Khowarib Gorge Drive

18 Antworten · 4'446 Aufrufe · gestartet 03. Sept. 2021 von Momar
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Themenstarter7 Beiträge · seit 202103. Sept. 2021 · #1
Hallo,

wie schätzt ihr die Tour ein, bei trockenen Bedingungen?
Ist ein zweites Fahrzeug, wie teilweise vorgeschlagen, unbedingt nötig?

Wie lange braucht man ca für die Tour?

Würde mich über eure Einschätzungen freuen !

Grüße
Marco
7'267 Beiträge · seit 200603. Sept. 2021 · #2
Hallo Marco

Wer in solche Gebiete fährt sollte immer einen Plan B haben. Ein zweites Fahrzeug, ein Satellitentelefon oder ein sonst ein Notruf System wie Garmin inReach ist nach meiner Meinung ein Muss. Es gibt immer wieder Situationen zu denen man diese Lebensversicherung braucht. Vor zwei, drei Jahren sind einige Leute in der Khowarib Schlucht fast verdurstet, weil sie über Nacht das Bier gekühlt haben. Am Morgen ging mit dem Fahrzeug nichts mehr.
Dieses Jahr ist etwas ähnliches in einer anderen Region passiert. Die Leute wurden dann mit Flugzeugen und Rettungstrupps gesucht und zum Glück auch einigen Tagen auch gefunden.

Wir machen immer eine Nacht irgendwo in der Khowarib Schlucht. Dann brauchst Du zwei Tage.

Herzliche Grüsse
Chrigu
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zuletzt bearbeitet 03. Sept. 2021
Themenstarter7 Beiträge · seit 202106. Sept. 2021 · #3
Danke für den Hinweis werde ich umsetzten und eine zweite Batterie mitnehmen damit das Bier nicht kalt wird 🙂

Satellitentelefon klingt nach einem soliden Plan B!

Danke für die Hilfe.

Grüße
Marco
1'111 Beiträge · seit 201606. Sept. 2021 · #4
Hi Marco,
Mein Mann und ich sind im April auf dem Weg von der Palmwag Lodge zur Hobatere Lodge durch die Khowarib Schlucht gefahren. Es war ein ziemlich spontaner Entschluss, wir hatten kein Sat phone oder ähnliches dabei.. Ob das schlau ist, sei mal dahin gestellt... Wir haben am Abend vorher hier im Forum recherchiert und nachgefragt, wie die Einschätzungen zur Strecke sind und auch in der Palmwag Lodge mit einigen Angestellten sowie einem Guide gesprochen und uns dann dazu entschieden. Es war eine sehr schöne Fahrt, wir haben immerhin einen Eli gesehen, sonst aber keine weiteren Tiere (das kann aber wohl auch ganz anders sein!). Allerdings hatten wir auch einen Platten, den wir mit freundlicher Unterstützung eines südafrikanischen Pärchens recht flott wechseln konnten, da diese mit dem eigenen Fahrzeug und damit auch dem besseren Equipment unterwegs waren. Diese beiden extrem sympathischen Menschen waren allerdings die einzigen motorisierten, die wir an diesem Tag in der Schlucht getroffen haben! Wenn also etwas "schlimmeres" passiert wäre, wären wir, zumindest an diesem Tag, auf uns alleine gestellt gewesen... Zum Glück ist alles gut gegangen, ich habe mich aber auch die ganze Zeit vollkommen sicher gefühlt und empfand die Strecke auch nicht als besonders anspruchsvoll! Und wir waren inklusive Reifenwechsel und smalltalk und Fotostopps nach ca 5,5-6 Stunden durch die Schlucht hindurch.
Ich versuche einfach nur zu schildern, wie unser Erlebnis war, möglichst wertfrei! Das soll keine Anleitung sein, wie es gemacht werden sollte oder dass es ungefährlich sei etc.!
Ein sat phone ist bestimmt eine gute Idee!
LG
Tanja
Namibia Oktober 2019 - Namibia April 2021! Schön war's Namibia Oktober 2021 - Süd-Namibia April 2023 Namibia September / Oktober 2025
zuletzt bearbeitet 06. Sept. 2021
425 Beiträge · seit 200711. Sept. 2021 · #5
Hallo Marco,
zu dem, was Chrigu gesagt hat, kann ich nur beipflichten.
Ergänzen möchte ich, daß jeder Reisende genügend Wasser dabei haben soll. Er sollte damit mindestens 3, besser 5 Tage überleben können.
Das Buch von Dirk Schäfer „Verschollen im Land der Ahnengeister“ schildert anschaulich und ist sehr gut zu lesen, was 4 Touristen passiert ist, die bei einen vorgebuchte Reise von Lodge zu Lodge fast zu Tode kamen.
Auf meiner ersten Namibiareise 2007, mit einem PKW von Lodge zu Lodge, waren 30 Liter Wasser immer dabei.

Habt eine gute und sichere Tour
Matthias
www.matthias-goessmann.de
Themenstarter7 Beiträge · seit 202112. Sept. 2021 · #6
Hallo,

wir werden eure Ratschläge beherzigen! Vielen Dank. Tolles Forum!
Hoffe Tanja eurer eventuellen Reise im Oktober steht nichts mehr im Wege oder ihr seid schon unterwegs!

Voller Vorfreude viele Grüße
Marco
1'111 Beiträge · seit 201612. Sept. 2021 · #7
Hi Marco,
Wie es aussieht, steht unserer Reise im Oktober nichts im Wege, ausser der PCR Test 😉
Vielen Dank für die netten Wünsche!
Auch Dir eine schöne Reise!
Wasser haben wir übrigens immer für mehrere Tage im Auto dabei, ebenso Etwas zum Essen, hab ich oben nicht extra erwähnt, da ich das selbstverständlich finde, wenn wir so unterwegs sind.

LG
Tanja
Namibia Oktober 2019 - Namibia April 2021! Schön war's Namibia Oktober 2021 - Süd-Namibia April 2023 Namibia September / Oktober 2025
zuletzt bearbeitet 12. Sept. 2021
276 Beiträge · seit 201118. März 2022 · #8
Hallo
Da wir für heuer ähnliches planen, die Frage an euch: Wie war die Tour?

Und noch etwas: In der T4A sind 2 Tracks zur Khowarib Schlucht eingezeichnet. Der eine führt von der C35 hin und der andere von der C40. Hat jemand Tipps für uns, welche Route besser (schöner) ist.
Danke
Norbert
32 Beiträge · seit 202218. März 2022 · #9
Hallo Norbert,

wir sind letztes Jahr von Etosha aus kommend den Trail gefahren und werden dieses Jahr Anfang Mai wieder dort fahren. Es ist eine dieser Strecken, bei denen du dich fragst ob du träumst oder wach bist. Einmal zwicken und du weißt, dass du wach bist.

Wir werden auf jeden Fall ein Satphone mithaben und Wasser und Verpflegung für mindestens 5 Tage. Und auf jeden Fall versuchen in dem Canyon zu übernachten. Es kommt noch auf das Wetter an. Wenn es weiter soviel regnet lassen wir es wahrscheinlich sein.

Wer keine Offroaderfahrung hat sollte dort nicht alleine oder gar nicht hinfahren. Der Trail ist für Anfänger die alleine fahren nicht geeignet. Auf jeden Fall solltest du niemals in den Matsch fahren, lieber umdrehen.

Viele Grüße
Wolfgang


KhowaribTrail(2).png
276 Beiträge · seit 201118. März 2022 · #10
Danke Wolfgang

Noch eine Variante, die auf der T4A nur strichliert eingezeichnet ist.
Vielleicht hat noch jemand Infos über die anderen Routen.

Immerhin scheint es sich schon auszuzahlen dorthin zu fahren.
Habe noch vergessen zu sagen, dass wir dort im November durchfahren wollen, das wird dann bezüglich Wasser um diese Zeit üblicher Weise weniger kritisch sein.

Wenn ich in einsame 4x4-Gebiete fahre, dann mit 2 Autos und extra langem Abschleppseil, sonst kann es eventuell sehr teuer werden, wenn man sich bei einer Panne retten lassen muss.

Grüße
Norbert
2'779 Beiträge · seit 200718. März 2022 · #11
matth schrieb:
Das Buch von Dirk Schäfer „Verschollen im Land der Ahnengeister“ schildert anschaulich und ist sehr gut zu lesen, was 4 Touristen passiert ist, die bei einen vorgebuchte Reise von Lodge zu Lodge fast zu Tode kamen.
Danke für den Hinweis. Könnte ich dieses Buch (gedruckt) eventuell in Namibia kaufen? wenn ja wo?
Gruss Leona
16,9k Beiträge · seit 201218. März 2022 · #12
La Leona schrieb:
matth schrieb:
Das Buch von Dirk Schäfer „Verschollen im Land der Ahnengeister“ schildert anschaulich und ist sehr gut zu lesen, was 4 Touristen passiert ist, die bei einen vorgebuchte Reise von Lodge zu Lodge fast zu Tode kamen.
Danke für den Hinweis. Könnte ich dieses Buch (gedruckt) eventuell in Namibia kaufen? wenn ja wo?
Vielleicht gibt es irgendwo noch eine gebrauchte Ausgabe?

Ansonsten haben wir diesen, schon etwas älteren Thread, dazu: https://www.namibia-forum.ch/forum/137-belletristik/32304-verschollen-im-land-der-ahnengeister.html


LG
Logi
2'534 Beiträge · seit 200719. März 2022 · #13
Hi,
wir sind den Khowarib-Trail im Jänner auf dieser Strecke in West-Ost Richtung gefahren:
Khowarib-trail.jpg


Es gibt - vor allem zu Beginn - einige Passagen, wo man ein bisschen vorsichtig sein muss. Fahrerisch gibt's sicherlich anspruchsvollere Strecken, aber man sollte schon wissen, was man tut und nicht das erste Mal 4x4 Strecken befahren. Die großen "Powder-Sands" haben wir auf dieser Strecke nicht mitbekommen. Wir sind aber eigentlich auch die ganze Zeit im Flussbett gefahren, das zum Glück (für uns) zu der Zeit noch staubtrocken und voll mit Giraffen war.

Das ist übrigens die Fet-Fence Durchfahrt am östlichen Ende:
khowarib-fet-fence.jpg


Generell ist der Grad zwischen "Geil, das ist alles super leiwand" und "Shit, wie kommen wir da heil wieder raus" in Namibia ein sehr schmaler (was ich ja auch bereits erfahren musste). Das liegt meiner Meinung nach auch daran, dass das Land auf den "Hauptrouten" wirklich von jedermann ohne großartige Vorbereitungen zu befahren ist. Auch wenn man dort mal ein Problem hat, zumindest alle Stunden kommt da auch im Jänner und Februar schon jemand vorbei, der helfen kann (und das auch wird). Ziemlich egal, wo man da auf den größeren Straßen unterwegs ist. Selbst auf der 3707 nach Purros oder sogar weiter nach Orupembe kann man mit vorbeikommenden Fahrzeugen rechnen.

Das Problem ist, dass sich das sofort und schlagartig ändert, wenn man eben nicht mehr dort unterwegs ist, sondern sich denkt, dass man nach fünf Tagen auf Gravel Roads zwischen Sossusvlei und Etoscha ja auch einfach von Twyfelfontein direkt nach Süden zum Brandberg fahren kann. Da red' ich noch gar nicht von irgendwelchen 4x4 Trails durch Reviere oder dem Crowthers-Trail.

Bei meiner ersten (geführten) Motorradtour im Jänner 2008 saß ich Abends nach einer Fahrt von Twyfelfontein kommend direkt zum Brandberg durch's "nowhere", zum Sundowner am fließenden Ugab bei der White Lady Lodge und lauschte dem Gluckern des Flusses und den Vögeln. Gerade war die Sonne weg, mein Bier ausgetrunken und ich wollte gehen, sah ich auf der anderen Seite des Flusses Lichter aufleuchten und ein Auto stand drüben. Ein Mann stieg aus und fuchtelte mit seinen Armen "Help, Help". Er fragte mich, ob er mit seinem Auto durch den Fluss fahren könne. Der Fluss hatte vielleicht 10 Zentimeter Wassertiefe, wir waren ca. eine Stunde vorher mit den Motorrädern durchgefahren.
Long Story short: Ehepaar aus Deutschland auf Namibia-Lodge Tour. Beide ca. zwischen 65 und 70. Im Auto (soweit ich mich richtig erinnere, war's ein Hilux mit Doppelkabine und geschlossener Ladefläche) *zwei* 0,5 Liter Flaschen Eistee, die beide leer waren. Wollten von Twyfelfontein nach Swakopmund und dachten, es wäre eine gute Idee, von Twyfelfontein aus genau nach Süden zum Brandberg und dann über Uis an die Küste zu fahren. Zwei Reifenpannen später (sengende Hitze, nichts zu trinken, aber er konnte die beiden Reifen wenigstens wechseln) standen sie weiter östlich plötzlich vor dem abgehenden Fluss und trauten sich nicht rüber. Sie fuhren ein paar Kilometer westwärts, der Fluss lief dort immer noch. Also fuhren sie noch weiter westwärts, wo sie dann auf mich trafen. Wäre ich fünf Minuten früher gegangen, wären sie auch da nicht durch den Fluss gefahren, sondern weiter westwärts gefahren. Nur kommt da halt nix mehr. Als er schließlich neben mir stand und seine Geschichte erzählt hatte, frage er dann noch allen Ernstens, wie lange er noch bis Swakopmund bräuchte, er hätte dort heute Nacht ein Zimmer reserviert. Er konnte aber dann recht schnell davon überzeugt werden, sich in der White Lady Lodge ein Zimmer zu nehmen. Unser TourGuide konnte nicht aufhören, seinen Kopf zu schütteln.

Ich war schon in einigen eher verlassenen Gegenden und Wüsten unterwegs. In den meisten weiß man im Regelfall ziemlich genau, worauf man sich einlässt. Es fährt auch keiner beispielsweise "mal schnell" durch die Wahiba Sands oder in Australien die Cannon Stock Route. Namibia "verleitet" durch das sehr unkomplizierte Reisen offenbar doch dazu, sich auch solche Strecken zuzutrauen, ohne groß darüber nachzudenken oder Vorkehrungen zu treffen. Und das kann dann auch ganz böse enden. Das ist vielfach keine wirkliche "Dummheit", sondern einfach pures Unwissen und Fehleinschätzung aufgrund der vorher gemachten Erfahrungen. Eventuell sollte man das auch in die Beratung von Ersttätern mit einfließen lassen. Drei ganz einfache Regeln wie in allen Wüsten:
1.) Take as much water as you can carry
2.) Always stay with your car
3.) Let others know, what you're doing
lg Wolfgang
Mit Peanut und Glück auf Namibia-Tour - RB 2015 Öfter Mal was Neues - Kaokoveld Februar 2026
zuletzt bearbeitet 19. März 2022
276 Beiträge · seit 201119. März 2022 · #14
Hallo Wolfgang

Ihr seid also die südlichere Variante gefahren.
Jetzt wäre es noch interessant für mich, ob noch jemand den Track gefahren ist, der etwa von der Mitte direkt nach Süden zur C40 führt.

Ansonsten gebe ich dir recht bei deiner Schilderung, was man so in Namibia oder Botswana mit so völlig unbedarften Fahrern erleben kann. Hatten auch ähnliche Erlebnisse.
War auch schon 3x im wirklichen australischen Outback unterwegs und das ist ja im Gegensatz zu Afrika stellenweise über 100te km wirklich bevölkerungsleer. Auch da triffst du auf Leute die keinen Vorrat an Trinkwasser mithaben, weil sie glauben am (unbewirtschafteten) Campground gibt es solches. Oder die mit einem Benziner in Aborigenesgebiete fahren, wo es dort doch nur Diesel zu kaufen gibt.
Was ich aber überhaupt nicht verstehe, ist, dass man bei einer unbekannten Flußdurchfahrt nicht einfach durchwatet um die Beschaffenheit und Tiefe festzustellen. Das würde einem doch einfach der gesunde Menschenverstand sagen.

Grüße
Norbert
796 Beiträge · seit 201520. März 2022 · #15
Hallo Wolfgang,

du meinst die Strecke nach Erwee, über den Otjitheka Trail. Den wollen wir im Juli auch fahren, nur von Süden nach Norden.
Beschrieben ist die Strecke in einem der Berichte der Eulenmuckels und auch von Champagner ("Wir halten nur für Vögel" von 2017).

Gruß
Markus
Reisebericht: Familienabenteuer Namibia und Bostwana, Juli/Augus 2016 Videotagebuch: Der wilde Nord-Westen, Videotagebuch von Simon, Juni/Juli 2018 Reisebericht: "4.375km durch den Nord-Westen" von Moritz 14 J. Reisebericht: Über das Kaokoveld in den Caprivi, Jul/Aug 2022
276 Beiträge · seit 201120. März 2022 · #16
Hallo Markus

Ja, den Track von/nach Erwee meine ich.
Habe auch den Erlebnisbericht von Champagner nun gefunden.
Es wäre nett, wenn du uns nach deiner Tour berichten könntest.

Grüße
Norbert
8'672 Beiträge · seit 201021. März 2022 · #18
La Leona schrieb:Hallo Norbert
Wir sind ebenfalls den otjiteka trail gefahren und ich beschrieb unsere Etappen in diesem RB https://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/293368-namibia-august-2017-bewertungen.html
VG leona
Guten Morgen Leona, Markus und Norbert,

der Bericht von Leona passt besser zu eurer Strecke als meiner, denn wir sind nur den Otjitheka-Trail gefahren (von Süden kommend) und dann links zur C43 abgebogen. Dafür gibt es in meinem Bericht ein paar mehr Fotos von diesem Abschnitt 😉 .....

Viel Spaß bei der Planung und dir, Markus, bei der Fahrt!

Liebe Grüße von Bele
Meine Reiseberichte im Namibia-Forum von 2011 bis heute
276 Beiträge · seit 201121. März 2022 · #19
Danke an alle

Habe jetzt gute Informationen über die verschiedenen Streckenvarianten und damit die Qual der Wahl.
Mal sehen, welche besser zu unserer geplanten Route passt.

Grüße
Norbert