Reisebericht

Namibia-Dritttäter-Familie - Etosha und Caprivi

von Yoda911 · begonnen 01. Okt. 2021 · 26 Teile

Teil 101. Okt. 2021
Hallo zusammen,
wir sind seit gut vier Wochen wieder aus Namibia zurück, haben den meisten Sand aus den Sandalen geschüttelt und sind in den Alltag zurückgekehrt. Aber der Kopf ist immer noch voll mit Erinnerungen an gut drei Wochen Namibia.
Zum Urlaub gehört für mich nicht nur die Planungs- und Vorfreude-Zeit, sondern auch die Aufarbeitung- und Nachfreude-Phase. Dazu zählt das Zensieren, Sortieren und evtl. Bearbeiten der hunderte von Fotos und Video-Schnipseln für die obligatorischen "Dia-Abende", das Sammeln einer Best-Of-Fotogalerie fürs Netz, für ein Fotobuch oder Fotokalender und eben auch das Schreiben eines Reiseberichts für das Forum. Ob
"Schon wieder ein Namibia-Reisebericht – oh nee !"
oder
"Schon wieder ein Namibia-Reisebericht – juhu!"
könnt ihr selbst entscheiden.
Da wir schon lange vor dem Start und auch während der Urlaubszeit selbst einen kleinen Blog geschrieben haben, werde ich hier einiges an Texten mehr oder weniger unverändert herüberkopieren. Das Ganze ist also ein bisschen mehr als ein purer Tages-Reisebericht zwischen Hinflug und Rückflug.
Teil 201. Okt. 2021
Vorgeschichte
2017 war unsere Premiere als "Ersttäter" in Namibia. Und es waren für uns alle vier die wohl spannendsten drei Wochen unseres Lebens. 2018 haben wir es dann sparsamer und ruhiger angehen lassen. Unsere Große war ohnehin ein Jahr in Neuseeland.
Aber 2019, nach dem Abi unserer Zweitgrößten sind wir dann wieder in die Ferne. Und trotz diverser möglicher Ziele in aller Welt hat der Familienrat beschlossen: Wir wollen nach .... Namibia!
Aus "Ersttätern" wurden also "Zweittäter".
Und 2020 sind wir dann in die Planung unseres dritten Afrika-Urlaubs eingestiegen. Der Afrika-Virus hat uns alle vier offensichtlich unheilbar angesteckt. Diesmal haben wir nicht das Abitur einer der beiden Töchter, sondern die Silberhochzeit der Eltern zum Anlass der Reise bestimmt. Irgendeine 'Ausrede' braucht man ja immer, wenn man das Reisebudget wieder heftig belastet.

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Elisabeth, Sarah, Christoph, Konni

Und DANN kam Corona dazwischen !! Was bedeutet diese Pandemie für uns? Wer darf wann wohin? Darf und sollte man überhaupt ins Ausland reisen? Was hat es mit dieser südafrikanischen Variante auf sich? Wie lange wird das Ganze andauern?
Da sich die Antworten wöchentlich änderten und alles seehr ungewiss aussah, haben wir irgendwann beschlossen: Augen zu und durch! Wir planen und buchen alles, versuchen möglichst vollständige kostenfreie Rücktrittsoptionen zu bekommen und entscheiden dann so spät wie möglich, ob es wirklich losgeht oder nicht.
Mit Hilfe des Forum, viel Lesen und Suchen und letztlich der Reiseagentur African Dreamtravel (AD) hatten wir einen tollen Plan zusammengebaut. Diesmal sollte es nach Südafrika gehen. Auch wenn wir dem Reiseziel Namibia damit untreu werden würden, ist die Ausrichtung des Urlaubs weiter Landschaft, Tiere, Tiere, Tiere. Aus diesem Grund hatten wir bewusst DAS typische Ziel der deutschen Touristen in Südafrika, nämlich Kapstadt und die Gardenroute NICHT im Programm, sondern wollten durch den Nordosten und Osten des Landes von Nationalpark zu Nationalpark fahren. Trotz dieser Gebiets-'Beschränkung' gab es immer noch mehr Ideen als Urlaubstage.
Vorfreude und Besorgnis wechselten sich in den kommenden Monaten regelmäßig ab. Im Juni war Südafrika noch immer "Virusvariantengebiet", Anfang Juli kamen dann noch die massiven Unruhen dazu. Was tun?
Nach einer Videokonferenz mit Harald von AD haben wir einen Plan B aufgestellt. Und der sah dann so aus, dass wir zum dritten Mal nach Namibia fahren! Im Vergleich zu Südafrika erschien uns Namibia deutlich ruhiger / (menschen)leerer / unkritischer.
Teil 301. Okt. 2021
0. Tag (12.08.2021) Hinflug Windhoek

Endlich geht es los.
Erst mal zum Flughafen über Hattersheim zum Abstellen des Autos.
Das war der Plan (Abflug Frankfurt 21:50 Uhr, Ankunft Windhoek 8:20 Uhr):
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Tatsächlich gestartet sind wir super pünktlich um 21:48 Uhr und angekommen schon um 7:50 Uhr.
De Airbus A300 von Eurowings Discover ist zu 2/3 gefüllt. Ich komme mit den langen Beinen einigermaßen klar. Gefühl sogar etwas besser als in den Air Namibia-Maschinen vor zwei und vier Jahren. Das Entertainment-System funktioniert einwandfrei an allen Plätzen. Das bescheidene Essen kommt wegen ein paar Turbulenzen erst nach Mitternacht. Da hätten wir lieber schon geschlafen. Auch das Frühstück ist nur sehr mäßig. Was soll's: Wir fliegen ja freiwillig Holzklasse.

Nach der problemlosen Landung eine kurze Wanderung über das empfindlich kühle Rollfeld (es steht nur eine weitere Maschine am anderen Ende) ging's hinein in die Empfangshalle. Nach kurzer Warteschlange folgten
- eine Covid-Temperatur-Kamera und
- eine Einreisekontrolle (Passbildvergleich, Stempel).

Dann kam das Gepäckband. Alle Koffer standen schon bereit.
- danach eine weitere Kontrolle für die PCR-Tests und
- noch einmal werden die Koffer durchleuchtet (welchen Sinn das am Ende der Prozedur hat, erschließt sich uns nicht).

Alles zusammen dauerte etwa eine 3/4 Stunde. Nachdem wir dann von André von African Dreamtravel in Empfang genommen worden waren folgten die letzten Schritte im Flughafen
- Geld tauschen an einem der Schalter und
- Im MTC-Shop Sim-Karten einstecken und aufladen in zwei unserer vier Handys.

Fertig. Angekommen. Der Urlaub kann beginnen.
Teil 401. Okt. 2021
1. Tag (13.08.2021) Einkaufen, Mietwagenübernahme und Düsternbrook Guestfarm
Einkaufen
André fuhr freundlicherweise direkt mit uns zum Superspar in der Maerua Mall, wo wir unsere (wenigen) Ersteinkäufe erledigt haben: Kerze und Streichhölzer, Obst, Getränke, etwas Süßes und Salziges zum Knabbern, Biltong und aus dem benachbarten Liquor Shop noch zwei Dutzend Savannah Dry für Konni und Elisabeth.

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Mietwagenübernahme direkt bei African Dreamtravel
Nachdem wir zwei mal mit einem Wagen von Safari Car Rental unterwegs gewesen sind, haben wir diesmal den Hilux direkt von AD bekommen (mit chicem Werbeaufkleber).
Nach ein bisschen Smalltalk und einer Einweisung in unser Vehikel haben wir alles eingeladen und waren dann startklar.

Unser Hilux hat 47.500 Kilometer auf der Uhr. Wir haben aber den Eindruck, dass das Fahrzeug sehr gut in Schuss gehalten wurde. Die Reifen sehen neu aus, das Zubehör machte eine guten Eindruck. Der Hilux hat nicht nur eine doppelten Tank (und damit 140 Liter Diesel verfügbar), sondern auch eine zweite Batterie, einen zweiten Ersatzreifen, Luftdruckmesser und Kompressor, einen Engel 40-Liter-Kühlschrank, ein Garmin-Navi etc. etc.. Zusätzlich haben wir noch zwei große stabile Boxen für Kleinkram bekommen.
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Von AD aus dem Stadtteil Pionierspark sind wir dann direkt auf die B1 - nein, korrekterweise heißt das ausgebaute erste Stück ja nun Autobahn Autobahn A1 - gestartet. Es war relativ wenig Verkehr, so dass wir eigentlich die Aufmerksamkeit auf die Ausfahrt nach ca. 45 km richten konnten. Durch den Umbau in eine Autobahn, gab es den auf dem navi angezeigten Abzweig in die Schotterpiste allerdings nicht mehr, so dass wir eine Ausfahrt vor und wieder zurück fahren mussten.
Dann ging es endlich wieder auf Gravel insgesamt 15 Kilometer bis zur Farm. Drei mal mussten wir mit dem Auto dabei eine Flussdurchfahrt bewältigen. Für den Hilux mit Geländereifen und hohem Radstand kein Thema, für eine Polo wäre das wohl kaum gewesen.

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Die Begeisterung war groß, dass wir allein auf diesen ersten Kilometern eine Giraffe, viele Kudus, Impala, Warzenschweine und Dutzende von Vogelarten entdeckt haben.
Die Farm Düsternbrook ist - nach eigener Darstellung - die erste und damit älteste Gästefarm Namibias. Sie bietet Unterkunftsvarianten vom Zimmer im historischen Farmhaus aus Naturstein, verschiedene Bungalows, Safari-Zelte bis zu einem Campingplatz.

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Gebucht haben wir die beiden 5 km vom Haupthaus entfernt liegenden Hippo Chalets. Beides sehr einfache Bungalows (es gibt z.B. nur eine kleine solarbetriebene 12-Volt-Beleuchtung). Ein Bungalow ist aus Naturstein gebaut mit eigener Dachterrasse, der andere aufgeständert aus Holz mit großer Veranda. Die beiden liegen etwa 500 m voneinander entfernt jeweils direkt an einem Arm des kleinen aufgestauten Sees.

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Der Weg vom Haupthaus zu den Bungalows rumpelt erheblich (wieder durch eine Fluss). Am See angekommen sind wir von der direkt gegenüber in der Sonne lagernden Gruppe von sieben Nilpferden, darunter ein kleiner Junior, absolut begeistert.

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Der zweite Bungalow hat den schöneren Weitblick. Die Hippos waren dann so freundlich, zu diesem Bungalow herüberzuschwimmen und vor uns weiter zu grunzen. Beobachtet und fotografiert haben wir dann auch noch zwei Schreiseeadler (tolle weiße Köpfe) und diverse weitere Vögel.

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Abends ging es wieder zum Haupthaus zum Diner: Flammkuchen, Spargelcremesuppe, Kingfish mit Puree, Bananen-Schokokuchen, Und eine Begrüßung durch den Hausherrn Vaatz, den Enkel der Farmgründer. Dann im Stockdunklen wieder über Stock und Stein und durch den Fluss zu den Bungalows. 21 Uhr umfallen und einschlafen!

Ein phantastischer erster Tag. Es hat alles geklappt. Wir fühlen uns wohl, die Tiere haben anscheinend nur auf uns gewartet. Tagsüber hatten wir übrigens 28 Grad, nachts 4. Im Holzhaus wurde es kalt, im Steinhäuschen reichten kurze Ärmel.
Teil 501. Okt. 2021
2. Tag (14.08.2021) Ameib Guesthouse
Das Ameib Guesthouse ist unser zweites Ziel. 2,5 Stunden Fahrt von Düsternbrook bis ins Erongo-Gebirge sind ein Katzensprung. Wir halten unterwegs im Kwetu Cafe in Wilhemstal für eine kleine Kaffee-Stop und sind trotzdem schon Mittag bei Ameib.
Ameib ist ein kleiner familienbetriebener Gästebetrieb "am Fuße des Erongogebirges" (so der Werbeslogan) mit 6 Doppelzimmer-Bungalows und einem kleinen eigenen nahegelegenen Campingplatz. Das Gästehaus steht auf dem Standort einer 1864 gegründeten Missionsstation der Rheinischen Mission.

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Auf dem Gelände der Lodge befindet sich ein schönes Tal ins Erongo-Gebirge hinein mit 'Bull's Party', einer Felsfläche, auf der riesige Granitfelsen verstreut liegen. Der Erongo-Granit entstand vor ca. 120 Mio. Jahren durch unterirdisch erkaltete Magma, die bereits unter der Erdoberfläche verwittert und sich in Quader und Blöcke aufspaltet. Wenn dies Blöcke durch Abtragung der Oberfläche ans Tageslicht kommen, platzen durch die massiven Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht die äußeren Schichten der Granitquader ab, bis mehr oder weniger kugelförmigen Granitfelsen entstehen, die teilweise ins Tal rollen und die heutigen Fotomotive der 'Bullenparty' bilden (Wikipedia).

Am Nachmittag nach der Ankunft sind wir also gleich einmal in das Bulls-Party Tal hineingefahren und fühlten uns an die US-Nationalparks in Utah erinnert. Die gleichen roten Granitfelsen führen hier am anderen Ende der Welt zu sehr ähnlichen geologischen Formen und Farben.

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Was es in Utah aber definitiv NICHT gibt, sind Giraffen vor dieser tollen Kulisse.

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(Auf dem letzten Foto ist übrigens ein Löffelhund - auch wenn man das kaum erkennt. Wir haben hier drei zusammen gesehen, aber leider so sehr im Gras und dann schnell weglaufend, so dass es keine sinnvollen Fotos gibt.)
Teil 603. Okt. 2021
4. Tag (16.08.2021) Etosha Safari Camp
Unser diesjähriger Einstieg ins Etosha-Gebiet sind zwei Übernachtungen im Etosha Safari Camp, wenige Kilometer südlich des zentralen Parkeingangs 'Anderson Gate'. Wir kennen das Camp schon aus den beiden vorangegangenen Namibia-Urlauben. Nach einer ereignislosen Fahrt erst durch das entlang des schönen Erongo-Gebirges und durch den alten Vulkankrater (von dem man nichts mehr erkennt) ging es schnurgerade und etwas langweilig gerade nach Norden zum Etosha-Park. Besonders gefallen hat uns das Hauptgebäude und das angegliederte Restaurant (alles gebaut und gestaltet wie eine der inoffiziellen Township-Bars, Shebeen genannt) sowie die abendlich Live-Musik am Lagerfeuer.

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Das Etosha Safari Camp wird von der "Gondwana Collection" betrieben. Gondwana hat an einigen Standorten ein relativ neues Zelt-Konzept namens Camping2Go eingeführt. Die bisherigen Bungalows des Etosha Safari Camp sind nun um acht dieser Unterkünfte ergänzt worden, von denen wir zwei benachbarte beziehen. Camping2Go-Zelte bestehen aus einem überdachten Vorbau mit Küchenzeile, Sitzgruppe und Grill- und Feuerstelle, einem Schlafbereich mit bis zu vier Betten und einem (gemauerten) Badezimmer mit Dusche. Ähnliche Konstruktionen hatten wir bereits in den letzten Urlauben im KTP und in Mushara kennengelernt. Diese Unterkunftsform ist eine Zwitter zwischen einem großen Wohnzelt und einem vollausgestatteten Bungalow.

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Das Einchecken im Camp ging ruckzuck. Die großen Zelte sind wirklich toll. Hier ist es abends übrigens noch 24 Grad und nachts nicht unter 12, also seeeehr angenehm.

Wir nutzen die Zeit von 4 bis 6 um schon einmal in den Parkt zu fahren: Der Sichtungsgott scheint uns auch in diesem Jahr gewogen! In der kurzen Zeit hatten wir bereits zwei (!) Nashörner, einen Elefanten am Wasserloch, diverse Antilopensorten, Schakale etc, etc, etc, vor den Kameras. Die Tiere wirken noch weniger scheu als in den beiden vorhergehenden Urlauben - es sind seit Monaten sooo wenig Autos da.

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Auch hier im Camp übrigens ungewohnte Leere: Sechs Familien bzw. Paare (also ca. 20 Personen) im ganzen Camp bei einer Kapazität von geschätzt bis zu 150 Gästen (alle verteilt liegenden Zimmer, Bungalows, Hauszelte und Campingplätze zusammengerechnet). Es gibt corona-bedingt ein Menu und kein Buffet, Übrigens alles sehr korrekt (Temperaturmessen, Handdesinfektion, Maske an der Rezeption und bei den Bedienungen, nur draußen an den verteilten Tischen geht es auch ohne.
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Bei der Einfahrt in den Park über das Anderson Gate müssen wir dort das Permit für fünf Tage am Eingang anmelden, dann bekommt man eine mühselig ausgerechnete Rechnung, die man dann 17 km weiter im Park bezahlen soll. Dort funktioniert allerdings erst mal nur die Bezahliung für zwei Tage. Da wir am dritten Tag IM Park übernachten werden, brauchen wir dann eine neue Rechnung, Na gut.. Wieder einmal: That is Africa!
Teil 704. Okt. 2021
5. Tag (17.08.2021) Teil II - Etosha Safari Camp

Vom Wasserloch mit dem unausprechlichen Namen Ozonjuitji m'Bari machten wir uns dann schweren Herzens auf den Rückweg Richtung Okaukuejo. Nach wenige Minuten ein lautes "Stop!" von hinten. "Großer Elefant vorne links."
Stimmt. Es trottete ein großer alter Kerl gemütlich etwa parallel zu Straße auf uns zu.

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Wir blieben einfach auf der Stelle stehen und merkten dann, dass er eine kleien Kurve machte und mehr oder weniger genau auf uns zusteuerte. Wenige Meter neben uns - die Straße liegt dort ein bisschen erhöht - blieb der Riese dann stehen und fing in aller Ruhe an, gründlich mit dem Rüssel im Schlamm zu rühren und sich immer wieder eine ordentliche Fuhre auf den Körper zu werfen. Ein tolles Schauspiel:

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Wir hatten uns so in seine Beobachtung vertieft, dass wir erst recht spät merkten, dass noch ein zweite Riese den gleichen Weg entlang marschiert kam und sich seinem Kumpel anschloss. Platz und Schlamm reichte locker für beide.

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Diese Privatvorführung war fast noch spannender als der Tier-Overkill wenige Minuten vorher. Nach fast 30 Minuten machten die beiden sich dann in aller Ruhe wieder auf den Weg - wir auch !
Die SD-Karten hatten in den letzten beiden Stunden dermaßen geglüht, dass wir bei der weiteren Rückfahrt relativ wenig fotografierten. Eins möchte ich Euch nicht vorenthalten - mein Favorit unter den großen Vögeln, ein Sekretär:

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Teil 804. Okt. 2021
6. Tag (18.08.21) NWR Okaukuejo Restcamp
Unsere heutige Unterkunft, das Okaukuejo Restcamp ist das größte und älteste Camp im Etosha-Park. Bisher sind wir hier immer nur vorbeigefahren oder haben uns ans Wasserloch gesetzt. Heute wollen wir das mal vom 'eigenen' Balkon aus machen.

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Wir wollten möglichst früh nach Mittag dort einchecken und haben darum den Vormittag für eine nicht allzu große weitere Safarirunde im mittleren Teil des Parks genutzt. Zuerst sind wir noch mal zum Wasserlock Gemsbokvlagte gefahren. Vielleicht sind die faulen Löwen von gestern ja noch da. Tatsache - sie sind! Sie sind aber auch genauso faul wie gestern:

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Als sich zwischenzeitlich ein halbes Dutzend Fahrzeuge hier gesammelt hatten und die Löwen keine Anstalten machten, aufzustehen, haben wir uns etwas näher ans Wasserloch gestellt und hatten auch dort mal wieder Glück. Drei große Elefanten, die erst etwas im Hintergrund gestanden hatten, kamen nach vorn, tranken und blubberten nebeneinander mit Begeisterung im Wasser:

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In einem Bogen an drei leeren Wasserlöchern vorbei sind wir dann Richtung Okaukuejo gefahren.
DAS Alleinstellungsmerkmal von Okaukuejo ist das große und zumeist sehr gut besuchte und nachts beleuchtete Wasserloch. Wir hatten uns in diesem Jahr für ein Premier Waterhole Chalet entschieden, also einen Bungalow mit mit direktem Blick auf das Wasserloch. Im Rückblick hat es durchaus Spaß gemacht, vom 'eigenen Balkon' die Tiere zu beobachten, aber der Preisaufschlag beispielsweise zum einem Zweite-Reihe-Bungalow ist es eigentlich nicht wert. Man kann problemlos auch nachts die paar Meter von dort zu einer der Bänke nach vorn kommen und der Blick vom Balkon ist durch die Bäume ein bisschen eingeschränkt. Nicht alle Tiere stellen sich immer perfekt in die Sichtachsen.
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In aller Ruhe aus verschiedenen Perspektiven den Nachmittag verstreichen zu lassen und auf den Sonnenuntergang zu warten, ist auch mal eine schöne Tagesbeschäftigung. Alle halbe Stunde betraten andere Hauptdarsteller die Bühne. Das Ganze war schon wieder sehr Elefanten-lastig:
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Zum Sonnenuntergang gab es dann noch einmal neue Farbstimmungen:

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Am frühen Abend sind wir dann für eine knappe Stunde zum Diner im Restaurant rüber. Was soll man sagen: Wir sind beim Charme der späten Siebziger weitgehend satt geworden. Ehrlich gesagt war's das schlechteste Essen des ganzen Urlaubs. Aber es war im Preis inbegriffen, so dass wir uns leider auf keine Alternative eingerichtet hatten.

Die Abendvorstellung bei beleuchtetem Wasserloch war dagegen erstklassig! Im Laufe des Abends haben sich neben zwei größeren Elefanten nach und nach um das Loch sechs (!) Nashörner versammelt. Eine völlig unübliche Gruppengröße.

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Leider waren die sooo territorial eingestellt, dass sie sogar ein dazukommendes Löwenpärchen aktiv verfolgt und vertrieben haben (bevor wir es vernünftig fotografieren konnten).
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Teil 905. Okt. 2021
7. Tag (19.08.2021) Mushara Lodge

Heute soll es einmal durch den kompletten östlichen Teil vom Etosha bis zur Mushara Lodge außerhalb des Ost-Gates gehen. Also ein früher Start und ein ganzer Tag Game Drive!
Der Morgenblick aufs Okaukuejo-Wasserloch gibt eine neue Farbstimmung - aber keine Tiere.
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Also kein Grund, länger zu bleiben. Los geht's.
Schrittweise fahren wir von Wasserloch zu Wasserloch nach osten, mal mit mehr, mal mit weniger Sichtungen. Etosha bietet wie immer eine Menge zu sehen.
Der Elefant gleich im ersten Bild soll mal zeigen, dass es nicht immer so einfach ist, auch so ein großes Tier zu entdecken. Mit 50 km/h sind wir an diesem erst mal locker vorbeigerauscht. Aber wir haben ja aufmerksame Töchter auf der Rückbank. Und der eine war dann einer von fast einem Dutzend - schon wieder Elefanten über Elefanten. Danach dann aber auch ein bunter Querschnitt durch die Sichtungen von diesem Tag.
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Am Ende waren dann doch wieder die Elefanten dran. Ein Wahnsinn, wie viele wir in diesem Jahr zu sehen bekommen. Die letzte Gruppe kam für das entgegenkommende Auto etwas überraschend auf die Straße. Die Elefanten-Guard - der bewacht wie ein Schülerlotse die Überquerung der ganzen Gruppe - war mit dem zu nah gekommenen Fahrzeug gar nicht einverstanden. Ohren hoch, trompeten und ein Warnschritt auf das Auto zu waren eindeutige Merkmale.

Nachdem wir den Etosha-Park durch das Ost-Tor verlassen haben, kommt nach wenigen Kilometern auf der rechten Seite unser heutiges Ziel. Mit der Mushara Lodge lernen wir wieder eine neue tolle Unterkunft kennen. Der 'Mushara Collection' gehört das riesige Farmgelände südlich der Ausfallstraße C38 aus dem Nationalpark - also gegenüber des Onguma-Geländes, in dem wir vor vier Jahren unsere Unterkunft gewählt hatten. Vor zwei Jahren waren wir im Mushara Outpost, diesmal haben wir in der eigentlichen Mushara Lodge zwei Luxus-Bungalows bezogen.
Die Lodge ist ein echter Hingucker. Sehr geschmackvoll afrikanisch eingerichtet, großzügig geschnitten, super gepflegt. Der Luxus ist greifbar und für uns schon fast ein bisschen drüber - aber toll. Das bestätigte sich übrigens auch beim Essen.
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Teil 1006. Okt. 2021
9. Tag (21.08.2021) Kaisosi River Lodge, Rundu

Konni‘s Geburtstag begann etwas unspektakulär: Verständlicherweise hatten wir keine Geschenke im Resiegepäck , sondern von jedem von uns Dreien gab es nur etwas unspektakuläre Gutscheine. Geplant ist aber heute Nachmittag noch ein Birthday-Boattrip.

Aber zuerst mussten wir von der Mushara Lodge nach Rundu. 150 km über die B1 nach Tsumeb und weiter nach Grootfontein und dann 270 km schnurgeradeaus, alles Asphalt, im Schnitt 115 km/h, 1 x Tanken in Rundu, angekommen, fertig. Das waren nicht wirklich die spannendsten 5 Stunden unseres Urlaubs. FÜr uns allerdings neu und ungewohnt, dass ca. 50 km vor Rundu rechts und links der Straße die Zahl der Hütten, Menschen, Ziegen und Rinder immer mehr zunahm. So viel Leben hatten wir in allen anderen Teilen Namibias nicht gesehen.

Die Kaisosi River Lodge, unser heutiges Ziel, ist für uns eigentlich eine Übergangsstation zwischen dem Kerngebiet Namibias und dem geographisch recht willkürlich wirkenden sog. Caprivi-Zipfel, der auch zu Namibia gehört. Die Lodge selbst ist recht hübsch in einer weitläufigen Gartenanlage am Ufer des ganzjährig wasserführenden Kawango gelegen und erstaunlicherweise in rotem Backstein gebaut. Unsere Bungalowzimmer haben jeweils einen Balkon zum Fluss, auf dem allerdings erst einmal wenig zu entdecken ist.

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Der Kawango entspringt übrigens im zentralen Hochland von Angola (dort heißt er Cubango / Kubango), bildet dann 400 km die Grenze zwischen Angola und Namibia als Okawango / Okavango / Kawango, kreuzt den Caprivi-Zipfel in Nord-Süd-Richtung und versickert im riesigen abflusslosen Okawangobecken in Botswana. Da über 90 % des Wassers aus Angola stammt, ist der Wasserstand des Flusses von der dortigen Regenmenge abhängig, die mit mehrwöchiger Verspätung erst Namibia und danach Botswana erreicht. Der Höchststand liegt im südlichen Herbst von März bis Mai, jetzt im September ist vergleichsweise wenig Wasser im Fluss.
Für eine 1,5-stündigen Sundowner-Boattrip von der Lodge reichte das Wasser aber locker aus.

Die Tour war ganz nett, insbesondere die direkt über dem Fluss untergehende Sonne zeigte sich in schönen Farben. Ansonsten war der Boat-Guide ziemlich unmotiviert, er steuerte zwar routiniert zwei kleine Krokodile und eine kleine Gruppe Hippos an, weitere Erklärungen oder ein Stopp für z.B. einen Vogel waren nicht in seinem Plan. Trotzdem war's für uns ein Erlebnis, mal richtig viel Wasser in Namibia zu sehen. Bisher hatten wir nur Wüsten, Sand und Felsen kennengelernt, Interessant war dann noch, dass wir eine Gruppe Frauen kreuzten, die mit Einkäufen auf dem Kopf, zu Fuß von der angolanischen zur namibischen Seite quer durch den Fluss unterwegs waren. Wir haben nachher gehört, dass das recht oft geschieht, da Einkäufe in Namibia anscheinend besser und günstiger sind und es kaum Kontrollen für diesen keine Grenzverkehr gibt.
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Die Lodge hatte nur sehr wenige Gäste, das Abendessen auf der großen Terrasse war recht gut aber unspektakulär (Steaks, Spareribs, Burger).
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Teil 1106. Okt. 2021
10. Tag (22.08.2021) Ndhovu Safari Lodge

Unsere Route sieht heute nur eine kleine 'Hüpfer' von 200 Kilometer in West-Ost-Richtung in den Caprivi-Zipfel hinein vor. Hier kreuzt der Okawango Namibia und bietet beidseitig für die Natur die Wasserversorgung. Ein Fluss und Wasser sind für uns immer noch ein ungewohntes Bild für Namibia. Ziel ist die Ndhovu Safari Lodge ein paar Kilometer südlich von Divundu.
Die 3 Bungalows und 10 Zelte der Ndhovu Safari Lodge liegen alle mit direktem Blick auf den Okawango - der hier auch Mahango genannt wird - bzw. den gegenüber liegenden Buffalo Park Nationalpark.

Da wir schon Mittags eingetroffen sind, haben wir gleich die Nachmittags-Bootstour reserviert und haben es uns dann erst einmal in unseren benachbarten Wohnzelten gemütlich gemacht, da wir hier immerhin drei Nächte bleiben wollten. Die Zelte sind sehr ähnlich den Camping2Go von Gondwana, allerdings ist das hinten liegende Bad nicht aus Beton, sondern deutlich geschmackvoller aus Holz gebaut. Wir haben uns hier gleich super wohl gefühlt. Auch in dieser Lodge war fast nichts los, wir waren vier von sechs Gästen.

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Pünktlich um 4 sind wir dann bei unserem Boat-Driver Alfred - einem coolen Typ - erschienen. Da sonst keine Gäste da sind, hatten wir die Tour ganz für uns alleine.
Und DAS war im Gegensatz zu gestern eine wirklich erlebnisreiche Tour mit Krokodilen, Hippos, am Ende wieder mal - wie sollte es anders sein - einer Elefantenherde und unterwegs viiielen Vögeln. Alfred hat Adleraugen beim Entdecken von (kleinen) Vögeln, kennt die meisten Namen, nähert sich super vorsichtig mit dem Boot an, so dass man tolle Fotos schießen kann, und freut sich erkennbar mit uns über jede Entdeckung. Sonst lassen wir wieder einmal die Bilder sprechen:
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Und zum Abschluss kam das phantastische Abendessen. Hier gibt es einen echten Koch, der eine dreijähriger Ausbildung in Windhoek genossen hat. Er kommt vor dem Servieren, erklärt, was er sich gedacht und wie er es zubereitet hatte. Das wäre beispielhaft für viele andere Lodges. Und es schmeckte! Allein die Küche wäre schon ein Grund, diese Lodge zu wählen.

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Teil 1207. Okt. 2021
11. Tag (23.08.2021) Ndhovu Safari Lodge

Da die Ndhovu Lodge nun für drei Nächte unsere Basis ist, können wir mal verschiedene Aktivitäten 'ausprobieren': Gestern ging es mit dem Boattrip los, heute fahren wir selber in den Mahango Park und morgen geht es mit einem Gamedrive in die Buffalo Core Area.

5 km von der Lodge nach Süden in den Mahango National Park sind ein Katzensprung. Der Park ist ohnehin wenig besucht, derzeit aber nahezu menschenleer. Gestern sind laut Eingangsbuch gerade einmal elf Fahrzeuge eingefahren, davon sicher einige darunter, die nur zum direkt angrenzenden Botswana durchfahren wollten.

Befahrbar sind z. Zt. eine 24 km lange Schleife am Okavango entlang, die wir 2 x durchfahren haben, sowie eine 9 km Stichstraße nach Westen ins Landesinnere. Alles in allem eine nette Halbtagestour. Die Stichstrasse war tiermäßig etwas enttäuschend. Außer einer Herde Rappenantilopen (ein Art, die wir bisher noch gar nicht gesehen hatten) gab es für uns wenig Neues zu entdecken.

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Dafür war die Schleife am Okawango entlang sehr ergiebig. Wir sind die morgens im Uhrzeigersinn und am Ende bei anderem Licht noch einmal anders herum gefahren. Die Piste war einigermaßen o.k., aber wir freuten uns wieder einmal , dass wir mit dem großen Hilux eine gute Sichtposition und mit den Stollenreifen und dem 4x4 ein sicheres Fahrgefühl auch bei rumpeligerer oder sandiger Piste hatten.
Es folgt die Auswahl diverser Sichtungen:

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Teil 1307. Okt. 2021
12. Tag (24.08.2021) Ndhovu Safari Lodge

Heute stand ein fauler Vormittag und ein Game-Drive-Nachmittag auf dem Programm.
Ganz faul war der Vormittag auch nicht. Wir hatten mal wieder nicht nur die leichten Reisetaschen, sondern die kompletten Koffer von der Ladefläche unseres Geländewagens in die Wohnzelte mitgenommen, um für die nächsten drei bis vier Tage die gebrauchte gegen frische Kleidung zu tauschen. Außerdem haben wir den Laundry-Service genutzt und ein paar Sachen waschen lassen (T-Shirt 60 Cent, Hose 80 Cent). Picobello gewaschen und gebügelt gibt es alles in einem Tag zurück.
Übrigens ist es hier im Caprivi auch im Winter deutlich wärmer als im Rest Namibias. Der deutlichste Unterschied: Nachts geht die Temperatur nicht so stark runter, statt 3 haben wir 13 Grad. Tagsüber dann bis zu 33 Grad trockene Wärme mit teilweise kräftigem Wind - gut zu ertragen. Allerdings gab es heute im Radio die Meldung, dass im Süden Namibias sich von Südafrika aus eine Kältezelle bis Namibia ausbreitete und bei Maltahöhe sogar ein paar Schneeflocken zu beobachten waren. Schon etwas spooky, wenn man gleichzeitig mit kurzem T-Shirt, Shorts und barfuß am Pool sitzt.

Um 14:00 Uhr brachte uns dann Erwin per Boot auf die andere Flußseite . Dort wartet Erasmus mit seinem Gamedrive-Wagen , einem Toyota Landcruiser. Die Vornamen der Schwarzafrikaner machen immer wieder Spaß! Die Bootstour macht Sinn, da man sich damit die aufwendige fast zweistündige Anfahrt zum Eingangsgate über die B8 spart und direkt in den Buffalo Park übersetzt. Die Ndhovu und eine benachbarte Lodge haben diese Sondererlaubnis.

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Es folgte eine 4- bis 5-stündige Tour, die uns überwiegend in der Nähe des Okavango entlang führte. Erasmus bewies ein gutes Auge und fahrerisches Können (teilweise gleichzeitig). Ein paar abenteuerliche Passagen wären wir auch mit einem Geländewagen NIE gefahren. Wir haben übrigens bei der ganzen Fahrt genau ein anders Fahrzeug getroffen. Eine südafrikanische Familie mit einem Fortuner, die uns insgesamt drei Mal begegnet sind.
Die Landschaft dicht bewachsen und auch in der Trockenzeit recht grün waren für uns eine willkommene Abwechslung. Die Sichtungen? Wir waren auch hier wieder sehr begeistert und - wie sollte es in diesem Urlaub anders sein - es waren wieder eine Menge Elefanten dabei. Diesmal eine kleinere Gruppe mit einem Junior am Anfang und eine große Gruppe von ca. 15 Tieren am Ende der Fahrt, die gerade von einer Insel im Flußtal durch das Wasser hindurch in den Wald zog, nicht ohne bei der Querung ein bisschen mit dem Wasser zu plantschen und zu spritzen:

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Teil 1407. Okt. 2021
13. Tag (25.08.2021) Chobe River Camp

Nach drei Tagen in Ndhovu fahren wir heute bewusst bis ganz in den Osten des Caprivi-Zipfels hinein und passieren dabei sogar eine Unterkunft, die wir erst auf der Rückfahrt Richtung Westen besuchen werden. Auf diese Weise haben wir die Fahrstrecken etwas verteilt. Es geht also durch an Katima Mulillo bis zum Chobe River Camp.

Das Chobe River Camp, die zweite von drei Gondwana Lodges auf unserer Reise, liegt - wie der Name schon sagt, direkt am Chobe River, der nach mehreren Staaten (Angola, Sambia, Botwana, Namibia) und mehreren Namen (Cuando, Kwando, Linyati, Chobe) nun hier die Grenze zwischen Namibia und Botswana bildet. Die Unterkunft sind wieder einmal zwei große geräumige Wohnzelte mit Blick in die weite Ebene. Es sind immerhin 26 Gäste da, davon aber eine 11-köpfige Familien-Gruppe aus Südafrika, wir vier, zwei kleine Familien und zwei Pärchen, Ab morgen sind wir dann nur noch 12.

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Hier sind übrigens alle Zelte und die meisten Einrichtungen 2,5 m aufgeständert, da in der Regenzeit die komplette Fläche unter Wasser steht. Der Fluss hat hier übrigens eine extrem seltene Eigenschaft. Normalerweise fließt er von West nach Ost Richtung Sambesi. Führt der Sambesi aber Hochwasser, füllt dieser erst seine Schwemmflächen und drückt dieser den deutlich schwächeren Chobe zurück und die Flussrichtung ändert sich über viele Kilometer von Ost nach West - auch vor der Lodge.
Zur Zeit ist allerdings recht wenig Wasser im Fluss, der sich in vielen, vielen Schlaufen durch die Ebene schlängelte.
Wir erkunden erst einmal das Gelände der Lodge und setzen uns dann nachmittags auf die Aussichtsterrasse unten am Fluss und lassen es uns gutgehen.

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Teil 1508. Okt. 2021
14. Tag (26.08.2021) Chobe River Camp

Der heutige Tag wird von einer ganztägigen Bootstour auf dem Chobe bestimmt. Die Autovariante würde auf der gegenüberliegenden Flußseite stattfinden. Da man dazu aber die Grenze zu Botswana überschreiten müsste (mit erheblichem Papierkram, Covid-Test, etc.), rät die Lodge derzeit davon ab. Uns wäre die Bootsvariante sowieso lieber gewesen.

Derzeit haben wir Trockenzeit, so dass die Ausflugsboote relativ aufwändig den mäandernden Schleifen des Chobe folgen müssen. Teilweise ist sogar einiges Geschick der Bootsführer erforderlich, um Sandbänke zu überfahren (Wir nennen die Technik "Reiten auf der eigenen Welle": Schwung holen und eine Welle hinter sich erzeugen, direkt vor der Sandbank Motor aus, Außenborder hochklappen und dann auf der eigenen uns folgenden Welle über die Sandbank treiben lassen. Meist klappt's.)

Mit uns dabei ist eine dreiköpfige französische Familie und der Guide Beaven. Wir ware von 11 bis 17:30 Uhr auf dem Boot unterwegs und fuhren insgesamt ca. 25 km. Davon aber immer wieder Stücke in Schrittgeschwindigkeit, um uns einzelnen Vögeln in der Randböschung bis auf wenige Meter zu nähern. Aber auch das Fahren durch eine Zebraherde aus einer Perspektive teilweise UNTER den Tieren ist ein neues Erlebnis für uns. Was fehlte? Mit Elefanten hatten wir heute Pech, aber die hatten wir ja schon in großer Zahl.
Statt dessen eher selten: mehrere Krokodile, Warane und natürlich Vögel, Vögel, Vögel.
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Teil 1608. Okt. 2021
15. Tag (27.08.2021) Chobe River Camp

Heute gab es ein früh Sonnenaufgangs-Birding-Bootstour mit Start um 6:55 Uhr, einem kleinen Boot nur für uns vier und dem Vogel-Guide namens Beaven. Erst nach Rückkehr gegen 9:00 Uhr haben wir dann gefrühstückt.

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Der Rest des Tages wurde verbracht auf dem Aussichts-Terrassen-Deck und am Pool, der einem bei 33 Grad Außentemperatur ziemlich kühl vorkam. Trotzdem sind wir alle vier mehr oder weniger lange hineingehüpft.

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Teil 1708. Okt. 2021
16. Tag (28.08.2021) Namushasha River Lodge

Wir fahren heute zurück Richtung Westen bis zu dem Abschnitt, wo der Kwando den Caprivi-Streifen in Nord-Süd-Richtung kreuzt und - genau wie der Okawango weiter westlich - eine fruchtbare Flusslandschaft bildet. Der Kwando River ist ca. 1.500 Kilometer lang, entspringt im angolanischen Hochland (unter dem Namen Cuando / Kuando), bildet dann die Grenze zwischen Angola und Sambia, quert dann hier den namibischen Caprivi-Zipfel von Nord nach Süd, biegt nach Osten ab und stellt dann die Grenze zu Botswana dar. Er bildet dann das Binnendelta der Linyati-Sümpfe (die bei starkem Hochwasser mit dem Okawango-Delta verbunden sind) und fließt erst unter dem Namen Linyati und dann unter dem Namen Chobe im östlichsten Ende Namibias in den Sambesi. Als Chobe haben wir ihn in den drei vorangegangenen Tagen bereits kennengelernt.

Da wir uns nun von Ost nach West bewegen und statt erneut die Hauptstraße B8 zur Abwechslung die südlicher gelegene C49 nehmen, werden wir auf der heutigen Strecke drei Mal innerhalb weniger Kilometer von und nach Katima Mullilo von einer „Animal Desease Control‘ angehalten. Ablauf: Auto anhalten – Motor aus – „Hello, how are you“ – zwei maskierte Kontrollposten mit Gummistiefeln (oft Frauen) sprühen aus großen Plastik-Kanistern mit einem Schlauch (ähnlich wie ein Unkrautvernichtungs-Sprüher) mehr oder weniger motiviert auf die Reifen (oft auch nur auf die Felgen!? ) – alle Autoinsassen müssen auf einen feuchten dreckigen und wahrscheinlich seit Wochen genutzten Lappen trampeln, der am Straßenrand in einer flachen Schale vor sich hin gammelt – manchmal noch die Frage „you have fresh meat with you“ – dann alle wieder einsteigen – weiterfahren. Einmal hat Elisabeth von der Sprühaktion etwas an die Finger bekommen, was sofort unangenehm brannte, einmal war Konni der Überzeugung, dass noch Kilometer später die eigenen Schuhsohlen unangenehm nach Desinfektionsmittel rochen.

Während also die Autos mehr oder weniger sinnvoll gleich mehrfach kontrolliert werden, können die Ziegen- oder Rinder-Herden der Einheimischen wenige Meter neben der Straße völlig unbehelligt in alle Richtungen wechseln. Wer überträgt eigentlich die Maul- und Klauenseuche?

Wir fahren weiter zur Namushasha River Lodge, wie schon die Etosha Safari Lodge und das Chobe River Camp zur Gondwana Collection gehört. Sie liegt auf einer Terrasse über dem Kwando River und umfasst 24 Bungalowzimmer. Die Lodge dient als Ausgangspunkt für Safaritouren in den angrenzenden Bwabawata Nationalpark oder für Boots- und Angeltouren auf dem Kwando.
Nach nur 2 ½ Stunden erreichen wir die absolut toll im Grünen gelegene Lodge. Von der Natur die schönste unserer ganzen Reise. Überall zwitschert, flattert und hüpft es um einen herum. Die hölzerne Aussichtsterrasse ist in drei Ebenen direkt über einem Nebenarm des Kwando angeordnet. Von hier hat man einen tollen Blick in die durch viele Schilfflächen recht feucht wirkende Flussebene.

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Auch hier: Die Kapazität ist bei Weitem nicht ausgeschöpft. Von den schönen vier Camping2Go-Zelte belegen wir zwei. In einem weiteren wohnt eine dreiköpfige Familie aus Österreich, die wir schon im Chobe River Camp getroffen hatten. Die in einer parkähnlichen Landschaft am Fluss entlang verteilten etwas teureren 15 Bungalows sind überwiegend unbewohnt, auf dem Campsite sind angeblich ein paar Gäste, die wir aber nicht sehen und treffen.

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Da wir schon mittags eingetroffen sind, haben wir zügig die Zelte bezogen und uns noch auf eigene Faust auf den Weg gemacht. Am nördlich von Namushasha gelegenen Campingplatz ist eine kleine Firma für Bootsausflüge heimisch, die wir wegen eines Ausflugs als Alternative zu den von der Lodge angebotenen Aktivitäten ausprobieren wollen. Dort angekommen, erfahren wir, dass Dan, der englische Guide leider auf einem Mehrtagetrip unterwegs ist. Schade. Dann fahren wir eben mit einem der Lodge-Boote.

Jetzt heißt es aber erst einmal auf eigene Faust den naheliegende Bwabwata Nationalpark erkunden. Am Eingangsgate fragen zahlen wir den günstigen Tageseintritt und fragen nach der Befahrbarkeit der Pisten, da wir wenig Erfahrung im Sandfahren haben. Ein Blick auf den Parkplatz „no problem, you have 4x4-Drive, if necessary you can lower the pressure in your tyres“. Na gut. Wir versuchen’s erst mal ohne Luftdruck abzulassen, da wir wenig Lust haben, nachher mit dem Kompressor die Reifen wieder aufzupusten.

Die folgende Fahrt durch die teilweise sehr sandige Piste fordern dann doch gewaltig. Es geht teilweise nur in Schrittgeschwindigkeit, mit großem Geschaukel oder mit hörbar aktivem Allradantrieb voran. Die Tiere unterwegs, darunter immerhin auch wieder eine kleine Elefantengruppe, werden fast zur Nebensache der abenteuerlichen Fahrt. Insgesamt sind die Tiere hier allerdings deutlich scheuer als z.B. im Etosha.
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Den sog. ‚Horseshoe‘, eine weitläufige und gut einsehbare Nebenschleife des Kwando erreichen wir nach ca. einer Stunde. Leider sind zu dieser Zeit gegen 16 Uhr keine Elefanten hier, obwohl das Ufer über mehrere hundert Meter erkennbar mit frischem Dung und Spuren übersäht sind. Wir sind wohl einfach zur falschen Zeit da.
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Der Rückweg dauert dann nur noch 45 Minuten, die Sandfahrerfahrung scheint sich zu verbessern. Die Mädels sind letztlich seeehr erleichtert dass ich und vor allem der brave Toyota Hilux uns heile wieder auf die Straße zurückbringen. Das nächste Mal lasse ich definitiv Luft aus den Reifen. Und vor lauter Aufregung haben wir kaum Bilder gemacht.

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Zum Abschluss des Tages gibt es abends tolles Kudu-Steak bei hörbar prustenden aber nicht sichtbaren Hippos unter der Terrasse.
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17. Tag (29.08.2021) Namushasha River Lodge

Der zweite Tag in Namushasha beginnt mit der ärgerlichen Nachricht, dass Sarah sich irgendwie den Magen verdorben und die Nacht nicht wirklich viel geschlafen hat. Obwohl wir alle um halb sieben startklar angezogen sind, sagen wir an der Rezeption schweren Herzens die geplante Safari-Tour, können diese aber problemlos auf Morgen verschieben. Zum Glück sind wir noch eine Tag da. Während Sarah versucht, sich zu berappeln, schlagen die drei anderen die Zeit mit Pause, Lesen und Fotografieren tot.

Um 14 Uhr meldet Sarah, dass sie sich fit genug für einen Nachmittagsausflug fühlt, den ich ruckzuck buche und danach noch kurz von der Lodgeterrasse in die Ebene schaue: Elefanten!!
Schnell zurück zum Zelt, die anderen eingesammelt und dann schauen wir uns mit Fernglas und Foto-Teleobjektiven die trinkende und badende Elefantenfamilie am anderen Ufer des Kwando an. Irgendwann beschließt die Gruppe, erst einzeln und dann alle den Fluss zu überqueren und dabei ausgiebig im Fluss zu plantschen. Die beste Aktion ist, sich seitwärts ins Wasser umplumpsen zu lassen und nur noch durch den hochgereckten Rüssel weiter zu atmen. Nach einer halben Stunde lässt sich etwas weiter entfernt sogar noch eine zweite Elefantengruppe am Fluss beobachten und zum Abschluss kommen zwei alte große Männchen allein durch die Schwemm-Ebene gestapft.
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Um 16:30 Uhr startet dann unser Boattrip zum Sonnenuntergang gemeinsam mit einer vierköpfigen südafrikanischen Familie. Zu sehen gab – wie sollte es hier anders sein – verschiedenste Vögel und einige Nilpferd-Gruppen.

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Etwas verwöhnt, wie wir inzwischen sind, war uns das schon fast zu wenig. Zum Abschluss wollten wir noch in eine Flusskurve fahren, die in der richtigen Richtung für den Sonnenuntergang liegt. Als wir die letzte Biegung erreichen: „Elefanten voraus“. Die Sichtungsfee bleibt ist uns weiter gewogen.
In der kommenden halben Stunde wechseln wir ständig zwischen Blick auf die die Elefanten und den untergehenden roten Sonnenball. Durch geschicktes Rangieren des Guides kamen dann die Elefanten direkt vor die Sonnenblickrichtung und zwei der drei lieferten dann auch noch ein beachtliches Gerangel miteinander. Der Kampf war deutlich intensiver und heftiger, als wir das bisher irgendwo sehen konnten – und das ganze weiter DIREKT vor der untergehenden Sonne. Ich hoffe, die Bilder geben den Eindruck wenigstens einigermaßen wieder: Durch das Elefantenerlebnis endete die Bootsfahrt.

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Die Eindrücke waren dann auch DAS Gesprächsthemas beim Abendessen (wieder leckeres Steak, diesmal vom Kudu), auch wenn Sarah leider immer noch wenig essen konnte und wollte, durch die Magenschmerzen Rückenschmerzen hatte und natürlich auch total übermüdet war. Letztlich hieß das: nach dem Essen schnell zurück in die Zelte und für Sarah: ab ins Bett. Schon einmal vorweggenommen: Am nächsten Tag konnte der verschobene Ausflug nachgeholt werden, Sarah ist tapfer wieder voll dabei.

Den Abschluss am Abend bilden ein paar Versuche, die nächtliche Milchstrasse am Himmel abzubilden. Da der Mond inzwischen endlich deutlich später erst aufgeht, haben wir abends wieder einen ungestörten Blick auf die Sterne. Das Foto gibt die Anzahl der sichtbaren Sterne und die überdeutliche Milchstraße nicht annähernd wieder:

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Teil 1908. Okt. 2021
18. Tag (30.08.2021) Namushasha River Lodge

Der dritte und leider schon wieder letzte Tag in der tollen Namushasha River Lodge startet - wie eigentlich gestern vorgesehen - um 6:50 Uhr mit unserem heutigen Guide Buzz Aldrin (tatsächlich benannt nach dem gleichnamigen zweiten Mann auf dem Mond). Wir fahren mit dem Boot auf die andere Seite des Kwando erneut in den Bwabwata Nationalpark, den wir am ersten Tag hier schon ein bisschen mit dem eigenen Wagen erschaukelt hatten.
Aldrin erweist sich als ein absoluter Glücksfall. Er spricht gut verständliches Englisch und ist super gut gelaunt, so dass uns die insgesamt immerhin 6 Stunden (!) wie im Flug vergehen. Am anderen Ufer angekommen startet der Tag mit einem Frühstück im Gelände direkt am Fluss. Aldrin holt eine Tupperdose nach der anderen mit diversen Frühstücksbestandteilen hervor und produziert sogar selbstgemachte Rühreier zum Frühstück. Letztlich lassen wir die Hälfte aller mitgebrachten Dinge ungenutzt, darunter drei große Gläser Yoghurt und Müsli, ein Glas Obstsalat, diverse aufgeschnittene Früchte, die Hälfte der Brotscheiben, Wurst, Käse etc. Das Ganze hätte auch für eine 10-köpfige Familie gereicht.
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Ein unerwarteter Besucher beim Frühstück war eine Hyäne etwa hundert Meter entfernt. Buzz war ganz begeistert, da diese normalerweise hier nur nachts aktiv sind. Er vermutet, der Geruch unseres Essens hätte sie gereizt.
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Nach dem Frühstücksstopp stehen wir dann einen Kilometer weiter sogar noch eine zweite Hyäne. Heute ist wohl Hyänentag. Oder wieder Elefantentag? Die kommen nämlich als nächstes in zwei Gruppen, einmal vier, einmal über dreißig überwiegend im Busch verdeckt zu beobachten.

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Oder Elandtag, oder Zebratag, oder Bushbocktag, oder Leierantilopentag, oder Impalatag, Lechweantilopentag, oder Kudutag, oder Riedbocktag, oder Büffeltag, oder Geiertag, oder Adlertag, oder Eulentag (Giant Eagel Owl) oder Gnutag ...... Zugegeben, von den letzten beiden haben wir jeweils genau 1 Exemplar gesehen, dafür sind die vielen Vögel nicht mit aufgezählt.

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Nun aber zum Tageserlebnis: Gegen 11 stoppt Buzz plötzlich und schaut interessiert aus dem Seitenfenster auf den Boden. Er entdeckt Leopardenabdrücke und daneben einige Schleifspuren, als habe das Tier ein Opfer getragen.

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Rückwärtsgang rein und Fernglas raus. Buzz steht inzwischen auf seinem Fahrersitz und dann macht er die Becker-Faust "Yes, ther it is". Dann erklärt er uns genau, unter welchem Busch er ca. 100 Meter entfernt den Umriss des Leopardenkopfes sieht. Mit Anleitung sehen wir ihn dann auch alle vier. Er bewegt leicht neugierig den Kopf von einer Seite zur anderen. Fotos sind nahezu unmöglich. Trotzdem: ein Leopard !! Buzz sieht vielleicht alle drei Monate einen, wir schon den zweiten in diesem Urlaub.
Leider ist dann der Versuch, sich der Stelle per Landrover in einem Bogen zu nähern, erfolglos. Als wir den Busch wieder in den Blick bekommen, ist der Leo fort und zeigt sich dann auch nicht wieder. Trotzdem Adrenalin für alle auch fast ohne Fotobeweis:
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Und noch weitere Nacht-Foto-Versuche:

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Teil 2008. Okt. 2021
19. Tag (31.08.2021) Kaisosi River Lodge, Rundu

Die Kaisosi River Lodge war vor zehn Tagen unser Eingang in den Caprivi-Zipfel. Heute soll sie erneut als Übergangsstation den Ausgang zurück in Richtung namibischem Kernland bilden.

Aber zuerst haben wir in einige Kilometer vor der Lodge das 'Mashi Craft Center' besucht, ein von und für die örtlichen Stämme eingerichtete kleine Markthalle, in dem diverse Kunsthandwerks-Gegenstände angeboten werden. Aufbau, Organisation, Preisauszeichnung und Preisverhandlung gehören wieder ein bisschen in die Kategorie "That is Africa", aber letztlich verlassen wir den Markt mit einigen kleinen Andenken und Geschenken für zu Hause.

Danach heißt es nur noch 400 km geradeaus fahren und 10 km zur Kaisosi-Lodge rumpeln. Hier ein paar Impressionen vom Straßenrand:

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Auffällig sind die vielen Laster mit großen Rohgußteilen aus Kupfern. DIe Fuhrem kommen angeblich aus Botswana, gehen nach Walfish Bay und von dort per Schiff nach China.
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Wir bekommen die gleichen Zimmer im gleichen Häuschen wie vor zehn Tagen und machen es uns auf dem Balkon mit Flussblick bequem. Es ist ziemlich warm und gleichzeitig windstill, sodass wir über den Schatten dankbar sind.

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Abends gibt es mal wieder leckere Steaks auf der Flussterrasse, es sind noch vier andere Gäste da. Mit einigen Runden Doppelkopf beschließen wir den Tag - wir haben bisher sehr wenig gespielt.
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