar einiges Geschick der Bootsführer erforderlich, um Sandbänke zu überfahren (Wir nennen die Technik "Reiten auf der eigenen Welle": Schwung holen und eine Welle hinter sich erzeugen, direkt vor der Sandbank Motor aus, Außenborder hochklappen und dann auf der eigenen uns folgenden Welle über die Sandbank treiben lassen. Meist klappt's.)
Mit uns dabei ist eine dreiköpfige französische Familie und der Guide Beaven. Wir ware von 11 bis 17:30 Uhr auf dem Boot unterwegs und fuhren insgesamt ca. 25 km. Davon aber immer wieder Stücke in Schrittgeschwindigkeit, um uns einzelnen Vögeln in der Randböschung bis auf wenige Meter zu nähern. Aber auch das Fahren durch eine Zebraherde aus einer Perspektive teilweise UNTER den Tieren ist ein neues Erlebnis für uns. Was fehlte? Mit Elefanten hatten wir heute Pech, aber die hatten wir ja schon in großer Zahl. Statt dessen eher selten: mehrere Krokodile, Warane und natürlich Vögel, Vögel, Vögel.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201608. Okt. 2021 ·
15. Tag (27.08.2021) Chobe River Camp
Heute gab es ein früh Sonnenaufgangs-Birding-Bootstour mit Start um 6:55 Uhr, einem kleinen Boot nur für uns vier und dem Vogel-Guide namens Beaven. Erst nach Rückkehr gegen 9:00 Uhr haben wir dann gefrühstückt.
Der Rest des Tages wurde verbracht auf dem Aussichts-Terrassen-Deck und am Pool, der einem bei 33 Grad Außentemperatur ziemlich kühl vorkam. Trotzdem sind wir alle vier mehr oder weniger lange hineingehüpft.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201608. Okt. 2021 ·
16. Tag (28.08.2021) Namushasha River Lodge
Wir fahren heute zurück Richtung Westen bis zu dem Abschnitt, wo der Kwando den Caprivi-Streifen in Nord-Süd-Richtung kreuzt und - genau wie der Okawango weiter westlich - eine fruchtbare Flusslandschaft bildet. Der Kwando River ist ca. 1.500 Kilometer lang, entspringt im angolanischen Hochland (unter dem Namen Cuando / Kuando), bildet dann die Grenze zwischen Angola und Sambia, quert dann hier den namibischen Caprivi-Zipfel von Nord nach Süd, biegt nach Osten ab und stellt dann die Grenze zu Botswana dar. Er bildet dann das Binnendelta der Linyati-Sümpfe (die bei starkem Hochwasser mit dem Okawango-Delta verbunden sind) und fließt erst unter dem Namen Linyati und dann unter dem Namen Chobe im östlichsten Ende Namibias in den Sambesi. Als Chobe haben wir ihn in den drei vorangegangenen Tagen bereits kennengelernt.
Da wir uns nun von Ost nach West bewegen und statt erneut die Hauptstraße B8 zur Abwechslung die südlicher gelegene C49 nehmen, werden wir auf der heutigen Strecke drei Mal innerhalb weniger Kilometer von und nach Katima Mullilo von einer „Animal Desease Control‘ angehalten. Ablauf: Auto anhalten – Motor aus – „Hello, how are you“ – zwei maskierte Kontrollposten mit Gummistiefeln (oft Frauen) sprühen aus großen Plastik-Kanistern mit einem Schlauch (ähnlich wie ein Unkrautvernichtungs-Sprüher) mehr oder weniger motiviert auf die Reifen (oft auch nur auf die Felgen!? ) – alle Autoinsassen müssen auf einen feuchten dreckigen und wahrscheinlich seit Wochen genutzten Lappen trampeln, der am Straßenrand in einer flachen Schale vor sich hin gammelt – manchmal noch die Frage „you have fresh meat with you“ – dann alle wieder einsteigen – weiterfahren. Einmal hat Elisabeth von der Sprühaktion etwas an die Finger bekommen, was sofort unangenehm brannte, einmal war Konni der Überzeugung, dass noch Kilometer später die eigenen Schuhsohlen unangenehm nach Desinfektionsmittel rochen.
Während also die Autos mehr oder weniger sinnvoll gleich mehrfach kontrolliert werden, können die Ziegen- oder Rinder-Herden der Einheimischen wenige Meter neben der Straße völlig unbehelligt in alle Richtungen wechseln. Wer überträgt eigentlich die Maul- und Klauenseuche?
Wir fahren weiter zur Namushasha River Lodge, wie schon die Etosha Safari Lodge und das Chobe River Camp zur Gondwana Collection gehört. Sie liegt auf einer Terrasse über dem Kwando River und umfasst 24 Bungalowzimmer. Die Lodge dient als Ausgangspunkt für Safaritouren in den angrenzenden Bwabawata Nationalpark oder für Boots- und Angeltouren auf dem Kwando. Nach nur 2 ½ Stunden erreichen wir die absolut toll im Grünen gelegene Lodge. Von der Natur die schönste unserer ganzen Reise. Überall zwitschert, flattert und hüpft es um einen herum. Die hölzerne Aussichtsterrasse ist in drei Ebenen direkt über einem Nebenarm des Kwando angeordnet. Von hier hat man einen tollen Blick in die durch viele Schilfflächen recht feucht wirkende Flussebene.
Auch hier: Die Kapazität ist bei Weitem nicht ausgeschöpft. Von den schönen vier Camping2Go-Zelte belegen wir zwei. In einem weiteren wohnt eine dreiköpfige Familie aus Österreich, die wir schon im Chobe River Camp getroffen hatten. Die in einer parkähnlichen Landschaft am Fluss entlang verteilten etwas teureren 15 Bungalows sind überwiegend unbewohnt, auf dem Campsite sind angeblich ein paar Gäste, die wir aber nicht sehen und treffen.
Da wir schon mittags eingetroffen sind, haben wir zügig die Zelte bezogen und uns noch auf eigene Faust auf den Weg gemacht. Am nördlich von Namushasha gelegenen Campingplatz ist eine kleine Firma für Bootsausflüge heimisch, die wir wegen eines Ausflugs als Alternative zu den von der Lodge angebotenen Aktivitäten ausprobieren wollen. Dort angekommen, erfahren wir, dass Dan, der englische Guide leider auf einem Mehrtagetrip unterwegs ist. Schade. Dann fahren wir eben mit einem der Lodge-Boote.
Jetzt heißt es aber erst einmal auf eigene Faust den naheliegende Bwabwata Nationalpark erkunden. Am Eingangsgate fragen zahlen wir den günstigen Tageseintritt und fragen nach der Befahrbarkeit der Pisten, da wir wenig Erfahrung im Sandfahren haben. Ein Blick auf den Parkplatz „no problem, you have 4x4-Drive, if necessary you can lower the pressure in your tyres“. Na gut. Wir versuchen’s erst mal ohne Luftdruck abzulassen, da wir wenig Lust haben, nachher mit dem Kompressor die Reifen wieder aufzupusten.
Die folgende Fahrt durch die teilweise sehr sandige Piste fordern dann doch gewaltig. Es geht teilweise nur in Schrittgeschwindigkeit, mit großem Geschaukel oder mit hörbar aktivem Allradantrieb voran. Die Tiere unterwegs, darunter immerhin auch wieder eine kleine Elefantengruppe, werden fast zur Nebensache der abenteuerlichen Fahrt. Insgesamt sind die Tiere hier allerdings deutlich scheuer als z.B. im Etosha.
Den sog. ‚Horseshoe‘, eine weitläufige und gut einsehbare Nebenschleife des Kwando erreichen wir nach ca. einer Stunde. Leider sind zu dieser Zeit gegen 16 Uhr keine Elefanten hier, obwohl das Ufer über mehrere hundert Meter erkennbar mit frischem Dung und Spuren übersäht sind. Wir sind wohl einfach zur falschen Zeit da.
Der Rückweg dauert dann nur noch 45 Minuten, die Sandfahrerfahrung scheint sich zu verbessern. Die Mädels sind letztlich seeehr erleichtert dass ich und vor allem der brave Toyota Hilux uns heile wieder auf die Straße zurückbringen. Das nächste Mal lasse ich definitiv Luft aus den Reifen. Und vor lauter Aufregung haben wir kaum Bilder gemacht.
Zum Abschluss des Tages gibt es abends tolles Kudu-Steak bei hörbar prustenden aber nicht sichtbaren Hippos unter der Terrasse.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201608. Okt. 2021 ·
17. Tag (29.08.2021) Namushasha River Lodge
Der zweite Tag in Namushasha beginnt mit der ärgerlichen Nachricht, dass Sarah sich irgendwie den Magen verdorben und die Nacht nicht wirklich viel geschlafen hat. Obwohl wir alle um halb sieben startklar angezogen sind, sagen wir an der Rezeption schweren Herzens die geplante Safari-Tour, können diese aber problemlos auf Morgen verschieben. Zum Glück sind wir noch eine Tag da. Während Sarah versucht, sich zu berappeln, schlagen die drei anderen die Zeit mit Pause, Lesen und Fotografieren tot.
Um 14 Uhr meldet Sarah, dass sie sich fit genug für einen Nachmittagsausflug fühlt, den ich ruckzuck buche und danach noch kurz von der Lodgeterrasse in die Ebene schaue: Elefanten!! Schnell zurück zum Zelt, die anderen eingesammelt und dann schauen wir uns mit Fernglas und Foto-Teleobjektiven die trinkende und badende Elefantenfamilie am anderen Ufer des Kwando an. Irgendwann beschließt die Gruppe, erst einzeln und dann alle den Fluss zu überqueren und dabei ausgiebig im Fluss zu plantschen. Die beste Aktion ist, sich seitwärts ins Wasser umplumpsen zu lassen und nur noch durch den hochgereckten Rüssel weiter zu atmen. Nach einer halben Stunde lässt sich etwas weiter entfernt sogar noch eine zweite Elefantengruppe am Fluss beobachten und zum Abschluss kommen zwei alte große Männchen allein durch die Schwemm-Ebene gestapft.
Um 16:30 Uhr startet dann unser Boattrip zum Sonnenuntergang gemeinsam mit einer vierköpfigen südafrikanischen Familie. Zu sehen gab – wie sollte es hier anders sein – verschiedenste Vögel und einige Nilpferd-Gruppen.
Etwas verwöhnt, wie wir inzwischen sind, war uns das schon fast zu wenig. Zum Abschluss wollten wir noch in eine Flusskurve fahren, die in der richtigen Richtung für den Sonnenuntergang liegt. Als wir die letzte Biegung erreichen: „Elefanten voraus“. Die Sichtungsfee bleibt ist uns weiter gewogen. In der kommenden halben Stunde wechseln wir ständig zwischen Blick auf die die Elefanten und den untergehenden roten Sonnenball. Durch geschicktes Rangieren des Guides kamen dann die Elefanten direkt vor die Sonnenblickrichtung und zwei der drei lieferten dann auch noch ein beachtliches Gerangel miteinander. Der Kampf war deutlich intensiver und heftiger, als wir das bisher irgendwo sehen konnten – und das ganze weiter DIREKT vor der untergehenden Sonne. Ich hoffe, die Bilder geben den Eindruck wenigstens einigermaßen wieder: Durch das Elefantenerlebnis endete die Bootsfahrt.
Die Eindrücke waren dann auch DAS Gesprächsthemas beim Abendessen (wieder leckeres Steak, diesmal vom Kudu), auch wenn Sarah leider immer noch wenig essen konnte und wollte, durch die Magenschmerzen Rückenschmerzen hatte und natürlich auch total übermüdet war. Letztlich hieß das: nach dem Essen schnell zurück in die Zelte und für Sarah: ab ins Bett. Schon einmal vorweggenommen: Am nächsten Tag konnte der verschobene Ausflug nachgeholt werden, Sarah ist tapfer wieder voll dabei.
Den Abschluss am Abend bilden ein paar Versuche, die nächtliche Milchstrasse am Himmel abzubilden. Da der Mond inzwischen endlich deutlich später erst aufgeht, haben wir abends wieder einen ungestörten Blick auf die Sterne. Das Foto gibt die Anzahl der sichtbaren Sterne und die überdeutliche Milchstraße nicht annähernd wieder:
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201608. Okt. 2021 ·
18. Tag (30.08.2021) Namushasha River Lodge
Der dritte und leider schon wieder letzte Tag in der tollen Namushasha River Lodge startet - wie eigentlich gestern vorgesehen - um 6:50 Uhr mit unserem heutigen Guide Buzz Aldrin (tatsächlich benannt nach dem gleichnamigen zweiten Mann auf dem Mond). Wir fahren mit dem Boot auf die andere Seite des Kwando erneut in den Bwabwata Nationalpark, den wir am ersten Tag hier schon ein bisschen mit dem eigenen Wagen erschaukelt hatten. Aldrin erweist sich als ein absoluter Glücksfall. Er spricht gut verständliches Englisch und ist super gut gelaunt, so dass uns die insgesamt immerhin 6 Stunden (!) wie im Flug vergehen. Am anderen Ufer angekommen startet der Tag mit einem Frühstück im Gelände direkt am Fluss. Aldrin holt eine Tupperdose nach der anderen mit diversen Frühstücksbestandteilen hervor und produziert sogar selbstgemachte Rühreier zum Frühstück. Letztlich lassen wir die Hälfte aller mitgebrachten Dinge ungenutzt, darunter drei große Gläser Yoghurt und Müsli, ein Glas Obstsalat, diverse aufgeschnittene Früchte, die Hälfte der Brotscheiben, Wurst, Käse etc. Das Ganze hätte auch für eine 10-köpfige Familie gereicht.
Ein unerwarteter Besucher beim Frühstück war eine Hyäne etwa hundert Meter entfernt. Buzz war ganz begeistert, da diese normalerweise hier nur nachts aktiv sind. Er vermutet, der Geruch unseres Essens hätte sie gereizt.
Nach dem Frühstücksstopp stehen wir dann einen Kilometer weiter sogar noch eine zweite Hyäne. Heute ist wohl Hyänentag. Oder wieder Elefantentag? Die kommen nämlich als nächstes in zwei Gruppen, einmal vier, einmal über dreißig überwiegend im Busch verdeckt zu beobachten.
Oder Elandtag, oder Zebratag, oder Bushbocktag, oder Leierantilopentag, oder Impalatag, Lechweantilopentag, oder Kudutag, oder Riedbocktag, oder Büffeltag, oder Geiertag, oder Adlertag, oder Eulentag (Giant Eagel Owl) oder Gnutag ...... Zugegeben, von den letzten beiden haben wir jeweils genau 1 Exemplar gesehen, dafür sind die vielen Vögel nicht mit aufgezählt.
Nun aber zum Tageserlebnis: Gegen 11 stoppt Buzz plötzlich und schaut interessiert aus dem Seitenfenster auf den Boden. Er entdeckt Leopardenabdrücke und daneben einige Schleifspuren, als habe das Tier ein Opfer getragen.
Rückwärtsgang rein und Fernglas raus. Buzz steht inzwischen auf seinem Fahrersitz und dann macht er die Becker-Faust "Yes, ther it is". Dann erklärt er uns genau, unter welchem Busch er ca. 100 Meter entfernt den Umriss des Leopardenkopfes sieht. Mit Anleitung sehen wir ihn dann auch alle vier. Er bewegt leicht neugierig den Kopf von einer Seite zur anderen. Fotos sind nahezu unmöglich. Trotzdem: ein Leopard !! Buzz sieht vielleicht alle drei Monate einen, wir schon den zweiten in diesem Urlaub. Leider ist dann der Versuch, sich der Stelle per Landrover in einem Bogen zu nähern, erfolglos. Als wir den Busch wieder in den Blick bekommen, ist der Leo fort und zeigt sich dann auch nicht wieder. Trotzdem Adrenalin für alle auch fast ohne Fotobeweis:
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201608. Okt. 2021 ·
19. Tag (31.08.2021) Kaisosi River Lodge, Rundu
Die Kaisosi River Lodge war vor zehn Tagen unser Eingang in den Caprivi-Zipfel. Heute soll sie erneut als Übergangsstation den Ausgang zurück in Richtung namibischem Kernland bilden.
Aber zuerst haben wir in einige Kilometer vor der Lodge das 'Mashi Craft Center' besucht, ein von und für die örtlichen Stämme eingerichtete kleine Markthalle, in dem diverse Kunsthandwerks-Gegenstände angeboten werden. Aufbau, Organisation, Preisauszeichnung und Preisverhandlung gehören wieder ein bisschen in die Kategorie "That is Africa", aber letztlich verlassen wir den Markt mit einigen kleinen Andenken und Geschenken für zu Hause.
Danach heißt es nur noch 400 km geradeaus fahren und 10 km zur Kaisosi-Lodge rumpeln. Hier ein paar Impressionen vom Straßenrand:
Auffällig sind die vielen Laster mit großen Rohgußteilen aus Kupfern. DIe Fuhrem kommen angeblich aus Botswana, gehen nach Walfish Bay und von dort per Schiff nach China.
Wir bekommen die gleichen Zimmer im gleichen Häuschen wie vor zehn Tagen und machen es uns auf dem Balkon mit Flussblick bequem. Es ist ziemlich warm und gleichzeitig windstill, sodass wir über den Schatten dankbar sind.
Abends gibt es mal wieder leckere Steaks auf der Flussterrasse, es sind noch vier andere Gäste da. Mit einigen Runden Doppelkopf beschließen wir den Tag - wir haben bisher sehr wenig gespielt.
Yoda911Themenstarter873 Beiträge · seit 201609. Okt. 2021 ·
20. Tag (01.09.2021) Roy's Restcamp, Grootfontein
Roy's Rest Camp bei Grootfontein haben wir wegen seiner Lage etwa auf halber Strecke an der B8 zwischen Rundu und unserer letzten Station Mount Etjo ausgewählt. Das Gelände des Restcamp gehört zur Rinderfarm Elandsgate. Das Restcamp verfügt über neun individuell gebaute Häuschen und einen angegliederten Campingplatz.
Direkt nach dem Start haben wir in Rund im Shoprite Supermarkt noch die Vorräte an Obst und Getränken ein bisschen aufgestockt und getankt. Der Ort wirkt sehr geschäftig. Als wir die langen Schlangen an den diversen Geldautomaten und Telefon-Shops sehen, fällt uns auf, dass heut der 1. ist. Da gibt es die Auszahlung der Gehälter bzw. staatlichen Leistungen und alle füllen wieder die Portemonnaies und Telefoneinheiten für den Monat auf.
Die 200 Kilometer sind - mit einem Geocaching-Stop (der einzige in 200 km Umkreis) schnell gefahren. Roy's Restcamp strahlt den Charme eines Antiquitätenladens kombiniert mit einem Kuriositätenkabinett, einer Kunsthandwerksaustellung und einer Wohlfühloase aus. Kein Stuhl und keine Bank ist gerade, trotzdem alle bequem, kein Tisch, Dach oder Türgriff wie der andere. Der Wasserzulauf zum kleinen Pool plätschert aus einer Badewanne, der Schrankgriff ist eine verschweißte Fahrradkette, Metallene Müslischalen als Lampenschirme, ein Nähmaschinen Fußpedal als Bettkopfende, eine halbe Oldtimerkarosserie als großer Grill etc. Man entdeckt an jeder Ecke immer wieder Neues.
Außer uns ist noch eine vierköpfige Hamburger Familie hier zu Gast, die mit einem deutschen Guide seit drei Woche mit dem Dachzelt durch Botswama, Sambia, Simbabwe und Namibia unterwegs sind. DAS ist noch mal eine deutliche Steigerung in Sachen Expedition und Abenteuer gegenüber unserer Art des Urlaubs.
Nachdem wir uns in unserem Domizil eingerichtet und ein bisschen Pause gemacht haben, kehren wir zum 'Haupthaus' zurück und wundern uns über eine plötzlich gut gefüllten Parkplatz. Ein gutes Dutzend große Geländewagen, meist weiße Toyota Hilux wie unserer, aber viele hinten nicht mit einem geschlossenen Kofferraum, sondern als Pickup mit offener Ladefläche oder sogar mit Geländer für Tiertransporte. In einem Nebenraum haben sich gut 20 Afrikaans sprechende weiße Farmer, die zu einer Weiterbildung zusammengekommen sind. Durchschnittlicher Eindruck: Kräftige, bärtige, braungebrannt, handfeste Kerle, die meisten mit oliv- oder khakifarbenen Hemden, oft kurzen Hosen und groben Boots. Als das Seminar beendet ist, versammeln sich Grüppchen mit einem Bier in der Hand auf der Terrasse oder der Außenbar und warten offensichtlich wie wir auf das Abendessen. Eigentlich übernehmen die Jungs das dann zumindest teilweise selbst. Während die Küche ein paar Salate und einen Käse-Sahne-Kartoffelauflauf herausstellt, wird ein großer Grill angefeuert (hier grillt man natürlich mit Holz, nicht mit Briketts) und dann von einem riesigen Vorratshaufen mit super leckerer Rindersteaks bestückt.
Bevor es so weit ist, tauchen trotz der unüblichen Anzahl an Menschen drei sog. Buschbabys aus den dunklen Büschen am Rand Terrasse auf. Buschbabys sind gerade einmal zehn Zentimeter große nachtaktive Äffchen mit riesigen Augen und Schwänzen.Sie werden hier auf einem toten Baum mit einem Stück gezuckerter Banane angelockt. Alle anwesenden Frauen wollen sofort eins mit nach Hause nehmen. Mit ihren riesigen Nachtaugen erfüllen die Buschbabys perfekt das Kindchenschema und auch der Name wird sofort klar.