Leo21Themenstarter8 Beiträge · seit 201709. Jan. 2017 · #1Hallo liebe Leute,
werde dieses Jahr (zum ersten Mal) eine Reise nach Namibia unternehmen.
Was mich persönlich sehr interessiert: Wie sieht's den mit den (Fremd)Sprachkenntnissen in Windhuek, Swakopmund etc. aus?
Verstehen viele Namibier Englisch oder sogar Deutsch 🙂 ?
Vielen Dank im Voraus!
LEleserGast09. Jan. 2017 · #2Guten Abend Leo und tut mir leid dir das sagen zu müssen.
Ohne Namibisch gibt's kein Durchkommen.
Viel Glück und Grüße
fiedlix548 Beiträge · seit 201609. Jan. 2017 · #3😈 😄 😄 😄 😎
Menschen, mit denen man lachen und weinen kann, sind die Menschen, die das Leben ausmachen.
Leo21Themenstarter8 Beiträge · seit 201709. Jan. 2017 · #4Also ovombo und Klacklaute 3:)
CACan890 Beiträge · seit 201609. Jan. 2017 · #5
Leo21Themenstarter8 Beiträge · seit 201710. Jan. 2017 · #6Danke für den Link, aber die Wikipedia-Seite kenne ich natürlich schon. Die Frage ist halt immer wie (weit) man Wikipedia vertrauen kann. Aus eigener Erfahrung bevorzuge ich Antworten/Wissen aus erster Hand 😉
CACan890 Beiträge · seit 201610. Jan. 2017 · #7Wenn der Wiki Text in Gänze nicht stimmen würde, hätte ich ihn nicht eingestellt.
Aber ok - ich kann die Angaben bezüglich Sprachverbreitung aus eigener Erfahrung in Namibia bestätigen - und wenn Sprache xyz Amtssprache in einem Land ist, kannst du diese auch vollumfänglich in dem entsprechenden Land anwenden und wirst verstanden.
Wenn du den Texten in Wiki nicht traust - es sind immer Quellen angegeben. Diese nutzen, um den Text gegen zu prüfen.
VG
KarstenB2'397 Beiträge · seit 201110. Jan. 2017 · #8Hallo Leo21,
klar geht nichts über Wissen aus erster Hand, Ich fang dann mal an:
Ich habe, wenn ich es recht erinnere, 83 Namibier kennengelernt. Von denen sprachen 17 Deutsch, 25 Englisch. Der Rest hat genuschelt.
Ich hoffe, Dir damit gedient zu haben.
Immer hilfsbereite Grüße,
Karsten
Leo21Themenstarter8 Beiträge · seit 201710. Jan. 2017 · #9Jz wird's interessanter 😉 danke für die Auskunft!
Logi16,9k Beiträge · seit 201210. Jan. 2017 · #10KarstenB schrieb:
Ich habe, wenn ich es recht erinnere, 83 Namibier kennengelernt. Von denen sprachen 17 Deutsch, 25 Englisch. Der Rest hat genuschelt.
Ich glaube, das Genuschel nennt sich Afrikaans 😉
LG
Logi
Burschi4'140 Beiträge · seit 200910. Jan. 2017 · #11Macht halt den armen Leo bei seinem ersten Thread nicht gleich so an. Auch wenn einige schon in Faschingslaune sind. 🤩 😄 😁
Also leo: Englisch ist Staatssprache und als Normaltourist kommst du da überall mit durch. Du wirst kaum allein in die Gegenden kommen wo nur eine afrikanische Sprache gesprochen wird. Auch bei allen "Historical Living Museums" sind Leute da, die ins Englische übersetzen. Auf vielen Lodges findest du auch jemanden, der Deutsch spricht, so auch in vielen Geschäften und Windhoek und Swakopmund.
Afrikaans ist dort weit verbreitet, wo der Einfluss der Buren bzw. der Weißen Südafrikas größer war. Im Caprivi z.B. wird dir das nichts nützen. Wenn du dann wieder kommst und das Land öfter besuchst, kannst du dir ja ein wenig Afrikaans und ein paar Begrüßungsformeln in Oshiwambo oder Otjiherero aneignen. Das mit den Kicklauten bei den San, Damara oder Nama kannst du sein lassen, Zungenverstauchungen sind bei Europäern schwer zu behandeln! 😄
Gruß:
Burschi
21x Namibia, 6x Botswana, 6x Südafrika, 4x Simbabwe, 2x Sambia, 1x Tansania, 2x Kenia, 1x Mauritius, 1x Sansibar
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200610. Jan. 2017 · #12Hallo Leo21,
also Englisch ist Amtssprache und ist im täglichen Leben wichtig (anders als vor 25 Jahren), wird aber bei Weitem nicht von allen gesprochen/verstanden. Im Wirtschaftsleben läuft alles mittlerweile auf Englisch ab, die Regierung hat aber mit der neuesten Bildungsreform den Status von Englisch praktisch wieder herabgesetzt. Afrikaans, was 60 Jahre lang Lingua Franca (außer im Caprivizipfel) war, ist deutlich abnehmend. Deutsch wird in den Schulen wieder deutlich mehr gewählt und erlebt einen kleinen Boom. Die weiteren Nationalsprachen spielen regional eine wichtige Rolle, dort dann auch im täglichen Leben.
In der Zukunft: Alle Nationalsprachen, wovon Deutsch eine ist, bekommen einen noch wichtigeren Status in der schulischen Bildung und werden "Englisch" (also das, was wir hier als Englisch sprechen) eher wieder etwas verdrängen. Problem ist, dass 90% (!) der namibischen Lehrer bei ihren jährlichen Überprüfungen in Englisch durchfallen und somit die Schüler es auch nicht richtig lernen können.
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
chamäleon20112'497 Beiträge · seit 201110. Jan. 2017 · #13Hallo Leo,
Mal so ganz ohne Statistik:
wir sind in Namibia als Touristen mit Englisch immer gut durchgekommen, oft auch in Deutsch begrüßt worden. Auf jeder Lodge und auf jeder Campsite, bei jeder Sehenswürdigkeit, Permitstelle etc. sprach irrgendjemand ein mehr oder weniger gutes Englisch, in Geschäften und Supermärkten auch. In sehr abgelegenen Gegenden, wo Ihr vielleicht bei der ersten Reise gar nicht hinkommt, hatten wir schon nur eine eingeschränkte Kommunikation, zum Beispiel bei noch halbwegs traditionell lebenden Himba im Kaokovelt. Da war dann "Arme und Beine" gefragt. Auch die Mitarbeiter auf der Farm unserer Bekannten, die mit Tourismus nichts zu tun haben, sprechen kein Englisch, aber da haben wir ja dann unsere Bekannten zum übersetzen, und ein freundliches Lächeln und ein Danke oder Bitte auf Afrikaans hilft immer.
In unserem ersten Urlaub haben wir keine Situation gehabt, wo wir uns weitere Sprachkenntnisse gewünscht hätten, das kam dann mit den Jahren, wo wir, wenn wir es denn gekonnt hätten, gerne von der ursprünglischen Bevölkerung mehr verstanden und erfahren hätten.
Christians Ausführungen finde ich interessant, dachte ich doch, dass die Sprachen der "Besatzer", also Afrikaans und Deutsch politisch nicht gewollt wären. Wenn wieder eine größere Wahlmöglichkeit geschaffen wird, ist das doch positiv. Zur Qualität des in Namibia gesprochenen Englisch: ich würde nicht unbedingt einen Sprachurlaub dort verbringen, um meine Englischkenntnisse dort zu verfeinern. 🤩 Aber verständigen konnten wir uns trotzdem.
Viele Grüße
Karin
Würde sollte niemals ein Konjunktiv sein.
Namibia 2016: Infos zu Auto+Camps+die "Jahrhundertsichtung"
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Sasa2'391 Beiträge · seit 201610. Jan. 2017 · #14Hallo Leo21,
meine Vorschreiber haben ja schon das wichtigste gesagt, aber ich kann aus eigenen Erfahrung sagen, dass mir niederländisch am meisten geholfen hat. Das verstehen alle, die Africaans sprechen und ich kann Africaans verstehen sofern es langsam gesprochen wird.
In Tsuneb auf dem Markt, in Mariental an der Tanke oder auf Farmen konnte ich mich damit viel besser verständigen, als mit Englisch. Ich habe nach ein paar Tagen erst gar nicht mehr in Englisch angefangen sondern in niederländisch. In Swakop wird man als Touri meistens direkt auf Deutsch begrüßt.
Aber wenn Du Englisch kannst, dann dürftest Du schon gut durchkommen.
Viele Grüße
Sasa
P.S: Und ich finde auch, dass man nicht über jeden neuen egal wie "lustig und scheinbar dumm" man seinen Thread findet, so herziehen muß.
Die Freiheit des Einzelnen endet da, wo seine Faust die Nase eines anderen trifft.
3 Generationen zum ersten Mal auf Pad, Namibia 2016:
http://www.namibia-forum.ch/forum/10-reiseberichte/291659-3-generationen-auf-grosser-namibia-erstlingstour.html LEleserGast10. Jan. 2017 · #15Ein OT @ den praktischen Wert von (selbst bestätigten) Fremdsprachenkenntnissen.
Es reicht nicht Englisch, Französisch, Spanisch etc. nach unserem eigenen (Schul-)Standard „zu können“ oder zumindest das Nötigste davon, man muss es auch in einer vor Ort gebräuchlichen Aussprache und Wortwahl hinüber bringen können. Das Englisch, Französisch, Spanisch… das z.B. Deutch Sprechende meinen „zu können“ ist nämlich in den englischen Midlands, Schottland, Ardenne, Asturien, Galicien…. genauso un- oder schwer verständlich, wie das dort gesprochene „Englisch, Französisch, Spanisch“ für uns.
@ Verständigung im südlichen Afrika habe ich schon öfters Verständigungsversuche von Touristen beobachtet die, manchmal skurril, am unverständlichen Akzent der Touristen gescheitert sind, und nicht an schlechten Englischkenntnissen der Einheimischen.
Trotzdem kommt man immer überall und irgendwie durch… ich beherrsche z. B. fließend 5 Aussprachevarianten von cerveza, mein Bier kriege ich trotzdem erst als „beer“ oder durch Zeigen an der Bar 😗 .
Und über die Schweiz, die Ösis und Bayern sage ich gleich lieber gar nichts… außer:
Da fragt ein deutscher Tourist am Stachus zwei Bayern nach dem Weg. Diese lassen ihn kalt abblitzen, ignorieren ihn völlig, also versucht er’s auf Englisch, dann Französisch, Russisch…. Es hilft alles nicht, sie schauen ihn nur stoisch und verständnislos an. So gibt der Tourist auf und geht weiter. Sagt dann der eine Spezi zum anderen: Na da schau her, so ein gebildeter Mensch….und was hat’s ihm g’holfn? An Schxxxdreck.
Grüße
WOWoMaGast10. Jan. 2017 · #16Sasa schrieb: Das verstehen alle, die Africaans sprechen und ich kann Africaans verstehen sofern es langsam gesprochen wird.
Die Sprache heisst Afri
kaans 😉
Tatsächlich kommt man damit so gut wie überall durch, ausser wie schon mehrfach gesagt im Caprivi. In meinem persönlichen Umfeld kann ich nicht behaupten, dass weniger Afrikaans gesprochen würde, im Gegenteil. Heute haben zwei Kunden angerufen und hartnäckig auf Afrikaans kommuniziert, obwohl ich auf Englisch geantwortet habe. Bin ja froh, dass ich das Meiste inzwischen verstehen kann.
Im Umfeld des Tourismus (also auf Lodges etc) wird meist schon ein anständiges Englisch gesprochen - also im nicht-staatlichen Bereich. In staatlichen Tourismusumfeld kann man mit Englisch schon an die Grenzen stossen. An den Padblockaden muss man sich auch darauf einstellen, dass so mancher Beamter einen der 90% der Lehrer hatten mit einem unterirdischen Englischstandard. Aber mehr als "how are you" und "I am fine thanks, and you" muss man da auch meistens nicht können.
Ich finde die Frage des TE übrigens überhaupt nicht "dumm" oder lächerlich. Woher soll man es wissen, wenn man noch nicht vor Ort war?
Wikipedia ist tatsächlich mit Vorsicht zu geniessen, wobei es da mehr die politischen Themen trifft.
Hartwig_Dellmour42 Beiträge · seit 201610. Jan. 2017 · #17Der Scherz ist gut - aber tatsächlich ist die Situation skurril:
In einem Land, wo ca. 15 verschiedene Muttersprachen gesprochen werden (in absteigender Reihenfolge - eigene Schätzung, muß nicht genau stimmen: Ovambo - Afrikaans - Herero - Nama/Damara - Deutsch - etc. - etc. - San - Portugiesisch - Englisch) hat man als die Hauptlandessprache Englisch eingeführt und als Währung den Dollar.
Dieser Scherz ist noch viel besser!
LEleserGast10. Jan. 2017 · #18Also ehrlich gesagt habe ich die TE-Frage schon als scherzhaft aufgefasst (so was soll ja vorkommen) und daher mit einem Scherz geantwortet.
Begründung: Überall wo viel internationaler Tourismus stattfindet, kommt man – mit Ausnahme von Frankreich 😗 - mit Englisch durch, welches in Namibia noch dazu auch Amtssprache ist. Damit wäre das für mich beantwortet gewesen. Außerdem gibt es ja auch noch Reiseführer.
@ Hartwig_Dellmour: Ob nun Englisch Amtssprache sein soll, kann man sicherlich diskutieren. Dass Englisch aber einen sehr hohen Stellenwert haben muss ist m.E. unerlässlich, weil ein kleines Land mit international völlig unbedeutender Sprache sonst überhaupt keine internationale Kommunikationsfähigkeit hätte. Aus diesem Grund wurden z. B. in Griechenland oder Schweden bestimmte Fächer an Unis schon vor Jahrzehnten nur in Englisch unterrichtet oder wurde in Schweden (nicht nur aus Kostengründen) auf Filmsynchronisierung in Schwedisch verzichtet.
Grüße
… und Leo21, bitte Nichts für ungut
travelNAMIBIA33,1k Beiträge · seit 200610. Jan. 2017 · #19Hallo Hartwig,
In einem Land, wo ca. 15 verschiedene Muttersprachen gesprochen werden (in absteigender Reihenfolge - eigene Schätzung,
für Deine Reihenfolge schau mal
hier.
hat man als die Hauptlandessprache Englisch eingeführt und als Währung den Dollar.
genau, weil man explizit keine vorbelastete Sprache nehmen und keine Volksgruppe bevorzugen wollte. Und zur Währung: Es gab sogar Probedrucke in Namibia-Mark.... dann wurde es aber der Dollar (wie in Simbabwe etc).
Viele Grüße aus Windhoek
Christian
Vom 23. August bis 6. September, 10. Oktober bis 18. Oktober 2026, 5. Dezember 2026 bis 17. Januar 2027 und 1. bis 30. Mai 2027 nicht/kaum im Forum aktiv!
Leo21Themenstarter8 Beiträge · seit 201710. Jan. 2017 · #20Vielen Dank für die sehr informativen Antworten und Schilderungen! 🙂
Besonders die sprachlichen Veränderungen im Laufe der Zeit waren neu für mich.
Die Frage war übrigens wirklich kein Scherz^^ bin aber auch kein humorloser Mensch 😄